Mit Drehstrom "Trifase" entlang der italienischen Riviera

  • Hallo ins Forum!


    Kennt ihr das Gefühl? Sobald man die italienische Grenze auf dem Weg nach Süden hinter sich gelassen hat und an der ersten Raststätte rausfährt um sich die Beine zu vertreten schmeckt der Cappuccino um Längen besser als das Zuhause jemals möglich wär. Dolce Vita ist plötzlich zum Greifen nah und jeder Gedanke an unseren Alltag zergeht uns auf der Zunge.


    Dieses Gefühl einzufangen, Sonne, Meer, Unbeschwertheit und sei es eben in einem kleineren Maßstab war schon immer mit eine Triebfeder für mein Hobby. Spinner werden viele sagen, und das bin ich wahrscheinlich auch, aber mich reizt neben der Feinmechanik und der Eleganz der Lok - Dinosaurier eben auch die mediterrane Atmosphäre, Flora und Fauna, letztendlich auch die Lebensart und Architektur der Südländer.


    Aber wie setzt man sowas in den Maßstab 0 um … ?!


    Bescheidenheit, Reduktion auf das Wesentliche sind wie in vielen anderen Dingen im Leben das Maß meiner Überzeugung, sagen wir vorsichtig Kreativität.


    Zu den Fakten, ich bin kein Betriebsbahner, ein Überholgleis reicht vollkommen. Im Kreis herum scheint mir nicht nur auf Dauer langweilig, auch den Platz für Radien über 3 Meter hab ich schlicht keinen. Dafür will ich schlanke Weichen. Also eine Brücke sollt‘s schon sein, mindestens ein freistehendes Gebäude und ne Kirche find ich auch super. Strand, Tunnel, etc ... oh Gott. Bescheidenheit, Reduktion, … soso …, besser gleich wieder alles einpacken und so wie die letzten 15 Jahre weiterträumen …


    Jetzt heißt es locker am Ball bleiben, also nochmal von vorn …


    Ich plane Module, Software zum Zeichnen brauch ich nicht. Ich hab einen Bleistift und mit Zirkel kann ich auch umgehen ...



    Perfekt, ich bin zufrieden. Hab viel von Architekten gelernt, die Perspektive macht’s. Ich steh im geistigen Zentrum meiner Planung und schau auf meine kleine 360° Grad Welt, ok, es sind exakt 90° dafür hab ich aber jeden Winkel meiner Module ohne Ortswechsel im Blick und kann so Gott will irgendwann einen fahrenden Zug verfolgen. Mit ca. 40 cm Tiefe sind die Module nicht besonders üppig auszugestalten, super, denke da an einen Geländeeinschnitt direkt am Meer mit ca. 50 cm hohem, felsigem Hintergrund und einigen Bahnbauten. Das reicht mir zum glücklichsein.


    Das Betriebskonzept ist leicht erklärt: Als Durchgangsbahnhof getarnter Endbahnhof mit Umsetzmöglichkeiten und Paradestrecke, mit Brücke, zum Schattenbahnhof. Kleinster Radius liegt bei ca. 3000 mm, abgesehen von den Weichen mit min. 2400 mm Abzweig Radius, Gleisgeometrie: Nemec, Schullern, Hassler, alles was ich so die letzten Jahre gebraucht kaufen konnte ( … ist irgendwie identisch, … Zufall ??! ).


    Die Strecke ist angelegt an einen Ort ähnlich Varigotti oder Noli, an den Buchten im Umland von Finale Ligure gelegen. Da fahr ich gern Mountainbike und der Cappuccino schmeckt noch besser. Die eingleisige Strecke wurde dort längst zurückgebaut und in einen Tunnel ins Hinterland verlegt. Man kann aber noch einige Bahnbauten vor allem aber die alten, direkt am Meer gelegenen Tunnel besichtigen, … wenn man bissi Mut und Verwegenheit mitbringt, ;O) Ihr wisst ja, man muss nicht immer alles nachmachen!!! Eine Taschenlampe ist dafür aber unverzichtbar. Außerdem entwickeln die Damen unserer Wahl deutlich mehr Begeisterung für unser Hobby, wenn wir nicht immer nur im Keller sitzen und Sie ab und zu in ferne Länder entführen …



    Hab dann auch gleich noch mit einem Freund ein Muster in 1:87 und mit altem Märklin Material aus der Kindheit gebaut, so mal zum Schauen ob das alles passt. Bin nicht so der Schreiner und mehr grob in der Motorik und deshalb auf Hilfe angewiesen. Sieht aber in meinen Augen recht vielversprechend aus für mein Erstlingswerk, was meint ihr …



    So, das muss für heute reichen, bin mal auf eure Posts gespannt ...


    Liebe Grüße


    Stephan

  • Moin Stephan,



    ein wahrliches Spartenthema - aber Du hast nach meinen Empfindungen eine gut durchdachte Planung. Klingt alles sehr gut. Auf Bauberichte und Berichte zu weiteren Planungsschritten bin ich sehr gespannt.



    Viele Grüße

    Sebastian Woelk

  • Hallo Stephan,


    Deinen Ansatz und die „Dolce Vita“ Überlegungen finde ich auch sehr gut von Dir.


    Die Umsetzung dürfte aber nicht ganz so leicht sein, wenn Du nicht Martin Welberg heisst oder den Namen der anderen Landschaftskünstlers hier im Spur 0 Bereich haben solltest.....8o;):)


    Fotos zur Inspiration hast Du ja, daran wird es nicht mangeln.


    Ich gönne mir jetzt einen schönen Latte Macciato und hinterher einen Limoncello, Prost.


    Viel Erfolg und auch ich würde mich über entsprechende Bauberichte freuen.

  • Hallo Stephan,


    woher sind denn die Oberleitungsteile? Die Strippe ist bei Drehstrom die eigentliche Herausforderung, aber in H0 haben es ja auch schon einige geschafft.

    Ich persönlich würde dem Bahnhof noch ein Gütergleis spendieren.


    Herbert

  • Guten Morgen,


    das klingt nach einem spannenden Projekt! Ich freue mich darauf, mal andere Farben zu sehen :)


    Ich wünsche dir viel Erfolg bei der Gestaltung, ich glaube ich würde versuchen tiefere Module zu gestalten. Ich befürchte, gerade beim Einfangen des italienischen Flairs wird dir jeder Zentimeter helfen... Vielleicht baust du ein Probemodul in 1:45 um dir die Möglichkeiten der Gestaltung mal näher anzuschauen?


    Grüße,

    Manuel :)

    Das Licht am Ende des Tunnelss könnte ein entgegenkommender Zug sein... 8|

  • Einen schönen Tag Herbert und Manuel, … und natürlich auch alle anderen, die dieses Thema interessiert und sich beteiligen möchten …


    mit euch bekommt mein Thread endlich bissi Schwung, danke, genau das wünsch ich mir! Will mich ja mit euch austauschen und benötige sehr bald schon euer „KnowHow“ für mein Erstlingswerks …


    Hab lange an den Dimensionen gefeilt und mich für Höhe ( 50 cm ) statt Tiefe ( 40 cm ) entschieden, der Perspektive und Tiefenwirkung wegen. Dafür hab ich tatsächlich auch das Muster in 1/ 87 gebaut und mit den Märklin Modellen in verschiedenen Ebenen gespielt. Wie immer im Leben ein Kompromiss, aber auch hinsichtlich Transport und Handlichkeit muss ich auf dem Teppich bleiben. Hab eigentlich nicht wirklich den Platz für so ein Projekt, lediglich die Module 1 – 3 ( Im Bildvordergrund schon in Originalmaßstab ) werden in meinem Arbeitszimmer dauerhaft Platz finden.



    Die Fahrleitung tu‘ ich mir im Original nicht an, dürfte im Modul Bau auch nur äußerst schwierig zu realisieren sein. Die meisten italienischen „Plastico“, die ich kenne, stellen die Fahrleitung nur sehr vereinfacht dar. Der Grund dafür ist auch sehr einfach: Durch das Kreuzen der beiden parallel verlaufenden Fahrleitungen im Weichenbereich käme es beim Original zu katastrophalen Kurzschlüssen. Deshalb sind die stromlosen Abschnitte mit komplexen Brücken und Verbindungen ausgeführt, schlichtweg ein Desaster im Modellbau und nur was für Spezialisten. Zu denen zähl ich mich nicht, spielt für meine Modellwelt aber keine Rolle, deshalb werde ich die Fahrleitung nur andeuten. Dazu gibt es von www.lineamodel.it entsprechende Masten für „Gleichstrom“ in Null, sollte eine gute Basis zum Verfeinern sein. Wie weit ich da ins Detail gehen werde weiß ich noch nicht …



    Klar würde ein weiteres Gleis mehr interessante Varianten eröffnen, aber ihr werdet sehen, mein Fokus liegt mehr auf dem mediterranen Gesamteindruck meines Vorhabens als auf Betriebsmöglichkeiten, bin halt mehr „Schöngeist“ als Eisenbahner, sorry. Und da bin ich auch tatsächlich schon einen Schritt weiter und werde in Kürze dazu berichten … ;O)


    Mehr Wortmeldungen und Einwände herzlich willkommen!!!


    Liebe Grüße und einen sonnigen Tag


    Stephan

  • Wow, da bist du ja wirklich schon ein gutes Stück weitergekommen :) In der Höhe sieht natürlich einiges schonwieder anders aus.


    Ich bin gespannt auf deinen Baufortschritt, halt uns auf dem Laufenden, auch wenn zahlreiche Antworten nicht unbedingt zu den Stärken dieses Forums gehören, so schauen es doch viele Leute an! :)


    Grüße,

    Manuel

    Das Licht am Ende des Tunnelss könnte ein entgegenkommender Zug sein... 8|

  • Moin


    Bei demn Thema spielt die Oberleitung ja schon eine gewisse Rolle, welche Masten sollen es denn werden? Wird es eine Modulnorm geben, kann die Anlage später mal reisen, z. B. nach Gießen? Oder wird sie speziell für einen Raum konzipert? Der muss ja bei 3 Meter Kurvenradius ganz nette Grundfläche haben.


    Und als Freund von Altbau-Elloks find ich die Frage nach dem Rollmaterial ganz spannend, welche Epoche soll es denn werden? Ich hatte auch schon das eine oder andere Mal auf die "Ellok-Dinosaurier" geschielt, aber es gibt ja nur KLeinserien-Messingloks, und zu 3.500 Euro für eine Lok konnte ich mich noch nicht aufraffen.


    e626-3.jpg


    pesolillo-E432-Front.jpg


    Das Thema ist ja für viele hier etwas exotisch. Wenn Du Ansätze für einen Austausch schaffen willst, kann es nicht schaden, übergreifende Berührungspunkte zu den Themen zu schaffen, die andere interessieren, z. B. Betriebskonzept, Landschaft, Umsetzung von Vorbildern, etc. Dann klappt es auch mit dem Austasuch. Egal in welchem Universum.

  • Hallo,


    unsere Freunde aus Lippstadt Nord sind ja am Ausloten einer reisefähigen Oberleitung. Das war der Sachstand in Menden 2019.

    Welche Fortschritte gemacht worden sind oder ob das Projekt „Oberleitung“ verworfen wurde, entzieht sich leider meiner Kenntnis.

  • Wobei man sich schon entscheiden muß, ob es eine einpolige Gleichstrom- oder zweipolige Drehstromoberleitung werden soll; die Aufhängung sieht völlig verschieden aus. Immerhin sind auch schon in H0 Drehstromoberleitungen gebaut worden, in 0 sollte es also auch möglich sein.


    Herbert

  • Hallo,


    klar ist es möglich, es gibt auch mind. 3 Anbieter.


    Ein Problem ist aber die richtige Spannung des Fahrdrahtes, die Montage der Hänger….ohne Löten möglichst, der Druck der Panthos an den Fahrdraht ist bei jeder Lok unterschiedlich….


    eine Oberleitung, die auch für mobile Module verwendet werden kann, that is the challenge…

  • Mahlzeit zusammen,



    ja auch bei mir gibt es in Gedanken schon "das Problem Oberleitung"... Denn eine Straßenbahn wird vmtl. erst in Epoche VII so richtig strippenfrei zuverlässig sein. Die Eisenbahn hat das immerhin bereits in Epoche I geschafft... :D


    Im H0-Bereich ist das natürlich einfacher, dort gibt es Kollegen in Nürnberg welche einfache Haken am Modulende der OL biegen und die einhängen. Aber in der Spur 0 ist das schon schwer. Die Fahrzeuge sind etwa doppelt so lang, die Mastabstände auch. Und bei Mastabständen von 30 bis 50m im Original wird es schon schwer, auf einem Modul dann 2 Masten zu stellen.


    Bei einer kleinen Anzahl Module mag es vielleicht gehen, die OL vor einem Treffen anzulöten, nach dem Treffen sorgsam wieder abbauen. OL-Masten könnten mittels Schraubverbindung schnell angebaut oder abgebaut werden. Aber weiter bin ich da mit meinen Gedanken noch nicht.


    Über einen Gedankenaustausch zum Thema bin ich jederzeit froh...



    Viele Grüße

    Sebastian Woelk

  • Nicht schlecht Stefan, ... das weiß ich zu schätzen ... ;O)


    Ok ... Oberleitung, hmm ... hab ja schon mal anklingen lassen, dass mein Fokus mehr auf dem Gesamteindruck der Module liegt, Dolce Vita vor Betriebskonzept. Werd demnächst mal von meiner ersten Stellprobe berichten.


    Eine Idee zur "Drehstromoberleitung" ist die Maste von Lineamodel zu nehmen ( Gleich- und Drehstrom benutzten dieselben Maste ) und einen "Fake" Fahrdraht aus zwei parallel verlaufenden Fäden an einem vereinfachten Ausleger provisorisch zu befestigen. Die Pantographen ( liegen beide am Fahrdraht bei Betrieb ) würde ich knapp unter dem Fahrdraht fixieren. Da ich ja lediglich ein Überholgleis vorsehe ist der "Verdrahtungsaufwand" überschaubar.



    Schlaft schön


    Stephan

  • Hallo Sebastian,


    vielleicht doch lieber Steckverbindungen (Stecksockel) für die Masten statt Schraubverbindungen.


    Würde es einfacher machen, nur mal so für die Gedanken. Spannendes Thema.


    Hallo Stephan,


    Bin gespannt auf den Gesamteindruck. Die Oberleitung muss nicht zwingend vorbildmäßig sein, aber auf den gelungenen Gesamteindruck kommt es halt an.

  • Nehmt doch mal Kontakt mit den Leuten auf, die Oberleitung auf H0-Modulen schon seit mehr als 10 Jahren betreiben, also aus der Experimentierphase raus sind. Ich würde deren Expertise anzapfen.

    Modulübergang des Fahrdrahtes mit gebogenen Haken, Spannung des Fahrdrahts mittels Gewicht.

    Masten würde ich lieber fest einbauen, denn was soll alles auf einem Treffen erst montiert werden? Auch das kostet Zeit und Nerven.


    Wenn ich mich recht erinnere habe ich schon mal auf einer Jahrestagung in den 90ern ein Video einer 0-Anlage mit Oberleitung von MF Auerbacher (+) gesehen.

    Ich kann ja mal schauen, ob ich euch den Kontakt herstellen kann, wenn gewollt.


    Gruß

    Andreas

  • Eine sehr schöne Modellumsetzung von "Trifase" , allerdings in H0, gibt es hier :

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    In dem Kanal von Giovanni B. De Zordo sind noch viele weitere Videoes dieser Anlage namens "Gidenzi" zu finden.

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