Gebäude aus Gips/Beton

  • Hallo zusammen,


    Ich experimentiere grade mit Gips, um Gebäude zu bauen - ist eigentlich eine ziemliche „Rumsauerei“ :) und wenn man nicht ganz auf ebener Fläche arbeitet, bricht das Werk von 2 Stunden Arbeit schnell mal. X/ - ich frage mich jetzt ob ihr auch teilweise Gips für Gebäudebau verwenden und ob sich der Aufwand lohnt ? -


    Ich habe bei Waller Modellbau gesehen, dass dort auch Gips verwendet wird. Die Wandstärke scheint dort recht hoch zu sein - hat wer Gebäude von Waller - sind die eigentlich bruchempfindlich und vor allem wie schwer sind die ?


  • Hallo Markus,


    ob sich der Aufwand lohnt, kannst nur Du selbst entscheiden. Die Waller-Modelle finde ich auch klasse. Soweit ich weiß, sind sie aus einem Spezialgips (Dentalgips) hergestellt, der etwas härter ist als das was man im Baumarkt kaufen kann. Bei Vampisol bekommt man z.B. Mauern, die noch koloriert werden müssen. Die habe ich auch auf meinen Modulen verwendet. Die Bruchgefahr ist bei dem Werkstoff zwar größer als bei anderen, aber beherrschbar. Das Gewicht ist zumindest bei mobilen Anlagen ein Thema. Wenn Du recht viele Gipsmodelle verwendest, werden Module schnell schwer und die Modelle jedes Mal abzunehmen und separat zu transportieren wäre mir zu aufwändig. Bei stationären Anlagen spielt das Gesamtgewicht eher eine untergeordnete Rolle, vor allem, wenn Deine Anlage im Keller steht. 8o

    Den Aufwand, selbst Formen herzustellen, ist recht hoch. Für H0 gab es mal Silikonformen von Spörle für Häuser, Straßen, etc. Mit denen habe ich gute Ergebnisse erzielt. Ob es etwas Vergleichbares für Spur 0 gibt, weiß ich leider nicht.


    Viele Grüße

    Bernard

  • Servus Markus,


    ich verwende Gips u.A. in der Landschaftsgestaltung und für das Bauen von Tunnelportalen und Stützmauern.



    Dafür verwende ich Silikonformen wie diese


    Neben Gips verwende ich nun auch Moltofil und ähnliche Materialien. Teilweise rühre ich den Gips nicht mit Wasser, sondern mit einem Wasser-/Leim-Gemisch (Verhältnis ca 5:1) an. M.E. verliert damit der Gips ein wenig seiner Sprödigkeit.

    Beim Gießen größerer Bauteile lege ich Fugengitterband in die Gipsmasse. Damit wird die Bruchgefahr beim Ausformen und weiterarbeiten deutlich gesenkt. die farbliche Behandlung erfolgt mit Aquarellfarben, tw. wird die Oberfläche mit Tiefengrund vorbehandelt; damit wird sichergestellt, dass die Aquarellfarbe nicht irreversibel in das Material eindringt.


    Von Waller hab ich eine sehr schöne Brücke. Das hohe Gewicht spricht dafür, dass das "Ding" über sehr hohe Materialstärken verfügt. Bruchempfindlichkeit ist sicher relativ - auch wenn die Brücke einen sehr robusten Eindruck macht, würde ich sie nicht auf den Boden fallen lassen ;) ; "normales, modellbahntypisches Handling" hat sie bis jetzt ebenso schadlos überstanden, wie den Versand von D nach Ö


    Bei Gebäudewänden verwende ich Gips mittlerweile nur noch selten, wenn überhaupt, dann in einer Art "Kombinationsbauweise" - Grundaufbau aus Holz, Oberfläche Gips.


    Nach kurzer Zeit, etwas Oberflächenbehandlung mit dem Schleifschwamm und etwas Landschaftsbau schaut es dann so aus



    Viel Erfolg beim Experimentieren!
    Grüße aus Wien
    Martin

  • Hallo Markus,


    Ich lege bei den Abgüssen auch Fugengitterband ein, das man sonst über die Fugen von Rigipsplatten klebt.


    Zusätzlich bekommt mein Gips für Abgüsse immer noch einen ordentlichen Schuß Weißleim...

    Der verzögert auch noch die Abbindung etwas.


    An sonsten kann ich da nur auf das Buch von Marcel Ackle "das Natur Talent" verweisen, er baut auch aus Gips, aber aus vielen kleinen Teilen, die dann auf einen Träger geklebt werden


    Gruß Matthias

  • Hallo Markus,


    ich habe (in meiner Modellbau-Ära) etliche Gebäudemodelle aus Gipsbausätzen selbst gebaut und verwende jetzt auf meinem Rangierdiorama verschiedene Waller-Modelle; diese sind exzellent gestaltet und bemalt und eine wirkliche Augenweide. Allen Gipsmodellen ist gemeinsam, dass sie sehr schwer und - in unterschiedlichem Ausmaß - bruchgefährdet sind; ich habe sogar von Fa. Waller, die wirklich sehr sorgfältig verpackt, schon Modelle bekommen, bei denen eine Ecke abgebrochen war. Ein Vorteil ist, dass man die eingetretenen Schäden in der Regel mit Weißleim und ein wenig Farbe leicht wieder beheben kann.

  • Guten Morgen,

    auch ich habe einige (gute) Efahrungen mit dem Abformen mit Gipsabgüssen gemacht. Ein Beispiel möchte ich gern hier zeigen.



    Die Rhätische Bahn verfügt über derartige Gleislager an etlichen Bahnhöfen. Die kegel(?)förmigen kleinen Pfeiler sind in der Realität aus Beton. Warum nicht im Modell aus Gips abgießen, zumal sich diese Form hervorragend zum Entformen des Urmodells eignet? Dieses habe ich aus einem Vierkantkunststoffprofil hergestellt, eingegipst, (so daß nur der Kegel heraussteht) eine Blende aus PS gesägt und daraufgeklebt. dann auf den Kopf gestellt und in die Zweikomponenten Gußmasse (in einer kleinen Plastikdose) versenkt - abbinden lassen, fertig. Die Form kann weiter verwendet werden, was bei so einem Gleislager nötig ist.




    Zur Befestigung der quer liegenden Profile, wurden Gleisnägel von Wenz, nach entsprechndem Aufbohren eingesetzt (Bohren geht im Feingipsmaterial ganz prima)



    Das Material heißt Raysin 200. (das Foito wollte nicht so wie ich das gern gehabt hätte in den Text)

    Zum Schluß ein betonfarbener Anstrich, Gleisprofile aufkleben, "verrosten", Umgebung gestalten: Fertig !


    Viel Vergnügen bei ähnlichen Gießarbeiten, die liefern schnell ein Erfolgserlebnis.


    Weiterhin Frohe Pfingsten!

    Ulrich

    Model Railroading is fun

  • Moin Markus,


    für mich ist Gips ein idealer Baustoff für den Modelleisenbahnbau.


    Meine Erfahrung der letzten Jahre hat aber gezeigt , das nicht jeder Gips für alles geeignet ist.


    Gips aus dem Baumarkt kann man sehr gut für die Landschaftsgestaltung verwenden.


    Hiermit ist für mich die Anwendungsmöglichkeit auch schon wieder beendet.


    Für den Gebäudebau und für Pflaster und Mauerwerksplatten verwende ich nur noch Dentalgips.


    Dieser vergütete Gips gibt es in verschiedenen Härtegraden. Den niedrig vergüteten kann man noch mit


    Kratzwerkzeugen nach dem Aushärten bearbeiten um Strukturen einzuarbeiten.


    Hochvergüteten der Klasse 3 und 4 sind nach dem Aushärten hochfest und in der Oberfläche kratzfest .


    Diese Eigenschaft ist optimal um mittels Siliconformen Abgüsse herzustellen.


    Hiermit lassen sich stabile Platten schon mit einer Stärke von 3mm herstellen.


    Will man dünne Platten herstellen , muss man aber auch die Materialstärke der Siliconformen dünn halten.


    Dicke Wandstärken vertragen auch dicke Formen. In jedem Fall ergeben nur Formen mit einer geraden und planen Rückseite


    auch gerade und plane Abgüsse. Grundsätzlich sollte man beim Formenbau und beim Gipsabguss


    Lufteinschlüsse vermeiden. Hier empfiehlt sich die Anschaffung eine Dentalrüttlers. So ein Teil ist z.B. in der Bucht für wenig Geld


    zu bekommen.


    Die Herstellung eines Urmodells für den Formenbau ist mittels Hartschaum , Lineal , Bleistift und Cuttermesser sehr einfach möglich.


    Hier ein paar Links zu gipsigen Berichten von mir:


    Lüttje Land Bahn irgendwo in Norddeutschland - Anlagenbau 2: Ausgestaltung - Spur Null Magazin Forum (spurnull-magazin.de)


    Norddeutsches Halbreliefgebäude - Anlagenbau 2: Ausgestaltung - Spur Null Magazin Forum (spurnull-magazin.de)


    Lüttje Land Bahn irgendwo in Norddeutschland - Anlagenbau 2: Ausgestaltung - Spur Null Magazin Forum (spurnull-magazin.de)



    Grüße und schöne Pfingsttage


    Stephan

  • Hallo Markus,


    wenn es zwingend Gips/Beton sein muss, dann kannst Du gleich zum Ende meines Beitrages springen. Solltest Du auch Alternativen probieren/prüfen wollen, kann ich Dir folgende Links zum genaueren Studium empfehlen:


    Lasercut Bausätze von Bünnig- http://www.buennig-modellbau.de/

    Lasercut Bausätze von Stangel- http://www.stangel.pl/de/produkt-kategorie/spur-0/

    Mein Modellhaus- https://meinmodellhaus.de/

    Engl Modusteck- https://modellbahn-engl.de/de/modusteck1/spur-0

    Müllers Bruchbuden- https://www.muellers-bruchbuden.de/bausätze-spur-0-art-5-01-bis-5-24/

    Zapf-Modell- http://www.zapf-modell.de/shop/index.php


    Sehr empfehlenswert um Erfahrungen zu erhalten ist es, mit der Suchfunktion des Forums nach Gebäudebau zu suchen. Die Trefferliste ist rund 16 Seiten groß.


    Gruß Rainer

  • Hallo liebe Freunde vom Formenbau, füllt diese doch mal mit Gießkeramik. Kann sein, dass ihr dann nie wieder mit Gips arbeitet. Man bekommt diese Keramik in einschlägigen Bastelgeschäften. Sie wird verarbeitet wie Gips. Das Ergebnis ist erstaunlich. Da werden keine Kanten beim Bearbeiten rund. Die Bemalung ist auch wie beim Gips. Man kann mit Lackspray oder mit dünner Dispersionsfarbe versiegeln, Einfärben ist ebenfalls mit der Airbrush möglich und so weiter. Bei Bedarf kann man mit einem neutralen Anstrich das Vorherige überdecken und von vorne anfangen. Wichtig ist nur, die Farbe nicht zu dick zu halten, damit man nicht feine Gravuren "zumacht". Versucht es doch mal!


    Gruß und schöne Pfingsten

    Hans

  • ... danke für eure Tips etc.


    Ich habe jetzt meine Gußform ein bisschen modifiziert und bin mit dem Ergebnis schon zufriedener. Form Version 3 hat jetzt dann auch einen Reliefbogen über dem Tor - der Guß härtet gerade. Ich werde natürlich auch Bausätze kaufen - jetzt will ich mal rausfinden was möglich ist, wenn Gebäude, die ich mir vorstelle nicht verfügbar sind. Am Schluss freut man sich, wenn der Aufwand nicht für die Tonne war ?. Ich werde auch Silikonabdrücke machen, dass ich die Werke jederzeit replizieren kann.


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