Frage zu Drehgestell-Güterwagen von Kiss und Schnellenkamp

  • Moin,


    ich habe eine Frage an die Besitzer der Drehgestell-Güterwagen von Schnellenkamp (SSy 45) und Kiss (SSym 46).


    Ich möchte mir auch solche Modelle zulegen, um sie auf Rollwagen zu verladen und durch Radien runter bis 40 cm zu prügeln. Machen das die Drehgestelle mit oder ist der seitliche Ausschlag begrenzt?


    Viele Grüße


    Jörn

  • Hallo Jörn,


    spannende Frage.

    Ich kann nur zum Teil was dazu beisteuern . . .

    a) weil ich ja noch etwas mehr Schwenkwinkel im Rollwagen zur Verfügung habe

    b) ich auch nicht über diese Wagen verfüge


    Aber mich hat das auch schon interessiert und ich kann mich erinnern, so einen Versuch mal im Zuge eines Treffens (Stromberg oder NussA) durchgeführt zu haben. Welchen Wagen ich mir da ausgeliehen habe, kann ich Dir aber nicht genau sagen.

    Der Versuch ging leider schief :wacko:

    Und ja - der Knackpunkt war das Verschwenken der Drehgestelle des Regelpurwagens - ich meine, die stießen innen an die Längsträger an.

    ABER: ich habe noch ein paar Zentimeter weniger Radius in Hohenlimberg - es dürften so um die 35cm sein. Darf man das überhaupt laut äussern . . . ? :whistling:


    Bin gespannt - ob hierzu noch eine fundierte Aussagen kommt.


    Grüße

    dry

  • Moinsen!


    Selbst bei größeren Radien ist sowas ein Problem. Wenn die Drehgestelle den abnormen Einschlagwinkel mitmachen würden, wandert immer noch der Schwerpunkt der ganzen "Fuhre" soweit zum Radien-Mittelpunkt, dass es die Rollwagen meist aushebelt. Bei guter Gleislage und ausgewogenen Gewichtsverhältnissen zwischen Rollwagen und aufgerolltem Wagen ist aus meiner Erfahrung solch eine Transport in 0e ab Radien über 700mm denkbar. Dabei sollten aber die Rollwagen (im Gegensatz zum aufgerollten G-Wagen) ordentlich Gewicht auf die Waage bringen, weswegen ich diese seinerzeit aus Messingprofilen gelötet habe und die Achsen in Kugellagern liefen. Transporte des 4-achsigen Rivarossi/Schnellenkamp Kesselwagens waren so problemlos möglich, auch über Weichenstraßen (Abzweigradius 800mm).


    Sind die Rollwagen zu leicht bzw. das aufgerollte Modell zu schwer, wird die Fuhre kopflastig. Kommt dann noch schlechte Gleislage hinzu entgleist das Ganz u.U. sogar auf der Geraden. Wichtig ist auch noch, dass nur ein Drehgestell auf den Rollwagen festgesetzt wird, das andere muss ich bewegen können, die Rollwagen werden dabei mit einem kurzen Kuppelbaum verbunden. Dies wurde auch beim Vorbild so gehandhabt.


    Ansonsten gab es beim Vorbild auch die fast 14m langen "Rollschemel" der Waggonfabrik Rastatt (gebaut für die Mittelbadische Eisenbahn Gesellschaft), die zum Transport von Güterwagen bis 72t zugelassen waren. Diese waren auch zum Transport von 4-achsigen Wagen lang genug, allerdings auch nur "nur" für einen Mindestradius von 40m zugelassen.


    dry : Das ist dann wohl mehr die Hohenlimburger Feldbahn bei dir, oder? :P *duckundwech*



    Gruß


    Thomas


    Betriebsleitung der Werkelburger-Industriebahn



    _____________________________________________________________________________________________________________________________________________


    Die Kritik an anderen hat noch keinem die eigene Leistung erspart. (Noël Coward)

  • Hallo,

    also ich hab es mal mit dem Schnellenkamp Schienenwagen ausprobiert.

    Ich bin fasziniert, wie so ein langer Wagen durch einen 40cm Radius gefahren wird und wenn dann noch die beiden Weichen zur Umfahrung kommen..

    Also meine Erfahrung- klappt prima und hab es auch real in Hohenlimburg.

    Wenn es interessiert kann ich noch ein Filmchen machen!

    Gruß

    Hannes

  • Moin,


    ja der lange Schienenwagen ist ja auch genau für sowas gebaut worden. Ketten aushängen und Wagen durch engen Radius quetschen aber schee is nich ;(


    Der Kiss SSy und SSym wird da nicht mitspielen, da ist die Auslenkung der Drehgestelle vom Rahmen begrenzt.


    Gruss, Dirk

  • Moinsen!


    also ich hab es mal mit dem Schnellenkamp Schienenwagen ausprobiert.

    Tja, das ist eben kein SSy oder SSym, wie auch Dirk schon bemerkte. Zumal bei 0m natürlich die Spurweite beim Rollwagenbetrieb auch etwas mehr Stabilität gibt, aber der große Überhang des SSk wird auch seinen Tribut fordern und zwar in Form eines unnatürlich großen Lichtraumprofils im Bogen. Schön ist da wirklich anders ... :/


    Wenn man solche Transporte plant sollte man also vorher überlegen wie die Anlage beschaffen sein sollte. Alles Andere ähnelt dann doch sehr der Quadratur des Kreises ...



    Gruß


    Thomas


    Betriebsleitung der Werkelburger-Industriebahn



    _____________________________________________________________________________________________________________________________________________


    Die Kritik an anderen hat noch keinem die eigene Leistung erspart. (Noël Coward)

  • Hannes,

    beim Schienenwagen kannst du ja auch die Pressblechdrehgestelle frei unter dem Rahmen drehen (wenn du die Ketten aushängst). Mit dem kanst du um die Hochachse wenden. ;)

    Beim SSym46 und beim SSy45 hingegen stoßen die Drehgestelle recht bald an die Hängebauch-Längsträger was ein Durchfahren deines Radiusses unmöglich macht. Ein weiterer wesentlicher Punkt ist, daß beide Schwerlastwagen schlicht zu kurz sind um sie auf zwei Rollwagen zu verladen. Hat schon mal jemand ein Bild eines dieser beiden Schwerlastwagen auf Rollwagen gesehen? Warum wohl....?

    Detlef: Alles gut! Die meterspurige IB Halle hatte auch 15m Radien in den Anschlüssen.

    Schönen Gruß vom Harzrand, Jürgen

  • Hallo Jörn,


    Deine Frage ...

    Ich möchte mir auch solche Modelle zulegen, um sie auf Rollwagen zu verladen und durch Radien runter bis 40 cm zu prügeln. Machen das die Drehgestelle mit oder ist der seitliche Ausschlag begrenzt?

    ... haben wir zum Anlass genommen mit unseren Henke-Rollwagen einige lauftechnische Untersuchungen durchzuführen.




    Einen SSy von Schnellenkamp haben wir zwar nicht, wohl aber solche von WMK.




    In Radien > 60cm rollt diese Kombination völlig problemlos



    Deutlich anders schaut es bei der anderen Bahnhofsausfahrt aus. Der Radius von ca. 50cm setzt der Fuhre eine eindeutige, letztendlich unbefahrbare Grenze


    Deutlich ist das hier zu sehen:
    Der linke Rollwagen steht noch im 61cm-Bogen der Einfahrsweiche, der rechte bereits im engeren ca 50cm-Radius.





    Blick auf den Henke-Rollwagen: Die Drehgestelle haben ihre maximale Auslenkung erreicht - Weiterfahrt unmöglich.





    Und so schaut das mit dem SSym 46 von Kiss aus: Durch den R > 60cm läuft er problemlos ...


    ... die rechte Bahnhofsausfahrt stellt wenig überraschend ein unüberwindliches Hindernis dar.


    Unser Fazit (ohne den Schnellenkamp-Rollwagen zu kennen):
    es sind zwei Faktoren, die die Befahrbarkeit enger Radien beschränken:

    * die max. Auslenkung der Drehgestelle des SSy

    * die max. Auslenkung der Drehgestelle des verwendeten Rollwagens.


    Auch wenn die von Dir verwendeten Rollwagen engere Radien als die Henke-Rollwagen schaffen könnten, wird Dir der SSy eine Grenze setzen. Ohne Änderungen an den SSy kommst Du nicht durch Bögen mit einem Radius der kleiner als ca 55cm ist. Für Radien ab 60cm gibt Dir Ferkel aber bedenkenlos die Freigabe.



    Grüße aus Wien

    Ferkel & Martin

  • Moin,


    vielen herzlichen Dank für Eure Beiträge und Versuche! Ich habe dummerweise mein Hohenlimburger Buch verlegt um zu sehen, mit was für 4achsern die Coils dort transportiert wurden.


    Die SSy45 sind möglicherweise zu kurz für Rollwagen, das sieht nicht gut aus. Beim SSym46 wäre die Lösung, die Radien, auf welchen die Führe läuft, entsprechend zu trassieren. Ein bisschen Schummeln muss erlaubt sein ?


    Grüße


    Jörn

  • Hallo Jörn,

    Die SSy45 sind möglicherweise zu kurz für Rollwagen,

    jetzt mal halt mit den schnellen Schüssen.


    Die Frage mit deinem "Panzertransportwagen" ist ja so unberechtigt nicht gewesen. Ich hatte schon bei der ersten Anfrage sofort ein Bild aus den Büchern "im Kopf". Um Dich jetzt zu bestätigen, habe ich mal hinter mich ins Buchregal gegriffen. Es gibt dieses Bild m.E. mit genau diesem Wagen in allen drei Plettenberg-Büchern.

    S. 29 unten rechts im grünen Kenning Buch

    S. 32 im blauen Kenning-Buch

    S. 64 im neuen VGB-Buch


    Was mich jetzt beim genaueren Hinsehen an diesem Foto erst einmal irritierte war, ich meine nur einen Rollwagen ausmachen zu können. Das passt aber, der längste Rollwagen der PKB ist lt. Liste des VGB-Buches 8700mm LÜP.
    Der SSy 45 hat lt. Carstens Bd.8 6100mm Drehgestellabstand und 1800mm Achsabstand. Der passt also knapp - aber dennoch - auf einen Rollwagen. Er ist also gar nicht "zu kurz" - er ist sogar so kurz, dass sich die Problematik gar nicht stellt. ^^

    BTW: ob damit Coils transportiert wurden, läßt sich nicht beweisen:

    • der Wagen ist leer
    • es fehlen die Transportgestell


    Um jetzt der Feldbahnbemerkung etwas entgegenzusetzen:

    In den PKB-Büchern gibt es auch Bilder bei dem Gerüstbäume mit zwei H-Wagen auf je einem Rollwagen abgebildet sind - die Ladung ragt da sehr weit zur zum Mittelpunkt - nicht der Erde - sondern des Gleisradius. :huh:


    Dann bin ich im Carstens auf ein Bild eines Kesseltransportes auf der HKB gestoßen - an der Stelle sieht das auch "interessant" aus.
    BTW: das Bild ist auf S. 86 im HKB-Buch - dort allerdings (meinem bescheidenen Dafürhalten) - schlecht retuschiert; heute würden man verphotoshopt :whistling: dazu sagen.


    Coiltransporte - da gibt es im Carsten einige Hinweise:

    • SSkm 49 mit einem Coiltransportaufsatz
      so einen Wagen meine ich auch im VGB-Buch ausmachen zu können - allerdings mit Bandstahl.
    • weiterhin sind Rhmms 661 und Rhmmps 661 erwähnt

    In Res wurden Drahtrollen transportiert.

    Der Carstens widmet sich im hinteren Teil auch nochmal explizit der Entwicklung der Coiltransporte - aber mehr mit Fokus auf modernere Wagen - u.a. Haubenwagen


    Soweit aus der Literatur von den Vierachsern und etwas "Beiwerk".


    grüße

    dry

    Edited 3 times, last by dry ().

  • Hallo,

    ich hätte da noch Fotos von der Hohenlimburger Kleinbahn, die Wagenbezeichnung müsstet Ihr selbst rauskriegen. Rmms und so weiter.

    Gruß

    Hannes

    Auf Hannes´ Abbildung ist ein Rhlmm(p)s 661 , also ein Gebauer-Rungenwagen mit Stirnwänden und Coilladegestell zu sehen.


    Schönen Gruß vom Harzrand, Jürgen

  • Hallo Jörn,


    jetzt stehst Du möglicherweise vor der Frage "kommt denn ein längerer Rollwagen durch meinen 400mm Radius"?


    Also - ich habe mich mal mit Lineal und Zirkel ^^hingesetzt und was gezeichnet.

    Es wird knapp - könnte aber gehen.

    • Die 193mm sind die 8700mm vom Vorbild
    • 42mm ist der Abstand bei den Schnellenkamp-Rollwagen zwischen Drehpunkt des Drehgestells und Längsträgerstirnfläche
    • 26,5mm der Achsabstand beim Schnellkamp-Drehgestell
    • 12mm Radduchrchmesser
    • Der nicht bemaßte Abstand (1,8mm) ist der Abstand zwischen Kehlenradius am Rad und Radaußenfläche

    und ja, die Radaußenflächen kommt der innenseite des Längsträgers sehr nahe.


    Grüße
    dry

    Edited 2 times, last by dry ().

  • In diesem Zusammenhang zitiere ich mal meinen Freund Georg, der mit dem Rollwagen von Schnellenkamp Versuche zum Mindestradius gefahren hat und dabei natürlich auch andere Erkenntnisse gewonnen hat. Aber alles nur mit 2achisgen Güterwagen, nicht mit längeren Güterwagen auf zwei Rollwagen verteilt:


    Hier sind meine Ergebnisse:

    Erst bei 28cm (!!!) Radius ist definitiv Schluss, da geht der Rollwagen nur im Spießgang durch.

    Bei 30cm rollt er unbeladen absolut frei durch den Bogen,

    ABER: die Drehgestelle des Rollwagens brauchen dann die komplette Breite von 32mm zwischen den Längstträgern. Was dazu führt, das ein darauf stehender Regelspur Wagen mit seinen Spurkränzen ins Gehege kommt. Ich habe das mit diversen Pola / Lima / Rivarossi Güterwagen getestet, da hört man, wie die Rollwagen Räder an den Kunststoff Spurkränzen der Großen kratzen.

    Jetzt die gute Nachricht: ab 33cm Radius klappt das dann reibungslos. Egal mit welcher 'Beladung' , der Rollwagen ließ sich anstandslos durch den Bogen ziehen und auch schieben. Eine saubere Gleisverlegung dürfte aber trotzdem wichtig sein.

    Ich kann also allen Interessierten soweit grünes Licht geben für Planungen ala Hohenlimburg & Co.
    Der Gleisbogen in die nächste Drahtzieherei kann mit umgerechnet 15m gebaut werden.

  • Hallo Jörn,


    vielen Dank für diesen Hinweis. Erstaunlicherweise hat Kalle das bislang noch nicht hier gepostet, auch nicht im Schmalspurforum. Oder habe ich da etwas übersehen? Vielleicht kommt ja noch eine offizielle Bekanntmachung. Wer selber schon mal schauen möchte, hier ist der Link zum Shop:

    http://www.ks-onlineshop.com/e…ps/82881617/Products/7380


    Wie Kalle schreibt, sind die Aufnahmen der Drehgestelle identisch mit denen des Schnellenkamp Modells. Er hatte die 0e Drehgestelle ja bereits separat als Austauschteile im Angebot. Die Konstruktion eines eigenen Rollwagens ist da nur folgerichtig. Vielleicht ergibt sich so zwischen 0e- und 0m-Bahnern die Möglichkeit eines Tauschgeschäfts, wenn man am jeweils "feindlichen" Oberteil (unterschiedliche Längen) interessiert ist. So gesehen profitieren am Ende auch die 0m-Bahner von dieser Entwicklung. Dann wäre Michael Schnellenkamps 0m pur-Entscheidung im Nachhinein ein echt cleverer Schachzug gewesen. ;)


    Viel Spaß

    Klaus

  • Ich hatte die Info zum 9m Rollwagen gestern in der Anzeige von Kalle in der neuesten Ausgabe Schmale Spuren gesehen und mir das dann auch auf der Webseite angeschaut.


    Mir schwante, dass im schmalspurtreff.de mal eine Kleinanzeige zum Verkauf von 0m Drehgestellen aus Schnelli's Rollwagen von einem 0e-Bahner gestanden hatte. Bingo, angeschrieben, und jetzt sind 2 Paar 0m Drehgestelle unterwegs zu mir :)

    Für zwei Rollwagen von Schnelli, die jetzt auf 0e laufen, wird es demnächst 2 Rollwagen von Kalle auf 0m geben.

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