0m Weiche 1:5,5 von Schnellenkamp

  • Moin zusammen,


    sieht ja ganz schick aus, aber wieder nichts was an die S49 herankommt... :-( Hat denn keiner die Leute lieb die Ep. IV bauen? Da war S33 und vglb. Profile schon deutlich weniger verbreitet... :-(


    Viele Grüße

    Sebastian Woelk

    § 13

    Vorfahrt

    [...]

    (6) Straßenbahnen ist in jedem Falle die Vorfahrt zu gewähren. Die Vorfahrt der Straßenbahnen untereinander regelt sich nach den Absätzen 1 bis 5.


    (DDR-)Verordnung über das Verhalten im Straßenverkehr (Straßenverkehrs-Ordnung – StVO –)
    vom 26. Mai 1977

  • S 49 wurde auf Schmalspurbahnen erst nach 1949 verbaut, und zwar nur in einem Staat, dessen Rohstoffmangel so groß war, dass die Schulkinder gezwungen wurden, jedes Gramm Eisenschrott aufzusammeln und abzuliefern.

    Ansonsten waren S 24 und S 33 bis in die Gegenwart hinein die typischen Schienen der Schmalspurbahnen. Mit S 49 würde man die hauptbahnige Rhätische Bahn noch in den Schatten stellen.


    Jetzt stellen wir uns mal vor, Schnelli hätte die beiden Wünsche von Körni und Sebastian zugleich erhört und eine Weiche mit S49 Profil nach einem konkreten Vorbild herstellen lassen. Wem wurde das gefallen außer Sebastian?


    Gruß


    Otto

    Der zwar auch ein paar Verbesserungsvorschläge hätte, sich aber erstmal freut, dass es überhaupt eine 0m Weiche in Großserie gibt.

    In meinem heutigen Journal-Eintrag gehe ich noch detaillierter auf diese Frage ein.

  • Hallo,

    die Weiche ist toll ! Aber wenn ich auf den Preis schaue wird mir ganz schwindelig ?

    Für meine Baustelle werde ich zum Glück nur Weichen im Strassenplanum brauchen. Die werde ich mir selbst bauen.


    Gruß

    Hannes

  • Moin,

    ich will hier keine große Preisdebatte anfachen. Michael Schnellenkamp wird das gut durchgerechnet haben, aber 30% mehr als eine Lenzweiche, die doppelt so lang ist, dämpft dann meine Euphorie doch etwas. Schmale Spuren waren selten was für schmale Geldbeutel, das ist mir klar. Aber wenn ich zum Umspuren von 0e auf 0m mein Budget vervierfachen muss.... . viermal so gut wird das sicher nicht.


    meint ein etwas desillusionierter Volker

  • Hallo,


    ich weiss das bei vielen Modellbahnfreunden die Anforderungen an Masstäblichkeit unterhalb der Räder aufhören... . Ich habe immer wieder eine grandiose Karrikatur aus einer Modellbahnzeitschrift aus Mitte der 80er Jahre vor Augen: "Für mich als kompromissloser Modellbahner kommen nur unverkürzte Reisezeugwagen in Frage." Zwei dieser Wagen bildeten dann auf seinem Minioval einen rechten Winkel in der Kurve.


    Bei den Weichen finde ich das Gleisprofil und die Ausführung des Herzstücks durchaus ok. Für den EPIV Hauptbahnschmalspurer ist das Profil zu fein, aber für diese Klientel gibt es sehr brauchbare Weichen von Ferrosuisse, aber wenn diese etwas schweizerisch aussehen und man beruflich vielleicht schweizer Bankkonten verwalten muss... .


    Schaut man sich die technischen Daten dieser Weichen mal an, sieht man hier das optische Äquivalent eines 24cm Reisezugwagens. Schaut man sich die Schwellenlage an, hat dieser nur 5 Fenster... .


    Ich muss zugeben, ich bin seit frühester Jugend "vielleicht in den falschen Kreisen verkehrt" und wurde bereits frühzeitig indoktriniert. Wenn man sich das Angebot im H0 Schmalspurbereich anschaut, dann gibt es dort mind. 3 Grossserienhersteller von spielzeugartigen Weichen und keinen mit vorbildgetreuen. Es scheint der Bedarf für letztere offensichtlich zu klein zu sein. In H0e wurde eine brauchbare halbwegs orginalgetreue Weiche mit einem Abzweigradius von so rund 60m (Original) und einem Winkel von knapp 1:7 von vielen Leuten die ich kenne sehr schmerzlich vermisst. Man ist auch nach 30 Jahren immer noch auf den Selbstbau angewiesen. Nicht weil man es so toll findet, sondern weil die erhältlichen Grossserienprodukte schlicht keine Alternative darstellen. Im Regelspurbereich sieht das schon besser aus. Auch vor dem Weinert Gleis gab es Gleissysteme, die von auch anspruchsvolleren Modellbahnern gerne verwendet wurden, auch wenn es keine perfekten EW190 Weichen waren.


    Auf Pertinax gelötete Weichen sehen im Detail nicht besser aus, als eine Weiche mit detailierten Kleineisen im Spritzguss, aber eine halbwegs glaubhafte Geometrie ist mir persöhnlich wichtiger. Dieses ist zugegebenermassen hochgradig subjektiv.


    Man kann nun argumentieren, das industriel gefertigte Weichen präziser gefertigt werden können, als Weichen im Selbstbau und damit immerhin besser funktionieren würden. Meine Erfahrungen im H0e Bereich waren komplett andersherum. Die selbstgebauten Weichen funktionierten erheblich besser, als die Grossserienprodukte. Das lag aber daran, das die Industrieweichen nicht wirklich gut konstruiert waren. Ich habe für Hobbykollegen etliche Weichen in Bemogeometrie gebaut, da die Bemoweichen nach einiger Zeit technisch massive Probleme machten. Die Schnellenkamp Weichen sehen aber auf dem ersten Blick funktional recht solide aus, aber das kann sich erst im praktischen Einsatz zeigen.


    viele Grüße aus Braunschweig

    Karsten

  • Die Geschichte der deutschen Schmalspurweichen ist leider noch ein Desiderat der Forschung (wer Pläne von Meterspurweichen hat, darf sie gerne herzeigen), aber selbst bei besserer Datenlage wäre es wohl kaum möglich, ein mehrheitsfähiges Vorbild zu finden, dafür gab es bei uns zu viele. Eine maßstäbliche Weiche wäre dann vielleicht nur für eine Bahn maßstäblich, und es stellt sich immer noch die Frage, ob der Platz denn auch für einen maßstäblichen Bahnhof reicht. Nebenbei bemerkt ergeben sich bei Meterspur für dieselbe Weichenneigung größere Radien.

    Einige deutsche Meterspurbahnen hatten zum Beispiel Weichenneigungen von 1:7, und hier 1:5,5 zu verwenden erscheint mir noch als läßliche Sünden im Vergleich zu einer Weiche 1:6 in H0, wo die Abweichung vom Vorbild fast doppelt so groß ist.

    Im Übrigen habe ich tatsächlich mal mit eigenem Zollstock eine Weiche 1:5,5 aufgemessen mit 24 kg schweren Schienen, nur die Schwellenlage war etwas anders. Aber das war in der Schweiz.


    Herbert

  • Hallo zusammen,


    jeder Jeck ist anders.

    Den allermeisten reichen die Industriell gefertigten Weichen-Karikaturen aus.

    ...Hauptsache bei den Fahrzeugen ist alles zu 113 % stimmig!

    Meist sind es auch Platzgründe und/oder Unwissenheit, die den Griff zu den Weichen-Karikaturen rechtfertigen.


    Es hat ewig gedauert bis sich Hersteller in H0 an vorbildgerechten (Fertig-)Weichen versucht haben.


    Das wird in 1:45 nicht anders sein.

    Die Hersteller müssen Geld verdienen, um am Markt bestehen zu können.


    Hat man gewisse Ansprüche, kommt man um den Selbstbau nicht herum. Es gibt leider auch viel zu viele verschiedene Vorbilder, als dass man alle nachbilden bzw. anbieten könnte.

    Ab und an gibt es Einzel- oder Gruppeninitiativen, die Teile oder ganze Bausätze (oder sogar Fertigmodelle) für vorbildgerechte Gleise und Weichen anbieten (siehe in Spur Null z.B. Michael Weinert), aber um das selbst (Zusammen-)Bauen kommt man auch hier selten herum.


    Bei der Regelspur habe ich noch ein gewisses Verständnis dafür.

    Bei den schmalen Spuren jedoch weniger.

    Hier sollte es möglich sein zumindest einen gängigen Typ einer vorbildgerechten (deutschen) Weiche am Markt zu positionieren, der auch von der Masse angenommen wird.


    Eine vorbildgerechte Weiche rundet - im meinen Augen - das Gesamtbild einer Anlage ab.


    Die Weiche von Schnellenkamp soll damit in keinster Weise kritisiert werden.

    Es geht rein darum, aufzuzeigen, dass eine vorbildgerechte Weiche mehr Charme ausstrahlt.

    ...und hier eine große Chance vertan wurde.


    Ich selbst würde auch sehr viel lieber ein Fertigprodukt kaufen und einsetzen, als mich Stundenlang mit dem Selbstbau von Gleisen und Weichen zu beschäftigen. Zeit, die ich mit Fahren oder anderen Dingen verbringen könnte, aber ich habe - wie Karsten - den Anspruch, dass eine Weiche auch annähernd aussehen sollte wie eine Weiche und zu den darauf fahrenden Fahrzeugen passen sollte.


    Hier mal ein paar Bilder von Weichen, die aus der Not mit einfachsten Mitteln im Selbstbau (mit meinen beiden linken Händen und laienhaften Wissen) entstanden sind zum Vergleich mit der im ersten Beitrag gezeigte Schnellenkamp-Weiche um zu verdeutlichen, was ich meine.


    Ätzteile, die für den Bau einer Weiche nötig sind.


    4.jpg



    Der Herzstückbereich einer sächs. EW V-65-1:7 Gz (H) (im Bau, fast fertig)


    2017-11-10-06.png



    Hier etwas dichter schon mit Befestigungsschrauben aber noch ohne Schienenbefestigungen (dafür die Löcher) und Verschraubungen


    2017-11-10-09.png



    Der Zungenbereich (im Bau)


    2018-01-31-12.jpg



    Hier ein Bild eines ähnlichen Vorbildes


    2020-0-22-01.jpg



    Hier das Vorbild der Unterlagsplatten


    2020-08-22-02.png




    Gruß

    Joachim

  • Das ist genau das Problem. Eine mehrheitsfähige Schmalspurweiche gibt es nicht. Hier gibt es eben keine genormten Weichen, Jede Bahngeselschaft hat sich etwas eigenes gebaut. Aber alle Weichen die ich bisher ausgemessen habe hatten schlankere Geometrien und waren sich bei Abzweigradien und Abzweigwinkeln relativ ähnlich. Nur die Schwellenlage unterschied sich zumeist deutlich. Ich brauche aber auch kein genaues Modell einer Weiche, sondern wäre schon mit einer "typischen schlankeren Weiche" zufrieden, die man generisch bei den meisten Meterspurbahnen findet (also kein besonders enger Sonderflieger). Aber wie gesagt, im deutlich grösseren H0 Schmalspurmarkt hat auch niemand einen echten Markt für schlankere Schmalspurweichen entdeckt.


    Radien von 45m lassen sich mit aufgebockten Wagen nur sehr langsam befahren. Das hinderte aber einige Bahnen nicht daran, sowas trotzdem zu bauen. Bahnen mit Platzproblemen (z.B. in Plettenberg) haben auch sehr enge Weichen verbaut. Ich habe aber davon leider keine Pläne. Ich kann mir auch gut vorstellen, das man bei der Hohenlimburger Kleinbahn zu engeren Weichen greifen musste. Für die Bahnen die mich interessieren passt es halt nicht,


    Ich habe in H0e auch mit Industrieweichen angefangen zu bauen (zuerst Roco, dann Bemo). Man ist einfach an die kurze Optik gewöhnt. Hat man dann aber mal etwas vobildähnlicheres verbaut, kann man sich auch sehr schnell daran gewöhnen... .


    Wäre eine Lok 10-15% kürzer, würde das der durchschnittliche Spur 0er auch bemängeln (oder sich wie bei LGB fühlen)... . Bei dem Gleismaterial zeigt man sich halt komischerweise kompromissbereiter... .


    joachim: Sei nicht so bescheiden :-). Die Weiche sieht toll aus... .


    viele Grüße

    Karsten

  • Hallo Herbert,


    ich hätte im Angebot Zeichnungen der Lenz-Normalien für 1000mm Weichen 1:7, 75 m Radius mit Profil 15a und 20c Bauart 1912. (EW, DW, EKW und DKW)

    Ich habe irgendwo auch einen Plan von einer HSB-Weiche (Radius 100 m), weiß aber gerade nicht wo.


    Die einfachen Weichen (Lenz und HSB) liegen - glaube ich - auch als CAD-Zeichnungen auf meinem PC.


    Die HSB und das Weichenwerk Witten geben auch - auf Nachfrage - die ihnen vorliegenden Pläne zum Selbstkostenpreis ab.


    Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!



    Gruß

    Joachim

  • Hallo,


    ich habe nichts gegen maßstäbliche Weichen. Diese kann man aber nur einbauen, wenn dann auch der erforderliche Platz für einen Bahnhof mit dazu passenden Gleislängen vorhanden ist. Und diesen Platz dürften die wenigsten Modellbahner haben. Ein Serienhersteller muss das berücksichtigen, wenn er auch was verkaufen möchte.

    Wichtig ist für mich, dass die Optik stimmt, dass eben eine Weiche der Eisenbahn auch so aussieht, wie ein Weiche der Eisenbahn. Und da gefällt mir das Herzstück der vorgestellten Weiche nicht. Weichen mit solchen gegossenen (Straßenbahn-)herzstücken habe ich schon in N nicht verwendet, werde dass natürlich dann in 0 auch nicht machen.


    Frage an Joachim und Herbert:

    Geben eure Zeichnungen auch die Maße der Schwellen her? Mir erscheinen die Schwellen etwas zu zierlich, wenn ich mir Bilder der Gleise der Harzquerbahn anschaue.


    Mit freundlichen Grüßen

    Roland

  • Für Schmalspurschwellen gibt es keine wirklich Norm, allerdings werden zumeist gekürzte Regelspurschwellen und bei einigen Bahnen, wie z.B. bei der NWE, auch Stahlschwellen verwendet.


    Die Standardmasse sind dort zumeist 160mmx260mm für den Querschnitt. Einige Staatsbahnen hatten allerdings auch anfangs etwas kleinere Querschnitte (Baden z.B. mit 150x240mm Querschnitt).


    Wer eine Sammlung schöner Weichenzeichnungen sucht der kann hier fündig werden... .

    http://www.laenderbahn-forum.d…oberbaukatalog_JoSch.html

  • Von meinem Vorbild, der Mittelbadischen Eisenbahn, habe ich selbstverständlich auch keine Weichenzeichnungen, Im alten "Menges" gibt es Gleispläne, aber zumeist unmaßstäbliche. Einige sind dann aber doch maßstäblich, wenn auch ziemlich klein wiedergegeben. Immerhin ergab deren Auswertung, daß die Weichen in diesen Bahnhöfen nicht schlanker als etwa 1:6 gewesen sein können. Ich sah mich daher autorisiert, Weichen 1:5,5 zu bauen.

    Bei der Zeichnung der Weiche 1:7 sind leider nicht alle Schwellen gleich groß gezeichnet, aber es ergibt sich im Durchschnitt um die 20 cm. die der Schnellenkamp-Weiche dürften auch so etwa diese Größe haben.

    Im Übrigen sollten wir aus den heute vorhandenen Schmalspurweichen nicht auf die früherer Epochen schließen.


    Herbert

  • Hallo Herbert und Kcornels,


    danke für die Info zu den Schwellenmaßen. Die Schwellen des Schnelligleises sind umgerechnet 202,5mm breit, wären also für eine Schmalspurbahn ausreichend. Auf der Harzquerbahn scheint man aber wegen der schweren Loks und dem Rollwagenverkehr Regelspurschwellen verarbeitet zu haben. Ist also beides möglich, könnte man sogar mischen. Habe ich mein Polagleis nicht umsonst "umgenagelt".;)


    Mit freundlichen Grüßen

    Roland

  • Leider liest man in Kleinbahnbüchern eher selten etwas über den Oberbau, und wenn, dann hauptsächlich über die verwendeten Schienen. In der zeitgenössischen technischen Literatur ist man auch nicht immer gesprächig. Gerade liegt aber ein Ordner über österreichische (und ehemals österreichische) Schmalspurbahnen auf meinem Schreibtisch, Da finden wir:

    Innsbrucker Mittelgebirgsbahn: Schwellen 1,8m lang, oben 16 und unten18 cm breit, 14 cm hoch

    Dermulo-Fondo-Mendel: Lärchenschwellen 1,8m lang, oben 14 und unten 20 cm breit

    Rittnerbahn: Lärchenschwellen 1,8m lang, 20 cm breit.

    Das sind nun allerdings die ursprünglich eingebauten, und das schließt nicht aus, daß später größere verlegt wurden.


    Herbert

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