Neue Fenster für Spur NULL

  • Hallo Modellbahnfreunde,

    es gibt neue Fenster für die Bahn.

    Jürgen Dill-Schilling von Kreativ3.de hat neue Fenster für die Spur Null herausgebracht. Ich persönlich bin nicht unschuldig daran.

    Die neuen Fenster haben die typischen Bahnfenstermaße, wie sie nicht nur bei Vering & Wächter-Bahnen wie Oberschefflenz-Billigheim zu finden waren, wir können sie auch für bayerische und andere Bahnen verwenden.

    Wie bei guten gelaserten Objekten üblich, entstehen die Fenster aus mehreren Lagen dicken Papiers bzw. dünner Pappe.

    img_424229bjt5.jpg

    Das ist der "Rohbau".

    img_42402adkoj.jpg

    Vor lauter Begeisterung hat Jürgen gleich noch eine Umrahmung entworfen, angelehnt an meine Zeichnung vom Bf. Billigheim.

    Bei meinem Empfangsgebäude habe ich das erste Fenster eingesetzt, allerdings mit einer selbsgeschaffenen Steinumrahmung.

    img_42452mdkgt.jpg

    Material ist 230g-Papier, das noch mit Farbe behandelt werden soll.

    Gruß

    Andreas

  • Hallo Andreas,


    hat das Fenster feste Setzpfosten? Sieht zumindest so aus. Wenn es lose Setzpfosten hat, muß noch ein Schlagleiste angebracht werden. Und ich vermute mal, dass auch in Bayern die Fenster Wetterschenkel hatten. Diese fehlen bei dem Fenster ebenfalls. Die Wetterschenkel kann man auch aus Viertelstäben von Evergreen nachrüsten.

    Quelle: "Fachkunde Schreiner" von A.Senner 1956

    Blau gezeichnet sind die Querstücke oben und unten, rot gezeichnet die senkrechten Hölzer, dass alles im Schnitt. Unten in der Zeichnung ist die Außenseite des Fensters, welche man im Modell dann sieht. Die linke rote Zeichnung zeigt einen losen Setzpfosten, also ein Fenster, wo beide Flügel aneinander stoßen.

    Bei deinem Fenster ist noch ein Kämpfer vorhanden, an dem das kippbare Oberlicht befestigt ist. Dieses Oberlicht muss ebenfalls einen Wetterschenkel (rechtsblaues Bild) erhalten. Ansonsten müssen bei Regen deine Preiserlein ständig im Inneren Wasser aufwischen.


    Das soll kein Gemeckere sein, sondern Dir die Möglichkeit bieten, die Fenster genauer nachzubilden. Schließlich haben Gebäude die dumme Angewohnheit, nicht auf der Anlage herum zu fahren, so dass sich ein Betrachter jedes Detail genau ansehen kann. (bei Hintergrundgebäuden habe ich nicht alle Details nachgebildet, aber was gut einsehbar ist, da schon)


    Mit freundlichen Grüßen

    Roland

  • Hallo Rollo,


    Deine Erläuterung finde ich gut, danke! Man sollte wissen wie es wirklich aussieht, dann kann man immer noch entscheiden, was man davon nachbilden möchte (oder kann).


    Beim Thema "Setzpfosten" möchte ich Dir aber widersprechen: m.M.n. gibt es keine festen oder losen Setzpfosten. Beim Googeln bin ich auf folgende Erklärung gestoßen:

    Quote

    Das Setzholz ist ein senkrechter Balken, der ein mehrflügeliges Fenster oder ggf. eine Kombination aus Türen / Balkontüren und Fenstern vertikal in der Breite unterteilt. Es ist fest mit dem Blendrahmen verbunden und verleiht der gesamten Konstruktion ein Mehr an Stabilität.

    Also: fest! Wenn es "lose", also beweglich ist, spricht man von Stulpfenstern. Dem (Modell-)Fenster ist es egal wie es heißt ;) Hauptsache es hält und regnet nicht rein!


    Anmerkung: mir persönlich sind übrigens die gelaserten, fein detaillierten Fenster zu filigran, um sie (selbst) zusammenzubauen. Irgendwo ist immer Klebstoff, der da nicht hingehört (meist auf den Fingern und auf den Glascheiben) X( Ich lebe daher auch gut mit Vereinfachungen...


    Andreas:

    Die Fenster sehen toll aus!


    Gruß

    Thomas

  • Hallo Roland,


    ich finde das total toll dass Du da versuchst tieferes Wissen zu vermitteln - irgendwie werde ich jedoch aus der Zeichnung nicht richtig schlau - könntest Du die Zeichnung vielleicht noch mal mit Beschriftung der in Deiner Erläuterung genannten Begriffe versehen - was da genau da was ist ?

    Wo z.B. wären die Wetterschenkel anzuordnen. Wo wäre in dem Bild die Fensterbank? In Welcher Ebene liegt die Scheibe?


    Viele Grüße,

    Stefan

  • Hallo,


    da ich in meinem Leben schon einige Fenster bauen durfte (wenns auch 30 Jahre her ist), hier mal paar Skizzen mit Erklärungen dazu, und das ohne Google.


    Der Wetterschenkel war an allen Fensterflügeln von Kasten- und Einfachfenstern immer unten als Querholz angebracht. Bei den späteren Verbundfenstern wurde dann eine Wetterleiste angebracht, diese Fensterbauart kam aber erst in den 60er Jahren auf.


    Bei zweiflügeligen Fenstern trafen sich ja beide Flügel in der Mitte. An einem Flügel war die Olive (Griff zum öffnen des Fensters). Der andere Flügel hatte als Anschlag für den zuerst zu öffnenden Flügel den losen Setzpfosten. Bei modernen Kunsstofffenstern ist der Flügel mit dem losen Setzpfosten ebenfalls verriegelbar. Die Schlagleisten verhindern, dass Regen in den Spalt zwischen die Fenstflügel gelangen kann.


    Feste Setzpfosten wurden dort eingebaut, wo mehrere Fenstflügel aneinander gereiht waren. Der feste Setzpfosten ist mit dem Fensterrahmen fest verbunden. Beliebt war die Bauart bei Industriebauten im Bauhausstil, wurde aber auch bei Balkonverkleidungen und bei Fenstern mit größeren Glasflächen angewandt. Bei dieser Bauart hat jeder Fensterflügel ein Schlösschen mit Olive.


    Ich hoffe, dass meine Skizzen halbwegs zur Klärung beitragen können.


    Fenster- und Haustürenbau waren übrigens die Sachen, die ich am liebsten gemacht habe.

    Habe mir allerdings auch Möbel nach Vorlage von "West-"katalogen gebaut. Da hatte man mal was anderes als die volkseigene Möbelindustrie anbot.


    Mit freundlichen Grüßen

    Roland

  • Klasse, diese Weiterbildung in Sachen Fensterbau. Vielen Dank für die Klärungen.

    Heute hatte ich noch etwas Zeit, mal Fenster zusammenzubauen. Na, ja, wenigstens die Außenseite.

    img_430520rjyf.jpg

    Wie man sieht, besteht ein Fenster nach meinem Wunsch aus drei Teilen:

    V1 = Vorderseite auf der Ebene des Fensterrahmens.

    V2 = Vorderseite auf der Ebene des Blendrahmens.

    Auf diese V2 werden noch zwei Streifen geklebt, die man darunter sieht, um die Wetterschenkel unten und unterhalb des Oberlichts dreidimensional darzustellen. (Die Fachleute mögen mir die laienhafte Sprache nachsehen)


    Das Papier ist auf der Rückseite selbstklebend. Schutzfolie abziehen, aufkleben, andrücken, fertig.


    Diese Doppellage wird dann auf die Glasfolie geklebt, die beiliegt und wg. der Größe der Fenster stärker ist als Overheadprojektor-Folie.


    H = Innenseite, damit man diese verwenden kann, als Klebefläche zur Montage des Fenster, wenn man wie ich die Innenwand mauermäßig größer ausschneidet. (Siehe Rollos Post #2). Man sieht dann, das Fenster auf der Gegenwand wie echt, wenn man eben den Durchblick gestattet. Was mir bei einer Anlagentiefe von 64 cm durchaus als sinnvoll erscheint. Ansonsten kann man die Fenster an der inneren Markierung ausschneiden und in die Wandöffnung setzen.

    Die Maße der Fenster sind an einem echten Empfangsgebäude abgenommen (Billigheim), allerdings sind die Fenster dort modernisiert, so dass die Fensteraufteilungen den Handwerkerbücher entnommen wurden.


    Ich hoffe, nächstes Wochenende die Fenster bauen zu können und vor allem die Lisenen/Fensterumrandungen aus Stein farblich gestalten zu können, so dass es auch in Allfeld mal wieder weitergeht.


    Gruß

    Andreas

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