Mein neues Projekt, eine ungarische C50 in Spur 0e

  • Hallo.


    Nachdem ich im 0m Beitragsbaum auf meine im Bau befindliche C50 hingewiesen habe, musste ich feststellen, den dazugehörenden baubericht habe ich hier grár nicht eingestellt. Asche auf mein Haupt. Das hole ich hiermit nach.


    Als Vorbild für mein neuestes Projekt habe ich mir die ungarische C50 ausgesucht. Die C50 ist ein weit verbreiteter Loktyp der ungarischen Schmalspurbahnen und Feldbahnen. Die Herstellung der zweiachsigen Lokomotiven hat 1952 angefangen. Bis 1968 wurden insgesamt mehr als 250 Exemplare in praktisch allen Spurweiten zwischen 600 und 1000 mm gebaut. Zur Konstruktion wurden teilweise LKW Komponenten verwendet, was der Lok ihr uriges, unverwechselbares Aussehen verleiht. Sie hat etwa 50 PS / 37 KW und wiegt 7 Tonnen. Keine wirklich beeindruckenden Werte. Sie wären es nicht mal für LKW. Trotzdem erreicht sie eine Höchstgeschwindigkeit von immerhin 30 Km/h und wurde sehr erfolgreich.


    Das Fahrwerk meiner geplanten C50 stammt erneut, wie schon der Antrieb der GEC von einer Roco Köf3. Das zweite Fahrwerk hat einen völlig anderen Motor, ohne Schwungmasse aber dafür mit imitiertem Lüfterrad, so das es, obwohl ursprünglich als “Motor- Spender” für die GEC geplant, jetzt als Basis für eine C50 dient. Der eigentliche Lok- Rahmen ist aber, trotz unterschiedlicher Motorisierung, identisch. Deswegen passt das C50 Gehäuse, sofern es irgendwann mal fertig ist, vermutlich auf jede Roco H0 Köf 3.


    Das Modell soll komplett mit meinem Werkzeug- Bestand bei mir zu Hause entstehen. Außerdem sollen die Kosten so niedrig wie möglich ausfallen. Ich hoffe, das ich ohne Technik (Fahrwerk, Empfänger Akku) nicht über 10-20€ an Materialkosten hinaus komme.

    Deswegen würde ich die geplante C50 eher als, wie man bei den RC- Modellbauern gerne sagt, “Semi-Scale” Modell einstufen. Also eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Vorbild soll durchaus vorhanden sein, auch sollen die Proportionen in Etwa stimmen. Aber eine bis zur letzten Niete und auf den 1/100 mm exakte Nachbildung ist nicht geplant. Dazu fehlen mir auch eindeutig die Fähigkeiten.

    Als Ausgangsbasis dient zum größten Teil eine 2- Seiten Ansicht, die überall im Internet kursiert. Deswegen lässt sich (zumindest für mich) der ursprüngliche Autor der Zeichnung leider nicht mehr ermitteln, weswegen ich ihn auch nicht erwähnen und mich bei ihm bedanken kann, was ich sonst natürlich tun würde..


    C-50.png


    Ergänzend werden diverse Fotos vom Vorbild und auch von Modellen der C50 heran gezogen. Da es die C50 sowohl mit hoch ausgeschnittenen Seitenteilen gibt (wie auf der Zeichnung) aber auch mit tiefer herunter gezogenen Seiten, werde ich die zweite Version nachbilden. Ein Public Domain Foto der C50 mit tiefen Seiten habe ich auf Wikimedia gefunden. Ich habe es etwas aufgearbeitet, damit man die Seiten besser erkennen kann.


    C50-SW.jpg


    Durch die tief herunter gezogenen Seiten sieht man die maßstäblich ja zu kleinen Details des Roco H0 Fahrwerks nicht so deutlich. Die Zeichnung selbst habe ich mir, exakt auf 1:45 skaliert, ausgedruckt. Auf diese Weise kann ich leicht die benötigten Maße direkt aus der Zeichnung abnehmen.

    Das H0 Köf Fahrwerk hat tatsächlich bis auf wenige 1/100 mm den exakt passenden Achsstand. Die Räder haben, zumindest wenn man die (natürlich) zu hohen Spurkränze mit berücksichtigt auch ziemlich genau den passenden Durchmesser.


    DSCF8998.jpg


    Die noch verbleibenden Ungenauigkeiten bei Achsstand und Rad- Durchmesser kann man meiner Ansicht nach vernachlässigen.

    Alles in allem passt das Roco Fahrwerk also sehr gut.


    DSCF9002.jpg


    Damit man sieht, wie klein die C50 eigentlich ist, habe ich meine GEC mal auf die 1:45 Zeichnung gelegt, als Größenvergleich.


    DSCF9001.jpg


    Die GEC ist doch erheblich größer und wuchtiger als es die C50 sein wird, obwohl dasselbe Fahrwerk zum Einsatz gekommen ist. Und das wo sie eher ein 0n30 Modell, also eher im Maßstab 1:48 gehalten ist.

  • Weiter geht's.

    Ich war schon ein gutes Stück weit mit der Konstruktion des Aufbaus angefangen, als ich auf Thingiverse eine C50 als kostenlos verfügbare 3D Druck- Datei, und das auch noch im Maßstab 1:45 entdeckt habe.

    Das Rad ganz neu zu erfinden, ist dann doch nicht so meins. Also werde ich “meine” C50 auf Basis dieser STL Dateien aufbauen. Die komplette “Eigen- Konstruktion” wird dann auf das nächste Modell vertagt…

    Da ich inzwischen viel in OpenSCAD gelernt habe, bekomme ich es nun problemlos hin, STL Dateien in OpenSCAD weiter zu verarbeiten… Das Original ist für ein Drehgestell eines Roco Taurus mit einem Faulhaber- Motor vorgesehen. Eine sicher sehr gut laufende aber leider auch extrem teure Variante. Zumindest wenn man keinen Roco Taurus zum Schlachten vorrätig hat… Ein gebrauchter Taurus ist aktuell kaum unter 180-200€ zu bekommen. Etwas arg viel, nur um ein Drehgestell mit Getriebe und Rädern davon zu verwenden… Also muss ich den Rahmen so umbauen, das man eine Roco Köf3 als “Antriebsspender” nutzen kann. Wie oben schon gesehen, passen sowohl Achsstand als auch Raddurchmesser ziemlich gut zu einer C50 in 0e. Die Köf 3 bekommt man für 30-50€, sofern man keine hat. Ich habe halt eine Köf 3 hier auf Halde liegen. In sofern kostet der Antrieb mich gar nichts…

    Da ich heute Lust hatte, etwas mit OpenSCAD herum zu spielen, habe ich mich mal an den Rahmen gemacht. Zuerst habe ich die Befestigungen für den eigentlich vorgesehenen Antrieb entfernt und den Ausschnitt im Rahmen auf das Maximum erweitert. So habe ich den Rahmen dann mal als Test ausgedruckt, um die notwendigen Anpassungen genau ausmessen zu können. Das schwere “Unterteil” der Köf3 (aus Metall) kann man leider nicht verwenden. Es ist schlicht zu breit. Dadurch muss man wieder, wie bei der GEC alles, bis auf den Getriebeblock, die Achsen und den Motor “entsorgen”. Allerdings habe ich dieses Mal die untere Getriebeabdeckung, die bei der GEC fehlte. Deswegen werde ich versuchen, sie weiter zu verwenden.


    C50-Rahmen-NEM.png



    Außerdem habe ich die Öffnung in den Puffern so erweitert, das man dort eine NEM 362 Kupplung einstecken kann. Die Höhe passt zum Glück.

    In den Ausschnitt muss ich nun eine Halterung für die Antriebsteile hinein “konstruieren”. Das steht jetzt als nächstes an.

    Das Gehäuse kann man wohl weitgehend unverändert übernehmen. Lediglich die Lampen fehlen, die man einzeln drucken muss. Entsprechende Bohrungen dafür sind aber vorhanden. Da "meine" Bahngesellschaft mit nur einem, dafür aber großen Spitzenlicht fährt (also eher amerikanisch anmutend), werde ich wohl entsprechende Lampen zeichnen und die Befestigungspunkte dafür in das Gehäuse einarbeiten.


    C50-Komplett.png



    Inzwischen habe ich den C50 Rahmen an den Antrieb von der Roco Köf3 angepasst. Aktuell wird gerade ein Testausdruck gemacht.



    C50-Rahmen.jpg



    Diese Variante ist für das Köf Fahrwerk, aber mit einem Glockenanker Motor vorgesehen. Daneben sind Aussparungen für eine Ladebuchse und einen Schalter vorgesehen.

    Da ich bei der GEC ja keine so besonders guten Erfahrungen mit uralten Roco Motoren gemacht habe, habe ich mir gleich einen neuen Motor für die C50 besorgt. Einen weiteren, baugleichen Motor habe ich für die GEC vorgesehen. Der Original- Motor ist 10mm dick. Also darf der neue Motor auch nur 10mm dick sein, sonst greift die Schnecke nicht mehr richtig. Dünner ginge, da man unterfüttern kann. Aber Dicker geht halt nicht. Also habe ich mir zwei 1020 Glockenanker Motoren gekauft, je mit einer 5mm dicken Schwungmasse und einer neuen Schnecke Modul M0.4, passend zum Original- Getriebe der Köf. Der 1020’er sollte eher stärker sein als der alte Roco Motor. Von daher erwarte ich keinerlei Probleme…

    Ein guter Freund möchte auch gerne so eine C50 haben, aber für ein Halling Vario Fahrwerk. Dabei stimmt zwar weder der Achsstand noch der Rad- Durchmesser mit dem Vorbild überein, aber dafür sind die Fahrwerke leicht zu bekommen, nicht sonderlich teuer und laufen sehr gut, auch mit RC… Durch den tief herunter gezogenen Rahmen sieht man das auf der Anlage ohnehin nicht.

    Also werde ich nach der Köf Version auch noch eine für das Halling Fahrwerk machen. Damit kann man die C50 nun in allen gängigen Spurweiten nachbauen. Das Original gibt es ja in so ziemlich jeder denkbaren Spurweite von 600 bis 1000 mm. Für 0f auf 12 mm Spurweite kann man ein Halling H0m Fahrwerk einbauen, bei 13,3 mm bietet es sich an, die Räder eines HallingH0 Fahrwerks etwas enger zusammen zu schieben. . Für 0e dann ohne weitere Bastelleien entweder ein Halling H0 oder ein Köf Fahrwerk nutzen. Die 0m’er sind ja Kummer gewohnt. Dort gibt es meist nichts, was man als Bastelgrundlage nehmen könnte. Aber sowohl das Halling Fahrwerk als auch das der Köf kann man relativ unproblematisch auf 22,2 bzw. 22,5 mm Spurweite umbauen. Man muss nur die Radsätze mit längeren Achsen umspuren. Das ist bei beiden Varianten nicht sonderlich kompliziert, habe ich mir sagen lassen. Na ja, ich fahre in 0e, da brauche ich solche Umbauen nicht zu machen…


    Die STL Dateien werde ich natürlich online stellen, sobald sie fertig sind.


    Aktuell druckt der erste Rahmen gerade.


    Clipboard-2.jpg



    Morgen werde ich dann noch ein paar Fotos vom neu gedruckten Rahmen machen und hochladen...


    Der Druck hat leider nicht geklappt. Irgendwie ist der Wurm drin, seitdem ich mir einen neuen Resin- Tank gekauft habe, weil beim Originalen ein paar Schrauben vermackelt sind und sich nur noch mit viel Mühe aufdrehen lassen (zum Folienwechsel). Ich werde nachher, wenn das Elegoo Bio- Resin angekommen ist (soll heute kommen), noch mal einen Versuch mit dem alten Tank aber dem neuen Harz starten. Wenn das dann klappt, tausche ich die eigentlich noch gute Folie beim neuen Tank aus. Denn an etwas anderem als an der Folie kann es sonst ja eigentlich nicht liegen, das nach dem Tankwechsel die Drucke nicht mehr auf der Bauplatte haften. Sollte das mit dem alten Tank, mit dem es immer funktioniert hat, auch nicht hin hauen, dann muss ich erst ein neues Druckbett bestellen, bevor es weiter geht. Dann müsste es ja am Druckbett liegen. Irgendwie glaube ich das aber nicht, denn das wäre schon ein großer Zufall, wenn das Druckbett (oder auch das Display wegen meiner), genau dann schlapp macht, wenn ich den Tank wechsele…


    Soweit der aktuelle Stand. Wenn es was neues gibt, berichte ich natürlich weiter.

  • Hallo Claus,


    kannst Du nicht die in Frage stehenden Gewinde ausbohren, neue Gewinde rein schneiden und einfach neue Schrauben nehmen ?

    Ein Satz Gewindeschneider ist doch bestimmt günstiger als ein neuer Tank?


    Viele Grüße,

    Stefan

  • Hallo claus60,


    bevor Du alles neukaufst: Hast Du das Druckbett mal neu nivelliert? Nichthaften am Druckbett kann an einer nicht optimalen Nivellierung liegen...


    Ach so: Bin auf das weitere Vorgehen gespannt! Toller Bericht!


    Gruß

    EsPe

  • Hi.

    Ein Satz Gewindeschneider ist doch bestimmt günstiger als ein neuer Tank?

    Na ja, das bezweifele ich. So teuer ist das Zeugs nicht. Und es sind nicht die Gewinde vermurkst, sondern die Schraubenköpfe. Da das aber Spezialschrauben sind, die man nicht mal eben so im Baumarkt bekommt, war es am einfachsten, einen neuen Tank zu kaufen.


    Hast Du das Druckbett mal neu nivelliert?

    Auf die Idee bin ich vorhin auch gekommen, denn es lag nicht am Tank. Der Druck mit dem alten Tank hat nämlich genau so wenig funktioniert. Allerdings ist mir das bisher noch nie passiert, das sich da etwas verstellt hat. Na ja, irgendwann ist immer das erste Mal...


    Im Moment drucke ich ein kleines Testobjekt. Das dauert nicht so lange und ich kann, sofern es an der Nivellierung lag, heute über Nacht den nächsten Versuch starten, den Rahmen zu drucken. Ich vermute, ich muss noch das eine oder andere an den Abmessungen ändern, damit alles so sitzt, wie ich mir das gedacht habe. Das kann ich aber erst wirklich feststellen, wenn ich den Rahmen vor mir liegen habe...

  • Hi.

    Es lag tatsächlich an der Nivellierung. Der Resin Drucker war für mich bisher völlig wartungsfrei. Mal abgesehen von den Folien, wo man aber sehr gut sieht, wenn die Folie ihr Leben hinter sich hat. Folien getauscht habe ich, so lange ich den Elegoo Mars habe, im Schnitt alle 6 Monate einmal.

    Deswegen bin ich einfach nicht gleich drauf gekommen, das der Drucker mal eine Wartung braucht, auch wenn diese Wartung nur 2 Minuten dauert. Damals mit dem FDM Drucker, war es ja selbstverständlich, vor jedem Druck das Druckbett zu nivellieren. Auch sonst sind die "Würstchenleger" extrem wartungsaufwändig gewesen. Beim Resin Drucker läuft das eigentlich so: Einschalten, Losdrucken, Fertig. Na ja, genug Harz muss dann doch im Tank sein. Wobei man zur Not auch noch während des Drucks Harz nachfüllen kann...

  • Hi.

    Mist, es war doch nicht nur die Nivellierung. Das Testobjekt gestern Abend hat problemlos funktioniert, aber vom Rahmen, der über Nacht gedruckt wurde, ist wieder gar nichts zu sehen. Ich versuche nach dem Mittagessen mal, die Druckplattform mit Aceton gründlich zu reinigen. Dazu muss ich das Aceton aber erst mal wieder finden, denn das habe ich seit dem Ende der FDM Zeiten nicht mehr in den Fingern gehabt. Hilft auch das nichts, schleife ich das Druckbett mal mit feinem Schleifpapier an. Dann bin ich aber wirklich mit meinem Latein am Ende. Das Display ist nämlich völlig in Ordnung, besteht jeden Test

  • Hallo Claus60,


    das liest sich übel und meine Freude ist verflogen.


    Hast Du mal drüber nachgedacht, den Rahmen neu zu slicen und die Stützen neu zu positionieren? Das ist das letzte, was mir dazu eingefallen ist...


    Viele Grüße und viel Erfolg

    EsPe

  • Hallo Claus60,


    Ich hatte Probleme mit der haftung, da es zu kalt in meinem Arbeitszimmer war. Ich habe einen kleinen beheizbaren Schrank für den Drucker gebaut und habe nun kein Haftungsproblem mehr. Die Temperatur sollte, bei meinem Anicubic Drucker, um ca. 22C° oder höher liegen.
    Ich hoffe ich konnte helfen.


    Viel Erfolg


    Hans-Jörg

  • Hallo,


    drucken mit Resin ist ein Glücksspiel:

    - Temperatur Resin 20 - 25 Grad

    - Raumtemperatur ähnlich

    - Bodenbelichtung ca. 60 sec. pro Schicht

    - Stützen mittlere Stärke mit guter Ausformung zum eigentlichen Druckobjekt

    - eine Portion Glück gehört dazu.

  • Also bisher war noch nie Glück nötig. In den letzten 18 Monaten habe ich, sofern etwas mal nicht funktioniert hat, sofort gemerkt, woran es lag und meist war ich selbst Schuld dran. Allerdings hat es bisher so gut wie immer geklappt.


    Ich lasse das Ganze für heute erst mal sein und beschäftige mich mit etwas anderem. Das hilft meistens...

  • Hi.

    Jetzt scheint es wieder zu funktionieren. Ich war schon am verzweifeln, weil nichts geholfen hat. Heute Nachmittag habe ich wohl das Problem behoben. Dazu musste ich zwar meinen Ceranfeld- Schaber opfern, aber das war es mir wert. ich hatte vor einiger Zeit ein kleines Loch in der Folie durch das etwas harz unter den Tank auf die Display- Schutzscheibe gekommen war. Ich dachte zwar, ich hätte alle Harz-- Reste vom Display entfernt bekommen, aber dem war wohl nicht so. Eine hauchdünne, mit dem bloßen Auge nicht zu erkennende Schicht Harz ist auf dem Display zurück geblieben und inzwischen vollständig durchgehärtet. Diese Schicht habe ich mit dem Ceranfeld- Schaber "abgekratzt", natürlich ganz vorsichtig, um die Schutzscheibe vor dem Display nicht zu zerkratzen. Ich habe nur geahnt, das da was auf der Scheibe sein könnte. Wirklich gesehen habe ich das nicht. Daneben habe ich die Bauplatte ebenfalls mit dem Schaber behandelt. Dann habe ich einen neuen Versuch gestartet, den Rahmen zu drucken. Auf den ersten Blick sieht alles gut aus. Aber der Rahmen tropft noch ab, meint die Bauplatte hängt im 45° Winkel am Arm, damit die flüssigen Harzreste so weit möglich in den Tank zurück laufen können. Das werde ich wohl über Nacht so lassen und ihn erst morgen von der Bauplatte abnehmen. Erst dann kann ich sicher sagen, ob es funktioniert hat. Aber so gut wie jetzt hat noch kein Versuch in der letzten Zeit ausgesehen.

  • Moin in die Runde,

    ich habe vor kurzem mit meinem Creality CR10 V2 einem sogenannten Würstchenleger die C50 von thingiverse in 1:45 gedruckt. Es ist wie ich finde, ein schönes Modell geworden . Als nächstes werde ich mit dem Bau der Lok beginnen. Da werde ich dann an dieser Stelle darüber berichten.

    Viele Grüße

    Dierk


    Das Modell ist noch so wie es aus dem Drucker kommt.

  • Hallo.

    Schön, das ich nicht der Einzige bin, der sich mit der C50 beschäftigt. Ich drucke gerade die (hoffentlich) "finale" Version des Rahmens für den Köf3 Antrieb. Ein paar Dinge musste ich dann doch noch ändern, damit die vorgesehenen Antriebs- Komponenten auch tatsächlich rein passen. Ich hoffe, das jetzt alles wirklich passt. Theoretische Messwerte und das Resultat beim Druck müssen nicht zwingend überein stimmen, leider...


    Beim Aufbau gibt es aber ein Problem mit der Original- Datei. Das Mesh ist nicht geschlossen ("wasserdicht"). Die Fehlermeldung dazu in OpenSCAD kommt erst beim Rendern und lautet "The given mesh is not closed!". Deswegen kann man das Gehäuse zwar problemlos in der Vorschau anzeigen, aber kein STL der veränderten Datei erstellen lassen. Da es drei verschiedene Downloads für die C50 vom selben Author gibt, habe ich alle drei ausprobiert. Alle drei produzieren denselben Fehler in OpenSCAD...


    Ich habe schon einige Online- Reparatur- Werkzeuge ausprobiert. Bis auf eines haben sie keine Fehler entdeckt. Und das, was die Fehler entdeckt hat, hat die 8 MB STL Datei auf 3000 MB aufgeblasen. Damit ist die Datei nicht mehr nutzbar. Zum Glück lässt sich das Gehäuse ohne Probleme slicen und drucken. Nur meine eigentlich geplanten Änderungen kann ich vermutlich nicht vornehmen. Da nicht so viel geändert werden muss, ist das kein großes Problem, zumindest nicht für mich. Den Ausschnitt im Boden im Bereich des Führerstands zu vergrößern, kann man zur Not auch ganz klassisch mit Messer und Feile erledigen. Doch eine Version mit abnehmbaren Dach kann ich so natürlich nicht erzeugen... Ich werde im Lauf der Woche noch ein paar andere Sachen ausprobieren, um die STL vielleicht doch noch weiter verarbeiten zu können. Aber an sowas sieht man mal wieder, das STL eigentlich kein gutes Format ist, schon gar nicht, wenn man die Dateien noch weiter verarbeiten will/muss...


    Zur Not muss man eben das Gehäuse so nehmen, wie es ist. Die anderen Sachen wie andere Lampen oder die Inneneinrichtung kann man ja gut auch ohne das Gehäuse konstruieren und drucken...


    Wenn es "normal" läuft, gibt es morgen auch Fotos...

  • Hallo.

    Inzwischen habe ich die Probleme mit dem Drucker im Griff. Doch meine Konstruktion war leider nicht wirklich fehlerfrei. Aber inzwischen bin ich zumindest sehr nah dran. Ich hoffe, das die aktuelle Version jetzt wirklich passt. Die vorherige Version des Rahmens, der heute über Tag gedruckt worden ist, passt schon fast, aber noch nicht zu 100%. Zur Not könnte man mit etwas Nacharbeit diesen Rahmen tatsächlich schon verwenden. Ich will es aber wirklich richtig machen. Deswegen drucke ich noch ein Exemplar mit den letzten kleinen Anpassungen. Ob das jetzt wirklich die finale Version ist, sehe ich erst Morgen.


    DSC_0617.jpg


    So sieht es zur Zeit aus. Könnte man fast durchgehen lassen, aber ganz passend ist es nicht. Der Antriebsblock sitzt nicht waagerecht, weil noch etwas im Weg ist.


    DSC_0619.jpg


    Im Bereich, in dem die Zahnräder zu sehen sind, kann man vorne an der Kante gut erkennen, das es so nicht geht und noch mal geändert werden muss. Der Druck kommt direkt aus dem Drucker, ist weder gehärtet noch richtig gesäubert. Die Arbeit mache ich mir auch erst, wenn ich das Teil wirklich verwenden will. Auch das Gehäuse ist nur ein Test- Druck gewesen, da ich wissen wollte, ob mein Versuch in Meshmixer die Ausgangs- STL zu reparieren, funktioniert hat. OpenSCAD meckert trotzdem über die jetzt fünf mal so große Datei. Und der Druck ist sogar schlechter geworden als zuvor. Das war also nichts. Aber zum Probieren reicht das Gehäuse auf jeden Fall. Die wirkliche Lok bekommt aber ein neues, hoffentlich dann sauber gedrucktes Gehäuse. Zum Glück ist es ja nicht teuer, das Gehäuse oder den Rahmen auszudrucken. Zusammen sind das keine 3€ an Harz- Kosten.


    Noch ein Blick von unten. Hier kann man schön sehen, wie der Antriebsblock der Köf mit der original- Getriebeabdeckung montiert wird.


    DSC_0614.jpg


    Weiter geht es, wenn die nächste und hoffentlich finale Version des Rahmens fertig ist.

  • Liebe Freunde des gepflegten Modellbaus in Spur 0, Claus,


    STL ist nicht nur kein "gutes Format", sondern totaler Mist. Die DHG 700, von der es ein gratis-Download in Spur 1 gibt, habe ich mir neulich auch mal runtergeladen und versucht, daraus mit SolidWorks wieder Volumenmodelle zu machen. Im Führerstand stossen zwei Kanten genau aneinander, da dreht das Programm ab und macht nur noch Fehler. Das zu reparieren ist sehr mühsam. Sowas sollte man in seiner CAD-Konstruktion vermeiden.


    Nun ist STL ein Oberflächenkörper, dessen Oberfläche in Dreiecke zerlegt wurde. Es wird beim Erzeugen gerne vergessen nachzuschauen, in welcher Auflösung die Oberfläche umgewandelt wird. Wenn da irgendeine Standardeinstellung vorliegt, die man nicht etwas optimiert hat, ist das Ergebnis sowieso Käse. Da gibt es dann sichtbare Dreiecke. Auch nicht so schön. Und daher ist das ein Sch....format. Ich will schließlich das optimale Ergebnis beim Slicen und Drucken haben, und dann wird das durch diese Dreiecke verhunzt. Grrrrrrrrrrrrrrrr!


    Ich hoffe sehr, dass demnächst mal Drucker kommen, die nicht so ein komisches Oberflächenkaputtmach-Format verwenden, sondern ein ordentliches Volumen-Modell wie STEP z.B. (Kann natürlich sein, dass es sowas schon lange gibt und der Torsten F das nur wieder nicht mitbekommen hat...).


    Das es überhaupt Leute gibt, die Ihre CAD-Modelle kostenlos weitergeben, ist für Einsteiger in den 3D-Druck natürlich super. Da diese Modelle aber in der Regel im STL-Format weitergegeben werden, ist es sehr mühsam bis unmöglich, da nachträglich noch Veränderungen vorzubehmen.

    Am wenigsten Probleme gibt es meiner Erfahrung nach, wenn man 3D-Modelle im guten, alten DXF-Format weitergibt. Das funktioniert m.M. nach immer, und kann problemlos in STEP oder STL konvertiert werden. Und da kann man dann mit preiswerten CAD-Programmen wie TurboCAD Änderungen vornehmen, die auch gut funktionieren.


    Ich wünsche einen schönen Abend!

    Gruß

    Torsten F

  • Hallo.

    Ich hatte ja große Probleme mit meinem 3D Drucker. Irgendwie konnte ich keinen funktionierenden Druck mehr hin bekommen. Die Bauteile blieben einfach nicht mehr am Druckbett haften. Was ich nicht alles versucht habe, um das Problem in den Griff zu bekommen… Ich habe das Harz gewechselt (zum Glück, dazu später mehr) , ich habe ein neues, CNC geschliffenes Druckbett gekauft,



    (links neu, rechts alt)


    neue Folie in den Tank gebaut, die Raumtemperatur von 20° auf 23° erhöht, egal, nichts hat funktioniert. Auch in der Slicer Software habe ich Optimierungen vorgenommen. Ich habe die Lift- Geschwindigkeit drastisch reduziert, was die Abreiß- Kräfte deutlich reduziert, die Belichtungszeit der Bodenschichten verdoppelt, eine Pause vor und nach dem Belichten eingefügt, damit sich das Harz erst beruhigen kann. Alles witzlos…


    Ich war schon wirklich am Verzweifeln, als ich in einem 3D Druck– Forum auf jemand mit exakt demselben Problem mit exakt demselben Drucker gestoßen bin. Genau wie bei ihm ging alles eine halbe Ewigkeit völlig problemlos und dann von Heute auf Morgen funktionierte gar nichts mehr. Kam mir doch sehr bekannt vor. Die Lösung, die der Kollege dort nach unzähligen Fehlversuchen letztendlich gefunden hat, ist so banal, das man nur schwer darauf kommt.


    Das Problem lag bei den “Füßen” des Stützmaterials. Da der Slicer für diverse völlig verschiedene Drucker vorgesehen ist, hat der Hersteller versucht, einen Fuß zu entwickeln, der auf allen Geräten irgendwie funktioniert. Auf Geräten wie den Elegoo Mars/Saturn oder Anycubic Photon ist diese Fußform aber sub- optimal. Die Default- Füße sind an den Außenkanten abgeschrägt, so das man leichter mit einem Spachtel darunter kommt. Das führt aber dazu, das die Auflagefläche klein im Vergleich zum eigentlichen Fuß ist. Dadurch werden große Abreißkräfte verursacht, die nach einer gewissen Zeit die Haftung an der Bauplatte so schlecht macht, das man nichts mehr drucken kann. Die Standard- Form nennt sich “Skate”.



    Ein Umstellen auf “Cylinder” (bei allen drei Support- Stärken) hat das Problem bei dem Kollegen sofort gelöst. Und so wie es bisher aussieht, funktioniert diese Lösung auch bei mir. Im Piktogramm oben kann man die (in meinem Fall ungünstige) Form des Fußes gut erkennen…


    Und voila, der fertige Rahmen:



    Im Hintergrund sieht man schon den Halling Antrieb stehen, für den ich als nächstes den Rahmen anpassen will…



    Ich hatte zuletzt noch mal den Halter für den Motor leicht geändert und ein kleines Loch oben vorgesehen, durch das man eine kleine, selbst schneidende Schraube eindrehen kann, die den Motor arretiert, wenn der Antrieb selbst schon montiert ist.



    Außerdem saßen die NEM Schächte für die Kupplung um ca 0,5 mm zu hoch. Auch das habe ich angepasst. Jetzt ist der Rahmen tatsächlich vollständig einsetzbar.



    Das Gehäuse werde ich demnächst auch neu drucken. Dabei will ich es um knapp 1 mm schmaler drucken (durch Skalieren im Slicer). Die Länge passt ganz exakt, aber in der Breite steht das Gehäuse leicht über. Das gefällt mir nicht…



    Noch ein Wort zum Harz. Da ich ja unter anderem das Harz in Verdacht hatte, der Grund für die Probleme zu sein (war es letztendlich aber nicht), habe ich, auch wenn ich die Alkohol- Panscherei eigentlich gar nicht mag, doch mal “normales” Resin gekauft. Eine Flasche Standard- Resin über Aliexpress (ist noch nicht da, dafür aber spottbillig) und eine Flasche ABS-Like Resin (beides mangels Alternative in Gelb) über Amazon. Daraus ist dieser Druck entstanden. Und ich muss sagen, das Material ist eine Wucht. Zum einen lässt es sich in Brennspiritus unglaublich leicht waschen und zum anderen fühlt es sich nach dem Aushärten extrem solide an. Es ist überhaupt nicht spröde aber trotzdem sehr stabil. Es fühlt sich auch überhaupt nicht klebrig an. Und der Druck ist sehr “scharf”. Die Details kommen super präzise raus. Vom Ergebnis her definitiv das beste Harz, das ich bisher in die Finger bekommen habe. Und für Sachen, wo es wirklich auf die Qualität ankommt, werde ich es wohl in Zukunft häufig einsetzen, trotz der Alkohol- Panscherei…


    Allerdings riecht es dann doch spürbar stärker als das Wasser- waschbare Harz oder gar das Sojaöl- Harz. Und man muss eben mit Alkohol hantieren. Zum Glück reicht der überall leicht zu bekommende und billige Brennspiritus völlig aus dafür. Im Gegenteil soll die Reinigungswirkung besser als die von IPO sein. Wenn der Spiritus zu stark verschmutzt ist, kann man ihn einfach eine halbe Stunde in die UV Härtekammer stellen und danach das ausgehärtete Harz einfach ausfiltern. Somit hat man quasi keinen Verlust (und vor allem keinen Sondermüll), nur das, was im Küchenpapier haften bleibt (geht einfach in den Restmüll) und das, was während der Arbeit eben verdunstet.


    Wenn ich die Tage mal meine Makro- Fotoausrüstung ausgrabe, werde ich hochauflösende Fotos der Oberfläche und auch von den neuen und alten Stützfüßen im Vergleich machen. Wann genau das sein wird, weiß ich aber noch nicht.

  • Hallo Claus,


    das Elegoo Resin ABS-Like verwende ich generell, sehr hohe detailtreue und passgenauigkeit.

    Auch die Schrumpfung ist gering. Ein Modelbaukollege verwendet die "Waschmaschine" von Anycubic , was die Alkoholpanscherei bedeutend in Grenzen

    hält und man mit diesem Gerät auch UV-Härten kann.


    Meine Druckplatte vom Elegoo Saturn sieht aus wie Kraterlandschaft des Mondes, trotzdem gibt es keine Abrisse.

    Die Belichtung der ersten Bodenschicht liegt bei 15 Sekunden. Ich verwende diese Schlittschuh-Füße wegen dem späteren Ablösen.


    Beste Grüße

    Ronny

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