Projekt "Kleiner Franzose"

  • Hallo,


    es gibt die Zeitung Loco Revue in Frankreich, in der Ausgabe 2/2000 dreht sich alles um Locotracteurs u. a. natürlich auch dem Berliet, man kann das Heft versuchen über den Handel noch zu ergattern, ansonsten gibt es da noch ein russisches Forum, ein Klick sind so um die 50Mb ...


    Gruss

    Olaf

    Der Mensch hat die Atombombe erfunden, keine Maus war je so dumm und baute eine Mausefalle !

  • Wagt sich niemand aus der Deckung?


    Dann versuche ich mal selbst eine Zuordnung:

    a) Gelbes Handrad = Gashahn/Geschwindigkeitsregler;

    b) Gelber Rasthebel = Kupplung;

    c) Roter Rasthebel = Umschalter Vorwärts - Rückwärts;

    d) Mittiger Schalthebel = Gangschalter;

    e) Großer Hebel = Bremse;

    f) Kleines Handrad = Feststellbremse.


    Aber hallo, ich bin da absolut unsicher! Die Karre hatte m. W. eine Unterdruckbremse, braucht man dafür so einen großen Hebel? Könnte nicht der kleine Rasthebel im rechten Fenster die Bremse ...? Oder ist das gelbe Handrad etwa ein Kombiinstrument Gas - Bremse?

    Also, die Spezialisten sind nach wie vor gefragt. Muss ja abenteuerlich gewesen sein, den Traktor zu fahren ...

  • Hallo Reinhold


    Einen Berliet-"tracteur" kenne ich zwar nicht aus dem Echtbetrieb aber bei "uns" in Frankreich steht ein dieselelektrischer Gaston Moyse von 1920 und manche Bedienelemente sind ähnlich - also versuche ich es mal:


    Zur Veränderung der Motordrehzahl dient der kleine Hebel im mittleren Foto links neben dem Türausschnitt. Im unteren Bild meine ich den gleichen Hebel auch auf der linken Seite zu erkennen, was bei unserem Gaston ebenfalls so montiert ist.


    Das große, gelbe Handrad ist mit ziemlicher Sicherheit die Handbremse. Das Handrad ist ein typisch französisches Handbremsrad und der "tracteur" dürfte zunächst ohne Druckluftbremse betrieben worden sein. Da braucht es ein großes Handrad, um die Fuhre irgendwie zum Stehen zu bringen. Unser Gaston hat bis heute nur eine Handbremse und sorgt bei unerfahrenen "Piloten" gelegentlich für ganz große Augen....


    Die Betätigung für die Druckluftbremse ist auf dem oberen Foto auf der linken Seite zu erkennen. Der Handhebel für das Betätigen der Bremse ist aber nicht mehr vorhanden. Diese Bremse ist nicht für das Bremsen von Wagen ausgerüstet, so dass nur der Berliet gebremst wird und er mit Sicherheit keine Druckluftschläuche hatte. Der Luftbehälter ist übrigens auf dem unteren Foto links zu erahnen.


    Der Hebel mit der schwarzen Kugel am oberen Ende ist mit hoher Wahrscheinlichkeit die Gangschaltung. In den kleineren Rangierloks der SNCF (z.b: Y 2500) gibt es eine solche Handschaltung ebenfalls, die aber mittels Pedal gekuppelt werden. Im Berliet sehe ich kein Kupplungspedal.


    Im Berliet könnte der linke große Hebel die Kupplung sein, da es keinen Feststellmechanismus gibt und die Mechanik im Bereich zwischen Motor und Getriebe verschwindet, da wo eigentlich immer eine Kupplung zu finden ist. Unser Gaston kennt keine Kupplung und kein Getriebe, da dieselelektrisch.


    Bei dem kleineren Handrad, welches auf dem oberen Foto vom Kupplungshebel leicht verdeckt wird, könnte es sich um die Betätigung des Wendegetriebes handeln. Mit einer Kette wird eine Welle bewegt, die sich scheinbar entlang des Antriebsstrang befindet, und sinnvollerweise baut man ein Wendegetriebe vor oder hinter dem Schaltgetriebe ein.


    Die Hebel mit dem roten und gelben Griff haben einen Feststellmechanismus. Dabei könnte es sich um die Betätigung für die Seiltrommel handeln - je eine Betätigung für eine Richtung.


    Leider kann ich bei einigen Bedienelementen auch nur vermuten, welchem Zweck sie dienen, denn (wie oben schon mal erwähnt) bei "uns" haben wir Produkte von Berliet bisher nur als Motor in Loks verbaut. Ich hoffe aber, dass ich wenigstens einen Teil dieser urigen Kiste verständlich erklären konnte.


    Viele Grüße


    Manni


    PS: mein "tracteur" wartet auch noch auf seinen Antrieb...

  • Hallo Manni,


    super, danke für Deine ausführlichen Info's! Da lag ich mit meinen Vermutungen doch reichlich daneben, muss mir doch einmal den Ludwig "Handbuch des Maschinenbaues" von 1938 zur Brust führen.


    Es stellen sich natürlich noch weitere Fragen, aber letzendlich ist das Wichtigste gesagt. Beim Modell ist nämlich nur ein Rasthebel vorhanden, außerdem fehlen - Moment, ich muss mal eben zum Nachsehen in den Bastelkeller - die Druckluftbremse und der Gashebel. An der Stelle der Druckluftbremse liegt ein quer eingebauter kleiner Luftbehälter, dafür fehlt das Handrad für's Wendegetriebe. Theoretisch könnte ich also den Rasthebel neben dem Bremsrad ausbauen, da ich den Rangierspill nicht nachbilde, aber ich lass mal gut sein.Aber der Luftbehälter kann weg; er wird durch einen großen, stehenden Behälter (wie auf dem Foto) ersetzt, mit dem ich den Elko kaschiere. Der passt sonst nämlich nirgendwo hin.


    Apropos Traktorantrieb, hast du dich schon für einen entschieden? Ich habe gestern im Forum du Zero noch eine interessante Entdeckung gemacht (https://www.leportailduzero.or…viewtopic.php?f=19&t=3209). Dort wird eine ganze Reihe von Rangierloks von dem Kleinserienhersteller AMJL beschrieben, die allesamt einen Kettenantrieb haben! Da liege ich mit meiner Lösung unbeabsichtigt und ungewollt in derselben Richtung. Mal sehen, wie die Karre letztendlich fährt.


    Zu Gaston Moyse: Diese Firma kenne ich aus meiner Jugend und zwar in sofern, als die Fa. Harpen in Dortmund für die Zeche Gneisenau eine Reihe Gaston Moyse-Rangierloks als Ersatz für die bis dahin verwendeten Dampfloks angeschafft hat. Die schweren Kokszüge aus der Kokerei der Zeche, übrigens eine der größten Deutschlands, gingen m. W. hauptsächlich nach Frankreich. Arbel, Simotra und Sotrasit waren die klingenden Namen an den Waggons. Die Züge wurden von BR 50, häufig Franco-Crosti-Maschinen, und BR 44 gezogen, großes Schauspiel! Später, als niemand mehr den Koks abnahm, wuchs er zu einem über 100m hohen Berg!

  • Hallo Reinhold


    Jetzt bin ich platt - in meiner alten Heimatstadt gab's Gastons. Ich habe gefühlt vor 100 Jahren auf der Brücke vor Gneisenau gestanden, wo die Regelspurzüge in Richtung DB gezogen wurden aber wenn ich ehrlich bin, kann ich mich an die Loks nicht erinnern...


    ...und Gneisenau ist ja auch schon seit ewigen Zeiten nur noch mit ganz wenigen Gebäuden vorhanden


    Mit meinen Erklärungsversuchen solltest Du aber tatsächlich vorsichtig sein, denn einiges vermute ich nur und kann daher auch völlig falsch liegen. Von "unserem" Gaston auf den Berliet zu schließen kann passen aber es muss nicht.


    Kettenantriebe, die recht brauchbar laufen gibt es bei Micro-Modele in Strasbourg. Wenn man auf deren Webseite


    www. micro-modele.fr/de/


    geht, hat man sogar eine Einkaufsmöglichkeit in deutscher Sprache. Die Firma ist sehr zuverlässig im Versand. Wenn ich keine Lust habe, die 80 km bis Strasbourg zu fahren, lasse ich mir meine Waren auch gerne schicken. Lediglich die Versandkosten sind in Frankreich sehr hoch.


    In einer französischen Zeitschrift gab es vor ein paar Monaten sogar einen Bauvorschlag für einen Kettenantrieb mit einer Teileliste von Micro-Modele. Ich meine, die Kosten lagen so bei 80,- €. Ich suche die Zeitschrift mal heraus.


    Morgen bin ich allerdings den ganzen Tag in "unserem" Lokschuppen - es kann also auch Sonntag werden, bis ich fündig werde.


    Bei meinem Antrieb warte ich auf den Teilesatz für Mitglieder vom Cercle du Zero, dem französischen Partnerverband der Arge Spur 0. Bei Patrick Smagghe habe ich schon mein Interesse bekundet und bin nun mal gespannt, wann man die Teilesätze zusammenstellt.


    Viele Grüße vom Kaiserstuhl (nicht die Zeche, sondern der Hügel)


    Manni

  • Hallo Manni,


    ist ja interessant, finde ich hier tatsächlich einen Landsmann - womöglich auch auf Kohle geboren! Ich bin ja in Derne (neben dem Zechenbahnhof!) aufgewachsen und es war schon zu Zeiten, als die Zeche noch florierte, kein schöner Ort. Heute ist es furchtbar, aber ich war schon lange nicht mehr dort.

    Sei's drum, alte Zeiten.


    Als ich den Berliet sah, hatte ich sofort die Idee mit dem Kettenantrieb - kein Wunder, das Original hatte ja auch einen. Ich stecke mit dem Antrieb in den vorletzten Zügen und bin beim Lackieren und Einbau der Laternen und so'n Tüdelüt, muss aber noch letzte Probleme ausmerzen. Das dauert etwas, da ich soetwas zum ersten Mal mache. Die Ketten ("Serv-O-Link") gibt es auch in Deutschland bei Horst-Dieter Hettler, da sind sie doch einiges günstiger als in Straßburg oder in der Schweiz.


    Was ich noch nicht verstanden habe, ist deine Redewendung "unser Gaston ... bei uns in Frankreich". Wem gehört denn das Fossil und wo fährt es?

  • Franzosen-Diesel im Ruihrpott


    Hallo Kollegen,

    wenn ich tief in meinen Gehirnwindungen suche, finde ich eine Geschichte von französischen Rangierdiesel im Ruhrgebiet, wo sogar Zugkraftverstärker (Kuh + Kalb) im Einsatz waren. Aus Frankreich kenne ich diese Technik von der BB 6300, die für den Bergdienst auf großen Rangierbahnhöfen mit der 2. Antriebseinheit ausgestattet wurden.

    Wieder bewahrheitet sich der Satz: "Es gibt nichts, was es nicht gibt!"

    Danke für eure Hinweise, viele Grüsse aus dem herbstlichen Schwarzwald

    Dieter

  • Hallo Leute,


    die angesprochene Kuh-Kalb-Kombi habe ich bei Harpen in Derne nicht gesehen; sehr oft allerdings Doppeltraktion. Wie auch die Dreikuppler, die vordem den Rangierbetrieb bestritten und die vollen Züge meist im Doppel rangierten; die wenigen Vierkuppler schafften die (volle) Fuhre auch alleine. Von den Gaston-Moyse-Loks gab es die zweiachsige Regellok und ein oder zwei dreiachsige Loks, die stärker waren. Die Franzosen benötigten immer eine Weile zum Aufpumpen der Bremsluftbehälter, bei dem sie ordentlich Lärm machten.


    Es ist aber schon ein halbes Leben, über 50 Jahre her, und da verblasst die Erinnerung etwas. Jedenfalls kann ich mich noch gut an die Parade der 50er und 44er u. A. erinnern, die die Züge dann nach Frankreich schleppten. Parallel dazu donnerten die schweren Erzzüge vom Hamburger Hafen Hansaport Richtung dortmunder Stahlwerke vorbei, zwischendurch der Vorortverkehr mit P8 und 78er, da war allerhand los! Man musste an der Schranke Beylingstraße häufig und lange warten!

  • Hallo Reinhold


    Geboren und aufgewachsen bin ich in Witten - der Wiege des Ruhrbergbaus und kann mich noch gut an Güterzüge mit 50ern und 44ern erinnern. Den Personenverkehr habe ich allerdings nur noch mit E-Loks und Umbauwagen in Erinnerung - lang ist her...


    ...und eine BB 63000 mit Kalb im Revier kenne ich ehrlich gesagt auch nicht. Da könnte Dieter (bist Du der Italienische Dieter?) uns mal Nähres zu bringen.


    Nun zum Berliet:


    Die Motorisierung wurde sehr detailreich und gut bebildert von Fracois Fontana in der Loco-Revue N. 875 vom Juni 2020 beschrieben. Angetrieben wird eine Achse direkt über einen Mashima-Motor und Romfordgetriebe. Auf dieser Achse sitzt dann ein Zahnrad über das dann mit einer Kette die andere Achse angetrieben wird. Es ist nur eine Aussparung im Rahmen herzustellen, die allerdings recht groß ist. Francois hat Scheibenräder von Peco verbaut, was wie die Antriebsart auch nicht so ganz dem Vorbild entspricht. Man kann jedoch auch Speichenräder von Slaters einbauen.


    Sicherlich könnte man die Achsen auch wie im Orginal über zwei Ketten antreiben aber dann wird der Motor in den Führerstand hineinragen und deutlich zu sehen sein. Schade, dass man aus urheberrechtlichen Dingen hier keine Kopie des Artikels einstellen darf.


    Zu "meinem" Gaston.


    Bei der Chemin de Fer Touristique du Rhin ( cftr.evolutive.org ) in Volgelsheim (gegenüber vom deutschen Breisach am Rhein) wird dieses Fossil noch gelegentlich gestartet und dient als Dampflokschubser, wenn bei einem Betriebstag eine der beiden letzten Dampfloks der Reichseisenbahn Elsass-Lothringen ( wir haben beide Loks) in Frankreich angeheizt wird. Gaston drückt dann die kalte Lok aus der Halle.


    Wenn Du auf unsere Internetseite gehst und rechts auf das Wort "Willkommen" klickst, geht es auf Deutsch weiter. Auf der nächsten Seite gibt es dann oben eine Rubrik "Für den Liebhaber". Dort dann das Wort "DMC" anklicken und Du hast unseren Lokschubser gefunden. Leider ist die Beschreibung noch nicht auf Deutsch vorhanden - auch bei uns fehlt es an Nachwuchs und Wenige können nicht alles gleichzeitg machen. Obwohl wir im Dreiländereck beheimatet sind und Mitglieder auch aus der Schweiz und Deutschland haben, ist es beim Nachwuchs trotzdem sehr schwierig.


    Wenn Du übrigens auf auf Moyse klicken solltest, kommst Du zu unserem jüngsten Diesel, der Dich vermutlich nicht so sehr interssieren wird.



    Viele Grüße


    Manni

  • Hallo Manni und alle Freunde von Franzosendiesel im Ruhrgebiet,

    da hat sich ein Missverständnis eingeschlichen: Die Betriebssituation mit Kuh und Kalb wurde an der Ruhr nicht mit BB 63000 bewerkstelligt, sondern mit kleineren 2-achsigen Industrietypen aus Frankreich. Ich wollte mit meiner Bemerkung zur BB 63000 nur daran erinnern, dass in Deutschland solche Paarungen nicht bekannt waren.

    Deine Vermutung trifft zu, Manni, ich bin der Italiener, der sich für französische Bahnen interessiert und als Krönung auch noch im Schwarzwald wohnt - verwirrender geht es wohl kaum - doch, von Geburt an Alemanne!

    Sorry für die falsche Spur, ich suche nach der Bahn mit Kuh und Kalb an der Ruhr und berichte dann,

    viele Grüsse aus dem sonnigen Schwarzwald

    Dieter

  • Ich hab's mir gedacht!!!


    ...und es geht noch verwirrender, denn wir hatten mal den gleichen Nachnamen...


    Die Geschichte von Cow & Calf im Bereich der Ruhr interessiert mich doch arg - hoffentlich hast Du Dich nicht mit der Saar oder den angrenzenden Kohlegruben in Frankreich vertan.



    Lachende Grüße vom Kaiserstuhl


    Manni

  • Freunde der französischen Rangierdiesel


    Meine Suche nach dem Kuh + Kalb-Gespann auf deutschen Gleisen ist erfolgreich verlaufen! Mein Gedächtnis war doch nicht so ganz daneben, allerdings muß ich die Dortmunder Fraktion leider enttäuschen: Die Lok mit ihrem Zugkraftverstärker fuhr in Duisburg-Ruhrort bei der Firma "Cargotrans Umschlag-und Speditions GmbH" im dortigen Hafen. Sie wurde von der Firma Moyse unter der Fabriknummer 1426 geliefert, als Baujahr wird das Jahr 1978 genannt. Ausser Betrieb ging das Gespann 2003. Das alles könnt ihr bei "Rangierdiesel.de" nachlesen, wo es auch unter " https://www.rangierdiesel.de/i…&id=67789&action=portrait " und " https://www.rangierdiesel.de/i…5&action=image&position=1 " Bilder gibt.

    Viel Spass und viel Inspiration zur Modellumsetzung,

    viele Grüsse aus dem unterkühlten Schwarzwald,

    Dieter


  • Donnerplautz!!!


    Dieter - da hast Du aber "mächtig was im Hinterkopf" gehabt. Die Kiste ist mir bisher nicht bekannt gewesen. Duisburg-Ruhrort kann man auch locker noch zum alten Kohlenpott zählen, den es so heute nicht mehr gibt. Lustig ist auch, dass wir eine fast baugleiche Maschine der Typklasse BN 40E (http://cftr.evolutive.org/amateur/engins_moteurs/Moyse_a.php ) in unserem Schuppen bzw. vor den Hallentoren haben.


    Einen alten Moyse baut übrigens der Redakteur der Vereinszeitung des Cercle du Zero über einer alten Rivarossi-Lok und beschreibt diesen Bau im Forum du Zero: https://www.leportailduzero.or…viewtopic.php?f=76&t=4569


    Viele Grüße vom Kaiserstuhl


    Manni

  • Hallo Reinhold,


    wir triften hier etwas von Deinem Baubericht ab. Wenn du aber erlaubst, würde ich gern auf meinen Vorgänger antworten. Wenn nicht schreibe einfach, dann lösche ich diesen Beitrag wieder. Danke.


    Also, hallo Manni,

    ich war vor ein paar Monaten in Südfrankreich und bin zufällig, nein meine Frau hat gesagt - hast Du da die Lokomotiven gesehen - wo?? auf zwei Schrottloks gestoßen.



    Die vordere, war ziemlich schnell klar, ist die Y 2314 der SNCF, das stand da an der Pufferbohle. Die hintere konnte ich nicht zuordnen. Dies ist dann jetzt sicher eine Moyse, oder?




    Gruß Jörg

  • Hallo Jörg


    Nachdem Reinhold nichts dagegen hat, dass wir ziemlich abdriften, möchte ich gerne antworten.


    Das vordere Gerät ist unzweifelhaft eine Y oder "igregg", wie es die Franzosen aussprechen würden. Es müsste sogar eine sein, die serienmäßig mit Motoren aus dem Hause Deutz bestückt war.


    Wer sich nun über den deutschen Motor in einem französischen Produkt wundert, dem sei beschieden, dass die ersten 2'C1'-Dampfer in Frankreich (ich meine für die PLM) aus dem Hause Henschel kamen. Alle 10 Loks wurden allerdings aller Fabrikschilder beraubt, bevor sie in Betrieb gingen und in den Typenlisten der SNCF wurde der Hersteller nie angegeben. Derzeit macht sich die SNCF einen Spaß daraus, ein paar Loks der SNCF aus dem Hause Vossloh nicht zuzulassen, so dass sich die Dinger seit Monaten in Gray bei Besancon die Räder eckig stehen.


    ...und die hintere ist so etwas von "moysig", dass es keine Zweifel gibt. Beim Typ muss ich allerdings passen, da man bei Moyse so ziemlich alles an Sonderwünschen bekam, was man als Kunde gewünscht hat. Bei jedem Sonderwunsch gab es dann wieder eine neue Typenbezeichnung.


    Viele Grüße


    Manni

  • Hallo Manni,

    danke für diese ausführliche Antwort. Interessante Aspekte, die Du da beschreibst. Freut mich sehr, wenn Du mir etwas zu französischen Loks sagen kannst.


    Nun wollen wir aber wieder Reinhold zuhören und zusehen, wenn er weiter an seinem kleinen Berliet bastelt.


    Gruß Jörg

  • Zu gnädig, die Herren ;),


    viel ist eigentlich nicht passiert, aber ein paar Bilder gibt es doch. Nachdem die Bühnengeländer mit Einbau einer Knieleiste (U 1,0 x 0,5) fertiggestellt wurden, konnte die Bühne grundiert werden.





    Die Rangierleitern sollten nicht fehlen; eine elende Fummelei mit L 1,0 x 1,0 und Sprossen U 1,0 x 0,5:




    So, und das vier mal! Sie sind mir eigentlich etwas plump geraten und ich kämpfe mit mir, die Außenschenkel der Holmwinkel abzufeilen, so daß nur noch ein Flachprofil übrig bleibt. Aber die Frage darf doch nicht sein, ist es filigran genug, daß alle Beifall klatschen, oder ist es hinreichend vorbildgerecht! Ich finde, das letzte trifft zu. Mal sehen, wie sie am FZ wirken. Hier sind übrigens alle vier Leiten, leicht modifiziert, strahlend vor Wonne, da sie gerade aus dem warmen Bad kommen.



    Dann habe ich die Elektroinstallation in Angriff genommen. Da ich Kabelsalat hasse (Dschungelgelöt, wie meine Söhne sagen), habe ich mir die i. F. zu sehende Lösung ausgedacht. Das Lampenkabel nach hinten läuft in einem 1,2mm-Röhrchen, den Rückleiter bildet das Röhrchen selbst, der Widerstand wurde gleich auf die Platine gelötet. Nach vorne wird direkt an der Platine angeschlossen. Die Zufuhr vom Decoder (drei Litzen durch ein Loch im Bühnenboden) wird ebenfalls dort angelötet. Auf der anderen Seite ähnliches: die vier Litzen für Lautsprecher und Kondensator sollen durch ein 3mm Kugelschreiber-Röhrchen laufen; Diode und Widerstand werden ebenfalls noch angelötet. Der Anschluss vom Decoder erfolgt wie für die Loklampen.



    Und hier das provisorische Anpassen des Chassis:




    Wobei mir gerade ( 8| schwitz) beim Schreiben und nochmaligen Betrachten der Bilder Bedenken kommen, ob die Platinen mit den Rädern kollidieren! Mit der Stromabnahme gibt es sicher Probleme :/X/:wacko:!


    Aber immerhin sind die passenden Loklampen eingetrudelt; es handelt sich um von KS-Modellbau gedruckte Exemplare, wie sie beim Jagsttal-Krokodil eingebaut werden (siehe den Thread in der Abteilung Schmalspur). Sie sind von Klaus "kdkause" konstruiert und für meinen kleinen Franzosen freundlicherweise zur Verfügung gestellt - vielen Dank, Klaus! Die Lampen passen hervorragend und sind preislich doch etwas appetitlicher als die von Haxo.

    Aber die E-Installation muss ich mir sofort noch einmal ansehen!

  • Hallo Leute,


    es war doch nicht so problematisch, wie ich im ersten Moment befürchtete; die Räder kommen frei und die Stromabnahme wird etwas korrigiert - wobei: was ist empfehlenswerter: die Stromabnahme an der Lauffläche oder von der Radinnenseite? Ich bitte um Wortmeldungen!


    Anbei noch die provisorisch angebauten Rangierleitern



    Sie sind, glaube ich, filigran genug, und die erste Loklampe, provisorisch in der ersten zur Verfügung stehenden Bohrung eingesetzt:



    Es kommen aber zwei Lampen pro Seite zur Ausführung; die Rücklichter liegen an der Kabine über den Fenstern. Dreilicht-Spitzensignal gibts nicht 8o!


    Ich denke, der Baubericht wird fortgesetzt!

  • Wenn Puffer schielen ...


    ... ist der Modellbauer besoffen oder blind!



    Ich hatte bereits vorher bemerkt, dass die Pufferbohlen so "na ja" waren, schön lackiert und bedruckt, aber trotzdem primitiv und nicht sonderlich winklig. Das fällt besonders an den Stirnseiten der plastikhaft groben U-Profile auf. Einen kurzen Moment habe ich mit dem Gedanken gespielt, dem Franzosen neue Pufferbohlen zu spendieren. Nun denn, die angeklebten Puffer konnte ich gleich wieder abreißen, wobei der Sekundenkleber ausgerechnet hier bombenfest hielt, und die Pufferbohlen nachgefeilt. Hier nun der zweite Versuch, der auch noch nicht hundertprozentig ist, aber das will ich mal so gelten lassen. Vielleicht liegt die bessere Wirkung ja nur an der Lackierung!



    Als nächstes hat mich das Problem der Kabelverbindungen zwischen Decoder (im Motorvorbau) und Bühnenboden umgetrieben. Die Stromversorgung von den Rädern und zum Motor war ja bereits gelöst, aber für Beleuchtung, Powerkondensator und Lautsprecher, immerhin auch sieben Strippen, noch nicht. Als ich vorgestern morgen aufwachte, hatte ich die Lösung! An meinem Testdecoder hing nämlich ein Achtfachstecker, den ich gleich abgeschnitten hatte. Ich musste ihn in meinem Fundus erstmal wiederfinden, aber das war die Lösung: Öffnung in den Bühnenboden geschnitten und Stecker eingeklebt. Hier von oben:



    und von unten. Die braun lackierte Fläche auf der Oberseite war nur ein Versuch zur Farbgebung an einer unauffälligen Stelle.



    Hier gleich mit der zugehörigen Verdrahtung, wobei ich die Platinenlöterei nicht erfunden habe ...



    Hier nochmal ein Bild vom versuchsweise aufgesteckten Stecker auf der Oberseite, dessen Kabel natürlich nichts mehr mit den genormten Decoderanschlüssen gemeinsam hat, das muss ich mir selbst zurechtlöten. Der Decoder kommt auch nicht mehr diagonal in den Motorvorbau, sondern parallel zur linken Seitenwand; da passt er prima hin und es verbleibt noch genug Platz für Stecker und lose Kabellängen.



    Zum Schluss noch zwei Bilder von den bereits lackierten und bestückten Loklampen



    sowie von der Verkabekung der Rückleuchten an der Kabine. Da fehlt übrigens noch ein weiterer dreipoliger Stromanschluss ... Die Loklampen wurden innen vorbildgerecht mit Silberbronze lackiert und das sieht in der Vergrößerung des Fotos nicht besonders gut aus. Im letzten Bild lugen sie auch etwas hervor, ich finde sie prima so!



    So long!

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