FRAGE AN LOKFÜHRER bzw. TRIEBFAHRZEUGFÜHRER

  • Hallo,


    ich hätte da mal eine Frage:


    Die Ludmilla (BR 232) oder die Diesel Herkules (ER20), sind dieselelektrische Loks.


    Wenn man bei einer Modell-Lok nun den Dieselmotor über eine F-Taste im Sound zuschaltet, startet klassischerweise der Dieselmotor des Modells.


    Jetzt kann man aber noch über eine separate F-Taste den Sound der dieselelektrischen Fahrmotoren zu- bzw. abschalten, manchmal sogar mehrstufig.


    Wann macht man das denn nun am besten, im Stand, bei Fahrt, aber wann, nur beim Anfahren schwerer Züge, oder oder oder?


    Ich tippe mal darauf, dass man im Stand vor dem Anfahren die F-Taste für die dieselelektrischen Fahrmotoren zuschaltet, den Dieselmotor hört man dann nicht mehr raus. Wenn der Zug dann angefahren ist und eine gewisse Geschwindigkeit von vielleicht 40 oder 50 km/h erreicht hat, dann die Dieselelektrik wieder ausschalten und nur mit dem Sound des Dieselmotors fahren.


    Wann schaltet man dann aber die Dieselelektrik wieder zu?


    Für sachdienliche Hinweise wäre ich dankbar.


    PS: Die technische Funktionsweise findet man an verschiedenen Stellen im Internet, also wie ist der Aufbau der Dieselelektrik. Aber zum möglichst realen betrieblichen Sound-Ablauf finde ich nichts, daher meine Frage.

  • Moin


    Die Fahrmotoren hört man ja nur während der Fahrt... :/ Hier mal ein Beispiel einer grobstaubigen Ausfahrt einer 232...



    Da ist außer den Turboladern und Lüftern nicht allzuviel anderes zu hören.


    Also Diesel anschmeißen (im Stand), der Generator läuft dann ja mit. Die Fahrtmotoren dann logischerweise beim anfahren zuschalten.


    Hier nochmal ein Video, wo alles vom Starten des Motors bis zur Ausfahrt bei ist:



    Ich hoffe, ich habe dein Anliegen richtig verstanden.


    Gruß Ralph

    Wenn die Klügeren immer nachgeben, regieren irgendwann die Dummen die Welt...

    Edited once, last by errel ().

  • Grüß Dich "bahnboss"! ;-)


    Also speziell bei der BR 232 war es so, dass man den Dieselmotor auch im Stand laufen lassen konnte.

    Üblicherweise wurde einfach rechtzeitig vor der Abfahrt gestartet. Im Stand sorgte er ja auch für die Pufferung der Batterien.

    Waren die Batterien schon etwas ins Alter gekommen, und die Kapazität zum Starten nicht mehr ausreichend, musste man in die "Hochspannungskammer" um dort während des Startvorgangs, das Anlasserschütz mit einem Besenstil oder Ähnlichen anzuheben! :D

    Kleines nettes Detail: Im Rahmen des Vorbereitungsdienstes legte man im Kühler / Lüfterraum jeweils eine von 6 seitlichen Jalousien pro Seite von Hand fest, da man nicht riskieren wollte, dass die starken Lüfter bei Versagen der Jalousiensteuerung die Jalousielamellen ansaugten und dadurch kapitale Schäden entstanden wären.

    Zum Starten des Motors legte man den Schalter für die Kraftstofförderpumpen auf EIN und drückte den Startknopf. Irgendwann schüttelte und rüttelte sich der Fahrdiesel dann wach und hatte eine gewissen Ähnlichkeit mit dem Klang alter Rheinschiffe. ;)


    Stellte man nun das Fahrschalterhandrad auf Stufe 1, zogen die Trennschütze der E-Motoren an, der Dieselmotor drehte etwas höher , um die nötige Energie zu erzeugen, und die Lok zog den Zug langsam an.Erst ab diesem Zeitpunkt hörte man das Heulen der Fahrmotoren.

    Das zusätzliche Heulen der Kühlerlüfter war abhängig von der Kühlwassertemperatur des Diesels. War der erst vor kurzem gestartet, hörte man auch nichts von den Lüftern. Erst wenn das Kühlwasser 74°C oder wärmer war, dann schalteten sich nach Bedarf erst einer, dann zwei, dann alle drei Lüfter zu.


    Ich hoffe ich konnte Dir etwas helfen. Da kommen gleich wieder alte Erinnerungen auf...


    Bis bald mal!


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  • Hallo Günter,


    trotzdem "herzlichen Dank", dafür! :thumbup:


    Als Abschluss der praktischen Lösungen zum Schmunzeln:


    Der Turbolader wurde lediglich vom Ölfluss des Hauptdiesels geschmiert.

    Da beim Abstellen des Diesels ab und zu ein Turbo zu früh ungeschmiert war und somit fest ging wurde verfügt, dass nach Abstellen des Diesels der Startknopf für 60sec gedrückt werden musste um somit mittels Schmierölvorpumpe den Turbo zu schmieren! :D

  • Moin,


    das war schon ein fast vollständiger Startvorgang aber es fehlen schon noch die Geräusche der typischen Kopressoren und Hilfsaggregate zum Start beim Aufrüsten der Lok. Gerade das typische Kompressorengeräusch zum Füllen der Bremsanlage ist beim Start einer kalten Maschine wichtig. Soweit ich mich noch erinnern kann, übernahm das bei der Russin der Hauptdiesel, nicht der Genarator.

    Wenn mans dann noch genau nimmt klingt ein Kollomna-Diesel sehr anders als die später eingebauten MAN oder Caterpillar Motoren.


    Gruss, Dirk

  • Ich verbinde mit dieser Lok diverse, aus heutiger Sicht lustige, Erlebnisse.


    Ich war ja seit dem Start bei der Eisenbahn 1991 ein Kind der Deutschen Bundesbahn. Als ich im Jahr 2004 zur Ausbildung auf der BR 232 ins Bw Ulm geschickt wurde, hatten wir als Ausbilder 2 eingefleischte Ausbilder, deren Karriere bei der DR begann.

    Als ich zum ersten Mal eine 232 erklommen habe, sah ich den elektrischen Plan an der Tür der Hochspannungskammer, sowie die Anschriften der Störungsanzeige auf dem Führerstand... Alles in kyrillischer Schrift!! 8|



    Als ich einen der Ausbilder fragte, was das alles bedeuten soll, sagte er zu mir im vollen Ernst: "Kannst Du etwa kein russisch?":D


    Für den Rest der Ausbildung war dann "Bildchen vergleichen" angesagt.


    Einer der beiden Ausbilder übersetzte dann die gängigsten Anzeigen in ein für mich verständliches Deutsch!


    Dafür bin ich Lothar Konang aus Ulm heute nach knapp 20 Jahren immernoch dankbar!

  • Halli hallo,


    danke erstmal an alle Schreiber zur näheren Aufklärung. Vor allem hätte ich nicht so so schnell mit Beiträgen gerechnet, super.


    Mir geht es ja um das Nachstellen im Modell.

    Stellte man nun das Fahrschalterhandrad auf Stufe 1, zogen die Trennschütze der E-Motoren an, der Dieselmotor drehte etwas höher , um die nötige Energie zu erzeugen, und die Lok zog den Zug langsam an.Erst ab diesem Zeitpunkt hörte man das Heulen der Fahrmotoren.

    Da ich ZIMO und ESU Sound für meine Ludmillen habe und beide auch die zuschaltbare, dieselelektrische Soundkulisse bieten (Lüfter kann man separat bei ESU dreistufig zuschalten, Kompressor einfach), würde ich gerne nicht nur wahlweise frei nach Schnauze die Sounds bedienen, sondern halt auch möglichst realistisch.


    Wenn beim Modell die Funktion "Dieselelektrik" eingeschaltet wird, hört man nicht mehr den Diesel bzw. die Aufschaltung der Dieselfahrstufen.

    Bei ZIMO wird der Henning Sound über neun reale Fahrstufen wiedergegeben, der gesamte Ablaufplan benötigt circa 44 Sekunden. Nach Erreichen der 9. Fahrstufe wird auf die 7. Fahrstufe zurückgestellt. Dort gibt es aber keine Taste für den dieselelektrischen Sound.

    Im Demko Modell Sound gibt es die Dieselelektrik wieder, die mit einer Taste zugeschaltet werden kann. Dann hört man aber nicht mehr das Dieselgeräusch.

    Bei ESU gibt es auch eine Funktion für das Zuschalten des dieselelektrischen Sounds. Damit hört man dann die schönen Dieselklänge halt auch nicht mehr.


    Nach Klaus Antwort hört man dann normalerweise im Stand nur den Diesel, kurz nach dem Anfahren schaltet man im Modell dann den Sound für die Dieselelektrik, also das Heulen der Fahrmotoren, dazu.

    Im Leerlauf dann wohl wieder aus?

    Bei Stand im Bahnhof wohl auch, dann fährt sich ja nicht mehr.


    Danke Klaus und Ralph, die Bändiger der Ludmilla!

  • Nach Klaus Antwort hört man dann normalerweise im Stand nur den Diesel, kurz nach dem Anfahren schaltet man im Modell dann den Sound für die Dieselelektrik, also das Heulen der Fahrmotoren, dazu.

    Im Leerlauf dann wohl wieder aus?

    Bei Stand im Bahnhof wohl auch, dann fährt sich ja nicht mehr.


    Danke Klaus und Ralph, die Bändiger der Ludmilla!

    Ja, bahnboss, so würde ich es einstellen. Im Stand hört man eigentlich nur den Sound des Diesels, mit gelegntlichen Laufen des Luftpressers / Kompressor.

    Erst beim Anfahren, gehen die Elektromotoren an Spannung und geben somit Geräusche ab. Im Stillstand natürlich wieder nicht mehr.

    Lüftergeräusche (Soweit möglich) kommen erst bei schweren Zügen oder Steigungen zum Einsatz.


    So würde ich es programmieren.

  • Super Klaus, das hilft mir wirklich.


    Mußte auch Schmunzeln über Deine Erinnerungen zur Ausbildung auf der Ludmilla....für mich eine faszinierende Lok. Und dann diese Hochspannungskammer.


    Dietmar hat mir mal vom sogenannten "Hui Geräusch" erzählt, also dem Zuschalten des Heizgeneratorlüfters beim Anlass-Hochfahrvorgang, kurz nach dem Start des Hauptmotors.


    Weisst Du noch, wieviel Liter Diesel der Tank fasste? Auch dazu gibt es in der Literatur leider unterschiedliche Angaben. Stimmt das? Tankvolumen: 6000 l, nach 5500 l Diesel war aber Schluß und es wurde abgeregelt. Ein Tankvorgang ca. 20 min.

    Und spätestens jetzt kommt wieder die Lenz' sche Modellzeit ins Spiel....:P:D:/8|


    Ich habe diverse Bücher, aber leider ist das nicht ganz einheitlich dargestellt.

  • Guten morgen "bahnboss",

    ja stimmt, das "Hui Geräusch" kam (hoffentlich) sobald der Diesel rund lief und Spannung erzeugte. Wenn das "Hui" ausblieb war grundsätzlich schon mal schlecht. Das Hui kam übrigens von einem Lüfter, der die Hochspannugskammer lüftete. Die Tür zur Hochspannungskammer besass einen Endschalter. War sie nicht richtig geschlossen, blieb das "Hui" aus und aus dem Fahren wurde nichts. Eine recht häufige "Störung" oder eher Unachtsamkeit des Lf.;)


    Ich kam so gesehen ja relativ spät zur BR 232. Zudem Zeitpunkt war sie eben schon als BR 232 (Bei der DR ja als 132) bei der DB AG unterwegs und somit hatte sie seitlich auch den Tanktransponder, der während des Tankvorgangs eingelesen werden musste, damit "DB Tankservice" wusste welche Lok wieviel Diesel nahm und kein "Dritter" unberechtigt Diesel fassen konnte. Ich glaube aber 5500l müsste hinkommen.

    Auch hier noch ein witziges Detail:

    Während DB Dieselloks aussen diverse Schaugläser hatten, wo man den Stand im Tank so in ca. 500-700l Schritten ablesen konnte, hatte die Ludmilla nur 1 einziges Schauglas, das den "Voll-Zustand" anzeigen konnte!

    Wollte man ansonsten ermitteln wieviel Diesel noch im Tank war musste man ein einem Seiten gang das "Excalibur Schwert ziehen"!

    Das heisst: Auf dem Boden war ein kläppchen das man öffnen musste. Danach konnte man mittels eines Peilstabes den Dieselstand ermitteln.

    Der Peilstab war aber ein rechtwinkliges Stahlprofil von circa 1,2m Länge und nicht wirklich leicht! :D

    Edited once, last by Spur 0 Hobby ().

  • Micha,


    bei dieser Technik gibt es aber keine Störung durch einen fehlerhaften Sensor, wodurch u. U. das ganze System lahmgelegt wird.

    Bitte nicht falsch verstehen! Ich bin kein hoffnungsloser Nostalgiker und liebe moderne Technik - aber nicht bedingungslos oder wenn sinnlos ;).


    LG

    Günter

  • Grüß Dich Günter,


    grundsätzlich gebe ich Dir schon Recht, aber ein "Erdschluss Hauptstrom" oder undichte Leitungsmuffen der Kühlwasserschläuche bei abgestellter Lok und somit niedriger Kühlwassertemperatur konnten einen auch knapp vor die Verzweiflung treiben.

    Davon abgesehen mag ich gar nimmer daran zurück denken, wieviele 20l Kanister Motorenöl ich von der Tankstelle über die Führerstandstür in den Maschinenraum geschleppt habe, da ich den Eindruck hatte die "Kleine" frisst mehr Öl als Diesel!;)


    Aber wie gesagt; ich gebe Dir vollkommen Recht: Neu ist nicht immer gut oder besser!

  • Hallo

    Das wichtigste an der Motorsteuerung ist die Regelbauart,es sind elektrohydraulisch gesteuerte Leistungsreglung und das Reglergestänge muß genau eingestellt werden.Dann kommt die Anlaßbeschleunigung,die Drehzahlverstellung-Drehzahlkonstanthaltung-Leistungsangleichung,das ist nur ein kleiner Teil was zum starten und fahren dazu gehört.Bin seit 1979 auf der 132 gefahren und hatte keine größere Störungen mit dieser Baureihe,der Russe war sehr zuverlässig,meine Planlok war die 132 610.Der Loksound für die 132 den es am Markt gibt ,ist eigendlich unbrauchbar,nicht zu vergleichen mit dem Orginal.Das ist meine Meinung dazu.


    Dietmar

  • Hallo Dietmar,


    ja klar, das Original ist das Original, das macht das Modell ja dem Original auch nicht streitig.

    Jeder Modell-Sound ist eine künstliche Mischung des Sound-Providers.


    Im übrigen gilt das gleiche auch für Dampfloks. Klar ist die gesamte Soundkulisse auch einer Dampflok nicht mit dem Modell in allen Belangen zu vergleichen. Trotzdem für zu Hause kommt schon ein klein wenig "Romanze" auf, wenn man die Null Loks dröhnen und Hämmern hört.


    Ich für meinen Teil lasse halt auch gleich mehrere Sounds laufen, das hört sich schön "pervers" an. Für mich ist es aber wie ein Konzert, dafür gehe ich nicht in die Oper.......


    Apropos Ludmilla: Wenn die Lautstärke schön hoch geregelt ist und die Ludmilla dann den Rest der Loks verstummen lässt, ist das auch zu Hause ein Schauspiel der eigenen Art. Manchmal schaudert es mich richtig, meine ich doch, selbst das Klappern der Lamellen bei der Ludmilla deutlich raus zu hören.


    Wünsche dir viel Spaß mit Deinen Null Dampfern zu Hause und einen schönen Sonntag...

  • Hallo bahnboss

    Du hast vollkommen Recht mit dem Loksound,es ist eine künstliche Mischung.Bei den Diesel-Sound ist es nicht so krass,wie bei den Dampfern,fahre ja selber mit Loksound bei meinen Dampfern.Hatte bei unseren letzten Lokführer-Stammtisch meine 52 zum fahren mit Loksound dabei.Mach bloß den Loksound aus hört sich ja fürchterlich an,dabei war der Sound von einen Profi eingestellt.

    Gruß Dietmar

  • Hallo Dietmar,


    "ZUM GLÜCK SIND WIR ANDEREN ALLE KEINE LOKFÜHRER" - sonst läge die Modellbahn-Branche ja ganz brach......


    Zum Glück bin ich nur der bahnboss, sonst hätte ich ja vielleicht gar keine Freude mehr an meinen schönen Modellen.


    :D8o;) Uffz, Glück gehabt, dass ich nicht Lokführer geworden bin.... :D8o;)


    Trotzdem weiterhin viel Freude am Hobby und vor allem Zeitvertreib und Genuss, ob nun Lokführer oder nicht! Macht das Beste draus.

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