Licht-Gleissperrsignale richtig platzieren

  • Moin liebes Forum,


    ich möchte gerne zwei Stumpfgleise jeweils mit einem kurzen Licht-Gleissperrsignal (Schnellenkamp) absichern.

    Gleisplan anbei.


    Wo ist die richtige Position der Signale und in welche Richtung zeigen die Signale?


    a) wenn ins Stumpfgleis eingefahren wird?


    b) wenn das Stumpfgleis verlassen wird?


    Hinweis: auf der Gleisseite auf denen die Pfeile auf das Gleis zeigen, ist eine lange Ladestrasse.


    Danke für sachdienliche Hinweise. Wünsche allen noch einen schönen warmen Rest-Sonntag. :)


    Gruß Stefan

  • Hallo peschersurfer,


    leider hast Du keine Angaben gemacht, welche Bahngesellschaft und welchen Zeitraum Du nachbilden willst. Da Du Dich für die Zwerg-Lichtsperrsignale von Schnellenkamp entschieden hast, wirst Du die Bundesbahn als Vorbild gewählt haben.


    Da entlang des oberen Gleises eine Ladestraße angeordnet ist, handelt es sich bei diesem Gleis nicht um ein Hauptgleis, sondern nur um ein Nebengleis. Züge von der freien Strecke und aus dem Bahnhof auf die freie Strecke verkehren im Bahnhof nur in Hauptgleisen. Dein Bahnhof hat nur ein Hauptgleis, das Ladestraßengleis und die beiden Stümpfe sind Nebengleise.


    Kommen wir nun zur Absicherung der Gleise. Eigentlich werden mit Gleissperrsignalen keine Gleise abgesichert, sondern Zugfahrten. Und die Zugfahrten durch das untere Gleis sind durch die Flankenschutzweichen in gerader Stellung optimal geschützt. Folglich wären in diesem Bahnhof am Ladestraßengleis und an den Stumpfgleisen keine Gleissperrsignale erforderlich, die Weichen reichen als Flankenschutz.


    Einen Aspekt solltest Du weiterhin bedenken: niedrige Lichtsperrsignale (auch Schotterzwerge genannt) sind erst mit der Stellwerksbauform SpDr S/L 60 eingeführt worden. Diese Stellwerksbauform hat Rangierstraßen, die es vorher nicht gab, und Zugfahrstraße und Rangierstraßen werden abschnittsweise nach Durchfahren der Abschnitte aufgelöst. Um eben diese Abschnitte dann für andere Fahrten nutzen zu können, wurden diese Schotterzwerge aufgestellt, teilweise an jeder Weiche. Deswegen kommt es an großen Bahnhöfen mit vielen Fahrmöglichkeiten und der Erfordernis, die eingestellten Fahrstraßen schnell wieder freizugeben, zum Einsatz von vielen Schotterzwergen. An kleinen oder mittleren Bahnhöfen sind die Fahrstraßenabschnitte größer gewählt, wenn der Fahrplan nicht so eine dichte Zugfolge oder keine kreuzenden Fahrstraßen vorsah. Dort sind dann trotz der gleichen Stellwerksbauform wenige bis keine Schotterzwerge zu finden. Auf Nebenbahnen oder bei einfachen Verhältnissen wie bei Deinem Bahnhof wurden diese dann überhaupt nicht eingebaut.


    Auch wenn keine Sperrsignale im Bahnhof sind, kann rangiert werden - ich echt sprechen die beteiligten Eisenbahner (Lokführer, Stellwerker, damals auch der Rangierleiter (den gibt es heute nicht mehr)) einfach mehr miteinander.


    Empfehlung für Dich: Lass sie weg, die Schotterzwerge (und spare Dir das Geld!)!


    Freundlicher Gruß

    EsPe


    P.S.: Sorry, wenn das nicht Deinen Vorstellungen entspricht, aber Du wolltest wissen, wo die richtige Position der Zwerge sei....

    Nur weil ich den einen oder anderen Fehler an manch einem Modell zwar bedauere und gelegentlich kritisiere, aber mich dennoch über perfekte Fahreigenschaften usw. und einen gelungenen Gesamteindruck freue, bin ich noch längst kein Spielbahner (was übrigens abwertend klingt).


    Und nicht jeder, der von sich selbst behauptet, ein ernsthafter Modellbahner zu sein, muss es deshalb auch wirklich sein.
    (frei nach Blaukäfer)

  • Hallo,


    ich habe ein ähnliches Gleisbild wie Stefan. mit dem Unterschied, das hier ein Endbahnhof dargestellt wird und das "Hauptgleis" hier im Bild rechts ebenfalls an einem Prellbock endet.


    Wie ist hier die Signallage?


    Vielen Dank im Voraus.

    Grüße aus Regensburg


    Heinz ;)

    Edited once, last by Heinz Becke: wichtige Ergänzung. ().

  • Mahlzeit zusammen,



    während eines längeren Telefonates mit einer Vereinskollegin hatte ich den Beitragsfaden jetzt angeschaut und mittlerweile 5x durchgelesen. Irgendwie kam ich nicht dazu meine Antwort zu formulieren... Daher noch schnell ein paar kurze Worte bevor es ins Nest geht... Die Worte von EsPe sind sehr gute Worte, denen kann ich fast ausnahmslos beipflichten.


    Aber was Du sicherlich in erster Linie wissen wolltest...


    Signale stehen in Deutschland i.d.R. rechts vom Gleis. Mit einfachen Worten versuche ich mal einen Grundsatz zu erklären. Das Einfahrsignal eines Bahnhofes steht vor dem Bahnhof bzw. exakt an der Grenze zwischen Bahnhof und freier Strecke. Ich sehe immer mal wieder Bilder von Modellbahnanlagen, da stellen Modellbahner die "Einfahrsignale" an den Gleisanfang im Bahnhof. Der Zug könnte also auf die Weiche fahren und muss dann warten bis das Einfahrsignal ihm die Einfahrt in das Gleis erlaubt. Den Blödfug an dieser Bauweise erkennt sicherlich jeder... Es macht ja keinen Sinn mit 700m bunter Wand (Containerzug) eine ganze Weichenstraße zu blockieren bis der Fdl soweit ist. Es macht mehr Sinn, den Zug vor den Weichen stehen zu lassen. Um zu Deinen beiden Fragen zu kommen, perschersurfer:


    a) garnicht! Siehe obige Ausführungen zum Einfahrsignal eines Bahnhofes... Die Einfahrt in ein Gleis wird nicht mit einem Signal abgesichert. Dies ist leider ein weit verbreiteter Irrglaube unter vielen Modellbahnern. Keine Ahnung wo der herkommt, keine Ahnung wer den immer wieder anfeuert. Habe auf einer Modellbahnausstellung vor ca. 10 Jahren auch mal ein Gespräch eines älteren Modellbahners mit einem Jugendlichen mithören müssen. Der ältere und ach so erfahrene Herr meinte zu dem Jugendlichen das die Kinder das System Eisenbahn ja garnicht verstanden hätten, sie lesen ja auch nicht mehr nach. Sie wollen immer gleich drauf los bauen. Er müsse beim Anlagenbau darauf achten, jedes einzelne Gleis müsse mit einem Einfahr- und einem Ausfahrsignal bestückt werden. Und das logischerweise in beide Richtungen. Im Vorbeigehen habe ich dann nur gesagt er solle dem Kind nicht so einen Müll erzählen. Mit solchen Aussagen treibt er die Jugend ja grad weg von dem Hobby weil die es sich nicht mehr leisten können.


    b) Für diesen Fall habe ich mal mögliche Signalstandorte auf Deiner Zeichnung markiert.



    Bitte beachte die Worte von EsPe, Du musst nicht jeden Standort nehmen. Die Weiche bietet einen Flankenschutz für das durchgehende Hauptgleis. Es kann aber durchaus erforderlich sein, dass in das "Überholgleis" einfahrende Rangierabteilungen gesichert werden müssen vor Rangierabteilungen welche im Stumpfgleis stehen. Wenn Du dann aus dem Überholgleis/in das Überholgleis auch auf Hauptsignal ein- oder ausfahren möchtest dann musst Du Mangels Flankenschutz sogar Gleissperren in den Stumpfgleisen vorsehen. Wie EsPe geschrieben hat werden Zugfahrstraßen abgesichert. Rangierstraßen selbst werden sehr sehr selten gegeneinander abgesichert. Ich würde die beiden mittleren Signale verwenden, die Stumpfgleise ohne Signale lassen. Dann hättest Du folgende mögliche Konstellationen. Die Signale erlauben ein herausrangieren aus dem Ladegleis, Die Signale zum Wenden und zur Rückfahrt in das durchgehende Hauptgleis habe ich nicht mit eingezeichnet. Der Weichenwärter kann dann an den Ls auch eine Kennlichtschaltung vornehmen, dann kann der Tf mit seiner Lok theoretisch von Gleisabschluss bis Gleisabschluss hin- und herpendeln. Kennlicht bedeutet, nur das obere weiße Licht des Signalbildes Sh1 ist eingeschaltet und sagt aus, das Signal ist betrieblich abgeschaltet. Es kann also so behandelt werden als wenn es nicht da wäre. Aus meiner ersten Aussage, Signale stehen (in Dtl.) rechts, sollte sich ergeben wie Du sie aufzustellen hast damit sie auch für den Tf sichtbar sind. Ich kenne aus meiner Praxis als Tf (fast 17 Jahre im Job) keinen einzigen Fall in dem ein Lichtsperrsignal links steht. Hauptsignale (ESig, ASig etc.) kenne ich unendlich viele Fälle bei denen diese links aufgestellt sind. Selbst die Regelung das es ein Gleis weiter rechts aufgestellt sein darf, kenne ich.


    Auch kenne ich Hauptsignale welche in den Streckenbüchern extra erwähnt sind, dass diese für Rangierfahrten nicht gültig sind. Denn das Hauptsignal steht am Streckengleis, ist das Einfahrsignal eines Bahnhofes und bereits davor schwenkt zum Beispiel die Zufahrt aus dem Bw neben das Streckengleis ein. Eine aus dem Bw in den Bahnhof fahrende Lok befindet sich ja quasi im Bahnhof und nicht auf der freien Strecke. Diesen Fall gibt es in Weimar im historischen BW des TEV, da habe ich mal meine Az-Lok versteckt. Auch im Verbindungsgleis (Gleis 60) Karlsruhe Gbf - Karlsruhe Hbf gibt es diese Situation, das Signal A352 gilt nicht für Rangierfahrten aus dem Gbf in den Hbf, denn es ist das ESig am Gegengleis (südlich) aus Richtung Karlsruhe-Durlach.


    Folgend mal 3 Bilder zur Erklärung der Situation...



    Zu sehen ist die Trennung der La-Strecke 2 (Mannheim - Basel) nördlich des Karlsruher Hauptbahnhofes von den 4 Gleisen in Richtung Karlsruhe-Durlach. Die beiden mittleren Gleise sind die La-Strecke 244 (Bruchsal - Karlsruhe Hbf - Ettlingen West - Rastatt) und die beiden unteren Gleise sind die La-Strecke 9 (Karlsruhe Hbf - Pforzheim Hbf - Mühlacker). Die Strecken 9 und 244 verlaufen bis Karlsruhe-Durlach (RKDU) im wesentlichen nebeneinander und trennen sich dort. Gleise 1 und 2 sind die durchgehenden Hauptgleise der Strecke in Richtung Mühlacker, Gleise 5 und 6 sind die durchgehenden Hauptgleise in Richtung Bruchsal. Die Strecke 9 liegt südlich der Strecke 244... Daher ist übrigens auch das Umleiten unter erleichterten Bedingunen gem. StreBu zugelassen.


    Auch zu sehen ist der Beginn des Gleises 60 welches um den Umschlagbahnhof herumführt.



    Fortführung des Gleises 60 bis Karlsruhe Hbf (RK)...



    ESig A352 am Gegengleis der La-Strecke 9, vorschriftsmäßig steht dieses ESig als Signal am Gleis entgegen der gewöhnlichen Fahrtrichtung links vom Gleis. noch weiter links dann das Verbindungsgleis 60. Da sich beide Gleise an dieser Stelle nahezu auf der gleichen Höhe befinden, könnte A352 irrtümlich im Gleis 60 als gültig für dieses Gleis aufgefasst werden. Daher wird auf diesen Umstand im StreBu hingewiesen. Und da lesen ja heutzutage durchaus nicht mehr modern ist, siehe meine obigen Ausführungen zum Vorwurf des älteren Herren auf der Modellbahnausstellung, gibt es Arbeitszugführer welche scheinbar noch nie in ein StreBu geschaut haben. Jedenfalls hatte ich schon oft genug bei Rgd-Az das Vergnügen das mir Azf die den Luftbremskopf nicht brauchten, auf dem Weg in den Hbf, mich vor dem Signal haben halten lassen. Meist frage ich dann auf was wir warten, dann kommt die Aussage dass A352 Halt zeigt. Dann frage ich ob vor uns was im Gleis ist und was das nächste Signal zeigt. Kommt dann "nichts und Sh1" sage ich dann Bescheid das er sich mal umschauen sollte, vielleicht findet er ja noch ein Gleis wo das Signal hingehören könnte. Aber es wird ganz großkotzig gesagt das man sich überall auskenne...


    Bei Fragen zum Thema wo man am besten eine Signalisierung aufstellt darf man mich auch gerne, so man Angst hat vor Reaktionen wie "Du doof?" per PN ansprechen, ich behaupte mal, als aktiver Triebfahrzeugführer/Lokomotivführer/Eisenbahnfahrzeugführer sollte ich sowas wissen, unter Umständen kann ich auch mit Kuriositäten oder Praxisbeispielen helfen.




    Viele Grüße

    Sebastian Woelk

  • Hallo Stefan,


    ich schließe mich der Meinung von EsPe und Sebastian an, weil:

    Sperrsignale bei Spurplanstellwerken eigentlich nur dort stehen, wo kein Flankenschutz vorhanden ist.

    In deinem Gleisplan stellen die Weichen den Flankenschutz sicher - keine schönen Sperrsignale nötig. ;(

    Würden die Stumpfgleise links und rechts fehlen könntest du Sperrsignale in Richtung Streckengleis aufstellen.


    Wäre das jetzt eine Privatbahn oder eine Anschlussbahn in einem Betrieb könnte das aus was für Gründen auch immer natürlich ganz anders aussehen.

    Auch wenn das Rübengleis eine richtiges Kreuzungsgleis mit Rückfallweichen wäre könnte man (hohe) Sperrsignale einbauen, aber das ist eine ganz andere spannende Geschichte. :)


    Grüße


    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


    Mein Spur 0 Blog: 1durch45.de

  • Hallo H3x,


    soweit alle richtig.

    Folgende Aussage ist jedoch nicht ganz richtig:


    Sperrsignale bei Spurplanstellwerken eigentlich nur dort stehen, wo kein Flankenschutz vorhanden ist.

    Die stehen durchaus auch an ganz vielen anderen Stellen, auch wenn Flankenschutz gegeben ist.

    Z.b. vor einer Gleissperre. Sinn war hier ja, die Kommunikation für die Zustimmung zur Fahrt zu vereinfachen.


    Es gibt somit ein Muss..da wo die Sperrsignale stehen müssen und ein Kann...Wobei man noch erwähnen muss, das ein niedrigstehendes Sperrsignal alleine nie für den Flankenschutz erlaubt ist. Dazu braucht es noch weitere Maßnahmen wir z.b. Rangierverbot, oder 2 Sperrsignale, Durchrutschwege etc....


    In diesem Fall, da keine Zugfahrten in die Rübenverladung einfahren, sind als Muss gar keine Sperrsignale nötig.

    Als Kann wären aber auch 6 möglich. (Noch 2 nach den Einfahrweichen) Um nach dem Beenden der Zugfahrt im Hauptgleis und dem Rangieren über die Weichen für den Fahrtrichtungswechsel ein Signal zu haben.


    Aber Du hast ja den Begriff "eigentlich" verwendet. Der passt bei der Bahn auch immer... :-)


    Gruß Patrick

  • Guten Morgen zusammen,



    bevor meine Worte jetzt falsch verstanden werden... Du solltest zunächst definieren, was für einen Bahnhof willst Du und die Gleise definieren. Nach Deiner Skizze hättest Du ein durchgehendes Hauptgleis und 3 Nebengleise, eines davon beidseitig angebunden und 2 Stumpfgleise. Dann muss Dir klar sein, wie stellst Du Dir vor, dass das beidseitig angebundene Gleis abgesichert ist. Wie soll die Zustimmung zum Rangieren erfolgen. Komolett ohne Signale bedeutet im durchgehenden Hauptgleis Handweichen mit Verschluss, im Ladegleis ebenso, der Schlüssel wird freigegeben. Sobald der Schlüssel freigegeben ist, kann der Fdl weder eine Ausfahrt noch eine Einfahrt auf Hauptsignal zulassen. Baust Du nur eine Trapeztafel auf könnte er zwar technisch eine Einfahrt zulassen, er darf es aber nicht. Eventuell wäre technisch unterbunden, dass er der rückgelegenen Zugmeldestelle eine Zustimmung geben kann.


    Es hieße für Dich, Handweichen darstellen, aber zwingend mit Grundstellung. Baust Du aber am beidseitig angebundenen Gleis die beiden Signale kannst Du auch 4 ferngestellte Weichen vorsehen. Dazu ESig/ASig für durchgehendes Hauptgleis - dann kann mit Rangierstraßen und mit Kennlichtschaltung gearbeitet werden. Zu den beiden Ls am Umfahrgleis wären noch 2 Wende-Ls je vor der Weichensoitze im durchgehenden Hauptgleis sinnvoll.


    Viele Grüße

    Sebasian Woelk

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