Erfahrungen nach Brexit mit Einkäufen aus GB

  • Hallo Stephan,


    vermutlich hast Du keinen Zoll bezahlt, sondern die Einfuhrumsatzsteuer, die der normalen deutschen Mehrwertsteuer entspricht. Modellbauartikel werden m. W. nicht verzollt. Ist aber interessant, daß der Postbote das Geld einzieht!

    Aber scheinbar rüttelt sich zumindest der Versand von Modellbauartikeln aus und nach England langsam zurecht.

  • Die Einkassierung durch Post/DHL gab es schon lange, immer dann, wenn aufgrund der Angaben am Paket das Zollamt die Verzollung/Versteuerung vornehmen konnte. Dann haben die die Urkunde ausgefertigt und Post/DHL haben das vorgelegt und als Nachnahme kassiert. Nur mit den Gebühren ist mir neu.


    Wenn die Verzollung/Versteuerung nicht vorgenommen werden konnte, dann gibt es die Benachrichtung mit der Abholfrist beim zuständigen Zollamt.

  • Oder 19,85 € (!!!!!!!) von GLS - wie bei mir heute bei einem Paket von Hattons! Frechheit. Die spinnen doch wohl völlig! Leider kann man sich dagegen nicht wehren, außer jetzt alle Vorbestellungen stornieren...

    Eigentlich sollten doch bei Hattons gar keine Gebühren anfallen?!

    Hallo, wenn Du bei Hattons bestellt hast, ist da etwas schiefgelaufen. Ist mir auch passiert, ich habe die Gebühren erstattet bekommen. Einfach ne mail an Hattons schreiben, die wissen Bescheid.

    VG

    Joachim

  • Hallo


    Wir haben eine Sammelbestellung von mehreren "Hattons Originals Warwell wagon 50t"

    getätigt.


    Der Preis pro Wagen war incl. Steuer 69 engl. Pfund

    umgerechnet und mit den anteiligen Fracht Kostete kam jeder Wagen auf 84€.


    Bezahlung erfolgte per Paypal Lieferzeit war da über ein Wochenende 5 Tage.


    Alles super gelaufen und tolles Modell für den Preis.


    mfg

    KlaWie

  • Ich hab heute meine Bestellung von Micron Radio Control nach über einen Monat erhalten.

    3 Empfänger für 87,50 eng. Pfund plus 18,50 emg. Pfund Vat (20%).

    hier in Deutschland waren dann nochmal 19% EUST und 6 Euro Gebüren fällig.

    Dadurch sind die Empfänger rund 10 Euro (pro) teurer als sie in England gekostet haben.

    Ich habe eben Micron deswegen angeschrieben und hab auch sofort antwort erhalten.


    Bei den 23,81 Euro handelt es sich um das, was Sie vor der Aufteilung in der britischen Mehrwertsteuer gezahlt hätten. Die Gebühr von 6 Euro ist unglücklich, aber viel weniger, als wir in Großbritannien zahlen, wenn wir Pakete aus der EU erhalten. Die Gebühr kann nur vermieden werden, wenn sich Micron für die deutsche Mehrwertsteuer anmeldet, damit diese hier erhoben wird. Micron bin jedoch im Grunde ich und ich habe nicht die Zeit, die für die Erhebung der Mehrwertsteuer für Deutschland, Frankreich, Spanien, die Niederlande usw. erforderliche Verwaltung durchzuführen, da jedes Land eine separate Registrierung und Berichterstattung wünscht.

  • Hallo Markus,

    ich verstehe den Artikel so, dass der Exporteuer 2x die deutsche Umsatzsteuer bezahlt hat, was ja auch selten doof ist.


    Johann

    Da du es von der deutschen Seite aus sehen muss ist es nicht der "Exporteure" sondern der "Importeur" ;)

    Grüße,
    Wolfgang


    Nicht labern sondern schaffen

  • Hallo,


    ein kleines Wort vorab. Ich bin kein Steuerexperte, weder für deutsches und schon gar nicht für britisches Steuerrecht. Alles, was hier zum besten gebe, sind daher nur Erfahrungen aus vielen Jahren britischer Modellbahn und was nun an leider durch den Brexit an Erkenntnis dazu gekommen ist.


    Der Herr von Micron hat insofern Recht, daß er die 6 Euro Zollabfertigungsgebühr nicht vermeiden kann. Es sei denn, er hat eine deutsche Steuernummer und führt die Steuer direkt nach Deutschland ab. Das Paket bekommt dann einen Aufkleber "Tax paid" und geht somit bei deutschen Zoll ohne zollrechtliche Behandlung durch. Richtig ist auch, das er diese nationale Steuernummer für jedes einzelne EU-Land beantragen (und verwalten) muss. Der Aufwand dafür ist beträchtlich und lohnt sich für den Händler nur bei entsprechender Umsatzhöhe in den jeweiligen EU-Ländern. Meines Wissens nach macht das bisher nur Hattons aus Liverpool, sie verschicken "Tax paid" nach Deutschland. Es klappt auch mit kleinen Anlaufschwierigkeiten, mir wurden schon postive Beispiele berichtet.


    Alle anderen großen Händler, wie Rails of Sheffield, Tower Models oder Kernow ziehen die britische Umsatzsteuer von 20% von der Rechnung ab. In Deutschland muß dann die Einfuhrumsatzsteuer von 19% plus eventuelle Zollbearbeitungsgebühr, meist 6 Euro, bezahlt werden.


    Und hier liegt nun der Fehler, den der Mann von Micron gemacht hat. Da die Ware aus UK exportiert wird (die Unterscheidung nach EU oder non-EU gibt es nicht mehr), kann die britische VAT von der Rechnung abgezogen werden. Das geht ohne Bürokratie, Versandbeleg reicht.

    Und Micron ist VAT-registriert in UK, steht klar auf seiner Webseite, "Preise plus VAT", daher kann er die VAT abziehen.


    Anders sieht es bei vielen anderen britischen kleineren Händlern und Herstellern aus. Es gibt viele "small business", zum Beispiel der Hersteller macht das nur im Nebenbetrieb zusätzlich zu seinem eigentlichen Beruf oder ist Pensionär, die sogenannte "cottage industry".


    Die Grenzen für Umsatzsteuerplicht sind in UK ("threshold" genannt") bedeutend höher als in Deutschland, zur Zeit 85.000 Pfund im Jahr Umsatz. Liegt man darunter, kann er sich für die VAT registrieren, muss aber nicht. Das ist natürlich einfacher für die meisten "small business", ohne VAT-Registrierung viel weniger Papierkram.

    Auch ist bei vielen kleinen Herstellern die Wertschöpfung im Vergleich zum Materialaufwand relativ hoch. Man schaue mal auf Metallätzplatinen oder Lasercut. Das Messingblech oder das Holz ist nicht so teuer (daher wenig Vorsteuerabzug), der Hauptanteil liegt in dem hinzu gebrachten Wert durch die eingebrachte Arbeit, daher "Mehr-Wert-Steuer". Eine freiwillige Veranlagung zur Mehrwertsteuer wäre in solchen Fällen daher kontraproduktiv.

    Deshalb ist es nicht unüblich, daß kleine britische Händler oder Hersteller keine VAT berechnen, und wo nichts auf der Rechnung steht als VAT, kann auch nichts abgezogen werden.


    Micron hätte jedoch die Steuer abziehen können. Warum er es nicht gemacht hat, weiß nur er. Ich würde höflich um eine Rückerstattung bitten. Wenn er nicht darauf eingeht, bist du ihm als Kunde scheinbar nicht wichtig und du kannst dann auch ohne schlechtes Gewissen (ich vermute es geht um Deltang-Produkte) woanders kaufen.


    Beste Grüße, Torsten

  • Moin,


    das Problem ist nur, dass man Deltang-Produkte nicht so einfach woanders kaufen kann.


    Bei anderen Anbietern gibt es nur Teile bzw. Auszüge des Deltang-Programms.


    Bei Andy Rutter von Micron ist das komplette Programm vorhanden und die Beratung ist einfach super !

    Bleib(t) gesund !


    Viele Grüße aus der Hildesheimer Börde


    Martin


    Feld- und Waldbahnmodelle 1:45, 0e, 16,5 mm

    DelTang R/C-Funkloks

  • Eine weitere Lücke hat sich geschlossen, der deutsche Händler Modellbahnunion in Kamen hat nun auch Heljan O gauge im Lieferprogramm. Da Modellbahnunion nur lieferbare Produkte auf der Webseite hat, ist bisher die Diesellok Clayton Type 1 Class 17 in drei Varianten auf der Liste.

    Lienk zum Angebot: Heljan Class 17


    Der Preis bei MU ist wie gewohnt sehr kompetiv. Die Lok kostet 568,35 Euro bei portofreier Lieferung innerhalb D. Der Preis bei Hattons beträgt 466,65 Pfund plus Versand von etwa 20 Pfund (etwa 566 Euro, das Pfund ist zur Zeit relativ stark).

    Ich hoffe, in Zukunft werden die Kamener die weiteren Neuheiten von Heljan O gauge anbieten, so wie es bisher mit den Dapol O Modellen ist. Gut gemacht, Modellbahnunion.


    Beste Grüße, Torsten

  • Hallo,

    ich hatte am 16.11. 2020 ein paar Drehgestelle bei "INVERTRAIN Model Railways" bestellt. Die waren damals leider nicht lieferbar. Am 16. März 2021 sind die Drehgestelle mit Radsätzen mit 49,15 Britischen Pfund (59,86 Euro) bezahlt worden. Der Firmeninhaber hat die Sendung gleich abgeschickt. Sie ist heute (17. April 2021) wohlbehalten bei mir angekommen. Ich habe 9,52 Euro Zoll und 6 Euro Bearbeitungsgebühr bezahlen müssen.

    Und nicht, dass jemand denkt der Postbote kassiert im Moment den Betrag. Nein, durch Corona, hatte ich das Päckchen an der Haustür schon in der Hand, der DHL-Bote hat mir eine Benachrichtigung in die Hand gedrückt und die Sendung wieder mitgenommen. Ich durfte diese heute am Nachmittag in der Edeka-Postfiliale abholen und dort bezahlen??!!! Ich würde mal sagen, eine Festlegung der Verfahrensweise die nur ein Schreibtischtäter, der von der Praxis überhaupt keine Ahnung hat, ersonnen werden konnte. Was wohl die Virologen dazu sagen würden?


    Gruß Jörg

    Ich kenne keine andere Firma, bei der alles so durchdacht ist wie bei der Staatsbahn.

    Alles verläuft pünktlich auf die Minute, alles ist genau geplant, alles ist vorbereitet, ein wahres Vergnügen.

    (Egon Olsen in "Die Olsenbande stellt die Weichen")

  • Hallo Jörg,


    das Prozedere ist vielleicht etwas ungewöhnlich, aber nachvollziehbar. Die "Zollgebühren" sind an sich lediglich die Einfuhrumsatzsteuer, vulgo Märchensteuer genannt; Modelle sind m. W. zollfrei. Was mich wundert, sind die 9 € Gebühren, wer zieht die denn ein? Das Zollamt? Dann ist die Gebühr in meinen Augen rechtswidrig! Der Spediteur, hier also DHL? Das kann auch nicht angehen, denn es gibt klare Tarife. Diese Gebühren würde ich nur unter Protest und dem Vorbehalt der juristischen Nachprüfung bezahlen!

  • Moin,

    wegen Corona werden die Waren nicht mehr vom Hauptzollamt (in der Regel am Frankfurt Airport) nicht mehr zum lokalen Postamt (bei mir Husum) geschickt nebst einer Info per Post an der Empfänger, dass er seine Lieferung dort abholen kann, sondern per Post direkt zum Empfänger. Der Postbote/die Postbotin darf aber keine Einfuhrumsatzsteuer kassieren und deshalb weiter zur üblichen Poststelle (bei mir auch ein Edeka in Friedrichstadt).


    Die Sondergebühr fällt nur für Waren aus UK an. Wer die kassiert weiß ich nicht.


    Viele Grüße,

    Johann

  • Hallo Reinhold, hallo Johann,

    Zoll waren 9,52 Euro, ja klar das sind vom Produkt die 19 % Umsatzsteuer, die hier fällig werden. Modelle können ja zollfrei sein, irgendwo wird stehen - Bausätze sind es nicht.

    Die 6 Euro kassiert DHL für die "Handhabung" (beim Zoll anmelden, Zoll beim Kunden eintreiben, Zustellung) der Sendung. So sehe ich das. Stand auch auf einen kleinen Aufkleber auf der Sendung, Gebühr DHL 6 Euro. Früher konnte man in bar beim Fahrer bezahlen und die Sache war erledigt. Oder der Zoll hat einen aufgefordert die Sendung im Zollamt abzuholen. Habe ich auch schon erlebt und musste die Sendung eigenhändig öffnen, damit der Beamte sich vom Inhalt überzeugen konnte.

    Na ja, ich wollte auch eigentlich nur darauf hinweisen, man braucht aus UK mittlerweile 4 Wochen Sendungslaufzeit und muss viel Spaß verstehen, wenn man das Prozedere von DHL nachvollziehen will.


    Gruß Jörg

    Ich kenne keine andere Firma, bei der alles so durchdacht ist wie bei der Staatsbahn.

    Alles verläuft pünktlich auf die Minute, alles ist genau geplant, alles ist vorbereitet, ein wahres Vergnügen.

    (Egon Olsen in "Die Olsenbande stellt die Weichen")

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!