Kraansen - das Original von Cry Ensen

  • Lieber Eckhard,


    was würde ich ohne Deine tollen Berichte machen? Super, das Du nun das Postgleis mit der Überdachung angehst. Mit dem roten Büssing Bus davor eine absolute Augenweide :thumbup:

    Ich selbst vernachlässige gerade den Bereich Kreiensen und bin oberhalb am Abschnitt Bahnhof Naensen mit Tunnel und Stroiter Brücke dran.


    Beste Grüße aus dem Odenwald


    Hans-Joachim

  • Moin moin,


    es waren doch nur 2-3 Wochen, nicht Monate 8)


    Der Postbahnsteig ist heute fertiggestellt worden. Ein etwas ungewohnter Anblick für mich - das Bauwerk sieht wie frisch erbaut aus. Aber so war es nun einmal, denn die Fertigstellung war erst im Jahre 1961. Ich werde mich daran gewöhnen. An die stark verkürzte Länge gegenüber dem Original habe ich mich ja auch schon gewöhnt, das fällt im Zusammenspiel mit den umgebenden Bauten und der Anlage gar nicht so sehr auf.


    Schwierig war nur die Anpassung auf den vor 30 Jahren gebauten Anlagenteil, da ich damals nicht mal im Traum daran gedacht hatte, den Postkomplex in diesem Umfang nachzubauen. Da die NSS im leichten Gefälle und die OWS in einer leichten Steigung liegen, treffen hier die Neigungen aus allen 4 Himmelsrichtungen aufeinander. Aber Probleme sind da um sie zu lösen, auch wenn es dabei von einem Problem zum nächsten ging, wie in diesem Fall mit dem 160 cm langen Teil.


    Die „Belebung“ dieses Bereichs wird später erfolgen und die Übergänge vom Gebäude zur Anlage werden noch bearbeitet. Im Augenblick bin ich mir noch nicht schlüssig, ob ich die noch fehlende Packum der Post mit den charakteristischen Oberlichtern zuerst erstelle oder doch den Bereich der Aufsicht West mit der Bushaltestelle etc. vorziehe. Kommt wohl darauf an, welches Bastelmaterial mir zuerst im Wege liegt... Auch fehlen mir noch Informationen zur Inneneinrichtung und den postinternen Abläufen bei der Paketumladung – aber vielleicht liest hier jemand mit, der jemand kennt, der jemand kennt, der dort mal gearbeitet hat.


    Die Fensterscheiben bestehen übrigens aus Vivak-Platten (Produkt von Bayer). Die sind beidseitig mit Schutzfolie versehen. Auf der Innenfolie kann man sehr gut die Lage der mittleren Fensterrahmen anzeichnen und dann von außen genau mit Nitro-Verdünnung aufkleben. Ist man ungeschickt und verschmiert die Scheiben, kann man die mit der Nitro-Verdünnung wieder säubern und sie sehen wieder fast klar aus. Ich habe sie nachträglich noch mit mattem Klarlack behandelt, da sie im Original auch nur halb durchsichtig waren.


    Aber nun zu den Bildern, die den Bau und ein paar vorläufige Arrangements zeigen.



















































    Postalische Grüße

    Eckhard

  • Hallo Eckhard,


    der Architekt wäre entzückt ob dieses kleinen Denkmals, das noch besser aussieht, als das Original mit seiner etwas unsensiblen stirnseitigen Dachverkleidung! Und höchster Respekt vor der mühsamen Fleißarbeit der Sägearbeiten, sie sind vorzüglich geraten! Es hieße nun, Eulen nach Athen tragen, die Brücke, den Wasserturm etc. und den ganzen Rest zu erwähnen ...

  • Moin,

    @ Reinhold: danke für den Denkmals-Aspekt.



    Alea iacta est. Diesmal dauerte es keine 12 Stunden bis zur Entscheidung, welches ich als nächstes Projekt in Angriff nehmen sollte. Es lag mir auch kein Material im Wege, nur das große über dem Abgrund frei schwebende Postamt sah schon etwas hängend aus und die Gefahr des Verziehens konnte ich nicht mehr ausschließen. Deshalb war schnell klar, dass der Posthof 1 zur Unterstützung unbedingt gebaut werden muss.


    Dieses Teil muss herausnehmbar bleiben, genau wie die schon vorhandenen 5 herausnehmbaren Teile in diesem Bereich. Und weil das Herausnehmen möglichst ohne größeren Aufwand erfolgen soll kommen wieder die praktischen Gewindestangen zum Einsatz, mit denen man sehr gut die Höhen anpassen und bei Bedarf korrigieren kann. Diverse Reste von Altmaterialien erlaubten eine stabile Konstruktion ohne weiteren Zukauf. Wichtiges Detail ist hierbei die wegschwenkbare und höhenverstellbare Stütze, die bei herausgenommenen Anlagenteilen den Zugang zur Anlage bei der Reinigung oder Wartung der Anlage nicht behindern soll. Keine besondere Konstruktion, aber vielleicht eine Idee auch für den einen oder anderen Anlagenbauer.


    Um die diversen Neigungen in diesem Bereich dauerhaft ausgeglichen und an die anderen Teile höhenmäßig genau angepasst zu halten, ist das herausnehmbare Teil ziemlich massiv und schwer gebaut und liegt somit gut und ohne Verzug auf seinen 2 Stützen auf. Da es auch nur eine spartanische Oberfläche in Form von Pflasterungen ohne große Detaillierung haben wird, ist das Handling problemlos möglich.



































    Es bleibt nun der Lückenschluss zwischen den Gebäuden. Wie das in etwa aussehen soll zeigt ein Blick auf das Vorbild.











    Grüße

    Eckhard

  • Moin moin,


    @ Thoralf: Du solltest das jetzt noch nicht weiterlesen, erst wenn Dich Deine Weihnachtslangeweile übermannt... :P


    Von den Originalbildern aus dem letzten Beitrag zum Nachbau in Spur 0, allerdings im Zustand von Anfang der sechziger Jahre:


    Vor den Festtagen ist der Rohbau der Pakum (Paketumladung) noch fertig geworden. Mit umgerechnet 180 qm zwar kleiner als das Original mit 450 qm, aber doch mit der charakteristischen Form.


    Die einzelnen Bauschritte könnt Ihr den Bildern entnehmen. Wichtig ist bei den ADDIE-Platten ein festes Verkleben mit einer hinterlegten nicht zu dünnen Polystyrol-Platte, da die großen Bohrungen für die Lüfter sonst das spröde Mauerwerk platzen lassen. Die Lamellen wurden aus dünnen Leisten hergestellt, ausgesägt und gefeilt und dann in Rohre eingeklebt, die wiederum in das Mauerwerk geklebt wurden.


    Die nächsten Schritte sind das Glattschleifen der gesamten Konstruktion, das Eindecken der Dachteile mit Schmirgelpapier, das Einsetzen der Oberlichter und die Konstruktion des Verbindungsteils zwischen Pakum und Postamt.





    Wünsche allen Lesern halbwegs frohe Festtage und weder Delta noch Omikron...

    Eckhard

  • Moinsen Eckhard,


    die Verkleinerung der Pakum fällt m.E. keinesfalls ins Gewicht, ist sie doch ein markantes, prägnantes Teil des großen Ganzen! Sie ist ein weiterer Baustein der Wiedergabe eines unwiederbringlichen, begreifbaren, sichtbaren Zeitabschnitts einer längst vergangenen aber unvergessenen Epoche. Ich kann mich nicht satt genug dran sehen!

    Bin auf 2022 gespannt: Bahnhofsgebäude Kreiensen…


    Weiterhin supergutes Gelingen


    wünscht, verbunden mit einem guten Rutsch

  • Moin auch im Jahr 2022!


    Zum Rückblick am Jahresanfang ein paar Bilder zum im letzten Jahr fertig gewordenen herausnehmbaren Gebäudeteil der Pakum mit der Verbindung für den Paket- und Briefbeuteltransport vom und zum großen Gebäude des Postamtes. Zunächst ein paar Bilder vom Bau:




















    Die Platzverhältnisse auf der Anlage ließen einen vorbildgerechten Nachbau zwar nicht zu, aber der Gesamteindruck ist in meinen Augen halbwegs stimmig und sorgt für den gewünschten Wiedererkennungswert (danke Hans für die ermutigenden Worte).


    Eine Inneneinrichtung habe ich (noch) nicht vorgesehen, da ich mich nicht genau erinnern kann, wie es darin ausgesehen hat, obwohl ich doch Anfang der achtziger Jahre dort mehrmals drin gewesen bin. Durch die erhebliche Verkleinerung der Grundfläche der Pakum würde auch eine Nachbildung der großen Paket-Sortieranlage nur rudimentär erfolgen können. Aber vielleicht erreichen mich doch noch irgendwann Bilder aus dem Inneren – das Gebäudeteil ist jedenfalls so konstruiert, dass ein Nachbildung des Innenlebens jederzeit nachträglich möglich ist. Nun die Bilder des in das Post-Ensemble integrierten Gebäudes:


























    Das Umfeld ist noch nicht gestaltet, da zuvor jetzt erst einmal das Hauptgebäude fertiggestellt werden soll. Dort zumindest können Teile der Inneneinrichtung nachgebildet werden. Zum Abschluss ein kurzer Überblick über den Postkomplex, der trotz seiner Verkleinerung einen sehr großen Platz auf der Anlage beansprucht:











    Ein halbwegs glückliches und gesundes Jahr 2022 wünsche ich allen mit der Hoffnung verbunden, endlich einmal wieder Fahrtage in kleiner oder besser größerer Runde bei mir durchführen zu können - allein ist es mir mit der Zeit doch recht langweilig...

    Eckhard

  • Gedanken zur Nacht ..


    ... Als ich gestern abend im Bett die letzte Bilderserie anschaute, musste ich viel über Dich nachdenken.

    Was passiert denn, wenn du 2022 das EG fertig gestellt hast und die Anlage damit ja quasi fertig ist?


    Da muss man sich ja ernsthafte Sorgen machen, schliesslich lässt bei uns Männern im hohen Alter ja die Feinmotorik ganz schnell nach, wenn man aus der Übung kommt!


    Um ein wenig ruhiger einschlafen zu können, habe ich mir folgendes ausgedacht:

    Du baust dann einfach an Nerlingen weiter, damit kriegen wir eine echte Win-Win-Situation hin.


    Na, das sind doch Vorsätze oder nicht?


    (Ich denke man kann mein deutliches Augenzwinkern nicht übersehen)


    In diesem Sinne alles Gute für 2022 und bleib gesund, Eckhard!

  • Eckard, Eckard mir graut vor Dir. (Zitat unbek.) will sagen: Wo soll das alles noch enden. Wo ist Dein Limit (Skillende?)

    Ich sehe z.Zt. keins.

    Es bleibt Dir nur eine Möglichkeit: Du mußt das Miniaturwunderland im Renomee übertreffen.

    Ich sehe schon die Schlangen die sich nach monatelanger Wartezeit im 15. Minutenrhythmus bei Dir drängen um Dein Kunstwerk betrachten dürfen.

    Erfolgreiches neues Jahr und dauerhafte Gesundheit.

    Husbert

  • Moin,


    ein paar ordentliche Baustellen finden sich immer wieder auf dieser wunderschön weitläufigen Anlage, da mach ich mir keine Sorgen ;) Erinnern wir uns ein wenig der guten alten Bahnpost mit ihren vielen unterschiedlichen Betriebsfahrzeugen, Postgleisen, Ladeszenen. Niemand hat sich daran gestört, wenn ein Paket mal einen Tag länger ging - heute schier unmöglich ohne gleich die Kavallerie zu rufen....

    Ohne das ich Kenntnis von den Postgebäuden am Abzweigbahnhof Kreiensen habe, architektonisch sind diese 60-iger Jahre Bauwerke irgendwie schrecklich anzusehen, so fasziniert mich die Umsetzung ungemein. Sei es die schiere Grösse der Anlagen, der Baustil ist nun nicht gerade einfach stimmig umzusetzen, und doch sind diese Postgebäude wieder sehr schön anzuschauen. Eckhard du hast ein Händchen auch für Grössenverhältnisse und Wirkung! Das lässt mich immer wieder staunend den Hut ziehen.


    Gruss, Dirk

  • Ein wunderschönes Ensemble. Vor allem in einer Größe und Umfang, die einen Gleisanschluß rechtfertigen. Ich weis, das gehört jetzt nicht unbedingt hier her, weil ja ein Vorbild nachgebaut wird, aber ich finde es halt schön, wenn Gleisanlagen und Umfeld ihre Abhängigkeiten darstellen können.


    Bitte weiter so.


    Gruß

    Klaus

    Der frühe Vogel kriegt den Wurm, aber die zweite Maus erhält den Käse

  • Es ist immer wieder faszinierend, wie das alles so zusammen passt. Nur von ein paar Bildern diese Stimmung zu erzeugen, traumhaft.

    Ich werde immer ganz aufgeregt, wenn das Glöckchen oben eine 1 anzeigt, dann weiß ich, das Eckhard wieder etwas eingestellt hat.

    Hoffentlich wird 2022 ein besseres Jahr, damit Du bald wieder Besuch in Kreiensen empfangen darfst. Bis dahin, bleib gesund.

    Gruß Dirk aus Sprockhövel

  • Lieber Eckhard, liebe Nuller,


    ich wünsche ein frohes neues Jahr mit Glück, Gesundheit, Erfolg und Schaffenskraft. Über Eure Details in Spur Null bin ich, Spur n 9 mm, absolut begeistert. Insbesondere Eckhards Buch und seine ganzen Detailinfos mit Bildern hier im Forum, bzw. Videos auf Youtube sind bei meinem Projekt Knotenpunkt Kreiensen und Weststrecke bis Naensen unentbehrlich geworden. Um neben dem Bauen auch zum Spielbetrieb zu kommen, gehe ich gemeinsam mit meinem Cousin einige Kompromisse ein und traue mich daher kaum, Bilder zu zeigen.


    Da ja in den letzten Posts einige als weiteres Bauprojekt Eckhard nach dem Bahnhof Kreiensen gefragt haben, würde ich meinen (der aus 2 Faller Bausätzen Bahnhof Bonn entstand) hier zeigen. Ich hoffe, nicht gegen Eure Regeln zu verstoßen und bin natürlich ein absoluter Fan von Eckhard.


    Beste Grüße aus dem hessischen Odenwald


    Hans-Joachim


  • Hallo Eckhard,


    ich bin ganz frisch hier im Forum und "Kraansen" ist einer der Gründe für meine Anmeldung hier. Ich habe den ganzen Thread verschlungen und bin begeistert von der Ausführung und den Ergebnissen.


    Danke auch, dass du die Fortschritte hier quasi mit der ganzen Welt so detailliert teilst. :)


    Sebastian

  • Moin,

    danke für Eure teils amüsanten Kommentare.


    Heute ein Bericht in 2 Teilen.



    Deutsche Bundespost

    Postamt (V)

    3350 Kreiensen


    Bevor es an die Inneneinrichtung des Postamts geht, möchte ich ein paar Vorbildfotos zeigen. Viele Monate hatte ich vergeblich versucht, in das Gebäude zu gelangen. Ich musste nun erfahren, dass diverse Nachmieter(innen) innen vieles umgebaut hatten. So blieben nur die eingeschränkten Möglichkeiten von außen einige Fotos von den Räumen im Erdgeschoss zu machen. Vieles blieb dabei unklar und insbesondere das Obergeschoss warf Fragen über Fragen auf.


    Mitten im Bau der Inneneinrichtung im Erdgeschoss tat sich aber eine unerwartete Quelle auf. Anlässlich der Schließung des Postamtes im Jahr 1995 wurden viele Aufnahmen gemacht und mir vor ein paar Tagen zur Verfügung gestellt. Zusammen mit meinen bisherigen Recherchen ergibt sich für mich nun ein Bild vom Zustand aus dem Jahr 1961.


    Auf der Hofseite 2 lag der Eingangsbereich. Dort kommen für mich aber auch Probleme in der Umsetzung hinzu, denn für die dreidimensionale Nachbildung des Adlers habe ich noch keine Idee. Eine Frage in die Runde: Könnte der große Briefkasten neben der Eingangstür schon 1961 aufgestellt worden sein oder wird das damals eher ein kleiner hängender Briefkasten gewesen sein?





    Nun weiß ich, dass sich im langgestreckten Obergeschoss die Briefabgangsstelle befand. Gerade hier sehe ich eine wahre Sisyphusarbeit auf mich zukommen, wenn ich die unglaubliche Menge von Sortierfächern für die Briefe sehe. Zudem fehlen mir die vielen Postsäcke. Die gab es mal von Paolo und ich habe die stattliche Anzahl von 3 Stück... Wenn hier jemand (Mehrzahl!!!) diese Säcke haben sollte und mir verkaufen würde, wäre ich hocherfreut. Angebote bitte per PN an mich.














    Zum Abschluss die Vorbildfotos von den im Modell jetzt fertiggestellten 2 Räumen vom Hof 1 aus aufgenommen.















    Zum Modell folgt heute noch der 2. Teil des Berichts.


    Grüße

    Eckhard

  • Hallo DVst HK,


    interessante Bilder eines tollen Projekts.


    Der Adler wurde 1962 von Karl-Henning Seemann gefertigt, ist in Schweißtechnik entstanden und hatte einen Durchmesser von 120 cm. Details siehe hier.


    Viel Erfolg weiterhin!


    Gruß

    EsPe

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