Blanke Schienen, warum?

  • Einen wunderschönen guten Morgen


    Wie hat eigentlich ein Gleis auszusehen? Teil 2


    Ich finde die Vielfalt ist beim Vorbild sehr groß und diese Vielfalt versuche ich bei meinen Projekten im Bereich Gleis mit einzuarbeiten.

    Gleise sollten sich der Umgebung auch anpassen dürfen, so auch ihren eignen Charakter haben .

    Aber auch die gepflegten Gleise mit sauber verlegten Schotter haben was im Modell und geben vielleicht mehr die Wirklichkeit wieder als das von mir gezeigte.

    Ich weiß natürlich nicht ob dies hier zum dem Thema paßt , auch möchte ich keinen verwirren und möchte mich für diese vielen Bilder im Vorfeld entschuldigen.





    Mit freundlichen Grüßen


    Lothar














  • Moin zusammen,


    Lothar hat eine gute Frage aufgeworfen, diese hängt m.M.n. mut der Ausgangsfrage zusammen... Im Vor Bild sind hier und da mal Einzelschellen gewechselt, bei i industriell gefertigten Schwellenrosten aus Kunststoff, egal ob sie Holz- oder Betonschwellen imitieren, ist das nicht so einfach. Die Gleisselbstbauer welche dann Holzschwellen verwenden, können dies berücksichtigen. Wer industriell hergestellte oder 3D- btw. Resingedruckte Schwellen nimmt kann sich mit den Stahlschwellen von Krüger Modellbau, Artikelnummer O99226 behelfen. Schwellenköpfe neben der Rippenplatte abschneiden und in Abständen 3; 4 oder auch mal 6 Schwellenfächer als Spurschwellen einbauen.


    Diese haben nur die Aufgabe, die Spur zu halten. Die werden nicht gestopft, die Fächer nicht immer verfüllt. Dazu sollte zwingend auch unterschiedlicher Schotter verwendet werden.


    Irgend ein Gleis oder eine Weiche "legt man auf die Schwellenköpfe, Kleineisen dürfen ruhig verschüttet sein, eine schlanke Raupe Schotter." Dies kann eine völlig andere Sirte sein als der im Gleis. Den bringt man nach den Patinierungsarbeiten oder während der Arbeiten auf. Sogenannter DUA-Schotter (planmäßige Durcharbeitung) wird oftmals abgeladen, natürlich aus Fcs/Facs-Wagen, dann bleibt er liegen. Bei vielen Arbeiten fehlt die Stopfmaschine, manchmal fällt die Stopfschicht aus. Manchmal wird gar kein Nachstopfen eingeplant. Dann bleibt die Raupe jahrelang liegen.


    Da darf man auch mal Muschelkalk verwenden. Den gibt es zum Beispiel bei Nicole Keller in Schlaitdorf (runterscrollen). Der H0-Schotter passt prima zur Spur 0... Für H0 ist das Zeug eh zu groß... Nicole und ihr Mann sind übrigens Vereinskollegen von mir, daher kenne ich nur diese Bezugsquelle...


    Die DB führt kein Buch darüber, welches Gleis mit welchem Schotter verfüllt ist. Es wird das genommen was da ist. Rammelsbach, Haslach, Lausitz, Gensungen-Felsberg - völlig egal. Wenn ich nur dran denke, wie letztes Jahr im März die neuen Weichen in Appenweier (Nordkopf) ausgesehen haben. Es hat am Schotter gefehlt. Da kamen noch 3 oder 4 Wagen aus einer Umverfügung, dann reichte es immer noch nicht. Das eskalierte bis zum Konzernvorstand. Fahrwegdienste hat einen Sonderzug aus dem Ruhrgebiet herangekarrt. Da waren im neuen Gleis so viele verschiedene Steinfarben drin.


    Das würde manchen Modellbahner in seinen Grundfesten erschüttern, wenn er das Vorbild in diesem Punkt nur halbwegs umsetzen müsste.


    Auch Robert hat es im Posting vor Lothar erwähnt... es ist einerseits herausgetropftes Achslageröl, vermischt mit Abrieb der Bremssohlen oder mit Bremssand vermischt, oder die bis Mitte/Ende der 1990iger Jahre zum Rostschutz der Kleineisen gesetzten sog. Teerkappen. Elaskon etc. wurde auf die Hakenschraubenmuttern geschmiert oder gespritzt.


    Selbst bei meinen Straßenbahnen kann ich das berücksichtigen, da ist es kein Achslageröl sondern Graphitfett zur Spurkranzschmierung. Und jetzt wünsche ich euch


    Gute Nacht, später einen erfolgreichen Tag.

    Sebastian Woelk


  • Ich weiß natürlich nicht ob dies hier zum dem Thema paßt , auch möchte ich keinen verwirren und möchte mich für diese vielen Bilder im Vorfeld entschuldigen.


    Moin,


    warum denn entschuldigen?


    Diese Bilder passen meiner Meinung doch sehr gut hierhin, um unterschiedliche Gleise in Vorbild und Modell darzustellen, besten Dank.


    MfG Manfred

    Was nutzt eine gute Antwort, wenn sie nicht zur Frage passt :)

  • Hallo,


    ich finde die vielen Bilder gut, so sieht man prima, dass es nicht „den richtigen Farbton“ für Rost gibt. Auch direkt nebeneinander liegende Gleise können sehr unterschiedlich aussehen, schaut mal das zweite Bild an:

    https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?017,9714517


    Grüße

    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


    Mein Spur 0 Blog: 1durch45.de

  • Freunde der Bahn, aktuell an der Mühlenbahn in Meine, Kreis Gifhorn (Strecke Braunschweig - Uelzen)


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    Schönes Wochenende wünscht

    Hans
    der
    Altenauer


    - unterwegs im schönsten Mittelgebirge Deutschlands - auf Regelspur und Meterspur... ;) -

  • Einen wunderschönen guten Tag


    Richtig Abwechslung bringt immer Leben in die Bude und das Vorbild spiegelt oft etwas wieder was in der Modellbahn Kritik hervorrufen würde .( oft schon bei meinen Arbeiten erlebt)

    Da gibt es immer wieder einen Satz den ich schon sehr oft gehört habe. Schön gemacht , aber !



    Mit freundlichen Grüßen


    Lothar




  • Hallo zusammen,

    ich mache es wie die große Eisenbahn und verwende an Schotter was gerade da ist :)

    in der Hauptsache das Material von Koemo und von Baumbauer007.


    Hier liegen Stahl- und Holzschwellen im Altschotter...


    Hier sind es Beton- und Holzschwellen in altem und frischem Schotter...


    Hier ist der Schotter des Nebengleises vor einiger Zeit erneuert worden...


    Alle Gleise wurden komplett schwarzbraun eingenebelt, danach die Schwellen in graubrauner Acrylfarbe lasiert und Schienen mit einer cremigen Isoalkohol/Kreidemischung eingepinselt.


    Grüße zum Wochenende. Jay, the K.

    The Keithville & Lake Erie RR - Serves the Steel Centers

  • Hallo Miteinander,


    da es unendliche Variationen gibt zu diesem Thema, wie ein Gleisbett und die Schienen aussehen sollen damit sie dem Erbauer einer Modellbahn gefallen, spielen sicher die prägenden Eindrücken eine Rolle die er vom Vorbild mitgenommen hat. Je nach Region, nach Epoche, Gesteinsart und Betriebsverhältnissen gibt es so viele Farben die möglich sind, dass es kein "richtig" gibt.


    Ich für mich ! finde das die Gleise schon in jedem Fall an den Flanken eingefärbt werden sollten, alleine um sie etwas filigraner wirken zu lassen. Bei einer Neubaustrecke, einem erneuerten Gleisabschnitt kann man auch gut die Flanken mit einem mittleren bis dunklen Eisengrau färben, denn sie rosten ja nicht über Nacht zu ihrer "klassischen" vielfältigen, aber rostigen "Farbe". Besonders wenn man vielleicht die Gleisbaustelle selber an dem Abschnitt darstellt, wäre das unrealistisch.


    Da ich Epoche 3 darstelle, orientiere ich mich auch an diesem Zeitraum.


    Das HiFo der Drehscheibe Online bieten alleine schon einen immensen Fundus an Anregungen. Wer welche sucht, sollte sich die Zeit nehmen und dort - vor allem ALTE Beiträge anschauen, sofern die Fotos noch vorhanden sind. Es wurden dankenswerter Weise von den Autoren und Eisenbahnfotografen in der letzten Zeit etliche Beiträge erneut mit den verlorengegangenen Bildern versehen.


    Dieser Beitrag aus 2019 bieten einen schönen Bilderbogen von Gleisbett und Gleis aus den unterschiedlichsten Regionen und Epochen: zu HiFo DSO .

    Meine Favoriten sind die Fotos von der blauen E 118 054-6 bis zu dem Foto mit der 218 376 vor den blühenden Obstbäumen. Danach wird es mir epochenmäßig zu "jung". Also schön dunkel und ordentlich rostig in allerlei Tönungen.


    Ich habe meine Gleise für die Rheinischen Celluloidwerke mit schwarzbrauner Acrylfarbe als Basis gestrichen und will den Rost in Form von Pigmenten auftragen, oder falls dies nicht den von mir angestrebten "matt-und "stumpfen" Effekt ergibt den ich haben möchte, mit Acrylfarbe in die Pigmentfarbe gemischt wird. Wird sich dann zeigen ob es mir gelingt.

    Ohne Farbe am und ums Gleis geht es bei mir für meine Modellbahn jedenfalls nicht. Auch in H0 habe ich, dort aber mit einer Mischung aus Humbrolfarben in Eisengrau matt, ein Spritzerchen Schwarz matt und Rostbraun matt die Gleise gefärbt.


    Empfehlen kann ich übrigens, ganz egal was Ihr einfärbt und bemalt - nehmt keine "reinen" Farben. Am besten wird es wenn man den reinen Farbton etwas bricht indem man Weiß, Grau, oder Schwarz, ggf. auch andere Farben die passend sind zumindest in geringer Dosierung beigibt. Reine Farben wirken, besonders auf größerer Fläche "tot", langweilig und oft auch zu aufdringlich. Und wenn Ihr es nicht schafft bei einer weiteren Charge die Ihr anmischen müsst weil die Erste nicht gereicht hat den Farbton wieder zu treffen, dann ist das ganz egal. Man sollte dann aber die neue Charge auch im Bereich der vorhergegangen Mischung nochmal hier und unregelmäßig (bei Gebäuden vor allem) auftragen um die Fläche homogen wirken zu lassen. Oder, man setzt es als Effekt ein. Ausgebesserte Ziegelwände z.B. etc. . Beim Gleis ist es auch interessanter die Farbtöne für die Schienen und das Schotterbett nicht komplett über die ganze Anlage zu verwenden. Siehe vorstehenden Beitrag von "Jay, the K"!


    Aber jeder wählt den für ihn am schönsten und besten Weg. Trotzdem wirken manche schön gemachten Anlagen auch auf mich schon mal zu "clean", oder, dass gibt es auch, zu "bunt".

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