Zimmerleute gesucht!!

  • Hallo Zusammen,


    unter Ständerwerke ... und Ringlokschuppen findet man per Bildersuche einige Darstellungen ...


    Und auch mir ist Pit-Pegs Schuppen als wenig "natürlich" wirkend aufgefallen da die "Kopfbänder" ( wieder was gelernt dank Wikipedia & Reinhold ) fehlen. Man muss sich einfach mal vorstellen was da für Kräfte wirken - bei Sturm, oder auch wenn Schnee auf so einem Dach liegt - zusätzlich zu irgendwelchen Dachpfannen ( was die alleine schon für ein Eigengewicht haben ) . Da spart Dach-/Teerpappe so einiges ...


    Via Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%A4hm

    Und: https://de.wikipedia.org/wiki/Kopfband


    Viele Grüße,

    Stefan

  • Guten Abend,


    Fachwerk haben unsere Altvorderen teilweise in höchster Qualität, aber teilweise auch sehr liderlich hingezaubert.


    Am Besten war m.M.n. die Qualität etwa um 1730 - 1760 herum, der Wald war nach dem 30-jährigen Krieg wie wild gewachsen, es war ja kaum noch jemand da. Da hat man dann massiv und mit dicken Querschnitten operiert. So manches Haus würde heute ohne diese Qualität nicht mehr stehen.


    Bei mir zu Hause sind es aus neuerer Zeit durchaus teilweise nur 14/14 cm Ständer, allerdings dann mit relativ geringem Abstand und mit Diagonalen verschwertert und mit Riegeln in zwei Höhen ausgesteift. Dazu der Balken über den Deckenbalken des Untergeschosses und der Balken unter der Deckenbalkenlage des Obergeschosses, das trägt dann durchaus sehr gut. Die Ständer sind dann bei einem Wohnhaus nur noch so etwa 2,30 m hoch. Es kommt bem Fachwerk im wesentlichen auf die Aussteifungen an.


    Ich finde da immer die Hefte oder Bücher von Freilandmuseen oder Altstadtvereinen sehr hilfreich. Einfach mal einen 1.Mai-Ausflug in das nächstgelegene Freilandmusuem machen, Meterstab nicht vergessen und fotografieren. Da kommt auch Corona nicht hin, weil dort viel Platz ist.


    In das Thema kommt man auch ohne großartige Kenntnisse der Statik rein. Es ist auch nicht kompliziert.

    Und es macht zumindest mir viel Spaß, sich diese alten Dinge anzuschauen und zu vergleichen, wie kompliziert und mit sonderbaren Baustoffen wir heute bauen. (Wärmedämmverbundsystem!)


    Freundliche Grüße

    Rener

  • Hallo Frank,


    natürlich kann man versuchen sich das gesamte Wissen eines Fachmanns anzueignen. Das dauert dann fast so lange wie eine Ausbildung oder Studium.

    Außerdem steckt in Fachbüchern auch viel Information, die im Modell später nicht sichtbar ist, wie der Holzschutz durch Gift, verkleidete Konstruktionen usw.

    Eigentlich geht es aber bei allen Gebäuden um die Standsicherheit, es müssen alle auf die Konstruktion einwirkenden Kräfte in das Fundament geleitet werden. Also Eigengewicht, Nutzgewicht (Menschen, Tiere, Möbel, Fahrzeuge, Maschinen usw.), Schneelast, Wind mit Auftrieb. Die Konstruktionen hat man seit dem Auszug aus Höhlen immer weiter durch Nachdenken, Probieren und Irrtum verbessert. Im Ergebnis sehen Tragwerke je nach Material immer sehr ähnlich aus. Nur Modellbahnzeichner lassen aus künstlerischer Freiheit gern mal wichtige Details weg. ;)


    Ich würde mir ein passendes Gebäude im Original oder auf einem Foto suchen, die Abmessungen schätzen und eine Skizze machen. Die Dimension von Balken ergeben sich aus den üblichen Maßen (sind im von mir verlinkten Buch enthalten) und lassen sich durch Vorbildvergleich gut schätzen.

    Die Zeichnung hier einstellen und von dem versammelten Sachverstand prüfen lassen.


    Noch was zu den Balkendicken: Je nach Baujahr und geplanter Nutzungsdauer hat man auch gern auf dünneres Material als heute zurück gegriffen. Wenn ich sehe, wie viel Holz heute in einem Dachstuhl steckt und wie viel man vor 70 oder 120 Jahren eingebaut hat, komme ich schnell auf den Faktor 2 :huh: Da biegt sich in 100 Jahren nichts, dafür schimmelt das Haus unter der reichlich schlampig verarbeiteten Dämmung ohne elektrische Zwangslüftung in 20 Jahren weg. :wacko:


    Grüße


    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


    Mein Spur 0 Blog: 1durch45.de

  • Moin Frank, ich empfehle Dir das Buch von Konrad Bedal von der Oberfränkischen Verlagsanstalt und Druckerei GmbH, Fachwerk in Franken, ISBN-Nummer 3-921615-34-8. Darin steht alles in Wort und Bild, was man braucht. Genau so gut ist das Buch "Haus und Hof in Fichtelgebirge und Frankenwald" von Karl Bedal, dem Vater von Konrad Bedal, vom Hoermann-Verlag Hof. Bei dem Buch ist leider keine ISBN-Nummer angegeben. Meiner Meinung nach sind diese beiden Bücher nicht zu toppen.


    Viele Grüße aus dem Frankenwald

    Hans

  • Moin zusammen


    Vielen Dank für die hilfreichen Beiträge und Hinweise.


    H3x

    Ich bin schon dabei, nach einem passenden Originalgebäude Ausschau zu halten, ganz egal ob Bild oder Original. Ich denke das ist tatsächlich ein guter Weg - wenn ich denn was finde. Bisher fand ich verschiedene Umladehallen am passendsten, ...mal seh´n.


    Werk 2

    Vielen Dank für die Literaturtips.


    Franke

    Freilandmuseum ist ein guter Tip, vielen Dank dafür.


    C_h_o_p_i_n

    Die aufwändigen Ständerwerke in Ringlokschuppen fand ich auch immer sehr beeindruckend, und auch wenn mir das im Vergleich zu einem einfachen Schuppen schon gehobenes Zimmereihandwerk zu sein scheint, sowohl wegen der Dimensionen aber auch wegen der aufwändigen Ausführung - man kann sich bestimmt die eine oder andere konstruktive Maßnahme abgucken. Und gut aussehen tut es allemal.


    Reinhold

    Dank für Deine hilfreichen Ausführungen und Erklärungen.


    Mal sehen ob ich bei meiner Suche fündig werde. Wenn ja, werde ich das hier einstellen...


    Viele Grüße

    Frank

  • Hallo Frank,


    ich verwende gerne einfache Bausätze, die ich in den Details verändere, korrigiere und verfeinere; da kann man erstmal nicht viel falsch machen und braucht nicht bei Null (sic) anfangen. Als erstes fallen einem meistens die fehlenden Wandstärken auf, oder fehlende Dachbalken oder Kreuzverbände etc. Das kann man gut recherchieren und ggf. ändern und ergänzen. Irgendwann nach zwei, drei Bausätzen kommt man dann an den Punkt, hey, das Bauen ist ja gar keine schwarze Magie, sondern ziemlich logisch und macht Spaß.


    Das könnte z. B. bei dem Becasse-Schuppen zu der Frage führen: Was ist daran unvollständig? Wie müsste der Schuppen aussehen, um standsicher zu sein? Und Bums, kommt man zu überschaubaren Problemen!

  • Hi Frank,

    mach Dir einen Plan und fang zu bauen an. Stelle bereits in den frühen Bauphasen Fotos ins Forum. Hier gibt es genügend Leute, die Dir dann helfen Fehler zu korrigieren...


    Bei meinen Selbstbauversuchen hat mir das immer geholfen. Du musst nur bereit sein ggf. Dinge zu ändern oder neu anzufangen.


    Viel Erfolg. Jay, the K.

    The Keithville & Lake Erie RR - Serves the Steel Centers

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