Erfahrungen mit 3D-Lasercutter?

  • Hallo Lennart,


    der Aufwand richtet sich je nach Gestaltungswunsch und man sollte den Faktor Laufzeit nicht unterschätzen. Bei meinem Mauerwerk wurde dunkelroter Römerkarton verwendet und anschließend mit mattem Klarlack aus der Spraydose versiegelt; dabei muss der Karton unbedingt plan liegen. Wenn man die lasergravierte Oberfläche nicht versiegelt, kann es sein, dass sich bei einzelnen Ziegelsteinen die Oberfläche löst und abfällt. Bei Mauerwerk habe ich damals die Fugen am Rand mit Maleracryl verfugt und anschließend mit Humbrol Weiß matt angestrichen (siehe Foto).



    Wünsche gutes Gelingen!

  • Schoenen guten Abend Mitticus,

    genau das selbe mit dem Aufspalten von Architektur Pappe oder Karton habe ich auch erlebt nachdem ich zuerst grundierte,

    dann fuer rund 1 Woche weggelgt, und dann ... ich traute meinen Augen nicht. Das ganze nochmals gelasert und zuerst

    zusammengeklebt und dann mit Klarlack versiegelt. Jetzt liegt es in einem grossen Karton weil der MEC und ein 2. Verein

    alles wegreissen musste.

    mfg aus Wien Penzing - Josef

  • Hallo Josef, Mattiacus ist doch gar nicht dasselbe passiert, wovon du berichtest. Er beschreibt lediglich, dass bei einer 3D-Gravur der Oberfläche der Karton an der „zerstörten“ Oberfläche empfindlicher wird. Das liegt in der Natur der Sache, deshalb ist es im Falle einer 3D-Gravur der Oberfläche sinnvoll, zu fixieren.

    So wie du es beschreibst, könnte man lesen: Finger weg von Lasercut mit dem Werkstoff Karton. Die Modellbauwelt wäre um einiges ärmer.


    Gruß — Jürgen

  • Hallo Howi,

    noch einmal vielen Dank für Deine Hinweise!


    Das Thema Laufzeit hatte ich auch schon vermutet. Eine Außenwand z.B. beim Hauptgebäude der Molkerei benötigt ca. 1h, und es sind nur gravierte Linien oder Schnittkanten, keine Flächen. Und dann kommen die Dinge noch hinzu, die einem erst später einfallen oder evtl korrigiert werden müssen, so dass man ein Teil in der Regel zwei - oder dreimal lasert ...


    Viele Grüße


    Lennart

  • Moin Lennart,


    die Bezeichnung Fläche definiert den Raum, in dem man einen Verlauf anlegt. Dass der Laser die Fläche nur mit Linien (Stärke je nach Optik) gravieren kann, ist klar. Gegenüber einem 3-D-Druck ist eine Stunde für deine Außenwand eher gering. Oder?


    @ Josef


    Deine erwähnte Problematik hat sich bei mir nicht noch nie ergeben und erschließt sich mir auch nicht. Man sollte einen Karton verwenden, der nicht geschichtet ist, wie z. B. Architekturkarton oder 4 G dick (zu hart). Besser ist naturbelassener Karton mit offener Fläche wie z. B. Römerkarton, Grau- oder Finnpappe usw.. Für mechanisch beanspruchte Bauteile verwende ich grundsätzlich „offenen“ Karton. Nach dem Laserschneiden tränke ich die Bauteile mit Isopropanol und direkt daran mit superflüssigem Sekundenkleber. Das Ganze wird dann hart wie Messing und habe auch so schon Doppelspeichenräder angefertigt. Bei besonders dünnen Bauteilen wie Gitter usw. funktioniert das auch und alles wird knochenhart!


    Wünsche allen ein schönes Wochenende und bleibt gesund!

  • Hallo,


    mittlerweile habe etwas mit meinem neuen Mr Beam probieren können.

    Vorher habe ich einen Einsatz für das Werkstattfenster gebastelt um den Abluftschlauch nach Außen zu führen. Auf den Kauf der Filterbox habe ich verzichtet. So kann ich die Nachbarn an meinen Arbeiten teilhaben zu lassen :saint:


    Erster Versuch nach etwas Papier, Pappe und Birkensperrholz war Mauerwerk in 3mm MDF.


    Links die Standardeinstellungen für Kraftplex, Schneiden geht auch. Aber die senkrechten Linien sind zu schnell gelasert.

    Das Gravieren dauert 4 Minuten, Schneiden 15 Minuten.:huh:

    In der Mitte habe ich den Laser 150ms am Linienanfang pausieren lassen, schon besser. Aber die Fugen waren etwas dünn.

    Rechts mit mehr Power graviert, das Schneiden habe ich mir gespart.

    Mittlerweile verstehe ich besser, wie der Laser die Linien aufbereitet, so kann ich die Zeichnung optimieren.


    Schnell mal etwas Farbe drauf, jeweils die linke Hälfte mit Schmincke Akademie Acryl teracotta und rechts mit Pan Pastell.


    Bin schon ganz zufrieden für einen ersten Versuch.


    Grüße


    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


    Mein Spur 0 Blog: 1durch45.de

  • Hallo,

    denke auch aktuell üner die Anschaffung eines Diodenlasers nach. Da ich hauptsächlich mit Papier, Pappe und dünnen Holz arbeite, reicht deren Leistung aus.


    Und gerade beim Prägen von Mauerwerk, Bau von Fenstern oder Dachziegeln gewinnt man viel Lebenszeit zurück.


    Habe mich bislang nur theoretisch damit beschäftigt, mir ist nicht klar, wie ich dem Laser bei einem Werkstück sage, an dieser Stelle graviere und an dieser Stelle schneide...


    Ggf. ist das in der Software auch selbsterklärend.


    Bisher habe ich nur Beiträge gesehen, wo entweder geschnitten oder geprägt wurde.


    Vielleicht hat jemand ein Gerät vom Schlage eines Ortur oder Neje oder vergleichbar und kann dazu etwas sagen.


    Mal so am Rande, offensichtlich gibt es für diese Geräte einen Markt, warum gibts da fast nur Chinageräte.


    Diese kosten zwischen z. B. zw.100 und 300 Euro.


    Da sollte doch auch etwas unter Einhaltung aller Sicherheitsbestimmungen für unter 1.000 Euro aus europäischer Fertigung möglich sein.


    Verstehe ich nicht...


    Gruß, Zander

  • Hallo Zander,


    Es wird über die Linienfarbe ausgewählt ob du schneidest oder eine Gravur machst. Ist bei meinem Gerät ziemlich einfach in der Software einzustellen. Die läuft übrigens im Browser.


    Zu den Kosten: 1000€ scheint mir zu wenig zu sein. Eine kleine CNC-Fräsmaschine aus deutscher Produktion kostet schon 1500€. Ohne geschlossenes Gehäuse und teuren Nachweis der Vorgaben für Laserklasse 1. Vermutlich fehlen auch die Stückzahlen, wenn weiter der gefährliche Chinakram illegal verkauft wird.


    Grüße

    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


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  • Moin!


    selber beschaffen ist oftmals mit hohen Kosten verbunden - nice to have.


    Aber ja nach Wohnort vielleicht mal nach einem Fablab suchen um erst einmal Erfahrung zu sammeln.


    Dort kann man oftmals für kleines Geld die Maschinen nutzen.


    Jan

  • Egal, ob FabLab oder eigener Laser, generell gibt es zwei grundlegende Modi: 1. Vektorpfade abarbeiten, 2. Eine Bitmap-Grafik zeilenweise abarbeiten (= Gravieren). Bei 1. wird dann noch unterschieden zwischen »Schneiden« und »Markieren«.

    Manche verwenden den Begriff »Gravieren« (fälschlicherweise) auch dann, wenn Vektorpfade mit geringerer Leistung abgefahren werden.

    Üblich ist bei den meisten Softwarelösungen zur Ansteuerung der Laser bei 1. die Leistungssteuerung durch Zuweisung von Farben. Eine weitere Voraussetzung ist es, dass Haarlinien angelegt sein müssen; für das Schneiden gilt meist (RGB) 255/0/0, für das Markieren 0/0/255. Weitere Leistungszuweisungen über andere Farben sind möglich.


    Mein Laser wechselt – ganz unabhängig von der Farbe – in den Gravurmodus, wenn keine Haarlinien, sondern stärkere Linien oder Flächen in der Grafikdatei enthalten sind. Dann ist entscheidend für die Leistungssteuerung der Grauwert, den die jeweilige Fläche hat. Bei Gravieren kann man dann in Grenzen eine dreidimensionale Wirkung erzielen, indem man Verläufe und unterschiedliche Graustufen einsetzt. Wie hier am Beispiel eine Stücks Schieferfassade:


    In vielen FabLabs werden meines Wissen Epilog- oder Universal-Maschinen eingesetzt, für die gilt oben Genanntes in jedem Fall. Als Übergabedatei wird in der Regel das ai-Format (Adobe Illustrator) verwendet, dass sich aber auch aus CDR heraus abspeichern lässt.


    Gruß --- Jürgen

  • Hallo Jaffa,


    Sehr interessant. Bei meiner Maschine wird kein Unterschied zwischen Gravur oder Linien mit geringer Leistung gemacht. Man kann in einer SVG-Datei auch Linien und Bitmaps kombinieren, die Software erkennt das. So kann man einen Gravurbereich ausschneiden.


    Allerdings benutze ich bislang meistens DXF, damit kann man jeder Farbe eine eigene Leistung zuordnen, der RGB-Wert ist egal. Hellgrau kann 100% sein und Dunkelblau 20%.


    Grüße

    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


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  • Fur diese Muster ist aus meinen Erfahrung die Flächendefinition als Gravurdefinition möglich.


    Aber wenn man Ziegelfugen haben will, dann muss man wohl in ein Bild umwandeln und dann den Wagenvorschub mit der Pixelbreite synchronisieren - sonst kann es passieren, das plötzlich Zeilen zwei Pixel breit sind und das sieht man auf jeden Fall.


    Jan

  • Bei meiner Maschine wird kein Unterschied zwischen Gravur oder Linien mit geringer Leistung gemacht. Man kann in einer SVG-Datei auch Linien und Bitmaps kombinieren, die Software erkennt das. So kann man einen Gravurbereich ausschneiden

    Na ja, der Unterschied wird bei dir generell auch der sein, ob Vektorpfade abgefahren werden oder eine Bitmap Zeile für Zeile gebrannt (graviert) wird. Diese verschiedenen Datenarten sind bei mir natürlich auch in einer Datei enthalten: Erst wird graviert, dann wird markiert und im dritten Schritt geschnitten (wenn denn alle Datenarten in der Datei vorhanden sind).

    Allerdings benutze ich bislang meistens DXF, damit kann man jeder Farbe eine eigene Leistung zuordnen, der RGB-Wert ist egal. Hellgrau kann 100% sein und Dunkelblau 20%.

    Klar, die individuelle Zuweisung ist natürlich möglich. Wenn man mit Standards und Voreinstellungen arbeitet, ist es aber ganz praktisch, feste Routinen zu haben. Die von mir genannten RGB-Werten für Schneiden und Markieren sind die üblichen bei Dienstleistern und den FabLab-Geräten, die ich kenne.


    Gruß --- Jürgen

  • Moin!

    Ich benutze einzelne Linien und keine Bitmap, geht prima.


    H3x

    verstehe ich das richtig - Du gravierst die einzelnen Linien direkt? Also nicht mit wenig Power schneiden?


    Das hatte ich nämlich versucht und da entstehen bei den vertikalen Linien immer so unschöne "Einstichpunkte" am Linienanfang.


    So jedenfalls bei meinen Arbeiten für die Spur Z.


    ... aber derzeit blockiert Corona meinen Laserzugang. ||


    Jan

  • ber wenn man Ziegelfugen haben will, dann muss man wohl in ein Bild umwandeln und dann den Wagenvorschub mit der Pixelbreite synchronisieren - sonst kann es passieren, das plötzlich Zeilen zwei Pixel breit sind und das sieht man auf jeden Fall.

    Das ist letztendlich eine Frage der Auflösung: In Z habe ich noch nichts gemacht, wohl aber jahrelang für Spur N. Die Ziegelstruktur bei diesem Gebäude im Maßstab 1:160 ist als Bitmap mit 850 dpi gelasert. Hier einzelne Pfade mit geringer Energie zu »schneiden«, wäre Irrsinn und zeutlich viel länger als die Bitmap-Gravur:


    Aber auch in 1:45 graviere ich solche Oberflächenstrukturen, weil der Start-Stopp-Betrieb bei den vielen kurzen Linien extrem in die Zeit geht und dann das zeilenweise Abarbeiten der Fläche letztlich schneller ist.

    Weiteres Argument: Beim Markieren von Vektor-Linien habe ich die Schnittbreite des Lasers als Linie, beim Anlegen der Bitmap kann ich die Linienbreite frei nach Bedarf einstellen. Für normale Ziegelmauerfugen ist mein Laserstrahl zu fein, da bekomme ich mit dem Gravieren einer Bitmap das bessere Ergebnis.


    Gruß --- Jürgen

  • Hallo Jan und Jürgen,


    Je nach Material lasse ich den Laser am Linienanfang ein paar Millisekunden stehen. Nur die Fugen zu gravieren geht beim Diodenlaser schneller. Die Fugen werden bei den richtigen Parametern genau 0,2 mm breit. Ich hatte auch erst Bedenken, weil ich das mit dem Linienanfang auch gehört habe. Da scheint es deutliche Unterschiede zwischen Diode und Röhre zu geben.

    Ich habe ein paar Parameter in meinem Blog aufgeschrieben

    https://www.1durch45.de/2020/1…erparameter-fuer-mr-beam/

    Das dürfte gegenüber 100 W Röhrenlasern relativ langsam sein, aber ich muss ja auch nichts für den Verkauf herstellen.


    Grüße

    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


    Mein Spur 0 Blog: 1durch45.de

  • Moin!

    das habe ich auch schon überlegt. Bei Z ist das Linienschneiden zu unsauber - Gravur besser und bei großen Gebäude sind es schnell einmal zig-tauschend Elemente.


    Hoffentlich kann ich bald mal wieder zum Laser.


    Jan

  • Hallo Miteinander,


    toll, was sich da für Möglichkeiten eröffnen - auch das mit der flächigen Gravur (Schieferdach) schaut super aus.


    H3x :


    Welches Gerät benutzt Du denn?


    @ An Alle:


    Was habt Ihr denn für Laser im Gebrauch?


    Gruß und schönen Abend


    Zander

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