Wie fing es mit dem Modellbau an?

  • Hallo,


    bevor hier ein großes Sommerloch beginnt, möchte ich euch animieren, etwas zu euren Anfängen im Modellbau zu schreiben.

    Bei mir wurde der Modellbahn-Virus 1960 eingepflanzt. Meine Oma schickte eine Märklin-Grundpackung, bestehend aus einer BR 80, einigen Wagen und einem Schienenkreis aus dem "Westen". Da es in der DDR kein Zubehör zur Märklinbahn gab, baute mein Vater die Lok auf Gleichstrom um und so konnte diese dann auch auf Pikogleis laufen. 1968 wurde die H0-Sachen mit elterlicher Genehmigung verkauft und dafür dann N-Material gekauft. Damit konnte die erste N-Anlage kleiner werden, was dem Familienfrieden sehr entgegen kam. Da ich nun aber nur Deutsche Reichsbahn fahren wollte, gab es mit dem Piko-Angebot doch ernsthafte Probleme. Es gab nur zwei Varianten der V 180 und die BR 65.10. Also setzte ich mich, damals 15jährig, hin und bauten unter Verwendung des Pikomotors, Getriebeteilen und Radsätzen der BR 65.10 eine BR 01.5 mit einem revolutionären Antrieb! Der Pikomotor war so groß, dass er nicht in die Lokomotive passte, also musste er in den Öl-Tender. Das Getriebe passte allerdings nicht mehr in den Tender, also wurde ein Kardan zur Lok gebaut und so das Getriebe in der Lok angetrieben. Eine gute Idee, welche später von Roco bei der BR 44 und Kato bei der BR 57 erfolgreich angewandt wurde. (habe meine Idee leider nicht patentieren lassen) Allerdings war das Drehmoment des Pikomotors so groß, dass der Tender beim anfahren häufig entgleiste. Also, keine dauerhafte Lösung, so dass der 01.5 kein langes Leben beschieden war. Sie wurde wieder zerlegt und aus den verwendbaren Teilen entstand dann eine BR 78. Alles was an dem Gehäuse des Pikomotors zu seiner Funktion nicht benötigt wurde, wurde entfernt, so passte er dann ins Führerhaus der 78. Sie entstand aus Weißblech und Messingblech. Um ein hohes Gewicht zu erhalten wurden einige Teile auch aus Blei gefertigt. Und diese Lok, welche jetzt ihren fünfzigsten Geburtstag feiern konnte, existiert noch!

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    Als dann die BR 55 von Piko auf den Markt kam, dauerte es nicht lange, dass auch aus Teilen dieser Lok andere Loks entstanden, u.a. eine sächsische 94 und eine pr. 74.

    Einige meiner Umbauten fanden auch den Weg in den Modelleisenbahner, so unter anderem die erstmals aus Polystyrol gebaute BR 250. Das Polystyrol gewann ich aus "Westimporten" von Pralinen, deren Schachteln sich sehr gut verarbeiten ließen.

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    Als Fahrwerk fand das der Skoda-Lok Verwendung. Ein Kleinserienhersteller, mit dem ich mit mittlerweilen eine feste Freundschaft verbindet, nahm meine Idee auf und brachte diese Lok dann allerdings in Messing-Ätztechnik auf den Markt.

    An den Bau einer größeren N-Anlage war aus Platzgründen nicht zu denken, also entstand ein kleines Bw in N. Die Besandungsanlage war ein Nachbau eines Arnold-Modells, alle anderen Hochbauten und einige Fahrzeuge Eigenbau. Mit dieser kleinen Anlage ging ich dann auf mehrere Ausstellungen und sie wurde auch im Modelleisenbahner vorgestellt.

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    Auf der Drehscheibe meine aus Teilen der BR 65.10 gebauten BR 41. Eine 64 von Minitrix hatte mittlerweilen den Weg über die Grenze zu mir gefunden.


    N-Modellbahnclubs gab es im Raum Dresden nicht, also ging ich Mittwochs in einen H0-Club. Dort war ich anfangs für den Landschaftsbau zuständig, frisierte aber gelegentlich auch mal ein altes H0-Modell, welches sein Dasein in der Vitrine fristete. 1989 kam ich dann auf die Idee, eine 18 201 muss auf der Vereinsanlage fahren. Aber, woher die 2300er Kuppelräder nehmen? Ab etwa Mitte der 80er Jahre war der DDR-Zoll großzügiger, so dass mir ein Modellbahnfreund aus der BRD gelegentlich Moba-Zeitschriften schicken konnte, welche auch mit Zollstempel ankamen! In einer der Zeitschriften fand ich die Anschrift der Firma Liliput, welche damals die BR 05 mit den gesuchten 2300er Rädern herstellte. Aber an Firmen im "nichtsozialistischem" Ausland durften wir nicht schreiben. Also schrieb ich an "Herrn" Liliptut und bat um die Zusendung der gewünschten Radsätze, mit dem Hinweis, dass ich diese nicht bezahlen kann, und was ich daraus machen möchte. "Herr" Liliput kannte wohl die 18 201 und schickte mir dann ein komplettes Fahrwerk der 05, also auch mit den richtigen 1100er Laufradsätzen. Mittels Teilen der Piko-41 entstand dann die 18 201. Da bekanntlich Ende 1989 die Mauer fiel, konnte ich dann den wackligen Pikoantrieb des Tenders mit einem Roco-Motor, neuen Achslagern, rundlaufenden Haftreifen und Modul-0,4-Zahnrädern ausrüsten. Kurz nach Fertigstellung meiner 18 201 kündigte Roco diese Lok in H0 an. Auf unserer nächsten großen Ausstellung im damaligen Ausstellungsgelände in Dresden (heute steht an dieser Stelle die VW-Manufaktor) war meine 18 201 der Star auf der Anlage. Ein Vereinsmitglied hat dann noch für Aufregung gesorgt und Besuchern eingeredet, die 18 201 wäre das Roco-Muster, welches wir hier testen. Das sprach sich rum, jeder wollte nun die Lok sehen.

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    Roco hat sie allerdings dann nicht als kohlegefeuerte Lok auf den Markt gebracht. Ich finde aber, dass sie mit mit Aschekasten kompakter wirkt.


    1990 sah ich dann im brühmtesten dresdner Modellbahnladen, Schubert in D-Blasewitz, Spur-0-Bausätzer von Pola. Natürlich wurde ein T3-Bausatz, ein Personenwagen- und zwei G20-Bausätze gekauft. Die T3 wurde motorisiert. Allerdings gab es immer noch die Platzprobleme, hatte ich doch mittlerweilen eine größere N-Anlage gebaut. Also wurde die T3 wieder verkauft, die Wagen verschwanden in einem Karton.


    2000, nach dem Umzug ins neu gebaute Haus, welches nun einen 28m² großen Hobbyraum hatte, wurde der Karton geöffnet und die fast vergessenen Wagen wieder entdeckt. Diese wurden dann einer umfangreichen Frisur unterzogen. Dabei blieb es bis 2002. Da entdeckte ich bei ebay Spur-0-Gleise, erst einmal von Pola. Die wurden gekauft, dazu ein Zug von Faller. Damit spielte dann meine Tochter (manchmal auch mit ihrem Vater) im Kinderzimmer. Der 0-Virus fing an, mich zu ergreifen. Dann fand ich Peco-0-Gleis bei ebay und konnte es sehr günstig erwerben. Die relativ schlanken Weichen (die N-Weichen auf der Anlagen waren zwar deutlich schlanker) haben mich überzeugt. Jetzt musste doch eine Lok her. Großserienprodukte gab es nicht, also fing ich mit dem Bau der sächsischen VII T an, deren Bau sich dann über Jahre hinzog.


    Und jetzt, was ich in 0 mache, könnt ihr seit 2012 hier im Forum verfolgen, meine letzte große N-Anlage ist in Kisten verpackt und geht jedes Jahr (außer im Coronajahr 2020) auf eine Ausstellung, gemeinsam mit N-Freunden, welche dazu passende Anlagenteile gebaut haben.


    Mit freundlichen Grüßen

    Roland

  • Mit einer Störung des Eltern-Kind-Verhältnisses!

    Und das kam so:


    Als kleiner Fraz im Alter von 5 jahren bekam ich an Weihnachten eine Blech-Spielzeugeisenbahn, die dann uhrwerksangetrieben im Kreis herumsauste. Nett, entsprach aber nicht den schon damaligen Erwartungen!

    Es wurde also weiter Eisenbahn mit Holzbauklötzchen gespielt, wobei die Puffer mit Reißzwecken dargestellt wurden.


    Das ständige Wiederholen eines bestimmten Wunsches auf dem Brief an den Weihnachtsmann führte schließlich dazu, dass dieser mir im Alter von acht Jahren den hartnäckiigen Wunsch erfüllte und unter dem Weihnachtsbaum (kurz nach meinem Geburtstag) ein Geschenk nicht nur für Weihnachten in Form einer Fleischmann-Anfangspackung (vorbildfreie Schlepptenderdampflok mit zwei Blechpersonenwagen samt Schienenkreis und Trafo) lag.




    Das war ein Anfang!


    Ein jahr später werkelte ein Mitarbeiter aus der Firma, in der mein Vater arbeitete, zwei Wochen in unserem Keller, was mich natürlich auf die richtige Fährte brachte.

    So war ich am Heiligen Abend auch nicht enttäuscht, als alle meine Geschwister (und das waren viele...) unter dem Weihnachtsbaum - natürlich erst nach Gedichteaufsagen und dem gemeinsamen Singen von Weihnachsliedern sich auf ihre Geschenke stürzten.

    Meine jüngere Schwester fand dabei doch tatsächlich unter einem Bettlaken versteckt eine, von eben jenem Mitarbeiter gebaute Traumvilla für ihre Puppen, mit Licht und allem Drum und Dran.

    Ich hingegn erhielt (nur) einen Schlüssel. Und ich wußte auch genau wohin er paßte!

    Ohne weiteren Kommentar eilte ich in den Keller und zu dem Raum hinter den Wäschkeller und fand tatsächlich eine 1,5 mal 2,5 Meter große Tischlerplatte mit einem großen Aussenkreis samt Weicheverbindung zu dem schon vorhandenen kleinen Kreis, jetzt aber mit zusätzlicher Weiche und Abstellgleis vor.

    Auf der linken Seiten war ein knapper Zentner (wohl etwas übertrieben...) Gips mit zwei Tunnelportalen, aus dem dann die legendäre MV9 mit zwei offenen Blechgüterwagen herausfuhr, zu sehen, rechts der ansonsten mit grünem und braunem Sägemehlstreu gestalteten pottebenen "Landschaft" befand sich noch eine mit blauer Farbe untermalter Seeglasplatte sowie ein beschrankter Bahnübergang und ein kleines Dorf mit noch kleinerer Kirche.

    Meine Eltern und ein Teil meiner Brüder waren mir gefolgt und wollten sich an dem freudig überraschten Beschenkten erfreuen.

    Ich aber blieb wie angewurzelt stehen.

    Ein paar erklärende Worte des stolzen Vaters, dann war ich wieder alleine.

    Was dann folgte, war die Geburt eines Modellbahnerlebens und ein tiefes Zerwürfnis (das sich zunächst nur auf das Thema Eisenbahn beschränkte) mit dem Vater.

    Ich zerstörte (so nannte es mein Vater) noch in der heiligen Nacht die "Modell"bahn nämlich, um mit dem so gewonnenen Material eine etwas plausiblere Landschaft samt Eisenbahn zu bauen. Dies gelang nach einigen Rückschlägen in der Folgezeit dann auch.

    Von meinen Eltern bekam ich aber nie wieder auch nur ein kleinstes Teil für das Eisenbahnhobby.

    Dafür aber umsomehr von meinem Patenonkel Karl, der im alljährlichen Geburtstagsgeschenk (ein ReaderDigest Buch) immer großzügig einen Geldschein plazierte, von dem weder Tante Ella noch meine Eltern etwas erfuhren.

    Auch ging mein ganzes Taschengeld (gab es nur für Arbeit und gute Schulnoten!) künftig in meine Eisenbahnhobby.

    Eines hat mir mein Vater aber dennoch mitgegeben und zwar die Lebensweisheit:

    Ein Steckenpferd ist ein Pferd, das einen über jeden Abgrund trägt.

    Und diese Lebensweisheit hat sich schon wiederholt bewahrheitet!!!

    Das mein Vater trotzdem ein mir wohlgesonnener Mann war, zeigte er mir im Jahr darauf, als er mir mein erstes Pferd schenkte!

    Aber das ist eine andere Geschichte....


    Euer Carl

  • Freunde der Modelleisenbahn...


    2 x hat der „alte Herr“ versucht, mich an die Modelleisenbahn heran zu führen... hatte damals noch nicht so richtig funktioniert, weil sie immer nur zwischen Weihnachten und Neujahr aus dem Keller geholt wurde. Damals (1961-1964) wohnten wir zusammen mit der Großmutter in einer 2 1/2 Zimmer Wohnung... wie gut hat man es doch heute...


    1962


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    1964


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    Gruß vom unheilbar infizierten Ex-Hanull-Gleichstromer

    Hans
    der Altenauer


    - unterwegs im schönsten Mittelgebirge Deutschlands - sowohl Regelspur als auch auf der Meterspur... ;) -

  • Liebe Freunde des gepflegten Eisenbahn-Modellbaus in Spur 0, lieber Rollo,


    das ist wirklich eine Gute Idee, mal darüber zu berichten, wie wir wurden, was wir sind. Modelleisenbahner. Ich schlage vor, den Thread dann noch zu erweitern und darüber zu berichten, was wir nach den Vorstellungen von Eltern, Großeltern, Lehrern, der ersten Freundin und der Ehefrau eigentlich hätten werden sollen (Pianist, Buchautor, Filmschaffender, Hochseesegler oder Goldmedaillengewinner im 100m-Lauf, Nobelpreisträger oder sowas, und wir Einfaltspinsel entscheiden uns für Modelleisenbahn).


    Ich hab's auch von meinem Vater, H0-2-Leiter, es gab verschiedene Modellbahnanlagen in unserem Keller, auf der letzten konnten wir, da über 3 Räume verteilt, 6m-Güterzüge fahren, da brauchte man schon mindesten 2 Piko-E44, um die zu bewegen. Die Wagenreihung war auch so eine Wissenschaft, um Unfallfrei durch die Kurven zu kommen, aber wenn die Loks so am Ende des eigenen Zugs entlangfuhren, das fanden wir richtig toll! Fertig geworden ist keine Anlage meines Vaters...


    Mein Hauptinteresse galt von Anfang an den Lokomotiven bzw. dem Wunsch, welche selbst zu bauen. Zuerst in H0. Mein Frühwerk besteht z.B. aus einer Köf II nach der Bauanleitung aus dem Eisenbahnmagazin (oder Moderne Eisenbahn?). Oder eine BR 71 (edit, 70 ist falsch), für die ich einen Bubikopf von Trix als Basis nahm. Oder die ELNA-2 auf Basis der Fleischmann-T3, nach einem Umbauvorschlag aus der MIBA. Dafür habe ich meinem Onkel seine T3 aus der Hüfte geleiert. Als ich fast fertig war, wollte er sie plötzlich wiederhaben,der Bl....mann, wäre ein Missverständnis gewesen. Wie gut, daß ich die abgesägten Enden vom Fahrwerk aufgehoben hatte, und es damals schon UHU+ gab.

    Eine KöfIII müßte hier auch noch irgendwo sein, wie die beiden Köf II ebenfalls aus meinem damaligen Lieblingsmaterial entstanden. Die River-Cola von ALDI war ja geschmacklich nicht so der Hit, aber das Dosenblech! Ganz dünnes Stahlblech! Verzinkt! Das war mein bevorzugtes Material, aus der Geldnot geboren. Erstaunlich, dass ich die unterschiedlichen Versuche, die Kunststoffbeschichtung bequem runterzukriegen, überlebt habe. Ausser Radioaktivität habe ich eigentlich alles ausprobiert, was es so an thermischen, chemischen und physikalischen Möglichkeiten gab, das Blech blank zu kriegen, damit man es verlöten kann.


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    Es gab dann noch einen kurzen Abstecher in die Spur 1, ebenfalls eine Köf II aus Dosenblech. Die hatte richtigen Kettenantrieb, und mein älterer Bruder hatte mir einen einfachen ölgefüllten Drehmomentwandler nach einer MIBA-Idee gedreht. Kombiniert mit einem TRIX-H0-Motor und den positiven akkustischen Eigenschaften der Dosenblechhülle war das richtig cool!


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    Danach kam eine längere Schaffenspause, die 80er in Restberlin hatten doch so einiges zu bieten für mich und meine Freunde, das war meist prickelnder als die MoBa... Und dann begann ich so vor 20 Jahren, mich mit der Spur 0 zu beschäftgen.


    Ich freue mich schon auf weitere Comming-Out-Berichte, also wie Ihr rausgefunden habt, dass Ihr Ferrosexuell seid...


    Danke für Euer Interesse!


    Gruß Torsten Frieboese

  • ein wenig zu lesen !:D


    Hallo,

    meine Eltern sagten bei mir fing es mit 2 Jahren an, ich hangelte mich am Fernsehzimmerschrank hoch um Papa's N-Bahn anzusehen. Bei mir war es dann natürlich auch Spur N. Da ich Feldbahn liebe, fuhren dann die ersten Roco H0e-Loren mit, ist ja auch 9mm, dann mit 10 gesellte sich eine Miniclub V60 als Feldbahnlok dazu, die Loren wurden auf 6,5mm umgespurt.:)

    In der Jugend wurden die Reste verscherbelt aber es dauerte nicht lange und mit 16 fing das "Elend" an - mit dem ersten Weihnachtsgeld in der Lehre kam nun so richtig die Miniclub bei mir ins rollen. Erst nur Normalprogramm, wenig später auch Sonder- und Werbemodelle. Zwischenzeitlich kam ein wenig Märklin Spur I dazu. Dann kam unser erster Sohn, das Eisenbahnzimmer hatte sich erledigt, die Miniclub wurde verkauft und der Dachboden wurde mit Spur I aufgerüstet. Parallel kam der Gedanke warum nicht auf der eigenen Modellbahn fahren - Kauf eines Köf-Bausatzes in Spur 5, aber irgenwie gefiel mir es nicht, dass die Lok nur in Begleitung eines mit Batterien versehenen Bedienwagens fahren kann - Verkauf. Mir kribbelte es wieder in den Pfoten - was Neues muß her - Feldbahn 500mm auf dem mitlerweile gekauften Grundstückes !? Frau sagt nein ! Mittlerweile kam Sohn Nummer 2 - Ende mit der Spur I auf dem Dachboden, der wurde nun als Elternschlafzimmer genutzt - Verkauf der Spur I. Keine Bahn mehr - watt nu - so geht das nicht, undenkbar !

    Feldbahn muß sein, egal wie ! Wie bekommt man die Ehefrau dazu bei einer bekloppten Idee einzulenken - richtig die erste vorgeschlagene Idee muß noch bekloppter sein ! Mal wieder in einer schlaflosen Nacht durchblätterte ich das Internet und schaute mir schöne Feldbahnen an ... und dann das, was ist das den - Modellfeldbahn in 7,25", Hammer, das ist es, muß ich haben. Jetzt kommt das mit den bekloppten Ideen. Suuusiiiiee, schau mal eine schöne 500mm Feldbahn für unseren Garten - die Antwort meiner Frau verkneife ich mir, aber es war unter anderem das Wort Irrenanstalt enthalten !:) Damit der Plan aufgeht habe ich ihr ein paar wenige Minuten später die 7,25" Bahn gezeigt - Antwort : Das ist mir egal, bau drauf was Du willst aber eine richtige Feldbahn kommt mir nicht aufs Grundstück - so bekommt man seinen Willen durch - erstmal hochstapeln !

    Der Hausbau zog sich 3 Jahre hin da wir die Wohnung nicht verkauft bekamen, so auch erstmal keine Bahn auf dem Grundstück. Mittlerweile bekam ich zu fairen Preisen meine ersten 2 Lok und einige Sitzwagen. Aber es mußte was passieren ! Dann kam die Idee - eine Personenbefördernde Bahn für meinen ehem. Heimatort Hornburg! Der Bürgermeister, leider mittlerweile verstorbener Cousin meiner Frau ebnete mir den steinigen Weg so ein wenig - Grundstück wurde recht schnell gefunden, Parkgelände unseres ehem Krankenhauses. Die alte Fachwerkgarage diente für mehrere Jahre nun als 2-ständiger Lokschuppen. Ich habe fast allein für die Parkbahn 350m Gleis + 4 Weichen geschweisst und verlegt ( ausgerechnet - rund 950m Schweissnaht, das gehen viele am Tag nicht zufuss!) und 11 to Schotter bewegt, wo ein Wille ist wird nicht lange gelabert, 2003 bauten wir dann endlich unser Haus, parallel ich die Parkbahn und ja ich war ja auch bei uns im Werk bei der Klimatechnik beschäftigt, welch Glück - 2003 brauchte man im Sommer nicht "frieren", ich war eigentlich nur noch zum schlafen zuhause.

    2004 war klar, ich mache nach 2003 ein Jahr nix - und das war auch gut so. 2005 kam dann die Bahn aufs Grundstück, 100m Gleis, 3 Weichen, eine Drehscheibe, als Lokschuppen dient zum Teil der Geräteschuppen, auch ein Hochgleis in meinem 0-Keller ist vorhanden sowie ein Ladegleis unterm Carport mit Elektrischem Verladekran samt Laufkatze - auch Gartenbahn ist teilweise sehr schwer.

    2006 war Märklin Miniclub falsch inseriert, ich hatte Langeweile, geboten, alles günstigst bekommen, so ein Schei... jetzt fängt der Mist wieder von vorne an - einmal Z -immer Z sagte ich schon Jahre davor, leider hatte ich Recht. Es wurde wieder exzessiv gesammelt aber auch Modelle selbstgebaut, verfeinert usw. Aber langsam verarschte Märklin seine Z-Kunden immer mehr, nur viel Varianten, kaum Modellneuheiten, es kam Frust auf ! Ich hatte so um 2007 mal günstig ein Startset von Lima in 0 bekommen und mal ein wenig rumgesponnen wie man Spur 0 am besten im Keller unterbringen könnte, aber alles verworfen - hatte ja genug Miniclub. Mittlerweise so 2009 / 10 befuhr ein großer Autokran das verschneite Parkgelände meiner Parkbahn. Er wußte nichts von der Bahnanlage und knickte Gleise direkt an den betonierten Bahnübergängen um und richtete auch so genug Schaden an - das war zu viel, ich verkaufte das gesamte Gleismaterial und über die Hälfte des Rollmateriales. So um 2012 hat mein Stammtischbruder Harald dann mit Spur 0 parallel zur Miniclub begonnen, schon ganz geil, dachte ich, mir fiel die alte Lima-Bahn wieder ein. Dann kam die Kostenfrage - Miniclub nicht ganz so billig, soooo groß ist der Unterschied preislich zur 0 auch nicht wenn man sich nicht jede Woche eine Lok kaufen "muß". Es kam im Oktober 2014 - Modellbahn-Flohmarkt in Lehre bei Braunschweig, dort steht immer eine 0-Modul-Anlage und der ein oder andere Spur 0 Verkäufer war dort.

    An diesem Tag kaufte ich meine erste Spur 0-Lok - einen schlecht laufenden EMA-Glaskasten, war ein Fehler was sich später herausstellte, aber egal der Anfang war gemacht. Kurz vor Ende nahm ich noch eine rote Riva 216 mit, diese war trotz abgebrochenem Puffer optisch und technisch weit besser in Schuß für ihre 75 Euro und wurde später komplett aufgerüstet.

    Am selben Wochenende bestellte ich noch ein Lenz-Startstt samt Digitaleinheit bei Schnellenkamp und dann ging es in 0 los.

    Verkauf des großen Teils der Miniclub-Sammlung, Planung, Bau des Schattenbahnhofs, Bahnhof Hornburg wurde abgespeckt nachempfunden und der Rest der Kellerwände mit einer Rundstrecke versehen - ich rangiere zwar gerne, aber lieber schaue ich mir die Züge beim Fahren zu. Naja den Rest kennt der ein oder andere, ich kaufe gerne ältere Modell und mach sie wieder alltagsfit ....


    Die Spur 0 wird die letzte Spurgröße sein die ich hauptsächlich betreiben werde, glaubt meine Frau zwar nicht dran - ist aber so. Ich habe es nicht aufgeführt, aber ich hatte eigentlich so jede Spurgröße die es gibt, selbst im Garten stehen, auch 600mm Feldbahnloren - zur "Freude" meiner Frau, auch die verschiedenen Spurweiten in den Maßstäben hatte ich so fast alle, aber was ich so an der Spur 0 toll finde ist - man bekommt nicht alles und schon gar nicht sofort, man muß abwarten können, da kommt irgendwie der Sammler und Jäger wieder durch !;)


    Gruss

    Olaf

    Der Mensch hat die Atombombe erfunden, keine Maus war je so dumm und baute eine Mausefalle !

  • Wow, was ein Auf und AB

    So wie Thoralf und ein wenig wie Olaf ging es mir im weiteren Leben auch.

    Und ich glaube, dass dies sogar typisch für Viele von uns ist.


    So annähernd sechs Jahre spielte ich dann eigensinnig mit meiner Fleischmannbahn, jedenfalls wenn die Schule und das Mithelfen im riesigen Garten und der mittlerweile vorhandenen Landwirtschaft (Hobby des Vaters) mir Zeit ließen.

    Dazu kam der zum Leistungssport angewachsene Pferdesport, bei dem es jedes Wochenende von Frühjahr bis Herbst auf ein Turnier ging. Und es mußte natürlich ständig trainiert werden. Das war kein Spaß! Als ich mich zusammen mit meiner Schwester über unseren Trainer beschwerte, weil dieser uns mit der Longierpeitsche des öfteren ins Kreuz schlug, fuhren wir zum Rettershof, um zuzusehen, wie eine Olympiareiterin ihrerseits die Peitsche spürte.

    Aber das machte alles nichts mehr aus, wenn es mir dann doch gelang, Zeit für meine Modellbahn zu haben, die immer wieder neue Anregungen durch mein Fahrschülerleben (mit der Limburger Zigarre nach Niedernhausen im Taunus und dann weiter mit V100 und Silberlingen nach Hofheim i.T. sowie abends (Tagesheimschule) zurück) bekam.

    Als die Strecke Frankfurt a.M. - Niedernhausen elektrifiziert wurde, fuhr ich des öfteren auf der den Bauzug befördernden 50er mit.

    Erlebte aber auch noch den Schiffsdiesel der V36, selten eine P8 oder P10. Das waren Zeite!!!


    Das junge Modellbahnerleben, was ich ja heimlich neben meinem Schüler-, landwirtschaftlichen Gehilfen- und Sportlerleben führte, wurde allerdings bisweilen von meinen jüngeren Brüdern getrübt, die -ohne interesse an der Modellbahn zu haben- mir diese immer wieder mutwillig beschädigten. Dann gab es einen Satz heiße Ohren, was dazu führte, dass ich wegen der sich beschwerenden Brüder von den darauf folgenden Schlägen meines Vaters tagelang einen steifen Hals hatte.


    Durch die sportlichen Erfolge schauten viele Mädchen zu mir auf und ich auf diese hinab.

    Das schadete dem Eisenbahnhobby aber weit mehr, als die zerstörerischen Handlungen meiner Brüder.

    Ich war mit dem jetzt entdeckten neuen Geschlecht so beschäftigt, dass für die Modellbahn fast keine Zeit mehr war.

    Sie wurde daher an einen Trödler in Wiesbaden für schnöde 80,- Mark verkauft (immerhin sechs GFN Loks, Wagen, Signale usw.).

    Heute kann ich dies unglückseelige Tat nur noch bedauern.

    Das ging so bis 1972.

    Da kam von Fleischmann die BR 64 heraus. Und ich war wieder infiziert!

    Ich war jetzt Student, hatte nach wie vor Pferd und Freundin und eigentlich überhaupt kein Geld, weil ich mir mein Studium selbst finanzieren mußte. Dies kam daher, weil ich nicht das vom Vater vorgegebene Tiermedizinstudium einschlug, sondern Jura studierte. Mein Vater hatte mit zuvor schon angekündigt, dass ich dann für meinen Lebensunterhalt selbst sorgen müße. So arbeitete ich neben dem Studium als Reilehrer, im Straßenbau, als Zimmermannsgehilfe, Tankwart und mehrere Jahre als Fahrer eines Zahntechnikunternehmens.

    Es gelang mir dennoch einen kleine GFN Bahn, allerdings in der Spur N aufzubauen, die sich unter meinem Bett befand. Die das neue Modellbahnerleben auslösende BR 64 wurde aus Platz- und Geldgründen also zunächst nicht gekauft.

    Aber das Hobby war neben allen anderen weiterbestehenden Interessen wieder da! Eigentlich war es ja nie wirklich weg..... .

    Gegen Ende des Studiums, als ich in einer Hausmeisterwohnung (natürlich mit der zugehörigen Tätikeit) lebte, zu der auch ein Gärtchen gehörte, in dem sich ein kleiner Schweinestall befand, hatte ich in diesem wieder Platz für etwas Größeres. Die N-Bahn wurde kurzerhand verkauft bzw. getauscht und neben einer 50er und der V100 (Fahrschüler...) war dann auch die 64er an Bord.

    Und jetzt wurde nach durchgearbeiteten Tagen erst mal Eisenbahnbetrieb gemacht, bevor die Nacht den (Gesetz-) Büchern gehörte.

    Heute brauche ich mehr SCHLAF!


    Dann kam die große Zeit für H0. sogar mit Buchveröffentlichung!

    Aber das ist wiederum eine andere Geschichte.


    Ja, das Eisenbahnhobby, es ist auch ein wesentlicher Teil des Lebens geworden...


    Euer Carl

  • Hallo,

    ist schon sagenhaft, mit welchen einfachen Fahrzeugen damals in der Kindheit gespielt wurde. Und wir waren alle zufrieden. Ich bekam mit 5 Jahren meine erste Modellbahn von Verwandten zu Weihnachten, es war eine Märklin Großspur (ich glaube Spur 0 oder 1, mit Blechschienen und Mittelleiter). Die Bahn war ein Erbstück und wurde noch vorm 2. Weltkrieg produziert. Der Trafo war ein Neubau, den hatte mein Onkel, als er noch Mitglied bei der Spur 1 im Museum für Hamburgische Geschichte war, für mich gebaut, immerhin waren da 24 Volt drauf (wäre heute nicht denkbar für Kleinkinder). Für die Bahn musste in der Weihnachtszeit das halbe Wohnzimmer umgeräumt. Im Januar wurde alles wieder in Kartons verpackt.
    Ich wünschte mir aber noch eine H0-Eisenbahn für die Zeit nach Weihnachten. Im Kopf hatte ich immer Märklin, weil meine Freunde die selbe Marke hatten. An einem Weihnachten bekam ich dann H0, aber nach dem Auspacken große Enttäuschung! Es war eine Neckermann Blechbahn (Vt08) auf Schienen mit Pappschwellen. Kein Trafo dabei, sondern ein Gehäuse für eine Flachbatterie. Es gab keinen Regler, nur vorwärts, rückwärts und stop! Ich bettelte nach Weichen, die gab´s von Fleischmann, da fuhr aber der Blech-Vt nicht drüber, zu dicker Spurkranz. Also kauften meine Eltern eine einfache Flm-T3 mit einigen Blechwagen. Die Anlage wurde auf einer 2 m x 1 m Platte aufgebaut. Modellhäuser kamen dazu, aber aus Karton-Ausschneidebogen; die Familie und ich kannten nichts anderes. Zum Geburtstag gab es das erste Fallerhaus, das war schon eine Steigerung. Die Anlage wurde nach und nach verfeinert. Leider gab es immer Probleme mit Gleichstrom, die Loks blieben oft stehen und mussten angeschoben werden, das gefiel mir nicht. Ich wusste, dass Märklin mit seinen Wechselstrom-Loks fiel sicherer fahren (bei meinen Freunden).
    Später wechsel auf Spur N. Und vor ca. 10 Jahren auf Spur 0 und ich bin zufrieden mit dem großen Maßstab!

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