Projekt B4

  • Hallo Dirk,


    danke für die Angaben zum 2020C012, das Drehmoment ist ja schier unglaublich für so einen Zwerg! Natürlich kämen Schnecke und Schneckenrad raus, wenn der Zwerg eingebaut würde, bei dem Mashima lass ich die erstmal drin, weil sonst ja kein Getriebe vorhanden ist. Auf meinem Schreibtisch häufen sich übrigens die Zettel mit Berechnungen aller möglichen Kombinationen, und da die B4 ein kräftiger Geselle war, darf sie bei mir auch auf die Steilstrecke! Vielleicht gelingt es mir, sie in dem dunkelblaugrünen Farbton der Guernsey zu lackieren. Aber das ist Schnee von morgen.


    Jaaa, die Normandy bei der Blue Bell RW habe ich auch entdeckt, ist jetzt 4 Jahre her, dass ich sie mit meinen Söhnen besuchen konnte! Diese Bahn ist überhaupt eine komplette Reise wert! Ich werde nicht vergessen, wie in Sheffield Park, fast lautlos, ein Zug aus Mahogany-Stroudley-Carriages, gezogen von der Sterling 0-6-0 von 1896, einlief! Am Regler eine gutaussehende Blondine mit einer herrlichen Hakennase. Sie wurde abgelöst von einem Riesenschnauzer, der offenbar ihr Vater war, da er eine ähnliche Hakennase hatte, und die Lok zum Wenden umrangierte. Alle natürlich in standesgemäßer Uniform und die Fahrzeuge glänzten in der Sonne - herrlich! Wie sagt man? Man schmeißt bei einem solchen Anblick sein Geld weg!


    Die Bluebell unter Dampf



    Sterling 0-6-0 von 1896



    Die B4 "Normandy" im Depot


  • Hallo Reinhold,

    danke für die Bilder. Im letzten Bild gibt es ja erstaunliche Unterschiede bei der Größe der Pufferteller.


    Gruß Jörg

    Ich kenne keine andere Firma, bei der alles so durchdacht ist wie bei der Staatsbahn.

    Alles verläuft pünktlich auf die Minute, alles ist genau geplant, alles ist vorbereitet, ein wahres Vergnügen.

    (Egon Olsen in "Die Olsenbande stellt die Weichen")

  • Kleine Frage an die Spezialisten,


    spricht etwas dagegen, daß der Antrieb auf die Hinterachse verlegt wird? Die Vorderachse brachte nämlich nur halb soviel Gewicht auf die Waage und die Mitnahme der mitlaufenden Achse über die Kuppelstangen ist häufig ja nicht allzu kraftschlüssig ... Übrigens wiegt die Maschine insgesamt nur etwas unter 540 Gramm.

  • Liebe Forumsleser,


    kleiner Zwischenbericht: Räder sind demontiert,



    das alte Fahrwerk lag mit Ate eine Nacht im Bade und war danach weitgehend nackt. Den Rest besorgt Dremel mit Messingbürste.



    Sandkästen und Aschkasten haben sich mit einiger Überredung auch vom Rahmen gelöst, die Bremswelle wurde kurzerhand abgesägt, blieben noch die Achslager. Die hat mein kleiner Flammenwerfer auch geschafft, hier die Ergebnisse:




    Das Beste aber war, daß Alfred "Regelspur" sich erbot, mir die neuen Rahmenwangen zu fräsen und auch sonst wertvolle Hinweise gab (Danke, Alfred!). Nach der Demontage können alle Maße für die Ausführungsskizze kontrolliert, ergänzt und korrigiert werden (wenn mich unser Weihnachtsbesuch denn lässt;)).

    Wir warten nun noch auf einige Bauteile und dann geht das fürchterlich los! Ich denke noch darüber nach, einen zusätzlichen Luftkessel und eine Verbundluftpumpe unterzubringen, da die Maschine für die leichten Züge am Berg zuständig sein soll. Habe gestern einen alten englischen Eisenbahnfilm gesehen, in dem eine 0-4-4T zusätzlich mit einer Westinghouse-Bremse ausgerüstet wurde, warum sollte das nicht auch für die B4 möglich sein. Auch die Lackierung und Beschriftung der Wasserkästen und Führerhaus-Seitenwände wurde angedacht; aber wie bekommt man die Zierlinien hinreichend sauber hin? Über diesbezügliche Tipps würde ich mich freuen!


    P.S.: Nicht, daß alle meinen, ich verschrobener Wirrkopf interessiere mich nur für Exoten, heute habe ich bei Schnelli eine Kö 1 geordert! Damit fehlt der Werksbahn (St.Andreasberger Marmorbahn AG) eigentlich nur noch eine V36 als schwere Streckenlok! Aber wenn Lenz nicht bald in die Socken kommt - die Briten liefern! Und da der harte Brexit erstmal abgewehrt wurde, warten auch noch andere verlockende Angebote zu günstigen Preisen!

  • Liebe Leser,


    heute etwas Theorie. Nicht, um damit zu protzen, dazu habe ich viel zu wenig Ahnung von der Materie, sondern um den ein oder anderen Kollegen aus der Reserve zu locken und zu Widerspruch (und Korrektur) herauszufordern. Außerdem habe ich das hier im Forum bisher wenig gelesen. Vorab eine Zeichnung, was sage ich, eher ein Pictogramm der B4, wie sie mir nach Fertigstellung vorschwebt, natürlich mit einer anderen Beschriftung.



    Vor dem Erfolg habe die Götter den Schweiß gesetzt. Das Fahrgestell sollte erneuert werden, dann heißt es, davon einen Plan zu machen:



    Außerdem muss der Motor untergebracht werden, als Antriebsachse kommt nun die Hinterachse zum Zuge und der Mashima MH-1833D wird horizontal eingebaut; passt so grade. Die Stromzufuhr direkt an der Vorderachse gefällt mir noch nicht, aber da fällt mir noch was ein.



    Alfred "Regelspur" ist auch schon tätig und hat einen ersten Fräsplan zugemailt:



    Da fehlen noch ein paar Details, aber alles ist noch im grünen Bereich.


    Nun zur Theorie

    a) passt das vorhandene Schneckengetriebe 40:1,

    b) bekommt die B4 den geplanten Personenzug den Berg hoch.


    zu a):

    Nenndrehzahl Motor n0 = 8500U/min führt zur Drehzahl Antriebsachse n1 = 8500/40 = 213U/min

    Fahrweg pro Minute L = 213 x 26,7mm x Pi = 17870mm/min = 0,297m/sec = 1,07km/h x 45 = 48km/h Modellgeschwindigkeit.

    (Raddurchmesser 26,7mm)

    Das ist total in Ordnung, die Höchstgeschwindigkeit meiner Bergbahn ist auf 30km/h festgelegt!


    zu b):

    Der Motor entwickelt ein Drehmoment von 20 gcm entsprechend 2,0 Nmm, hinter der Schnecke sind das 40 x 2,0 = 80 Nmm

    Das enspricht einer Schubkraft am Umfang der Antriebsräder von P = 80 x 2 / 26,7 = 6,0 N = 600gr, das ist recht ordentlich! Frage ist, bekommt die Maschine die Kraft auch auf die Schiene?

    Reibungsbeiwerte sind ja ein weites Feld, ich nehme konservativ my = 0,15 an.

    Bei einem Maschinengewicht von ca. 550gr ergibt sich eine physikalische Antriebskraft von 82,5gr, das liegt weit unter der Motorleistung. Bei einer Steigung von 6% (Bergstrecke!) plus 1% Rollreibung des Zuges ergibt sich ein max. Zuggewicht incl. Lok von

    82,5 /0,07 = 1180gr oder 1,2kg. Abzüglich des Gewichtes der Lokomotive darf der Zug also wiegen G = 1180gr - 550gr = 630gr, das sind gerade drei bayrische Nebenbahnwagen von Lenz. Also alles etwas knapp hier!

    Stellt sich die Frage, wie viel eine Ballastierung der Lok, vielleicht auf 700gr, bringt (Platz ist in den Wasserkästen ausreichend vorhanden).

    Pph2 = 700 x 0,15 = 105gr; zul. Zuggewicht G = 105/0,07 - 700 = 800gr, da wären zwei Nebenbahnwagen und ein G10 möglich. Eine Ballastierung sollte demnach echt etwas bringen, das werde ich auch verfolgen, auch wenn nicht berücksichtigte Faktoren die Zahlen ggf. wieder etwas schlechter aussehen lassen.


    Wichtig für mich ist, zu wissen, dass die B4 für die Steigung meiner Bergbahn aller Voraussicht nach geeignet ist!

    Zum Schluss noch ein Bild von den Zylinderblöcken, die nach Behandlung mit rotierender Messingbürste strahlen wie Honigkuchenpferde!


  • Kinder, wie die Zeit vergeht ...


    ... es sind schon wieder vier Wochen nach der letzten Wasserstandsmeldung vorbei! Aber etwas wurde doch gemacht, so die Motorhalterung, die zwischen die Wangen geschraubt werden soll:



    Hier nochmal eine andere Ansicht, daneben die vorbereitete Bremswelle:



    Ich habe übrigens vergeblich nach einem Bremszylinder gesucht, aber offenbar hatte die Maschine ursprünglich gar keine Druckluftbremse! Der Bremshebel ist direkt mit der Bremskurbel auf dem Führerstand verbunden, ähnlich wie beim Berliet-Rangiertraktor. Muss echt abenteuerlich gewesen sein, solche Geräte zu fahren und zu manövrieren!


    Nun denn, die Zeit, die Alfred für die Rahmenwangen braucht, habe ich u. A. genutzt, um die Wasserkästen zu lackieren. Wie geplant mit einem dunklen Blaugrün, sieht ganz ordentlich aus. Die Abkleberei war natürlich echt nervig und es ist trotzdem etwas Farbe durchgekommen:







    Nun müssen natürlich die Kanten usw. nochmal nachgemalert werden; eine Beschriftung ist auch bestellt. Aber wie das so ist mit einem Oldtimer, so ein Projekt ist immer für Überraschungen gut - genau wie beim Sanieren historischer Gebäude! Nun war es das Führerhausdach, das zu den Seitenwänden derartig breite Spalte ließ, dass man einen Hut hätte durchwerfen können. Die Überlegung, die Spalte z. B. durch L-Profile zu schließen, wurde verworfen. Da das Führerhaus eine richtig nette Einrichtung besitzt, war eigentlich klar, daß das Dach nur verklebt sein konnte. Richtig, mit vorsichtigem Schraubenziehereinsatz war es im Nu abgehebelt:



    Danach konnte die Kabine endlich ordentlich gefegt werden und nun bietet sich natürlich auch die Lackierung der Stirnwände an!

    Hier aber noch einmal die Führerhauseinrichtung:





    Die Stirnwände (mit den vielen kleinen Luftlöchern) wurden vorsichtig abgefeilt, das Dach noch etwas nachgebogen und dann sind die Spalte weg. Es wieder anzukleben widerstrebt mir aber, doch wie befestigen? Vielleicht weiß jemand Rat!


    Die Elektrik macht in Form eines Schaltplans ebenfalls Fortschritte, außerdem wurde bei YouChoos ein Decoder mit passendem B4-Sound und Segelfunktion geordert! Man kann sagen, was man will, aber die Sanierung so einer alten Kiste macht echt Spaß!

  • Es wieder anzukleben widerstrebt mir aber, doch wie befestigen? Vielleicht weiß jemand Rat!

    Hallo Reihold, Du könntest einen Stahldraht oder schmales Blech so biegen, dass er der Dachschräge genau folgt. Festkleben oder festlöten. Die Drahtenden sollten dann so abgewinkelt werden, dass sie in die Ecken des Führerhauses geschoben werden. Mit Stahldraht gemacht kann das genze so gut federn, dass das Dach sicher an Ort und Stelle bleibt.


    Ich habe mal einen Link angehängt, in dem das Prinzip zu sehen ist:


    Westernthunder


    schönen Tag,

    Michael

  • Hallo Michael,


    danke für den Tipp, kann nur leider die (sehr kleinen) Bilder nicht öffnen, da nicht bei Westernthunder registriert.


    Meine Ideen diesbezüglich gehen aber in eine ähnliche Richtung: Ich werde zwei Stahldrähte wie Riegel durch die äußeren Lüftungsbohrungen stecken und auf der Dachunterseite entsprechende Ösen ankleben. Löten würde ich ja vorziehen, aber ich bin nicht sicher, wie das Dach aufgebaut ist, scheint aus zwei Blechlagen und zusätzlichen Rippen zu bestehen, die evtl. nur verklebt sind.

  • Es geht weiter!


    Das Dach habe ich ganz gut hinbekommen und ist auch gleich neu lackiert worden; die beiden Verriegelungsstangen aus 1mm-Draht sind später fast unsichtbar.




    hier das noch unlackierte Dach mit den Riegelstangen; die werden später noch gekürzt. Eine Glocke hat auch schon (zur Probe) Platz gefunden.


    Nachdem ich das Dach demontieren konnte, habe ich in meiner Lackiereuphorie beschlossen, die Kabinenvorder- und -Rückwand ebenfalls grün zu streichen. Das ist leider ziemlich daneben gegangen, weil ich, ich gebe es zu, schlampig gearbeitet habe: Bei den Wasserkästen habe ich die zweifache Grundierung jedesmal etwas angeschliffen - hier wurde es vergessen, Merde! Die Farbe kam beim Abreißen der Tesa-Krepp-Abklebung gerade an einigen Wandkanten mit herunter, da sind einige Schönheitsreparaturen erforderlich. Ob ich das mit Finish seidenmatt einigermaßen befriedigend korrigiert bekomme? Eine komplette Neulackierung hatte ich nicht vor, zumal ich die Führerhauseinrichtung nicht antasten wollte. Aber die Fotos sind auch miserabel geworden:


  • Hallo Leute,


    vom Frust mit der Lackierung musste ich mich erstmal etwas erholen. Womit? Am liebsten mit irgendwelchen Planungen! Hier steht noch die E-Installation aus, wofür ich, wie bereits beim Franzosen durchexerziert, zwei Leiterplattenstreifen, rechts und links oberhalb der Rahmenwangen angeschraubt, verwende. Die Kabel vom Motor und den Kugelkontakten werden dort angelötet und können dadurch recht kurz gehalten werden. Die unteren Bahnen sind für die Stromabnahme, die oberen für die Motorversorgung vorgesehen.




    Ansich von der Rahmen-Innenseite



    Ansicht von außen, die Leiterbahnen verschwinden im Lokgehäuse.



    Das gesamte Ensemble, in der Mitte die Motorhalterung.


    Wird kurzfristig fortgesetzt!

  • 's geht schon weiter!


    Die Verbindung zwischen Lokrahmen und -aufbau sollte durch eine feste Steckverbindung hergestellt werden. Dafür wurde an die innere Führerhauswand (ist zum Glück eine Doppelwand!) eine Sechser-Steckdose geschraubt, die mittlere Reihe wird für die Schraube verwendet:



    Gewindeschneiden unter beengten Verhältnissen ...



    Die montierte Steckdose; in Bildmitte das Lautsprechergehäuse.


    Der Stecker besteht ebenfalls aus einem Leiterbahnstückchen, das passgenau zwischen die Leiterbahnen am Rahmen gelötet wird. Die 1mm-Messingdrahtstückchen sind voneinander isoliert und leitend, so dass keinerlei Kabelsalat in dem Bereich der Schnecke herumhängt!



    Der linke Draht dient als Abstandhalter und wird später entfernt. Das nächste Bild zeigt die eingestöpselte Steckdose bereits mit den zugehörigen Kabeln, die noch erheblich gekürzt an der Adapterplatine angelötet werden, die direkt über der Steckdose zu liegen kommt.



    Der weiße Polystyrolstreifen gleicht die Schiefe der Blechwand aus.

    So kam ich nicht umhin, gleich einmal die losen Rahmenwangen, noch ohne Verbindungsbleche etc., anzupassen. Sieht bis hierher gut aus.




    Weiter musste ich natürlich gleich mal sehen ob der Rest auch einigermaßen passt:





    Nun hoffe ich inständig, daß sich meine Konstruktion auch im Betrieb bewährt, aber ich habe ja überall weitgehend demontierbare Verbindungen.

    Nun sollte eigentlich die Rahmenmontage folgen, das wird nochmal spannend! Ich werde aber vermutlich die Lampenmontage am Aufbau vorziehen.

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