Großserienhersteller für Schmalspur in 0

  • N'Abend


    Der Begriff "Paralleluniversum" finde ich auch faszinierend. Allerdings stehe ich wohl teilweise im parallelen Universum zu vielen anderen hier, mal ein Blick aus helvetischer Sicht. Wenn wir gucken, welche Modelle in allen Baugrössen zuerst realisiert werden, dann sind das die immer gleichen Gassenhauer. Das ist in 0 so (Stichwort Parallelentwicklungen), in H0, N und Z genau so. So funktionierte auch der 0m-Markt seit bald 40 Jahren, seit dem Markteintritt von Ferro-Suisse.


    Kollege Adolf Breitenmoser hat mal eine spannende Pyramiden-Theorie entwickelt: Ganz unten sind die Grossseriehersteller, die ein Vollsortiment (Loks, Wagen, Gleise & Zubehör) anbieten. Darüber sind Mittelseriehersteller angesiedelt, die sich Vorbilder aussuchen, die nur noch in kleineren Stückzahlen abgesetzt werden können (und dafür auch höhere Preise verlangen können). In der Spitze sind die exklusiven Edelmetall-Hersteller, da gehört Ferro-Suisse definitv dazu. Die Kernaussage von Adolf Breitenmoser war dann allerdings, dass alle Beteiligten innerhalb der Pyramide voneinander profitieren. Die im unteren Bereich der Pyramide von der Strahlkraft und Präsenz der Messingmodelle und die anderen vom Fundament der Vollsortimenter.


    Und nun das Paradox: in 0m gab es die Pyramide nur ganz kurz, während der Präsenz von Fama/Utz. Und das auch nur bedingt, da Fama und FineScale nicht wirklich kompatibel sind. Es wurden wohl dutzende Lokomotiven und hunderte von Wagen von Fama umgespurt, denn FineScale war der gesetzte Standard. Doch irgendwie hat es Adolf Breitenmoser und in dessen Fahrwasser ModelRail, Lemaco/Lematec, Fulgurex, ABG, etc. geschafft, die Pyramidenspitze ohne Fundament zu etablieren. Doch das hat Folgen, das 0m-Angebot ist ein langweiliger Einheitsbrei der Alpen-UIC, keiner wagt sich mehr über den nächsten Alpenpass. Das Bemo nun in der gleichen Suppe fischt, ist mit Blick auf die Gassenhauer nur logisch. Und Bemo hätte ohne Adolf Breitenmoser gar nicht als Vollsortimenter starten können, das Gleisprogramm hat Ferro-Suisse vor sehr vielen Jahren mal entwickeln lassen. Da hat Adolf Breitenmoser mit seinem Weitblick wohl erkannt, dass auch seine Kunden je länger desto weniger bereit waren, die Gleise selbst zu nageln (oder nageln zu lassen)....


    Michael Schnellenkamp geht aus meiner Sicht den richtigen Weg: er hat sich ein halbweg bekanntes deutsches Vorbildnetz ausgeguckt und arbeitet daran, das Segement der Spur 0m gezielt aufzubauen, Triebfahrzeuge, Wagen und Gleise. Alleine gelingt das nicht (das war Adolf Breitenmoser vor 40 Jahren auch nicht), da braucht es die Unterstützung der Szene. Und das braucht Zeit.


    Was ist ein Grossserienhersteller? In meinen Augen ist Michael Schnellenkamp auch in Spur 0m einer, seine Auflagen dürften nicht wesentlich anders sein als die von Bemo in 0m. Und er bietet ein Vollsortiment. Wer jetzt wegen dem Preis mit den Augen rollt: der Vergleich mit Fama/Utz ist unfair, 1984 hatte Märklin auch noch deutlich andere Preise als heute. Die 0m-Modelle müssen sich im Preisvergleich mit Bemo, Lenz und dem 0-Sortiment von Schnellenkamp stellen. Und da passt es. Und ganz nebenbei: Michael Schnellenkamp bringt mit dem Tm 501 der Appenzeller Bahnen (Link) eines der ganz seltenen helvetischen Modelle der letzten 40 Jahren, das nie auf rhätischen Gleisen gefahren ist. Und das rechne ich ihm hoch an!


    Helvetische Grüsse

    Andreas

  • Finescale Modelle für die Spur 0m mit einer Modell-Spurweite von 22,2 mm laufen nicht auf den Spur 0m Geleisen von FAMA/UTZ und deren Nachfolger mit einer Modell-Spurweite 22,5 mm. Nicht nur in den Weichen. Bedingt durch das feine Radprofil gibt dies auch in den Geraden und Kurven immer wieder Probleme. Dies müsste Ihnen die Mitglieder der doch mehreren Schweizerischen Modelleisenbahnvereinen mit Modelleisenbahnanlagen der Spur 0m mit einer Modell-Spurweite von 22,5 mm bestätigen. Ich jedenfalls habe bei entsprechenden Besuchen, Beispielsweise in Hindelbank und Basel, nie Finescale Modelle im Betrieb gesehen. Die leben in der Tat in einem Paralleluniversum. Umgekehrt ist es in Bergün. Beim einzigen Besuch der dortigen Spur 0m Modelleisenbahnanlage wurde mir weise gesagt, dass in Ihrem Finescale Universum mit einer Modell-Spurweite von 22,2 mm keine FAMA/UTZ Fahrzeuge mit den Originalradsätzen fahren.


    Von dieser Anlag in Bergün gibt es ein Bild im Wikimedia aus dem Jahre 2014:


    640px-Berg%C3%BCn_Bahnmuseum_Albula_2014_Spur_0m_Anlage_RhB_Ge_46.jpg


    Bildbeschreibung nach Wikimedia: Detail der Spur 0m Modelleisenbahn-Anlage von Bernhard Tarnutzer im Bahnmuseum Albula in Bergün im August 2014. Das Bild zeigt unter anderem eine Ge 4/6 der Rhätischen Bahn (RhB). Bild Benutzer Alias CoCo11417.


    Demzufolge gilt:


    Modelle der Rhätische Bahn, die Furka-Oberalp-Bahn (Matterhorn-Gotthard-Bahn) und die Dampfbahn Furka-Bergstrecke und dergleichen zu moderaten Preisen, fahren in der Schweiz in der Regel auf Geleisen mit einer Modell-Spurweite von 22,5 mm.


    Modelle der Rhätische Bahn, die Furka-Oberalp-Bahn (Matterhorn-Gotthard-Bahn) und die Dampfbahn Furka-Bergstrecke und dergleichen zu Preisen die nicht in das Budget eines Normalsterblichen passen, fahren in der Schweiz in der Regel in der Regel auf einer Modell-Spurweiten auf 22,2 mm.


    Die FAMA/UTZ Fahrer sind in der Schweiz auch so eine Art Paralleluniversum zu den Finescale Fahrer. Man, in diesem Falle fast ausschliesslich Mann, fährt eben das eine oder andere.


    Es scheint, dass sich in der Schweiz über die Modell-Spurweite die Oberschicht von der Unterschicht abhebt (jetzt habe ich mich hoffentlich nicht zu weite aus dem Fenster hinausgelehnt, aber diese Aussage kommt nicht von mir :* )


    Wenn da nun Ausgehend von FREMO und Deutschland auf einer Modell-Spurweiten auf 22,2 mm gefahren wird finde ich das gut und richtig so.


    Verabschiedet sich einmal ein Deutscher in die Schweiz, was des öfters vorkommen soll, wird auf der allfälligen Vereinsanlage mit einer Modell-Spurweite von 22,2 mm, Beispielsweise ein Modell des Dieseltriebwagens T 13 der Mittelbadischen Eisenbahnen, der beim Vorbild bei der Selfkantbahn erhalten ist, ziemlich sicher nur mit grimmiger Miene neben einem Glacier Express mit einer Modellspurweite von 22,2 mm geduldet :( . Obschon die Modell-Spurweite übereinstimmen würde.


    Umgekehrt wäre dies einfacher.


    Wenn denn sich einmal ein Schweizer sich Beispielsweise mit einem Triebwagen der Berner Oberland-Bahn (für solche die sich bezüglich den Schweizer Schmalspurbahnen nicht so auskennen: Die Berner Oberland-Bahn fährt im Berner Oberland :S ) für eine Modell-Spurweite von 22,5 mm dauerhaft nach Deutschland verirrt, was schon mal vorkommen kann. Wär der Jöö-Effekt garantiert und man, in diesem Falle auch meist Mann, würde eine Lösung finden, dass der Triebwagen, auch wenn da keine Fahrleitung auf der Vereinsanlage gibt, künftig zusammen mit einem Modell des Dieseltriebwagens T 13 der Mittelbadischen Eisenbahnen auf Geleisen mit einer Modell-Spurweite von 22,2 mm fahren kann :) .


    Ich würde das mit der Modell-Spurweite nicht weiter allzu gross Diskutieren und die Zeit besser in den Modellbau und damit in etwas Handfestes investieren.


    Rolf

  • Freunde der Schmalspur,


    wenn man vielleicht nicht von Großserie spricht, dann vielleicht von einer großen Serie...


    https://spur-0-kaufhaus.de/epages/f9725276-ffe7-4b2e-aab8-fd80f674b4d6.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/f9725276-ffe7-4b2e-aab8-fd80f674b4d6/Categories/Shop/%22Schnelli´s%20Meter%22/Fahrzeuge_fuer_0m/Diesellok_MV8


    Ich finde es super, was Schnelli hier auf die Beine stellt!

    Und auch super, wie Jürgen von anderer Seite serienmäßig ergänzt...


    https://www.jaffas-moba-shop.de/shop-1-45-0m-schmalspur/


    meint

    Hans
    der
    Altenauer


    - unterwegs im schönsten Mittelgebirge Deutschlands - auf Regelspur und Meterspur... ;) -

  • Was ist ein Grossserienhersteller? In meinen Augen ist Michael Schnellenkamp auch in Spur 0m einer, seine Auflagen dürften nicht wesentlich anders sein als die von Bemo in 0m. Und er bietet ein Vollsortiment.


    Helvetische Grüsse

    Andreas


    Andreas, wie kommst Du darauf Schnellenkamp als Grossserienhersteller zu betiteln? Gibt es da irgendwo Produktionszahlen?


    Ja, Schnellenkamp ist ein Vollsortimenthersteller, aber ein Grossserienhersteller?


    Selbst bei BEMO ist es Grenzwertig diesen im Umfeld der Spur 0m als Grossserienhersteller zu betiteln, wenn man sieht wie zaghaft die Angelegenheit vorankommt. BEMO ist Meister in Ankündigung von Modellen die dann irgend einmal auf den Markt kommen. Für Spur H0m und H0e Modelleisenbahner zum Verzweifeln.


    Solange Modelle nicht wenigstens mehrmals in Auflagen von mehreren Hundert Stück produziert werden. Ich meine die Varianten nicht die Varianten zusammen. Dann ist dies ein Kleinserienhersteller. Das müsstest Du eigentlich wissen aus der Auflagegrösse der Vergangenheit der Kleinserienhersteller. Nicht aus der Auflagegrösse der Kleinserienhersteller heute.


    Nur so ein kleiner Hinweis: Von der Lima Ae 6/6 in der Spur H0 wurden Hunderttausende von Exemplaren produziert. Darunter eine beim Vorbild nicht existierende Version einer Ae 6/6 in Swiss Express Farben. Auch von der Märklin BR 80 wurden bis Heute mehrere Hundertausend Exemplare produziert. Jouef hatte auch ein Modell im Programm, eine Dampflokomotive ähnlich der BR 80 von Märklin mit hohen Auflagen. Lima produzierte zu den wohl besten Zeiten um die 8´000 Lokomotiven täglich. Dazu kamen 30´000 Wagen täglich. Das sind 8´000´000(!) Fahrzeug im Jahr.


    Da kann man nicht von einem Grossserienhersteller sprechen, wenn sich die an den Mann gebrachte Auflage um wenige 100 Stück bewegt,


    Vielleicht müsste einmal über die Begriffe Grossserienhersteller und Kleinserienhersteller generell diskutiert werden.


    Vielleicht müsste auch einmal ein Begriff gefunden werden wie denn eine Serie bezeichnet wird die frei nach REE, L.S. Models erst angekündigt und dann erst nach einer Mindestbestellmenge (Einmalig) im Fernen Osten hergestellt und ausgeliefert werden. Auch zum Verzweifeln wenn man den Moment verpasst hat.


    Wenn wir dies dann geregelt haben können wir dann noch über die Begriffe Mittelserienhersteller und Einzelstückhersteller sprechen und was das für Folgen hat wenn in der von Dir erwähnten Piramide die Grossserienhersteller ausfallen.


    Rolf.


    Ach ja: Adolf Breitenmoser, wer ist das? Noch nie gehört. Kenne ich nicht. Gibt es da irgendwo ein Porträt im Netz?

  • Guten Abend,


    ich hatte mal nachgesehen, was Ferro-Suisse (Adolf Breitenmoser) an Gleisen in 0m im Angebot hatte:


    1 m Flexgleis, Holzschwelle

    3 m Flexgleis, Holzschwelle

    1 m Flexgleis, Stahlschwelle gebogen
    3 m Flexgleis, Stahlschwelle gebogen

    1 m Flexgleis, Stahlschwelle gerade
    3 m Flexgleis, Stahlschwelle gerade
    1 m Flexgleis, Stahlschwelle gerade mit Zahnstangensätteln
    3 m Flexgleis, Stahlschwelle gerade mit Zahnstangensätteln
    17 Spritzlinge Holzschwellen ohne Schienenprofil für 1m

    17 Spritzlinge Stahlschwellen ohne Schienenprofil für 1m

    1 m Schienenprofil 3 mm blank
    3 m Schienenprofil 3 mm blank

    Weiche 1:7 (8,2°) rechts
    Weiche 1:7 (8,2°) links

    Doppelte Kreuzungsweiche 1:7 (8,2°)
    Doppelte Gleisverbindung 1:7 (8,2°) (Hosenträger)

    Innenbogenweiche, rechts 1:7Innenbogenweiche, links 1:7

    20 Schienenverbinder (Metall)

    24 Schienenverbinder (Kunststoff)

    5 Weichendeckel
    Prellbock


    Bemo vertreibt einen Bruchteil davon. Das soll kein Vorwurf sein, es ist m.E. nur ein Hinweis, dass das Produkt eben keine Großserienstückzahlen erreicht. Man kan die Kunden ja schlecht ohne Gleise dastehen lassen, also bietet man das wirklich Notwendige an. Und das reicht eigentlich auch, um ganz vernünftig bauen zu können. Nur die DKW fehlt m.E.



    Reiner


  • Das Bemo nur einen Bruchteil davon vertreibt liegt vielleicht auch daran, dass von der Ferro Suisse Auflistung auch einiges nicht mehr lieferbar ist.

    So ist das Flexgleis mit Stahlschwellen ausverkauft und wird auch nicht mehr aufgelegt.

    Bei den Weichendeckeln habe ich vor einigen Jahren den Restbestand von Ferro Suisse Deutschland aufgekauft, als es die deutsche Dependance noch gab.

    Die geraden Weichen und auch die Bogenweichen sind aktuell lieferbar, genau wie das Flexgleis.

    Zahnstangensättel sind für Bemo uninteressant, da ja keine Zahnradlok im Programm vorhanden ist.

    Leider sind die Schienenverbinder derzeit nicht lieferbar, und ob der Rest bei Ferro Suisse lieferbar ist kann man der Webseite nicht entnehmen, sondern müsste es direkt bei Ferro Suisse erfragen.

  • Zum Thema "Großserienhersteller":

    Besonders "große Serien" scheint es mir in 'Null' nicht mehr zu geben. "Großserien" und "Kleinserien"-Welt nähern sich zunehmend weiter an. Deutliches Anzeichen dafür: Die aktuelle Auszeichnung "Das Goldene Gleis" von Miba/Sonstwas geht im Bereich 'Fahrzeuge Spur 0' an Schnellenkamp.

    Herzlichen Glückwunsch Herr Schnellenkamp! Ich glaube, das ist jetzt schon das zweite Mal?!!


    Gruß

    Kallisto

  • Hallo

    Der Markt von Modellen besonders von Regelspurfahrzeugen in 0 wächst stetig weiter,aber was fehlt ist ein Großserienhersteller für Schmalspurfahrzeuge in 0m,0e.0f.Und so klein ist die Schmalspurgemeinde auch nicht,viele wollen neben der Regelspur auch mit Schmalspur fahren.Es gibt einige Kleinserien,aber diese haben einen Preis,der nicht jeder den bezahlen will oder auch nicht kann.Gerade weil der Markt in 0 weiter wächst kann ,man doch mal über Schmalspur in 0 nachdenken.

    Dietmar

    Nehmen wir die ursprüngliche Frage von Kollegen Dietmar als Ausgangslage, dann sieht die Welt für mich so aus:

    • Gehen wir (wie Dietmar) davon aus, dass es in Spur 0 Grossserienhersteller gibt, dann ist Michael Schnellenkamp einer von ihnen. Da ich mal davon ausgehe, dass sich die Stückzahlen in seinem Sortiment zwischen 0 und 0m nicht nennenswert unterscheiden, gibt es einen Grossserienhersteller in 0m.
    • Gehen wir wie Rolf (Wellblech) davon aus, dass Grossserienhersteller wie im vergangenen Jahrhundert mindestens 4-stellige Stückzahlen pro Modell absetzen, dann gibt es keine Grossserienhersteller mehr. Auch Märklin dürfte dann durch die Maschen fallen.

    Daraus folgt: Die Frage von Dietmar hat mehr mit der Definition "Grossserienhersteller" zu tun als mit der Differenz der Stückzahlen 0 und 0m.


    Ich jedenfalls habe bei entsprechenden Besuchen, Beispielsweise in Hindelbank und Basel, nie Finescale Modelle im Betrieb gesehen. Die leben in der Tat in einem Paralleluniversum. Umgekehrt ist es in Bergün. Beim einzigen Besuch der dortigen Spur 0m Modelleisenbahnanlage wurde mir weise gesagt, dass in Ihrem Finescale Universum mit einer Modell-Spurweite von 22,2 mm keine FAMA/UTZ Fahrzeuge mit den Originalradsätzen fahren.

    Ich war zwei Mal ursächlich beteiligt, dass ein FineScale-Modell jeweils einen Tag auf der 0m-Anlage in Hindelbank unterwegs war. Betriebliche Rahmenbedinung: Weichen nur in gerader Stellung durchfahren. Hat funktioniert... Auch habe ich bei vielen 0m'ern in der Schweiz gemischte Fahrzeugparks gesehen. Aber ja, FAMA/Utz-Fahrzeuge müssen für den Betrieb zwingend umgebaut werden, sonst laufen sie beispielsweise mit den Spurkränzen auf den Schienennägeln auf.


    Verabschiedet sich einmal ein Deutscher in die Schweiz, was des öfters vorkommen soll, wird auf der allfälligen Vereinsanlage mit einer Modell-Spurweite von 22,2 mm, Beispielsweise ein Modell des Dieseltriebwagens T 13 der Mittelbadischen Eisenbahnen, der beim Vorbild bei der Selfkantbahn erhalten ist, ziemlich sicher nur mit grimmiger Miene neben einem Glacier Express mit einer Modellspurweite von 22,2 mm geduldet :( . Obschon die Modell-Spurweite übereinstimmen würde.

    Das hat mit der eigentlichen Spurweite wenig zu tun, sondern mit der Mentalität der Hobbykollegen. Und da gibt es einige, die sich mit grossem Elan ein klar umrissenes Vorbild Aussuchen und das akribisch nachbilden. Umgekehrt habe ich auch schon viele Hobbykollegen kennenlernen dürfen, die eine grosse Offenheit für andere Interessen und Interpretationen des gemeinsamen Hobbys zeigen. Gerade in den Vereins gibt es auch immer wieder Initiative Personen, die für sich Fahrzeuge ausserhalb des RhB/FO/BVZ/MGB-Universums bauen und diese auch auf die Klubanlage stellen. Da begegneten sich beispielsweise in Wil SG (www.mekw.ch) auch schon Züge von RhB, AB und FW...

  • Das hat mit der eigentlichen Spurweite wenig zu tun, sondern mit der Mentalität der Hobbykollegen. Und da gibt es einige, die sich mit grossem Elan ein klar umrissenes Vorbild Aussuchen und das akribisch nachbilden. Umgekehrt habe ich auch schon viele Hobbykollegen kennenlernen dürfen, die eine grosse Offenheit für andere Interessen und Interpretationen des gemeinsamen Hobbys zeigen. Gerade in den Vereins gibt es auch immer wieder Initiative Personen, die für sich Fahrzeuge ausserhalb des RhB/FO/BVZ/MGB-Universums bauen und diese auch auf die Klubanlage stellen. Da begegneten sich beispielsweise in Wil SG (www.mekw.ch) auch schon Züge von RhB, AB und FW...

    Auch ich sehe das nicht so eng, die Westönner Kleinbahn ist zwar fiktiv in Graubünden angesiedelt und zweigt in Tiefencastel von der RhB ab Richtung Julier, setzt aber dennoch die verschiedenste Fahrzeuge ein. Das erste eigene Fahrzeug war eine Deutz-Diesellok ehemals Euskirchen, von der aktuell eine noch bei der MOB im Einsatz ist (das Schwesterfahrzeug ist in Bruchhausen-Vilsen). Das nächste war dann der kurze Akkutriebwagen der Meiringen-Innertkirchen-Bahn Trudi. Das dritte Fahrzeug ein Berninatriebwagen der 30er Serie. Trudi ist eine Zeitlang mit einem umgespurten Minexwagen im Schlepp im Einsatz gewesen.
    Auch habe ich noch einige 0m Fahrzeuge nach deutschem Vorbild als Bausatz bei mir liegen, die irgendwann auch auf der Anlage laufen werden.

    Einzige Ausnahme wird hier das Schaustück "Engiadina" sein, das zwar Freelance ist, aber eben soweit als möglich den Engadiner-Eindruck wiedergibt.

    Dort werden bei Ausstellungen nur die klassischen Stammnetzfahrzeuge im Einsatz sein, aber kein Gleichstromfahrzeug oder ein Fahrzeug von anderen Bahnen. Das ist aber eine von mir selber gewählte Einschränkung im Hinblick auf den Ausstellungsbetrieb.

    Aber genau deswegen bau ich ja eine Privatbahn und kein spezielles Vorbild.

  • Ich hatte ja in #48 meinen Senf dazu gegeben. Und knüpfe daran an.


    Mein Plädoyer wäre es, dass der Ersteller des Threads diesen umbenennt in: »Was für Hersteller benötigt Schmalspur 1:45?«

    Das wäre zielführend, denn meine These ist es: Für »große« Hersteller ist unser Bereich uninteressant und sie würden Schmalspur 1:45 auch nicht wirklich voranbringen.


    Auch wenn ich mich wiederhole: Den Unterschied machen die Produktionsverfahren. Und hier haben die industriellen Fertigungstechniken ihren Platz für Basismodelle, die eine Chance auf eine Verbreitung in der Größenordnung von zumindest einigen Hundert haben, ebenso wie auf der anderen Seite Techniken, die ohne hohe Grundinvestitionen auskommen (im wesentlichen Lasercut, 3D-Druck ggf. in Verbindung mit Resinguss sowie Ätztechnik).


    Der große Vorteil, den ich bei den letztgenannten Techniken sehe: Es gibt nicht notwendigerweise »Serien«, sondern durchaus auch eine Produktion »on demand«.

    Ich habe beispielsweise weder die Kapazität noch die logistischen Möglichkeiten, Bausätze in größeren Mengen vorzuproduzieren und zu lagern. Kleinere Teile werden zwar schon einmal in größeren Mengen vorproduziert, aber komplexere Bausätze werden erst dann komplett bearbeitet, wenn die Bestellung vorliegt.

    Der große Vorteil dieses Vorgehens: Anders als bei einer Serie (wenn abverkauft, dann weg ... vielleicht für immer) stehen die Produkte dem Markt uneingeschränkt und auf Dauer zur Verfügung.


    Und noch einen Vorteil sehe ich für den Schmalspurbereich: Es gibt einfache Möglichkeiten für eine Produktoptimerung und Weiterentwicklung. Von meinen beiden PKB-Wagen sind bisher rund 60 Bausätze verkauft worden. Ich habe jetzt gerade die Konstruktion des Fahrwerkrahmens verändert: Die drei Materialschichten, die notwendig sind, um die Illusion eines U-profilierten Fahrwerkrahmens zu erzeugen, waren bisher ein Sandwich aus 0,8 / 1,5 / 0,8 mm Kraftplex; die äußeren Schichten eigentlich zu dick, die Gesamthöhe etwas zu dünn. Jetzt wird das Fahrwerk aus den Schichten 0,5 / 3,0 / 0,5 mm hergestellt. Bei industriellen Verfahren (neuer Formenbau) wäre so was undenkbar.


    Die kleine Ausnahme von Produktion on demand sind in meinem Fall Bausätze, die einen hohen Fremdanteil enthalten wie z.B. bei Triebfahrzeugen Motoren, Getriebe und sonstiges technisches Zubehör. Da denke ich dann auch in Serienkategorien, um nicht in zu große Lagerbestände für diese Teile investieren zu müssen.


    Ob große oder kleine Hersteller: Um die Schmalspur voranzubringen, ist es wichtig, dass alle essentiellen Bereiche abgedeckt sind: Zuallererst Weichen und Gleissystem(e). Im weiteren dann eine Palette unterschiedlicher Triebfahrzeuge und Wagen – diese sowohl als Fertigmodelle wie auch als Bausätze. Daneben dann noch Zubehör, mit dem der geneigte Selbstbauer ohne allzu große technische Hürden eigene Fahrzeuge entwickeln kann. Dazu gehören insbesondere Räder/Achsen/Achslager und diverse Zurüstteile wie Kupplungen, Bremszubehör usw.

    Zum aktuellen Zeitpunkt sehe ich eine Engstelle im Bereich originärer und vorbildgerechter Schmalspurtriebfahrzeuge; wenn wir das Zeitrad schonmal ein Jahr weiterdrehen, sieht die Situation schon ganz anders aus.


    Gruß --- Jürgen

  • Ob große oder kleine Hersteller: Um die Schmalspur voranzubringen, ist es wichtig, dass alle essentiellen Bereiche abgedeckt sind: Zuallererst Weichen und Gleissystem(e). I

    Bei Schnellenkamp gibt es eine sehr gute 0m-Weiche mit dem Abzweigwinkel 1:5,5. Das ist auf jeden Fall ein Standardmaß, die Mehrzahl der ca. 60 Weichen auf meiner 0m-Anlage hat diesen Winkel.

    Dennoch braucht es mehr Variationsmöglichkeiten, steilere und flachere Weichen, Doppelweichen, Kreuzungsweichen. Das kann viele viele Jahre dauern, bis Schnelli dahin kommt, denn erst einmal muss seine 1:5.5-Weiche entsprechende Verkaufszahlen haben.


    Ein gute Alternative sind die Herzynia-Weichen, handgefertigte Weichen im Vertrieb von Heinz-Rudolf Ott, Bielefeld:

    https://herzynia-weichen.jimdofree.com/

    Da gibt es sowohl 1:6-Weichen für schlankere Weichenstraßen als auch 1:4-Weichen für beengte Verhältnisse, und asymmetrische Doppelweichen gibt es sogar in 1:5,5 und 1:6. Was will man mehr? Klar will man mehr, aber auch hier gilt: erstmal müssen Verkaufszahlen zeigen, dass es lohnt, so etwas herauszubringen.


    Gruß


    Otto

  • Ob große oder kleine Hersteller: Um die Schmalspur voranzubringen, ist es wichtig, dass alle essentiellen Bereiche abgedeckt sind: Zuallererst Weichen und Gleissystem(e). Im weiteren dann eine Palette unterschiedlicher Triebfahrzeuge und Wagen – diese sowohl als Fertigmodelle wie auch als Bausätze. Daneben dann noch Zubehör, mit dem der geneigte Selbstbauer ohne allzu große technische Hürden eigene Fahrzeuge entwickeln kann. Dazu gehören insbesondere Räder/Achsen/Achslager und diverse Zurüstteile wie Kupplungen, Bremszubehör usw.

    Es fehlt vor allem an ausreichend Kunden. Und der geneigte Selbstbauer ? Nur noch eine absolute Minderheit. Von deren Bedarf kann kein Hersteller leben, vollkommen unwirtschaftlich. Ehemalige Anbieter solcher Teile sprechen von einem Umsatzrückgang von 90% über die Jahre.....


    Gruß

    Roland

  • Es fehlt vor allem an ausreichend Kunden. Und der geneigte Selbstbauer ? Nur noch eine absolute Minderheit. Von deren Bedarf kann kein Hersteller leben, vollkommen unwirtschaftlich. Ehemalige Anbieter solcher Teile sprechen von einem Umsatzrückgang von 90% über die Jahre.....


    Gruß

    Roland

    Zwischen Fertigmodell und Selbstbau gibt es ja noch den Bausatz. Oder so etwas, wie wir es in Kürze auf den Markt bringen werden: Bausätze für ein komplettes 2-Achs-Fahrgestell (Standard 3,30 m Achsabstand, aber gegen kleinen Aufpreis auch nach Wunsch abgeändert), das oberhalb des Fahrgestellrahmens einen Aufbau vom Käufer in Eigenregie erhält.


    Unsere Philosophie und Denkweise an der Stelle ist anders als deine pessimistische Einschätzung. Erinnert mich an die beiden Schuhverkäufer, die von ihrem Unternehmen nach Afrika geschickt wurde: Der erste kabelt zurück an seine Firma: »Hier ist kein Geschäft zu machen; die Leute laufen alle barfuß.« — Der andere schickt ein Telegramm: »Schickt mir eine Schiffsladung Schuhe! Perfekte Marktbedingungen: Die Leute laufen hier alle barfuß!«


    Wichtig ist es, Schuhe zu liefern, die bequem sind, den Erwartungen entsprechen und den Kunden überzeugen. Nicht jeder kann aus einzelnen Zubehörteilen einen befriedigenden Selbstbau aufs Gleis stellen.

    Wir versuchen einerseits mit Argumenten Menschen für die Schmalspur zu gewinnen (geringerer Platzbedarf trotz großem Maßstab; über die Republik verteilt viele reizvolle Streckenmotive ...), andererseits die Grundlagen dafür zu schaffen, dass das nicht nur für ausgebuffte Konstrukteure und Bastler realisierbar wird.

    Ich bewege mich ja erst seit gut einem Jahr als Hersteller in diesem Segment, und ich habe gut zu tun. Ich erwähnte die Zahl ja bereits: von den PKB-Wagen sind insgesamt in diesem gut einen Jahr rund 60 Bausätze verkauft worden. Die anziehende Nachfrage hat bei mir dazu geführt, dass ich in meinen anderen Geschäftsbereichen keine größeren Neukonstruktionen mehr angehen kann.


    Gruß --- Jürgen

  • Hi.

    Ehemalige Anbieter solcher Teile sprechen von einem Umsatzrückgang von 90% über die Jahre

    Na ja. nach den Erfahrungen, die ich mit solchen hochpreisigen Zurüst- Teilen gemacht habe, ist das gut nachvollziehbar. Ich habe mal vor gut 10 Jahren eine Pola Maxi V20 (eigentlich ein Billerbahn Bausatz) "gesupert" und für ein Schweinegeld Messing Zurüst- Teile gekauft. Die Qualität der Teile war, um es gelinde auszudrücken, unterirdisch. Der Satz hat doppelt so viel gekostet wie das eigentliche Modell und nicht ein einziges Teil davon war in einem auch nur halbwegs akzeptablen Zustand. Alles war krumm und schief, nicht ein teil hatte korrekte Maße. Viele Teile, die dabei waren gehörten eigentlich gar nicht zum Teilesatz, dafür fehlten aber viele Teile, die dazu gehört hätten, usw. Und meist waren die Gießgrate erheblich dicker als das eigentliche Teil, was es nahezu unmöglich machte, die Teile zerstörungsfrei vom Gießast abzutrennen. Im Endeffekt musste ich fast alle Teile trotz dem Teilesatz selbst herstellen. Für solche einen Pfusch dann auch noch über 100€ bezahlen zu müssen, ist wirklich eine Zumutung. Das ich danach keine Lust verspürt habe, noch einmal solch einen Teilesatz zu bestellen, dürfte ja wohl klar sein. Die Formen für die Teile stammten vermutlich aus den 1970er Jahren und sind nie gewartet oder überarbeitet worden. Das Einzige, was passiert ist, sind die Preise, die jedes Jahr um schlappe 15-20% angehoben wurden.


    Inzwischen baue ich außer Motoren, Getriebe, Radsätze und Kupplungen eigentlich alles selbst. Das spart mir ein Vermögen und dann bin wenigstens ich selbst Schuld, wenn die Teile Murks sind. Hin und wieder mal einen günstigen Kunststoff- Bausatz aus UK dazwischen (weil die so preiswert sind, das sich ein Selbstbau wirklich nicht lohnt) und ich habe alles, was ich brauche...

  • Hallo Schmalspurer,


    wenn ich die Schmalspur/Zubehörherstellung der letzten Jahrzehnte, ohne grossartig ins Detail zu gehen, mal Revue passieren lasse:


    Schmalspur aller Baugrössen war schon immer etwas für einen "kleineren Kreis " von Mobahnern. Wie soll da ein Hersteller die grosse Mark/ den grossen € machen? Letztlich, bei aller Verklärung, ist aber jedes Geschäft unter dem Strich da um "Geschäft" zu machen. Ja, ein Kleinunternehmer kann von Nischenprodukten sicher gut leben - aber Grossserienhersteller?


    Dass "Schmalspurer" - auch bei rel. bescheidenen (klein)industriellen Angeboten - schon immer geneigt waren und sind selbst ´rumzufrokeln - naja - irgendwie zeichnet sich das schon ab (über die lange Zeit gesehen). Auspacken, aufbauen, einschalten, fahren ist nicht Sache der "Schmalspurer". Das Basteln und Frokeln ist ja auch irgendwo Selbstzweck - für einen mehr, den anderen weniger - aber die Entstehung, der Weg und dann das fertige Produkt, ob Rollmaterial oder Zubehör jeglicher Art, das scheint die Passion vieler Schmalspurer zu sein. Man muss es ja nicht übertreiben wie der Director Robert der BTB und aus Abfall und/oder Spielzeug auch noch Fahrzeuge bauen. Nichts gegen einen gepflegten (klein) industriell angebotenen Bausatz oder ein Fertigmodell, so etwas ist prima - aber in der Fülle wie Vollspur wird es so etwas höchstwahrscheinlich jetzt und in Zukunft nicht geben. Man könnte ja auch mal etwas zufriedener sein mit dem was es gibt, sicher weitere Wünsche anmelden und Weiterentwicklungen betreiben, aber nicht - wie leider oftmals - so penetrant fordern, ´rumnörgeln (aber selbst dann nichts kaufen). Da gibt es in letzter Zeit hier im Forum einen Tröööt mit dem Titel: "Mal was selbst machen .... " oder so ähnlich. Gefällt mir gut!!!

  • Die Fa. Dingler bringt bald das Rhätische Krokodil raus. Läuft auf Spur 1m.

    Aber für diese Spurweite gibt es auch keine Gleise. Da kannst nur die Lok entweder in der Schachtel oder aufm Schreibtisch stehen lassen.


    Bei Nachfrage wegen Schienen oder gar Weichen sagt er, "Nö, machen wir nicht dazu".....

    L.G. Patrick

  • Hallo Rainer


    Danke für den Hinweis. Die kenn ich, ebenso jene Teile die die Fa. Proform in der Schweiz anbietet. Aber beide Produkte, die aus der Schweiz sind aus Kunststoff, beide sind -sehr steil- und haben nicht die Schwellenteilung wie diese die Rhätische Bahn an ihren Schienen hat. Sinnvoll wäre Echtholz, 8,2° Abzweigwinkel und wenn geht Federzungen. Nachdem bei der Rhätischen Bahn auch das Profil UIC 60 verwendet wird, sollten die am Modell auch 5,35 mm hoch sein. Aber das dürfte wohl ein Traum sein der sich nie erfüllt. Selber bauen kommt nicht in Frage.


    Patrick

  • Nachdem bei der Rhätischen Bahn auch das Profil UIC 60 verwendet wird, sollten die am Modell auch 5,35 mm hoch sein. Aber das dürfte wohl ein Traum sein der sich nie erfüllt. Selber bauen kommt nicht in Frage.

    Das UIC 60 Profil dürfte dann aber schon eher die Neuzeit sein? Also ab späte Epoche 4 ?


    Das UIC 60 Profil ist 172mm hoch, was in 1:45 umgerecht 3,82mm wären. Ein Code 143 Profil dürfte die UIC 60 Schiene am Besten treffen.


    Hast du mehr Infos zu diesem Gleis?


    Danke und Gruß

    Djordje

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