Mit Drehstrom "Trifase" entlang der italienischen Riviera

  • Hallo Stephan,


    das mit der Oberleitung sieht schwer nach Sträflingsarbeit aus. ;)

    Das würde ich mir an deiner Stelle wirklich gut überlegen, denn

    dieser „Drahtverhau“, wie du es nennst, ist ohne Funktion schon

    schwierig zu verdrahten. Ganz zu schweigen mit Funktion?!


    Aber modellbauerisch finde ich die Situation, die du da nachstellen

    willst echt reizvoll. Wünsch dir auf jeden Fall auch weiterhin viel

    Spaß mit diesem Projekt!


    Viele Grüße

    Hans

  • Hallo Stephan,


    ein schönes Projekt, abseits vom Mainstream.

    Bin gespannt, wie du das Ganze letztendlich umsetzen wirst.

    Gruß aus dem Bergischen Land


    Jürgen (K)


    Nicht grübeln - mach es einfach, aber mach es einfach


    In meinem Vorstellungs-Thread habe ich Verweise auf meine bisher im Forum veröffentlichten Projekte hinterlegt.


  • Leider habe ich bisher noch keine genauen Maße der "Flitzebögen" und sonstigen Befestigungsteile gefunden. Das Richtmaß für den Abstand der Drähte war 960 mm, aber Abweichungen waren zugelassen, und deswegen kann man aus Fotos und nicht vermaßten Zeichnungen keinen Honig saugen.


    Herbert

  • Buongiorno a tutti,


    passend zum langersehnten Sommer ein Update meines Bella Italia Projekts. Die groben Holzarbeiten zu den Modulen sind abgeschlossen und ich wollte eine erste Stellprobe mit Papphäuschen wagen. Die vorangegangenen Tests mit einem Mustermodul in 1:87 zu den Dimensionen von Höhe und Tiefe stellen mich höchst zufrieden, ca. 40 cm Tiefe zu ca. 50 cm Höhe. Damit möchte ich einen Geländeeinschnitt andeuten der die Topografie der zum Teil stark ansteigenden Küstenlinie in Ligurien um das Capo Noli zeigt und verdeutlicht welcher Aufwand mit Kunstbauten betrieben wurde um die Linie durch den Fels entlang der Küste voran zu treiben.



    Aus Richtung Frankreich/ Schattenbahnhof überquert mein Riviera Express in den späten Fünfzigern, vielleicht Anfang der 60iger eine leicht überdimensionierte Gitterbrücke in Richtung Felsdurchbruch zum Bahnhof, quasi die Paradestrecke des „Plastico“. Ungefähr 1/3 der Modulgesamtlänge. Da ich aber der Chef der Bahnverwaltung bin und mir die Brücke von Hassler immer schon gefallen hat war sie immer auch ein grundlegendes Element meiner Planungen.



    In der Gesamtübersicht zeigt sich jetzt auch schön die 90° Bogenanordnung der Module mit einem Mindestradius von 3000 mm. Der ergab sich nach Tests mit einem Reisezugwagen aus den 30igern, schön zu erkennen an den zweigeteilten Abteilfenstern aber schon in der späteren geteilten Lackierung, Kastanie/ Isabella, … schon der Name der Farbgebung verzückt mich… auf einer gebrauchten Bogenweiche von Nemec/ Schullern/ Hassler ( 2400/ 3500 mm )?!





    Weiter geht’s entlang des Strands auf Stützmauern mit klassischen ligurischen Bruchsteinen von Redutex, einem spanischen Hersteller von 3D Klebefolien mit einem sehr gutem Preis Leistungsverhältnis. Der hat übrigens auch sehr schöne Folien mit südländischen Dachziegel im Programm. Später mehr dazu, wenn’s an die Gebäude geht ...





    Als Vorbild zum Bahnhof diente ein PLM Bausatz von Atelier Belle Epoche aus Frankreich, gibt’s leider auch schon nicht mehr. Hatte tolles Gebäudezubehör wie schmiedeeiserne Balkone, Tore und allerlei anderer mediterraner Details. Die Größe des Empfangsgebäudes wird wohl noch weiter angepasst, weiß aber noch nicht, ob ich die Portalanzahl vielleicht auf 2 reduziere. Dabei nutze ich immer den „goldenen Schnitt“, ein architektonisches Prinzip, besser Verhältnis, dass schon in der griechischen Antike seine Anwendung fand.



    Am Ende des Überholgleises schließt sich noch ein kleiner Güterschuppen mit kurzem Stumpfgleis an, ebenfalls nach dem Prinzip des „goldenen Schnitts“ gezeichnet.



    Der Abschluß bildet eine Schutzgallerie nach dem Vorbild der „Gallerie Malpasso“ oberhalb der Dorfkirche als angeschrägtes 3/ 4 Relief, darf auf keiner Anlage fehlen! Gleichzeitig endet hier das „offizielle“ Modularrangement und tarnt den Anlagenabschluß zum Umsetzen der Loks. Natürlich kann hier für die Teilnahme an Fahrtreffen die Strecke fortgesetzt werden, oder um auf die Einladung von Stefan K. nach Gießen zu reagieren … ;O)



    Hier, oder besser im Original an der Grenze zur französischen Cote d‘Azur endete auch 1976 endgültig der Drehstrombetrieb der FS Italia, und die unglaublich schönhässlichen Elokdinosaurier verschwanden für immer von den Schienen, die für uns die Welt bedeuten. So, jetzt erst einmal zurück an die Sonne …


    Saluti


    Stephan

  • Hallo Stephan,


    wie ich finde, mal ein ganz anderer Ansatz, an das Bauen heranzugehen. Schön zu sehen, dass Du richtig angefangen bist und Deine Ideen nun konkret umsetzt. Lassen wir uns überraschen mit Deinem südländischen und mediterranen Flair.

  • Hallo Stephan,


    das sieht schon ganz hervorragend aus!

    Was sind das für Stützen, die Du verwendest? Auf den ersten Blick hätte ich Sorge, daß das ganze Arrangement leicht umkippen könnte, besonders wenn die Module mal an einem Modultreffen teilnehmen sollten. Aber ich bin mir sicher, Du weißt genau, was Du tust.


    Zum zweiten sieht es so aus, daß die Module von unten eine glatte Fläche haben? Wie ist das mit Kabeln für die Gleiseinspeisung, Signale, Lampen, wo werden die verlegt?


    Gruß,

    Ralf

  • Hallo Stephan,


    ein sehr schönes Anlagen Konzept! Werde ich interessiert verfolgen.


    Zu Deinen Keyboard Ständern (?) würden mich auch interessieren, wie stabil diese Konstruktion ist und wie die Segmente darauf befestigt werden. Deren maximal nutzbare Höhe vermute ich im Bereich von 85-100 cm, die Schienenoberkante schätze ich liegt dann vermutlich bei etwa 110-120 cm?


    Danke für Deine Infos im Voraus!

  • Hallo Stefan,

    die Idee finde ich schon sehr gut, eine solche Paradestrecke zu bauen, mit den vielen Landschaftseinschnitten!

    Was mir fehlt ist das Meer?

    Ich hätte bei einigen Buchten am unteren Ende noch etwas Wasser dargestellt…

    Die Mittelmeeratmosphere finde ich sonst schon gut entworfen..


    Gruß

    Hannes

  • Einen wunderschönen guten Morgen,


    vielen herzlichen Dank für die unzähligen Daumen, schön dass ich hier auf so viel Interesse stoße!!!!!


    @Hannes, keine Angst, Italien ohne Meer geht nicht. Die komplette "Paradestrecke" ( Modul 1 + 2 ) wird ein Meer bekommen, kann die frische Briese schon riechen ... ;O)


    Ralf und Dirk, das waren lange Überlegungen ...


    Konstruktiv wollte ich unbedingt so leicht + so stabil wie möglich bauen, Also konkret 10 mm Pappel + 20 mm Massiv / verleimt, ausschließlich für Querträger + Modulabschlüsse. Die 50 cm hohe Rückwand dient dabei als tragendes Element und wird zusätzlich von der Bodenplatte gestützt. Die Querträger + Modulübergänge ( im Abstand von max. 45 cm ) wurden entsprechend der Topografie ( bsp. "Meer"/ siehe Bild 3 ) zurecht geschnitten. Zuletzt wurden dann die Bodenplatten ebenfalls entsprechend der Topografie mit Revisionsöffnungen versehen und soweit als irgend möglich auf Gewicht reduziert. Zusammen mit der Verkleidung nach Vorn ergibt das statisch eine Verwindungssteifigkeit, die sogar einem Sturz trotzt, schon passiert. Lediglich ne Ecke wurde bissi platt gedrückt, passt ... :O)


    Zu guter Letzt kann ich durch die Bodenplatten auch bequem mit Gießharzen die Meergestaltung angehen und muss nicht aufwendig unterbauen ...






    Hier kann man schön den minimierten Querträger im "Meer" erkennen, der fest an der vorderen Verkleidung verspaxt ist ...



    Rückwandverschluß mit "Sturzkante"



    Die Arbeitsböcke sind aus dem Baumarkt, habe leider keine größere finden können ( max. 105 mm Höhe ). Damit erreiche ich eine Trassenhöhe von ca. 120 cm, nicht ideal, aber für zu Hause im Wohnzimmer geht das schon. Im Arbeitszimmer, wo die Module 1 - 3 als Diorama an der Wand hängen gehe ich etwas Höher, für Fahrtreffen muss ich mir dann aber sowieso eine andere Lösung einfallen lassen. Bis dahin braucht das aber sicher noch seine Zeit, muss schließlich noch einer Arbeit zum Geldverdienen nachgehen, bin leider nicht reich ... ;O(


    Stabil sind die Böcke aber trotzdem. Durch die Anordnung im 90° Boden kann die Konstruktion nicht umkippen und es reicht die Module mit Kabelbinder zu sichern, eins ist ja schon mal abgesegelt ...


    Liebe Grüße und bis bald ...


    Euer Stephan

  • Nabend Stephan,

    auch wenn es OT ist, was ist das für ein Bild hinter der Anlage (#24). Hat was fremdartiges an sich, das Wesen, was da zu sehen ist.

  • Das ist schon ein älteres meiner Bilder, eine "Corrida", oder besser eine Metapher für und auf das Leben ...



    OT hin oder her, es erinnert mich sehr oft an meine Endlichkeit und dass ich nicht alles im Leben so wahnsinnig ernst sehen muss. Das gilt meiner Meinung nach auch für unser Hobby ...


    Ganz liebe Grüße


    Stephan

  • Buongiorno a tutti ...


    ... ich benötige jetzt mal eure Hilfe, wie geht's denn jetzt weiter ... ??!


    Habe über den Sommer immer mal wieder an meinen Kunstbauten für die Module "geritzt". Bin mal nicht ganz unzufrieden mit dem Ergebnis, weiß aber nicht wie ich jetzt weiter machen soll, muss ...


    ... muss ich das Styrodur vor dem Colorieren vorbehandeln, Gips, Spachtelmasse, ...

    ... welche Farben benutze ich ...

    ... wie trag ich die Farben auf, von hell nach dunkel, oder anderstrum, oder ganz anders ...

    ... wie behandele ich die Tunneldecke, wie kommt der Ruß an die Decke ...

    ... und überhaupt, was mach ich da ... ??!


    Schaut euch bitte mal das Ergebnis an und helft mir beim Finish der Kunstbauten ...









    Bin mir auch bei der Farbauswahl noch nicht sicher, hab mal ein paar Farbmuster ins Spiel gebracht ...





    Bin jetzt mal gespannt was ihr mir hier für Tips geben könnt ... ;O)


    Grazie per tutti und wünsch euch noch einen sonnigen Tag aus dem Allgäu


    Euer Stephan

  • Hallo Stephan,


    also erstmal vorab, das sieht sehr gut aus, was du da ins Styrodur o.ä. gemeißelt hast. Ich verwende für so etwas immer die wasserlöslichen Farben von Revell, dann braucht man es nicht vor behandeln.


    Zuerst mit Fugenfarbe die ganze Fläche einpinseln und dann fange ich immer mit der Farbe an, welche den meisten Anteil am Gestein hat. Dann alle anderen Farbtöne, gern auch mal "Nass-in-Nass" arbeiten.


    Zum Schluss Glanzlichter mit fast trockenem harten Pinsel aufbringen.



    Das ist meine Vorgehensweise.

  • Hi Stephan,


    tolle Ritzerei - insbes. das Tunnelinnenleben kommt sehr gut.


    Ich kann Dir nur sagen wie ich es handhabe: Mit 2 -3 Grundfarben (Dispersionwandfarbe) nass in nass verwischt vollflächig deckend auftragen incl. Ritzen. Gut trocknen lassen, besten Falls 48 Std. Dann mit stark verdünnter Wasserfarbe (beliebig hell, dunkel oder wie Du halt die Tönung der Ritzen willst - einfacher Schulmalkasten) mit Verlaufsmittel (ich nehme 1 - 2 Tropfen Spülmittel) ganzflächig "einsauen" sodass die Ritzen ausgefüllt werden und über das vorher vollflächig Bemalte sich noch ein unregelmässiger Schleier legt. Wenn alles durchgetrocknet ist mit Küchenrolle o. ä. nochmal leicht über das Ganze drüberwischen - eher drüberhauchen. Auf Wunsch etwas granieren und ggf. matten Klarlack drübersprühen - NICHT DRÜBERMALEN - dann in die Ritzen stellenweise beliebig etwas moosähnliches Grünzeug einbringen. Macht auch nichts, wenn der dazu benutzte GEFÄRBTE Weissleim sich noch ein bisschen in die Ritzen verteilt. Alles nicht zu regelmässig sondern eher "luschig" bearbeiten - der Natürlichkeit wegen.


    Ganz sicher gibt es viele andere und/oder professionellere Methoden. So mach´s halt ich. Na, dann viel Spass ...

  • Hi Stephan,


    großartiges Projekt, wie ich finde! Und die Mauern sehen richtig gut aus, nur die Farbgebung ist nicht so ganz einfach, wie ich auch feststellen musste (siehe hier: Projekt St.Andreasberg). Kurz zusammengefasst meine Methode, allerdings auf fertigen Mauerplatten:

    a) Grundanstrich mit hellbeige abgetönter weißer Binderfarbe, trocknen lassen;

    b) Mauern mit Instantgips für die Fugen flächig verspachtelt und mit feuchtem Lappen abgewischt, trocknen lassen;

    c) Verschiedenfarbige Kreiden (ocker, braun, schwarz, grau, grün, gelb etc.) mit Schwämmchen aufbringen.

    d) Matter Sprühlack zur Fixierung.

    Meine Mauern sind mir zu braun und zu dunkel geworden, also Vorsicht mit dunklen Farben. Man kann natürlich jeden Stein einzeln bemalen, das wird auch zuweilen vorgeschlagen, bei youtube gibt es jede Menge Tutorials zu dem Thema. Am Meisten hat mir der Blogg TrainScape von Juan Manuel Gomez geholfen (https://trainscape.blogspot.co…ama-despenaperros-10.html), Erfahrungen muss jedoch jeder selbst machen!


    Wünsche Dir weiterhin viel Erfolg bei Deinem Projekt!

  • Hallo Stephan,


    meine Felsen werden aus eingefärbten Gips in den bekannten Felsformen gegossen. Eingefärbt deshalb, damit bei späteren Beschädigungen der Gips nicht so gnadenlos weiß hervor scheint. Die Oberflächen werden dann in mehreren Durchgängen mit hochverdünnten wasserlöslichen Farben, die Amis nennen sowas washes, behandelt. Und ja, diese Durchgänge dauern lange, weil der Deckungsgrad dieser washes sehr gering ist, und ich immer wieder die komplette Trocknung abwarte. Dadurch läßt sich das Ergebnis besser abschätzen und man läuft nicht Gefahr, die Felsen zu zu kleistern. Verwende auch ruhig Farben, auf die man so ohne weiteres nicht kommen würde. So habe ich bei den Felsen, die Du auf dem beigefügten Bild sehen kannst, auch Violett verwendet.


    Ich hoffe, das Dir die Tipps der Kollegen weiterhelfen. Laß uns auf alle Fälle wissen, wie es weiter geht.


    Gruß

    Klaus


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