Lokdecoder am Gleis statt in der Lok?

  • Hallo,


    ich plane eine kleine Feldbahn, bestehend aus einem etwa 5 m langen Gleis ohne Weichen mit Spurweite 12 mm. Es sollen meine zwei Feldbahnloks abwechselnd hin und her fahren (abstellbar ohne Strom in einem Abschnitt am Ende). Da die Maschinchen nur wenig Platz für Decoder etc haben, würde ich sie gern analog mit Gleichstrom versorgen, aber digital mit dem Lenz Handregler steuern.


    Daher folgende Idee, die ich bisher nicht selber testen konnte. Kann man den nötigen Lokdecoder statt in der Lok nicht einfach zwischen digitaler Lenz Zentrale und Gleis anordnen? Damit würde die Lok ihre Energie "analog" erhalten. Kann das funktionieren? Ist die "Kabellänge" von über 5 Meter vielleicht ein Problem?


    Was sicher nicht funktioniert (leider), ist ein zusätzlicher Energiepuffer am Decoder zur Vermeidung des Stehenbleibens infolge schmutziger Schienen. Denn eigentlich speist der direkt den Motor. In meinem Fall hinge er noch vor dem Gleis und hätte so keinen Effekt, nicht wahr?


    Lokgeräusche aus einem Sounddecoder dagegen ließen sich realisieren, indem entlang der 5 m Strecke kleine Lautsprecher installiert sind. Auch hier stellt sich nach den Kabellängen und der Parallelschaltung mehrerer Lautsprecher? Das Geräusch wäre dann gleichzeitig zu hören, oder gibt es andere Möglichkeiten?


    Wer hat Erfahrung oder Ideen? Danke im Voraus.


    Gruß Andreas

  • Hallo Andreas,


    ja, das geht mit kurzschlussfesten Decodern, ist aber nicht optimal. Du musst die Regelung ausschalten, die fängt bei Problemen mit dem Rad-Schiene-Kontakt sonst an zu spinnen.

    Beim Energiespeicher hast du recht, der wäre nutzlos.


    Ich würde es eher mit einem Decoder in der Lok probieren - was man in eine V60 in Z bekommt sollte auch in den Hint... äh Sitz des Feldbahnlokführers passen :saint:

    http://www.tran.at/Produkte/DCX65.shtml (6*5*1,8 mm^3)


    Bei den Lautsprechern würde ich einen Verstärker dazwischen schalten - ich habe mal ein Setup einer US-N-Anlage mit Subwoofer/Satellitenboxen gesehen, wo der Sound mit den Zügen gefahren ist. Leider finde ich das nicht mehr, eventuell hast du mehr Glück beim Suchen.


    Grüße


    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


    Mein Spur 0 Blog: 1durch45.de

  • Hallo Andreas!


    Ich schliesse mich H3x an.


    Mein langjähriger Modellbahnfreund, Thomas Rötzsch, und ich haben in den letzten sechs Jahren 5 Ausstellungsanlagen (1x 0f9, 1x H0f, 1x TTm, 1x N, 1x Z, davon wurden 3 bei Ontraxs in Utrecht, NL präsentiert) mit der von Dir beschriebenen Digital-/Analog-Konfiguration betrieben.

    Akzeptable Fahreigenschaften konnten dabei nur bei sehr einfachen Gleisplänen (kurze Gleisabschnitte, wenig Weichen und keine Steigungen bzw. Gefälle), mit kleinen Modell-Maßstäben und kurzen Zuggarnituren erreicht werden. Dazu musste die Lastregelung des Decoders ausgeschaltet werden und die vielfache Stromeinspeisung (Feeder) zum Gleis gründlich geplant und qualitativ hochwertig umgesetzt sein.

    Der Ringbus (die Stromleitung vom Decoderausgang zu den vielen Einspeisepunkten) ist tadellos zu verdrahten, der saubere Stromfluss bei den nicht immer vermeidbaren Gleisübergängen (keine großen Gleisabschnitte zwischen den Feedern) und letztendlich die einwandfreie Stromübertragung auf die Radsätze müssen auf der ganzen Anlage sichergestellt sein. Letzteres erreiche ich durch Auftrag von Graphit (Stifte 6B, 8B, 10B oder Zimmermannbleistift) - meine Gleise und Laufräder sind deshalb schwarz, nicht dreckig. Ich habe diesen Tipp vor Jahren vom britischen Modellbahner-Unikat Christopher Payne bekommen und nutze ihn sehr erfolgreich auf meinen Schauanlagen. Gleise reinige ich dabei keine mehr! Allerdings wirkt das Graphit dabei auch als Schmiermittel, was die Zugkraft enorm verschlechtert. Das bitte bei der Planung und beim Betrieb beachten.

    Zudem eignet sich nicht jeder Decoder für so eine Konfiguration und ein Energiespeicher ist nutzlos. Gute Erfahrungen haben wir mit Decodern von Tran und D&H gemacht. Obwohl ich in Z- und N-Modelle sehr gern Kühn-Decoder verbaue, eignen sich diese aus meiner Erfahrung nicht für das beschriebene Setup.

    Sofern Du einen Sounddecoder oder adaptierten Soundchip (z.B. SUSI) nutzen möchtest, kann auch dessen Soundausgang mit Verstärker und Lausprechern (Stereoanlage) prima genutzt werden. Wir hatten mal für Diesel- und Dampfmodelle zwei Digitalsounddecoder verbaut, die nach Auswahl der jeweiligen Digital-Adresse das jeweilige Analog-Modell mit dem spezifischen Sound begleitet hatten.


    Ich hoffe, Dir etwas weitergeholfen zu haben...


    Liebe Grüße!


    Heiko

  • Moin,

    in den 80/90er Jahren des letzten Jahrhunderts gab ein System, das genauso funktionierte.

    Ich würde aber eher das Digital-Zeugs in einen Geisterwagen verfrachten, z.B. einen Gerätewagen, der immer hinter der Lok läuft.

    Viele Grüße,

    Johann

    Das angesprochene synchronisierte Soundsystem OSSYNTHS mit Hochtöner im Analog-Modell (Satellit) und Tieftöner unter/hinter der Anlage (Subwoofer) hatte der bereits verstorbene Niederländer Otto Schouwtra entworfen. Es wurde in geringen Stückzahlen um die 1100 DM in den 80/90er Jahren handverlesen vertrieben. Der Schweizer Marcel Ackle hat z.B. so ein Soundsystem in Nutzung. Für Feldbahnen in großen Maßstäben ist es hervorragend geeignet. Ich bin seit einer Dekade auf der Suche. Die Hoffnung stirbt zuletzt...


    Heiko

  • Ich habe meinen H0f Feldbahnkoffer genau so gebaut mit einem ESU Loksound.

    Lautsprecher ist im Lokschuppen. Koffer ist autark, DCC-Steuerung mittels ESP-Modul ebenfalls in den Koffer eingebaut, Fahren per Handy (Z21 App).

    Es gibt aber Sounddekoder von D&H, die sogar in Spur-Z Loks passen.

    LG Zoltan von der StEAG
    (Somestaler Eisenbahn-Aktiengesellschaft), BW Traktion Langkatzenhofen
    SzVVT (Szamosvölgyi Vaspálya Társaság), Hosszúmacskási Vontatási Telep
    Schaut bei meiner "echten" Dampflok 52.4984 vorbei!
    Und hier ist mein YouTube Kanal mit meinen (Bahn)filmen
    :)

  • Hi.

    Vielleicht gibt es ja noch eine völlig andere Lösung. Und zwar fahren mit RC und Akku. Damit hat man keinerlei Kontaktprobleme mehr, da der Strom ja "von innen" kommt. RC Betrieb ist ohne weiteres in H0f oder N möglich, sollte in H0m also erst recht kein Problem darstellen.

    Spur N:


    Spur H0f:

  • Hallo Andreas,


    ich denke auch, dass kleinste Decoder in eine Feldbahnlok passen - das mit dem Lautsprecher wäre dann schon ein Problem (ganz abgesehen vom eigentlichen Geräusch -> tiefe Töne).

    Möglich wäre ein Fahrdecoder in der Lok und parallel dazu (mit selber Adresse) ein (reiner) Sounddecoder extern am Gleis, der dann Lautsprecher und am Besten noch einen Subwoofer ansteuert (wenn dann die Nachbarn nicht aus dem Fenster springen :)).

    Ein ähnliches "Sounderlebnis" wie "wandernde" Lautsprecher wäre auch mit einem Kopfhörer statt Lautsprechern möglich. Oder mit diesen Ohrstöpseln mit Bluetooth, wenn einen große Kopfhörer stören.

    Ein Subwoofer wäre auch zu empfehlen, wenn ein Sounddecoder und (winziger) Lautsprecher in der Lok sitzt, um ein "richtiges" Diesel- oder Dampfgeräusch zu hören.


    Nur so ein paar Ideen, die meist nicht auf meinem Mist gewachsen sind, sondern z.B. von dem schon öfter erwähnte Lance Mindheim stammen.


    Tschüß

    Utz

    My Private Idaho - die Camas Prairie Railroad

  • Ich habe in mehreren meiner Z Loks Sounddekoder eingebaut, die Handylautsprecher mit Schallkapsel geben einen sehr guten, lauten, realistischen Ton ab. Also machbar ist alles.


    Ich fahre sonst ohne Schienenstrom. Meist Echtdampf, oder DCC-Zentrale, Dekoder und Akkus fahren mit in der Lok, oder sind in einem Geisterwagen dahinter angehängt, aber Akkus in H0f und die ESP-DCC-Zentrale in max. 8-10x30-40 mm habe ich noch nicht geschafft...

    LG Zoltan von der StEAG
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  • Wie es aussieht bin ich der einzige Andersgläubige.


    Also ich habe für eine Normal Spur 0 Anlage genau das geplant: 6 (10) A Großbahndecoder als Ersatz für einen normalen Regeltrafo. Der Gast bekommt einen Digitalregler in die Hand mit der Decoderadresse des fix in die Anlage eingebauten Decoders.

    Die Anlage ist für digitalen Fahrbetrieb mit Blockstellenschaltung gebaut wo mit der Blockstellenregelung eine Z-Schaltung parallel mitläuft die als Memo für die analoge Fahrspannung fungiert. Von einem definierten Gleis im Bahnhof kann ein "normaler decoderloser" Zug in die vorhandene Schaltung in den nächsten freien Block vor ihm eingeschleift werden indem ein Zusatzrelais dem zu befahrenden (also dem kommenden) Block meldet dass jetzt die Blockstelle analog ist und diese nach dem Verlassen des vorausfahrenden Zuges (Signal auf rot) den Block auf analog umschaltet. Nach dem Zurückschalten des irgendwann grün werdenden Blocksignals auf rot fällt die Z-Schaltung ab und die Strecke ist wieder digital.

    Der Vorteil ist, das ich mit dem Digitalequipment (nein keine Markennamen oder ähnliche Aussagen, aber DDC steht drauf und ist drinnen) alle Betriebssituationen abdecken kann.


    lg Franz


    PS.: und fragt nicht warum und ob es einen Sinn macht, zu uns kommen Leute die mit Digital nix am Hut haben aber einer von denen stellt analoge 100.000 Euro auf die Schienen und würde auch gerne fahren...

  • ...stellt analoge 100.000 Euro auf die Schienen und würde auch gerne fahren...

    Ist die Lok aus Diamant geschliffen? :o

    LG Zoltan von der StEAG
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    :)

  • Gabs da nicht mal von Märklin so ein Krokodil aus Platin mit Diamanten besetzt? Das hatte doch glaube ich tatsächlich einen Wert von 100.000 €. Allerdings wohl nur laut Liste. Als letztens eines versteigert werden sollte, wurde das Mindestgebot von 70.000€ nicht erreicht...

  • Ist die Lok aus Diamant geschliffen? :o

    Wieso nur Singular? Man kann doch auch mehrere Loks auf das Gleis stellen. Die Aussage "...stellt analoge 100.000 Euro auf die Schienen..." habe ich nur als Metapher für eine wertvolle Sammlung an analogen Lokomotiven verstanden und nicht, dass eine einzelne Lok diesen Wert erreichen würde.


    Freundlicher Gruß

    EsPe

    Nur weil ich den einen oder anderen Fehler an manch einem Modell zwar bedauere und gelegentlich kritisiere, aber mich dennoch über perfekte Fahreigenschaften usw. und einen gelungenen Gesamteindruck freue, bin ich noch längst kein Spielbahner (was übrigens abwertend klingt).


    Und nicht jeder, der von sich selbst behauptet, ein ernsthafter Modellbahner zu sein, muss es deshalb auch wirklich sein.
    (frei nach Blaukäfer)

  • Vielen Dank für die Infos!


    Das muss wirklich etwas außerordentliches sein und ich bin mir sicher, dass er das nicht mal für 100000 € hergeben würde.


    Und als Metapher akzeptiere ich das voll und ganz.

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    :)

  • Hallo Franz,


    natürlich kann man das so aufbauen, da muss man gar nicht "Andersgläubig" sein. :saint:

    In der Ausgangsfrage ging aber nicht um schwere Messingloks mit 10 Radsätzen zur Stromabnahme, die haben immer Kontakt, sondern um eine Feldbahn mit einer Stromabnahme wie bei TT oder N.


    Eventuell ist auch ein bei kleinen Spuren weit verbreiteter Fahrregler interessant?

    http://www.modellbahn.heisswolf.net/index.html


    Grüße


    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


    Mein Spur 0 Blog: 1durch45.de

  • Ich besitze den Heisswolf Regler (2000) für meine Z Fuhrpark. Die H0f Loks von Busch kann er auch bedienen, mit entsprechender Einstellung. Es ist nicht billig, aber jeden Cent Wert. Allerdings analog und ohne Sounds.

    LG Zoltan von der StEAG
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    :)

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