Fusion360 ändert die Bedingungen für Privatnutzer

  • Hallo,


    Fusion360 ist ein sehr leistungsfähiges 3D CAD System aus dem Hause Autodesk. Bisher konnte das Programm von Privatnutzern ohne Einschränkungen kostenlos genutzt werden. Dieses wird sich allerdings in absehbarer Zeit ändern. Das Programm bleibt zwar kostenlos, allerdings werden die Funktionen für Privatnutzer deutlich eingeschränkt, um eine Nutzung im geschäftlichen Umfeld zu erschweren.


    Die CAM Funktionalitäten werden deaktiviert, man kann nur noch 10 aktive Modelle gleichzeitig bearbeiten und die Dateiexport und Importfunktionen werden begrenzt. Wer seine Modelle mit anderen CAD Systemen austauschen möchte (z.B. via Step oder Iges) kann dieses nur noch bis zum 01.Oktober durchführen, danach wird die Export Funktion deaktiviert. Ein Export in STL ist aber weiterhin möglich. Wer seine Modelle irgendwann einmal mit einem anderen Programm weiterbearbeiten möchte, hat JETZT noch die Chance einen Step Export durchzuführen... .


    viele Grüße

    Karsten

  • Hallo kcornels,


    leider wahr, denn damit werden manche Privatanwender sich ärgern, auf Fuison360 gesetzt zu haben.


    Ich finde die Begrenzung auf 10 Dokumente schlimm, habe ich mir doch eine Bauteilbibliothek aufgebaut und jedes Bauteil ist ein eigenes Dokument. Der Rest, also was übenr 10 Dokumente hinausgeht, soll archiviert werden, aber nirgends konnte ich in Erfahrung bringen, ob ich, sofern ich noch "freie" Dokumentplätze habe, selber ein Dokument aus dem Archiv holen kann.


    Die CAM-Funktionalität werde ich nicht vermissen, aber Zeichnungen sind auf eine Seite begrenzt, was bedeutet, dass ich keine ausgiebige Dokumentation der gezeichneten Modelle mehr erstellen kann.


    Die Sache mit dem STEP-Export ist ärgerlich, kann aber mittels eines Skripts umgangen werden. Mit diesem Skript werden alle eigenen Dateien ohne weiteres Zutun als STL, STEP und IGES exportiert und auf der Festplatte gespeichert. Hier der Link zum Skript: Link zum Skript


    Ich werde Fusion360 erst einmal weiter nutzen, denn FreeCAD als Alternative hat sich mir noch nicht richtig erschlossen.


    Freundlicher Gruß

    EsPe

    Nur weil ich den einen oder anderen Fehler an manch einem Modell zwar bedauere und gelegentlich kritisiere, aber mich dennoch über perfekte Fahreigenschaften usw. und einen gelungenen Gesamteindruck freue, bin ich noch längst kein Spielbahner (was übrigens abwertend klingt).


    Und nicht jeder, der von sich selbst behauptet, ein ernsthafter Modellbahner zu sein, muss es deshalb auch wirklich sein.
    (frei nach Blaukäfer)

  • Hallo,


    man soll laut Autodesk jederzeit Modelle zwischen "Archiv" und "aktiven Slots" hin-/herschieben können. Sie wissen aber noch nicht, wie sie das genau realisieren wollen. Daher wird diese Einschränkung wohl auch erst im Jannuar aktiviert.


    Quote
    10 active documents means that you have 10 spots for any document to open and be editable at any given time. All your other documents will be stored in your projects in a new inactive state. They will remain yours, saved in your projects.

    Quote
    When you reach your 10 document capacity, and you want to revisit an older design and open it up, you can do so by deactivating an active document and activating the inactive one to swap places with. Again, you continue to keep all your designs and projects with no limits on how many you can have in inactive state.

    Ich kann mit den Einschränkungen noch leben, aber es ist lästig... . Wer weiss, was Autodesk in Zukunft noch so einfällt... .


    viele Grüße

    Karsten

  • Autodesk ist eine der schlimmsten Software Kraken überhaupt.

    Es wird halt geködert und dann gemolken.


    Und die haben auch schon so manche Applikation eingekauft und dann komplett eleminiert.

    In manchen der Apps steckten ja bei einigen Nutzern jahrelang erarbeitete Erfahrungen.


    Und der neuste Gag ist ja, den Leuten die permanent Lizenzen zu nehmen. Und das machen die wirklich!


    Also nicht wundern oder überrascht sein bei der Bude.

  • naja, das Abomodell ist ja keine Erfindung von Autodesk... .


    Nenne mir einen Hersteller eines ernstzunehmenden CAD Systems, der über Jahre konstelose Lizenzen an Privatanwender herausgibt. Autodesk ist ja kein barmherziger Samariter sondern muss von seinen Einnahmen leben. Daher hatte ich, ehrlich gesagt, deutlich eher mit Einschnitten gerechnet. Das man in der Vergangenheit nicht immer ein glückliches Händchen mit seinen zugekauften Produkten hatte (Eagle Nutzer bekommen bei Erwähnung des Namens Autodesk wahrscheinlich spontan das Bedürfnis mit Domestos zu gurgeln), ist allerdings auch kein Alleinstellungsmerkmal von Autodesk... .


    Niemand zwingt einen Fusion zu verwenden. Das Risiko, das plötzlich die Server abgeschaltet werden, nehme ich bewusst in Kauf. Ich kenne leider keine sinnvolle Altenative, die kostenlos oder für kleines Geld den Funktionsumfang von Fusion bietet. FreeCAD ist nett, aber bei vielen Dingen noch recht umständlich und unheimlich zeitraubend... .

  • Autodesk ist eine der schlimmsten Software Kraken überhaupt.

    Ja, leider. Sowohl bei teuer gekauften Lizenzen als auch bei kostenloser Ködersoftware wird man früher oder später gegängelt.

    Das ist schon seit vielen Jahren so und umso ärgerlicher, weil manche Produkte durchaus innovativ und leistungsfähig sind bzw. waren.


    Mein AutoCAD LT2000 war bis vor kurzem immer noch gelegentlich in einer VM im Einsatz - der Krake ein kleines Schnippchen geschlagen. Mit Software, die regelmäßig nach Hause telefonieren will, geht so was halt nicht mehr.


    @Karsten: Danke für den Hinweis. Ein paar Kleinigkeiten hatte ich vor längerer Zeit auch mal in Fusion erstellt. Die werde ich dank deinem Hinweis die Tage dauerhaft retten.

    Viele Grüße aus Südhessen


    Alexander

  • Autodesk ist eine der schlimmsten Software Kraken überhaupt.

    Es wird halt geködert und dann gemolken

    Moin,


    Adobe ist da für mich auch unter den Top Ten. Da wird z. B. bei einer gekauften Version von Lightroom einfach mal die Kartenfunktion abgedreht (angeblich weil Google die API geändert hat) um die Nutzer zum Abo-Modell zu drängen :cursing:. Wo sind denn eigentlich unsere "verbrauchten Schutzminister :sleeping:" wenn man sie mal braucht?

    Gruß aus Mittelhessen

    Uwe



  • Hallo zusammen,


    ich verwende auch Fusion 360 und habe über kurz bis lang mit dem Schritt gerechnet. Mittlerweile ist Fusion sehr umfangreich und mächtig geworden, das muss auch irgendwie bezahlt werden. Fehler hat die Software immer noch genug, meistens sind die nervigsten Fehler aber schnell behoben worden.

    Sehr häufig verwende ich das CAM-Modul für meine Fräse, da betrifft mich die Einschränkung der Funktionen schon sehr. Allerdings bin ich jetzt rund 4 Jahre um irgendwelche Ausgaben herum gekommen.


    Was wären für mich die Optionen:

    Fusion 360 möchte 800€ für 3 Jahre Nutzung, ein ganz schöner Batzen Geld.

    Ich nutze meine andere CAD-Software (Viacad Pro mit Powerpack) weiter mit etwa 1,5 jährlichen Updates für etwa 250US$, leider braucht man die Updates, da die Software oft instabil ist.

    Dann muss ich zusätzlich eine CAM-Software für 250€ kaufen, lernen, einrichten und für 50€ Fräser schrotten.

    Ich lande also wieder bei vergleichbaren Kosten für die nächsten 3 Jahre.

    Die meiste freie Software ist nicht besonders leistungsfähig oder userfreundlich im CAD-CAM-Bereich.


    Also was soll die Aufregung, ähnliche Preismodelle gibt es doch auch bei Strom-, Gas-, DSL- oder Handyverträgen (Bonus) . Wie bei diesen Vertägen werde ich die Kosten auf die Gesamtlaufzeit rechnen und dann entscheiden.


    Grüße


    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


    Mein Spur 0 Blog: 1durch45.de

  • Hallo H3x!


    Quote

    Also was soll die Aufregung, ähnliche Preismodelle gibt es doch auch bei Strom-, Gas-, DSL- oder Handyverträgen (Bonus) .


    Ich dachte, das hätte man den anderen Kommentaren entnehmen können.

    Autodesk hat die letzten Jahre eine Menge innovativer Software vernichtet, also aufgekauft und dann eingestellt. Dazu wird allen die bezahlte Lizenz langfristig entzogen und ein Mietmodell aufgedrückt, dass deine genannten Kosten bei weitem übertrifft.


    Stell dir einfach vor, deine Waschmaschine, der Geschirrspüler, der Herd und der Kühlschrank ließe sich nicht mehr kaufen.

    Und jedes Gerät kostet im Monat ja "nur" 15€ Miete.... dann rechne das mal aus, wie gut man das für den gesamten Haushalt bezahlt bekommt!

    Da fallen aktuell einige bei der Software Nutzung böse auf die Nase und andere, die meinen, sei alles kein Problem, nutzten dann auch gerne mal educational Varianten für kommerzielle Projekte.

    Dazu das Problem, hast du das Geld dann mal nicht bereit liegen, rührt sich auch gar nichts mehr - kein Cash, keine Nutzung.


    Was Adobe und Autodesk da so treiben, ist alles andere als hinnehmbar. NOCH kann man mit "Umstiegs-Schmerzen" immerhin noch ausweichen. NOCH.


    Mal ganz davon ab, dass der Aufkauf jeglicher kleiner Innovationsbutzen eben auch zu einer Monopolstellung führt.



    Würde ViaCAD oder Rhino aus heutiger Sicht immer Autodesk Produkten vorziehen. Bis diese auch vermutlich irgendwann auch geschluckt werden und nur noch gegen Miete genutzt werden können.


    Nunja...

  • Hallo Christian,


    es tut mir leid, dass dir meine Antwort so missfällt. Ich möchte meine Aussage etwas präzisieren:

    Ich habe für Fusion 360 bis heute 0€ bezahlt. Mir wird also keine bezahlte Lizenz entzogen. Andere Autosdesk-Produkte habe ich vor langer Zeit gekauft und nutze die nicht mehr.

    Das Autodesk andere Softwarehersteller aufkauft ist normal im Kapitalismus, da könnte ich mich drüber aufregen oder mir die Zeit sparen und lieber eine optimale Lösung suchen. Ich habe mich entschieden, dass mir das Geschäftsverhalten von Autodesk egal ist.

    Adobe-Produkte nutze ich nicht, da kann ich nichts zu sagen, ich nutze die Produkte von https://www.serif.com/de/

    Software zu entwickeln kostet Geld, das kann man als einmalige Zahlung abgelten oder über eine Zeit als Abo und damit die Weiterentwicklung finanzieren.

    Der Vergleich mit Haushaltsgeräten würde passen, wenn man dafür alle zwei bis drei Jahre neue Geräte bekommt. Viele Menschen machen das beim Autoleasing so.

    Übrigens ist das Prinzip kein Geld - keine Leistung bei vielen Abomodellen so: Probier mal aus, was passiert, wenn du keine Wohnungsmiete, keine Zählermiete beim Wasser oder Gas usw. mehr bezahlst.


    Wenn ich über 8 Jahre bei Fusion 360 das gleiche zahle wie für Einzelprodukte mit Updates nehme ich die Lösung, die meine optimal Anforderungen erfüllt.

    Das es in 4-5 Jahren keine Alternativen mehr geben wird? Nun ja ...


    Liebe Grüße


    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


    Mein Spur 0 Blog: 1durch45.de

  • Gut, es kamen jetzt auch mehrere Themen zusammen.


    Fusion war kein Free oder shareware und da kann man dann sicher auch so argumentieren, dass das nun ein logischer Schritt von Autodesk war.


    Der Rest ist dann sicher ein abendfüllendes Thema...

  • Hallo Zusammen,


    mittelfristig wird sich damit Autodesk die Nutzerzahlen/Anzahl der Neueinsteiger vermindern ... dafür verdienen sie jetzt m Moment erst mal mehr.

    Alternativen gibt es immer - von Papier & Bleistift über Librecad - Freecad - Inkscape - nur ist halt u.U. nicht so bequem / gewohnt ...


    Viele Grüße,

    Stefan

  • Hallo.

    Ich bin ein absoluter Gegner solcher ABO bzw. Miet- Modelle, egal wo. Software, die nur als ABO angeboten wird, landet bei mir unbesehen im Müll. Auf Dauer ist das immer viel teurer als etwas zu kaufen. Das trifft übrigens selbst auf die Wohnung zu. Nur das eine Wohnung bzw. ein Haus so extrem teuer ist, dass man hier oft keine Wahl hat als zu mieten. Denn eine Wohnung muss ich haben, eine bestimmte Software aber nicht. Denn es gibt für alles eine Alternative.

    ABOs sind deswegen groß in Mode, weil man damit ganz besonders viel Geld verdient. Andere Gründe hat das nicht. Das die Entwicklung einer Software auch mit einer Kauf- Variante finanzierbar ist, kann man an vielen Beispielen sehen. Mal ein besonders positives... Das allererste und wichtigste Programm, das ich auf jedem Windows Rechner installiere, ist "TotalCommander", ein Zwei- Fenster- Dateimanager. Dieses Programm habe ich 1998 gekauft. Seitdem sind unzählige neue Versionen erschienen. Meine mehr als 22 Jahre alte Lizenz gilt aber immer noch. Und der Firma, die TC herstellt, geht es trotzdem gut und vor allem, sie gibt es immer noch und wurde noch nicht von einer Software- Krake gefressen. Ein gutes Produkt zu einem guten Preis, dann geht das auch ohne diese elende Geldschneiderei.

    Eigentlich bin ich seit jeher ein Fan von OpenSource Projekten. TotalCommander hat mich aber so überzeugt, das ich es trotz OpenSource Alternativen gekauft habe. Unter solchen Umständen ist das ja auch gar kein Problem...

    Ich nutze kein Microsoft Office, sondern Libre Office, ich nutze kein Corel Draw sondern Inkscape, kein Photoshop sondern Gimp, kein Plex sondern Kodi, kein MySQL sondern MariaDB kein Fusion sondern OpenSCAD, usw.

    Auch die Software, die ich selbst entwickele ist stets OpenSource. Im Modellbahn- Bereich gibt es da zwar nicht viel von mir Geschriebenes (bin da mehr im Multimedia- Bereich tätig), aber ein Programm habe ich dann doch im Portfolio, den DT-Programmer. Das ist ein Programm, um DelTang RC Empfänger bequem am PC zu programmieren...


    Speziell im 3D Konstruktionsbereich komme ich mit OpenSCAD ohnehin am allerbesten klar. Das "Berechnen" mit Formeln und Variablen ist mir viel näher als das herum Geklicke mit der Maus, wobei eine präzise Positionierung viel aufwändiger ist, meiner Ansicht nach...

  • Konstruiert mit FreeCAD für den 3D-Druck:

    ( Der Modellbahnbezug ist, dass die Halterung für das Linearlager bei einer Schleppweiche und bei einem beweglichen Modulstück in meiner Flurnische Verwendung finden wird)



    Viele Grüße,

    Stefan

  • Hallo,


    im professionellen Umfeld, wo Autodesk seine Kunden hat, wird üblicherweise eine Software gekauft und ein Wartungsvertrag abgeschlossen. Meist beträgt der Wartungspreis 10-20% des Kaufpreises. Dafür bekommt man Updates und Support. Ich sehe da keinen Unterschied bei Fusion 360, vergleichbare CAM-Software (Condacam, Spurt usw.) kostet 1500-3000€. Da kann ich schon ein paar Jahre ein Abo bezahlen.


    Wenn man für eine Software über 20 Jahre mit Updates nutzen kann ist das ein Sonderfall: Der Entwickler ist Einzelkämpfer und betreibt das als Hobby? Die Software ist "ausentwickelt" und es gibt nur noch Bugfixes? Das ist sicher kein Regelfall.

    Wo steht eigentlich geschrieben, das Softwareentwickler nicht regelmäßig Geld verdienen dürfen? Ach nee, die bekommen überall Free-Lunch! :/


    Meine Fräsmaschine kostete vor 5 Jahren über 6000€, mit dem mittlerweile vorhandenen Zubehör ist da deutlich mehr zusammengekommen.

    Ich kann auch einfach mit einem Editor die NC-Programme schreiben, aber damit nutze ich die Möglichkeiten der Maschine nicht aus. Mit guter Software ist der Bottle-Neck mein Hirn und meine Freizeit. Es gibt wohl einen Grund, dass sich grafisches CAD/CAM durchgesetzt haben - ich möchte keine numerische Fräsbahnsimulation nutzen.


    Stefan: Ja, Freecad ist mittlerweile recht gut geworden, leider fehlt noch ein leistungsfähiges 3D-CAM, bislang ist das noch recht experimentell. Eventuell bekommt das durch das Fusion-Thema einen Schub und wird zur Alternative.


    Grüße


    Edward

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


    Mein Spur 0 Blog: 1durch45.de

  • Hallo Stefan, hallo CAD-User,


    ich habe mir die letzte Version vom Freecad installiert. Ja, da hat sich schon seit meinem letzten Versuch einiges getan.

    CAM scheint auch besser zu werden:



    Ich habe mal ein Viertelstündchen herumgeklickt, (daher kein perfektes Ergebnis) grundsätzlich mit Fusion vergleichbar und für viele Sachen sicher schon geeignet. Aber es fehlen auch noch viele Dinge, wie schnelle adaptive Räumstrategien usw.


    Danke für den Tipp, ich werde mich weiter damit beschäftigen.


    Grüße


    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


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  • ABOs sind deswegen groß in Mode, weil man damit ganz besonders viel Geld verdient. Andere Gründe hat das nicht. Das die Entwicklung einer Software auch mit einer Kauf- Variante finanzierbar ist, kann man an vielen Beispielen sehen. [...] Ein gutes Produkt zu einem guten Preis, dann geht das auch ohne diese elende Geldschneiderei.

    Da muss ich aber jetzt mal etwas widersprechen.


    Abos sind nicht groß in Mode, weil man besonders viel Geld verrdienen will, sondern weil man Geld verdienen und monatlich Löhne bezahlen will!


    Abos haben den riesen Vorteil eines kontrollierten Cash-Flows! Unternehmen müssen nicht jeden Monat bangen, ob genug Lizenzen verkauft worden sind, damit die laufenden Kosten gedeckt sind.

    Abos haben auch den Vorteil, das über längere Zeit stetig Geld fliest und man nicht nur Kunden gewinnt, die eine Lizentz erwerben und sich im Anschluß 22 Jahre lang nicht mehr melden. Mit solchen Kunden geht jedes Unternehmen über kurz oder lang pleite!

    Abos haben den riiiiiiiiiiiesen Vorteil, das man endlich längerfristig planen kann, d.h. sowohl was die Software betrifft als auch die Belegschaft.

    Abos haben meistens die Updates inklusive, nicht so wie einst, wo man dann für das Update wieder extra bezahlen musst, wenngleich verbilligt. Aber das hilft nicht, wenn es zuviele Kunden gibt, die keine Updates mehr kaufen! Insofern gefährdet das auch die Existenz eines Software-Unternehmens.


    Abo Modelle sind der einzig sinnvolle Weg, um die teure Software-Entwicklung, in teuren Länder wie Deutschland, überhaupt noch wirtschaftlich zu betreiben. Ansonsten bleibt nur der Weg nach China oder Indien. Dann stopfen wir halt dort die Mäuler, statt hierzulande. Geht auch, wenn dass der zahlende Kunde (=König) unbedingt wünscht!


    Um mal zu verdeutlichen, was Software-Entwicklung überhaupt kostet mal ein paar Zahlen:

    Ein Manntag professionelle Software-Entwicklung in einem mittelständischen oder großen Unternehmen, natürlich in Deutschland ansäßig, veursacht ca. 500 Euro Kosten pro Tag! Software-Teams bestehen aber meist aus mehr als nur aus einem Mitarbeiter. Vier fleissige Entwickler kosten demnach dem Unternehmen täglich 2.000 Euro und somit im Monat rund 40.000 Euro!


    Und jetzt erzähle mir bitte, wie ein Unternehmen seine Mitarbeiter bezahlen soll, wenn Kunden einmalig 37,- Euro bezahlt und 22 Jahre lang die Lizenz nutzt? Gar nicht!


    Bitte umsichtig mit solchen Pauschalaussagen umgehen. Uns geht es hierzulande nicht gut, nur weil wir Kunden haben, die Willens sind einmalig 37,- Euro bezahlen, sondern weil wir Kunden haben, die von unserer Software wiederum profitieren und mit ihrem (monatlichen) Beitrag den Hersteller weiter voran bringen.


    Gruß

    Djordje

  • Und ehe jetzt die Milchmädchen Rechnung aufgestellt wird: 40.000 Euro geteilt durch vier Mitarbeiter = 10.000 monatliches Gehalt. Falsch! Der Vertriebs-Innendienst will bezahlt werden, die Arbeitsmittel wollen bezahlt werden, die Unterhaltungskosten vom Büro wollen bezahlt werden, die Putzfrau die das Büro sauber hält will bezahlt werden, das Auto vom Außendienstler will bezahlt werden, die Lohnnebenkosten und Sozialabgaben wollen bezahlt werden, die Buchhaltung will bezahlt werden, das Lohnbüro will bezahlt werden, die nette Dame am Telefon will bezahlt werden, der IT'ler der sicherstellt das alles funktioniert möchte bezahlt werden, und und und... da kommt jeden Monat allerhand zusammen. 37,- Euro einmalige Lizenzgebühren sind soviel Wert, wie einmal den Ar*** abgewischt. Sorry!


    Gruß

    Djordje

  • Also geh mir los mit solchem Rumgejammer. Wer nicht in der Lage ist, vernünftig zu wirtschaften, der soll nicht als Chef einer Firma auftreten sondern das anderen überlassen, die es können. Ich darf das sagen, weil ich genau aus diesem Grund keine eigene Software- Firma habe, ich kann das nämlich auch nicht. Deine hochgelobten "deutschen" Programmierer sitzen zu 99% sowieso in Indien. Du fütterst also nur ein Maul damit, nämlich das von dem, der sich die Unsummen an Geld unter den Nagel reißt. Büros haben solche Firmen meist gar nicht mehr, so das man nicht mal die Putzfrau mit füttern könnte. Ich weiß zwar nicht, wie das speziell im Fall Autodesk aussieht, aber mir geht es ums Prinzip. Andere Produkte kaufe ich und kann sie so lange benutzen,. wie ich will bzw. bis sie kaputt gehen. Nur die Software- Hersteller, die defacto keinerlei Produktionskosten haben, die kommen nicht damit hin, ihre Produkte zu verkaufen??? Geht's noch??? "Richtige" Produkte (also etwas, das man anfassen kann) haben auch Entwicklungskosten (sehr oft auch Kosten für die Entwicklung von Software), dazu aber auch noch hohe Herstellungskosten. Bei Software fallen die Herstellungskosten nahezu vollständig aus. Je nach Vertriebsweg sind sie tatsächlich sogar überhaupt nicht vorhanden.

    Und deswegen verdienen die Software- Hersteller sowieso schon viel mehr als (fast) alle anderen Branchen abgesehen von der Bekleidungsindustrie, den Banken, Versicherungen und dem Drogenhandel. Und ich soll das dann auch noch auf monatlicher oder jährlicher Basis immer wieder aufs Neue bezahlen??? So bescheuert bin ich nun wirklich nicht. Dann "abonniere" ich lieber beim Bauern nebenan meine Eier und Kartoffeln, die er auf Grund der Krise im Moment sonst nicht abgesetzt bekommt.

    Stell dir mal vor, du möchtest eine neue Lok von Lenz haben. Doch die leihen sie dir nur noch gegen eine ziemlich hohe monatliche Miete. Würdest du deine Loks oder Wagen mieten? Ich ganz sicher nicht. Dann baue ich sie mir lieber selbst auch wenn sie dann vermutlich nicht so gut werden. Alleine wenn ich an deine Umbauten von den Schnellzugwagen denke. Was würde Rivarossi dazu wohl sagen, wenn sie die Wagen nicht verkauft, sondern vermietet hätten???

    Dann schreibe ich mir den Kram, den ich brauche lieber selbst. Mache ich ja sowieso schon teilweise, wenn es keine Open Source Alternative gibt... Ich verkaufe auch Software (aber nicht als eigener Chef, wie gesagt, kann ich das nicht). Aber moralisch so tief zu sinken, das meine Programme als Abo- Abzocke vertickt werden, kann mir nicht passieren, nie im Leben. Und wenn der Firmen- Inhaber plötzlich auf diese saublöde Idee kommen sollte, ist unsere Zusammenarbeit umgehend beendet.


    Programme, für die ich regelmäßig bezahlen soll, existieren für mich generell nicht. Und daran wird sich auch so lange ich lebe nichts mehr dran ändern.

  • Claus,


    also ich sehe das eher wie Djordje, die 10k im Monat, 1/3 sind lohnnebenkosten, und da will auch ein Softwerker seine 30 Tage Urlaub haben. Und dass Softwarentwicklung nix kostet ... auf welchem Stern lebst Du? Das passiert nicht nebenbei - selbst wenn sie in Indien oder sonstwo stattfindet - Pflichtenhefte müssen erarbeitet werden, die Zusammenarbeit mit der Mechanik Konstruktion muss koordiniert werden, die Software muss getestet / validiert werden usw... rund um das coden finden noch x organisatorische Tätigkeiten statt damit es hinterher läuft ... Eventuell brauchst Du noch Mathematiker und/oder Physiker die mit an der Software arbeiten weil die Zusammenhänge etwas komplexer sind. Du machst es Dir echt viel zu einfach. Und ja, ich bin auch kein Fan von Abo-Modellen.


    Viele Grüße,

    Stefan

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