Halb-"Virtueller" Betrieb

  • Hallo zusammen,


    ich bin bekennender Betriebsbahner.

    Das bedeutet für mich, dass ich mich gerne mit Freunden real treffe und gemeinsam "spiele".

    Spielen wiederum bedeutet für mich manuelles Fahren nach Fahrplan und Uhr mit Frachtaufträgen und Wagenkarten.


    SARS-CoV-2 hat einige Beschränkungen mit sich gebracht, so dass das gemeinsame Spielen so ziemlich in Gänze weggefallen ist.


    Anfang des Jahres habe ich noch gedacht, dass durch Vernunft eine gewisse "Normalität" erreicht wird, so dass ich die Durststrecke bis zum nächsten gemeinsamen Treffen schon überstehen werde.

    Schon im Frühjahr kam von jemandem aus dem 0e-Club die Idee auf über das Internet einen Zug über eine entfernte Anlage zu steuern.


    Nun ja, die Hoffnung stirbt bekanntlich zum Schluss und so habe ich diesem Thema bzw. dieser Idee keine weitere Beachtung geschenkt.

    Seitdem die Infektionszahlen steigen, ist meine Hoffnung jedoch deutlich kleiner geworden und so stelle ich mich darauf ein, frühestens(!) im Herbst 2021 wieder an einem realen Treffen teilnehmen zu können, auch wenn es wohl demnächst einen Impfstoff gibt. (Leider stehe ich hier nicht ganz oben auf der Impfliste, sondern eher unter ferner liefen! Abgesehen davon schaue ich mir das ganze auch gerne erst einmal aus sicherer Entfernung an.)


    Im Model Railroader 11/2020 gab es eine Kolumne zum Thema "Virtuelle Betriebssitzung" und auf YouTube ein interessantes Video zum Thema.


    Alles zusammen hat dazu geführt, dass ich mich mit der Thematik jetzt doch näher auseinandersetzen möchte, auch unabhängig von SARS-CoV-2 kann es in Zukunft sicherlich mein Hobby bereichern und die Möglichkeiten erweitern. Man muss zukünftig nicht mehr hunderte Kilometer zurücklegen, um gemeinsam Betrieb zu machen und kann gegebenenfalls auch mal zwischendurch gemeinsam einen Zug fahren lassen.

    Natürlich soll es reale Treffen in keinster Weise ersetzen, was zum Beispiel beim FREMO auch nicht gehen würde, da ja irgendjemand noch die Modulanlagen auf- und abbauen müsste und die technischen Voraussetzungen nicht auf allen Modulen gegeben wären. Aber eine Ergänzung für stationäre Heimanlagen und bei "Stubenarrest" ist es sicherlich hilfreich, um weiterhin oder zusätzlich Betrieb zu machen.


    Nun gibt es gewisse technische Herausforderungen zu lösen, die man meiner Meinung nach gemeinsam schneller, einfacher und besser lösen kann, als allein oder in einer sehr kleinen Gruppe.

    Ich selbst fange gerade an mich mit der Thematik auseinander zu setzen, bin also Anfänger und Einsteiger ;) und hoffe hier auf Ideen, Tipps, Hinweise und Lösungen so dass eine Umsetzung möglich wird.


    Die Herausforderungen, die ich derzeit sehe (sicherlich nicht vollständig):

    - das Fahren/Steuern eines Zuges ohne wesentliche Zeitverzögerungen über das Internet

    - das Schalten von Weichen und Signalen

    - das Kuppeln von Wagen

    - die Visualisierung der Strecke bzw. Betriebsstellen

    - die Hard- und Softwarekomponenten um alles zusammenzufügen

    - der Kontakt zwischen den einzelnen Mitspielern

    - der Austausch von Unterlagen (z.B. Wagenkarten) untereinander


    Beim Schalten kommt man um Decoder nicht herum. Da gibt es unzählige Varianten.

    Problematisch ist jedoch, wenn man normalerweise die Weichen im realen Betrieb manuell oder manuell motorisch stellt.

    Es muss eine Möglichkeit geschaffen werden, wie beides geht, ohne große technische Klimmzüge (Drahtverhau etc.) zu machen.


    Bei der Visualisierung wird im Video auf Raspberry Pi Zeros gesetzt. Kleiner ist z.B. eine ESP32Cam.

    Wie viele Kameras bzw. Bilder können übertragen werden (Stichwort Bandbreite) ohne dass es zu Zeitverzögerungen bei der Zugsteuerung kommt? Trennt man beides?


    Hat sich vielleicht hier schon einmal jemand mit einer solchen Thematik auseinander gesetzt oder ist technisch versiert und kann helfen eine allgemeine oder spezielle Lösung zu erarbeiten?



    Gruß

    Joachim

  • Hallo Joachim,


    haben wir hier schon im Forum zu dritt vollzogen.


    Wir hatten hierzu im Forum einen geschlossenen Raum, den Stefan K. hier zur Verfügung gestellt hat und dies wohl auch mit der neuen Forumssoftware weiter so anbietet.


    Ich ergänze das später etwas genauer, habe nun wenig bis keine Zeit.

    Vielleicht wird in der Zwischenzeit einer der beiden anderen schon/noch was dazu beitragen.


    Viele Grüße,


    Christoph

  • Hallo Joachim,


    ich würde da nicht so kompliziert denken.

    Es könnte nach einer Art Zugleitbetrieb gefahren werden. Vorher wird ein Bildfahrplan und Frachtaufträge gemacht und verteilt.

    Es gäbe es einen Zugleiter, der die Fahrten koordiniert und mündlich die Fahraufträge gibt. Die Züge würden ähnlich, die Lok kann variieren, aber die Art und Anzahl der Wagen wäre gleich, auf den einzelnen Anlagen aufgestellt. Der Zugleiter gäbe die Fahraufträge und würde auf Rückmeldungen der Zugführer oder Lokführer warten. Die Züge würden auf der gedachten Strecke zwischen den Betriebsstellen durch den Zugleiter übergeben: Der Zug fährt so auf der einen Anlage "weg" und kommt dann auf der anderen Anlage "an".

    Damit alle etwas davon haben würde per Zoom, Teams o.ä. zusammengeschaltet.


    Grüße


    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


    Mein Spur 0 Blog: 1durch45.de

  • Hallo zusammen,


    Das mache ich gerne denn es hat wirklich funktioniert und dabei viel Spaß gemacht, trotz dem einen oder anderen Aufruf im alten Forum und persönlicher Ansprachen von Bekannten die kleine Betriebsstellen hatten, haben wir leider keine weiteren Mitspieler gefunden und als wir zum Schluß nur noch zu zweit waren, war die Abwechslung von den Betriebsabläufen einfach zu eingeschränkt und so ist das ganze eingeschlafen ...


    Wir hatten verschiedene Entwicklungsstufen im Gesamtgleisplahn, hier mal ein Bild meines Orga-Tisches vom letzen Spielabschnitt in dem ich einen Gleisplan einer von mir angedachten Hafenbahn über dieses Spiel testete. Links oben auf dem Sperrholzbrett meine Verfolgung der mitspielenden Züge und Wagen auf dem gesamten Plan.


    4qqjl92j.jpg


    Sonst hatte ich meine kleine Betriebsstelle so hergerichtet das die gestellten Aufgaben des am "Zug" waren Mitspielers dann von mir so an die einzelnen Ladestationen zugestellt wurden wie es im übermittelte Frachtauftrag vorgesehen war.


    luzobejn.jpg


    Wenn sich genügend Mitspieler finden würden sowie unser damaliger Dispatcher, oder auch ein neuer könnte ich mir eine Wiederaufnahme bzw. Fortführung durchaus vorstellen. Ein Versuch aus meiner Sicht wäre es jedenfalls wert, weil meine Erfahrung war, durch den abzuarbeitenden Fahrauftrag wurde die Heimanlage tatsächlich unter Strom gesetzt und es bewegte sich ein Zug.


    Mit Gruß, Thorsten

    Edited 3 times, last by DRG: erläuternde Ergänzungen ().

  • Hallo Joachim, hallo H3x!


    Ich denke, Joachim denkt weniger an das Zusammenspiel mehrerer Anlagen(besitzer), wie es z.B. Tony Koester und Allen McClelland mit ihren Anlagen gemacht haben ("Interchanges" zwischen ihren Bahngesellschaften mit Übergabe von ganzen Zügen bzw. Zugteilen bei NICHT UNBEDINGT gleichzeitigem Betrieb), sondern ihm(dir) fehlt eher das Zusammenspielen an einer Anlage.

    Ich erinnere mich jetzt nicht ganz genau an den angesprochenen Artikel im MR (bin auch zu faul zum Nachschauen :)), aber ich glaube, da wurden die eigentlich vom Rangierer ausgeführten Betriebsschritte an der Anlage vom Besitzer durchgeführt, der dem (virtuell von irgendwo anders zugeschalteten) Lokführer Anweisungen (wie in "echt") gab. Das bedeutet, an der Anlage sind keine oder nur wenige Änderungen vorzunehmen: Optimal wäre wohl eine Kamera (oder besser zwei: eine vorwärts, eine rückwärts) in der Lok, was ab Spur 0 wohl nicht so schwierig wäre (bei HO bzw. 0e könnte man wohl eine Kamera noch unterbringen), oder es gibt eine oder mehrere Kameras, die die Anlage beobachten (so wie ein Mitspieler vor Ort sie sehen würde). Diese Bilder müssten halt möglichst verzögerungsfrei übertragen werden. Dazu fällt mir ein Stream-Modell ein, wie es einige Let's Player mit Computerspielen machen: Die Aufnahmen einer oder mehrerer Kameras werden (fast) verzögerungsfrei ins Netz gestreamt und können von einer fast beliebigen Anzahl von Personen gleichzeitig betrachtet werden (hier könnten, wenn die gesamte Anlage in höchstens zwei Aufnahmen gezeigt würde, auch mehrere Lokführer gleichzeitig agieren). Dazu käme eine unabhängige direkte Tonverbindung zum Lokführer (per Headset und Handy oder Internet-Chat, z.B. Skype, Discord, Zoom).

    Eine Fernsteuerung aller Bedienungseinheiten (Lok, Weichen, Entkuppeln etc.) stelle ich mir bedeutend aufwändiger vor, da hier auch Befehle digital übertragen werden müssten.


    Tschüß

    Utz

    My Private Idaho - die Camas Prairie Railroad (H0) und Laclede Timber & Coal (0n30)

  • Ich denke, Joachim denkt weniger an das Zusammenspiel mehrerer Anlagen(besitzer), wie es z.B. Tony Koester und Allen McClelland mit ihren Anlagen gemacht haben ("Interchanges" zwischen ihren Bahngesellschaften mit Übergabe von ganzen Zügen bzw. Zugteilen bei NICHT UNBEDINGT gleichzeitigem Betrieb), sondern ihm(dir) fehlt eher das Zusammenspielen an einer Anlage.

    Das wär natürlich die Königsumsetzung, aber wie so oft im Leben kann etwas scheitern wenn die Ziele zu hoch gesteckt sind, denn die technischen Möglichkeiten um das umzusetzen sind sicherlich nicht unerheblich und wer die nicht hat ist somit raus. Will also sagen der in Frage kommende Kreis ist wohl doch eingeschrängt und es bedarf schon eine nicht unerhebliche Vorbereitung zur Durchführung und dem finden eines Termines und so weiter ...


    Alles das hatte unser kleines Spiel nicht, es wurde aus der Idee des:


    https://www.bdf-fernschachbund.de/infos/neuhier/faqfs.htm


    abgeleitet und daraus ergab sich das ein paar Tage Zeit verstreichen konnte den Fahraufrag (wie ein Schachzug) ganz stressfrei nach seinem persönlichen Zeitfenster unabhängig abzuarbeiten. Das war der ganz große Vorteil und diese Aufgabe war über einen Langen Zeitraum schon eine herausforderung. Wir haben damals ab und an mal wie oben Bilder übersendet um den anderen an der Umsetzung teilhaben zu lassen. Eine mögliche erste Erweiterung könnte hier sein mal ein Video davon zu erstellen und den anderen Mitspielern zu übermitteln. Wenn das aber bei jedem Fahraufrag verpflichtend gemacht werden muß, wäre mir das viel zu viel Stress, würde das ganze noch deutlich verzögern und das was eigentlich erreicht werden soll nämlich etwas Betrieb zu machen wäre plötzlich gar nicht mehr der Schwerpunkt.

    Ich möchte so etwas wirklich nicht abwürgen oder schlecht reden, wenn sich für so etwas eine Gruppe findet um so schöner für die Beteiligten, ich bin dann mal ganz entspannt wie es weiter geht ...


    Gruß, Thorsten

  • Hallo Joachim, hallo an alle Mitlesenden,


    dankenswerter Weise sind ja schon einige Rückmeldungen gekommen.


    Im Prinzip ist es so, wie H3x es beschrieben hat, frei nach dem Motto "keep it simple".


    Thorsten, einer der Mitspieler, hat ja schon einiges dazu erläutert. Den hohen Anspruch, den du Joachim, oder so wie Utz es ausgeführt hat, war damals nicht unser Ansinnen. Das mag auch dem Umstand geschuldet sein, das ich nicht so viel Ahnung und Erfahrung in diesem Bereich habe.


    Im Prinzip haben wir unsere Gleispläne, Fuhrpark und Möglichkeiten aufeinander abgestimmt. Unser Spielleiter, hier Wolli (ich hoffe, es ist ok, dich hier öffentlich zu benennen...) hat dann alles skizziert und zu "Papier" gebracht. Hier bei war es auch nicht wichtig, z.B. den Fuhrpark 1:1 zu den anderen zu haben. Eine Dampflok war eine Dampflok, egal ob 64, 38, 80 usw. Ebenso bei den Waggons. Zugegebenermaßen spielt sich dann auch vieles im eigenen Kopf ab.

    Anschließend hat dann A Person B eine Aufgabe gestellt, die dieser dann real auf seiner Anlage nachgespielt hat. Zugreihung, Traktion, welche Ladestellen mit welchen Gütern zu bedienen sind, oder ob es nur eine Loküberfahrt war, oder ein Personenzug, all dies wurde dann von Person B nachgespielt. Hierbei wurden von Person A auch keine Vorgaben gemacht, was, wie und wann zuerst oder zuletzt "abgearbeitet" werden sollte. Hatte den Vorteil für Person B, das er bisschen eigenen Gehirnschmalz walten lassen musste. Ist ja so, wie Thorsten es angedeutet hat, man musste sich im Vorfeld ein paar Gedanken machen, um die "Züge" (Rangierarbeiten) wie beim Schach, zu erledigen. Da hatte man schon mal bis zu 2 Stunden zu tun :)

    Danach hat Person B entweder einen neuen Zug zusammen gestellt, oder den bestehenden Zug neu gereiht und beladen (oder auch nicht), und an Person C weiter gegeben. Die Kommunikation lief dann über diesen gemeinsamen Konferenzraum.


    Es lief alles sehr ungezwungen, denn es kam bei jedem von uns mal vor, das andere Dinge Vorrang hatten (Arbeit, Krankheit, Urlaub etc.). Das war auch immer vollkommen ok und war auch richtig so, hat es doch keinen Druck erzeugt. Es kam auch vor, dass dann nur 2 Spieler eine zeitlang teilgenommen haben.


    Das mag eine sehr einfache Sicht der Dinge sein und dem einen oder anderen nicht "real" genug, aber es hat uns allen 3en immer sehr viel Freude gemacht. Als ich dann fast mein gesamtes Material verkauft habe, war kurz danach halt der Schlusspunkt.

    Aber ich habe bereits 2 Loks vorbestellt und auch ein Konzept für eine fixe Anlage schwirrt im Kopf herum, wird aber auch ob der Lieferzeiten des Rollmaterials noch etwas dauern. Ob es für dieses Konzept dann von meinen Betriebsmöglichkeiten her reichen wird, muss sich zeigen. Habe aber auch noch etwas Zeit, meine Pläne neu zu bedenken.


    Auf jeden Fall, wenn mal wieder etwas vorhanden sein sollte, würde ich eine solche Art des Spielens mit der MoBa immer wieder in Betracht ziehen, da es wirklich sehr sehr viel Spaß gemacht hat, nochmals vielen Dank an Thorsten und Wolli, das war eine ganz tolle Sache und eine sehr schöne Spielzeit mit euch beiden :thumbup::thumbup::thumbup:


    Auch wenn es nicht direkt so dein Ansinnen war Joachim, vielleicht findet der eine oder andere der hier mitliest, Gefallen an solch einer Sache.


    Viele Grüße,


    Christoph

  • Die Idee von Bodenbahner und DRG bzw. auch H3x finde ich gut. Ein einfacher Ansatz ohne dass technisch aufgerüstet werden muss. Tolle Ideen.


    Mir schwebt aber eine reale Betriebssession mit mehreren Personen auf einer (Heim-)Anlage vor.

    Die Anlage steht z.B. in Stralsund. Der Besitzer ist vor Ort, sorgt für Strom, die Grundaufstellung, bei Problemen für Abhilfe usw.

    Der Zugleiter sitzt z.B. in München und koordiniert das Geschehen.

    Ein Zug-/Lokführer sitzt z.B. in Flensburg und fährt seinen Zug über die Anlage nach dem gültigen Fahrplan und den Anweisungen des Zugleiters.

    Ein weiterer Zug-/Lokführer sitzt z.B. in Aachen und fährt seinen Zug.

    Ein Fahrdienstleiter sitzt z.B. in Konstanz und regelt den Verkehr in der Betriebsstelle die er beaufsichtigt.

    ...


    Betrieb, wie er z.B. auf FREMO-Treffen real vollzogen wird, nur eben über Distanzen hinweg mit Hilfe der modernen Technik.



    Gruß

    Joachim

  • Moin miteinander,


    da schließe ich mich meinen Vorschreibern an. Ich war der Dritte im "Verkehrsverbund Online Fahren". Das Spiel lief ähnlich ab, wie Fern-Schach. Ich erläutere mal genauer:


    Fahrzeuge:
    Die 1. Aufgabe war der gemeinsame Abgleich der Fahrzeuge. Es sollten nur bestimmte Gattungen ins Spiel kommen. Ein Beispiel welche Wagen jeder einsetzen sollte: 2 offene Waggons; 2 gedeckte Waggons; 1 Kesselwagen; 1 Kühlwagen etc.
    Bei den Lokomotiven ließen wir freie Hand.


    Gleispläne:
    Jeder skizzierte seine Anlage und bezeichnete die Ladestraßen, Güterschuppen usw. Im Plan wurden auch die Wagen eingetragen, wo diese gerade abgestellt sind. Alles geschah mit einer Grafik-Software. Von der Grafik wurde ein Pdf oder Jpg angefertigt und an alle verschickt.

    Online-Fahrten:
    Beispiel: ich begann das Spiel und stellte auf meiner Anlage einen Güterzug zusammen. Die Wagenreihung notierte ich. Danach fuhr ich den Zug auf ein Gleis, welches virtuell meine Anlage mit der nächsten Anlage verband. Der Zug war also bei mir raus!
    Ich schickte allen Teilnehmern den aktualisierten Plan und speziell zum Empfänger die Wagenreihung. Der Empfänger stellte nun den gleichen Zug zusammen und fuhr damit in seinen Bahnhof ein.
    Da ich seinen Gleisplan auch kannte, konnte ich ihm die Anweisungen geben: "Om12 - Wg.Nr.123456 - Ladung Kohlen" zur Ladestraße / "G10 - Wg.Nr.234567 - Ladung Stückgut" zum Güterschuppen usw ... usw ...
    Der Empfänger hatte nun einen Rangierauftrag und auch erstmal einige Tage zu tun. Alle anderen hatten jetzt Zeit und warteten ab.

    Irgendwann bekam Mitspieler Nr. 3 genauso einen Auftrag vom letzten Empfänger und er musste den Zug annehmen und die Wagen verteilen. Jeder Empfänger musste auch allen melden, dass der Zug angekommen ist, daraufhin aktualisierte ich den Spielplan. Der Spielplan wurde also ständig an alle verschickt und somit waren wir immer auf Stand.

    Allgemein hat das Spiel Spaß gemacht. Wer mal aus Zeitgründen nicht mitmachen konnte, so wurde allgemein eine Pause eingelegt. Manchmal waren es sogar Wochen ohne aktiv zu sein, das war in Ordnung und wurde akzeptiert.

    Schöne Grüße

    Wolli

    Gruß, Wolli ---> wünsche allen HP1 !

  • Hallo Leute,


    wenn man jetzt mehrere reale Anlagen (optimal in Realtime) miteinander verbinden will (wie im von mir schon erwähnten US-Beispiel), könnte man auch das durch einen Stream realistischer gestalten. Nötig wäre dazu nicht wirklich viel: Jeder bräuchte eine Webcam (oder besser eine Webcam-fähig normale Kamera wegen der meist besseren Bildqualität), die die Anlage zeigt, und einen Computer und dazu das kostenlose Programm OBS Studio, mit dem man ins Netz (z.B. Youtube) streamen kann. Wer auch eine Tonverbindung wünscht, benutzt parallel dazu Skype, Discord, Zoom etc. oder einfach das Handy (wohl am ehesten mit Flatrate), obwohl da wohl keine Konferenzen mit mehr als 2 Teilnehmern möglich wäre.

    Zu Beginn einer Session müssten sich die Teilnehmer darauf einigen, welche Waggons jeder in seiner Anlage anliefern und abholen will. Sollten dem einen oder anderen Waggons des ankommenden Zuges fehlen, kann man annehmen, dass sie auf einer Zwischenstation ausrangiert worden sind. Auch Loks können da gewechselt worden sein, so dass nicht alle Mitspieler die selben Loks und Waggons besitzen müssen.

    Jeder Spieler stellt dann den Zug so zusammen, wie er bei ihm ankommen soll. Der erste Spieler beginnt dann das Spiel und streamt es ins Netz, wo die anderen zugucken können. Am Ende schickt er den Zug weiter. Der zweite und jeder weitere Spieler geht genauso vor.

    Hier können alle Mitspieler in Echtzeit verfolgen, was mit "ihrem" Zug vorher passierte und nachher noch passiert und sitzen nicht einfach nur vor ein paar Blättern Papier, bis sie an der Reihe sind.

    Der technische Aufwand ist in Zeiten von Homeoffice ja eigentlich auch nicht ganz so beträchtlich.


    Tschüß

    Utz

    My Private Idaho - die Camas Prairie Railroad (H0) und Laclede Timber & Coal (0n30)

  • Hallo Utz,


    mit einer Webcam wäre es für mich trotzdem zu viel Aufwand! Ich bräuchte sogar 4 oder 5 Kameras, damit alles über zwei Räume erfasst werden kann. Mir gefiel unser Online-Spiel, weil zwischendurch immer Pausen waren. Und einige Teilnehmer rangieren sogar auf dem Papier, sie schieben kleine "Pappwagen" auf dem Plan hin und her und vergeben neue Aufgaben. Das ist auch eine Möglichkeit am Spiel teilzunehmen und dazu muss nicht unbedingt eine Webcam eingesetzt werden. Aber sollte sich eine Gruppe finden, die den technischen Aufwand betreiben möchte, warum nicht?!

    Viele Grüße

    Wolli

    Gruß, Wolli ---> wünsche allen HP1 !

  • Hallo Utz,


    ja, könnte man so machen.


    Gebe aber zu bedenken, ähnlich wie Wolli es angedeutet hat, dass es bei uns sehr entspannt lief. Und ich weiß nicht, ob die anderen jeweils 2 Stunden Zeit und Lust gehabt hätten, mir zuzusehen, wie ich die mir gestellte Aufgabe löse...?

    Mag vielleicht ok sein, oder Spaß machen, wenn man dabei kommunizieren kann und sich gegenseitig Tipps und Hilfe geben kann, oder um einfach nur zu schnacken.


    Ist natürlich eine Anregung, kann mir aber vorstellen, das nicht jeder die Zeit und Lust dazu hat, zumal es dann auch wieder einen gemeinschaftlichen Termin geben muss. So wie wir es gemacht haben, legt man einfach los, wenn man Zeit & Lust dazu hat. Damit möchte ich deine Idee aber keinesfalls abwerten oder ähnliches.


    Viele Grüße,


    Christoph

  • Heute wurde der erste Zug in Hamburg von einem Lokführer in Stadthagen gefahren.

    Die Sicht auf die Strecke war dank im Führerhaus eingebauter Kamera sehr gut.

    Die Verständigung klappte dank Funk auch problemlos.


    Es sind zwar noch einige Hürden für einen Regelbetrieb zu nehmen und einiges ist noch verbesserungswürdig, aber es hat richtig Laune gemacht.



    Gruß

    Joachim

  • Gestern war wieder Testbetrieb in Hamburg und Stadthagen.

    In kleinen Schritten kommen wir voran.


    Die drei Punkte

    - das Fahren/Steuern eines Zuges ohne wesentliche Zeitverzögerungen über das Internet

    - das Schalten von Weichen und Signalen

    - die Hard- und Softwarekomponenten um alles zusammenzufügen

    haben wir im Griff.


    Die Zeitverzögerungen sind kaum spürbar, auch wenn nebenher Videos verschiedener Kameras gestreamt werden. Selbst bei einer schlechten Internetverbindung gibt es keine großen Probleme und sind eher mit einer leichten Anfahr- und Bremsverzögerung zu vergleichen. Die Fahrzeuge sind gut am Regler.


    Dank H3x hier im Forum gibt es auch eine Lösung Weichen vor Ort und digital aus der Ferne zu schalten (siehe Einsteigerfrage: Anschluss eines MP5 an einen Schaltdecoder).

    Weichen, die nicht automatisiert werden können (oder sollen), müssen auf Zuruf vom Weichenwärter vor Ort geschaltet werden.

    Da immer jemand vor Ort ist, funktioniert das auch gut.


    RocRail ist die Schnittstelle zwischen der Anlage/Zentrale und den Mitspielern aus der Ferne.

    Das Stellen der Weichen und Signale erfolgt über das Gleisbildstellpult von RocRail


    2020-12-13-01.png



    Derzeit richte ich für meine Anlage einen RocRail-Server ein, der über VPN von verschiedenen Clients erreichbar sein soll.

    Die Herausforderung ist hier wiederum, zwei Netzwerke miteinander zu verbinden.

    Bis Ende des Jahres sollte aber auch der Server sowie die Verbindung der Clients laufen.


    Wo viel Licht ist, ist natürlich auch etwas Schatten.

    Die Idee nur eine Kamera im Triebfahrzeug zu verbauen und diese per Servo zu drehen, ist leider nicht praktikabel. Die Kamera steht in dem Fall zu weit von den Fenstern weg und damit wird der sichtbare Ausschnitt zu klein (Man sieht mehr Fenster bzw. Führerhaus als Strecke).

    Es müssen also zwei Kameras verbaut werden, wobei wir versuchen wollen diese über den Decoder - je nach Fahrtrichtung - zu aktivieren. Genauso soll nur eine Elektronik für beide Kameras genutzt werden und die Stromversorgung vom Gleis erfolgen.


    Man hat sich in den letzten Jahren so an Sounddecoder gewöhnt (wer kann sich eigentlich noch daran erinnern, wie es vorher war?), dass einem jetzt der Sound fehlt, wenn er nicht vorhanden ist.

    Wir haben bisher nur eine Kamera getestet, die live leider keinen Sound übertragen kann.

    Da fehlt mir was, aber glücklicherweise gibt es auf dem Gebiet eine große Auswahl und da wird sich sicherlich was finden lassen.


    Der Fahrregler von RocRail ist nicht ganz so Sexy

    Statt F1, F2, ... wären Symbole etwas aussagekräftiger und die Anordnung der Elemente könnte auch noch optimiert werden.


    2020-12-13-02.png



    Daneben haben wir auch noch "Zukunftsvisionen"!

    viele von uns haben die Rügenschen Kleinbahnen als Thema ihrer Anlagen. interessanter Weise aber verschiedene Abschnitte.

    Einige bauen nach Motiven der Nordstrecke von Bergen nach Wittower Fähre, andere von Fährhof nach Altenkirchen und wiederum andere nach Motiven der Südstrecke.

    Die Idee ist, wenn wir erst einmal alles reibungslos am Laufen haben, die Anlagen auch virtuell miteinander zu verknüpfen und den Betrieb über mehrere Anlagen laufen zu lassen...



    Gruß

    Joachim

  • Hallo,


    toll, was ihr da aufbaut! Bin gespannt, wie´s weitergeht. Vielleicht kommen später hier im Forum noch mal Videoaufnahmen hinzu, sodass sich Interessierte sich den Ablauf ansehen können.


    Schönen 3. Advent und weiterhin viel Erfolg!
    Wolli

    Gruß, Wolli ---> wünsche allen HP1 !

  • Hallo Michael,


    danke für die Bilder! Finde ich gut, was ihr da auf die Beine (Gleise) stellt! Das ist ja alles Schmalspur - herrlich!

    Schöne Grüße, Wolli

    Gruß, Wolli ---> wünsche allen HP1 !

  • Hallo Freunde der Technik,


    es ist sicherlich einen Versuch wert die ESP32 Cam für ein Triebfahrzeug zu testen. Zu dem Thema gibt es mehrere Videos auch mit Code für die Arduino IDE.

    Freundliche Grüße :)

    Michael

  • Auch heute sind wir wieder ein paar Schritte weitergekommen.


    Sound über das Kameramodul ist möglich.

    Noch ausbaufähig, aber es funzt!


    Der RocRail-Server ist nun bei mir eingerichtet und läuft, hat aber noch keine Verbindung zur Außenwelt.

    Intern habe ich von einigen Clients darauf zugegriffen und getestet.

    Auch hier gilt: Noch ausbaufähig, aber es funzt!


    Hier über einen PC (sieht noch sehr wild aus im Vergleich zur lokalhost Variante! - siehe oben, Beitrag #14)


    2020-12-13-03.png



    ...und hier über ein Handy als reiner Fahrregler (wobei man hier wohl auch die Funktionstasten mit Symbolen belegen kann.)


    2020-12-13-04.jpg




    Gruß

    Joachim

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