Der "richtige" 3D-Druck für den Modellbauer und Software

  • Hallo Modellbauer,

    beim Hobby Modellbahn bzw. Modellbau hat sich in den letzten Jahrzehnten viel verändert, so dass der Interessierte wirklich viel selbst planen, konstruieren und bauen kann. Das ist aus meiner Sicht auch der kreative Sinn des Hobbys.


    Allein Konsumieren finde ich persönlich langweilig und das Gehirn muss nicht nur im "Unruhezustand" weiter herausfordernd beschäftigt werden.


    Große und kleine Beispiele für das Thema 3D-Druck werden auch in diesem Modellbahn-Forum immer öfter präsentiert. Nun habe ich bereits in meinem digitalen Archiv zwei *stl Dateien für kleinere Objekte liegen. Klar ich könnte diese Dateien zu einem 3D-Druck-Service geben und einige Euro zahlen und fertig ist die Sache. Aber das Thema 3D-Druck gewinnt doch nach meiner Beobachtung gerade bei mir an Fahrt. Möglicherweise ist dann durch Fremdleistungen schnell der Preis eines 3D-Druckers überschritten.


    Im Internet gibt es natürlich viele Vergleiche und Anregungen zum Thema, aber ich möchte gerne die Erfahrung und Tipps von mit der Materie vertrauten Modellbau Praktikern kennen lernen. Als PC nutze ich einen Apple mit macOS Catalina.


    Anfangen möchte ich mit kleinerem und feinen Zubehör für die Modellbahn 1:45, zum Beispiel: Fässer, Mülleimer, Radvorleger, Mauerwerk, ...


    1. Welche geeignete 3D-Software (Benutzerfreundlichkeit) ist auch hinsichtlich der Bedienerführung sinnvoll? Mir ist klar, dass für die Software viele Stunden Einarbeitung notwendig sind. OpenSource Produkte sehe ich für das Hobby und die nicht kommerzielle Nutzung als sinnvoll an. Welche Software wird von Praktikern empfohlen?
    2. Es werden zurzeit eine große Zahl 3D-Drucker unterschiedlichster Konstruktion und zu verarbeitenden Materialien angeboten. Gerade für kleine Teile ist eine "feine Auflösung" notwendig. Die Laufzeit für einen 3D-Druck Projekt mit hoher Auflösung und Lärm ist unerheblich, da das Gerät im Keller aufgestellt werden soll. Das Verbrauchsmaterial sollte möglichst geruchsneutral sein und keinen Sondermüll produzieren. Welcher Drucker wird für den Hobbybereich von Praktikern empfohlen?
    3. Welche Software ist zum Ansteuern des Druckers sinnvoll?
    4. Welches Filament (Textilfaser) und Farbe sollte für die in Aussicht genommenen Projekte verwendet werden?
    5. Gibt es eine Möglichkeit den zu findenden 3D-Drucker auch als Fräse mit geeignetem Fräskopf zum Beispiel für Sperrholz oder Polystyrol zu verwenden?
    6. Gibt es eine Möglichkeit den zu findenden 3D-Drucker auch als Laser mit geeignetem Laserkopf für Projekte aus geeigneter Pappe für den Gebäudebau zu verwenden?

    Natürlich kann man einen Resin-Drucker für die Punkte 5 und 6 nicht verwenden. Ich darf mich an dieser Stelle schon herzlich für Eure Ratschläge und Tipps bedanken.

    Freundliche Grüße :)

    Michael

  • Hallo Spur-0-fan,


    ich glaube mit deinen Vorgaben versuchst Du die Quadratur des Kreises. Bei Kleinteien ist aus meiner Sicht ein Resindrucker wohl das geeignete Werkzeug, gemäß den feinen Zubehörwünschen. Allerdings schließt du den Resindrucker mit ".. . Das Verbrauchsmaterial sollte möglichst geruchsneutral sein und keinen Sondermüll produzieren..." aus.

    Ein Filamentdrucker ist eher was für große Teile, ich habe gerade von einem Freund Modulbeinhalter bekommen, damit Super Qualität.

    Bei MacOS wird die Auswahl an Programmen schon gering gegenüber Windoof.

    Bei Freeware schau dir mal Google Sketchup an, ob das was für dich ist?


    Gruß

    Kpt. Blaubär

  • Hallo spur-0-fan,


    Interessantes Thema, das Du da ansprichst. Zum Thema "Software" möchte ich aus eigener Erfahrung etwas beisteuern:


    Ich habe früher am PC mit SolidWorks gezeichnet, aber für Privatleute ist diese Software unerschwinglich und sie lief auf meinem damals neu erstandenen iMac nicht. Da habe ich mich dann für ViaCad 2/3D entschieden, die Software war mit 79,- € erschwinglich. Aber ich kam mit der Software nicht wirklich gut zurecht.


    Vor etwa anderthalb Jahren erhielt ich einen Hinweis auf "Fusion360", einer 3D-Software, die für Privatleute kostenlos runtergeladen werden kann. In diese Software habe ich mich eingearbeitet und es schätzen gelernt dass es sehr viele auch deutschsprachige Anleitungsvideos bei YouTube gibt. Meine Vorgehensweise war, einfach eine Frage, wie was geht, mit dem Stichwort "Fusion360" bei Google zu stellen, meistens gab es dann einen Link auf ein Video bei YouTube, welches ich mir ansah und dann konnte ich das Problem lösen. Mittlerweile bin ich sehr fit in dieser Software und es macht immer wieder Spaß. Neulich hatte ich ein Projekt fertig gezeichnet, aber beim Überlegen bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich die benötigten Teile besser Ätzen als Drucken sollte. Aber ich hatte nur die 3D-Zeichnung. Da habe ich einen Weg gefunden, DXF-Zeichnungen zu exportieren, die ich in mein Ätzteil-Zeichenprogramm importieren kann und schnell war der Ätzfilm gezeichnet! Mein Zufriedenheitsindex für Fusion360 liegt bei 100%.


    Darüber hinaus braucht man für Umwandlung einer STL-Datei in den für den Drucker verständlichen 3G-Code einen sogenannten Slicer (das gilt für beide Druckverfahren). Der Slicer zerlegt die STL-Zeichnung in Scheiben und berechnet die Arbeit des Druckers. Also bei Filamentdruckern, wie der Druckkopf zu fahren hat und wo er wieviel Filament ausgeben soll. Bei Resindruckern wird für jede Schicht festgelegt, welche Stellen zu belichten sind und wann die Druckplatte eine Schicht höher fahren soll. Hier habe ich die Erfahrung gemacht, dass bei den kostenlosen Programmen immer die dem Drucker beiliegende Software genutzt werden sollte. Zumindest bei meinem Filament-Drucker war Cura dabei und das Programm funktioniert hervorragend. Auch bei meinem SLA-Drucker (Resin, aber mit Laser-Erhärtung) lag auch Cura bei.


    Zusammenfassung:

    Ich halte Fusion360 für derzeit das beste kostenlose 3D-Programm und nutze es gerne. Bei den Slicern habe ich mit Cura von Ultimaker sehr gute Erfahrungen gemacht.


    Freundlicher Gruß

    EsPe

    Nur weil ich den einen oder anderen Fehler an manch einem Modell zwar bedauere und gelegentlich kritisiere, aber mich dennoch über perfekte Fahreigenschaften usw. und einen gelungenen Gesamteindruck freue, bin ich noch längst kein Spielbahner (was übrigens abwertend klingt).


    Und nicht jeder, der von sich selbst behauptet, ein ernsthafter Modellbahner zu sein, muss es deshalb auch wirklich sein.
    (frei nach Blaukäfer)

  • Hallo Michael,


    dann möchte ich eine Antwort versuchen.

    1. Ich benutze auch einen Mac - als Software verwende ich Viacad Pro und Fusion360. Die meiste OSS hat mir nicht gefallen (zu umständlich, fehlende Funktionen)

    2. Ich habe einen Anycubic Photon https://www.anycubic.com/colle…nycubic-photon-3d-printer

    Der macht je nach Harz Sondermüll und stinkt, dafür ist die Auflösung für unsere Ansprüche geeignet. Das bekommt man mit einem Würstleger quasi nicht hin. Bitte die Kosten für das selber drucken nicht mit dem Dienstleister 1:1 vergleichen - auch du verbrauchst Material und wendest Zeit auf. Trotz eigenem Drucker lasse ich viel extern drucken, da ist die Qualität besser und ich spare Zeit.

    3. Die beiliegende Software oder Chitubox. Läuft auf dem Mac und erzeugt eine Druckdatei die man auf einen USB-Stick kopiert.

    4. Keine Ahnung - da gibt es so viel zu beachten im Zusammenspiel Harz, Drucker, Temperatur, Düse, Software usw.

    5. NEIN! Die Anforderung sind zu verschieden, die Kräfte und Momente nicht vergleichbar. Findige Verkäufer propagieren das zwar immer wieder, aber es gibt einen Grund, warum eine brauchbare Fräse ab 50kg wiegt und mindestens 3000€ kostet: Stabilität.

    6. Eventuell, aber irgendwie ist das auch Murks. Geht das mit der Ansteuerung des Druckers? Was machst du mit dem beheizten Bett? Der Bauraum ist beschränkt, eine Entlüftung fehlt und die Sicherheit ist auch fragwürdig. Von den Anforderungen an Hardware, Software und User würde ich das von einfach bis schwer einstufen: 3D-Druck, ein 3-Gänge-Menü kochen, Fräsen & Lasern, die Wünsche des Ehepartners für die Farbe des Wohnzimmers erraten.


    Ich würde erst einmal ein paar Teile beim Dienstleister drucken lassen - damit kannst du Konstruieren üben. Wenn das klappt würde ich über einen eigenen Drucker nachdenken, aber nur, wenn man den auch regelmäßig nutzt.


    Grüße


    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


    Mein Spur 0 Blog: 1durch45.de

  • Hi,


    CAD Software: Unter MacOs bist du da ein wenig eingeschränkt. FreeCAD (wie der Name sagt per Definition kostenlos) und Fusion360 (für Privatanwender im Moment kostenlos, aber niemand weiss, ob das so bleiben wird) laufen aber beide unter MacOs sehr gut. Ich persönlich ziehe Fusion vor, aber FreeCAD ist auch sehr leistungsfähig. Einfach das Programm mal herunterladen und ausprobieren.


    Slicer Software:

    Bei meinen FDM Druckern nutze ich Simplify3D. Das ist allerdings recht teuer und hat in den letzten Jahren kaum eine Weiterentwicklung erfahen. Das kostenlose Cura ist sehr leistungsfähig, aber das Nutzerinterface erschlägt einen etwas. Bei meinem Cetus Drucker nutze ich das Tiertime eigene UP-Studio. Das ist extrem trivial gehalten, man kann kaum etwas einstellen, aber es liefert zumeist sehr gute Ergebnisse (man MUSS also nichts einstellen, das hat vorher jemand, der sich damit auskennt getan).


    Drucker:

    Für kleine detailierte Teile ist in der Tat ein Resin Drucker zu empfehlen.

    Aber auch mit den CNC Heisklebepistolen kann man durchaus fein drucken. Einen Drucker der OutOfTheBox reproduzierbar perfekte Ergebnisse liefert kenne ich leider bisher nicht. Ich bin mit meinem kleinen Cetus 3D von Tiertime allerdings meistens durchaus zufrieden. Der Druckbereich ist mit 180x180x180 etwas klein und er hat serienmässig kein beheiztes Druckbett, kann also hauptsächlich PLA drucken. Einige Materialien, die mechanisch stärker belastet werden können (wie z.B. ABS) benötigen ein beheiztes Druckbett und ABS auch zusätzlich eine Einhausung des Druckers. Aber für die meisten Sachen reicht PLA vollkommen aus.


    Viele Leute sind mit dem Creality Ender3 (das ist so die unterste Schublade der noch brauchbaren Drucker) zufrieden. Der hat den Vorteil nicht allzuviel zu kosten und durchaus brauchbare Ergebnisse zu liefern. Die Langlebigkeit ist eher Glücksache... . Hat man Probleme, findet man eine riesige Community, die helfen kann... . Die Qualitätssicherung der chinesischen Druckerhersteller ist nahezu nicht existent, so das man auch Pech mit seinem Gerät haben kann.

    Will man einen wirklich guten Drucker, dann kommt man zur Zeit aus meiner Sicht um den Selbstbau nicht herum. Aber man findet im Netzt seht gute Baupläne für diverse Drucker, die sehr durchdacht sind (Railcore 2, Voron, ...). Dazu sollte man aber bereits einige Erfahrungen mit Druckern gesammlt haben... .


    Ich habe einen Drucker der neben Drucken auch Fräsen kann. Ein Renkforce 1000, den ich mal spotbillig bei Ebay geschossen habe. Leider widersprechen sich die Anforderungen beim Fräsen (möglichst steifer stabiler Rahmen bei langsamen Vorschub) und Drucken (möglichst steifer aber leichter Aufbau für höhere Geschwindigkeiten) ziemlich, so das der Drucker beides nicht gut kann (hier liegt es aber nicht daran, das man für beider Funktionen zu grosse Kompromisse eingegangen ist, sondern, das der Konstrukteur des Druckers wahrscheinlich die Anforderungen für beide Betriebsarten nicht wirklich kannte, jedenfalls kann man den Eindruck gewinnen, wenn man sich den Drucker anschaut... . Beim Fräsen wird das Gerät zudem relativ dreckig, was später beim Drucken sehr stört. Meineserachtens sollte man beide Funktionen trennen.


    viele Grüße

    Karsten

  • Hallo H3x,

    danke für die ausführliche Würdigungen meiner Wünsche. Bei wem lässt Du stl-Dateien in guter Qualität drucken?

    Die Gerüche und Chemikalien rund um Resin sind wirklich wenig der Gesundheit förderlich.

    Freundliche Grüße :)

    Michael

  • Hallo Michael,


    da gibt es einige, gute Erfahrungen habe ich mit:

    Shapeways (günstig mit großer Materialauswahl, mit etwas schwankender Qualität),

    iMaterialise (gute Qualität, sind aber ab und zu etwas sperrig was die Design Rules anbelangt)

    Rapidobject (etwas außer Konkurrenz, da ich die persönlich kenne, Qualität made in Germany, Preise bekommt man Online)

    Dick&Dick (für spezielle Sachen wie Mikrowasserstrahlschneiden, Preise für Firmen)


    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


    Mein Spur 0 Blog: 1durch45.de

  • Ich kann mich dem Tenor anschließen. Wenn Dich das Abomodell nicht stört, dann kannst Du das (derzeit für nichtkommerzielle Zwecke kostenlose) Fusion360 laden. Fusion ist dem deutlich teureren Inventor recht ähnlich, obendrauf bringt Fusion eine CAM-Simulation mit - für Leute die das CNC-Fräsen im Kopf haben ist das sicherlich ein Argument. Aufgrund der weiten Verbreitung der kostenlosen Variante existieren zudem sehr viele Videotutorials im Netz, was grade für Einsteiger sehr nützlich sein kann. Ich nutze die kommerzielle Version auf einem älteren Mac Pro unter MacOS Mojave, das läuft perfekt.


    Alternativ gibt es neben FreeCAD, ViaCAD, TurboCAD und Co. auch z.B. professionelle 3D-CAD-Software wie Rhino3D oder AutoCAD für den Mac - je nach Geldbeutel... falls Dir das Abomodell von Fusion360 nichts ist.


    Viel Erfolg!

  • Hallo zusammen,


    ganz herzlichen Dank für Eure vielfältigen Tipps. Ich habe folgende Webseite voller Informationen und Videos zum Thema 3D-Druck studiert. Für meinen im obigen Post angedachten Verwendungsbereich kommt wegen der geforderten hohen Druckqualität für Kleinteile nur ein SLA/DLP Drucker in Frage (https://3d-drucker-portal.de/d…odellbau/#modelleisenbahn). Wegen der verwendeten Chemie und Geruchsbelästigung werde ich auf einen Kauf eines Resin-3D-Druckers verzichten und Dienstleister für meine Konstruktionen in Zukunft in Anspruch nehmen.

    Freundliche Grüße :)

    Michael

  • Liebe Freunde des virtuellen Modellbaus in Spur 0, lieber Michael,


    entscheidend ist tatsächlich, ob es Dir gelingt, die Teile, die Du haben möchtest, zu konstruieren. Beschränke Dich am besten zunächst auf die CAD-Konstruktion und den unterschiedlichen Varianten, die da angeboten werden.


    Genauso wie Forist EsPe arbeite ich z.Z. beruflich mit SolidWorks. SolidWorks ist ein sog. parametrisches §D-CAD Programm, wie Catia, Inventor (von AutoDesk), ProEngineer, SolidEdge und viele andere Programme. Wenn Du damit Teile konstruierst, werden alle Arbeitsschritte der Reihe nach in der CAD-Datei gespeichert. Das ist wie mit Knete arbeiten, denn Du kannst immerwieder auf jeden Arbeitsschritt zurückgehen und ihn modifizieren. Hier gibt es m.W. nur FreeCAD und eben Fusion (auch von AutoDesk) umsonst.


    Andere Programme wie AutoCAD (ebenfalls von AutoDesk), TurboCAD usw. sind nicht parametrisch, bzw. so halb parametrisch. Neuere TurboCAD-Versionen speichern den Werdegang teilweise, sodaß auch hier im Nachhinein Änderungen möglich sind, ist aber fummelig, wie ich finde.


    Beruflich arbeite ich auch mit Fusion, aber nur, um die Fräse meines Chefs zu programmieren. Fusion speichert die Modelle und die verschiedenen Bearbeitungsprogramme online, Du kannst also nur damit arbeiten, wenn Du im internet bist.


    Was würde ich Dir empfehlen:

    1. Am einfachsten lernt es sich, wenn man jemanden persönlich kennt, der einem das beibringt. Wenn der Freund mit z.B. ViaCAD arbeitet, fängst Du eben damit an.

    2. Wenn da niemand ist, nimm Fusion. Da kannst Du parametrisch konstruieren, wie die Profis, kannst den slicer verwenden, um Dein Teil für den 3D-Druck eizurichten, und zwar besser als mit den slicern, die Dein Drucker mitbringt, und wenn Du mal mit dem Fräsen anfängst, kannst Du das ebenfalls in Fusion programmieren, Du bewegst Dich dann immer in der gleichen Umgebung und mußt Dich nicht ständig umstellen.


    Mit Fusion kannst Du sofort anfangen, kostet Dich nichts, ist sehr, sehr umfangreich, und zum lernen gibt es sowas hier ohne Ende:


    Viel Spaß dabei!

    Gruß Torsten Frieboese

  • Hallo.

    Da ich beide Varianten der heimischen 3D Drucker kenne, kann ich für deinen Zweck definitiv einen der günstigen (ab 230€ aufwärts) Resin Drucker empfehlen.

    Wenn man statt dem herkömmlichen Harz Wasser- Waschbares Harz verwendet, produziert man auch keinen Sondermüll. Man kann zwar das Waschwasser nicht einfach im Ausguss entsorgen, aber man kann es problemlos "verdampfen" und somit umweltfreundlich entsorgen. Am besten geht das natürlich draußen, aber zur Not auch in der Küche. Man muss dann nur auf die hohe Luftfeuchtigkeit achten (wie beim Kochen auch) und anschließend lüften, damit die Feuchtigkeit nicht langfristig zu Schimmelbildung führt. Die Rückstände beim Verdampfen des Waschwassers bestehen aus Kunststoff und können ohne weiteres im Restmüll entsorgt werden. Den Topf, den man dafür verwendet sollte man hinterher aber nicht mehr für Lebensmittel nutzen, logisch.


    Nur die Geruchsneutralität ist nicht wirklich gegeben. Allerdings empfinde ich den Geruch jetzt nicht als schlimm. Man riecht es halt, wenn man die Nase in den Drucker steckt. Da er aber bei dir im Keller stehen soll, ist das überhaupt kein Problem.


    Als Software möchte ich gerne noch ein OpenSource Projekt zur Sprache bringen, welches auch auf dem Mac läuft und zumindest für mich extrem einfach in der Bedienung erscheint. In der Zeit, die Fusion bei mir (sehr langsames Internet, Cloud Anwendungen nahezu unmöglich zu verwenden) zum Starten benötigt oder die man braucht, um in FreeCad die passende "Workbench" auszuwählen, habe ich schon die ersten Objekte fertig konstruiert. Das Programm, von dem ich rede heißt OpenSCAD.

    Für mich gibt es nichts leichter zu erlernendes im 3D Bereich. Speziell das Positionieren zueinander und die Bemaßung der Teile ist einfach nur kinderleicht damit..


    Was man mit OpenSCAD nicht wirklich machen kann, sind Skuplturen oder ähnliche künstlerische Objekte, da OpenSCAD das Objekt aus Grundkörpern (Kubus, Zylinder, Kugel usw) zusammensetzt. Bisher habe ich so etwas nicht benötigt, aber wer weiß... Dafür kann man dann vermutlich auch gut Blender verwenden. Ebenfalls OpenSource und ebenfalls auf dem Mac lauffähig.

    Daneben gibt es noch eine Software, die auf das Erstellen von humanoiden Figuren spezialisiert ist. Es heißt passenderweise "MakeHuman" und ist ebenfalls OpenSource und läuft auf Windows, Mac und Linux. Damit kann man sich spezielle Figuren herstellen, ganz nach Bedarf und Einsatzzweck...


    Der Slicer (das ist das Programm, welches die im 3D Programm erstellten Objekte genau passend für den eigenen Drucker aufarbeitet), der bei meinem Elegoo Mars 3D Drucker dabei liegt heißt Chitubox und läuft auf Windows, Mac und Linux. Das stellt also auch kein Problem dar... Chitubox ist sehr verbreitet unter den preisgünstigeren Resin Druckern, von daher dürften die meisten dieser Drucker am Mac funktionieren.


    Ich möchte meine eigenen Drucker keinesfalls mehr missen. Nicht nur das es deutlich günstiger als ein Dienstleister ist, es ist qualitativ voll ebenbürtig und ungleich schneller... Bei Shapeways kann man schon mal ein paar Wochen auf seine Teile warten. Besonders schlecht während der Konstruktionsphase, wo man vielleicht 2 oder 3 mal etwas ändern muss. Dann sind Monate vergangen, bis man fertig ist, wo man mit dem eigenen Drucker vielleicht 2 Tage dafür benötigt hätte...


    Edit:

    Hier nur mal als Beispiel, wie so ein Druck aussieht, die Fernsprechbude, die es beim E103 Projekt zum kostenlosen Download gibt. Das war de-facto das Erste, was ich mit meinem Elegoo Mars gedruckt habe:

    DSCF9098.jpg

  • Hallo zusammen,


    ich für meine persönliche Zwecke verwende als Software Shapr3D (Abo-Modell, 2 Objekte frei) auf dem IPad mit Pencil, als Slicersoftware Simplify3D und als Drucker XYZ Printing 3 in 1 Pro.

    Drucke fast nur ABS und etwas größer.


    Ist alles eine Sache, was will ich erreichen und wofür wird es genutzt. Für Feinheiten ist dieser Drucker nicht geeignet...für Halterungen usw. perfekt.


  • Noch mal was zur "Geruchsbelästigung", die meiner Ansicht nach doch sehr aufgebauscht wird... Das Resin stinkt auf jeden Fall weniger als die üblichen Klebstoffe, mit denen wir täglich hantieren. Egal ob Alleskleber, Kontaktkleber, Sekundenkleber oder 2K Kleber, das stinkt durchweg deutlich schlimmer als das 3D Harz... Wenn man aus "gesundheitlichen" Gründen auf den Einsatz eines Druckers verzichtet, muss man eigentlich erst recht auf den Einsatz von Klebstoffen verzichten. Das jemand vom "Schnüffeln" am Harz süchtig geworden ist, habe ich noch nie gehört. Leute die vom Klebstoff- Schnüffeln abhängig sind, gibt es zu Tausenden...

  • Post by Dampflok10 ().

    This post was deleted by the author themselves: Erledigt ().
  • also ich würde doch anraten das Sicherheitsdaten Blatt des Resin Herstellers zu beachten.

    Ja, nur das bei meinem Harz (direkt vom Drucker- Hersteller) erst gar kein Sicherheitsdatenblatt dabei ist. Auf der Verpackung steht, man soll es nicht schlucken oder in die Augen gießen und möglichst auch nicht direkt auf die Haut kleckern. Falls das doch passiert, soll man kräftig mit Wasser spülen. Davon einen Arzt aufzusuchen wird nichts erwähnt. Entweder ist es nicht so gefährlich oder da kommt jede Hilfe ohnehin zu spät. Von giftigen Dämpfen steht da auch nichts... Das "Wasser" Harz ist da wohl doch unkritischer... Vermutlich hat es mehr Ähnlichkeit mit dem medizinischen Resin, das z.B. Zahnärzte verwenden als mit dem herkömmlichen "IPA" Resin... Sekundenkleber- Dämpfe sind meiner Ansicht nach erheblich gesundheitsschädlicher. Auf jeden Fall stinken sie um ein vielfaches ekliger und heftiger...

  • Post by Dampflok10 ().

    This post was deleted by the author themselves: Erledigt ().
  • Bleibt doch mal auf dem Teppich....der eine Furz stinkt mehr wie der andere....entschuldigt die Ausdrucksweise.


    Ist wie mit allem Verbrauchsgütern. Im Endeffekt, ist doch jeder für sein eigenes Handeln verantwortlich, im Privatenbereich.

  • Man kann natürlich sagen, das jeder für sein eigenes Glück verantwortlich ist, allerdings kann man auch darauf hinweisen, das bestimmte Stoffe der Gesundheit nicht zuträglich sind... . Ich kenne 2 Personen, die mit gesundheitsgefärdenden Stoffen sehr locker umgegangen sind und leider inzwischen an Krebs verstorben sind. Ein ursächlicher Zusammenhang muss natürlich nicht zwangsläufig gegeben sein... .

    Ein weiterer Bekannter ist bei der Reparatur eines Netzteils gestorben. Der direkte Zusammenhang war dort eindeutig... .

    Unser Hobby und die Bastelleidenschaft können zuweilen bittere Nebenwirkungen haben. Wir basteln mit Gerätschaften, für die wir zumeist keine Ausbildung besitzen und auch zuweilen kein richtiges Gefahrenbewustsein. Ich habe mir schon in den Finger gefräst, mit einem 300Watt Laser in die Hand "geschweisst" und mir beim Entfernen von angespritzen Leitungen ein Skalpel in den Knochen meines rechten Zeigefingers gerammt... . Wieviel Farbe und Lösemittel ich beim lackieren "geschluckt" habe, möchte ich gar nicht wissen... . Aber warum sollte man nicht aus den Fehlern anderer lernen. Wer nicht lernen will, den kann man halt nicht zwingen... . Da sind wir wieder beim ersten Satz meines Beitrags... .

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!