Luftpneumatische Pulverbeschichtung

  • Hallo zusammen und einen schönen Samstagabend,


    Da mir lackierte Buntmetallmodelle von der Empfindlichkeit der Farbe nicht zugesagt haben, habe ich nach Alternativen gesucht.

    Hierbei bin ich bei der Pulverbeschichtung hängen geblieben. Möglichkeiten gibt es viele....was ist vertretbar auch vom Aufwand und Geldbeutel.


    Ich habe mir zu Testzwecken einen kleinen Backofen und eine Pulverpistole mit Pulver besorgt. Diese wird mit Druckluft versorgt und benötigt weiter nichts außer ein Potenzial(Erde, Schutzleiter, Erdstab).


    Wer hat´s erfunden.....keine Ahnung...kommt wohl vom Osten. Die Konstruktion kommt wohl aus einem Würtschenleger(3D-Druck).


    Egal zum Testen....kleinen Backofen geordert...der heimische in der Küche ist da nicht für geeignet.....gibt Mecker....^^


    Pistole bestellt bei meinem Dealer mit Pulver....Matt Schwarz...tief dunkel

    Getestet habe ich mit meinem Airbrushkompressor....das reicht dafür...Dicke...Luftdruck um die 0,5-2 Bar.


    Material in den Bildern, Messing(vernickelt), Messing MS-58, Federstahldraht und Stahl alles unbehandelt. Das einzig chemische ist die Reinigung......Fettfrei.


    Temperaturbereich 160-200 Grad.


    Anbei Bilder.


    Backofen mit Testhalter



    Pistole ungeladen




    Rohling




    Beschichten




    Beim Backen



    Das Endergebnis





    Fazit...ein super Ergebnis....Fingernagel und Zangentest bestanden.

    Ich habe warscheinlich zu dick aufgetragen....war auch nur ein Test, der mich zu diesem Preis überzeugt hat.


    Farben gibt es in allen Variationen....Ral...usw....Beständigkeit UV....usw. Hier ist auch die Einbrennzeit unterschiedlich.....je nach Pulver.


    Ein kleiner Einblick als Beschichtung von Buntmetallen mit höherer Standfestigkeit. 8)


    Wünsche ein schönes Wochenende


    PS. Es muss keine Diskussion entstehen für und wieder.....Danke

    Viele Grüße
    Rainer

    Edited once, last by RWN ().

  • Hallo Rainer,


    das Pulverbeschichten kenne ich aus dem Maschinenbau, ist ein sehr robuster und haltbarer Farbauftrag,

    sowie Korrosionsschutz.

    Bei welcher Temperatur wird das elektrostatisch aufgetragene Pulver bei Dir im Ofen gebacken?

    Du weißt ja, Messingmodelle werden größtenteils mit Zinn weichgelötet.

    Das schmilzt irgendwann und das gute Stück ist dann plötzlich wieder ein Bausatz, wenn`s zu warm war.

    Viele Grüße

    Norbert

  • Guten Abend Norbert,


    Bei welcher Temperatur wird das elektrostatisch aufgetragene Pulver bei Dir im Ofen gebacken?

    HIer ist keine Spannung anliegend...Luft. Eingebrannt wird je nach Pulver zwischen 160-200 Grad.


    Du weißt ja, Messingmodelle werden größtenteils mit Zinn weichgelötet.

    Ein Profi lötet mit Silberlot....weich und auch Hart....Temperatur je nachdem um die 650—-240 Grad ja nach Lotart und entsprechenden Flußmitteln und Loten. Im Hobbybereich.

    Das schmilzt irgendwann und das gute Stück ist dann plötzlich wieder ein Bausatz, wenn`s zu warm war.

    Wenn man es richtig macht, ist der Bausatz wie man ihn möchte.

  • Hallo Rainer,


    sorry, aber dann sind Modelle von Kiss, Wunder, Fulgurex, AdgerModelbahnteknikk,

    die ich alle schon hier repariert habe, nicht von Profi`s gemacht worden,

    denn die Bauteile sind allesamt mit China - Zinn weich verlötet.8|

    Silberlot kenne ich nur zum Hartlöten, schmilzt meines Wissens oberhalb von etwa ab 640°C.

    https://www.silberlot.com/l%C3%B6ten-mit-silberloten/


    Ab 450°C aufwärts spricht man generell vom Hartlöten.

    Ich löte bei mir mittels Lötstation oder Lötkolben nur weich mit diversen Lötzinn - Sorten.

    In Bälde kommt ein Widerstandslötgerät dazu, was aber auch nur fürs Weichlöten mit Zinn gedacht ist.

    Zum Vorwärmen größerer Bauteile verwende ich einen kleinen Brenner (Butan - Feuerzeuggas).

    Aber bei mehr als ca. 200°C würden meine bereits weich verlöteten Bauteile wieder auseinanderfallen.


    Nichtsdestotrotz ist Pulverbeschichten eine tolle Technik. Die Farbpartikel kriechen fast überall rein,

    auch da wo man die Pistole primär garnicht hinrichtet. Sie werden elektostatisch wie von einem Magnet

    in die hintersten Ecken gezogen. Deshalb braucht´s auch das Massekabel.

    Durch das anschließende Verbacken im Ofen haftet der Farbauftrag extrem gut.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Pulverbeschichten


    Mein Fazit:

    Einzelteile oder hart zusammengelötete Bauteile aus elektrisch leitendem Material können

    problemlos pulverbeschichtet werden. Mit der Schichtdicke muß man etwas experimentieren.


    Viele Grüße

    Norbert

  • Hallo Rainer,


    wie verhält sich denn der Pulverlack an scharfen Kanten? Aus meinem Berufsleben kannte ich das Problem, das Kanten einen Mindestradius aufweisen mußten, um da die minimale Schichtdicke zu erreichen. Bei Alu und dunklen Lacken konnte sonst das Trägermaterial durchschimmern.


    Gruß

    Klaus

    Der frühe Vogel kriegt den Wurm, aber die zweite Maus erhält den Käse

  • Moin,


    die Idee der Pulverbeschichtung ist nicht ganz neu, wird aber eher für industriell hoch belastete Flächen an Maschinen oder bspw. Autos verwendet. Wenn man also eine Gartenbahn bei Wind und Wetter betreiben möchte, durchaus eine Lösung.

    Für den Modellbahnbereich mit schon beschriebenen Weichlötverbindungen im Niedrigtemperaturbereich aber wohl eher ungeeignet. Wer wird schon eine Werkstatt zu Hause haben, um Hartlöten zu können und wo liegt der Nutzen? Ich habe das Hartlöten im Werkzeugbau angewandt, um bspw. Hartmetallzähne in Sägeblätter einzulöten - was eine ganz andere Materialbelastung zulässt als im Modellbaubereich jemals erforderlich sein wird...hoffentlich :P


    Gruss, Dirk

  • Guten Tag zusammen,


    @ Norbert,


    sorry, das sollte kein Angriff auf dich sein. Nur Löten ist nicht gleich löten. Soll jeder handhaben wie er kann.


    @ Klaus,


    Danke für den Hinweis. Ich werde das beim nächsten Bauteil mal beobachten mit weniger Pulver.


    @ Dirk,


    was eine ganz andere Materialbelastung zulässt als im Modellbaubereich jemals erforderlich sein wird...hoffentlich :P

    da liegst Du leider falsch. Bei gewissen Maschinen ist es sogar zwingend notwendig!


    Siehe hier.




    @ Oli,


    können wir gerne mal testen.

  • Hallo Rainer,


    klar, wir sind aber hier hauptsächlich im elektrischen Niedervoltbereich, nicht bei den Echtdampfern. Da steht es schon wegen dem Druck und höheren Temperaturen ansich ausser Frage, dass man da Hartlöten muss. Das wäre Eingangs schon einer Erwähnung wert gewesen...;)


    Gruss, Dirk

  • Hallo Dirk,


    es geht hier weder um Hart noch Weichlöten. Einzig und alleine um´s Pulverbeschichten.;)


    PS. Das gezeigte Werkstück, ist auch normal gelötet!....Das vor vielen Jahren schon.


    PPS. Ich habe den Eingangspost um den Temperaturbereich ergänzt!

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!