Decoder für servomotorische Umsteuerung einer Dampflok mit mind. fünf Wegen

  • Hallo an Alle,


    da ich an einem technischen Detail nicht weiterkomme, möchte ich die Frage an das Forum stellen:


    Gibt es einen Decoder, der mindestens fünf Punkte, die von der Umsteuerung einer Dampflok angefahren werden, wiedergeben kann? Ich habe nur Decoder mit maximal vier Wegen bei meiner Suche gefunden. Die Lok, eine Br 58 im Eigenbau, soll mit einem DCC-Decoder von ESU ausgestattet werden. Die Umsteuerung ist beweglich gebaut - bisher aber noch im Handbetrieb.

    Entsprechende Decoder muß es geben: Die Br 78 von Märklin in Spur 1 verändert die Position der Steuerung im Betrieb 'Vorwärts-Neutral-Rückwarts' fünffach. Zum Anfahren vorwärts kurz vollen Dampf, dann zurücknehmen des Dampfs, Neutralstellung beim Halt, und rückwärts ebenfalls Vollauslegung und Rücknahme.

    Wäre schön, wenn das umsetzbar wäre ...



    Viele Grüße und vielen Dank für Eure Anregungen


    Hans

  • Hallo Hans,


    Servodecoder mit 5 Positionen kenne ich auch nicht, per Software ist das natürlich möglich zu implementieren und Märklin ist nicht unbedingt auf Decoder von der Stange angewiesen.


    Aber was hältst du von der Möglichkeit des Proportionalbetriebs?

    Dabei stellt sich der Servo passend zur Stellung des Handreglers ein - 0-100 Fahrstufe = 0-100% Drehwinkel - du könntest mit einer anderen Adresse die Steuerung beliebig einstellen. Eventuell kann man das über eine Zentrale beim Richtungswechseln auch automatisieren.


    Grüße


    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


    Mein Spur 0 Blog: 1durch45.de

  • Hallo H3x


    vielen Dank für Deine Idee! Klar, Märklin ist nicht auf Decoder aus dem Verkaufsspektum angewiesen. Andererseits haben sie Decoder extern entwickeln lasssen.

    Dein Vorschlag des Proportionalbetriebs entspricht dann einem analogen Ansprechen des Servos? Eine vorbildgetreue Umsetzung kann ich mir noch nicht vorstellen. Da brauche ich noch Phantasie. Die Ausgangsstellung der (Um-)Steuerung ist ja die Mitte. Davon ausgehend werden in der Schwinge Positionen unten bzw. oben für Vorwärts- bzw. Rückwärtsfahrt angefahren. Läßt sich das über den Proportionalbetrieb umsetzen?



    Viele Grüße


    Hans

  • Moin,


    bei Märklin liegt die Servoansteuerung komplett in der Dampf- und Funktionsplatine, über ein modifiziertes SUSI-Protokoll angetriggert.

    Der Decoder kann das auch nicht.


    Schöne Grüße vom Oliver.

  • Hallo Johann,


    Vielen Dank für Deinen Vorschlag. mal schauen, ob ich Dich richtig verstanden habe: Ein Decoder - z.B. der Lokdecoder ist für die Positionen der Umsteuerung in Vorwärtsfahrt, ein Funktionsdecoder ist für Rückwärtsfahrt zuständig. War das Dein Gedanke?

    Elektrisch hängt dann der Servo an einem Servoausgang des Lokdecoders und am Funktionsdecoder. Geht das? Logisch läßt sich das wohl mit Bedingungen verschalten?!

    Falls das funktioniert, könnte ich aber gleich einen Servo an mehrere Funktionsausgänge des Lokdecoders hängen. Mit drei Funktionsausgängen könnte ich alle fünf Positionen (Wege) anfahren. Nach meinem Verständnis haben alle mir bekannten Lokdecoder Funktionsausgänge über die Servos zwei Positionen anfahren können. Demnach müßte ich drei Funktionsausgänge nutzen, um die fünf Positionen anzufahren.

    Kann das wirklich so funktionieren?



    Viele Grüße


    Hans

  • Hallo,


    m.E. kann das so (parallel an mehreren Dekodern) nicht funktionieren - die Servostellung wird durch die Pulslänge der Ansteuerung bestimmt. Ein Selbstbau-Dekoder auf Arduino/ATtiny-Basis könnte eine elegante Lösung sein, wird aber vermutlich gar nicht so einfach, die Digital-Signale so auszuwerten, dass am Ende eine eindeutige Tabelle für die Ausgabe der richtigen Pulslänge rauskommt.


    Viele Grüße, Bodo

  • Hallo Bahnboss,


    mein (elektrischer) Verstand ist wahscheinlich furchtbar: Unterscheidet sich den ein analoger Servo von einem Schrittmotor maßgeblich? Vermutlich geben beide der Steuerungseinheit keine Rückmeldung - im Gegensatz zu digitalen Servos?

    Falls ich nicht komplett daneben liege scheint mein Problem bei der Ansteuerung zu liegen. Falls aber doch und ein Schrittmotor hilft: Immer her damit, ich bin dankbar für Alles was funktioniert!



    Viele Grüße


    Hans

  • Hallo Bodo,


    vielen Dank für Deinen Einwand und Deine Idee. Das hatte ich befürchtet, daß das jemand schreiben würde, daß das mit mehreren Decodern oder Funktionsausgängen parallel nicht funktioniert. Meinst Du das scheitert auch, wenn die Anschlüsse jeweils durch Dioden gesichert wären?

    Nach Selbstbaudecodern habe ich bei opendcc gesucht. Da gibt es auch Servodecoder, vermutlich auch welche mit mehr als vier Wegen. Das Problem bei Selbstbaudecodern dürfte der Mangel an Miniaturisierung sein. Sprich: Der Decoder wird zu groß, als daß ich ihn mit dem Rest der Technik (Motor, Lokdecoder, Lautsprecher usw.) in den zur Verfügung stehenden Raum bekomme. Oder anders gesagt: Wenn es zu klein wird bekommen meine Hände es nicht mehr gelötet ...



    Viele Grüße


    Hans

  • Hallo Hans

    Dein Vorschlag des Proportionalbetriebs entspricht dann einem analogen Ansprechen des Servos? Eine vorbildgetreue Umsetzung kann ich mir noch nicht vorstellen. Da brauche ich noch Phantasie. Die Ausgangsstellung der (Um-)Steuerung ist ja die Mitte. Davon ausgehend werden in der Schwinge Positionen unten bzw. oben für Vorwärts- bzw. Rückwärtsfahrt angefahren. Läßt sich das über den Proportionalbetrieb umsetzen?

    Beim Proportionalbetrieb folgt der Servo der Fahrstufe des Handreglers, Fahrstufe 0 ist der linke Anschlag, Fahrstufe 127 der rechte Anschlag und Fahrstufe 64 die Mitte. Du musst genau so kurbeln wie der Lokführer wenn du die Steuerung umlegst.

    Uhlenbrock hat dazu eine Beschreibung auf der Seite:

    https://www.uhlenbrock.de/de_D…EntryInfo=0004.6.I26ABAE2


    Du brauchst also eine extra Lokadresse oder Handregler für die Fahrstufe, eventuell kann man das auch über eine Automatik in der Zentrale machen, aber dafür gibt es hier Fachleute.


    Grüße


    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


    Mein Spur 0 Blog: 1durch45.de

  • mal schauen, ob ich Dich richtig verstanden habe:

    Moin Hans, ich denke eher, dass ich dich falsch verstanden habe. Sorry. Mal sehen ob ich dich jetzt richtig verstanden habe:

    Du hast einen Servo in der Lok, der 5 Stellungen einnehmen und diese wahrscheinlich über Funktionstasten abgerufen werden sollen.

    Korrekt?

    Johann

  • Hallo Johannes,


    ja, ich habe zwar noch keinen Servo aber ich plane. Es hat ja keinen Sinn das Forum um Rat zu fragen, die Hardware aber schon angeschaft zu haben. Bisher funktioniert die Umsteuerung der Br 58 händisch. Die Lok ist natürlich noch nicht ganz fertig, kaum Aggregate und nicht lackiert.

    Mein Ziel ist, daß die Lok mit dem Verändern der Fahrtrichtung und nach dem Anfahren die Steuerung verändert. Beim Anfahren vorwärts; Schieberschubstange ganz nach unten für vollen Dampf, kurz danach Rücknahme auf halbe Stellung bei Fahrt. Beim Anhalten ist die Schieberschubstange in der Mitte, bei Rückwärtsfahrt oben. Dies soll über Bedingungen in der Programmierung des Lokdecoders bei Bedienung des Handreglers passieren. So wie beispielsweise bei Spur 1 Lokomotiven und ersten Spur 0 Loks.



    Viele Grüße und vielen Dank


    Hans

  • Hallo H3x,


    wenn ich Deinen Vorschlag richtig verstehe, dann führt der Proportionalbetrieb zu einem Verhalten der Umsteuerung, das nicht vorbildgerecht ist - nämlich linear. Im Vorbild ist die Mitte aber neutral, voller Dampf vorwärts ganz nach unten, voller Dampf rückwärts ganz nach oben und bei Rücknahme des Volldampfs direkt nach dem Anfahren erfolgt die Regulierung der Schieberschubstange zur Mitte der Schwinge hin. Dieses Verhalten soll die Schieberschubstange beim Bedienen des Handreglers der Lok zeigen, sprich bei Fahrtbeginn die Auslegung der Schieberschubstange in die richtige Richtung, nach kurzer Zeit Rücknahme und bei Richtungswechsel Auslegung der Schieberschubstange in die andere Richtung.

    Aber möglicherweise mache ich auch einen Denkfehler?



    Viele Grüße und vielen Dank


    Hans

  • Hallo,


    also ich wäre ja schon froh, wenn man bei Güterwagen die Türen / Klappen grundsätzlich öffnen könnte, und vor allem bei Loks auch die Führerstandstüren.


    Leider wird das viel zu oft vernachlässigt.


    Bei 0 sind wir aktuell bei Zylinderdampf angekommen.


    Im Bereich Spur II gibt es mit ZIMO Decodern reichliche Spielereien, die ich kenne: der schaufelnde Heizer, die bewegliche Speisepumpe und Luftpumpe und dererlei mehr.


    Servos haben ja eigentlich erst mal nicht die Eigenschaft, die Du gerne hättest, in 5 verschiedenen Positionen zu verharren und das ganze auch noch gekoppelt mit der Geschwindigkeit der Lok und Richtungswechsel.


    Also vielleicht doch mal eine BR 78 von Märklin auseinandernehmen??? Hast Du denn schon im Märklin Forum oder Spur I Forum Deine Frage gestellt. In 0 soll ja die Umsteuerung erst noch eingeführt werden.


    Ich vermute aber mal, dass die servogesteuerte Umsteuerung dann auch nur vorwärts und rückwärts kann. Ist aber reine Spekulation.

  • Hallo Hans,


    Hast du dir den verlinkten Uhlenbrockservo angesehen?

    Schau dir mal die verlinkte Anleitung an, Betriebsart 3 macht, was du willst.

    Du musst nur die Auslenkung mit einer Exzentermechanik entsprechend deiner Beschreibung umsetzen. Fahrstufe 1-5 bewegt zur maximalen Stellung, ab 5 geht es zur Mitte.


    Das gleiche Verhalten könntest du auch mit einem kleinen Arduino erreichen, den du mit zwei Funktionsausgängen ansteuerst.

    Beide aus = Mitte, Neutral

    Anfahren, einer an = fährt für ein paar Sekunden auf maximal, dann auf halb.

    Für die andere Fahrtrichtung der zweite Ausgang umgekehrt.


    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


    Mein Spur 0 Blog: 1durch45.de

  • Hallo Hans,


    auch wenn ich den Hut vor Menschen ziehe, die selbst Loks bauen können ...


    also ich hab da ein Drehrad in Erinnerung, mit dem der Meister die "Füllung" der Zylinder in Abhängigkeit der Last und Betriebssituation einstellt.

    Ob nun aber ein 1:1 Beobachter das so in 1:45 überhaupt wahrnimmt ?


    Von Stange gibt es da vermutlich keine Servo-Mimik so wie Du sie Dir vorstellst.


    Vielleicht kann man mit einem Funktionsdecoder und einem Servosteller da was "Basteln" ... über Funkionsdefinitionen erzeugst Du ( mittels D/A-Wandlung über ein Widerstandsnetzwerk ) ein analoges Signal für den Servosteller der dann das Servo in die passende Position fährt.

    Viele Grüße,
    Stefan

  • Guten Abend Bahnboss,


    ja, immer ein bischen mehr Details. Die ersten beiden Lokomotiven der unaussprechlichen Firma sind mit funktionierender Umsteuerung (nur Maximalauslegung, kein Neutral) und Zylinderdampf erschienen. Der Grad der Umsteuerung ist der, den ESU und die anderen Decoderhersteller mit Servoausgängen ermöglichen. Da geht aber noch mehr ... (hoffe ich ...)

    Ich kann, wenn ich sonst gar nicht weiter komme, mich mal bei Märklin Spur 1 umschauen. Die Gefahr ist halt, daß die Lösung proprietär und nicht am Markt erhältlich ist.



    Viele Grüße und vielen Dank


    Hans

  • Guten Abend H3x,


    ja, dem Link bin ich gefolgt. Meines Wissens ist es leider so, daß die Anzahl der Wege (Positionen) des angesteuerten Servos ausschließlich vom Decoder abhängen - und zwar unabhängig davon, ob der Servo analog oder wie in Deinem Beispiel Digital ist. Der digitale zuckt nur nicht beim ansprechen und gibt wohl Rückmeldung über seine Position. Der analoge muß erst einmal über den Decoder eingestellt werden.

    Kennst Du einen erhältlichen Decoder mit Arduino? Wie gesagt, selbst löten wird vermutlich zu groß für die 'Kesselbefüllung'.



    Viele Grüße und vielen Dank


    Hans

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