Bio- Resin, (Fast) Ungiftig und Geruchsneutral.

  • Hi.

    ich habe gerade ein (zumindest für mich) ganz neues Resin von Anycubic entdeckt. Das Resin ist rein auf pflanzlicher Basis (aus Sojabohnenöl) ohne chemische Inhaltsstoffe hergestellt . Außerdem soll es ungiftig sein und nicht riechen. Das musste ich natürlich sofort ausprobieren und habe mir zum Testen eine 500g Flasche (in Grau) für 14,44€ bestellt. Gewaschen wird es entweder mit Alkohol oder in "Prilwasser"... Ungiftig, nicht stinkend und mit Geschirrspülmittel gewaschen, das wäre ja endlich mal eine echte Weiterentwicklung...

    Eigentlich wollte ich ja als nächstes das ABS- Like Resin probieren, aber das Bio- Resin interessiert mich dann doch mehr. Es soll (über Amazon) schon morgen ankommen...

  • Ungiftig, nicht stinkend und mit Geschirrspülmittel gewaschen,

    Hallo Claus,


    lies zuerst bitte die gesamte Anzeige bei Anycubic durch ... ganz unten kommt der Sicherheitshinweis und das Resin trägt immer noch das "Achtung"-Zeichen. Das Spülwasser oder Alkohol nach dem Druck bleibt weiterhin "Sondermüll"

    Nur im gehärteten Zustand entspricht es der EN71-3:2013 ... aber derzeit gibt es schon eine EN71-3:2019, die deutlich schärfer ist.


    Aber es ist Richtig, dass das Resin deutlich weniger giftig als das Standard-Resin ist, aber nicht ungiftig !


    und das Resin hat eine Schrumpfung von 4% :huh:


    Gruss,

    Thomas

  • Hallo.

    Das Resin ist heute angekommen, wie erwartet. Es ist (wie fast immer über Amazon) binnen einem Tag angekommen. Es ist tatsächlich nahezu geruchslos. Wenn man die Nase direkt in die Flasche hält, dann kann man etwas Geruch erahnen. Mehr ist da aber nicht. Das Zeug ist übrigens tatsächlich wie grau eingefärbtes Sojaöl, auch von der Konsistenz her. Meinen Salat würde ich damit natürlich trotzdem nicht anrichten. ich bin nämlich Olivenöl Fan… ?


    Mit reinem Wasser kann man es übrigens nicht waschen. Das schmiert nur, eben genau wie wenn man Öl oder Fett mit Wasser abwaschen will… Man benötigt wirklich Seifenwasser oder Alkohol dafür.


    Als erstes habe ich mal die passende Belichtungszeit ermittelt. Dafür gibt es ja Test- Dateien im Internet. Als Ergebnis kam für meinen Drucker (Elegoo Mars 1. Generation) 7 Sekunden heraus, also 1 Sekunde mehr als für das herkömmliche Harz, das ich bisher immer verwendet habe.

    Die Ausdrucke fühlen sich ungehärtet ziemlich Fettig an, was ja nicht wirklich verwundert. Gehärtet habe ich noch nichts. Aktuell drucke ich gerade das Gehäuse für das C 50 Projekt. Wird aber wohl nicht mehr rechtzeitig fertig um es noch heute zu fotografieren oder zu beurteilen. Morgen muss ich wieder zu diversen Ärzten. Da weiß ich nicht, ob ich es schaffe, Fotos zu machen und hier einzustellen. Von Donnerstag bis Sonntag bin ich gar nicht zu Hause, also könnte es etwas dauern, bis es die Ergebnisse zu sehen gibt…


    Zur Zeit bin ich zufrieden. Der Geruch ist absolut nicht mehr störend, beim Drucken überhaupt nicht mehr wahrnehmbar. Man muss kein teures IPO zum Spülen verwenden . Und es wird kein Erdöl dafür ver(sch)wendet sondern ein nachwachsender Rohstoff, eben Sojabohnen, genutzt.


    Zu den eigentlichen Druckergebnissen kann ich natürlich noch nichts sagen, da der erste „echte“ Druck zur Zeit noch läuft… Sobald ich da was genaueres weiß, stelle ich das hier ein.

  • Hallo.

    Leider hat der Druck nicht funktioniert. Das lag aber nicht am Harz, sondern daran, das ein winziges Loch in der FEP Folie ist. Wie das da rein kommt, weiß ich nicht. Auf jeden Fall ist deswegen etwas Harz unter den Tank gelaufen und hat natürlich das richtige Belichten verhindert. Dadurch ist das C50- Gehäuse nur teilweise gedruckt worden. Die Teile, die da sind, sehen ziemlich gut aus. Auch scheint die Stabilität eher besser als bei herkömmlichem Harz zu sein. Aber das kann ich so natürlich nicht wirklich beurteilen…



    Zum Glück habe ich noch FEP Folien vorrätig. Nur ob ich es, bevor ich übers Wochenende weg fahre, noch schaffe, einen neuen Druck fertig zu bekommen, kann ich nicht versprechen…


    Wie gesagt, dieses Problem kann man dem Harz keinesfalls anlasten. Das was ich unter diesen Umständen sehen konnte, ist aber vielversprechend. Bewahrheitet sich das so wie ich aktuell vermute, wird das Anycubic ECO Harz mein neuer Standard… Die Vorteile liegen klar auf der Hand. Keine Geruchsbelästigung, kein Erdöl sondern nachwachsende Rohstoffe (Sojabohnen) als Basis, sehr viel geringere Giftigkeit des flüssigen Resins bei (fast) Lebensmittel- Echtheit der ausgehärteten Objekte, Gute Druckergebnisse und keine Unmengen von IPO zu entsorgen… Das „Prilwasser“ sammele ich in einem Eimer (abgedeckt, damit keine Tiere an das Wasser können) den ich nach draußen stelle und vom Tageslicht vollständig durchhärten lasse. Der Wasser- Rest kann dann in Ruhe verdunsten und es bleiben nur noch kleinste Partikel zum Entsorgen… IPO würde zwar deutlich schneller verdunsten als Wasser, aber solche Mengen IPO in die Luft zu blasen, ist dann auch nicht sooo nett wohingegen verdunstetes Wasser einfach nur Wasser ist…

  • Claus60

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  • Stimmt es dass das Gehäuse nach der Bearbeitung um 4% schrumpft und ist dieser Wert immer konstant?

    Also wenn 64mm Gehäusebreite 100% ist, dann wäre das Endergebnis nach dem Prozess nur 61,44 mm breit.

    Oder man muesste vor dem 3D-Drucken mit der Slicer-Software ueberdimensionieren (104% = 66,56 mm), damit das gewuenscht Endergebnis nach dem Schrumpfen erzielt wird.


    Gruss,


    Johannis

  • Hallo.

    Das habe ich bisher noch nicht ausprobiert, Bei der C 50 handelt es sich ja um eine fertige STL Datei aus dem Internet. Da habe ich keine exakten Maße und kann deswegen nicht nachmessen. Aber grundsätzlich stimmt es, das die gedruckten Objekte schrumpfen. Um wie viel, hängt vorrangig vom Harz ab. Das "alte" Harz, das ich bisher verwendet habe, musste ich, um auf 1/10 mm genaue Größe zu bekommen, mit 101% slicen. Wenn das neue Harz hier etwas stärker schrumpft, dann muss ich halt, sofern es wirklich darauf an kommt, entsprechend anders skalieren. ist aber kein Problem, denn bei konstantem Workflow ist die Schrumpfung ziemlich konstant... Als ich meine 6 Zuckerrohr- Loren gedruckt habe, sind alle auf 1/10 mm genau gleich groß geworden. Sonst hätte es ja das eine oder andere Mal Probleme mit den (immer gleichen) Radsätzen geben müssen.

    Als ich das seinerzeit beim "alten" Harz so genau gemacht und nachgemessen habe, hat es sich um eine Radsatz- Innenmaß Lehre gehandelt, die natürlich perfekte Abmessungen benötigt. Dort habe ich die Lehre gleich mehrfach mit unterschiedlicher Skalierung gedruckt und dann die genommen, die am besten gepasst hat, War eben die mit 101%. In der Regel "ignoriere" ich die Schrumpfung aber einfach...

    Wenn ich wieder zurück bin, kann ich ja mal eine Testreihe drucken, um zu sehen, wie stark man vergrößern muss, um wirklich exakt die korrekten Maße zu bekommen. Bei einem neuen Harz und bei entsprechend hohen Ansprüchen an die Maßhaltigkeit, muss man das einfach in Kauf nehmen, wenn man 3D Druck einsetzen will. Es ist aber gar kein Problem oder Aufwand, die Skalierung im Slicer entsprechend vorzunehmen. An alle anderen Parameter muss man sich beim 3D Druck ja auch stets ran tasten...

  • Hallo,

    Da will ich auch mal meinen Senf dazu geben.

    Also das mit den Schrumpfangaben bezieht sich wohl eher auf das Volumen und nicht auf irgend welche Längen. So einfach ist es nicht. Mein gedruckter Kessel zb. sollte 400,1 mm lang werden. Ich habe mal den Zollstock rangehalten da waren es 400 mm. Das ist natürlich keine genaue Messung. Das ich vieleicht ein 10tel Untermaß habe kann ja möglich sein, aber das ist dann egal ob 100 oder 300mm gedruckt werden immer gleich.


    Bohrungen zb. werden gerne etwas kleiner obwohl sie ja größer werden müßten. Das liegt daran das vieleicht eine zu lange Belichtung vorliegt welche den Randbereich mit Härtet.


    Ich glaube die Schrumpfangaben beziehen sich auf die Volumendifferenz zwischen belichteten und unbelichteten Resin. Das heist der Schwund muß sich nicht mal auf den Druck auswirken da einfach aus zb. 1000ml unbelichteteten Resin sich nur ein Teil von 950ml Volumen Drucken läßt. Es wird einfach nur mehr Resin verbraucht.


    Meiner Erfahrung nach ist die Positionierung des Models auf der Druckplatte eines der wichtigsten Parameter für einen unverzogenen und maßhaltigen Druck.


    Gruß Andreas

  • Danke, Andreas, fuer die nuetzlichen Erfahrungstipps.

    Auch noch Verzug? Bei schlanken langen Gehäusen muss man wohl zusätzliches Supportmaterial zwischen den Wänden hinzufuegen, damit sie sich nicht verformen.


    Gruss,


    Johannis

  • Da hast du sicher nicht Unrecht Johannis,

    Ich persönlich glaube aber das die optimale Positionierung eine größere Rolle spielt.

    Es wird ja allgemein empfohlen Teile schräg zu positionieren um eine möglichst kleine Druckfläche zu erzielen.

    Das ist mir viel zu allgemein. Z.B. ein Türblatt würde ich meistens genau senkrecht Drucken.


    Selbst wenn die Zarge gleich mitgedruckt wird. Da könnte ein leichtes Schrägstellen die Druckflächen der Layer zwar reduzieren aber ich brauche mehr Support und zwischen den Supportstützen wird der Druck immer auf Schrägzug belastet.

    Das mag zwar minimal sein aber kann das Ergebniss beeinflußen, besonders bei dünnwandigen Teilen.


    Bezüglich des Bioresins innteressieren mich eigentlich nur die Matererialeigentschaften des Druckes (Elastizietät und Festigkeit.)

    Die Umweltvorteile sind glaube ich nur von untergeordneter Bedeutung.

    Ich z.B. rieche das Original Resin von Anycubic (Grau) kaum und gereinigt wird mit Desinfektionsalkohol von Toom und danach mit Wasser und Bürste.


    Gruß Andreas

  • Hi.

    Als Shore- Härte für das Bio- Resin ist 84D angegeben, also ziemlich hart... Und den Eindruck hat es auch mich auch erst mal gemacht. Es scheint einen besseren mechanischen Eindruck zu hinterlassen als das Wasser- Waschbare Resin von Elegoo , was ich bisher immer verwendet habe. Aber ich kann im Moment nichts ausprobieren, da ich nicht zu Hause bin.

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