Wagen in Messing oder Kunststoff ?

  • Hallo,

    ich bin mir sicher, dass bei dieser Frage die Meinungen zweigeteilt sind. Gerade deshalb möchte ich es hier mal zur Diskussion stellen und mit meiner Erfahrung beginnen.

    Als ich noch Spur 1 machte, bevorzugte ich die Modelle von KM 1. Die Loks waren schwer und hatten eine enorme Zugkraft und somit kein Problem mit den schweren Messingwagen.

    Ich glaube in der spur 0 ist das etwas anders. Ich bin mir sicher, meine BR 24 von Lenz wäre mit nur 3 von den angekündigten D 35 - Wagen von KM 1 überfordert. Wie das mal mit der BR 01 von Lenz sein wird kann noch keiner sagen. Ich befürchte, auch sie wird Probleme haben und genau deshalb wäre ich dafür Wagen in Kunststoff auszuführen.

    Gruß Alexander

  • Schwarz oder weiß, Jesus oder Allah, Messing oder Kunststoff...mach grünen Lack drüber und...naja...alle sehen grün aus.

    Ist, wie so vieles, Glaubenssache.

    Messingmodelle fühlen sich wertiger an, weil schwer. Kunstoff ist aber genau so gut.

    Klar ist dann auch, dass ein Zug mit 6 oder 7 Messing-D35 ein gewisses Gewicht hat. Und das muss erstmal in Schwung gebracht werden.

    Ich weiß jetzt nicht ob KM1 seine Wagen mit Kugellager ausrüstet. Aber Sinn würde es machen. Entscheident ist dann auch das Gewicht und das Antriebskonzept der Lok. Und natürlich Die Topografie der Anlage.

    Ob die 01 von Lenz das schafft? Probieren...

  • Hallo zusammen,


    unabhängig ob Messing oder Kunststoff: Das Triebfahrzeug muss den Fahrwiderstand des Zugs überwinden, das ist beim Vorbild und Modell gleich.

    Bei Vorbild setzt sich der Fahrwiderstand aus dem Luftwiderstand, der Hangabtriebskraft, der Trägheit der Zugmasse und der rotierenden Massen, dem Rollwiderstand und ein paar exotischen Sachen wie dem Impuls der Klimaanlagenströmung und so.

    Im Modell spielt der Luftwiderstand und die rotatorische Trägheit keine besondere Rolle. Die exotischen Sachen kann man auch vergessen. Bleibt noch Rollwiderstand (Reibung der Radsatzlager, Rad-Schiene-Kontakt, Stromabnehmer usw.), Trägheit der Zugmasse und die Hangabtriebskraft.

    Wenn die Rollwiderstände sich nicht bedeutend unterscheiden - z.B. schlechte Lager - bleibt nur träge Masse (des Zugs, nicht meine) und Hangabtriebkraft. Beides kann man einfach ausrechnen, da braucht es keine Glaubenskämpfe um das Material, aus dem die Fahrzeuge sind.


    Grüße


    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


    Mein Spur 0 Blog: 1durch45.de

  • Halo Ingo,


    die Wagen von KM1 sind mit Kugellager versehen, zumindest in 1, da hast ne rollende Wasserwaage, Hemmschuhe machen da echt Sinn:).


    Ich denke, dadurch haben sie einen geringen Rollwiederstand die laufen von allein.


    Denke in 0 wird das nicht anders sein.


    MFG


    Michael

  • Leute,


    es gibt nicht nur Messingwagen von KM1, man könnte eine lange Liste von Personen- und Güterwagen auch anderer Hersteller in Messing aufmachen.


    Die Masse der Messing-Wagen - je nach Typ - ist deutlich höher. Ein Schürzenwagen von Lemaco in 1:43,5 wiegt 1,6 kg. Ggfs. ist die Kunststoff-Lok leichter.

    Jetzt kommt die Rolleigenschaft des Wagens als zentrales Thema nach meiner Meinung in die Waagschale. Alles andere kann vernachlässigt werden. Aber auch die Länge, also die Geometrie spielt eine Rolle in Weichenbereichen oder engen Radien, inwieweit die Drehgestelle durchkommen.

    Die Rolleigenschaft ist das zentrale Thema bei Messingmodellen. Dazu kommt das potentielle Risiko von Kurzschlüssen. Habe gerade wieder einen solchen ominösen Fall.


    Als Betriebs- / Fahrbahner würde ich immer Kunststoffmodelle bevorzugen, sind leichter und laufen im allgemeinen besser. Als modellfaszinierter Bahner sind Messingmodelle natürlich ein hohes Gut.


    Anbei ein Messing Schürzenwagen mit einer Lenz V 100 Kunststofflok.


    img_6438enjcj.jpeg

  • Moin


    Nehmen wir mal NEM 302 "Wagenmasse" als Massstab. Das ist zwar "nur" eine Empfehlung, trotzdem mal ein Anhaltspunkt. Da steht unter "Mindestmasse" für Spur 0: 1g pro 1mm Wagenlänge über Puffer


    Das ist erst mal unabhängig vom Material. Und wie bahnboss erwähnt hat, zentral sind die Rolleigenschaften, den theoretischen Hintergrund hat H3x

    aufgezeigt. Ein kugelgelagerter Reisezugwagen (600mm Länge) von Hermann Modellbahnen bringt 800g auf die Waage und liegt damit bei den 30% "Übergewicht gegenüber der Mindestmasse gemäss NEM. Trotzdem rollt ein Zug mit diesen Wagen so leicht, dass das Bremsen abwärts ein grösseres Problem ist als die Zugkraft aufwärts. Umgekehrt habe ich schon leichte, zweiachsige Messingmodelle gesehen, deren Radsätze beim versuchten Anlagebetrieb nicht gedreht haben (vielleicht waren die Wagen auch zu leicht :D). Oder Wagen aus bekannten "Messing-Manufakturen", deren Stromabnahmeblechen derart viel Druck auf die Radscheiben ausgeübt haben, dass auch die Teflonlager nicht mehr geholfen haben...


    Also: Material ist geschmackssache (und vom Hersteller aufgrund seiner Fertigung gewählt). Für den Anlagebetrieb wichtiger sind die Rolleigenschaften, da ist die Streuung unabhänging vom Material riesig. a.g.schoepp nachvollziehbar?


    Grüsse Andreas

  • Hallo zusammen,


    die Aussagen zur Bedeutung der Rolleigenschaften möchte ich mit einem konkreten Beispiel unterstreichen.

    Vor einiger Zeit hatte ich drei nagelneuen Silberlingen und einer ebenfalls neuen, schweren Messing 78er auf unserer Porzer Clubanlage den ersten Auslauf gegönnt. Zu meinem Erstaunen kam dabei die Zuglok an einigen Stellen an ihre Grenzen und begann leicht zu schleudern.

    Eine genauere Untersuchung der Wagen (aus Kunststoff) ergab, dass die eigentlich vorhandenen Kugellager bei der Endmontage durch eingeflossenen Klebstoff ihrer Funktion komplett beraubt waren. Zudem waren einige Achsen zu lang und erhöhten zusätzlich den Reibungswiderstand. Nach einer Überarbeitung beim Hersteller war dann alles Piccobello. Wegen dieser, in diesem Fall recht massiven, Probleme mit den Rolleigenschaften, war hier sogar eine schwere Messinglok mit drei Kunststoffwagen überfordert, was die eingangs aufgestellte These völlig konterkariert.


    Und noch eine Anmerkung zum Ausgangspost. Diesen kann man wirklich nicht so unwidersprochen stehen lassen. Alexander, schau doch mal in den an anderer Stelle zitierten Vergleichstest der beiden 50er im EM. Das Lenz Modell ist fast aufs Gramm so schwer wie der Konkurrent aus Messing. Kein Wunder, ist ja auch ordentlich Metall verbaut, in Form von Druckgussteilen. Beiden Modellen wird eine mehr als ausreichende Zugkraft attestiert, allerdings ohne konkrete Ergebnisse zu nennen. Die 01 wird wohl eine ähnliche Konstruktion aufweisen. Hier dem kommenden Produkt ohne jegliche Kenntnis von Fakten bereits mangelnde Zugkraft zu unterstellen ist für mich… - ein Mysterium.


    Viel Spaß (mit Messing UND Kunststoff)

    Klaus

  • Hallo, auch ich möchte meine Erfahrung mit der zugkraft von Kunstoff- Metall-Mischbauweise mitteilen. Als ich vor Jahren meine Lenz 24 neu kaufte, war ich enttäuscht von der Zugkraft dieser Lok. So zog die Lenz 64 locker einen Zug aus 4 Donnerbüchsen und 6 Zweiachsigen Güterwagen, die 24 war mit den 4 Donnerbüchsen schon an der grenze. Heute einige Jahre später, die 24er hat einige Meter hinter sich gebracht, die Radoberfläche ist stumpf Angefahren, sieht sie die 4 Donnerbüchsen und die 6 Zweiachsiegen Güterwagen.

    Ich wünsche alen Messingbahnern und allen Kunstoffbahnen viel Spaß bei dem Schönsten Hobby der Welt.

    VG.

    Matthias.

  • Hallo,


    ich bin für Kunststoff, der untere Bereich kann ja aus Metall sein.

    Offenbar sind Messingmodelle in der Herstellung teurer und ich bin

    eben nicht bereit, 100- 150 Euro mehr auszugeben, nur weil es Messing oä. ist.

    Diese meine Aussage bezieht sich ausschliesslich auf Waggons.

    Dies ist nur meine ganz perönliche Meinung dazu, ansonsten soll natürlich

    jeder das so handhaben, wie er möchte......


    Gruß, Frankie

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