Weichenherzstücke polarisieren

  • Hallo Thorsten,


    bekommst Du nicht Probleme mit dem Antrieb und der labilen Lenz Stellstangenkonstruktion (alt) wenn Du beide Gelenke so versteifst?



    Gruß aus dem Süden,
    Bernd

    Schreibt mir ruhig bei Fragen und Anmerkungen. Ich bin meist recht umgänglich... :P

  • PS. Bernd,


    das habe ich mich auch schon gefragt?????


    Auch Dir ein gutes neues Jahr, Franky. :P 8)

  • Hallo Bernd,


    bekommst Du nicht Probleme mit dem Antrieb und der labilen Lenz Stellstangenkonstruktion (alt) wenn Du beide Gelenke so versteifst?


    Nein, nach zwei Betriebstagen noch nicht. Ende Januar kann ich sicherlich genaueres sagen, dann liegt ein zweitägiges Ausstellungswochende hinter der Konstruktion. So wie es aber bis jetzt läuft sehe ich keine Probleme.


    Genau diese sehr dünne und flexible Doppelstangenkonstuktion (alt) hatte ich eigentlich als die "Schwachstelle" im Langzeitbetrieb vermutet, aber genau das Gegenteil ist bisher bei mir der Fall, durch diese hohe Elastizität ist das Material sehr gut belastbar. Drei Jahre habe ich den Servoantrieb in Benutzung. Der Servodraht wird rechts aussen (oben) durch eine 0,6mm Bohrung durchgeführt. Wenn Du den Stellvorgang in höchster Auflösung Dir anschaust, wirst Du im Stellvorgang von Gerade auf Abzweig, in dem gedrückt wird, keine Verwindung erkennen können. Der Hebelarm vom Gelenk zur Stellstange ist so groß, das der Draht keinen großen Wiederstand darstellt. Ich verwende allerdings große Graubner Servos mit 1.2mm Federstahldraht, die so eingestellt sind, das die Weiche wie beim Vorbild verriegelt ist. Ein Aufschneiden ist nicht mehr möglich.


    Mit Gruß, Thorsten

  • Hallo,



    ich hol' das Thema mal wieder in die Gegenwart:


    Sicher, polarisierte Herzstücke verbessern die Stromversorgung. Auf der anderen Seite legen sie gleich die gesamte Anlage lahm, wenn man mal wieder eine Weiche aufschneidet. Klar, darf man nicht und wenn man zugibt, dass einem das schon mal passiert, ist man bei manchen Spezialisten schon mal unten durch. Schlimmer ist eigentlich nur noch, wenn man zugibt auch mal gern im Kreis zu fahren :D


    Wenn man polarisiert, dann aber richtig und das bedeutet, dass die Weichen Decoder nicht durch den Booster versorgt werden dürfen, der auch die Fahrzeuge versorgt. Sonst steht im Kurzschlussfall alles und man muss die Weiche per Hand freiräumen. Das Publikum ist sicher amüsiert, wenn man seine 5 kilo Messing mit blockierenden Rädern von der Weiche bekommen will. Klar, dass da noch ein langer Zug mit "echten" Kupplungen dranhängt.


    Haben die Weichen ihren eigenen Booster, geht das eleganter. Man kann die Weiche stellen, der Kurzschluss ist somit beseitigt. Also kann der Fahrbooster wieder aufgeschaltet werden und es geht weiter...


    Gibt es da einen Nachteil? Ja, die bequeme Versorgung der Lenz Weichen über die Schiene kann man sich abschminken. Eigener Weichenbooster bedeutet auch eigener Anschluss der Weichen.


    Ich für meinen Teil bin zu dusselig für polarisierte Weichen. Jetzt heißt es auch noch zu rangieren, wenn man richtiger Nuller sein möchte. Da müsste ich erfahrungsgemäß zu oft den Booster wieder vom Kurzschluss befreien ;)


    Gruß Uli

  • Hallo Uli,


    es gibt noch eine zweite Lösung, mit der kann man die Weichen auch aufschneiden:


    Polarisieren mit Frog Juicern von Tam Valley


    So können die Weichen Decoder auch über die Schiene versorgt werden.

    Gruß vom Bodensee


    Weichen-Walter

  • Hallo Walter,


    'schon mal von gehört und sicher eine Alternative.


    Gruß Uli

  • Ich habe meine 30 Lenz E-Weichen mit Esu Servodecodern und Extensionmodulen polarisiert. Funktioniert hervorragend, saubere Schaltung und nix mit Kurzschlusserkennung und dergleichen.


    Der Decoder weiß ja nicht, dass kein echter Servo dranhängt.

    Freundliche Grüße aus Oberhessen,
    Steffen :)

  • Noch kurz was dazu:


    Zuerst war der Wunsch da, meine Herzstücke zu polarisieren. Wie nun?


    Anruf bei Weichen-Walter:


    Frog Juicer funktioniert gut, ABER:
    1.: Bitte keine zu lange Kabelverbindung zwischen Herzstück und der Platine, sonst kann es sein, dass der Kurzschluss nicht erkannt wird.
    2.: Bitte aufpassen bei Fahrzeugen mit langen Achsständen, hier kann der Kurzschluss das Fahrzeug zum Stoppen bringen.
    3.: Bitte immer die Schienen sauber halten, sonst kann es sein, dass die Lok nicht erkannt wird und entsprechend nicht der Kurzschluss.


    Ein Aber hätte mir gelangt, drei waren dann aber doch zuviel.


    Ich weiß, dass hier viele den Hex Frog Juicer ohne Probleme einsetzen, aber letzten Endes habe ich mich gefragt, warum so einen Quatsch wie eine Polarisierung nach dem Prinzip der Kurzschlusserkennung einbauen?


    Da ich zwei Bogenweichen von Lenz habe und drei Handweichen auch mit einem Servo schalten muss, bin ich auf die Lösung gekommen:
    Alle Weichen werden nun mit einem Servodecoder und einem Extensionmodul von Esu polarisiert. Den Decodern ist es ja egal, ob nun in echt ein Servo an der Schaltung hängt oder nicht.


    Jetzt habe ich eine saubere Polarisierung aller Herzstücke, ohne jedes Aber und ohne jede Kurzschlusserkennungs-Schaltung.


    Bei meinen 30 Weichen von Lenz lag der Mehrpreis gegenüber dem Juicer bei vielleicht einem Güterwagen, der Verkabelungsaufwand ist identisch.


    So kann ich diese Lösung jedem ans Herz legen, der eine saubere Polarisierung seiner Herzstücke vornehmen möchte, die beim Schalten der entsprechenden Weiche sofort die richtige Polung ans Gleis bringt und nicht erst auf einen von der Lok verursachten Kurzschluss warten muss, um die Polung zu wechseln.

    Freundliche Grüße aus Oberhessen,
    Steffen :)

  • Hallo!
    Ich verwende seit Jahren (auch schon vor Spur 0) Hoffman-Weichenantriebe. Die haben einen Umschalter, der sich für die Polarisierung des Herzstückes nutzen lässt.
    Leiser Antrieb, Geschwindigkeit regelbar, mit Herzstückpolarisierung - zu einem sehr zivilen Preis.
    Und für die, denen grundsätzlich alles zu teuer ist, gibts bei Conrad die Billigkopie.


    Heiner

  • Hallo Heiner,


    die Hoffmann Antriebe kann ich auch empfehlen, zumindest die aktuellem schwarzen. Die Regelung der Stellgeschwindigkeit würde ich tunlichst nicht verwenden. Da wird mechanisch der Motor abgebremst.


    Die Conrad Antriebe sind billige Versionen der alten Hofmann Antriebe. Als reiner Antrieb für H0 gerade noch akzeptabel. Die eingebauten Polschalter sind aber unzuverlässig und würden beim ersten Kurzschluss einer durstigen Null Lok verkleben.


    Gruß Uli

  • Hallo zusammen,


    nachdem nun in zweifacher Hinsicht polarisierenden Artikel meines Vorschreibers Steffen78 möchte ich einfach ein paar Fakten präsentieren, danach kann jeder selbst entscheiden mit welcher Methode er seine Herzstücke polarisiert, wichtig ist m.E. nur, dass sie polarisiert sind!


    1.: Bitte keine zu lange Kabelverbindung zwischen Herzstück und der Platine, sonst kann es sein, dass der Kurzschluss nicht erkannt wird.
    2.: Bitte aufpassen bei Fahrzeugen mit langen Achsständen, hier kann der Kurzschluss das Fahrzeug zum Stoppen bringen.
    3.: Bitte immer die Schienen sauber halten, sonst kann es sein, dass die Lok nicht erkannt wird und entsprechend nicht der Kurzschluss.

    zu Punkt 1:
    Grundsätzlich bauen wir die Frog Juicer (Duo) immer in der Nähe der Weichen ein. Nun haben wir allerdings bei einer Bahnhofsausfahrt die Situation, das auf zwei Modulen jeweils eine Weiche verbaut ist, somit mussten wir den Frog auf der Unterseite von Modul 1 befestigen und ein ca. 110 bis 115 cm langes Kabel bis zum Herzstück der Weiche auf Modul 2 verlegen. Keine Probleme während des Fahrbetriebes !


    zu Punkt 2:
    Wir setzen Triebfahrzeuge von der "kurzen" Köf bis zur laaaangen Lulu (BR232) ein, auch 26,4 m Wagen (Interregio-Wagen mit Beleuchtung) fahren ab und an über die Strecke; Keine Probleme während des Fahrbetriebes !


    zu Punkt 3:
    Unser letztes Fahrtreffen (über 4 Tage von morgens 09:00 bis teilweise zum nächsten Morgen 01:00 h) fand Anfang Juni in Stromberg statt, die Gleise und Weichen wurden stark beansprucht. Zumindest auf unserem Teil der Modulanlage haben wir während des Zeitraumes die Schienen nicht gereinigt; Keine Probleme während des Fahrbetriebes !


    So, das sind meine Fakten.....


    Wir haben auch eine Weiche mit Weichenmotor, Dekoder und Herzstückpolarisierung im Einsatz, ist eigentlich meine "Lieblingsversion", aaaber bei jeder versehentlichen Falschfahrt, d.h. Lokfahrt über die falsch gestellte Weiche - Kurzer - und wenn Sie dann immer zur Digitalzentrale rennen müssen, um den Fahrstrom wieder einzuschalten, ist das schon lästig.....



    Wir sind jedenfalls mit dem Quatsch sehr zufrieden und Kurzschlüsse wegen versehentlichen Weichenaufschneidens gehören bei uns der Vergangenheit an.
    Aber wie schon geschrieben, die Entscheidung welche Art der Herzstückpolarisierung gewählt wird sollte jeder für sich entscheiden.


    Für alle, die sich etwas tiefer in die Materie der Herzstückpolarisierung einlesen möchten habe ich hier noch zwei Links zu meinen Berichten:
    Herzstückpolarisierung mittels Motor, Dekoder und Relais sowie
    Herzstückpolarisierung mittels Serovs und Frog Juicer .


    schöne Grüsse aus Wiesbaden
    Thomas

    Saarbrücken/Wiesbaden, Spur 0 / 0m Module, ECos2, WLAN, iPod`s, RW

  • Hi,


    mir geht gerade der signifikante Unterschied etwas verloren:


    Ohne elektronische Kurzschlusserkennung bedeutet Weichenaufschneiden immer Kurzschluss.


    Abgesehen davon, dass man sich mit der elektronischen Kurzschlusserkennung evtl. andere Probleme einhandelt, hat sie den Charme Weichen eben auch aufschneiden zu können.


    Gruß Uli

  • Öhm: meine drei "Aber" wurden mir so am Telefon von Herrn Völklein genannt, das ist nicht von mir...


    Aber schön, wenn es funktioniert.


    Zum Thema Weichen aufschneiden, welches ich noch nicht hatte bis jetzt, eine Bemerkung:


    Jedes Aufschneiden heisst doch Weichenfehlstellung, sonst würde man diese nicht aufschneiden. Da wäre ich doch, wenn das mal passiert froh, wenn der Kurzschluss einen Geisterzug an einer DKW zum Stillstand bringt, oder?


    Das wäre mir wichtiger als Aufschneiden, aber das muss jeder selber entscheiden.

    Freundliche Grüße aus Oberhessen,
    Steffen :)

  • Huhu Steffen,


    ja, Du hast recht, mit wenigen Ausnahmen sollte man Weichen nicht aufschneiden. Es passiert aber ab und an und wenn es dann auf großen Modularrangements passiert artet das dann schon mal zu einem Halbmarathon aus ;-))))))


    schönen Tag
    Thomas


    PS: vielleicht sehen wir uns beim nächsten Rhein-Main-Stammtisch

    Saarbrücken/Wiesbaden, Spur 0 / 0m Module, ECos2, WLAN, iPod`s, RW

  • Quote

    Öhm: meine drei "Aber" wurden mir so am Telefon von Herrn Völklein genannt, das ist nicht von mir...


    Diese Hinweise stehen in der Anleitung von Tam Valley. Da steht aber auch, und darauf weise auch ich hin, längere Kabel sollten einen genügend großen Querschnitt haben.


    OK, Dreck auf Schienen oder Rädern kann immer mal Probleme machen. Ich erlebs manchmal nach zwei oder drei Tagen Messedauerlauf an einer H0 Köf (Brawa Dreileiter). Sicher hat die insgesamt schon mal mehr mit solchen Problemen zu kämpfen.



    Lange Achsstände?
    Da liegt wohl ein Missverständnis aus der Anleitung vor. Wenn mehrere Herzstücke direkt hintereinander kommen (ohne fest polarisierte Schienen), dann kanns Probleme geben.


    Siehe Anleitung Seite 2

    Gruß vom Bodensee


    Weichen-Walter

  • In der Praxis hat sich bei meinen insgesamt 20 Weichen heraus kristalisiert, dass ich das rechtzeitige Umlegen zur Vermeidung des Aufschneidens immer an denselben fünf Weichen vergessen habe - warum auch immer. Zur Abhilfe habe ich einen Schaltkontakt 20 cm vor die betreffenden Weichen platziert, der von der Lok selbst betätigt wird und die Weiche umlegt. Die Lok stellt sich somit die Weiche selbst und verhindert das Aufschneiden bzw. den Kurzschluss. Allerdings stelle ich meine Weichen noch auf altmodische Art, nämlich analog. ;)

  • Hallo,


    ich habe eine Nachfrage zu dem "alten" Thema:


    Haben alle bei der Herzstückpolarisation auf Frog-Juicer umgestellt oder sind noch einige bei der Relais-Variante geblieben? Und falls letzteres zutreffend, wieviele Kurzschlüsse (wegen Aufschneiden der Weichen) hat es dabei gegeben?


    Ich bin bei der Planung der Elektrik und möchte gerne die Erfahrung der Mitglieder im Forum anzapfen.


    Danke im Voraus.

    Grüße aus Lappersdorf (bei Regensburg)


    Heinz ;)

  • Guten Morgen Heinz!


    Ich habe meine Drehscheibe mit einem Dual-Hex Frog polarisiert und hatte bisher keine Probleme.
    Meine Weichen sind ebenfalls alle polarisiert... allerdings habe ich hier einen motorischen Weichenantrieb mit DCC-Decoder und eingebauter Polarisierung verwendet.
    Probleme mit aufgeschnittenen Weichen habe ich in der Regel nicht. ;)



    Grüße
    Björn

  • Hallo Lokomo,
    schau mal hier (einfach auf den Link klicken).
    In diesem Artikel ist die Anwendung des Frog beschrieben, bei unseren servogesteuerten Weichen setzen wir immer einen Frog ein.
    schönen Gruß
    Thomas

    Saarbrücken/Wiesbaden, Spur 0 / 0m Module, ECos2, WLAN, iPod`s, RW

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