Bayerisches Agenturgebäude Altmannstein

  • Auch wenn ich zurzeit vorrangig Rollmaterial für 0m entwickle, komme ich beim Häuslebau nicht ganz aus der Übung.


    Zurzeit arbeite ich als Unikat an dem Bayerischen Agenturgebäude ALTMANNSTEIN. Das unterscheidet sich vom Standard-Agenturgebäude dadurch, dass sowohl Güterboden wie auch Dienstraum um einiges länger sind. Und wenn es darum geht, ein exaktes Vorbild nachzubilden, dann gibts im Detail nicht nur bei den Proportionen Abweichungen:

    AltmStein_rohbau21k.jpg


    Beim Vorbild ist die Rampe mit Kopfsteinpflaster gedeckt, die Rampenwände bestehen nicht aus Bruchsteinen, sondern sind betoniert:

    AltmStein_rohbau22k.jpg


    Die Fenster insgeamt sind mit grünen Blenden versehen und die Fenster vom Dienstraum und vom Güterboden sind durch Gitter gesichert (Dimension der Gitterstäbe 0,3 x 0,4 mm):

    AltmStein_finish2k.jpg

    Für die Inneneinrichtung wurde zwei Kanonenöfen zusammengedengelt (Kunststoffrohr 8 mm Ø und ein paar Stückchen Karton und Kraftplex)


    Und last but not least: Der Fahrkartenschalter ist nicht einfach nur eine Durchreiche mit Schiebefenster, sondern – passend zu den Gittern – auch noch ordentlich mit einer vom Dienstraum aus zu verriegelnden Stahltür versehen:

    AltmStein_finish3k.jpg


    Gruß --- Jürgen

  • Hallo Jürgen,


    das sieht ja mal wieder alles sehr gut aus.


    Eine Frage habe ich zur den Fenstergittern:


    Ist das Gitter komplett gelasert oder hast du die einzelnen Stäbe selber zu einem Gitter zusammengefügt?


    Falls das Gitter komplett gelasert wurde, wie groß sind die Gesamtabmessungen bzw kannst du auch nach Mass diese anfertigen? Ich suche nämlich eine größere Anzahl von Fenstergittern.


    Vielen Dank und schöne Grüße

    Norbert

  • Die Gitter sind aus einem Stück gelasert (siehe Bildanhang). Für das gezeigte Modell habe ich 0,3 mm starken Bristolkarton verwendet. Das geht aber nur, wenn die Gitter aus der Maschine kommend sofort montiert werden. Für »normale« Verwendung würde ich eher 0,5 mm starkes Kraftplex verwenden, was die Gitter deutlich stabiler macht. Für die Optik ist das ein marginaler Unterschied, weil die Stegbreite identisch ist; die größere Materialstärke wirkt sich in der Frontalansicht überhaupt nicht aus.

    Da dieses nicht der Werbeblock ist, kann ich hier keine Fragen an den Shop-Betreiber JAFFA beantworten :saint:


    Gruß --- Jürgen

  • Große Freude in Altmannstein: Gestern hat der Dachdecker eine Sonderschicht eingelegt und konnte noch vor Einbruch der Dunkelheit seine Arbeiten abschließen, hat auch gleich noch die Ortgänge vorgenagelt und die Einfassung des Schornsteins angefertigt.

    Die Firstziegel des Giebels über dem Güterschuppen hat er wohl erst in der späten Dämmerung gelegt ... oder er hat vorher schonmal ein Bier getrunken: so ganz gerade hat er den First nicht hinbekommen:


    AltmStein_dach1k.jpg


    Jetzt hofft man in Altmannstein, dass der Spengler bald einen Termin für die Dachrinnen frei hat und der Schildermacher die beiden Stationsschilder an den Giebelseiten anbringen kann:

    AltmStein_dach2k.jpg

    Die Schiebetüren des Güterbodens sind bereits angefertigt, nur noch nicht eingehängt.


    Ansonsten freut man sich in Altmannstein sehr über die lebhafte und positive Resonanz hier im Forum!


    Gruß --- Jürgen

  • Inzwischen muss es eigentlich heißen: Was auf meinem Arbeitstisch lag ... denn heute ist Altmannstein fertig geworden. Auf den letzten Metern hat sich noch einmal einiges getan. So wurde die Inneneinrichtung komplettiert:

    Altm-Stein-end15k.jpg

    Altm-Stein-end16k.jpg


    ... dann wurden die Dachrinnen (Fallrohre werden erst nach der Aufstellung vor Ort montiert) und die Stationbsschilder ergänzt; was sich der Schildermaler dabei gedacht hat, auf der einen Stationsseite anstelle des Doppel-N ein einfaches N mit einem Strich darüber zu machen, entzieht sich der Kenntnis, aber so war es:

    Altm-Stein-end4k.jpg


    Altm-Stein-end6k.jpg


    Die Bretterverschalung sah auch ein wenig fahl und trist aus, und ich habe sie neu lackiert. Bewusst bn ich von dem sehr dunklen Braun der vorliegenden Fotos abgewichen und habe ein etwas freundlicheres Braun gewählt, das aber zu dem Grün der Rahmen und dem Ton der Dachziegel recht stimmig wirkt.


    Außerdem sind die Gitter noch einmal neu gemacht: Ich habe eines der weniger Vorbildfotos fehlinterpretiert:

    Altm-Stein_gitter1.jpg

    Auf diesem Foto läuft die Schattenkante des Dachüberhangs so durch den oberen Fensterbereich, dass ich ohne Zweifel zu sehen meinte, dass dort die Gitterstäbe pfeilförmige Spitzen haben. Haben sie aber nicht, sondern sind auch oben am Rahmen befestigt. Die relative Unschärfe des Fotos trug den Rest zu der optischen Täuschung bei.


    Die neuen Rahmen sind nun korrekt auch bis an den oberen Rand geführt. Bei dieser Gelegenheit konnte auch gleich das bisher noch fehlende, aber noch einmal ganz besonders geformte Gitter über der Eingangstür zum Keller ergänzt werden:

    Altm-Stein-end12k.jpg


    Gruß --- Jürgen

  • Hallo Jürgen,


    für mein Fensterglas wird Polycarbonat (0,25 mm) verwendet, welches mit einer beidseitigen Schutzfolie geschützt wird. Deshalb bleiben die Teile beim Laserschneiden an Ort und Stelle und benötigen daher auch keine „Haltestege“. Wäre PC eine Option?


    Beispiel für gelasertes PC (Fenster für Stöberhai 1:22,5).


    In Kürze sende ich dir eine Mail, weil ich für meine künftigen „Bauwerke“ einen Fachmann suche. Mein derzeitiger Laserfachmann macht Ende des Jahres leider dicht.

  • Hallo allerseits,


    noch ein kleiner fotografischer Beitrag zum Thema gelaserter Schornstein (Beitrag #2). Die Bauteile wurden aus MDF 6 mm gelasert, zusammengebaut und anschließend mit Fertig-Spachtel verfugt und farblich behandelt. Der innere Ziegelverband ist aus gelasertem Architekturkarton nachgebildet und mit dem äusseren Ziegelverband verklebt.


    Station Lichtenberg/Ofr. Maßstab 1:22,5

    Station%2BSchornstein%2BPICT4658.jpg


    Station Hölle/Ofr. Maßstab 1:22,5

    PICT3122.JPG



    Nachtrag 15:45 Uhr

    Prinzipieller Aufbau meiner Laserzeichnung für einen Schornstein. Die schmalen Teile sind für den inneren Kern des Kamins.


  • Ja, die Fenstergitter in Standardabmessungen werden in Kürze im Shop verfügbar sein. Der Stückpreis beträgt 1,00 €.


    Standardabmessungen (HxB) heißt:

    Agenturgebäude »Walching« = 33,4 x 20,4 mm, außerdem Oberlicht Kellertreppe 17 x 22,8 mm

    Bayr. Würfel »Ottbergl« = 35,7 x 22,6 mm, oben gerundet


    Andere Maße sind natürlich denkbar, dann kommt aber der Aufwand für die grafischen Vorarbeiten dazu.


    Gruß --- Jürgen

  • Hallo Arnold,


    ich konstruiere nach Altväter-Manier in der Fläche mit 2D-Grafikprogramm (Adobe Illustrator und InDesign*). Mein 3D-Programm sitzt in meinem Hinterkopf (heißt: ich habe ein recht gut entwickeltes räumliche Vorstellungsvermögen).


    Das hat mehrere Gründe: Zum einen brauche ich zur Ansteuerung des Lasers am Ende flächige Grafiken, sortiert nach den unterschiedlichen Materialien und -stärken, die zum Einsatz kommen. Ohne Zwischenschritt kann ich mit den von mir erzeugten Grafiken sofort den Laser füttern.

    Zum anderen war der Umgang mit »normalen« Grafikprogrammen mehr als 30 Jahre zentraler Bestandteil meiner beruflichen Tätigkeit. Da bin ich zu Hause und beherrsche die Programme aus dem ff.


    in 3D-Software müsste ich mich von der Pike auf einarbeiten und sehe für die Objekte, die ich konstruiere, keine gravierenden Vorteile oder Erleichterungen. Sicherlich versagt ab und zu meine 3D-Software im Hinterkopf und ich muss Fehler, die sich in den Prototypen zeigen, dann in den Grafiken korrigieren. Aber das Bauen von Prototypen bleibt mir sowieso nicht erspart.

    Fehler können auch an ganz anderen Stellen entstehen: So habe ich bei der Konstruktion des G-Wagens PKB 30 die Materialtoleranzen des 1,0 mm Sperrholzes nicht antizipiert: Die Maßtoleranzen nach oben (nie nach unten!) gingen bis 1,3 mm (!). An der Stelle hätte auch die Anwendung eines 3D-Programms den Fehler nicht vermieden.


    Gruß --- Jürgen


    * InDesign ist (eigentlich eher) eine Layout-Software, aber mit hervorragenden Grafiktools; ist bei mir historisch gewachsen, dass ich damit noch schneller und souveräner arbeit als mit Illustrator.

  • Hallo Arnold,


    ich konstruiere nach Altväter-Manier in der Fläche mit 2D-Grafikprogramm (Adobe Illustrator und InDesign*). Mein 3D-Programm sitzt in meinem Hinterkopf (heißt: ich habe ein recht gut entwickeltes räumliche Vorstellungsvermögen).


    Servus Jürgen!


    Danke Für die Antwort.. Ich bin ja im AutoCad daheim. Meinen Laser füttere ich normalerweise mit DXF. Aber mit dem Gravieren von Oberflächen ist DXF glaub ich etwas überfordert, da der Laser ja die Oberfächen in Graustufen haben will. Hast du da einen Tipp für mich wie ich da die Oberflächen rauf bekomme auf meine Konstruktionen?


    LG


    Arnold

  • Hallo Jürgen,


    das freut mich, dass Du mit dem Illustrator arbeitest und könntest somit meine Daten direkt zum Laserschneiden laden. Für 2021 hätte ich einiges zum Lasern und sende Dir in Kürze eine ausführliche Mail zwecks Abstimmung.


    Dass ich das hier schreibe, liegt daran, dass ich Deine Arbeiten sehr wertschätze und außerdem meine Arbeiten dann auch in guten Händen weiß!

  • Aber mit dem Gravieren von Oberflächen ist DXF glaub ich etwas überfordert, da der Laser ja die Oberfächen in Graustufen haben will. Hast du da einen Tipp für mich wie ich da die Oberflächen rauf bekomme auf meine Konstruktionen?

    DXF ist damit nicht überfordert. Inzwischen arbeite ich ja nicht mehr mit DXF-Dateien, weil ich meinen Lasertreiber direkt aus Illustrator ansteuere. Aber auch bei meiner alten Maschine, die DXF-Daten brauchte, habe ich diese aus Illustrator heraus erzeugt. In die Konstruktion (= Vektorgrafik) waren die Bereiche, in denen Gravuren erfolgen sollten, als Bitmap eingebunden, heißt also: in Illustrator habe ich die zuvor mit Photoshop bearbeiteten und im BMP-Format gepseicherten Bilder eingebettet und diese eingebetten Bitmaps kann das DXF-Format verwalten.

    Inzwischen ist es für mich einfacher, weil bei der jetzigen Maschine der Zwischenschritt DXF entfällt und der Treiber so clever ist, dass er Graustufen, Flächen usw. automatisch erkennt und in Gravur umsetzt.


    Gruß --- Jürgen

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