0m Weiche 1:5,5 von Schnellenkamp

  • nimmt man die kleinste Weiche aus der Zeichnungssammlung (60m Radius, Abzweig 1:6) und vergleicht den Längenbedarf für einen kompletten Spurwechsel bei 4,5m Gleisabstand mit den Schnellenkamp-Geometrie (45m Radius, 1:5,5) benötigt man in Spur 0 ziemlich genau 9,5 cm mehr. Das sollte man eigentlich auch als platzbegrenzter Modellbahner noch verschmerzen können.


    Die meisten Schmalspurbahnen haben mit der Verwendung aufgebockter Wagen (zumeist ab den 20ern) den Oberbau massiv verstärkt. Hier kamen dann gerne auch gebrauchte (zumeist abgefahrene) Schienen von Regelspurstrecken und zumeist gekürzte Regelspurschwellen zum Einsatz. Das macht auch Sinn, da man nicht nur den Regelspurwagen, sondern auch noch Rollböcke/Rollwagen nutzte, die den Oberbau natürlich zusätzlich belasteten.


    Mit 20cm Schwellen würde man bei Rollbock/Rollwagenbetrieb Probleme bekommen und ich habe solche schmale Schwellen auch noch nie gesehen ?? Was natürlich nicht heisst, das es das nicht gibt/gab. Die Schwellen der Weiche passen halt zum Flexgleis, über dessen aussehen des Schwellenrostes ja auch schon ausgiebig diskutiert wurde... .


    viele Grüße

    Karsten

  • Moin Otto,



    nunja, Straßenbahnen haben schon sehr lange die Ri 60 mit einer Fußbreite und einer Schienenhöhe von 180mm, das sind nunmal in 1:-45 4mm... da sehen Profile welche deutlich unter 3mm hoch sind eher unschön aus. Und wer Harz in Ep. IV baut braucht eben auch S49. Die Deutsche Bundesbahn hat ja ihr Schmalspurnetz Recht erfolgreich ausgeholzt, sonst hätte es dort auch die S49 gegeben.


    Und wie es an anderer Stelle geschrieben wurde, Fahrweg ist vielen recht egal, beim Fahrzeug müssen es dann aber 115% sein. Das passt auch nicht so ganz zusammen.


    Und wenn es denn passende Gleise gäbe, dann kann man da was machen. Und leider ist nicht jeder fachlich in der Lage eine Weiche selbst zu bauen. Zu diesen Zeitgenossen zähle ich leider (noch?). Habe zwar hier und da schon gefragt, ob mir das jemand beibringen kann, ich kann es aber von niemandem einfordern. Wenn der Modellbahner sagt, dass er dazu keine Zeit hat, dann muss ich das so hinnehmen.


    Aber falls es hier im Forjm jemanden gibt, der meint das er mir das beibringen möchte, ich lerne gerne dazu. Vorkenntnisse aus der Praxis (Gleisbau) bringe ich mit.


    Viele Grüße

    Sebastian Woelk

    § 13

    Vorfahrt

    [...]

    (6) Straßenbahnen ist in jedem Falle die Vorfahrt zu gewähren. Die Vorfahrt der Straßenbahnen untereinander regelt sich nach den Absätzen 1 bis 5.


    (DDR-)Verordnung über das Verhalten im Straßenverkehr (Straßenverkehrs-Ordnung – StVO –)
    vom 26. Mai 1977

  • Moin in die Runde,

    na wenn ich mir das hier alles so durchlese, habe ich das Gefühl, dass 0m in Mini-Großserie schon wieder vorbei ist, ehe sie so richtig angefangen hat. Die, die mit der Weiche hätten leben können (wie ich) wollen den Preis nicht zahlen, die, die den Preis ganz brauchbar finden, hätten aber gerne ne andere Weiche. Ich frage mich gerade, wieviele sich hier auf eine DampfLok (Dieselloks sind da noch vergleichsweise austauschbar) einigen können. Wie gut, dass ich da keinen Druck habe. Der Umstieg auf 0m rückt langsam in weite Ferne......


    meint ein noch desillusionierterer Volker

  • Zu den beiden letzten Posts kann ich nur eine allgemeine Weisheit kolportieren:

    "Wer will, findet Mittel, wer nicht will, findet Gründe."


    Von den Möglichkeiten, die sich einem Möchtegern-Nullemmer heute bieten, konnte ich vor 25 Jahren nicht mal träumen. Trotzdem gibt es die BAE heute mit neun Bahnhöfen und 70m Strecke und über sechzig selbstgebauten Weichen. "Ich kann keine Weiche bauen" sagte ich anfangs auch. Aber ich wollte unbedingt eine 0m-Anlage. Und wo ein Wille ist, ist bekanntlich auch ein Weg.

  • Moin,

    hinsichtlich der hier mehrfach kritisierten Preisfindung von Schnelli's 0m-Weiche (135) werfe ich mal den Preis der Lenz'schen Weichen (109) in den Ring. Da die Größe (LxBxH) der Weichen bei den Herstellungskosten keine großen Unterschiede ausmachen dürfte, finde ich den Preisunterschied zwischen Klein- und Großserie eher erstaunlich gering. Nun kann man natürlich sagen, dass die Lenz-Weichen zu teuer sind, z.B. im Vergleich zu den original Peco-Weichen. Trotzdem werden die Lenzen gekauft wie geschnittenes Brot.


    In der Frage der Vorbildtreue kann ich nur sagen, dass die Weichenform der 0m einen Kompromiss in vielerlei Hinsicht darstellt, genauso wie praktisch alle fertig kaufbaren Weichen, egal ob Voll- oder Schmalspur. Wer das nicht akzeptieren kann, muss sich seine konkrete Weichen selbst bauen oder zu professionellen Weichenbauern a la Weichen-Walter gehen.


    Viele Grüße,

    Johann

  • Wer das nicht akzeptieren kann, muss sich seine konkrete Weichen selbst bauen oder zu professionellen Weichenbauern a la Weichen-Walter gehen.

    .... oder sich Herzynia-Weichen nach Maß bestellen (ich kann vermitteln) und nenne per pm gerne Preise.

    Ansonsten stimme ich Johann vollumfänglich zu.


    Gruß


    Otto

  • Hallo zusammen,

    ...

    In der Frage der Vorbildtreue kann ich nur sagen, dass die Weichenform der 0m einen Kompromiss in vielerlei Hinsicht darstellt, genauso wie praktisch alle fertig kaufbaren Weichen, egal ob Voll- oder Schmalspur. Wer das nicht akzeptieren kann, muss sich seine konkrete Weichen selbst bauen oder zu professionellen Weichenbauern a la Weichen-Walter gehen.

    auch ich gehe Kompromisse ein.

    - weil ich es nicht besser weiß

    - weil ich es nicht besser kann


    Ich finde es toll, was derzeit in der 0m-Szene geschieht.

    Ich finde auch die Initiative von Schellenkamp bewundernswert. Auch den Preis finde ich gerechtfertigt.


    Jetzt das Aber.

    Technisch und optisch ist die Weiche sehr kompromissbehaftet, vergleichbar mit einem Fahrzeugmodell aus den 1930er Jahren.

    Jetzt stellen wir uns mal vor, wir haben die perfekte Weiche, eine perfekte Landschaft und da fährt ein Zug aus den 1930er Jahren drüber...

    Jetzt stellen wir uns mal vor, wir haben den perfekten Zug und der fährt über die üblichen Industriegleise.


    Während der Kompromiss aus dem ersten Szenario von wahrscheinlich 99,8 % als vollkommen unakzeptabel angesehen wird, ist das zweite Szenario Standard und wird wahrscheinlich von 96 % wohlwollend akzeptiert.


    Der kleine Prozentsatz, der gerne ein harmonisches Gesamtbild haben möchte, fällt hier nicht ins Gewicht,


    Ich finde es nur schade, dass bei einer Neuentwicklung eines Gleissystems nicht die technischen Möglichkeiten heutiger Zeit ausgenutzt werden, um auch die Minderheit derer mitzunehmen, die ein harmonisches Gesamtbild bevorzugen.


    Natürlich ist der Aufwand ein solches Modell herzustellen höher und das spiegelt sich dann auch im Verkaufspreis wider, aber den Verkaufspreis als K.O.-Kriterium anzugeben, ist eher scheinheilig. 0m ist eine Nische in der Nische und wer 0m macht, der macht es wohl auch bewusst und ist auch bereit 130 oder 150 Euro für eine Weiche auszugeben.

    Um Mitnahmekäufer anzusprechen, die mal eben 0m "ausprobieren" wollen, wären auch 130 Euro für eine einzige Weiche, die nicht unbedingt einen Bahnhof widerspiegelt, etwas zu viel.


    Ich denke, es ist eine vertane Chance.

    Der Markt ist klein und so wird es auf absehbare Zeit keine weitere Großserien-Weichen eines anderen Herstellers geben.


    Bei vielen Schmalspurern ist die Kompromissbereitschaft wahrscheinlich etwas niedriger als bei den Regelspurern, da sie sich in der Regel bewusster mit der Thematik auseinander setzen (siehe z.B. Karsten, Sebastian, Horst und mich).

    Wir werden also weiterhin unsere Weichen selbst bauen (müssen).



    Gruß

    Joachim

  • Hallo Joachim,

    keine Widerrede meinerseits, aber das so pauschal hinzuschreiben, mag ich nicht akzeptieren. Dass müsstest du schon mit Beispielen unterfüttern.


    Gruß


    Otto

  • Ich finde es nur schade, dass bei einer Neuentwicklung eines Gleissystems nicht die technischen Möglichkeiten heutiger Zeit ausgenutzt werden, um auch die Minderheit derer mitzunehmen, die ein harmonisches Gesamtbild bevorzugen.


    Natürlich ist der Aufwand ein solches Modell herzustellen höher und das spiegelt sich dann auch im Verkaufspreis wider, aber den Verkaufspreis als K.O.-Kriterium anzugeben, ist eher scheinheilig.

    Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Es ist nicht möglich, eine auch nur halbwegs mehrheitsfähige 0m-Weiche herzustellen, weil die möglichen Vorbilder - soweit überhaupt bekannt - viel zu verschieden sind. Dem Hersteller vorzuhalten, daß er nun gerade nicht die Weiche baut, die man selber haben möchte, geht daher in Leere. Wobei ich zugeben muß, daß ich mich gerade mit Deinen Beiträgen ohnehin ein wenig schwertue.


    Herbert

  • Hallo,


    die Geometrie der Weiche stört mich genauso wenig, wie die eingefrästen Backenschienen und die schlanken Schwellen. Wäre ein modellmäßiges Herzstück vorhanden, würde ich die Weichen auch kaufen. So bleibt mir nichts weiter übrig, als die Weichen selbst zu bauen. Das werde ich schon lernen. Verwenden werde ich dafür die 2,8mm hohen Gleisprofile von vorhandenem Pola-Gleis. Aus diesem Gleis habe ich mir auch schon einige Meter 0m-Gleis hergestellt. Das gekaufte Schnelligleis wird dort verlegt, wo man die Schwellen nicht sehen kann (Ladestraße, im Tunnel, im Schattenbahnhof).

    Vergleich Schnelli- umgebautes Polagleis:

    xscohvho.jpg


    Übrigens, das Schnelligleis lässt sich mit seinem Mittelsteg sehr gut verarbeiten, diese Lösung ist sehr gut.


    Mit freundlichen Grüßen

    Roland

  • die Geometrie der Weiche stört mich genauso wenig, wie die eingefrästen Backenschienen und die schlanken Schwellen. Wäre ein modellmäßiges Herzstück vorhanden, würde ich die Weichen auch kaufen.

    Hallo Roland, ich denke, das Herzstück ist modellmäßig. Was es nicht ist, ist vorbildmäßig. Beschreibe doch bitte mal, wie du dir ein vorbildmäßiges oder vorbildentsprechendes Herzstück vorstellst.

    Gruß


    otto

  • Das man nicht DIE Weiche für alle konstruieren kann, das ist ja nun hinlänglich diskutiert. Daraus aber zu schliessen, das man daher einfach ein komplettes Phantasieprodukt bauen sollte kann ich nicht nachvollziehen... .


    Genauso könnte man sagen, ich kann es mit Rollmaterial nicht jedem recht machen, daher reicht auch die Qualität einer Minex V22 vollkommen aus.


    Was mich an der Weiche maximal stört:

    - die komplett realitätsbefreite Schwellenlage: Hier geht es nicht um ein oder zwei mm sondern, das würde einfach statisch nicht funktionieren und springt jedenfalls uneingeschottert sofort massiv ins Auge.

    - die deutlich zu schmale Schwelle

    - der Radius von 45m


    was mich ein bischen stört:

    - das gegossene Herzstück (ja es ist nicht schön, aber gealtert fällt es nicht mehr so stark auf wie auf dem Bild).

    - eingefräste Backenschienen

    - kein eigenes Profil für die Zungen

    - die Ausführung der Radlenker


    was mich nicht so stört:

    - Abzweigwinkel

    - Preis

    - die Kleineisen sind schon stark vereinfacht.


    was ich gut finde:

    - Profil


    Alle diese Aussagen fussen nur auf das Bild ohne die Weiche in der Hand gehabt zu haben.


    Generell kann man zitieren, was ein recht aktiver User hier im Thread mal geschrieben hat: :-) und ich finde es passt recht gut hier zu der Weiche.


    "Schmalspur ist kein Ponyhof !!!"


    Ich ergänze mal: Weder für die Hersteller, noch für die Kunden.


    Wer Schmalspur macht, hat sich meistens damit abgefunden, das die Industrie seine Wünsche nicht erfüllen wird. Vieles entsteht aus Eigeninitiative oder aus Gruppenaktionen. Dieses muss einen bevor man mit Schmalspur anfängt bewusst sein. Das bedeutet, das man sich sehr intensiv mit der Materie auseinandersetzt. Mit dem steigenden Wissen entsteht dann, jedenfalls bei den Bastlern aus meinem Umfeld, auch ein steigendes Anspruchsdenken. Wenn ich mir schon die Mühe mache, etwas selber zu bauen, dann kann man es ja auch gleich "richtig" machen. Damit steigt aber auch gleichzeitig die Erwartungshaltung an Industriemodelle (es sei denn man betrachtet sie nur als Grundlage für Umbauten). Damit treffen Hersteller also auf ein Rudel von relativ qualitätsbewussten Kunden, die alle auch noch was anderes wollen... . Das macht es schwerer, Fahrzeuge oder auch Zubehör anzubieten, das bei allen Interesse findet. Allerdings kenne ich kaum Schmalspurer, die sich nur komplett einer Bahn verschrieben haben. Bei den meisten laufen Modelle unterschiedlichster Bahnen fröhlich durcheinander, hauptsache sie sind gut gemacht, oder es lässt sich was raus machen... .


    einen schönen Sonntag

    Karsten

  • Moin Joachim,

    Technisch und optisch ist die Weiche sehr kompromissbehaftet, vergleichbar mit einem Fahrzeugmodell aus den 1930er Jahren.

    Jetzt stellen wir uns mal vor, wir haben die perfekte Weiche, eine perfekte Landschaft und da fährt ein Zug aus den 1930er Jahren drüber...

    Jetzt stellen wir uns mal vor, wir haben den perfekten Zug und der fährt über die üblichen Industriegleise.

    echt jetzt, 30er Jahre? Das ist fast 100 Jahre her und Spur 0 sah damals eher so aus:


    Viele Grüße,

    Johann

  • Ckornels schreibt:

    Was mich an der Weiche maximal stört:

    - die komplett realitätsbefreite Schwellenlage: Hier geht es nicht um ein oder zwei mm sondern, das würde einfach statisch nicht funktionieren und springt jedenfalls uneingeschottert sofort massiv ins Auge.

    - der Radius von 45m

    - das gegossene Herzstück


    Dazu ein paar Kommentare:


    Der Schwellenabstand ist in der Tat groß. Der Fiffi mit 11t Achsdruck würde da Dellen reinfahren. Aber eine gewöhnliche Lok mit 8t Achsdruck, das würde schon gehen. Die parallele Schwellenlage bis durchs Herzstück hat es zwar gegeben (ich besitze solche Weichenpläne), aber eher ausnahmsweise. Was aber gar nicht geht, ist die letzte Schwelle mit Winkel. Da setzt das Vorbild zwei normale Schwellen, die mit den Enden aneinander vorbeistreichen. Abgesehen davon, dass so eine Knickschwelle in der Realität nicht herstellbar ist.


    Der Radius von 45m hat seinen Grund darin, dass Schnelli ja bekanntermaßen die Hohenlimburger Klb. im Visier hat, und mit seiner MV8 und seinen Rollwagen in Fabrikanschlüsse fahren will. Von daher absolut stimmig.


    Henkeweichen haben auch gegossene Herzstücke und viele H0-Weichen auch, das nun gerade jetzt zu bekritteln finde ich unnötig. Es wäre nur gut gewesen, man hätte dann auch die Möglichkeiten der Gusstechnik ausgenutzt: etwa eine gebolztes Herzstück imitiert mit der Platte drunter.


    Was ich schmerzlich vermisse, sind die Gleitplatten unter den Zungen. Das ist für einen Bastler, der seine Zungen aus gewöhnlichem Schienenprofil herstellt immer etwas schwierig, aber wenn man die Zunge extra gießt, wäre das ein Leichters gewesen.


    Trotzalledem: Es ist nicht zielführend, einem Pionier in die Kniekehlen zu treten. Baut eure Weichen selber, ich habe das jahrzehntelang auch getan, dann kann 0m aus der Ecke kommen.


    Gruß Otto

  • Hallo zusammen,


    auch wenn ich gar kein 0m für mich auf dem Schirm habe. Den letzten Abschnitt finde ich besonders wichtig:


    Es ist nicht zielführend, einem Pionier in die Kniekehlen zu treten.


    VG,

    Stefan


    PS: Weil jedem steht die Möglichkeit offen, es selbst zu machen wenn das Verfügbare nicht gefällt.

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