Rangierer Epoche 3/4

  • Hallo liebe Kollegen,


    Heute mal ne Frage zum Thema Mitarbeiter im Gleisfeld - Rangierer.


    Lokpersonal gibts ja mittlerweile, aber wie sahen denn die Rangierer aus?

    Weche Kluft in der Übergangszeit Epoche 3/4?


    Welche der vorhandenen Figuren von z. B. Preiser kann man umlackieren?


    Bei der Gelegenheit möchte ich due Figuren auch so umbauen, das ich sie auf einem geschobenen Wagen oder den Trittbrettern der Lok mitfahren lassen kann.


    Aber dafür braucht es erstmal Basismaterial, und da steh ich ziemlich auf dem Schlauch.


    Ab wann liefen die Rangierer denn in Warnkleidung (orange) rum....


    Gruß

    Matthias

  • Moin Matthias,


    Bei der Bundesbahn kam die „Müllmannkluft“ erst Mitte/Ende der 80er Jahre auf.


    Bis dahin gab es für Rangierer nur schwarzes Baumwollzeug (kurze Jacke sowie Hose) sowie seit etwa Mitte der 60er Jahre der gelbe Helm.


    Freundlicher Gruß

    EsPe

    Nur weil ich den einen oder anderen Fehler an manch einem Modell zwar bedauere und gelegentlich kritisiere, aber mich dennoch über perfekte Fahreigenschaften usw. und einen gelungenen Gesamteindruck freue, bin ich noch längst kein Spielbahner (was übrigens abwertend klingt).


    Und nicht jeder, der von sich selbst behauptet, ein ernsthafter Modellbahner zu sein, muss es deshalb auch wirklich sein.
    (frei nach Blaukäfer)

  • Einspruch, Euer Ehren,

    Bis dahin gab es für Rangierer nur schwarzes Baumwollzeug (kurze Jacke sowie Hose) sowie seit etwa Mitte der 60er Jahre der gelbe Helm.

    bei den Werksbahnen im Ruhrgebiet, Stahlwerke, Gießereien und Zechen etc., waren weiße Baumwollanzüge gebräuchlich, ähnlich der Bergmannskluft oder den Schweißeranzügen, und zwar für alle Eisenbahner - Lokführer und Rangierer. Diese Anzüge waren natürlich nicht blütenweiß, sondern hatten einen sehr hellen natürlichen Grundfarbton. Gelbe Helme gabs auch, und zwar schon recht früh (60-er Jahre stimmt, denke ich). Ausnahmen bestätigen aber auch hier die Regel.

  • Moin Norbert,


    nur sind die derzeit nicht lieferbar. Man müsste also hoffen, daß die Händler ein paar mehr eingekauft und auf Lager haben.


    Man kann auch die Jungs von Woodland nehmen und sich umlackieren. Einfach mal nach Rangierperonal/ Gleisbaurotte/ Gleisbautrupp gurgeln.


    Gab auch von bachmann 33156 Rangierer.

  • Hi Leute,


    Vielen Dank für die vielen Vorschläge.

    Wichtig für mich war erstmal das Aussehen überhaupt, also für mich grau-schwarz mit gelbem Helm.


    Ich habe zwar Preiser mit Helm, aber das sind die "modernen Arbeiter" in Gelb und Orange mit Langen Jacken über das Gesäß.


    Die gehen schonmal nicht.

    Werde mich nachher mal umschauen, wie die anderen von Euch Vorgeschlagen so aussehen.


    Jetzt noch eine Frage zum Betrieb.

    Ich sehe heute im Dortmunder Hafen häufig die Rangierlokführer auf dem Trittbrett des ersten Wagens mit der Funkfernsteuerung.


    Wie wurde das in Epoche 3/4 bei geschobenen Wagen gemacht?

    Lokführer auf der Lok ist klar, Rangierer auf dem Tritt des ersten Wagens, und bei nem BÜ hält diese Fuhre, der Rangierer steigt ab, sichert den Bü, und steigt auf den vorbeifahrenden ersten Wagen wieder auf?


    Gruß

    Matthias

  • Moin,


    damals gab es noch etwas mehr Personal als heute. Da waren die wichtigen Bahnübergänge mit Posten besetzt und wenn nicht, dann stand der Rangierer vorne auf dem ersten Wagen der Rangiereinheit und gab eindeutige Signale zum Lokführer. Man erprobte aber schon früh den Rangierfunk und so hing beim Rangierer der dicke Kasten vorn am Revers und damit verständigten sich Lokführer und Rangierer, aber auch vom Stellwerk kamen darüber die Infos, was zu machen ist. Die Zugspitze muß immer gesichert sein. Egal in welcher Epoche.

  • Einspruch, Euer Ehren,

    bei den Werksbahnen im Ruhrgebiet, Stahlwerke, Gießereien und Zechen etc., waren weiße Baumwollanzüge gebräuchlich, ähnlich der Bergmannskluft oder den Schweißeranzügen, und zwar für alle Eisenbahner - Lokführer und Rangierer. Diese Anzüge waren natürlich nicht blütenweiß, sondern hatten einen sehr hellen natürlichen Grundfarbton. Gelbe Helme gabs auch, und zwar schon recht früh (60-er Jahre stimmt, denke ich). Ausnahmen bestätigen aber auch hier die Regel.

    Einspruch? Ich habe nichts falsches geschrieben, denn lies nochmal meinen Text komplett und erkenne, dass ich von der Bundesbahn und nicht von irgendwelchen Bahnen, die von Berufsgenossenschaften beeinflusst wurden, geschrieben habe.


    Insofern Einspruch abgewiesen, aber die Ergänzung zur Kenntnis genommen.


    Dennoch freundlicher Gruß

    EsPe

    Nur weil ich den einen oder anderen Fehler an manch einem Modell zwar bedauere und gelegentlich kritisiere, aber mich dennoch über perfekte Fahreigenschaften usw. und einen gelungenen Gesamteindruck freue, bin ich noch längst kein Spielbahner (was übrigens abwertend klingt).


    Und nicht jeder, der von sich selbst behauptet, ein ernsthafter Modellbahner zu sein, muss es deshalb auch wirklich sein.
    (frei nach Blaukäfer)

  • Moin Matthias,


    meinst Du jetzt den Sprechfunk zur Verständigung des Lokführers mit dem Fahrdienstleiter/Weichenwärter oder die Funkfernsteuerung der Lokomotiven über den "Bauchladen" ?



    Grüße aus Leese


    Frank-Martin

    Gutes Werkzeug kann man(n) nur durch noch Besseres ersetzen !!! ;)

  • Hallo nochmal,


    ich versuche mal bei meinen älteren Kollegen an Infos zu kommen.

    Vielleicht wissen auch "unsere" Fahrdienstleiter in Minden mehr darüber ...



    Grüße aus Leese


    Frank-Martin

    Gutes Werkzeug kann man(n) nur durch noch Besseres ersetzen !!! ;)

  • Hi!


    1980 wurde in Wien das GM Motorenwerk gebaut und mit dessen Inbetriebnahme 1982 war eine der ersten ferngesteuerten Rangierlokomotiven in Österreich im Einsatz auf quasi Privatbahngleisen.


    lg Franz

  • Hallo mattes56,


    Du hast ein interessantes Thema aufgeworfen....


    Rangierfunk zwischen stationären Stellen und den Lokomotiven gab es m.W. versuchsweise schon in den 30er Jahren. Auch nach dem Krieg war diese Technik in Nutzung, es gibt Bilder von Dampflokomotiven mit Topf-Antennen auf dem Dach, diese waren für den Rangierfunk.


    Der Rangierfunk zum Steuern von Lokomotiven wurde bei der Bundesbahn erstmals mit den Loks V60 042 und V60 043 im Mannheimer Rbf ausprobiert, das war im Jahr 1962. Das war eine Art Abdrückfunk, bei dem der Bergmeister die Geschwindigkeit der Loks am Ablaufberg direkt regeln konnte. Als Ergebnis dieser Tests wurden dann Loks der BR V90 für die großen Rangierbahnhöfe Mannheim, Kornwestheim, Maschen und Seelze entsprechend ausgerüstet. Diese Technik wurde dann ab 1984 zum heute bekannten "Bauchladen" weiterentwickelt, bei der Lokführer als Lokrangierführer seine Lok auch von außerhalb der Lok steuern kann.


    Anders der Rangierfunk zur Komunikation zwischen Rangierer und Lokführer. Hier habe ich im www nicht viel belastbares gefunden. Als ich Eisenbahner wurde, nutzten die Rangierer im Rangierfunk noch Funkgeräte des Typs Teleport VI. Diese Geräte wurden ab 1964 gebaut. Ich habe auch das Teleport VIII und das Teleport X noch bewusst erlebt, aber die kamen erst in den 80ern bzw. 90ern auf den Markt. Aber daraus leite ich ab, dass es den Rangierfunk in dieser Form auch schon in den frühen 60ern bei der Bundesbahn gegeben hat.


    Aber: Der Rangierfunk wurde anfangs, also sicher auch in den 60ern, nicht auf jedem Bahnhof genutzt. Auch in den 80ern wurde in meinem Bereich nur im Güterbahnhof mitsamt Ablaufberg mit Rangierfunk rangiert, die Übergaben auf die Satelliten hingegen, die eben in diesen kleineren Bahnhöfen die Wagen in die Anschlüsse und wieder aus diesen heraus holen mussten, fuhren auf der Lok der BR 211 zu dritt und auch zu viert mit - da war der Führerstand voll. Warum so viele Rangierer? Weil man eben ohne Rangierfunk operierte, auf der Spitze der Rangierfahrt der Rangierleiter stand und je nach Länge der Rangierabteilung durchaus zwei Verbindungsleute auf den Wagen standen, die die Rangiersignale des Rangierleiters an der Spitze wiederholten und somit an den Lokführer weitergaben. Diese Übergabefahrten wurden in unserem Bereich erst Mitte/Ende der 80er Jahren mit Rangierfunk versehen, bis dahin wurde gewunken, also Rangiersignale mit Armbewegungen gegeben...


    Die beiden Zechenbahnen, mit denen ich es damals zu tun hatte, waren Anfang der 80er Jahre schon mit Rangierfunk ausgerüstet - die nichtstaatlichen Eisenbahnen in der alten Bundesrepublik waren da durchaus besser ausgerüstet als die Bundesbahn.


    Soweit mein Erfahrungsbericht an dieser Stelle. Wenn Du auf Deiner Eisenbahn mit Rangierfunk operieren willst, dann bedenke, dass die alten Funkgeräte recht groß waren - ich habe ein Bild in Erinnerung, wo ein Bundesbahner in einem Rangierbahnhof am Eingangszug entlanggeht und Wagendetails per Funk an den Bergmeister durchgibt, damit dieser den Rangierzettel schreiben kann. Dieses Funkgerät trug er wie einen Rucksack auf dem Rücken, es hatte eine etwa 40 cm lange Antenne und er hielt ein kabelgebundenes Mikrofon in der Hand - dieses Gerät war für den Rangierdienst nicht geeignet. Das Bild datiert aus den späten 50ern oder den frühen 60ern. Das von mir oben genannte Teleport VI-Funkgerät war auch recht groß, wurde aber vor der Brust getragen und war rangierdiensttauglich, damit waren dann die Rangierer ausgerüstet. Also bei Einsatz in den 60ern auf Deiner Anlage ein recht großes Gerät vor der Brust nachbilden. Hier habe ich mal ein Bild des Geräts verlinkt. Das Funkgerät selber war etwa 22 x 12 x 5 cm groß, mit Mikrofon/Lautsprecher war es etwa 34 x 12 x 5 cm groß und dann ragte da noch die Antelle raus, die teilweise vor dem Gesicht des Rangierers "herumbaumelte". Das Gewicht des Geräts betrug mit Akku 1,6 kg und es wurde in einem Brustgeschirr getragen.


    Soweit meine Gedanken zum Thema, ich bin gespannt, was Du daraus machst!


    Grüße

    EsPe

    Nur weil ich den einen oder anderen Fehler an manch einem Modell zwar bedauere und gelegentlich kritisiere, aber mich dennoch über perfekte Fahreigenschaften usw. und einen gelungenen Gesamteindruck freue, bin ich noch längst kein Spielbahner (was übrigens abwertend klingt).


    Und nicht jeder, der von sich selbst behauptet, ein ernsthafter Modellbahner zu sein, muss es deshalb auch wirklich sein.
    (frei nach Blaukäfer)

  • Nachsatz, da Du den Zugfunk erwähntest:


    Der Zugfunk der Bundesbahn hieß damals schon Zugbahnfunk und erlebte seine Testphase 1969 auf einer Strecke im Schwarzwald. 1971 wurden dann zwei Strecken (unter anderem die Vogelfluglinie) als erste mit dem Zugbahnfunk ausgerüstet. Ein paar schwere Unfälle auf Nebenbahnen mit vielen Toten sorgten dafür, dass die Ausrüstung der Bundesbahnstrecken von der Bundesregierung finanziell unterstützt wurde und sehr schnell viele Strecken mit Zugbahnfunk ausgerüstet wurden. Der Zugbahnfunk war ein analoges Funksystem, das mit dem Rangierfunk eigentlich nichts zu tun hatte.


    Bei der Deutschen Reichsbahn gab es ebenfalls ein analoges Zugfunksystem, das betrieblich anders funktionierte als das der Bundesbahn. Die Unterschiede aufzulisten würde nun zu weit gehen, allgemein wird es insbesondere von den Eisenbahnern, die direkt damit zu tun hatten, als das bessere der beiden Systeme angesehen. Es kam entwicklungstechnisch aber deutlich später und hatte andere Anforderungen als der Zugbahnfunk der Bundesbahn.


    Nach Gründung der DB AG wurde der Begriff "Zugfunk" als Sammelbezeichnung für beide Systeme benutzt. Beide Funksysteme wurden ab den frühen 2000ern bis heute durch einen digitalen Nachfolger namens GSM-R abgelöst, GSM-R ist heute als bundesweiter Zugfunk in Betrieb.


    Das nur der Vollständigkeit halber...


    Grüße

    EsPe

    Nur weil ich den einen oder anderen Fehler an manch einem Modell zwar bedauere und gelegentlich kritisiere, aber mich dennoch über perfekte Fahreigenschaften usw. und einen gelungenen Gesamteindruck freue, bin ich noch längst kein Spielbahner (was übrigens abwertend klingt).


    Und nicht jeder, der von sich selbst behauptet, ein ernsthafter Modellbahner zu sein, muss es deshalb auch wirklich sein.
    (frei nach Blaukäfer)

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