Lok drehen

  • Hallo zusammen,


    bei meiner Gleisplanung treffe ich schon wie zu H0 Zeiten auf ein Problem, das mir den Schlaf raubt :) - wie macht ihr das mit dem Fahrrichtungswechsel bei Loks, die eine offensichtliche Fahrtrichtung haben (wie z.B bei Dampfloks). Bei H0 ist das einigermaßen einfach -weil der Platz meist vorhanden ist - eine Kehrschleife, ein Gleisdreieck oder eine Drehscheibe einzubauen. Spur 0 ist das schon ein bisschen anders.


    Meine Frage: Stört euch das generell nicht oder habt ihr grundsätzlich eine bevorzugte Fahrtrichtung auf eurer Bahn - was ja einen Kreis voraussetzt. Oder macht man speziell auf einer nicht geschlossenen Anlage eine Drehmöglichkeit für die Loks. Bei reinen Rangieranlagen ist das eher egal, aber wenn man von einem Endbahnhof zum andern durchs „freie“ Gelände fährt :/. Würdet ihr Platz für eine Drehmöglichkeit „verwenden“, der ja dann für anderes nicht zur Verfügung steht?


    :sleeping: ... was mach ich nur


    Dampfige Grüße,

    Markus.

  • Bei der Albula & Landwater Railway in On3 haben wir in Landwater Falls ein Betriebswerk mit Drehscheibe, wo alle Schlepptenderlokomotiven passend gewendet werden.

    Am anderen Ende im Fiddle Yard ist ebenfalls ein Drehteller eingebaut, der die Gleisharfe oder Schiebebühne am Ende ersetzt.

    Auch hier werden die Schlepptenderloks gewendet.


    Diese Wendeaktionen haben beim Ausstellungsbetrieb den zusätzlichen Vorteil, dass man etwas mehr Bewegung auf der Anlage hat und zusätzlich kann man natürlich auch dabei die Zugfahrzeuge schon mal austauschen (ankommende Maschine geht über Besandung, Bekohlung, Entschlackung via Scheibe in den Schuppen, während parallel eine frische Maschine gewendet und rückwärts an den Zug geht für die Rückfahrt.


    Bei Engiadina und der heimischen 0m-Anlage (momentan nur ein ausgelagerter Bahnhof, vielleicht mal etwas mehr) trifft mich das Problem nicht, da hier keine Schlepptenderdampfloks vorhanden sind. Die wenigen Dampfloks, die zum Einsatz kommen, sind Tendermaschinen und brauchen daher nicht gewendet werden.

  • Hallo Markus,


    das Problem hat auch den Erbauern vieler Bahnstrecken den Schlaf geraubt.

    Gegen die Schlaflosigkeit haben die dann Drehscheiben (ohne BW) in den Endbahnhöfen eingebaut, wie in Altenau.

    Oder sind einfach mit der Lok rückwärts gefahren. Oder haben was ganz verrücktes gemacht und mit dem Fußende im Gesicht geschlafen:

    49392.jpg

    Bild von der Eisenbahnstiftung. In Ottbergen ging Lz 86917 (vgl. Bild-Nr. 49391) nochmals über die Drehscheibe, um dann wie gewohnt als Vorspannlok rückwärts vor Ng 64449 bis Holzminden mitzulaufen. Allerdings konnten es 044 360 und 044 462 bei Höxter-Godelheim an diesem Tag auch gemächlich mit dieser Last angehen lassen. (20.05.1976) Foto: Prof. Dr. Willi Hager

    Wenn es dich stört: Bau eine Drehscheibe ein. Wenn die nicht passt - Schlepptender voraus fahren oder wie das Vorbild nur Tenderloks einsetzen. Die sind auch kürzer :)


    Grüße

    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


    Mein Spur 0 Blog: 1durch45.de

  • Hallo Markus,

    auf meiner Anlage habe ich zwei Möglichkeiten, Loks zu drehen:

    Lokkassetten am Ende des Fiddleyards:


    Loktransportkisten von Lenzen:


    Beide Möglichkeiten sind befahrbar und stellen die elektrische Verbindung zur Anlage her. Die Loktransportkiste

    wird lediglich auf ein gerades Gleis aufgesetzt.


    Viele Grüße

    Fritz

  • Hallo,

    ich habe zwar eine Drehscheibe an einem Endbahnhof, nutze diese aber wie eine Segmentweiche/Segmentdrehscheibe. Auf meiner Anlage fahre ich von A bis B und zurück, die Loks behalten ihre Richtung bei, mal Kessel voraus, mal Führerstand voraus. Damit kann ich leben.

    Viele Grüße

    Wolli

    Gruß, Wolli ---> wünsche allen HP1 !

  • Hallo Markus,


    Tender vorraus war auch bei den Schlepptenderloks sehr häufig der Fall, gerade auf Nebenbahnen.


    Auf der Angertalbahn bei Wülfrath, BR 50 in einer Richtung immer Tender vorraus, meißt "richtig rum" Bergauf, damit genug Wasser über der Feuerbüchse, zurück fann halt Tender voraus.


    Und im EJ Sonderheft zur BR 50 - die Beschreibung der Fahrt mit der 50er nach Sylt - gleiches "Problem"...


    Also, wenn Du ne Nebenstrecke baust, hast du da kein Problem mit, weil es beim Vorbild vielfach auch nicht anders ging.


    Warum haben viele mit Tender voraus ein Problem?

    Weil sie selber den Dampfbetrieb nicht mehr kennen gelernt haben, und nur die Photos kennen.....Und da haben die Fotografen halt häufiger die optisch ansprechendere Variante mit Schlot vorraus abgelichtet - Und die Autoren von Büchern und Zeitschriften wählen aus gleichem Grund aus den vorhandenen Bildern auch eher diese Variante aus.

    Ergebnis: Es entsteht der Eindruck, das Schlepptenderloks zu 90% nur Schlot voraus gefahren sind.


    Klar, wenn möglich hat man die Loks so gefahren, aber wie geschrieben, es war halt häufig auch nicht möglich.


    Also plane Deine Bahn ruhig "ohne"


    Gruß
    Matthias

  • Nun, einer der Gründe für Schlot voraus hat ja wohl auch an der zulässigen Höchstgeschwindigkeit gelegen.

    Viele der Schlepptendermaschinen waren für Rückwärtsfahrt ja nur mit einer wesentlich geringeren Geschwindigkeit zugelassen.

    Von wenigen Ausnahmen (42, 50 und 52 - außer Kondens) abgesehen, die in beide Richtungen 80 km/h fahren durften, lag die zulässige Höchstgeschwindigkeit bei den Schlepptendermaschinen bei 50 km/h.

    Das hat was mit der Fahrwerksgeometrie zu tun, so war die 01 vorwärts mit 120/130 km/H zugelassen, rückwärts aber nur mit 50 km/h bzw. 80 km/h mit Sonderzulassung. Ich meine mich zu erinnern das es sogar mal einen Streit wegen der 01 1066 gab, die wohl die Ausnahmegenehmigung auf 80 km/h rückwärts hatte, die aber dann für den Betriebszustand mit Hilfstender nicht mehr galt.

    Ein weiterer Grund dafür war, dass viele der Schlepptendermaschinen nur Besandungsvorrichtungen für Vorwärtsfahrt hatten.

  • Moin Markus,

    bei mir gibt es 14m-Drehscheiben (also 31cm Bühnenlänge) im Endbahnhof und im Aufstellbahnhof. Da passen meine 24er, 86er und 64er drauf. Die Tenderloks drehe ich auch, weil sie "vorne" der Modellkupplung beraubt sind.


    Meine 50er fahren notgedrungen auch mit Tender voraus, was bei Nebenbahnen mit entsprechende max. Streckengeschwindigkeitsbegrenzung auch kein Problem darstellt, Außer der hässlichen Kupplung.


    Drehscheiben dienen ja nicht nur zum Drehen. sondern auch zum "Verteilen" auf Lokschuppenstände etc. pp. Außerdem sind sie ein belebendes Element.

    Ideal wären 16m-Drehscheiben, weil da auch noch die 55er und 56er draufpassen. Ging bei mir leider nicht.


    Viele Grüße,

    Johann

  • Hallo

    Gerade im Winter war es angebracht die Lok zu drehen,und im Dienstplan war es festgelegt wo man die Lok zu drehen hat,wenn es die Wendezeit erlaubt.Mit der 58 ( G12) hat man immer versucht zu drehen,die Rückwärtsfahrt im Winter ,bei Regen starker Wind war nicht gerade hilfreich.

    Dietmar

  • Hallo,


    bei mir ist es von der Strecke her egal, aber ich möchte unterschiedliche Ansichten der Loks sehen. Deshalb habe ich die Loktypen (Preußen/Einheitsloks) abwechselnd mit Rauchkammer nach links bzw., nach rechts "gedreht".

    Bei Tenderloks wäre ja händisches Drehen unproblematisch, bei den Schlepptenderloks möchte ich die Lok-Tender-Kupplung nicht unnötig strapazieren , der traue ich keinen Dauereinsatz zu - bin froh, dass sie funktioniert,


    LG

    Günter

  • Moin!


    In der heutigen Zeit hat das Vorbild das gleiche Problem, es gibt kaum noch Drehscheiben, zumindest nicht da, wo man sie braucht.

    Hier Beispiele aus der Plandampf-Veranstaltung 2005 in der Pfalz.




    Da die 50er von vorn herein für häufige Rückwärtsfahrt vorgesehen waren, hatten sie am Tender eine Rückwand als Windschutz angebracht.

    Aus demselben Grund hatten die Osthannoverschen Eisenbahnen (OHE) an den Tendern Ihrer Preußenloks - ex 55 und 56 - ähnliche Rückwände angebracht.


    Und auch die DRG hatte schon im Bw Köln-Kalk Nord eine pr G7 mit Tenderrückwand.


    Bild der Eisenbahnstiftung:

    22217.jpg


    Gruß,

    Ralf

  • H3x ... ja Edward, aber die in Altenau Oberharz ist wiederum so kurz, dass 41er, 44er oder Fuffziger ungedreht Tender voran wieder aus dem Harz herausfahren mussten...


    Und das ist gut so, kann meine 50 dadurch immer sowohl vorwärts als auch rückwärts bewegt werden


    freut sich

  • Hallo Markus,


    ich wollte auch eine Drehscheibe am Endbahnhof vorsehen. Mit der Multimaus gilt bei mir der alte Fleischmann-Grundsatz "dreh nach rechts - fahr nach rechts". Nach dem Drehen einer Lok ist es aber "plötzlich" grad anders herum. Man müsste jedes Mal die CV29 der Lok umprogrammieren, damit es wieder passt. Ich habe daher auf die Drehscheibe verzichtet und fahre meinen winzigen Dampflokfuhrpark auch "Tender voraus". Sollte ich wirklich mal die andere Richtung sehen wollen, wird halt umprogrammiert. Im Übrigen hätte ich sonst auch am anderen Streckenende eine Drehscheibe benötigt.


    Gruß

    Andreas

  • Hallo Markus.

    Ich fahre im Kreis und habe keine Drehscheibe. Damit meine Loks keinen Drehwurm kriegen, nehme ich sie von Zeit zu Zeit von der Anlage und setzt sie in der anderen Richtung wieder auf. Dadurch werden die Räder und das Gestänge gleich mäßig ab genutzt. Habe ich bei meinen Märklin H0 Loks auch schon immer so gemacht. Auch bei der echten Eisenbahn können Loks nicht immer gedreht werden, und fahren dann etwas langsamer Rückwärtz.

    VG.

    Matthias.

  • Hallo Markus,


    In meinem Nebenbahn Endbahnhof verirren sich neben den üblichen Verdächtigen Tenderloks auch 38er und 50er, zukünftig auch 56.2 und sicherlich beim Vorbild eher selten auch die wunderbare 23er, der Sonderzug ist immer eine schöne Ausrede. In der großen weiten Welt auf der anderen Seite namens Fiddle Yard wird auch keine Drehscheibe vermisst, es wird auch nur auf den Stutzen geparkt und für den nächsten Zug umgelaufen. Mir wuerden die leistungsmässig mittelgroßen Schlepptenderloks von 38er bis 23er einfach fehlen, eine 01, 41 oder 44er hingegen kommt höchstens mal von einem Spur0 Freund zu Besuch. Mach dir keinen Kopf, es muss dir gefallen und erlaubt ist was dir gefällt und ich würde deswegen nicht krampfhaft eine riesige Drehscheibe unterbringen wollen. Als Point to Point Betriebsmodellbahner nutze ich den eh zu geringen Platz lieber für interessante Anschliesser, das bringt mir mehr Spielspass...äh Rangiervorgänge als so ein Riesenpizzateller von Drehscheibe.


    Freundliche Grüße


    Ralf

    Spur0 Team Ruhr-Lenne e.V. - Die Hagener Spur 0 Leidenschaft in XXXL seit 2007.


    http://www.spurnullteam.de/


    Betriebsabend jeden dritten Freitag im Monat 18.00-22.00 Uhr - Betrieb, Essen,Trinken, Fachsimpeln, Spaß haben in kompetenter und netter Runde. Gäste und Gastfahrzeuge sind herzlich willkommen: Södingstr. 16-18, 58095 Hagen.

  • Hallo Markus.


    Mein kleine spur nul anlage mit zwei bahnhofen haben ich auch keine drescheibe.


    Die dampfloks auf mein spur nul anlage mussen in bahnhof umlaufen. Und. Fahren dann mit der tender vorwartz..


    Ich haben zwei sehr schone preusenloks Aug mein anlage die br 38 wendezug mit geschlosse lokfuhrerhaus und ein sehr schone br 78 beide dampfer sind 1/45 und dat hinter laufen umbauwagen.


    Die dritte dampfer die ich bis heute In bestellung haben is die BR 23. Diese dampfer past sehr gut in mein fahr betrieb.


    Aber ich haben auch noch ein br 03 in bestellung . Die Br 03 was auch auf nebenbahnen zu finden dar die etwas lichter was Als ein br 01. Auf mein kleine anlage mus dann die br 03 allein mit tender vorwartz zuruckfahren nach mein erste bahnhof. Ich find die br 03 ein sehr schone dampfer .


    Bis so weit .


    Mit freundliche grussen .


    Bernhard

  • Hallo.

    Bei mir kommen auch Schlepptenderloks zum Einsatz, und zwar (auch) welche nach US Vorbild. Diese zeichnen sich eigentlich immer durch extrem große Tender aus. Gelegentlich ist der Tender sogar länger als die eigentliche Lok... Fahren diese Loks rückwärts, sieht das in der Tat nicht besonders aus. Dank der kleineren Spurweite bei 0n30 benötigen die "Dreh- Vorrichtungen" zum Glück nicht ganz so viel Platz. wie bei Regelspur. Deswegen habe ich an einem Ende eine Kehrschleife einplanen können. Der Platz im Inneren der Kehrschleife wird zur Landschaftsgestaltung verwendet, etwas, was auf den meisten Spur 0 Anlagen sonst eher zu kurz kommt. Außerdem ist mein (fiktives) "Tropeninsel- Vorbild" tatsächlich mit einem Gleisdreieck und Rundkurs ausgestattet, so das es dort völlig normal ist, das ein Zug komplett gewendet in den Endbahnhof zurück kehrt...

    Im gegenüber liegenden Endbahnhof kommt allerdings eine Drehscheibe zum Einsatz. Um hier Platz zu sparen ersetzt die Drehscheibe die Weichenharfe am Ende der Bahnhofsgleise. Das spart nicht nur Platz, sondern auch Geld. Da ich eine Kitwood Hills Scheibe verwende, war sie nicht sonderlich teuer. Trotzdem ersetzt sie 5-6 Weichen. Die Bahnhofsgleise münden alle in die Drehscheibe, die dadurch Platz in der Länge einspart. Daneben ist die Scheibe nicht breiter als der Bahnhof selbst. Es geht also auch kein Platz in der Tiefe verloren. Diese Anordnung entspricht im Prinzip der Anordnung eines "Drehtellers" am Ende eines Fiddleyards oder einer "360° - Segment- Drehscheibe". Eine "volle" Drehscheibe am Ende eines Endbahnhofs ist beim (realen) Vorbild zwar eher selten, aber nicht unmöglich...

    Bei mir ist in der Tiefe genug Platz, so das ich neben den eigentlichen Bahnhofsgleise auch einige "Aufstellgleise" für Loks zusätzlich unterbringen kann. Ich wage es aber fast nicht, das als "BW" zu bezeichnen, auch wenn es hier Kohle, Öl, Holz und Wasser für die Loks geben wird

    Nur mal so als Denkanstoß.

  • Guten Morgen zusammen,


    Für denjenigen, der auf der Anlage unbedingt eine Drehscheibe haben möchte, gibts nich eine Lösung, die ich viel im MR gesehen habe, die halbe Drehscheibengrube.


    Dabei liegt die Drehscheibe über die Anlagenkante - die Bühne liegt genau an der Kante.


    Jetzt schneidel man gedanklich alles ab, was in den Bediengang hineinreicht.


    Das erfordert natürlich einen Eigenbau, und einen stabilen Königstuhl/Zapfen, da er das ganze Gewicht tragen muss.

    Aber so spart man ca. 40% der Fläche, kann die Loks trotzdem drehen und ggf. auch auf Schuppengleise verteilen.


    Bei nichtbenutzung steht die Bühne dann unfallsicher patallel zur Anlagenkannte.


    Habe leider im Netz kein entsprechendes Bild gefunden.


    Gruß Matthias

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