Blanke Schienen, warum?

  • Hallo zusammen,


    hier im Forum sind immer wieder toll gestaltete Anlagen oder Module zu sehen. Mit viel Liebe zum Detail, schönen Gebäuden, fertiger Landschaft und sorgfältig geschotterten Gleisen.

    Aber dann sind die Schienenprofile vollständig blank und ich frage mich immer warum nur?

    Ich möchte niemanden vorführen, darum schreibe ich in einem extra Beitrag und frage das nicht unter einem Foto. Mich treibt die Frage aber wirklich um.

    Ist die Anlage noch nicht fertig? Die restliche Gestaltung inkl. Schotter sieht oft fertig aus. Am Ende anmalen ist meist schwieriger als am Anfang.

    Ist es Angst die "falsche" Farbe zu nehmen? Da gibt es viele Tipps, sogar spezielle Rostfarbe wird angeboten.

    Man kommt nicht mehr dran? Vergessen? Nicht so wichtig?


    Es ist wirklich meine Neugierde, ich möchte Niemandem vorschrieben, dass er seine Schienen anmalen muss.

    Über Erklärungen würde ich mich freuen, danke.


    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


    Mein Spur 0 Blog: 1durch45.de

  • Hallo H3x,

    ich habe Verständnis für deine Frage und respektiere diese.

    Es ist auch sehr nett das Du hier niemand vorführen möchtest.

    Aber wenn dich die Frage so sehr umtreibt, dann schreibe doch eine nette Anfrage per Pn an

    die aus deiner Sicht "Betroffenen".

    Nur diese können Dir die Frage beantworten, alle anderen würden wieder nur spekulieren.

    Nur mal so als Tipp. ;-))


    Mit respektvollem Gruß

    Jörg ( das ist mein richtiger Name ;) )

  • Guten Morgen,


    gutes Thema, H3x!

    Meine Priorisierung - beim Anlagenbau, und im Thema der WN nachvollziehbar - ist relativ einfach

    - Farbe (Schienen und Schwellen)

    - Schotter

    und dann mit Abstand

    - der Rest (hier ist die Reihenfolge beliebig, abhängig von der Lage/Erreichbarkeit und Lust/Unlust)


    LG

    Günter

  • Das ist mir in der Tat auch schon häufiger aufgefallen. Ich habe das Gefühl, dass es hier ganz klar zwei Fraktionen gibt:


    Erstens diejenigen, die wie Du und ich sagen, ich kann die Profile am Besten noch vor dem Schottern patinieren. Da man am besten dran kommt, mache ich das noch bevor ich die Gleise fest verlege,, So kann ich bequem mit der Airbrush an alle Ecken kommen.


    Zweitens scheint es eine Fraktion zu geben, die ganz klar sagt, dass erst die Gleise technisch funktionierend verlegt, eingeschottert und dann patiniert werden. Für diejenigen ist wahrscheinlich eh die Pinselmethode angesagt, da sie keine Airbrush besitzen oder das Umfeld nicht "versauen wollen".


    Ich denke, dass manche Kollegen sich generell scheuen, mit Farbe an die Profile zu gehen. Dies aus Angst, die Farbe nicht wieder weg zu bekommen und die Stromaufnahme zu gefährden.



    Bin mal gespannt auf die kommenden weiteren Antworten in diesem Thema, weils mich auch interessiert.

  • Hallo,


    es hängt natürlich auch immer davon ab, welche Möglichkeiten man hat und wieviel Arbeit man dort hinein stecken will, also wie wichtig einem dieser Punkt ist. Als eher fauler Mensch, der keine Airbrush hat (alles zu umständlich, vor allem das Säubern hinterher), habe ich verschiedene Methoden ausprobiert: als erstes halt die Pinsel-Methode. Ist so ähnlich wie quadratmeterweise Pflastersteine oder Ziegel irgendwo reinzuritzen (ersteres habe ich trotzdem schon mal gemacht): zum Verrücktwerden! Dann gab (gibt es?) noch eine Vorrichtung, die ich aus den USA bezogen habe, praktisch ein kleines Fläschchen mit einem dünnen Rohr, das an einem Pinselrad (kann das nicht anders beschreiben) endet und wo dann die Farbe relativ bequem auf die Profile gebracht wird. Das ging ganz gut und macht nur halbwegs verrückt. Am schnellsten und einfachsten ist meine letzte Methode: ein Lackstift (meine kommen aus ebay GB); einfach ein- oder mehrmals am Profil entlangführen und man hat den schönsten Rost (Nachteil: je nach Licht wirkt der Rost zu rot, vor allem auf Fotos - ob das bei anderen Methoden ähnlich ist, kann ich nicht beurteilen). Die Stifte gibt es in vielen verschiedenen Rot- bis Brauntönen, jeder findet wohl das für ihn beste dort.

    Halt mein Motto: Faulheit siegt (immer!) ;)


    Tschüß

    Utz

    My Private Idaho - die Camas Prairie Railroad (H0) und Laclede Timber & Coal (0n30)

  • Also mir fällt ad hoc eine richtig schöne Anlage ein, wo das der Fall ist. Aber die Anlage wirkt ingesamt wie frisch gewienert, das wiederum erzeugt eine ganz besondere Atmosphäre. Deswegen stört es mich in diesem Fall gar nicht, dass die Schienen blank sind.


    Ansonsten bin ich natürlich ein großer Freund von Farbe auf den Gleisen. Aber diese Begeisterung muss ja nicht jeder teilen.


    Gruß

    Djordje

    "Die technische Schönheit der Dampflokomotive bleibt unübertroffen!"
    Die eindrucksvollste Aussage zu Dampflokomotiven die ich jemals gehört habe.

  • Hallo,


    danke für die Antworten.

    Joerg

    Ja, eine Frage mit PN habe ich auch überlegt. Aber einen nicht persönlich Bekannten auf einen eventuell wunden Punkt hinzuweisen ist etwas heikel. Darum lieber öffentlich, den Antworten nach bin ich mit der Frage nicht allein ;)

    isiko

    Danke für die ehrliche Antwort, solange es dich nicht stört ist ja alles prima:thumbup:

    tokiner

    An die Möglichkeit, dass man erst alles testen möchte und dann nicht mehr anmalt wegen der Stromabnahme bin ist so gar nicht gekommen, klingt aber logisch.

    UtzRK

    OK, Frustrationstoleranz+Faulheit sind beim Hobby ein gutes Argument ^^ Diesen Schienenlackroller habe ich auch mal gesehen, das kam mir wenig praktisch vor. Lackstifte finde ich interessant - gibt es da einen Herstellernamen?


    Grüße

    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


    Mein Spur 0 Blog: 1durch45.de

    Edited once, last by H3x ().

  • Hallo Zusammen,


    ich glaube dass liegt daran, dass auch die modellbauerische Entwicklung ein "Prozess" ist - zunächst: en Funktionsfähiges "Layout" - fahren - .... und irgendwann dann die Details... - nur - die Schienen liegen dann schon.


    Manch einer hat diese Entwicklung schon in anderen Spurweiten oder bei vorangegangenen Anlagen/Modulen usw ... durchlebt ...


    Viele Grüße,

    Stefan

  • Gegenfrage:


    Warum fahren auf vielen toll gestalteten Anlagen schachtelfrische Fahrzeuge und zerstören so eine fast perfekte Illusion? ;)


    Weichen kann ich ja noch verstehen, wenn da Farbe fehlt (bei mir übrigens auch), obwohl ich überall mit der Airbrush drüber gegangen bin.


    Den falschen Farbton gibt es nicht. Einfach mal beim Vorbild gucken. Genau so wie bei der Farbe des Schotterbettes.


    Marc

  • Hallo Marc,

    ganz einfach, ich habe weder Lust noch Zeit dazu. Ich kann da gut drüber hinweg sehen.


    Gruß, Ian

  • Warum fahren auf vielen toll gestalteten Anlagen schachtelfrische Fahrzeuge und zerstören so eine fast perfekte Illusion? ;)

    Ich denke mal weil die Hemmschwelle und das erforderliche Können bei Fahrzeugen höher ist als beim Oberbau? Vollgeschmierte - Verzeihung, gealterte - Fahrzeuge lassen sich i.d.R. später schlechter verkaufen. Schluss endlich ist es aber eine Glaubensfrage, was wie weit gealtert wird.


    Grüße


    Jörn

  • Hallo Marc,

    ganz einfach, ich habe weder Lust noch Zeit dazu. Ich kann da gut drüber hinweg sehen.


    Gruß, Ian

    Das ist natürlich auch ein Punkt.

    Ich denke mal weil die Hemmschwelle und das erforderliche Können bei Fahrzeugen höher ist als beim Oberbau? Vollgeschmierte - Verzeihung, gealterte - Fahrzeuge lassen sich i.d.R. später schlechter verkaufen. Schluss endlich ist es aber eine Glaubensfrage, was wie weit gealtert wird.


    Grüße


    Jörn

    Gerade ab 0 und aufwärts ist aber eine größere Akzeptanz zum Altern vorhanden als in H0 und kleiner. Aber das ist ein anderes Thema :)


    Marc

  • Ach Lothar,


    das hat mit der Berührgeometrie von S1002 und UIC 60E2, präventivem Schleifen und modernen Fahrzeugen zu tun. Die Schienen sehen auf der Schnellfahrstrecke Köln-Frankfurt auch so aus.


    Da man früher aber ganz andere Rad-Schiene-Paarungen, wie Heumann-Lotter auf S54 mit starreren Fahrwerken gefahren ist sahen die Laufflächen auch ganz anders aus. Eher wie bei deiner U-Bahn.


    Grüße


    H3x - der vor einiger Zeit noch Berührgeometrische Untersuchungen für Dampfloks gemacht hat, damit die weiterhin in Deutschland fahren dürfen.

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


    Mein Spur 0 Blog: 1durch45.de

  • Hallo H3x


    ich wüsste gerne mehr zu dem, in der letzten Zeile angesprochenen Punkt - was ist denn da die genaue Problematik ?


    Viele Grüße,
    Stefan

  • Hallo H3x,


    ich habe mal eine rein technische Frage zu diesem Thema, die wollte ich schon

    einige Zeit im Forum, bzw. in die 0 Runde stellen.

    Wie sieht das mit dem Stromkontakt Lok / Schiene bei patinierten Schienen aus ?


    Ich hatte bei meiner alten N Anlage immer wieder mit Kontaktschwierigkeiten ( trotz Schienenreigungswagen) zu kämpfen, ob mit oder ohne Alterung. Oder

    gibt es durch das viel höhere Gewicht der Loks keine Probleme ?


    Viele Grüsse

    Alex

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