WSSB Schrankenanlage

  • Moinsen!


    So langsam werden sie selten, die Schrankenanlagen von WSSB (VEB Werk für Signal- und Sicherungstechnik Berlin). Umso mehr habe ich mich gefreut, gestern eine solche in nahezu unveränderten Zustand in der Nähe von Tiefensee zu finden. Schnell gewendet, das Auto geparkt, Bandmaß und Kamera raus und alles so gut es geht dokumentiert.



    Die WSSB Schrankenanlagen wurden seit Anfang der 1960er Jahre in großen Stückzahlen hergestellt und finden sich vereinzelt auch noch heute. Die Strecke nach Tiefensee ist allerdings stillgelegt.


    Heute habe ich dann die gesammelten Maße in 1:45 umgerechnet und anhand der Fotos eine 3D-Datei erstellt, so dass ich heute Nachmittag bereits ein erstes Exemplar drucken konnte:



    Alles hat auf Anhieb gepasst, sämtliche angedachten Details (sogar die Hebeösen) wurden mitgedruckt. Allerdings handelt es sich tatsächlich lediglich um einen Probedruck, am Ende soll die Schranke auch funktionsfähig sein.


    Hier noch mal ein vergrößertes Bild vom Schrankenantrieb:



    Der Schrankenbaum wird einfach aufgeklipst und ist bereits beim Testmuster beweglich, für's Foto habe ich ihn aber mit etwas Sekundenkleber fixiert.




    Gruß


    Thomas


    Betriebsleitung der Werkelburger-Industriebahn



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    Die Kritik an anderen hat noch keinem die eigene Leistung erspart. (Noël Coward)

  • Moinsen!


    Da sag ich mal tüchtig Danke für das positive Feedback! :thumbup:


    Gestern habe ich begonnen mich mit der Antriebsfrage zu beschäftigen. Meine erste Idee war ein hochübersetzter Servo-Motor direkt im Antriebskasten (ähnlich wie bei den Brawa-Signalen), aber da ist tatsächlich zu wenig Platz. Also blieb nur die Option den Antrieb unterirdisch zu verbauen. Ob es dann am Ende ein Servo, ein Servomotor oder noch was anderes wird, werde ich dann sehen.


    Hier mal ein Blick ins Innere des Antriebskastens:



    Die Welle ist aus Messingrohr 2mm gefertigt, mittig dann ausgefeilt worden um Platz für eine Mutter M1,4 zu schaffen. Nach dem Einlöten ist diese dann entsprechend des Rohrdurchmessers abgefeilt worden, so dass die Welle leicht in die vorgesehene Bohrung gesteckt werden kann. Auf eine schraube M1,4x3 habe ich dann eine Öse aus 0,4mm Messingdraht gelötet und das Ganze mit einer Betätigung (ebenfalls 0,4mm) versehen. Der Antriebskasten selber wird später rückseitig durch ein Klappe (wie bei Original) verschlossen.


    Neben dem Antrieb sollen aber auch die kleinen Blinkleuchten im Schrankenbaum illuminiert werden. Hierzu habe ich den eigentlichen Baum in zwei Hälften gedruckt und innen einen "Kanal" frei gelassen in dem später ein Messingrohr 1,2x1mm Platz findet. Durch dieses Messingrohr wird a) der Baum stabilisiert und b) dient es gleichzeitig als Kabelführung für die SMD LEDs.


    Um das Messingrohr passgenau bohren zu können habe ich mir eine Lehre ausgedruckt:



    Hier ist probehalber noch ein 1,2mm Messingdraht eingelegt. Die drei kleineren Bohrungen markieren die Position der Leuchten am Baum, die acht größeren dienen als Lackierhilfe für die Leuchten. Diese werden aus transparentem Resin gedruckt, müssen aber im unteren Bereich lackiert werden, damit hier ein durchscheinen des Lichts weitgehend vermieden wird. Zum Lackieren werden die kleinen Lampen kopfüber in die Schablone gesteckt und können so recht einfach "eingefärbt" werden.



    Gruß


    Thomas


    Betriebsleitung der Werkelburger-Industriebahn



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  • Moinsen!


    Heute sind die bestellten SMD-LEDs eingetroffen, Bauform 0402. Pro Schrankenbaum werden 4 Stück verbaut (3x rot, 1x gelb/orange).


    Nach der Druck-Test mit dem in zwei Hälften aufgeteilten Baum eher ernüchternd verlief, habe ich heute versucht den Baum "am Stück" zu drucken und siehe da es klappt hervorragend. Die Bohrung für das 1,2mm Messingrohr bleibt auf voller Länge erhalten, keinerlei Resinreste o.Ä. bleiben zurück. BTW: Zum Thema 3D-Druck erarbeite ich gerade ein paar Zeilen auf meiner Homepage ... bei Interesse einfach mal reinschauen.


    Hier nun der Schrankenbaum mit eingeschobenen Messingrohr:


    photo-2020-07-08-21-57-58.jpg


    Die noch sichtbaren Druckstufen (0,05 mm) werden natürlich noch verschliffen. Durch das Messingrohr ist der Baum so stabil, dass er auch etwas gröber angefasst werden kann.


    Hier der Baum komplett montiert und mit LEDs bestückt:


    20200708-220719.jpg


    20200708-220728.jpg


    Wie beim Vorbild wird die Schranke später nach vorn drei rote und nach hinten eine gelbes/orangenfarbenes Blinklicht zeigen. Auf die LEDs sind die Lichtscheiben (aus transparentem Resin gedruckt) aufgesetzt. Das leichte Durchscheinen der LEDs wird durch ein schwarze Grundierung später eliminiert.


    Weiter geht es jetzt mit der Komplettierung und dann erfolgt ein erster Farbanstrich ...



    Gruß


    Thomas


    Betriebsleitung der Werkelburger-Industriebahn



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  • Hallo Werkelburger,


    ich mag diese WSSB-Schrankenanlagen zwar nicht, aber Dein Modell ist Dir sehr gut gelungen - Kompliment! Weiter so!


    Freundlicher Gruß

    EsPe

    Nur weil ich den einen oder anderen Fehler an manch einem Modell zwar bedauere und gelegentlich kritisiere, aber mich dennoch über perfekte Fahreigenschaften usw. und einen gelungenen Gesamteindruck freue, bin ich noch längst kein Spielbahner (was übrigens abwertend klingt).


    Und nicht jeder, der von sich selbst behauptet, ein ernsthafter Modellbahner zu sein, muss es deshalb auch wirklich sein.
    (frei nach Blaukäfer)

  • Moinsen!


    Weiter geht's ...

    Nachdem die Schranke selber jetzt soweit fertig ist, kommt noch etwas "schmückendes Beiwerk" dazu. Den Anfang macht ein sogenannter "Kabel-Anschlusskasten", Ausführung KKF, nach TGL 0-43627. Hierbei handelt es sich eigentlich um "Haus-Anschlusskästen", allerdings wurden sie wohl überall dort verbaut, wo ein elektrischer Anschluss erforderlich war, so eben auch an der fotografierten Schrankenanlage:



    Die hier zu sehende Ausführung für Stromstärken bis zu 100A, war die größte welche in der o.g. TGL aufgeführt ist. Die etwas kleinere Ausführung für 60A hatte ich vor geraumer Zeit schon konstruiert, allerdings war es nicht möglich dieses Datei einfach "aufzublasen" um den größeren Kasten zu erhalten, denn es gibt doch einige Unterschiede.


    Hier die Konstruktionszeichnung:



    Und hier dann zwei Bilder des gedruckten Teils (Druckzeit gut 2 Stunden):




    Die beiden Leitungen nach unten haben einen Durchmesser von 0,9 mm (Originalmaß 42mm) und sind ebenso sauber gedruckt worden wie die kleinen Sechskantschrauben (SW 0,5mm) zur Befestigung des Kastens an der Konsole. 8)



    Gruß


    Thomas


    Betriebsleitung der Werkelburger-Industriebahn



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    Die Kritik an anderen hat noch keinem die eigene Leistung erspart. (Noël Coward)

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