Kraansen - das Original von Cry Ensen

  • Moin moin,


    nicht dass Ihr denkt, dass in der Güterwagenwerkstatt im Bw Kreiensen die Arbeit im Sommerloch verschwunden wäre – ganz im Gegenteil, die Güterwagenwerkstatt hatte Vollauslastung!


    Der raue Betrieb auf der Nord-Süd- und der Ost-West-Strecke fordert ja seinen Tribut und da mussten ein paar Güterwagen dran glauben und sehen jetzt alt aus, aber nicht zu alt für den Betrieb in den sechziger Jahren. Ansonsten waren das nur Kleinigkeiten wie Kupplungen, Bremsschlauchkupplungen samt Hauptluftleitung, Dampfheizkupplungen mit Dampfheizleitung, teilweise Rangierertritte, Zettelhalter, Bremseinrichtungen oder Dacheindeckungen. Daneben gab es selbstverständlich auch ein paar einschneidende Umbauten.



    Los geht´s mit den Gebäckwagen, obwohl das Arbeiten darin damals nicht gerade süß war:













    Auch Kreiensen International ist angesagt: Wagen der SNCF und der SBB-CFF findet man hier, wie auch welche der ÖBB oder der DR:



















    Dann natürlich die allgegenwärtigen G-Wagen in Regel- und Sonderbauart:


























    Diverse Ladungen auf oder in Güterwagen sowieso:
















    Auch den Viehtransport gab es in den sechziger Jahren noch bei der DB:













    Leerwagen waren ebenfalls häufig zu beobachten:
















    Und schließlich die unverwüstlichen G 10 für den Stückgutverkehr:















    Die Vogelperspektive auf die Richtungsgleise der Westseite verschafft zum Schluss einen Überblick über die erledigten Arbeiten der Güterwagenwerkstatt und verrät schon einmal die Hauptdarsteller für das nächste Video demnächst irgendwann:











    Eckhard

  • Die BR 93 war früher neben den BR 55, 56 und 91 als Berglok und zum Nachschieben in Kreiensen stationiert. Allerdings war das in Epoche 2 und es waren alles Loks der Bauart T 14.



    Und die T 14.1? Da gab es die 93 526, die von 1952 bis 1968 in Hannover Hgbf stationiert war. Von dort aus beförderte sie auch Nahgüterzüge von Hannover bis Kreiensen und zurück. Und gegen Ende ihrer Dienstzeit wurde sie oft vor Sonderzüge im Harz bis Altenau eingesetzt. Ihr Weg dorthin führte sie dann auch immer wieder über Kreiensen.











    Von solch einem Einsatz der 93 526 vor einem Ng von Hannover will ich heute berichten. Dieser Ng hat Wagen für die Unterwegsbahnhöfe bis vor Kreiensen gebracht und gleichzeitig von Elze(Han), Banteln, Alfeld(Leine) und Freden(Leine) Wagen nach Kreiensen gebracht. Insbesondere Stückgutwagen, einen Kesselwagen der Hannoverschen Papierfabrik in Alfeld und natürlich Wagen mit landwirtschaftlichen Produkten sowie leere Wagen.











    Diese Wagen werden entweder der Eilgut-Umladung in Kreiensen zugeführt oder gehen über den Ablaufberg in die Richtungsgleise. Und Maradonna spielt im Video auch mit – in seiner Paraderolle als „die Hand Gottes“.


    Eine Wagengruppe wird in Gleis 5 für einen Dg nach Göttingen bereitgestellt. Dabei ist zu beobachten, dass der Gefahrgutkesselwagen und der mit Vieh beladene G 10 nicht vom Berg ablaufen (dürfen). Außerdem darf der mit Strohballen beladene Wagen nicht direkt an die Dampflok gekuppelt werden – wegen Feuergefahr mussten sich damals immer 2 Schutzwagen zwischen Dampflok und der Strohladung befinden. Die erfahrenen Rangierer damals betrachteten dies aus eigener Erfahrung allerdings nicht als ausreichend und kuppelten möglichst noch mehr Wagen zwischen Dampflok und Strohladung.




    Während des Rangierens fährt im Video noch der Eilzug von Göttingen nach Hannover in das Gleis 3 des Bahnhofs Kreiensen ein (auf den Fotos Gleis 1). Dessen Zuglok ist aber Thema eines anderen Berichtes.






    Nachdem die 93 526 die Stückgutwagen bereitgestellt hat, verschwindet sie zunächst aus unseren Augen in Richtung Bw Ost zum Entschlacken, Kohle und Wasser fassen.


    Stattdessen sehen wir nun die 50 2489 des Bw Lehrte, die den Dg nach Göttingen befördert und in Kreiensen die Wagengruppe aus Gleis 5 annimmt. Auch der Eilzug in Gleis 3 setzt seine Fahrt nach Hannover fort.


    Frisch restauriert kommt die 93 526 die Wagen für den Ng nach Hannover aus den Richtungsgleisen abzuholen. Die erste Gruppe ist für Hannover Hgbf bestimmt und die 2. Gruppe am Schluss wird in Elze(Han) für Hildesheim abgehängt. Nach der üblichen Zugfertigstellung kann die Fahrt auch sofort starten. Der Ng verlässt den Bahnhof Kreiensen und mein Bericht endet an dieser Stelle.



    https://youtu.be/hHfx_QxfJO0




    Nachzutragen bleibt noch das Thema der Decoder-Einstellungen. Das relativ laute Brummen des Decoders der 93er und insbesondere auch die Zufallsgeräusche, die dann meist an der falschen Stelle kommen, müssen noch bearbeitet werden. Aber da hoffe ich auf den baldigen Beistand von Freunden.


    Eckhard

  • Hallo Christoph,
    das stimmt, nicht einmal das Programmieren der geringsten Beeinflussung der Lastregelung hilft - wirklich nur Lastregelung aus.
    Aber dann ist auch eine verschlechterung der Laufkultur, speziell über Weichenstraßen zu merken.
    Das nervt mich sehr. Bei den Lenz-Loks ist das ganze viel angenehmer.
    Was muss ich tun?
    Neuen Decoder oder neuen Motor oder beides?
    Gruß, René aus KW

  • Hurra zusamen,


    wenn ihr die Lastregelung ausschaltet, dann wird die Last auch nicht mehr geregelt :thumbup: Heißt, daß die Lok bei gegebenen Fahrwiderständen und fest vorgegebener Fahrstufe eben entsprechend schnell oder langsam läuft – oder stehen bleibt :thumbdown: Das macht sich insbesondere im unteren Geschwindigkeitsbereich bemerkbar. Anfahren und Anhalten können dann tw. sehr ruppig ausfallen, da ist nix mehr richtig steuerbar, da komplett ungeregelt. Und wegen der undefinierten Fahrzustände wird das Bremsgeräusch zum Fahrzustand der Lok auch nicht mehr passen (bricht noch in der Fahrt ab oder quietscht fröhlich weiter, während die Lok noch steht). Maßnahmen: Regelungsparameter CV51-56 solange applizieren, bis ein Kompromiß aus Fahrverhalten und Störakustik erreicht ist. Bedatungsvorschläge an dieser Stelle wären Unsinn, da jedes Modell ein Unikat ist mit ganz eigenen Fahrwiderständen... :(


    Viele Grüße,


    Christoph

  • Hallo allerseits,


    ein Repräsentant besagter Firma sagte mir letzten Freitag bei der Vorstellung der BR86 in unserem Verein, dass das Brummen ein Merkmal des ESU-Decoders wäre und man es nur durch Abschalten der Lastregelung vermeiden kann. Nach meiner eigenen Erfahrung mit einer größeren Anzahl von Lokumbauten ist das Problem die Kombination aus ESU-Decoder und Faulhaber-Motor. Bei einer Ludmilla, der ich einen neuen Antrieb mit Zahnriemen und großem Faulhaber verpasst hatte, habe ich die einschlägigen CV rauf und runter programmiert, ohne das Brummen loszuwerden. Ohne Lastregelung einwandfrei. Ein schlechteres Fahrverhalten der Lok konnte ich dadurch nicht feststellen.


    Im Übrigen kann das jeder selbst ausprobieren. Einfach die CV 49 auslesen, vom gefundenen Wert eins abziehen und neu schreiben schaltet die Lastregelung aus. Also z.B. CV 49 = 19 minus 1 = 18 neu schreiben. Zum Einsschalten eins addieren. Natürlich nur bei ESU-Decodern. Lenz-Loks haben Lenz-Decoder und eine völlig andere Art der Lastregelung, die aber nur bei Lenz-Loks realisiert ist.


    Interessanterweise funktionieren alle MTH-Loks, die ich bisher umgebaut habe, mit ESU-Decodern und den Originalmotoren einwandfrei. Da brummt nix, wenn man die Lastregelung auf den Typ "Bühler Motoren" einstellt und die Langsamfahreigenschaften sind recht gut.


    Gruß


    Christoph

  • Moin mal wieder,


    noch ist Fahrzeugherrichtung angesagt und die Recherche zur 50er mit offenem Führerhaus und Wannentender führte mich zur 50 1140 vom Bw Göttingen Rbf. Es wird immer schwieriger, die letzten Jahre der Stationierungen im Bw Kreiensen bis 1963 und die der umliegenden Bws nachzuvollziehen, da kaum noch alte Lokführer aus dieser Zeit unter uns weilen. Aber häufig klappt das dann doch noch.


    Das Modell aus der Schachtel hat aber den Nachteil, dass es wenig Ähnlichkeit mit der Vorbildlok gemein hat. Hingegen entspricht die 50er Kab aus demselben Hause genau der Vorbildlok. Da ist doch ein Partnertausch naheliegend. Und der ergab sich dadurch, dass ein Freund eine 4-domige 50er Kab für sich gern haben wollte.


    Also die 50 1140. Die war bis 29.09.1963 beim Bw Göttingen Rbf stationiert, bis sie danach an das Bw Hameln abgegeben wurde. Zu diesem Zeitpunkt stand die Lok kurz vor eine HU und man sah es ihr an, dass sie in den 7 Jahren nach einem Kesseltausch (1956) ganz schön rangenommen worden war. In der Zeit beim Bw Hameln machte die Vorbildlok im Rahmen der HU vmtl. 1965 ebenfalls einen Partnertausch und erhielt einen Kabinentender und auch beidseitige Indusi, jedenfalls belegt dies ein Foto in Hildesheim von 1967.


    Ich orientiere mich bei der Alterung immer an Vorbildfotos und versuche, das Aussehen der Vorbildmaschine wiederzugeben. Von der 50 1140 sind mir leider keine Farbfotos bekannt und so mussten s/w Fotos interpretiert und vergleichbare Maschinen Modell stehen.


    Eine wirklich heruntergefahrene Alterung eines Modells ist schwieriger, als nur eine leichte Alterung. Zunächst wird mit Zeichentusche, Ausziehtusche, etwas Pigmenten und ganz viel Alkohol die Lok von oben bis unten „eingesaut“.





    Nun werden die Lokputzer des Bws losgeschickt und müssen mit dem Putzlappen und Unterstützung durch Lokführer und Heizer einige Bereiche der Lok gründlich säubern. Im Modell geschieht dies mit Wattestäbchen, einem kleinen harten Borstenpinsel und Wasser sowie etwas Alkohol. Nach dieser Putzaktion erhält die Maschine das typische Aussehen, das man auf Bildern der 60er und 70er Jahre oft sehen kann. Allerdings ist der Kessel noch nicht so vergammelt, wie es in der Epoche 4 häufig zu sehen war. Detailreiche Bilder des Modells helfen dabei ungemein, etwaige Patzer bei der Alterung zu entdecken, die dann noch nachgebessert werden können. Und nebenbei hat man auch noch etwas fürs Forum hier.


































    Die 50er Kab ist die 052 286-2, eine Epoche 4 – Maschine, wie ihr Name schon sagt. Durch den Partnertausch konnte auch hierbei ein Modell einer Vorbildlok entstehen. Anhand von Farbfotos konnte darüber hinaus der Erhaltungszustand dieser Maschine in der Zeit der 70er Jahre ziemlich genau wiedergegeben werden. Auch diese Maschine hat die für viele 50er dieser Zeit typischen Putzstellen aufzuweisen. Hingegen wirkt ihr Kessel schon arg heruntergekommen, es überwiegen an ihm die Braun- bzw. Rosttöne. Was noch fehlt sind die Lokschilder, die vom Zulieferbetrieb PP erwartet werden. Bis dahin wird sie vom Bw Kreiensen als Leihlok im schweren Güterzugdienst eingesetzt, bis sie dann in ihr Heimat-Bw überführt werden kann.






































    Ein paar letzte Arbeiten sind von der Kreienser Lokwerkstatt noch zu erledigen, dann geht es endlich wieder in den Anlagenraum zur Winterbausaison 2018/19, die Anlage wartet schon.
    Eckhard

  • Hallo Thoralf,


    ich könnte mir gut vorstellen, dass es sich um den Preiser Lokführer aus Art. Nr. 65372 handelt, den Eckard womöglich feingetunt hat, wie er das ja sonst auch immer bei allen Modellen in Perfektion macht. Auch die Armhaltung würde dafür sprechen können.


    Anbei mal 2 Fotos von den Originalen zum Vergleich anbei.


    https://www.dropbox.com/sh/9dv…VO8DGNIZEH_JuPHtC6da?dl=0


    Nur meine unmaßgebliche Meinung.

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