BR 89 7382 von Lenz läuft unruhig

  • Guten Abend,


    Heute hab ich meinen Rollenprüfstand von marion zeller erhalten uns sogleich meine erste Lokomotive darauf laufen lassen.

    Dadurch konnte ich den Lauf bei allen Geschwindigkeiten beobachten. Mir ist der etwas unruhige Lauf, insbesondere der letzten Achse ins Auge gefallen. Die ganze Lok wird dadurch etwas durchgeschüttelt.


    Ein kleines Video zum veranschaulichen.



    Meine Frage an Besitzer einer solchen Lok ist nun, ob das "normal" ist oder Handlungsbedarf besteht.


    Vielen Dank.


    Lg Daniel

  • ... Meine Frage an Besitzer einer solchen Lok ist nun, ob das "normal" ist oder Handlungsbedarf besteht. ...

    Die m.E. wesentliche Frage ist, wie sich die Lok auf dem Gleis verhält.

    Fährt sie da gleichmäßig, oder wackelt, wankt, nickt, ruckelt, ... sie da auch? Wenn das Fahrverhalten am Gleis in irgend einer Form "negativ auffällig" ist, dann besteht der von Dir angesprochene Handlungsbedarf sehr wohl.


    Viel Erfolg für die Testfahrten,

    Grüße aus Wien

    Martin


    PS: Hintergrund meiner Frage ist, dass auch bei mir einige Loks auf dem Rollenprüfstand nicht ganz "sauber" laufen, am Gleis hingegen tadellos.

  • Ich habe keine 89er denke aber das man das Antriebsrad zentrieren sollte. Fast alle Antriebsformen auf die letzte Achse zeigen solch ein Erscheinungsbild.

    Die mitgenommenen Achsen müssen in ihren Lagern absolut gleichmäßig laufen. Wenn da Spiel ist kommt es auch zu diesem Wackeln.

    Zum Schluß noch das Spiel der Kuppelstangen überprüfen!

    Werden bei der Lok alle Achsen über Zahnräder mitgenommen?

    Im Video sieht es für mich so aus als ob die vordere Achse unrund ist.

    Kann man die Laufrollen nicht arrettieren?

    Im echten Betrieb kann man das Ruckeln und schwanken gerade bei Schmalspurloks gut beobachten.

    Husbert

  • Ich bin der Meinung, die Lok läuft "normal" auf dem Prüfstand. Alle Dampfloks, die ich habe zeigen auf dem Prüfstand ein gewisses Wackeln.

    Ist klar, der Massenausgleich wie beim Original funktioniert nicht genauso im Maßstab 1:45 , weil eben die Massen anders sind!


    Ich würde gar nix machen an der Lok, das Wackeln ist nicht sehr stark und die Lok fährt auf dem Gleis sicher ohne großartige Ruckelerscheinungen, oder?

  • Hallo Zusammen ...


    also ich würde da auf eine verbogene Achse oder schräg stehendes Rad tippen ... und die Lok mal auf dem Kopf liegend "fahren lassen".
    Alternativ - zurück zu Lenz mit "Lok taumelt" ...


    Grüße,

    Stefan

  • Vielen Dank für die Beiträge.



    Ich werde die Lokomotive auf einem längeren Stück Gleis testen und schauen ob das Verhalten sich dort ändert. Der Bauvortschritt sollte ein längeres Teilstück bald möglich machen.


    Bimmelbahn

    Einen Vergleich zu einer anderen Lokomotive kann ich leider noch nicht machen, da die Br 89 meine erste und bislang einzige Lok ist. Dieser Umstand sollte sich aber, so hoffe ich, im laufe der Woche ändern. Da sollte die Lenz P8 vom Händler bei mir eintreffen. Heute am Montag war die Lieferung noch nicht bei meinem Händler eingetroffen. Sobald ich diese in meinen Händen halte werde ich sie sofort auf den Rollenprüfstand setzen.


    Lg Daniel

  • Hallo Daniel,


    die Rollenprüfstände sind gut gemeint aber zum schlingerfreien Lauf einer Lok tragen sie nicht gerade bei. Schau dir mal die Laufflächen der Räder genauer an - sie sind leicht nach aussen schräg abfallend, so wie das sein muss. Das führt natürlich auf dem Prfüstand dazu, dass die Lok immer zwischen den Rollen bis zum Spurkranz hin und herschlingert. Hat nichts mit gutem oder weniger gutem Lauf zu tun, ist einfach nur Physik. Und die Machart der Rollenlaufstände ist eher sagen wir mal "billig" als gut, mit blanken Messingrollen auf Stahlachse ohne Kugellagerung...daher kommt auch der Preis der Teile. Sonst wäre das nicht machbar.


    Auf dem Gleis wird sie laufen wie eine Biene und schön gerade aus ohne zu schlingern. Auf deinem Video läuft sie absolut ruhig und gleichmässig. Auf jeden Fall würde ich die Stangenlager schmieren, angetrieben wird die vordere Achse, Mitte ist abgefedert und die hintere Achse ist kippelnd gelagert, darum schlingert sie dort auch. Kraftübertragung über die Stangen.


    Gruss, Dirk

  • Hallo Dirk,


    das Vorbild nutzt(e) ebenfalls Rollenprüfstände, der bekannteste in Deutschland war sicher in Freimann, ganz unten auf der verlinken Seite ist ein Bild:

    https://www.ideeundspiel.com/c…ser_riese_und_blauer_bock


    Der Wellenlauf ist bei Schienenfahrzeugen mit Radsätzen von der äquivalenten Konizität abhängig, auf der Rolle genau wie auf der Schiene. Wenn die Lok auf dem Rollenprüfstand eine sehr große Amplitude hat ist das eine sehr niedrige Konizität, dann entspricht die Laufrolle oder die Spurweite nicht dem der Schiene. Wäre der Prüfstand mit ausreichend großen Rollen ausgestattet, würde das Profil und die Spurweite stimmen, das ganze Ding sich nicht verbiegen und die Rollen wild verrutschen würde die Lok auch nicht wie ein Lämmerschwanz rumeiern. Die Reaktionskräfte aus dem Rad-Schienekontakt müssen ja irgendwo hin!


    Heute nutzt man Rollenprüfstande meist für Verschleißuntersuchungen von einzelnen Radsätzen, die DB Systemtechnik betreibt so einen Prüfstand in Kirchmöser. Das Fahrverhalten wird heute am Computer mit Mehrkörpersimulationen untersucht und in der Zulassung validiert.


    Grüße


    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


    Mein Spur 0 Blog: 1durch45.de

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