Kann aus einem HO Modell ein Spur 0 Modell im 3D-Druck entstehen.

  • Guten Morgen!


    Also pauschal geantwortet : ja.


    Es muss einem aber auch klar sein, dass es eben Material Mindestmaße gibt.

    Bedeutete, dass in 1:87 filigrane Details eben so "dick" angelegt werden, dass diese eben noch gefertigt werden können.


    Skaliert man nun auf 1:45 hoch, fallen diese Details eben relativ klobig aus, weil diese in 1:87 eben eigentlich zu groß waren.


    Auch sind viele Wandstärken dann vermutlich zu stark.


    Daher sollte ein Modell immer auf den Maßstab hin entwickelt werden.

    Mit entsprechendem Aufwand ließe sich aber eine H0 Konstruktion aufarbeiten.


    Also ja, es geht, aber es wird wohl an vielen Stellen nicht ganz so gut wirken, wie es könnte.


    Grüße

    Chris

  • Wie Chris schon schrieb, im Prinzip ja.


    Ich habe das mit dem Bahnhofsgebäude "Surava" der RhB ab 1987 gemacht, das ich als H0-Bausatz vorliegen hatte.

    Zeichnung auf 1:45 skaliert ergab dann auf einmal Sparren, die von dem Abmessungen her Pfetten hätten sein können.


    Das hat dann dazu geführt, dass ich im Januar 1987 mal eben für zwei Nächte nach Filisur gefahren bin und mir am Bahnhofsgebäude Surava die Maße soweit möglich abgenommen habe. Mit diesen zusätzlichen Informationen konnte ich dann das Gebäude erstellen.


    Ich kenne einen 3D-Druck-Konstrukteur, der sich damit rühmt, in 1:1 zu konstruieren und dann auf 1:45 runter zu skalieren.

    Das ist aber auch nicht zweckmäßig, da dann häufig Materialstärken rauskommen, die nicht mehr druckbar sind.

    Ein mir bekannter 3D Drucker, der diese Dateien schon öfters drucken durfte, sprach davon, immer noch reichlich Nacharbeit zu haben.

  • Hallo Josef,


    den magischen 3D-Kopierer gibt es nicht wirklich. Man braucht eine Druckvorlage, also eine Datei, die man ausdrucken kann.

    Hat man ein 3D-CAD-Modell (Zeichnung) kann man es auf jeden Maßstab skalieren, von Sub-Atomar bis Interstellar.^^

    Wenn man ein H0-Modell hochskaliert sieht es aus wie ein zu großes H0-Modell. Du könntest mal ein Foto im Maßstab 0 skaliert ausdrucken und dann überlegen, ob es sich lohnt. Es fehlen Details, die Wände sind viel zu dick an den Fenstern usw.

    Man kann auch einen 3D-Scan erzeugen und skalieren. Ein Scan ist aber immer unscharf und fehlerhaft, glatte Flächen werden leicht verbeult, Winkel stimmen nur fast. Das zu korrigieren ist fast der gleiche Aufwand wie es gleich richtig zu zeichnen.

    Ob das rechtlich zulässig ist? 5 Experten, 7 Meinungen.

    Hast du ein 3D-Modell? Willst du die Lok im CAD nachbauen? Oder einscannen? Je nach Vorgehen ist das erlaubt oder auch nicht.

    Zu den Kosten:

    Kannst du selbst Zeichnen? Dann würde ich mit <1000€ für den 3D-Druck der fertigen Lok rechnen.

    Scannen + nacharbeiten: +1000-2000€

    Zeichnen lassen von Profis: ab 25.000€

    Zeichnen lassen vom Kumpel: 0€ und einen Freund weniger ;)


    Die kleine Lok kann man doch probieren aus Kunststoff zu bauen, das kostet fast nichts.8)


    Grüße


    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


    Mein Spur 0 Blog: 1durch45.de

  • Hallo RSE-Bahner,

    Kann aus dem H0 Modell der E 11 der Salzburger Lokalbahn von Halling durch Größenanpassung im 3D-Druckverfahren ein Modell im Maßstab 0 entstehen?

    Was möchtest Du anpassen? Das im Bild gezeigte Modell? Eine 3D-Druck-Datei (STL)? Oder eine 3D-Konstruktionszeichnung? Diese Differnezierung geht aus Deiner Frage nicht hervor, es ist also nicht klar, was bei Dir vorliegt.


    Fangen wir mal hinten an:

    Wenn Dir die 3D-Konstruktionszeichnung, dann kann diese durchaus in einem geeigneten Programm auf das richtige Maß für Spur 0 gebracht werden. Aber wie schon von den Vorschreibern erwähnt, dürfte eine H0-Konstruktion deutlichen Überarbeitungsbedarf aufweisen, da die Wandstärken und die Detailgenauigkeit für H0 ausgelegt sein dürfte und diese Details dann in Spur 0 nach einer Skalierung zu dick und zu groß wirken. Also eine vorhandene Zeichnung kann vergrößert werden, muss danach aber überarbeitet werden.


    Wenn Dir die 3D-Druck-Datei im STL-Format vorliegt, dann kannst Du diese im Slicer-Programm (bereitet die STL-Datei für den Drucker vor und macht aus der STL-Datei ein Script mit direkten Druckeranweisungen, also wie sich der Drucker zu bewegen und was er dabei zu tun hat. In diesem Slicer ist eine Skalierung von H0 auf 0 mit wenigen Mausklicks erledigt, aber das dann hat man wieder das gleiche Problem wie im vorigen Absatz, die Wandstärken werden größer und auch die Details werden nur vergrößert, ohne feiner zu werden, aus kleinen Nieten werden grobe Pickel. Eine STL-Datei lässt sich nur in wenigen 3D-Konstruktionsprogrammen einlesen und weiterverarbeiten, sie muss in der Regel zurück in eine Konstruktionszeichnung gewandelt werden, was meistens aufwändig ist.


    Wenn Dir das H0-Modell vorliegt, dann gibt es mehrere Möglichkeiten des Umgangs damit: Einscannen oder Ausmessen und neu zeichnen.


    Einscannen: Man kann heute sogenannte 3D-Drucker nutzen, um vorhandene Modelle einzuscannen und dann mit den Daten weiter zu arbeiten. 3D-Scanner liefern eine sogenannte Datenwolke und keine Datei, die sofort weiter verarbeitet werden kann. Datenwolke deswegen, weil der Scanner einzelne Punkte im 3dimensionalen Raum vermisst und diese 3D-Koordinaten abspeichert. Danach ist eine Software erforderlich, die diese Punkte logisch (und richtig) miteinander verbindet und aus diesen Daten dann Flächen und sonstige Informationen in eine 3D-Datei hineinrechnet. Das liest sich kompliziert und ist nicht sehr einfach. Die 3D-Scanner, die für den Heimgebrauch geeignet sind und die ich kenne, liefern Datenwolken mit vielen Fehlern und die mitgelieferte Software brachte keine überzeugenden Ergebnisse, zumindest nicht bei Modellbahnbauteilen und -fahrzeugen. Professionelle Scanner sind da besser, aber wer hat schon Zugriff auf diese Geräte? Aber mittlerweile gibt es in vielen Städten Dienstleister, bei denen man sich einscannen lassen kann und einen Ausdruck von sich in verschiedenen Maßstäben erhält. Aber ob deren Scanner für so kleine Objekte wie eine H0-Lok geeignet sind? Ich denke nicht, aber ein Versuch mach klug....


    Die andere Methode wäre das Ausmessen und Neuzeichnen. Dazu benötigt man neben der 3D-Konstruktionssoftware einen gute Messschieber ("Schieblehre") und los geht es. Bei so einem einfachen Modell wie die gezeigte Lok ist das relativ schnell gemacht, habe das selber schon mit Bauteilen wie bspw. der elektrischen Lenz-Kupplung der V36 gemacht. Ich selber würde das Neuzeichnen gerade bei so einem einfachen Modell wie dieser Lok immer einem Scann vorziehen.


    Ist das rechtlich zulässig?


    Wenn Du die 3D-Datei legal erworben hast, dann hast Du auch Rechte an dieser Datei eingeräumt bekommen. Daraus geht hervor, ob und wie Du diese Datei für Deine Zwecke nutzen kannst.


    Ein Einscannen ist für private Zwecke immer zulässig. Wenn ein Modell mit einem Gebrauchsmusterschutz versehen ist, kann es hier Einschränkungen geben.


    Kurz gesagt, für privat geht viel, aber wenn daraus ein Modell zum Verkauf entstehen soll, dann sollte das mit dem Ersteller der Datei oder des Modells vorher besprochen werden.


    Anders sieht es bei einer Neuzeichnung aus. Hier entsteht ein neues Werk mit eigenen Rechten. Wenn diese eigene Datei gewerblich genutzt werden soll, dann sollte man kein Modell eines anderen Herstellers vermessen und neu Zeichnen, sondern die Vorbildunterlagen nutzen, um nicht angreifbar zu sein. Beim Ausmessen eines vorhandenen Modells und Nachdruck derselben entsteht ein Plagiat, deswegen möchte ich keine weitergehende Empfehlung geben, sondern auf einen fachlich entsprechend versierten Anwalt verweisen, um einer juristischen Auseinandersetzung aus dem Weg zu gehen.


    Und wenn ja, halten sich die Kosten im Rahmen.


    Kosten sind relativ. Was soll entstehen? Ein einzelnes Modell nach Ausmessen und Neuzeichnen? Dann kostet das Zeit fürs Zeichnen und anschließend die üblichen Druckkosten (richten sich nach Größe des Modells, Druckdauer und Materialverbrauch, siehe Seiten der einschlägigen Anbieter). Hinzu kommt der Antrieb, die Elektronik und sonstige Teile. Billig ist 3D-Druck nicht, aber das ist Modellbau heute sowieso nicht mehr.


    Du siehst an meinen Anmerkungen, dass für ein privates Einzelmodell vieles geht, je nachdem was Dir zur Verfügung steht. Soll daraus ein Geschäftsmodell werden, dann ist das Kopieren zwar möglich, aber es ist keine gute Basis für das eigene Business.


    Freundlicher Gruß

    EsPe


    Nachsatz: H3x war parallel etwas schneller...

    Nur weil ich den einen oder anderen Fehler an manch einem Modell zwar bedauere und gelegentlich kritisiere, aber mich dennoch über perfekte Fahreigenschaften usw. und einen gelungenen Gesamteindruck freue, bin ich noch längst kein Spielbahner (was übrigens abwertend klingt).


    Und nicht jeder, der von sich selbst behauptet, ein ernsthafter Modellbahner zu sein, muss es deshalb auch wirklich sein.
    (frei nach Blaukäfer)

  • Hallo,


    EsPe hat das viel schöner geschrieben, danke :*


    Einen Nachsatz zur Genauigkeit beim Scannen: Das Vorbild überprüft die Fahrzeug auf die Einhaltung von Maßen und Federbewegungen mit Scannern. Auch werden Schienenprofile und Räder berührungslos abgezeichnet.

    Man erreicht da Genauigkeiten von unter 1/10 mm in einer Achse (quer zum Gleis). Im Raum wird der Fehler natürlich durch die Überlagerung größer, und das bei jedem Punkt. Das funktioniert nur, wenn man ein großes Modell hat und das herunter skaliert. Bei H0 bekommt man meiner Meinung nach eine windschiefe Lok raus.


    Die verwendeten Geräte kosten ab 50000 €, eine Messung am Fahrzeug auch mindestens so teuer. Nicht ohne Grund lebt man in der Schweiz so gut :)


    Grüße


    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


    Mein Spur 0 Blog: 1durch45.de

  • Hallo,


    möchte hier bestimmt nicht der Klugscheißer sein, Dich aber vor einen großen Fehler bewahren!

    Diese ganze Scannen von klein auf groß ist ziemlicher Unfug, zumal das Foto vom Modell 1:87 nicht annähernd Details preisgibt.


    Wenn Du ein gutes Modell herstellen möchtest, besorg Dir eine originale Zeichnung. …… dann hast Du schon halb gewonnen!

    Dann kannst als nächstes Dir jemand suchen oder beauftragen für eine 3D- Konstruktion, welcher Dir dann auch ehrlich sagt was darstellbar ist oder nicht. Natürlich liegt in deinem finanziellen Ermessen, was geht und was nicht. Da ich nicht weiß, was du für bastlerische Fähigkeiten hast, gibt es eine weitere Variante. Anderseits gibt es auch Modellbauer, welche Dir dein Wunschmodell herstellen und da kannst Du dir das Material aussuchen.

  • Hallo.

    Ich habe schon frei verfügbare H0 Modelle (meist von Thingiverse) auf 0 vergrößert ausgedruckt und auch schon G oder 1 Modelle auf 0 herunter skaliert. Beides geht, macht aber Probleme, doch jeweils völlig unterschiedlicher Natur. Bei H0 wirken manche Details tatsächlich etwas arg grob, wenn man genau hin schaut. Ich habe das z.B. bei 20 Fuss Containern und Möbeln gemacht, die meist nicht direkt im Vordergrund stehen. Da hat es mich nicht wirklich gestört. Beim Verkleinern muss man sich keine Gedanken um die Details machen, im Gegenteil. Das wird meist zu fizzelig und vor allem werden die Wandstärken zu dünn um ein druckbares Modell zu ergeben. Vergrößern ist, wenn man die STL Dateien hat, auf jeden Fall viel einfacher, da man die Datei in aller Regel zumindest mal einfach ausdrucken kann. Ob einem das Ergebnis gefällt oder nicht, ist halt von Fall zu Fall unterschiedlich, je nachdem für was der Druck vorgesehen ist.

    Das bisher aufwändigste Projekt in dieser Art ist eine Jagsttalbahn V22 (kennen viele vermutlich noch als fälschlicherweise dreiachsiges Modell von Märklin Minex). Die STL Dateien dafür wurde in einem anderen Forum kostenlos zur Verfügung gestellt, im Maßstab 1:22,5 (also Gartenbahn Spur G). Es war zwar mühsam, doch ich habe es geschafft, daraus brauchbare Teile für ein 0e Modell zu drucken. Einen passenden Antrieb habe ich bei Hollywood Foundry in Australien gefunden, der ursprünglich mal als Tausch- Fahrwerk für die Minex V22 gedacht war. Und die passenden Räder gab es als Ersatzteil bei Fleischmann. Die Räder des Magic Train Diesels passen nämlich ziemlich gut. Das die Lok bisher von mir noch nicht komplettiert wurde, liegt an einem Liefer- Engpass bei der zu verbauenden Elektronik, da ich nicht Digital sondern mit RC Steuerung fahre. Aktuell sind die passenden Empfänger nicht lieferbar. Das wird sich wieder ändern, nur weiß keiner genau wann...


    Also, möglich ist es bestimmt, deine kleine Lok zu "vergrößern". Nur ist die Frage, wie aufwändig das wird, aus dem H0 Modell eine 3D Datei zu machen. Daneben ist 3D Druck eigentlich nur dann bezahlbar, wenn man selbst druckt, sich also einen entsprechenden Drucker anschafft. Als Beispiel mal die oben erwähnte V22. Die würde beim Dienstleister zwischen 150€ und 600€ kosten, je nach Material. In durchaus vergleichbarer Qualität selbst ausgedruckt auf einem 230€ 3D Resin Drucker kostet der Druck etwa 7-8€ an Materialkosten. Spätestens bei der zweiten Lok hat man die Kosten für den Drucker wieder raus. Mal ganz abgesehen von der enormen Zeitersparnis während der Entwicklung. Ohne eigenen Drucker muss man auf jeden Ausdruck mindestens 14 Tage warten, nur um festzustellen, das doch ein Kleinigkeit nicht passt. Kann man das zuhause machen, dann spart man sich unter Umständen Monate...

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