Kraansen - das Original von Cry Ensen

  • Moin,


    man ist das ein impossanter Koloss geworden. Der Herr Intze würde sich freuen! Ziehe den Hut Eckardt :thumbup: Daran sieht man erstmal wieder, was Weite und Grösse in der Realität ausmachen.


    Gruss, Dirk

  • Der Wasserturm zu Kreiensen – mission accomplished

    Moin und danke für die Blumen,


    das Wetter hatte sich beruhigt und stand einer Lackierung im Freien nicht entgegen. Zunächst ein Plastic Primer, darauf ein Glanzlack RAL 7011. Nach Durchtrocknung zunächst die Laufbretter in dünnem braun oberflächlich gestrichen, danach ein Weathering mit wenig schwarzer Zeichentusche und ganz viel Alkohol – Prost!


    Im Frühjahr und im Herbst bevölkerten hunderte von Rabenvögel (Raben und Krähen) die Kuppel des Wasserturms – von dem damit einhergehenden lautstarken „Kraa, kraa“ stammt auch das Wort „Kraansen“. Das musste im Modell natürlich nachempfunden werden, wenn auch nicht in dieser riesigen Anzahl. Die Rabenvögel habe ich von der Firma Klingenhöfer bekommen, hier im Forum bekannt als „Creativ-Modellbau“. Diese bemalten Tierfiguren sind zwar nicht billig, aber in Anbetracht ihrer Qualität in meinen Augen doch wieder preiswert, auch weil das Material an den dünnen Füßen der Vögel erstaunlich widerstandsfähig ist und nicht so schnell bricht.


    Abschließend wurde noch ein matter Klarlack aufgetragen und der Wasserturm in seine inzwischen gestaltete Umgebung abnehmbar eingesetzt. Aufgrund seines hohen Gewichts ist keine zusätzliche Befestigung erforderlich. Etwas störend sind nur die Lichtreflexe der Anlagenbeleuchtung auf der Kugel trotz des aufgetragenen Mattlacks, das aber auch nur auf den Fotos. Bei normaler Betrachtung im Anlagenraum ist das weitaus weniger störend.





























    Ich hatte lange überlegt, ob ich die Rabenvögel vor oder nach dem matten Klarlack festklebe, habe mich letztendlich wegen des eventuellen Glanzes und der Haltbarkeit der Klebestellen für ein Einnebeln der Nebelkrähen mit Mattlack entschieden, auch wenn dadurch der feine Glanz des Gefieders etwas leidet.












    Vor dem Bau des Wasserturms hatte ich einen Heidenrespekt gehabt und war mir nicht sicher, ob ich den nach meinen Vorstellungen überhaupt bauen kann. Nun steht er da und es war doch gar nicht so schlimm... Aber wie sagte doch der kleine Tiger: "Wie gut wenn man einen Freund hat, der ein Gerüst bauen kann. Dann braucht man sich vor nichts zu fürchten." Na ja, eigentlich ging es in dem Zitat um ein Floß - aber das wäre ja zu einfach gewesen und zudem unbrauchbar für die Anlage. :D

    Grüße

    Eckhard

  • Hallo.

    Im Grunde kann man nur Staunen !!!!! Aber nach drei Besuchen in Kreiensen braucht man sich über die Arbeit von Ekhard auch nicht mehr zu Wundern, alles was er Anfängt ist Perfekt bis ins kleinste Detail. Er ist ein Modellbauer ( und guter Kumpel ) der Superlative und man kann sich nur eine Scheibe davon abschneiden oder versucht sie mit zu nehmen. Mehr geht leider nicht.

    Schöne Grüße

    Hein

    Ich baue nach dem Grundsatz " meine Anlage wird nie fertig " :thumbup:

  • Danke für Euer umwerfendes Feedback.


    Ja, der Vogelschiss könnte noch aus den Krähen herausgequetscht werden. Aber vorher muss ich das Bild des Turms auf der Anlage noch auf mich wirken lassen, da ich immer mehr das Gefühl habe, dass er etwas zu frisch aussieht, eher wie in den zwanziger als in den sechziger Jahren.

    Schaun mer mal, dann sehn mer scho :/

    Grüße

    Eckhard

  • Moin Eckhard,


    ich würde noch etwas an dem RAL 7011 herumspielen. Zunächst ein dunkles Washing (nicht schwarz, eher eine Misching Richtung dunkles Sepia) auftragen und auf den Flächen zwischen den Bändern wieder abtragen. Die von Dir gerne genutzte R&K Tusche 29 761 geht bestimmt auch. Anschließend würde ich die Flächen etwas "unsauber aus der Hand" mit der Airbrush bleichen, also immer nur kurz auf die Mitte der Fläschen halten. Das geht mit einem Filter oder auch bestens mit Weinert Klarlack mit reichlich Mattierungsmittel. Dann sollte sich nebenbei der Effekt des Spiegelns der Raumbeleuchtung ebenfalls gemildert haben.

  • Hallo Eckhard,


    Deine Bautechnik, Deine Materialwahl und das Ergebnis. Einfach genial gut! Eben "Kraansen"! :thumbup: :thumbup:


    Wenn Du den "fabrikneuen" Zustand des Wasserspeichers nach einer angemessenen Weile der Betrachtung und ggf. im Vergleich mit vorhandenen Fotos davon, in den entsprechenden Bereichen etwas in der Zeitschiene zurückbefördern solltest - dazu die Krähen wohldosiert ein wenig ausquetscht - vielleicht findet sich ja noch die ein oder andere Taube zusätzlich, falls nötig ;) , würde dies sicher den super Eindruck den dieses Bauwerk macht, weiter sehr gut abrunden... bin mal gespannt, ob und wann es Dich in den Fingern juckt...

  • Hallo Eckhard,


    Komplimente aller Orten - mit viel Recht - und hier noch meines dazu.


    Am meisten faszinieren mich (schon immer) Deine Wege, aus Materialien welche man zunächst nicht unbedingt mit Modellbau in Verbindung bringt irgendwas zu gestalten. So auch bei Deinem Wasserturm: Lampe - Glaskugel - Wasserturmbehälter - Moba. Nicht nur vom Modellbau her (Deine Qualifikation werde ich nie erreichen) sondern auch von der im positiven Sinne "schrägen Denke" her bist Du wirklich einer der Wenigen an dem ich mich orientiere - um nicht zu sagen mir ein Vorbild nehme.


    Viel Spass noch mit Deiner Wahnsinnssupermoba wünscht ...

  • Moin,

    ich konnte es nicht mehr mit ansehen, der Wasserturm war einfach zu neu!


    VORHER:




    Etwas Zeichentuscheam Turm und einiges an Pulverfarben an der Kugel ergeben ein besseres Bild des Wasserturms in den sechziger Jahren. Zwei der Krähenvögel war es bei der Behandlung zu ungemütlich und sie sind weggeflogen. Auf den mit Pulverfarben behandelten Oberflächen haften sie leider nicht richtig und sie werden es sich demnächst in den umliegenden Bäumen bequem machen...


    NACHHER:













    Zeit für das nächste Projekt... Gestern habe ich schon einmal Maß am Original genommen. Das ist zwar nur noch ein Relikt aus besseren Zeiten, Wird aber nun im Zustand der sechziger Jahre seinen Platz auf meiner Anlage finden. Wer Kreiensen kennt, weiß was das mal war.





    Grüße

    Eckhard

  • Moin,


    @ Robert: Das Empfangsgebäude ist noch nicht dran, vorher muss noch der Postkomplex fertiggestellt werden.


    Die Überdachung mit der Halle am Postbahnsteig ist das neue Projekt. Die Umsetzung auf der Anlage ist eine echte Herausforderung, da die vorhandene Länge im Modell für den Nachbau nur etwa 1/3 des Originals hergibt. Ich kann also nur versuchen, die charakteristische Bauweise stark verkürzt nachzuempfinden. Verschiedene Überlegungen bis hin zum Einbau einer Weiche und Verlängerung des Ladegleises hatte ich durchgespielt, musste aber einsehen, dass die Zugänglichkeit der Anlage gewahrt bleiben muss und der Dachboden nicht um 2-3 Meter verlängert werden kann.















    Deshalb wurde zuerst die tragende Mitte konstruiert und immer wieder auf der Anlage die Optik kontrolliert. Mehrmals wurden Länge und Breite getestet und verändert. Die gefundene Lösung ist ein Kompromiss – wie so oft bei der Umsetzung ins Modell.











    Das Mittelteil wurde vervollständigt, wobei die Tore erst zum Schluss eingesetzt werden sollen. Die das Dach tragenden Betonelemente wurden handgeschnitzt und die erste Hälfte davon auf das Mittelteil aufgeklebt. Erst dadurch ergibt sich der ungefähre künftige Eindruck.






























    Jetzt geht es weiter mit dem „Gießen“ des Betons für das Dach. Aus pekuniären Gründen habe ich auch hier „handmade“ gegenüber fertigen Leisten den Vorzug gegeben. Außerdem schien mir nach Versuchen mit noch vorhandenen Profilen die Konstruktion damit zu instabil zu sein. Aus einer vorhandenen 3 mm starken Polystyrol-Platte entsprechende Streifen zu sägen, ergibt bei den Preisen für fertige Profile einen Stundenlohn von etwas mehr als dem derzeitigen Mindestlohn. Als Ruheständler hat man schließlich nicht mehr so viel Geld fürs Hobby übrig – Zeit dafür ist hingegen genug da.




    Grüße

    der "echte" Eckhard

  • Moin schon wieder,


    es zogen bedrohliche Wolken über Kreiensen auf, die meine Sicht auf das bisher Geschaffene in einem anderen Licht erscheinen ließen. Sogar Josef, die Krähe auf dem Wasserturm ganz oben, schaute bedenklich auf das Werk.





    Beim Jonglieren mit der Länge und Breite der Dachkonstruktion hatte ich die Höhe außer Acht gelassen. Die Leichtigkeit der Konstruktion des Vorbilds war abhandengekommen. Die Träger waren aufgrund der Breitenreduzierung des Daches einfach zu fett geworden, richtig adipös. Sowas merkt man immer erst, wenn es fast zu spät ist – wenn man nicht ändert, was einen stört, ärgert man sich bis ans Ende aller Tage. Also musste ich die dicken Träger noch einmal rausreißen und bearbeiten, jetzt sehen die wieder vorbildmäßiger aus.










    Die Länge der Konstruktion kann ja auch nicht groß genug sein. Wenn der Platz an der Anlagenkante nicht reicht, kann die Postumladung ja auch in Richtung EG verlängert werden. Je länger desto besser und 2 Felder kriegte ich noch hin - Länge läuft. Das Häuschen für den eigentlich geplanten Fahrradständer des Vorbilds ist nicht so wichtig wie der Gesamteindruck der Konstruktion am Postbahnsteig. Länge, Breite und Höhe sind jetzt einigermaßen stimmig und es kann auch das „Gießen“ des Betons der Dachkonstriktion beginnen.




















    Grüße aus Kraansen

    Eckhard

  • Hallo Eckhard,


    habe gerade mal wieder (zum wievielten Mal eigentlich???) Deine Kraansen-DVD angeschaut und freue mich schon auf eine Neue mit all Deinen tollen Ergänzungen nach den bisherigen Filmaufnahmen........ .


    Beste Grüße aus Murksbach

    Carl

  • Moin,

    heute mal ein kurzer Zwischenstand, der aber viel Arbeit gemacht hat. Denn leider konnte ich die Betondecke nicht gießen und musste die stattdessen Streifen für Streifen aufbauen, Muskelkater in den Fingern inklusive, der „Handsäge“ sei Dank. Aber alles hat ein Ende, nur die ... Postanlage noch lange nicht, denn da fehlt ja noch einiges, wie z.B. die Packum.


    Nun steht das durch das ausladende Dach kopflastige Gewerk auf der Anlage und wird Stück für Stück auf der Rückseite zugemauert – es ist ja 1963 und da war die Konstruktion nicht so nackig wie 2021.


    Jetzt gehen auf jeden Fall die Arbeiten wieder leichter von der Hand und eine finale Befestigung des fertigen Stücks auf der Anlage ist nicht mehr fern. Wenn es soweit ist, folgt der nächste Bericht in 2,3 Wochen oder Monaten...


    Eckhard



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