Wer ist/war der Hersteller des "OOt Saarbrücken" ?

  • Hallo,


    ich habe neulich diesen Wagen erworben.


    Bei ihm handelt es sich um eine Bauart der OOt-Wagen.


    Wer hat das Modell hergestellt?

    Der Wagenkasten ist Kunststoff mit Metallteilen, das Ladegut ist nicht herausnehmbar. Die Drehgestelle sind Stahl oder Messing. Er hat Schraubenkupplungen, diese sind nicht nachträglich eingebaut worden. Die Anschriften sind aufgedruckt, keine Decals. Die seitlichen Klappen lassen sich nicht öffnen.


    Wann wurde diese Bauart bei der DRG eingeführt und wer war der Lieferant?

    Im Buch "Güterwagen-Archiv 1" sind 19 Bauarten solcher Großraumwagen beschrieben, nur dieser Wagen ist nicht enthalten.


    Mit neugierigen Grüßen

    Roland

  • Hallo Roland

    1. bin ich mir nicht sicher ob dieser Wagen in Epoche II gegeben hat , ich kenne sie nur in Epoche 3/4/5

    2. meines Wissens hat nur Schnellenkamp solche Wagen als Fertigmodell außer Hübner angeboten

    Aber bei Schnellenkamp waren die Drehgestelle aus Kunststoff


    Gruß

    Jürgen

    wer mich als Freund hat , braucht keine Feinde :D

  • ... Wer hat das Modell hergestellt?

    Der Wagenkasten ist Kunststoff mit Metallteilen, das Ladegut ist nicht herausnehmbar. Die Drehgestelle sind Stahl oder Messing. Er hat Schraubenkupplungen, diese sind nicht nachträglich eingebaut worden. Die Anschriften sind aufgedruckt, keine Decals. Die seitlichen Klappen lassen sich nicht öffnen. ...

    Servus Roland,

    ich tippe auf "Eurotrain / Hübner".

    Sind die Achsen durch eine Aufhängung in einem Federstahldraht "gefedert"? Wenn ja, dann ists ein weiterer Hinweis auf diese Werkstätte.



    Grüße aus Wien
    Martin

  • Hallo Roland,


    Zum Modell kann ich nichts sagen. Das Vorbild wurde jedenfalls 1930 gebaut und lief zunächst als OOt Oldenburg. Ab 1935 wurden die Wagen dem damals neu geschaffenen Gattungsbezirk Saarbrücken zugeordnet und entsprechend umgezeichnet. So steht's im Carstens.

    Schöne Grüße, Freddy

    Ich mache gern Kompromisse. Aber nicht beim Maßstab.

  • Hallo Roland,


    zu möglichen Vorbildern und deren Herstellern steht eine Menge im Carstens Bd. 4 S. 105ff. Dazu müsste man aber sämtliche Auf-/Anschriften genau lesen können. Da geht es mit "Oldenburg" und "Saarbrücken" ziemlich hin und her.


    LG

    Günter

  • Hallo,


    in Epoche 2 gab es die ersten Wagen für den Kohlependel Schlesien-Berlin.

    Es muss aber eine Schaku dran:



    73334.jpg

    Entladen von Kohle aus Großraumselbstentladewagen in einem Anschlussgleis eines Kraftwerks. (1938) Foto: RVM, Sammlung Eisenbahnstiftung



    Grüße

    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


    Mein Spur 0 Blog: 1durch45.de

  • Hallo Rollo,


    der Wagenkasten stammt ziemlich sicher aus der Hübner (Eurotrain) Produktion. Davon müssen damals sehr viele gespritzt worden sein, denn dieselben Teile wurden später nochmals von Auflagen von EMA/Billerbahn und ich glaube auch von Schnellenkamp verwertet.


    Die Hübner-Wagen hatten schwere Metall-Drehgestelle aus Zinkdruckguß, die späteren Verwertungen fügten einfach die Plastikdrehgestelle von ehemals Rivarossi hinzu.


    Hübner hatte seinerzeit als Vorbild die Nachkriegswagen OOtz 50 genommen.

    Für Epoche 2 geht der Wagenkasten dennoch in Ordnung, die geschweißten Kästen dieser Länge hatten die Wagen des Typs OOtz 42 Saarbrücken, die Gattung ist daher korrekt.


    Vermutlich werden die Drehgestelle aber nicht korrekt sein, die kann man auf Deinem Foto aber nicht sehen.

    Die OOtz 42 hatten andere Drehgestell-Bauarten als die OOtz 50.


    Gruß,

    Ralf

  • Hallo,


    in der Epo II wurde die Selbstentladewagen mit 12m bzw. 91m³ zum Transport von Koks eingesetzt, da dieser eine geringere Dichte hat.

    Die Wagen für Kohle hatten eine Kapazität von 75m³.

    Der abgebildete Wage durft sicher umgerechnet 12m sein, die Kohlewagen sahen immer etwas gedrungener aus.

    Gruß Derek D.


    in Epoche II und III unterwegs


    mir wurde heute erklärt," Männer werden maximal fünf Jahre, dann wachsen die nur noch" .....8|

  • Hallo,


    erst einmal Danke für die schnellen und interssanten Antworten.


    Ich habe im Band 2 des Güterwagen-Archives nach gesehen, dort ist der von Ralf erwähnte OOtz 50 beschrieben. Dessen Drehgestelle sind gut auf der dazu gehörigen Zeichnung dargestellt. Die am Modell befindlichen Drehgestelle aus Weißmetall (an einer Stelle fehlt Farbe, also ist das Material gut zu erkennen) entsprechen in mehreren Details nicht den Drehgestellen der Zeichnungen im Buch.

    Im Güterwagen-Archiv Band 1 sind diese Drehgestelle beschrieben, diese wurden von Ohrenstein & Koppel und Krupp gebaut. Dürften also am Modell richtig sein, da sie ab 1927 verwendet worden.

    Zu den Anschriften.


    Wie H3X verwies, wurden die Wagen untereinander mittels Scharfenbergkupplungen gekuppelt, das aber schon seit 1923 (dann natürlich ältere Typen). Es wurden immer Ganzzüge zu je 20 Wagen gebildet, deren erster und letzter Wagen an einem Ende Schraubenkupplungen hatten (Quelle: Eisenbahnwesen, VDI-Verlag 1924)

    Das Modell stellt einen solchen Wagen dar.


    Weiter Anschriften beziehen sich auf die Bauart, hier geschweißte Ausführung.


    Und damit wir noch wissen, wann der Wagen im Einsatz war, dessen Revisionsdaten.


    Den angeschrieben Daten zu Folge muss der Wagen vor 1938 gebaut worden sein.


    Mit freundlichen Grüßen

    Roland

  • und mit 12m LüP für Koks einzusetzen

    Gruß Derek D.


    in Epoche II und III unterwegs


    mir wurde heute erklärt," Männer werden maximal fünf Jahre, dann wachsen die nur noch" .....8|

  • Hallo Roland,


    der Carstens beschreibt es auch nicht genau:

    Das größte Baulos mit 150 Wagen OOt(z)24 in 1930, als Oldenburg 2151 - 2300 eingereiht, wurden von SEAG, O&K Spandau und Krupp gebaut.

    Schade, mehr kann ich jetzt nicht beitragen.

    LG

    Günter

  • und mit 12m LüP für Koks einzusetzen

    Hallo Derek,


    im Buch steht wörtlich: "Die OOt-Wagen der Bauart Orenstein&Koppel/Krupp II wurden ab 1929 als Einheitswagen für Kohle und Koks gebaut und in großer Stückzahl bei der DRG eingestellt. ..."


    Also wurde darin auch Kohle transportiert, denn was wollten sie in Berlin mit täglich 1000t Koks machen? Kohle aus Schlesien war da viel wichtiger. Solche 1000t-Züge sind zwischen Schlesien und Berlin gependelt. Von Waldenburg bis Görlitz mit der E 95 als Zugpferd und ab Görlitz mit einer bis zwei Loks der Baureihen 44 oder 58.


    Mit freundlichen Grüßen

    Roland

  • Die OOt 24 waren genietet und hatten Lenkachsen.

    Drei Versuchswagen der OOt 24 wurden bereits geschweißt, und auf diese Versuchswagen würde die gezeigte Beschriftung am Modell hinweisen, aber die hatten oben senkrechte Enden, nicht die geknickten Wände. Eine kleine Abweichung, über die man hinweg sehen könnte.

    Die Drehgestelle, welche klar nicht die Hübner'schen sind, passen aber leider nicht zum OOt 24.


    Man könnte die Drehgestelle als Einheitsdrehgestelle akzeptieren, und somit diesen Wagen als einen OOt 42 wie schon erwähnt.

    Da machen nur die Anschriften "versuchsweise geschweißt" keinen Sinn. Die Untersuchungsdaten passen dagegen besser.


    Natürlich konnte man die 12 m Wagen auch mit Kohle befüllen, nur nicht bis oben hin.

    Die genannten typischen Kohlezüge mit der E95 verwendeten eher die kürzeren Wagen.

    Vor dem Krieg stellte man noch verschiedene Wagen für Kohle, Koks und Erz her. Nach dem Krieg wollte man die Vielfalt verschlanken und die Wagen universeller einsetzen.


    Gruß,

    Ralf

  • Hallo,


    Ich bin auch bei Martin aus #3: Euromodell. Allerdings passt die Nahaufnahme aus #9 nicht dazu. Evtl wurde das Gestell mal getauscht.

    Auf jeden Falle hatte das Euromodell von Haus aus Hakenkupplung. Die Radsätze waren, wie schon erwähnt, gefedert. Wenn ich mich richtig erinnere, war, wenn man das Drehgestell rausgenommen hatte, irgendwo unter der Schriftzug "Euromodell".

    Ein weiteres Kennzeichen war, das das Drehgestell nur an einem schmalen Steg unten festgeschraubt, der gern auch mal herausfiel.


    Gruß

    Oliver

  • Hallo Oliver,


    ja, die Drehgestelle sind an schmalen Stegen angeschraubt. Einen Schriftzug habe ich am Wagen nicht gefunden.

    Die Drehgestelle an dem Wagen entsprechen den Vorbild-Wagen etwa ab der Baujahre 1935. Vielleicht hat der Vorbesitzer des Wagens diese Drehgestelle mal eingebaut, worüber ich natürlich ganz froh bin.:)Aber, da muss es ja dann auch einen Hersteller dieser Drehgestelle geben, die sehen nicht wie selbst gebaut aus.


    Mit freundlichen Grüßen

    Roland

  • Hallo Rollo,


    Dein Waggon (so wie auf Deinem Foto) ist so nie bei der Reichsbahn gelaufen.

    Es handelt sich um ein Nachfolgemodell ab der 60er Jahre.

    Bei der Reichsbahn gab es zwar ähnliche Waggons, aber die waren alle genietet und nicht geschweißt so wie Deiner.

    Es handelt sich dabei um einen "Zwitter" - Waggon-Modell der 60er mit falscher Reichsbahn-Beschriftung.


    Aber ganz egal - Hauptsache er gefällt Dir und du kannst damit leben.

    Ich liebe diese Waggons und fahre die immer als 4000t Ganzzug von Köln Gremberg bis zur Dillinger Stahlhütte.

    Wir nennen diese Züge: "Hüttenzauber".


    Hersteller im Modell: wahrscheinlich Schnellenkamp.

    Hersteller im Original: Waggonfabrik "Saarbrücken-Burbach"


    Viele Grüße

    Jürgen (Lokführer in BW Saarbrücken)

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