Stellwerke

  • Hallo Allerseits


    Ich bin daran mit den ersten Gebäude auf der Anlage zu liebäugeln. Gestartet werden soll mit einem, oder besser zwei, Stellwerken. Und genau darum dreht sich meine Frage:

    Reicht ein Stellwerk oder brauche ich auf jeder Bahnhofseite eines?

    Unser Durchgangsbahnhof ist 4 Gleisig und hat noch diverse Abstellgleise auf beiden Seiten angeordnet. Angesiedelt ist der Bahnhof in einer Kleinstadt.

    Wie war oder ist das im Original? Von was ist es abhängig, wie viele Stellwerke gebraucht werden?


    Ich freue mich auf eure fachkundigen Aussagen.



    Gruss

    Michi

  • Moin,

    Nimm 2. Bahnhöfe kleinerer Kleinstädte kenn ich nur mit je einem Fahrdienstleiterstellwerk und einem Wärterstellwerk, meistens jeweils an den Bahnhofsausfahrten. (Beispiel Obernburg-Elsenfeld, Stellwerk Of und Ow. Beide längst abgerissen, Sinsheim, Mosbach(Baden), Bad Mergentheim. Einfach mal ein bißchen durch Drehscheibe Online- Historisches Forum, schmökern. Tass Kaff und stundenlang abtauchen. Anregungen gibts da zu Hauf.

  • Mahlzeit,



    nachdem meine kürzlichen Hinweise aus meiner Tf-Praxis doch recht viele Dankesbekundungen hervorgebracht haben, will ich es hier auch nochmal versuchen.


    Also, die Aussagen von Locutus stimmen bei der Verwendung von Formsignalen. Da kann ich den Aussagen nichts entgegensetzen. Als Begründung kann ich lediglich noch ergänzen, denke an die Stellwege der Weichen und Signale über die Stelldrähte. Daher wurden bei mechanischer Sicherungstechnik mehrere Stellwerke gebaut, die aufzubringenden Kräfte wären sonst zu hoch gewesen.


    In eisenbahntechnischer Urzeit waren die es die Fußwege zu den handbedienten Weichen und Riegeln oder Gleissperren.


    Beim Umbau der Sicherungstechnik auf elektromechanisch wurden oftmals schon Stellwerke eingespart, es gab aber oftmals noch mehrere Stellwerke, dies lag dan an den Sichtverhältnissen. Hier waren dann die sog. Grenzen des Fahrwegprüfbezirkes maßgeblich. Lag der Bahnhof im Bogen war es durchaus trotz elektromechanischer Sicherungstechnik erforderlich, einen weiteren Wärter einzuplanen welcher dann Weichen und Gleise auf Freisein durch Hinsehen zu prüfen hatte.


    Möchtest Du aber nun Lichthaupt- und Lichtvorsignale verwenden, dann reicht auch ein Stellwerk, denn diese hatten i.d.R. dann Gleisfreimeldeanlagen, das Freisein von Weichen und Gleisen übermittelt hier die Technik an den Fdl, er braucht nicht mehr hinsehen.


    Bei Fragen, einfach fragen...



    Viele Grüße

    Sebastian Woelk

  • Hallo Michi,


    die Anzahl der Stellwerke richtet sich bei mechanischen Stellwerken nach der Entfernung zu den Weichen, Riegeln und Signalen.

    Im Regelfall bei mechanischen Stellwerken sind das bei Weichen 400 m, Riegeln 500 m und Signalen 1200 m. In Ausnahmefällen sind bei Weichen und Riegeln 800 m und Signalen 1800 m erlaubt.

    Neben der begrenzten Stellkraft durch die Muckis des Beamten spielt auch der maximale Längenausgleich durch die Spannwerke eine Rolle, die können zwischen Sommer und Winter nur einen gewissen Unterschied aufnehmen. Da bei Leitungsbruch die Signale immer auf Halt fallen müssen bzw. die Weichen und Riegel in der letzten Stellung festgelegt werden ist immer noch ein Restweg des Stellgewichts notwendig.


    Als Daumenregel auf unseren immer zu kurzen Bahnhöfen würde ich sagen: Nebenbahn Durchgangsbahnhof ohne Einfahrvorsignale oder ohne Einfahrsignale - ein Stellwerk, oft im Empfangsgebäude. Endbahnhof - ein Stellwerk in der Einfahrt, oft wurden die Weichen am Streckenende beim Rangieren von Hand bedient.

    Hauptbahn (ein- oder zweigleisig) mit "vielen" Signalen - mindestens an jedem Bahnhofskopf ein Stellwerk, siehe Kreiensen.


    Bei elektromechanischen gibt es Begrenzungen durch die Anzahl der Verrieglungen usw., ich denke aber, dass das bei den meisten Betriebsstellen in 1:45 keine Rolle spielt. Ab Epoche 5-6 reicht auch ein Betonwürfel für den Notbedienplatz :)


    Grüße


    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


    Mein Spur 0 Blog: 1durch45.de

  • Locutus Danke für den Hinweis, wo man sich Infos holen kann

    Sebastian Woelk Danke auch dir. Genau so habe ich mir die Erläuterung gewünscht.

    H3x Danke für die Erläuterung.


    Ihr seit spitze. Ich werde zwei Aufstellen. Wir haben bei den Durchfahrtsgleisen Lichtsignale und im Güterbereich noch Formsignale im Einsatz. Da beide Ausfahrten auch noch in der Kurve liegen, macht es das plausibel.

  • Hallo Michi,


    Ihr braucht auf jefen Fall zwei Stellwerke - mir sagte mal jemand, das die Kombination von Licht - und Formsignalen sicherungstechnisch nicht geht, im Detail bin ich da aber der falsche Ansprechpartner.


    Wenn sich Euer Bahnhof also augenscheinlich gerade im Umbau befindet, dann warenes frühermal zwei Stellwerke, wie beschrieben, wobei dann jetzt gerade das Fahrduenstleisterstellwerk umgerüstet wird.....


    Ob das eine plausible Erklärung ist, kann ich wie gesagt nicht entscheiden. Das hängt davon ab wie die Lage der einzelnen Signale ist.


    Also diesen Beitrag vielleicht als Diskussionsanstoß zum Thema "verschiedene Stellwerkstechnik im Zusammenspiel" ansehen.


    Gruß

    Matthias

  • Moin.


    das ist im groben auch richtig.

    Allerdings:

    Vorsignalwiederholer müssen und Sperrsignale können auch bei mechanischen oder elektromechanischen Stellwerken mit Lichtsignalen realisiert werden.


    Ansonsten muss man die in der Tat in verschiedenen Stellwerken unterbringen, da sie Ansteuerung und Sicherungstechnik In der Philosophie zwar nahezu gleich in der Umsetzung aber gänzlich unterschiedlich aufgebaut

    ist.


    Gruß Patrick

  • Hallo,


    es gab bereits Ende der zwanziger Jahre elektrisch gestellte Weichen und Formsignale. Da waren keine Seilzüge erforderlich, lediglich elektrische Verbindungen vom Stellewerk zu den Weichen- bzw. Signalantrieben vorhanden.

    Eine ausführliche Beschreibung mit zahlreichen Abbildungen und Prinzipskizzen ist im Buch "Die Eisenbahn in Wort und Bild" ab Seite 1099 zu finden. Bei einer elektrischen Ansteuerung der Formsignale und Weichen ist dann bei guter Übersichtlichkeit des Bahnhofes nur ein Stellwerk erforderlich. Eine Kombination mit Lichtsignalen wurde in Schlesien auch bereits in Betrieb genommen.


    Mit freundlichen Grüßen

    Roland

  • Einen wunderschönen guten Abend



    Ich weiß nicht ob der Link hier her gehört , aber Berlin und die Berliner U Bahnen waren eng verbunden mit der Firma Siemens .

    Vieles wurde hier schon sehr früh erprobt oder besser es war hier im Betrieb.

    Früher hatte auch jeder Bahnhof der eine Aufstellanlage besaß ein Stellwerk.

    Was später durch die SpDrS-U abgelöst wurde.

    Ich könnte zu diesem ganzen Gebiet viel mehr schreiben, aber der Link ist besser.

    Eins vor weg ich weiß bei der Bahn ist vieles anders , aber die Technik war oft die gleiche.

    Den zum Beispiel gab es bei der Berliner U Bahn auch LZB ,


    Mit freundlichen Grüßen


    Lothar




    http://www.berliner-verkehrsse…tellwerke/stellwerke.html

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