Spitzkehrenbahnhof-2-gleisig – Bfo für Zugkreuzungen

  • Liebe Forumskollegen (speziell die Experten),


    für meine Fahrplangestaltung sollte ich in etwa (DB, 1960er Jahre) wissen, wie eine Zugkreuzung gemäß Bfo ablaufen darf.


    Die Zugkreuzung soll morgens und nachmittags beim Berufsverkehr erfolgen. Beide Züge sollen gleichzeitig im Bahnhof stehen und Fahrgastübergang soll möglich sein. Zur Info: Die Einfahrt bzw. Ausfahrt der Züge erfolgt von bzw. nach rechts. Zu beachten ist auch der Übergang vom Haus- zum Zwischenbahnsteig.


    Die Zeichnung zeigt den Bahnsteigbereich mit den längsten möglichen/vorgesehenen Zügen (2 x 4yg bzw. 4 x 3yg) ohne die Loks, die schon abgekuppelt bzw. noch nicht wieder angesetzt sind. Ggf. könnte eine der Zugfahrten auch mit einem VT98 bedient werden, falls die Bfo meine gewünschte Variante ausschließen würde.


    Ich meine, früher mal die Beschreibung so eines Betriebsablaufs (sogar mit Grafiken) in einer der Eisenbahnzeitschriften gesehen zu haben, weiß aber nicht wo bzw. wo ich suchen könnte.


    Über entsprechende Informationen (notfalls auch aus dem DR- oder auch DRG-Bereich – hauptsächlich plausibel) bzw. sachdienliche Hinweise würde ich mich sehr freuen.


    Ich wünsche allen ein schönes, sonniges Wochenende


    Günter

  • Hallo Günter,

    ich habe eine solche Situation in meinem "Blauen Buch" im Kapitel über die Luttergrundbahn beschrieben: eine Spitzkehre, in der Züge kreuzen, in der sogar zweimal am Tag ein Güterzug rangiert.

    Für den normalen reinen Kreuzungsbetrieb ist es bei nur einem vorhanden Umsetzgleis nötig, dass der erste Zug gewendet hat, (die Lok also umgelaufen) bevor der zweite Einfahrt erhält. Das kann man im Fahrplan so vorsehen.


    Ich habe aber noch eine Frage zu deinem leider beschnitten dargestellten Gleisplan. Aus Gl. 2 kann man ja nur nach Witthöh ausfahren, nicht aber nach Wittstadt. Beim Kreuzen müssen die Züge doch aber auf der jeweils anderen Strecke weiter fahren. Wie soll das gehen?


    Gruß


    Otto

  • Ich habe aber noch eine Frage zu deinem leider beschnitten dargestellten Gleisplan. Aus Gl. 2 kann man ja nur nach Witthöh ausfahren, nicht aber nach Wittstadt. Beim Kreuzen müssen die Züge doch aber auf der jeweils anderen Strecke weiter fahren. Wie soll das gehen?


    Gruß


    Otto

    Moin


    Genau das habe ich mich auch gefragt.


    Gruß Ralph

    Wenn die Klügeren immer nachgeben, regieren irgendwann die Dummen die Welt...

  • Hallo Otto,

    vielen Dank für die sehr schnelle Antwort.

    Natürlich kenne ich Dein "Blaues Buch", ich habe es - was für eine Fundgrube! Es ist eines der besten Ratgeber für unseren Bereich. Aus ihm habe ich für meine Planungen viele nützliche Hinweise umgesetzt und auch eine gewisse Analogie zur Luttergrundbahn erkannt.


    Aufgrund Deiner Anmerkung stelle ich hier noch mal zur besseren Übersicht den Gesamtplan Wittstädter Nebenbahn ein.


    Aus beiden Gleisen wird auf das gleiche Streckengleis ausgefahren (natürlich nicht gleichzeitig). Die eigentliche Spitzkehrentrennung erfolgt (nur imaginär) 550 m weiter auswärts (Voerde läßt grüßen!!).


    Die Einfahrten erfolgen zeitversetzt - wahrscheinlich auf Gleis 1 zuerst. Die Lok dieses Zuges läuft zuerst um. Wie muss ggf. bezgl. des Übergangs im Gleis 1 (ggf. optimierter anordnen!?) verfahren werden. Es besteht die Möglichkeit, die Lok im Gleis der Verlängerung von Gleis 1 zu parken.


    Ich bin mal gespannt, was am Ende für ein Betriebsablauf (Bfo) herauskommt:


    LG

    Günter

  • Ha, da wäre ich beinahe lang hingeschlagen, weil ich eine offene Tür einrennen wollte. Danke Günter, dank komplettem Gleisplan sieht nun alles logisch aus. Voerde ist in der Tat ein guter Vorbildtrick, wenn man nicht genug Platz hat, die Streckentrennung darzustellen.


    Da aber bekanntermaßen die Beantwortung einer Frage zwei neue entstehen lässt, will ich zumindest eine stellen, bzw. aufwerfen:


    Der Abstellbereich mit den vier geraden Stumpfgleisen ist nur über die Schwenkscheibe erreichbar, da können also keine Züge ein- oder ausfahren, die Wagen müssen einzeln über die Schwenkscheibe rein- und rausrangiert werden. Wäre es nicht besser, den ganzen vertikal gezeicheten Teil als große Schwenkbühne herzurichten, sodass alle Gleise an das hereinkommende Streckengleis angeschlossen werden könnten?P Dann hättest du die Schwenkbühne in der Schwenkbühne, wie HFy sie in seinem MINIMAX-Anlagenbuch beschrieben hat und ich sie bei der Ausstellungsanlage Knaupshörste realisiert habe: http://0m-blog.de/von-tag-zu-tag-2/ (Zum Eintrag vom 31. September scrollen).


    Das würde deiner gut konzipierten Anlage stark erweitere Betriebsmöglichkeiten einbringen.


    Gruß


    Otto

  • Vielen Dank Otto,


    für Deine konstruktive Kritik und Anregungen.

    Und ich bin stolz auf Dein Lob bzgl. gut konzipierte Anlage. Das habe ich allerdings auch zu einem guten Teil Deinem "Blauen Buch" zu verdanken (obwohl ich mich scherzhaft jahrzehntelang als "Planungsweltmeister" bezeichnet hatte - wovon die Moba-Welt ja bekanntlich unendlich viele hat). Dein Rangierbuch kam diesbezüglich zu spät - nichtsdestotrotz: auch wieder ein tolles Buch!


    Dann zu dem kleinen/größeren? Wermutstropfen:

    Das MINIMAX-Anlagenbuch muss ich mir noch einmal genau ansehen - den Eintrag vom 21. September habe ich gefunden. Ich sehe da aber bei mir kaum Möglichkeiten für einen Umbau des rechten/senkrechten Anlagenteils, da ich nicht auch nur einen Zentimeter nach rechts Patz habe bzw. alternativ nach unten (in der Länge) zu viel verlieren würde.

    Ich hatte früher auch Varianten in der Überlegung, habe mich letztendlich für möglichst viel Stelllänge entschieden, damit ich nur "Rangieren" brauche und nicht Entnehmen und Zwischenlagern muss. Das "Rangieren" dauert seine Zeit - doch was soll´s? Deshalb bin ich z. Zt. (noch?) mit meinem Aufbau und den "Rangiermöglichkeiten" zufrieden.


    Doch ich komme noch einmal zum Begriff Bfo zurück:

    Gibt es da entsprechende Vorschriften? Es geht ja wohl vor allem um die Sicherheit der Fahrgäste, die für den Zugang zum Gleis 2 das Gleis 1 überqueren müssen.


    LG

    Günter

  • Moin Günter,

    Das "Rangieren" dauert seine Zeit - doch was soll´s? Deshalb bin ich z. Zt. (noch?) mit meinem Aufbau und den "Rangiermöglichkeiten" zufrieden.

    ja, rangieren auf dem gestalteten "realen" Teil der Anlage macht Spaß, :)

    Im FY finde ich das einfach nur nervig, :( Da sollte das pragmatisch und vor allem schnell von der Hand gehen.

    Wichtig ist mir, dass die Loks auf den Gleisen bleiben können, die Waggons, insbesondere die Güterwagen, können gerne händisch ab/aufgegleist werden.

    Viele Grüße,

    Johann

  • Danke Johann,


    der "reale" Teil macht in der Tat riesigen Spaß.

    Der "Rest" (FY) ist eben der pragmatische Kompromiss aus "nervigem Hin- und Hergeschiebe" (empfinde ich aber nicht als sooo schlimm - besser als "Entnahme") und maximalem "Stauraum".

    An den Platzverhältnissen kann ich z. Zt. nichts ändern. Vielleicht kann ich irgendwann einmal den Streckenast weiterführen (ab der ersten FY-Weiche nach rechts in den Raum und den FY "mitten in den Raum stellen" :|:/?( - ein MEHR an Stauraum wird das aber nicht bringen, eher weniger. Da muss ich jedoch erst mit der Tür und meinem Büropart (Moba- gleich Arbeitszimmer) eine völlig neue Gesamtlösung finden -> gemach!


    Jetzt wird erst einmal gespielt und der reale Teil fertig gestaltet, sonst bleibt wieder eine Brache liegen. Das soll mir auf meine alten Tage nicht noch einmal passieren.


    Doch wie Otto schon eingangs sinngemäß schrieb - eine Frage wirft weitere auf - und die gewünschte Anwort steht noch aus.

    Ich habe zwar Ideen, jedoch hoffe ich noch auf Tipps bzgl. einer "echten" Bfo.


    LG

    Günter

  • Hallo Günter,

    mit einer "echten" BFO kann ich nicht dienen. Es müsste ja auch eine vergleichbare Situation sein. Ich halte es nicht nur für legitim, sondern zielführend, sich seine eigene BFO selber zu stricken, wobei lediglich die Grundsätze der EBO und FV sinngemäß angewandt werden. Genau so macht es das Vorbild ja bei jedem Bahnhof auch.


    Einen hätte ich aber noch. Ich habe mir deinen Gleisplan mal runtergeladen und ein wenig drin rumgemalt. Und festgestellt, dass es sehr wohl möglich ist, den FY als Drehscheibe anzulegen ohne auch nur einen Millimeter mehr Platz nach hinten oder unten zu beanspruchen. Dann kannst du in mind. zwei, vermutlich sogar drei Gleise direkt einfahren, die Lok umlaufen lassen und wieder zurückfahren. Das wäre aber hier OT. Bleibt die Frage, ob du den Vorschlag per PN anschauen möchtest oder hier im Forum.


    Gruß


    Otto

  • Hi Günter,

    für die Sicherheit der Fahrgäste solltest Du, wie beschrieben, immer zuerst ins Gleis am Hausbahnsteig einfahren. Den Umsetzvorgang würde ich komplett abschließen bevor der zweite Zug in den Bahnhof fährt. Sobald der zweite Zug hält würde ich den ersten Zug abfahren lassen. Danach setzt die Lok des zweiten Zuges um und der Zug fährt danach auch ab.


    Ich würde den Überweg allerdings ganz vorne am Bahnsteig, bei der Doppelweiche, anordnen und mit einer Schranke absichern. Dort ist er am wenigsten durch stehende Züge blockiert.

    Einen Fahrgastübergang würde ich nicht einplanen, weil Du dadurch nur an Deinen jeweiligen Ausgangspunkt zurückfährst.


    Grüße vom Bahnsteig. Jay, the K.

    The Keithville & Lake Erie RR - Serves the Steel Centers

  • Hi Günter,

    Du hast doch OOKs blaues Buch. Wenn ich mich richtig erinnere ist da auch die Idee (Robert Meißners Anlage) des Schiebekasetten-Fiddleyards drin.

    Wäre das nicht was für Dich?

    Grüße. Jay, the K.

    The Keithville & Lake Erie RR - Serves the Steel Centers

  • Hallo Günter,


    unabhängig von der Tatsache, das es ein Spitzkehrenbahnhof geworden ist, ist doch das Kreuzungsverfahren auf eingleisigen Strecken kein Problem.


    Der erste Zug fährt an den Hausbahnsteig und blockiert sicherheitshalber den Überweg damit keine Fahrgäste auf den Zwischenbahnsteig gelangen können. Ersatzweise Absperrung mit Kette oder Schranke durch örtliches Personal oder dem Zugbegleiter.


    Der zweite Zug wartet "draussen" bis beim ersten Zug die Lok umgesetzt hat (falls erforderlich).


    Wenn der erste Zug abfahrbereit ist wird dem zweiten Zug die freie Einfahrt an den Zwischenbahnsteig signalisiert. Entweder durch ein Einfahrtsignal oder durch Pfeifsignale der Lok. Der zweite Zug fährt ein und anschließend fährt der erste Zug aus. Die Reisenden können dann zum Bahnhofsgebäude bzw. zum zweiten Zug gelangen und müssen sich allenfalls vor der umsetzenden Zuglok in Acht nehmen


    Ein Umstieg zwischen den beiden Zügen ist eigentlich nicht erforderlich, weil ja jeweils Herkunft bzw. Ziel der Züge gegenläufig sind. Eine Signalisierung ist im Plan nicht eingezeichnet. Denkbar wären an den beiden Streckenästen Einfahrsignale, zumindest in der Phantasie...


    Ein ähnliches Verfahren habe ich im Harz (Mägdesprung an der Selketalbahn, keine Spitzkehre) und anderswo gesehen.


    Paragraphen hab ich allerdings im Moment auch nicht parat. Ein schönes Beispiel für Zugkreuzungen in einem Spitzkehrenbahnhof war übrigens früher der Bahnhof Rennsteig im Thüringer Wald. Vielleicht kennt irgendjemand das dortige Kreuzungsverfahren genauer. Ab und zu sind dort ja auch Sonderzüge unterwegs, welche sich den Bahnhof mit dem Planzügen (nur noch eine Strecke) teilen müssen.


    Gruß, Klaus

  • Hallo Jay,


    danke für konstruktives Mitdenken.

    Da bin ich mittlerweile auch hin gekommen:

    Den ersten Zug komplett abfahrfertig machen, dann den zweiten Zug reinlassen.

    Allerdings sollen ggf. Fahrgäste des zweiten Zuges in den ersten umsteigen können, denn der zweite Zug hat auf den letzten Stationen vor Wittdorf wegen Betriebsstörungen nicht gehalten/halten können. Immer diese erschwerten Betriebsverhälnisse!!

    Diese Übergangsmöglichkeit möchte ich für den Berufsverkehr vorgesehen.

    Den Überweg werde ich wahrscheinlich wegen der Bahnsteigbreite in Richtung Expressgutgebäude verlegen - mal sehen.


    Eine Schiebebühne wollte ich nicht, deshalb die Schwenkbühne.


    Viele Grüße

    Günter

  • Hallo Otto,


    Entschuldigung, es hat etwas gedauert.

    Danke für Deine Mühe, natürlich bin ich neugierig was es als Alternative geben könnte!


    Damit das Thema hier nicht abschweift (hier geht es um Betrieb und nicht um Anlagenplanung), ist vielleicht eine PN besser. Ich schicke Dir schon mal meine E-Mail-Adresse.


    Falls Du jedoch meinst, dieser Vorschlag ist zwar speziell, aber auch noch von allgemeinem Interesse, dann bringe ihn gern ins Forum ein, dann aber in mein anderes (Hauptthema) Wittstäder Nebenbahn im Bereich Anlagenplanung/Anlagenbau. Dann haben alle etwas davon.


    Viele Grüße

    Günter

  • Hallo Günter,

    verstehe... bei uns in Bremen- Burg war der Übergang damals durch eine Absperrkette gesichert,

    wurde dann (kam selten vor), von einem DB- Mitarbeiter geöffnet. Ich meine mich zu erinnern, dass der da manchmal stand

    und gewartet hat, bist der Zug, der den Überweg blockiert hatte, ausgefahren ist.



    Schöne Grüße,

    Rainer

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