Varianten der V 36

  • Hallo zusammen,



    beim Stöbern in Kennings neuem Kleinbahnbuch fiel mir das Bild der L3 der Hümmlinger Kleinbahn ins Auge.

    Das Bild gibt es auch ganz legal im Netz, und zwar hier: https://www.rangierdiesel.de/i…5&action=image&position=1


    Der Begleittext im Buch verrät, dass es sich hierbei um den modifizierten Nachbau der V 36 handelt. Schaut man sich die Historie auf der verlinkten Webseite an, so erfährt man, dass die Fa. Deutz von diesem Typ insgesamt 13 Exemplare (plus 18 mit stärkerem Motor) für verschiedenste Kunden im In- und Ausland gebaut hat.

    (sorry, falls das kalter Kaffee für gewisse Experten sein sollte)


    Mein Gedanke: Bei Lenz befindet sich ja immer noch die V 36.1-2 in Planung bzw. Konstruktion. Da sich die "Modifikationen" auf die Aufbauten beschränkt haben, bräuchte man also „nur“ ein neues Gehäuse…


    Ob sich so eine Variante für die Fa. Lenz lohnt? Wäre das vielleicht das Betätigungsfeld für einen begabten 3D-Konstrukteur bzw. Drucker? Oder gar Stoff für eine Kooperation von Lenz (Fahrwerk) mit ???

    Immerhin scheinen sich bei der Fa. Lenz mittlerweile neue Perspektiven aufzutun, was die Bereitschaft zu Varianten auch in kleineren Serien angeht. Oder sind die Vorbilder zu exotisch/zu speziell, um eine ausreichende Nachfrage für eine (Klein)Serie zu generieren?


    Was meint ihr? Und was meint die Fa. Lenz? ;)


    Viele Grüße

    Klaus

  • Hallo,


    je nachdem wie genau man das mit der Nachbildung eines Modells nimmt, ist hier nicht nur ein "Neues Gehäuse" nötig.


    Die Deutz Variante hat keinen/anderen Dofa Ofen, andere Aufstiege, unten liegende Sandkästen andere Stangen und einen anderen Achsstand uvm.


    Als Industrielok ist das aber schon eine schöne Variante.



    Viele Grüße

    Patrick

  • Hallo Klaus,


    Lenz kündigt schon seit Urzeiten eine neue V36 an, bei deren Vorbild es sich auch um eine etwas andere Konstruktion handeklt, als bei der ursprünglich von Lenz gelieferten V36.

    Vielleicht kommen ja dann auch die von Dir angesprochenen Varianten.


    Viele Grüße

    Carl

  • Hallo Klaus,


    nein, kein kalter Kaffee. Es gibt von KHD zwei Varianten, eine mit "eckigem" Aufbau (BJ 1952) und eine mit dem von dir verlinkten runden Aufbau (1954)

    Neben dem anderen Gehäuse gibt es auch noch ein paar andere Unterschiede: Der Achsstand ist 50mm länger, die LüP ist statt 9200 mm 1952 9450 mm und 1954 9570-9640mm. Dafür sind die Loks schmaler.

    Es sind schon Kompromisse notwendig - wenn ich mir ansehe, wie manche Leute abgehen, wenn der Raddurchmesser innerhalb der zulässigen Grenzen bei einer Dampflok abweicht - und vom Lenz-Modell bleibt nur das Fahrwerk, Antrieb und Elektronik über. Kann man machen. Oder gleich richtig ;)


    Grüße


    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


    Mein Spur 0 Blog: 1durch45.de

  • Also Formal ist das keine V36.

    Diese Bezeichnung trifft nur auf DB Lokomotiven zu, da nur diese dieses Nummernschema verwendet hat.

    Vorher hieß die Regel V36 WR360C14

    Bei Deutz wurde der Nachbau die dann als V6M436 der V6M536 bezeichnet.

    Dazu dann noch Zusätze für die Art des Führerstandes.

    Bei den Haselünnern ist das der Hochführerstand. Also eine V6M436R


    Meines Wissens ist die Lok da aber da nicht mehr vorhanden


    Gruß Patrick

  • Was heißt denn verwässern?


    Es geht doch genau um diese Variante ....

    Das war mir nicht so ganz klar, aber man lernt ja nicht aus :) In Haselünne waren ja noch drei andere Kleindiesel Stationiert,

    die gut auf die Spur Null Anlagen mit Platzproblemen passen würden. Da mache ich später aber besser einen eigenen Ast auf oder ?:/

    :D Rauchen versaut die Gardinen :D
    Beste Grüße aus Neuss Jörg


  • Hallo Nullkommanull,


    Danke für den interessanten Hinweis mit den Deutz-Varianten. Das wäre eine schöne und zeitgemäße Industrie-Diesellok der 50er. Aber neben der V36.1-2, die Lenz angekündigt hat, würde mich noch die V36.3, die DWK-Variante, interessieren! Besonders die V36.310, die wie ein Vorläufer der V60 aussieht, aber eben in der Optik der späten 30er - das wäre mein absoluter Favorit!


    Freundlicher Gruß

    EsPe

    Nur weil ich den einen oder anderen Fehler an manch einem Modell zwar bedauere und gelegentlich kritisiere, aber mich dennoch über perfekte Fahreigenschaften usw. und einen gelungenen Gesamteindruck freue, bin ich noch längst kein Spielbahner (was übrigens abwertend klingt).


    Und nicht jeder, der von sich selbst behauptet, ein ernsthafter Modellbahner zu sein, muss es deshalb auch wirklich sein.
    (frei nach Blaukäfer)

  • Sehr interessant finde ich auch die Variante der DWK. Die Loks hatten eine mechanische Kraftübertragung und es wurden 19 Stück bis zum Jahr 1944 gebaut.


    Die Loks wurden als Splittergattung V36.3 bei der DB eher für Sonderaufgaben eingesetzt (z.B. als Zuglok eines Schienenschleifzuges) und relativ schnell an Privatbahnen abgegeben. So erhielt die Mindener Kreisbahn sechs der Lokomotiven und baute diese für ihre Bedürfnisse um. Einige Maschinene erhielten neue Motoren, die Loks wurden auf Einmannbetrieb umgebaut und optisch besonders auffällig, der mittige Auspuff verschwand unter die Motorhaube und erhielt ein Abgassrohr, das seitlich an der Führerhausstirnwand befestigt wurde. Dadurch erreichte man auch eine etwas bessere Streckensicht... .


    V36 311 ist im Lokpark Braunschweig erhalten worden. Auf dem Bild erkennt man gut das mittlere Führerstandsfenster, das bei der MKB anstelle des Auspuffs eingefügt wurde... .


    viele Grüße

    Karsten

  • Hallo zusammen,


    vielen Dank für die Wortmeldungen und gelieferten Fakten. Tja, da lauern im Detail doch ein paar Unterschiede mehr, hatte ich schon befürchtet. Eine große Begeisterungswelle hat die Idee nicht ausgelöst, war aber auch nicht unbedingt zu erwarten. Der Kreis der wirklich Interessierten scheint überschaubar zu sein. Damit dürfte die Maschinenbauanstalt aus Gießen als Verdächtiger aus dem Rennen sein, wenn es denn jemals eines gab.


    Ich bleibe dennoch bei meiner Meinung, dass dies ein dankbares Projekt für einen ambitionierten 3D-Konstrukteur sein KÖNNTE. Immerhin bekäme man auf diese Weise eine völlig andere, vorbildgetreue Lok. Die Kompromisse beim Fahrwerk (1 mm im Modell beim Gesamtachsstand) dürften für die meisten absolut akzeptabel sein. Dafür könnte man auf ein komplett fertiges, qualitativ hochwertiges Fahrwerk inklusive Antrieb und Elektronik bauen (stelle ich mal als These in den Raum). Sogar der Sound sollte passen. Wenn ich die mir bekannten Klein(st)serienprojekte, vorzugsweise aus dem 0e Bereich, an meinem geistigen Auge vorbeiziehen lasse, so lagen die größten Herausforderungen meistens in diesem Bereich. Diese Klippe könnte man hier auf eleganteste Weise umschiffen. Es bräuchte natürlich einen echten Enthusiasten und Hobby-Konstrukteur, der sich für dieses Thema begeistern lässt und nicht nur rein kommerzielle Ziele verfolgt. Ich kann so etwas nicht, da bin ich ehrlich.


    Aber zuvor müsste die V 36.1-2 aus Gießen erstmal konkrete Gestalt annehmen. Ich bin guter Hoffnung, dass da noch etwas kommt, irgendwann. Dann kann man die Idee der modifizierten Deutz Variante vielleicht nochmal aufgreifen.


    Bis dahin viel Spaß (trotz der vielen Konjunktive)

    Klaus

  • Hallo Zusammen

    Vielleicht noch ein kleiner Hinweis:

    Laut dem EK Buch gibt es auch die V36 262, welche oberhalb des Rahmens den alten "Wehrmachtsaufbau"von der V36.1-2 trägt, unterhalb des Rahmens aber quasi der Vorläufer der V36.4 ist und über den "langen" Radstand verfügt.

    Rein theoretisch müßte "nur" das Gehäuse neu gefertigt werden, um erst einmal eine stimmige Variante auf das Gleis zu bringen, um dann später vielleicht mal das "Originalfahrwerk" mit kurzem Radstand nachzufertigen...


    Viele Grüße

    Thomas BwLöhne1

    Humor ist der Knopf, der verhindert, dass uns der Kragen platzt.(Ringelnatz) :thumbup:

  • Hallo BwLoehne,


    Laut dem EK Buch gibt es auch die V36 262, welche oberhalb des Rahmens den alten "Wehrmachtsaufbau"von der V36.1-2 trägt, unterhalb des Rahmens aber quasi der Vorläufer der V36.4 ist und über den "langen" Radstand verfügt.

    Rein theoretisch müßte "nur" das Gehäuse neu gefertigt werden, um erst einmal eine stimmige Variante auf das Gleis zu bringen, um dann später vielleicht mal das "Originalfahrwerk" mit kurzem Radstand nachzufertigen...

    Genau diese Lok wurde mal in der Spur-0-Lokomotive (Vereins-Zeitschrift der ARGE Spur 0 e.V.) als Umbau aus zwei V20 von Pola/RaiMo vorgestellt. Der Rahmen wurde aus zwei V20-Rahmen "zusammengesägt", was bei Deinem Vorschlag nicht erforderlich ist. Der Aufbau entstand aus den zwei V20-Aufbauten, wobei der Vorbau verlängert und höhergelegt wurde. Aus diesem Bericht ist dann später die Idee für den Umbausatz abgeleitet gewesen, den es kurz darauf bei Schnellenkamp zu kaufen gab - allerdings mit "richtigem" Achsstand für die V36.1-2.


    Danke für Deine Erinnerung daran!


    Freundlicher Gruß

    EsPe

    Nur weil ich den einen oder anderen Fehler an manch einem Modell zwar bedauere und gelegentlich kritisiere, aber mich dennoch über perfekte Fahreigenschaften usw. und einen gelungenen Gesamteindruck freue, bin ich noch längst kein Spielbahner (was übrigens abwertend klingt).


    Und nicht jeder, der von sich selbst behauptet, ein ernsthafter Modellbahner zu sein, muss es deshalb auch wirklich sein.
    (frei nach Blaukäfer)

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