"Über Siebenbrücken musst du fahren"…Ein Brückenmodul nach Vorbild entsteht

  • Hallo Zusammen,


    die Wanne macht doch etwas mehr Arbeit, als auf den ersten Blick zu erahnen war. Daher waren die Fortschritte in den letzten 14 Tagen doch geringer, wie von mir erhofft. Aber immerhin geht es vorwärts…


    Als erstes mussten die keilförmigen Bauteile neu angefertigt werden, da mir beim Betrachten der Bilder aufgefallen ist, dass es irgendwie nicht passt. Und das, obwohl ich doch vor Ort die Maße genommen haben. Das Rätsel löste sich dann irgendwann auf, als ich feststellte, dass ich genau an der Stelle gemessen habe, die maßlich vom Rest der Brück abweicht. Vielleicht war ja das Material alle oder es war Freitag und das Wochenende hat gerufen.;) Egal. Hauptsache noch rechtzeitig gemerkt…


    Nach dem ich die keilförmigen Elemente am Brückenteil angebracht hatte, habe ich mich mit der Brüstung beschäftigt. Die Außenseiten ist ja nicht glatt, sondern gewellt und an der Unterseite befindet sich noch eine Nut. Ich vermute mal als Abtropfkante, ähnlicher einer Fensterbank?



    Die Wellung der Außenkante war gar nicht so einfach. Nach dem ich lange überlegt habe, habe ich dann einfach losgelegt. Jede einzelne Nut entsteht mit dem Kuli, wird also per Hand eingebracht. Das macht Spaß.:D Mit dem Bleistift anzeichnen, mit dem Kuli und dem Winkel vorprägen und dann freihändig fertigprägen. Nicht immer perfekt, aber ein in meinen Augen sehr brauchbares Ergebnis. Und so wirkt es gleich „lebendiger“. Wirklich keine schöne Arbeit, aber wenn man jede Nut mit Vornamen ansprechen kann, weiß man am Ende wenigstens, was man gemacht hat. Die Nut an der Unterseite ist auch per Kuli entstanden.



    Mit Farbe sieht es gleich um einiges besser aus…



    Zum Ausrichten habe ich mir einen Streifen mit doppelseitigem Klebeband auf die Brücke geklebt. Dieser gibt auch gleich den richtigen Abstand zur Gleismitte vor.



    Eine Seite ist auch schon verspachtelt und dann habe ich noch die Schalungsbretter imitiert. Dafür habe ich Klebeband in einzelne Streifen geschnitten und diese mit kleinen Spalten auf die Keilfläche geklebt. Dann habe ich die Fläche mit ModPodge bestrichen und nach dem Antrocknen das Klebeband entfernt. Dadurch ergeben sich ungleichmäßige Ausprägungen der Stoßfugen. 2-3mal mit verdünnter Farbe übergestrichen und es sieht gar nicht verkehrt aus.



    Bin gespannt, wie es nach der endgültigen Farbgestaltung dann aussehen wird.


    Leider wird der nächste Bericht etwas länger auf sich warten lassen, da ich die kommenden Wochen durch eine Fuß-OP etwas gehandicapt sein werde. Da hat man zwar viel Zeit, aber kommt eher nicht zum Basteln.?(


    Jetzt geht es gleich noch mal spazieren, das Wetter schreit ja danach, und es wird ja für längere Zeit auch der letzte ausgiebige Spaziergang werden.:)


    Wünsche noch einen angenehmen Sonntag…

    Gruß Tobias


    DR Ost - Epoche III (mit Überschneidungen zur Epoche IV)

  • Hallo Tobias,


    sehr sorgfältige Arbeit von Dir, was man von den Bauwerkssanierern nicht unbedingt behaupten kann. Auf dem ersten Foto sieht man, dass der Anschluss der Flügelwände (so nennt man die seitlichen häufig dreieckigen Wände im Dammbereich) an den Bahndamm nicht fachgerecht ausgeführt ist, was auch an dem Schwarzanstrich, der sehr weit aus dem Erdreich herausschaut, festgestellt werden kann. Der Bereich hinter der Flügelwand sieht ebenfalls arg zusammengeschustert aus. Ich hatte mich auch schon über die merkwürdige Bauwerksfuge, zudem mit einem Wechsel des Mauerwerks, gewundert, sieht sehr eigenartig aus!

    Da stellt sich doch gleich für Dich die Frage, baust du ein mangelhaft saniertes Viadukt vorbildgetreu nach oder korrigierst du im Modell die Fehler? Man kann die Ecken aber auch mit Gebüsch tarnen 8o

  • Moin Tobias,


    ich habe heute mal deinen gesamten Thread noch einmal mir angesehen. Erst einmal, was für ein Projekt !!!!:love:


    Dann deine Bauausführung ist ja richtig klasse und bei deinem großen Bauprojekt kann ich verstehen, dass man alles auch wirklich genau machen will. Dass dann Fotos fehlen, kenne ich selbst auch. Vor allem, wenn man ein Original nachbaut. Bei einer Anlehnung reichen oftmals Google und Co und helfen mit Bildern aus.

    Also: TOP !!!


    Grüße,

    Achim

  • Reinhold: was Dir so alles ins Auge fällt. Ob hier etwas nicht fachmännisch ausgeführt wurde, und wann, kann ich nicht wirklich beurteilen. Ich gebe Dir natürlich Recht, wenn Du sagst, dass diese Flügelwand so etwas merkwürdig aussieht. Ist mir auch schon aufgefallen. Meine Vermutung ist, dass man hier damals die Hangneigung etwas zu steil gewählt hat. Und der zusammengeschusterte Übergang zum Bahndamm sollte in meinen Augen ein ausspülen verhindern. Jedenfalls im Dammbereich. Wenn man die gegenüberliegende Wand betrachtet, so ist diese anders ausgeführt. Und die andere Viaduktseite auch. Hier ist das Gelände sogar noch etwas flacher gehalten. Zudem ist hier tlw. mehr Bewuchs. Die haben alle nicht diesen „Besonderen“ Anschluss an den Bahndamm. Hier mal alles vier gegenübergestellt:



    Und ich werde es wohl so darstellen, wie es ist. Ob es Original schon so war, beim Wiederaufbau so geworden ist oder gar erst nach der Wende dieses Gesicht bekommen hat, werde ich wohl nie erfahren…


    PS: Das unterschiedliche Mauerwerk rührt aus dem Wiederaufbau von 1955


    Achim55: Danke für Dein Lob. Ich hatte schon ziemlich Respekt vor diesem Projekt, auch wegen der Größe. Aber es hat mich einfach wahnsinnig gereizt und je weiter es vorangeht, umso mehr erfreue ich mich daran.


    thegnatshack: Hallo Heiko. Freut mich, dass Du das Viadukt und die Stecke kennst und auch noch regelmäßig befahren konntest. Vielleicht fahren ja irgendwann auch wieder Züge auf der Stecke...?


    Dem Pumphut sind die Arbeiten am Fuße seines Hausbergs nicht entgangen, und von Zeit zu Zeit bequemt er sich auch herab um die Arbeiten zu begutachten. Dabei raucht er dann gemütlich vor sich hin und genießt einen edlen Weinbrand. Dann murmelt er immer etwas wie: „…schneller, das muss doch schneller gehen…“ oder so ähnlich. Durch Dialekt und Destillat kann man ihn dann nur schwer verstehen. Aber mitgeholfen hat er bisher noch nicht. Bin mir auch nicht sicher, ob Hexerei in der EU noch erlaubt ist…? Anbei ein seltenes Foto vom Hexenmeister:



    Ganz habe ich ihn wohl nicht erwischt, aber als Aushilfsflamingo war ich mehr damit beschäftigt, mein Gleichgewicht zu halten. Die echten Flamingos müssen das ja zum Glück nicht...

    VG Tobias

    Gruß Tobias


    DR Ost - Epoche III (mit Überschneidungen zur Epoche IV)

  • Hallo Tobias,

    Und ich werde es wohl so darstellen, wie es ist. Ob es Original schon so war, beim Wiederaufbau so geworden ist oder gar erst nach der Wende dieses Gesicht bekommen hat, werde ich wohl nie erfahren…

    das ist eigentlich die korrekte Vorgehensweise bei der Sanierung denkmalgeschützter Bauwerke und nennt sich "die Bauhistorie respektieren". Ich habe immer so meine Probleme damit gehabt, weil man jeden Pfusch u. dgl. mit restaurieren musste. Und es ist natürlich aufwendiger. Wenn allerdings die Standsicherheit (ist hier wohl nicht der Fall) oder z. B. die Unfallverhütung (ist hier der Fall, weil der Dienstgehsteg im Nichts endet) betroffen war, dann durfte man auch korrigierend eingreifen.

    Aber wie auch immer, Dein Bauwerk ist jetzt schon eine Wucht!

  • Hallo Tobias,


    wie geht es Deinem Fuß? Um Dein Projekt nicht völlig einschlafen zu lassen, hier ein Erinnerungsfoto:



    Ich habe es nämlich tatsächlich geschafft, das liebliche Spreetal zu besuchen und muss sagen, die Gegend gefiel meiner Frau und mir ausgezeichnet, obwohl Bautzen und Cottbus, da waren wir auch, nicht unbedingt auf unserer Reisewunschliste standen. Unsere Fahrräder, da ohne Motor, konnten wir wegen der "moderaten" Steigungen zwar gleich abstellen, aber es gibt ja genug anderes in der Oberlausitz anzusehen!


    Größten Respekt habe ich aber vor deinem Viadukt-Bauvorhaben; das ist ja nicht ohne Schwierigkeitsgrade! Das sauber behauene Zyklopenmauerwerk ist für sich bereits eine Augenweide - aber schwer nachzubilden, denke ich! Es wäre trotzdem schön, wenn dein Vorhaben nicht sang- und klanglos eingestampft würde!

  • Hallo Reinhold,


    danke der Nachfrage. Die OP ist super verlaufen und dem Fuß geht es den Umständen entsprechend gut. Nach dem ich gezwungenermaßen viele Wochen auf der faulen Haut liegen musste, und somit an den Modulen nix weiterging, war das Wetter im Frühjahr dann so super, dass ich mich im Garten beschäftigen durfte oder meinen Fuß mit Fahrradfahren trainiert habe. Man darf es nur nicht übertreiben, dann sagt einem dem Fuß das gleich :rolleyes: . Soll ja leider auch 8-12 Monate dauern, bis es dann endgültig verheilt ist. Damit stehen die Module noch so da, wie ich sie Ende Januar habe stehen lassen. Leider ;( . Aber ich sehe sie ja jeden Tag und sie zaubern mir beim Betrachten immer noch jeden Tag ein Lächeln in mein Gesicht. :) Daher keine Angst, das Vorhaben wird nicht sang- und klanglos eingestampft.


    Erst heute Mittag habe ich nach Beendigung eines Projektes im Garten beschlossen, dass ich am Mittwoch den ganzen Tag nur für die Module nutzen werde (Mann muss sich im Urlaub ja auch mal etwas gönnen ^^ ). Dann las ich eben Deinen Beitrag mit dem netten Erinnerungsfoto und weiß daher jetzt, dass ich hier auch in der Bringschuld bin :/ . Sprich, sobald die Regenzeit (vsi. ja am Mittwoch) wieder vorbei ist, werden die noch fehlenden 3 Kurvensegmente zugesägt und wenn es passt, auch gleich noch montiert. Denn wenn die 3 Segmente stehen, kann ich die Grundkörper der Brücke fertigmachen und alles einpassen…schließlich soll ja noch in diesem Jahr ein Zug über die Brücke fahren…Ich hoffe daher, demnächst mal wieder über ein paar Fortschritte berichten zu können.


    Es freut mich sehr, dass euch die Oberlausitz gefallen hat. Und besonders freut es mich, dass ihr den Weg zum Viadukt gefunden habt. :thumbup:

    Ja, bei uns ist es mit dem Fahrradfahren nicht immer leicht. Hinter jedem Hügel kann schon der nächste Berg lauern. :D Aber es kann auch sehr viel Spaß machen. Aber wie Du schon geschrieben hast, kann man in der Gegend auch sehr viel ohne Drahtesel bestaunen und erleben.


    Viele Grüße


    Tobias

    Gruß Tobias


    DR Ost - Epoche III (mit Überschneidungen zur Epoche IV)

    Edited 2 times, last by Hexenmeister ().

  • Hallo zusammen,


    die Teile für das erste Kurvensegment konnte ich heute schon mal zusägen, dann hat mich der Regen aus dem Garten vertrieben.:rolleyes: Aber Sperrholz und Wasser sind ja keine so gute Kombination:/ …Für das nächste Segment sind auch schon die ersten Teile fertig.


    Hier mal Segment 3 (Mittelsegment) auf die Schnelle zusammengelegt.




    Es muss noch geschliffen werden und einige Löcher fehlen auch noch. Aber sieht auf den ersten Blick schon mal so aus, dass ich mich nicht vermessen habe.:) Der Winkel beträgt 5 Grad.


    Bin gespannt, was ich heute noch so alles anfertigen kann. Auf jeden Fall geht es weiter… :)


    BTB0e+0: Da ist was dran. Leider...

    Gruß Tobias


    DR Ost - Epoche III (mit Überschneidungen zur Epoche IV)

  • Hallo Thomas ( moba-tom),


    auf die Konstruktion in der Mitte kommt noch ein „Deckel“, welcher dann als „Fundament“ für die beiden Brückenpfeiler dient. Durch die Verstrebung soll dieser Bereich mehr Steifigkeit erhalten.


    Die mittlere Strebe ist nicht durchgängig, da ich hier Resteverwertung betrieben habe. Sieht daher vielleicht aufwendig aus, ist es aber eigentlich nicht…

    Gruß Tobias


    DR Ost - Epoche III (mit Überschneidungen zur Epoche IV)

  • Hallo Martin,


    hier kann ich nur sagen: auf jeden Fall!


    Die drei noch fehlenden Segmente liegen zur Montage bereit, nur hat mir dazu leider bisher die Zeit und in einigen Momenten auch die Lust gefehlt. Ist leider manchmal so. Habe mir aber schon vorgenommen, die Segmente in der kommenden Woche jetzt endlich zu montieren. Die müssen ja auch noch gestrichen werden, und das Wetter wird ja nicht besser...


    ...wenn also alles gut läuft, und ich mich nicht vermessen/versägt habe, kann ich Ende November/Anfang Dezember wieder aktiv vom Bau der Brücke berichten...


    Viele Grüße

    Tobias

    Gruß Tobias


    DR Ost - Epoche III (mit Überschneidungen zur Epoche IV)

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