Erfahrungen mit 3D-Lasercutter?

  • Hallo Zusammen,



    auch wenn es sich nicht um den 3D-Druck von Modellen handelt:

    hat jemand Erfahrungen mit Lasercuttern wie z.B. den


    Emblaser 2 Laserschneider und -Gravierer von Darkly Labs


    oder ähnlichen Produkten?


    Ich möchte Sperrholz, MDF bis 4mm und Karton schneiden oder gravieren, um z.B. aufwändige Backsteinfassaden von

    individuellen Fabrikgebäuden oder Bahnhofsgebäuden zu gestalten ...


    Danke und viele Grüße


    Lennart


    http://www.kaiserbahn.de

  • Kaiserbahn

    Changed the title of the thread from “Erfahrungen mit 3D-Lasercutter” to “Erfahrungen mit 3D-Lasercutter?”.
  • Hallo Lennart,


    so klein ist die Welt - grade "Kaiserbahn" gelesen und da wurde ich natürlich doppelt hellhörig.


    Willst Du Dir einen Lasercutter zulegen oder tut es auch die Nutzung?


    Ich greife immer auf das Fablab in Lübeck zurück - ist ja nicht so weit.


    Allerdings sind die derzeit noch für die Öffentlichkeit gesperrt. Da könnte ich in Teilen weiterhelfen.


    Gruß Jan

  • Hallo Jan,

    danke für den Tipp!


    Aktuell neige ich her zur Anschaffung, da es so viele Einsatzmöglichkeiten beim Modellbau gibt. Sämtliche Gebäude auf meiner Anlage sind ans Vorbild angelehnt und somit keine Serienmodelle. Lasercutter können z.B. auch Messingblech gravieren. So sind auch Wagenkästen z.B. für gedeckte Güterwagen denkbar. Oder mit dem Cutter können Markierungen für präzise Nietreihen gesetzt werden. Vermutlich kommen noch viele Ideen, wenn der Cutter erst einmal angeschafft ist.


    Aktuell geht die Tendenz bei Modell eher in Richtung Mr. Bean II, da es eventuell Vorteile bei der mechanischen Führung des Druckkopfes und bei der Beschaffung von Ersatzdioden gibt. Dagegen tritt für mich der Nutzen der 3. Dimension des Emblaser 2 zurück, da ich die gelaserten Mauerelemente als Urmodelle für einen Stewalinabguss verwende. Aber das ist natürlich eine höchst individuelle Entscheidung ...


    Viele Grüße


    Lennart

  • ... Lasercutter können z.B. auch Messingblech gravieren. So sind auch Wagenkästen z.B. für gedeckte Güterwagen denkbar. Oder mit dem Cutter können Markierungen für präzise Nietreihen gesetzt werden. Vermutlich kommen noch viele Ideen, wenn der Cutter erst einmal angeschafft ist.

    Radio Eriwan antwortet: Im Prinzip ja, aber ...


    Lasercutter, mit denen sich Messing und generell Metall gravieren oder schneiden lässt, spielen in einer anderen Liga. Das sind keine CO2- oder Diodenlaser. sondern (i.d.R.) Faserlaser mit einer sehr hohen Leistung.

    Metalle kann man mit Lasern in der Leistungsklasse, die von unsereins finanzierbar sind, bestenfalls markieren, wenn man sie mit einem entsprechenden Spray oder eine Paste behandelt, die dann beim Lasern eine chemische Veränderung und einen Farbumschlag an der Oberfläche bewirkt.


    Zum 3D-Lasern: Wenn man in organischem Material wirklich Reliefs lasern möchte, dann ist das eine extrem zeitaufwendige Sache mit etlichen Laserdurchgängen. Mein Laser ist nicht gerade schwach auf der Brust und aus einem 1,5 mm starkem Material ein U-Profil mit Nieten in einem Durchganz zu gravieren, dafür reicht es. Um aber eine Gründerzeitfassade mit allen Vorsprüngen und Schmuckelementen zu lasern, das würde auch ich über mehrere Schichten lösen, die nach dem Lasern montiert werden.


    MDF ist nicht wirklich angenehm zu lasern, weil durch die Bindemittel sehr viel Schmauch enststeht ... und umso mehr, je tiefer man ins Material geht.


    Gruß --- Jürgen

  • Hallo Lennart,


    ich habe auch über den Kauf eines Lasers wie Mr. Beam nachgedacht. Mir geht es, wie dir, um das Gravieren von Mauerwerk, Schneiden steht nicht im Vordergrund, dafür habe ich eine Fräse.

    Metall kann man mit den Diodenlasern nicht bearbeiten, auch ist die Leistung mit 5-10W sehr begrenzt. Viele dickere Materialien bekommt man nicht mit einem Schnitt durch, da muss man schon oft kokeln. Ich habe mir das mal bei dem Laseraufsatz von Stepcraft auf der Intermodellbau angesehen, das ist die Entdeckung der Langsamkeit. Ob man so ein Gerät unbeaufsichtigt laufen lassen möchte bei der Feuergefahr? Viel Spaß beim beaufsichtigen. :sleeping:

    Ich kann ab und zu einen 100W Laser benutzen, das entspricht eher dem, was man als Vorstellung hat. Aber der Qualm. der im Gerät abgesaugt wird, ist schon heftig! Mit der Wasserkühlung und Abluftanlage sind die Abmessungen nur für eine größere Werkstatt geeignet.


    Im Netz gibt es Laserköpfe mit 2-20W für die Fräsmaschine für unter 100€, sobald ich Blindenschrift drauf habe probiere ich die mal aus :D


    Grüße


    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


    Mein Spur 0 Blog: 1durch45.de

  • Gravieren von Mauerwerk ist eine schöne Sache mit dem Laser. Ich baue meine Gebäude immer mehrschichtig auf: Innen inzwischen in der Regel einen Kern aus 3 mm starker Finnpappe (keine so hohe Dichte, aber formstabil, preiswert und gut zu lasern) und außen bei Ziegelwänden dann einen durchgefärbten Laserkarton mit 0,9 mm Stärke für die Gravur (gibts z.B. bei Architekturbedarf.de ). Wenn es Sandstein-Mauerwerk ist, nehme ich für die äußere Schicht eine 1,5 mm starke Finnpappe, die beim Gravieren einen leichten Farbumschlag in ins Beige-Braune bekommt und ohne farbliche Nacharbeit gut als Sandstein durchgeht.


    Beispielsweise Bayerischer Würfel: Wände Sandstein, Fenstereinfassungen Ziegel

    image.jpg


    Beispiel Ziegelsockel: Roter Laserkarton graviert

    image.jpg


    Solche Arbeiten mit den genannten Materialien lassen sich auch problemlos mit »kleinen« Lasern durchführen.


    Gruß --- Jürgen

  • Hallo Jürgen,


    zwei Fragen zu den schönen Modellen:

    Ist der Sandstein komplett "sandig" graviert? Wie lange dauert da die Herstellung?

    Ist die Treppe beim Wohnhaus aus der genannten Finnpappe?


    Danke


    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


    Mein Spur 0 Blog: 1durch45.de

  • Die Treppe wie auch die »verputzte« Mauerfläche sind aus 1,5 mm srtarker Finnpappe. Dieser Karton ist nicht oberflächenbehandelt, hat also ein natürlich, leicht raue Oberfläche. Deshalb reicht ein normaler Anstrich mit Dispersionsfarbe aus, um die Anmutung einer glatt geputzten Fläche oder einer Betonoberfläche zu simulieren.

    Wenn es eher um »technische« Konstruktionen mit metallischen oder glatt lackierten Oberflächen geht, verwende ich Bristolkarton.


    Die Sandsteinwände sind in der kompletten Fläche graviert; nur so bekommt man die raue, körnige Struktur. Die Kantenlänge des Würfels beträgt 17 cm. Um alle vier Wände zu gravieren, braucht es auf meinem Laser knapp eine Stunde.


    Gruß --- Jürgen

  • Hallo.

    Metall kann man mit den Diodenlasern nicht bearbeiten, auch ist die Leistung mit 5-10W sehr begrenzt.

    Das trifft nur eingeschränkt zu. Zumindest bis 20 Watt gab es schon vor einem Jahr Laser- Dioden mit Gehäuse und Elektronik für ganz kleines Geld (unter 100€). Bestimmt sind diese Module für DIY Laser- Cutter oder wie bei mir zum Aufrüsten einer DIY CNC Fräse. Ich selbst habe seit einem Jahr einen 15 Watt Dioden- Laser an meiner CNC Fräse. Als ich meinen Laser gekauft habe, gab es halt auch schon die 20 Watt Module. Ich habe mich aber für die 15 Watt Variante entschieden, da diese für Holz und Karton wirklich genug Leistung hat. Wenn man z.B. Fensterrahmen oder ähnliches aus Karton (oder Finnpappe oder so) schneiden will, darf der (mein) Laser höchstens mit 10 - 15 % Leistung betrieben werden, sonst fängt der Karton sofort Feuer. Ist mir am Anfang tatsächlich gleich mehrfach passiert, bis ich die richtige Leistung raus hatte. Ich komme mit meinem Laser auch problemlos durch 10 mm Sperrholz, wenn es sein muss.


    Mit so einem 15 Watt Dioden- Laser kann man Messing zumindest mal "einfärben", also ganz leicht ankratzen... Generell sollen Dioden- Laser sogar besser für Metall- Bearbeitung geeignet sein als CO2- Laser. Allerdings werden dafür mindestens 150 Watt, besser deutlich mehr Leistung benötigt. Zumindest habe ich das so schon mehrfach gelesen. Ob das stimmt, kann ich aber mangels Laser- Leistung und Vergleichsmöglichkeit nicht beurteilen.


    Da ich selbst aber so gut wie nie etwas mit Metall mache (liegt mir einfach nicht), reicht mir der 15 Watt Dioden- Laser locker aus. Ist so ziemlich mein Lieblings- Werkzeug geworden, trotz CNC Fräse und SLA 3D Drucker...

  • Hallo Claus,

    ich hätte da dann doch ein paar Fragen...:

    bläst Du mir Druckluft das weggelaserte Material weg wenn Du pappe etc. laserst?
    Was passiert denn mit dem Frästisch wenn Du da mit dem "Laser" draufhälst?

    Wie machst Du das mit der Sicherheit für die Augen beim Lasern?


    VG, Stefan

  • Hallo.

    bläst Du mir Druckluft das weggelaserte Material weg wenn Du pappe etc. laserst?

    Nein. Das verbrennt einfach. Abfall gibt es praktisch gar nicht, kein Vergleich zum Fräsen.

    Was passiert denn mit dem Frästisch wenn Du da mit dem "Laser" draufhälst?

    Der Frästisch ist aus Alu. Das ist recht unempfindlich auf den Laser. Allerdings habe ich immer ein "Opferbrettchen" auf dem Frästisch. Ist das zu sehr in Mitleidenschaft gezogen worden, wird es ausgetauscht. Musste ich bisher aber noch nicht machen.


    Wie machst Du das mit der Sicherheit für die Augen beim Lasern?

    Zuallererst mal nicht in den Laser schauen! Das sollte selbstverständlich sein. Dazu habe ich immer eine Schutzbrille auf. Gegen die geballte Leistung des 15 Watt Laser bei direkter Bestrahlung hilft das zwar nur kurz, aber es reicht immer aus, um sich wegzudrehen. Lässt man den Laserstrahl länger auf die Gläser (ist ja gar kein Glas, ist Kunststoff) einwirken wird da ein Loch rein gebrannt. Aber dazu ist schon einiges an Zeit nötig.


    Wenn man so einen Laser auf eine weiß gestrichene Wand richtet, werden auch bei ganz gering eingestellter Leistung (unter 1%) die Farbpartikel zum Leuchten angeregt. Das kann man wunderbar sehen. Hält man nun so eine Schutzbrille in den Strahl, dann leuchtet selbst bei 100% Laser- Leistung nichts mehr. Allerdings verformt sich der Kunststoff schon nach ein paar Sekunden. Nach etwa einer Minute ist ein Loch drin. Sollte man also nicht zu lange machen...


    Das grösste Sicherheitsfeature ist aber die Fräse selbst. Der Laser ist dort fest montiert und strahlt direkt nach unten auf den Frästisch. Es ist rein räumlich unmöglich, da ein lebendiges Auge hin zu bekommen. Vielleicht von einer Maus oder so was, aber nicht mal ein neu geborenes Baby würde dazwischen passen. Und die normalen diffusen Reflektionen beim Arbeiten sind bei weitem nicht energiereich genug um irgendwelchen Schaden anzurichten. Spiegel oder Ähnliches habe ich bisher noch nicht bearbeitet. Das sollte man vielleicht mit so einem DIY Laser wohl besser nicht machen. Zumindest nicht ohne deutlich umfangreichere Schutzmaßnahmen wie ein geschlossenes Gehäuse um die Fräse u.Ä.

    Eigentlich müsste man nicht mal zwingend Schutzbrille tragen, so lange der Laser fest montiert ist. Trotzdem würde ich nie ohne Brille am Laser arbeiten...


    Am Anfang hatte ich durchaus ein mulmiges Gefühl. Inzwischen habe ich zwar immer noch eine gesunde Portion Respekt aber weder Angst noch Unbehagen, wenn ich mit dem Laser arbeite. Den gleichen Respekt habe ich aber auch, wenn ich mit einer Kreissäge oder einem Lötkolben arbeite. Damit könnte man sich auch schwer verletzen...


    Sollte man unbedingt Kunststoff lasern wollen, dann muss man höllisch aufpassen. Es gibt zwar viele Kunststoff- Arten die man eigentlich gut lasern kann, aber die dabei entstehenden Dämpfe können extrem giftig sein. Wenn es unbedingt sein muss, dann nur Outdoor und mit Gasmaske...

  • Hallo Claus,


    vielen Dank für das Teilen deiner Erfahrungen!

    Meine Aussage auf die 5-10 W bezog sich auf die fertigen Maschinen wie Mr Beam oder Stepcraft.


    Die Lasermodule für unter 100€ hatte ich auch schon im Auge, äh, im übertragenen Sinn :)

    Bei Amazon gibt es ein paar Rezensionen dazu, die 20W scheinen nicht lange zu halten. Es gibt aber auch höherwertige Module mit besserer Optik von einer Firma aus Polen, leider finde ich den Link nicht.

    Wo hast du dein Modul her?


    Zu Kunststoff: Ich habe schon Acryl gelasert mit dem 100W-Gerät. Das ging sehr gut, schöne glatte Kanten bei der richtigen Schnittgeschwindigkeit/Leistung. Die Abgase sind trotz Absaugung ekelhaft. <X


    Womit erzeugst due die CAM-Files ?

    Und wie wird der Laser angesteuert? Über die Frässteuerung mit 0-10V?


    Grüße


    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


    Mein Spur 0 Blog: 1durch45.de

  • Hallo.


    vielen Dank für das Teilen deiner Erfahrungen!

    Gerne, nichts zu danken.

    die 20W scheinen nicht lange zu halten.

    Man kann schon vor dem Bestellen feststellen, ob das Modul länger hält oder nicht. Man muss nur wissen, wie. Die Module unterscheiden sich neben der reinen Leistung vor allem in zwei Punkten.


    Punkt 1:

    Generell gibt es Laser mit fokussierbarer Optik und solche mit fester Optik. Bei einer CNC Fräse kann man das Fokussieren zur Not über die Höhenverstellung der Frässpindel machen. Bei einem reinen Lasercutter ist diese Möglichkeit meist nicht vorhanden. Trotzdem habe ich mir einen fokussierbaren Laser gekauft. Preislich tut sich das nämlich gar nichts.


    Punkt 2:

    Genau so wenig Unterschied beim Preis bewirkt die Auswahl, ob der Laser langlebig ist oder nicht. Um festzustellen zu welcher Kategorie das Modul zählt, muss man sich die Specs genau anschauen. Steht da etwas von einer maximalen Betriebszeit (meist so um die 30 Minuten) dann ist das ein kurzlebiges Exemplar, da es dann mit zu viel Leistung betrieben wird. Dadurch wird das Modul zu heiß und die Elektronik nimmt Schaden. Mein Modul hingegen wurde ausdrücklich damit beworben, das man es im Dauerbetrieb unbegrenzt verwenden kann. In solch einem Fall wird das Modul nicht mit Überlast betrieben und sollte deswegen deutlich länger halten...

    Steht nichts von unbegrenztem Betrieb oder gar eine Befristung auf 30 Minuten dabei, dann würde ich das Modul nicht kaufen. Man kann sich leicht denken, wie lange so ein überbeanspruchtes Teil hält. So sieht mein CNC-Fräse- Lasercutter in Aktion aus:

    DSCF9068.jpg

    Nicht wundern, das dünne Balsaholz diente nur als Test, deswegen hat es nicht gestört, das es verzogen ist.

    Womit erzeugst due die CAM-Files ?

    Ich nutze dazu Inkscape. Damit kann man die Zeichnungen direkt erstellen, aber auch fertige 2D Zeichnungen importieren. Für Inkscape gibt es zwei unterschiedliche Plugins, um G-Code zu erzeugen. Einmal das "Russische", das inzwischen fest zum Inkscape Paket gehört. Das gefällt mir aber nicht so gut. Daneben gibt es noch ein G-Code Plugin speziell für Laser, welches von der amerikanischen Firma J-Tech Photonics kostenlos herausgegeben wird. Man kann es hier downloaden.


    Die Dokumentation zu diesem Inkscape- Plugin ist erheblich besser und umfangreicher als zu dem "Onboard- Plugin"


    Danach geht es mit "LaserGRBL" weiter. Das ist ein kostenloses Steuerprogramm für Lasercutter, die mit der Firmware GRBL ausgerüstet sind (fast alle günstigen CNC Fräsen und Lasercutter nutzen GRBL als Firmware).

    Hier kann man LaserGRBL laden.


    In LaserGRBL kann man den Laser manuell steuern, fokussieren und den Nullpunkt justieren. Passt alles, wird der vorher erzeugte G-Code zum Laser geschickt, welcher dann die Steuer- Befehle abarbeitet und damit das gewünschte Teil herstellt.

    Theoretisch kann man in LaserGRBL auch direkt den G-Code erzeugen lassen, wenn man eine .svg Datei einlädt. Sogar von Bitmaps (BMP, PNG, JPG. Tif,...) kann G-Code erzeugt werden. Das ist aber eher für Gravuren gedacht

    DSCF9027.jpg

    und ist weniger gut beim Zuschneiden maßhaltiger Teile.


    Und wie wird der Laser angesteuert? Über die Frässteuerung mit 0-10V?

    Prinzipiell haben diese Selbstbau- Fräsen aus China direkt einen Anschluss für ein Laser Modul mit auf der Platine. Ich musste das Mainboard meiner Fräse aber austauschen. Auf dem alten Board war zwar der Anschluss für ein Laser Modul vorhanden, aber ohne PWM Funktion. Außerdem war dort noch die alte Firmware GRBL 0.9 drauf. Von der Hardware her war es nicht möglich, auf die aktuelle Version 1.1 zu upgraden. Das hätte ich ja vielleicht noch akzeptiert, aber einen 15 Watt Laser immer nur mit voller Leistung zu betreiben, das geht natürlich gar nicht. Zu der Zeit, als ich die Fräse gebaut habe, hatten die Laser Module so Stärken von 200 mW bis 1 Watt. Da musste man die Leistung nicht wirklich runter regeln können. Also habe ich mir einen neue Hauptplatine bestellt. (Kostenpunkt gut 20€) Bei meiner Fräse war das Board "Woodpecker 3.0" dabei. Als ich es getauscht habe, war "Woodpecker 3.4" aktuell. Was heute für eine Version dran ist, weiß ich nicht... Hier ist neben der neuen Firmware GRBL 1.1 auch ein PWM Anschluss für den Laser vorhanden. Damit kann das Board die Leistung des Lasers (fast) stufenlos regeln Tatsächlich sind 12000 Leistungsstufen verfügbar, mehr als feinfühlig genug...

    Hier sieht man die beiden Platinen nebeneinander als ich sie umgebaut habe:

    DSCF9014.jpg

    Links in Grün, das ist die alte Platine. Von Rechts nach links sieht man den Anschluss für den Spindel- Motor, den Anschluss für den Laser und die Anschlüsse für die Stepper- Motoren. Rechts im Gehäuse ist die neue Platine. Die hat ebenfalls einen Anschluss für die Spindel (der zweite von Rechts), drei Anschlüsse für die Stepper- Motoren und einen Anschluss für den Laser, hier in Rot. Man erkennt gut, das bei der alten Platine dieser Anschluss nur 2 Pole hat. Die neue Platine hat aber drei Pole. Der zusätzliche Pin ist für die PWM Steuerung des Lasers notwendig und der einzige Grund, warum ich die Platine getauscht habe..


    Ich muss jetzt nur die Frässpindel ausbauen (ist nur eine Schraube) die Stecker für die Versorgung der Spindel abziehen, damit ich sie beiseite legen kann. Dann setzte ich das Laser Modul in die gleiche Halterung wie für den Spindel- Motor ein. Die Halterung hat extra Aussparungen für das Laser- Modul. Nun wieder die eine Schraube festziehen und den Stecker für die Versorgung des Lasers anstecken. Fertig ist der Umbau. Genau so schnell geht es natürlich auch wieder zurück.

    Versorgt wird das laser Modul von der Hauptplatine aus. Das Netzteil hat genug Leistung für den Spindel- Motor. Das reicht locker auch für den Laser aus... Zur Not hätte die Elektronik vom Laser aber einen eigenen Stromanschluss. Sogar das passende Netzteil wurde mitgeliefert. Ich verwende es aber nicht, zumindest nicht für den Laser. Tatsächlich ist das Netzteil, da es 12 Volt und 5 Ampere hat, zur Stromversorgung meiner Anlage im Einsatz...

  • Wo hast du dein Modul her?

    Das muss ich noch nachreichen. ich habe mein Modul direkt in China bestellt, bei aliexpress. Ich habe gerade mal nachgeschaut, diese Module sind seitdem aber eher teurer geworden als billiger. Ich habe damals 93€ für meinen Laser bezahlt, abzüglich einem 5€ Gutscheincode, also "in Echt" 88€ (incl Versand). Zu der Zeit haben die 15 Watt Module bei Amazon und Ebay so um die 150€ - 160€ gekostet. Dafür hat es sich gelohnt, vor allem, da die Lieferung recht schnell war, für eine Lieferung aus China. So lange kann man gut und gerne auch mal bei einer Bestellung in Deutschland warten müssen...


    Edit:

    Exakt mein Modul gibt es immer noch, inzwischen für 112,56€ plus 1,51€ Porto:

    https://de.aliexpress.com/item/33035599203.html

    (man muss die 220 Volt Variante auswählen, die funktioniert auch mit 230 Volt). Beim Lesen der Beschreibung muss man viel Phantasie haben, aber dann kann man alles nötige daraus entnehmen.


    "Unterstützung kontinuierliche licht ausgang arbeits modus und kann für lange zeit arbeiten." bedeutet nichts anderes als das das Modul für Dauerbetrieb geeignet ist.


    "Brennweite: 16mm

    Brennweite: kann eingestellt werden "

    Dabei handelt es sich nicht um die Brennweite der Optik sondern um die Fokussierung (also die "Entfernungseinstellung" beim Fotoapparat, nicht der "Zoom", was der Brennweite entsprechen würde). Die ist auf 16 mm Abstand eingestellt, lässt sich aber verändern.

  • Hallo Claus


    Ich habe mir vor einiger Zeit auch eine CNC Fräse zusammengebaut.

    Allerdings ist meine Software aus der Steinzeit um genau zu sein eigentlich noch 3 Steine davor.

    PC-NC unter DOS 6.22 :saint:

    Was braucht man eigentlich für eine Software um mit einem Laser zu schneiden?

    Der Rechner ist auch nur ein Pentium mit 90 Mhz.

    Ich fürchte das ich Hardware seitig wohl einen neuen Rechner und eine neue Ansteuerung für die CNC brauche.:/

    Gruß Bernd

  • Was braucht man eigentlich für eine Software um mit einem Laser zu schneiden?

    Also genau weiß ich das nicht. Aber aus diesem Jahrtausend sollte es dann doch schon sein, was bei deiner Hardware definitiv nicht der Fall ist... Außerdem muss USB vorhanden und funktionsfähig sein, was bei einem Pentium 90 bestimmt nicht der Fall ist. Auch alles vor Windows XP fällt aus, da USB erst ab XP unterstützt wird. Ob man da ältere Linux Versionen verwenden kann, kann ich nicht sagen. Aber Linux ist eigentlich noch strikter, was alte Hardware betrifft. Es gibt bei Linux z.B. schon ewig keine 32 Bit Systeme mehr. Dein Dos ist sogar noch ein 16 Bit System, wobei 64 Bit die Regel ist, heutzutage. Auch wenn Windows 10 immer noch in einer 32 Bit Version verfügbar ist.

    Um neue PC Hardware wirst du aber garantiert nicht herum kommen, keine Frage. Allerdings muss es nicht gerade ein High- End Gamer PC für tausende von Euros sein. Ein kleiner, billiger, leiser und stromsparender Mini- PC sollte mehr als ausreichend sein. Die vielleicht 200€, die sowas kostet, erwirtschaftet sich der Rechner aber ganz von alleine. Diese uralten Kisten wie du sie noch in Betrieb hast, fressen Unmengen an Strom. Bei den heutigen Preisen für eine Kilowattstunde dauert es vermutlich kein halbes Jahr, bis du in der "Gewinnzone" bist. Es lohnt sich einfach nicht, so alte PC Hardware zu verwenden, da sie im Betrieb einfach viel zu teuer ist, verglichen mit heutigen Rechnern. Selbst, wenn sie ihre Aufgabe eigentlich noch erfüllen.

    Wenn du einen "anständigen" Rechner irgendwo herum stehen hast, dann kann auch ein Raspberry Pi oder vergleichbares ausreichend sein, um die CNC Fräse bzw den CNC Laser zu steuern. Das Konstruieren und Aufarbeiten des G-Codes machst du dann auf deinem "großen" Rechner...


    Daneben wirst du eine neue Hauptplatine für die Fräse benötigen und unter Umständen auch neue Stepper Motoren, falls die Alten nicht mit der neuen Platine kompatibel sein sollten. GRBL- Platine plus 3 Nema 17 Stepper- Motoren liegen so bei etwa 60-70€ Der neue PC bei etwa 200€. Solltest du auch einen neuen Monitor und eine neue Tastatur und Maus brauchen, kommen da noch mal gut 100€ obendrauf. In der Raspberry Pi Variante kostet die neue PC Hardware nur etwa 60-70€. Platine, Gehäuse, Netzteil und SD Karte als Mindest- Ausstattung.


    Und dann halt noch das Laser Modul...

  • Hallo,


    Meine Fräse hängt an einem alten Mac Mini von 2009 mit einer neuen SSD und Win7.

    Für normales Arbeiten wäre der Rechner etwas langsam, aber zum Ansteuern der Fräse ist der perfekt. Der Rechner hat einen Core2Duo mit 2.26 GHz und 4Gb RAM. Die Fräse ist per LAN angebunden.

    Als CAD und CAM nehme ich Fusion360, sehr professionell und für private Nutzung kostenfrei.

    Man kann damit auch Code für Laser erzeugen, ich muss nur noch lernen wie das geht. Ausgabe ist Gcode für die Eding-Software der Fräse.

    Die Fräse kann PWM oder 0-10V ansteuern, damit sollte man den Laser modulieren können.

    Das wird wohl mein neues Projekt :love:


    Gez. H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


    Mein Spur 0 Blog: 1durch45.de

  • Hallo.

    Die Laser- Dioden- Module selbst sind im Prinzip dieselben wie ich sie an meiner Fräse angebaut habe. Der Rahmen besteht aus denselben Alu Profilen wie (m)eine DIY Fräse.


    Diese Stand Alone Lasercutter haben gegenüber einer aufgerüsteten Fräse wie meiner zwei Vorteile, sie sind (deutlich) billiger und haben einen (deutlich) größeren Arbeitsbereich.


    Aber dafür haben sie auch große Nachteile. Neben der Tatsache, das man damit nicht Fräsen kann ist die Mechanik ist bei weitem nicht so stabil. Ich bezweifele auch sehr, das dieselbe Präzision erreicht wird. Die Gummirollen, die per Riemen- Antrieb auf den Alu Profilen herum rollen erreichen niemals dieselbe Präzision wie die Gleitlager der Fräse und der Antrieb über Gewindestangen. Eine Fräse ist nun mal prinzipiell mechanisch viel anspruchsvoller als ein Laser. Eine "wackelige" Fräse ergibt immer noch einen hoch- soliden Lasercutter. Das liegt daran, das eine Fräse das Werkstück mechanisch bearbeitet, also deutliche Kräfte einwirken. Der Laser arbeitet berührungslos, also ohne nennenswerte mechanische Belastung des Werkstücks.


    Ein weiterer Nachteil ist meiner Ansicht nach die Sicherheit. Diese Geräte sind auch nach unten, also in die Richtung in die der Laser arbeitet, völlig Offen. So lange nichts passiert, ist das kein Problem. Aber wenn man mal an einem Kabel hängen bleibt oder ungünstig stolpert, rauscht die doch eher sehr leichte Maschine schneller als einem lieb ist vom Arbeitstisch runter. Dann strahlt der Laser unter Umständen ungebremst im ganzen Raum herum.

    Bei meiner Fräse arbeitet der Laser immer gegen den Frästisch, durch den er so schnell nicht durch kommt. Reiße ich meine Fräse (die obendrein deutlich schwerer ist) mal vom Tisch, passiert gar nichts, da der Laser immer noch nur auf den Frästisch gelangen kann...


    Obendrein wären mir persönlich 3 Watt zu wenig Leistung für den Laser. Karton kann man damit sicher noch gut bearbeiten. Vielleicht auch noch dünnes Balsa oder MDF. Aber spätestens bei Sperrholz ist dann Schluss und/oder du musst unzählige Durchgänge machen, um das Material zu schneiden. Das bedeutet, das du mit hoher Wahrscheinlichkeit das Laser Modul in relativ kurzer Zeit sowieso austauschen wirst. Vermutlich ist es sinnvoller, gleich ein Modul mit passender Stärke zu kaufen...


    Fazit. Auf jeden Fall ist es viel, viel besser so eine Maschine zu haben als gar keinen Lasercutter... Man sollte sich aber über die Schwächen und Gefahren im Klaren sein. Wenn man mit dem kleineren Arbeitsbereich hin kommt, dann würde ich aber jederzeit eine umgerüstete DIY CNC Fräse vorziehen, auch wenn das teurer wird. Man bekommt aber auch mehr für sein Geld und hat ein größeres Einsatzspektrum. Kunststoff würde ich auf Grund der hochgiftigen Dämpfe nicht Lasern, sondern immer fräsen. Auch Platinen kann man mit der Fräse herstellen, was mit dem Laser ebenfalls nicht geht, usw.

  • Hallo Claus,


    ich hab mir Deinen Bericht über CNC-Fräse und Laser durchgelesen ... schön gemacht und sehr Informativ - ich habe jetzt selbst noch keinen Laser / Fräse - aus der Beschäftigung mit dem Thema weiß ich, dass es von Vorteil ist wenn Du mit Druckluft das weggelaserte Material wegbläst. Dann kannst Du in Holz nach dem was ich gehört/gelesen habe mit viel kleinerer Leistung rein gehen ...

    Vielleicht hast Du ja eh einen Airbrush-Kompressor ... ?!


    Viele Grüße, Stefan

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