Greenkeeper 55kV - was steckt drinnen?

  • Hallo Freunde,


    mich interessierte, was im Greenkeeper drinnen steckt und wie die hohe Ausgangsspannung erzeugt wird.

    Hab den mal aufgemacht und nachgesehen:

    Greenkeeper_01.jpeg


    Man bekommt viel Heißkleber (sieht jedenfalls für mich so aus) fürs Geld.

    Leider finde ich die Leistung fürs Geld nicht so überzeugend. ?(


    Die gesamte Geschichte auf meinem Blog:

    https://www.1durch45.de/2020/0…in-eindruck-der-leistung/


    Grüße


    H3x

    Hinweis: Der Text spiegelt meine Meinung wider, die vom Hersteller beschriebenen Eigenschaften kann ich nicht wissenschaftlich beurteilen. Wer mit seinem Greenkeeper glücklich ist soll das auf jeden Fall bleiben!

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


    Mein Spur 0 Blog: 1durch45.de

    Edited once, last by H3x ().

  • Da ich fast alle Alternativen, von der umgebauten Fliegenfalle bis zu den High-End-Geräten kenne und im Leben nicht darauf gekommen wäre, das Ding zu zerlegen, hier schon mal eine zweite Meinung: die 55KV-Version war mir etwas zu "dick", in der 15 KV und in der 35 KV-Version ist es bei mir seit 2015 im Einsatz und sowohl im Handling und beim Ergebnis das beste Begrasungsgerät das ich kenne.


    Du kannst gerne enttäuscht sein, bist aber wahrscheinlich sehr einsam mit dieser Meinung.


    Null-Problemo8)


    ....der dieses Gerät auf Anfrage ohne Einschränkung empfehlen wird (aus eigenen Erfahrungen - ohne jede Beteiligung, Provisionen, etc.)

  • Hallo,


    die Beflockungsgeräte sind alle als Hoschspannungskaskaden mit Kondensatoren und Dioden zur Spannungsvervielfältigung aufgebaut, diese wurde auch früher in den Fernsehgeräten mit Röhrenbildschirmen verwendet.


    Nun, der wichtigste Aspekt ist die elektrische Sicherheit. Da sind in der Regel die Selbstbaugeräte etwas unsicher.


    Bei den käuflichen Geräten wird gerne viel verlangt, je mehr kV (Kilovolt = 1000 V) umso mehr €.

    Grüße aus Regensburg


    Heinz ;)

  • Hallo Null-Problemo

    Du kannst gerne enttäuscht sein, bist aber wahrscheinlich sehr einsam mit dieser Meinung.

    Danke, dass du dich so um mich sorgst, mir geht es prima mit der Einsamkeit. :D

    Was mich wundert: Du als Elektronik-Spezi müsstest doch die Details nachvollziehen können, insbesondere, dass mein Selbstbaubegraser eine vergleichbare Ausgangsspannung liefert. Und das der Greenkeeper (meiner Ansicht nach) die 55 kV schaltungstechnisch bedingt nicht liefert - oder irre ich mich da?


    Grüße


    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


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  • Hallo,

    also ich nehme auch schon seit einiger Zeit das 35 KV Gerät und habe damit nur gute Erfahrungen

    gemacht. Im laufe der Jahre sind dort schon etliche 0e bzw 0 Module begrast wurden.

    Unsere Nadelbäume werden ebenfalls mit dem Gerät gemacht. Die Ergebnisse sind sehr gut.

    Ein kleiner Tipp eines Modellbahnfreundes hat auch noch mal was gebracht: Die Innenseite des

    Trichters mit Alufolie auskleiden und an der Metallplatte mittels einem Tropfen Sekundenkleber fest

    machen. Ist aber kein Muss. Dann versuche ich beim begrasen ganz knapp über der Oberfläche zu bleiben.

    Grüße Reinhard

  • Quote

    Du als Elektronik-Spezi müsstest doch die Details nachvollziehen können.....

    ....das kann ich durchaus. Nur ist an einer Hochspannungskaskade nicht viel Hightech dran. Das vorliegende Gerät ist klein, leicht und betriebssicher. Heißkleber (übrigens in sehr vielen Geräten zu finden) ändert daran nichts. Es ist ja auch keine Massenware.....


    Null-Problemo8)

  • Moin,


    ich glaube auch nicht, dass die 55kV realistisch sind. Der Heisskleber dient natürlich dazu, Überschläge zu verhindern, da seine Duchschlagfestigkeit um ein vielfaches höher als Luft ist.


    Michael

  • Moin,


    darf man fragen, wieso du mit dem 55er nicht zufrieden bist und welche Fasern du damit verarbeiten willst? Das läßt du leider offen.

    Begrasen will gelernt sein, sagte mir mal Wolfgang Langmesser. Und 35Kv reichen für Längen bis 16mm locker aus. Sogar die "Fasern" von Malerpinseln kann man damit in den Leim schießen, um Getreide oder Raps nachzubilden.

    Außer, du willst damit professionelle Grasmatten a la Welberg herstellen, dann solltest du dir ein Gerät >100Kv anschaffen :)

  • Hallo Michael,


    ich habe meinen ersten Begraser 2002 selbst gebaut. Der bringt etwa 22 kV und hat 30-40€ gekostet.

    Zwischenzeitlich habe einen Fliegenklatschenumbau ausprobiert - 10€ aber für mich ungeeignet.

    Mein Selbstbaugerät war zeitweise defekt, da habe ich einen Noch Grasmaster 2.0 für etwa 80€ gekauft. Der bringt nach ein paar Mods durch mich eine vergleichbare Leistung zu dem Selbstbau. Vielleicht leicht schlechter, aber gut genug für mich.

    Dann haben alle immer den Grasmaster über den Klee gelobt. Also habe ich einen bestellt - 280€ mit Zubehör.

    Nur leider ist die Leistung kaum besser als bei meinem Selbstbau. Das Handling mit den Behältern ist natürlich besser, die Siebe sind wie beim Noch.

    Ich begrase nun seit 18 Jahren, ich denke schon, dass ich Erfahrung habe. Ich nutze alle möglichen Fasern, ich liegen bestimmt 100 unterschiedliche, weniger geht auch nicht, außer man baut Golfanlagen und Tennisplätze.


    Ich bin bin der Meinung, dass ich weniger Leistung als bezahlt bekommen habe. Es werden rund 55 kV versprochen, nur die finde ich nicht. Das halte ich für eine unlautere Werbung und darüber ärgere ich mich.


    An alle, die mit ihrem Gerät zufrieden sind: Ich möchte euch das Gerät nicht mies machen, es ist auch nicht schlecht. Nun habe ich den Vergleich von drei (oder vier) Geräten und der Greenkeeper kann nach meiner Meinung nach den hohen Preis nicht rechtfertigen.


    Grüße

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


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  • Servus,


    das mit den verschiedenen Fasern und dem Problem der zu niedrigen Kv Zahl kenne ich auch gut. Den Noch Grasmaster halte ich persönlich für Spur 0 absolut ungeeignet. Das komische Döschen von Woodland ebenso. Allein der Greenkeeper von RTS konnte mich überzeugen. Der 55er ist für sehr lange Fasern gut geeignet, die man in Spur 1 oder LGB nutzt. Auch klappt damit das Kombinieren von verschiedenen Faserlängen etwas besser.


    Ich nutze hauptsächlich den 35er und Fasern von Silhouette/MiniNatur und RTS. Heki oder Noch finde ich persönlich nicht so toll. Auch die angebotenen Farben. Aber da hat jeder so seine Präferenzen.

  • Moin Edward,

    also ich behaupte mal, dass keiner dieser Hersteller mangels Equipment je die tatsächlich nutzbare Spannung der Geräte gemessen hat. Sie werden einfach ausgehend von der verwendeten Spannungsquelle und nachfolgender Kaskadierung den theoretischen Wert berechnet haben. Ich sage nicht, dass das gut ist, aber wenn alle das so machen, sind die Geräte zumindest vergleichbar.


    Ich habe bis vor einem Jahr oder so mit dem Noch-Teil gearbeitet. Ging eigentlich ganz gut, aber nicht perfekt bei längeren Fasern. Jetzt nutze ich den 35kV RTS und komme mit allen von mir verwendeten Fasern (überwiegend von Vampisol bis 16mm) gut klar damit. Der 55kV-ler wird das nicht besser oder schlechter können, aber vielleicht super-lange Fasern verarbeiten, an denen sein kleiner Bruder scheitert.


    Was sagt denn RTS zu deinen Tests?


    Viele Grüße,

    Johann

  • Hallo Johann,


    das die tatsächliche Ausgangsspannung durch Verluste niedriger als der theoretische sehe ich auch nicht so als Problem an, das kennen wir alle vom Spritverbrauch bei Autos ;)


    Mein Selbstbaugerät hatte theoretisch

    800V * 2 * 14 Kaskadenstufen = 22,4 kV

    Ich komme meiner Ansicht nach theoretisch beim Greenkeeper auf

    1000V (Maximalwert Kondensatoren) * 2 * 13(?) Kaskadenstufen = 26 kV


    Praktische Versuche haben beim Selbstbaugerät um die 20 kV ergeben. Rund 10% Verlust gehen klar.

    Beim Noch ohne Modifikation meine ich etwa 16 kV bestimmt zu haben , bei Interesse schaue ich noch mal nach.


    Ich habe den 55 kV genommen um Reserven zu haben - meiner Erfahrung nach lassen sich manche Fasern schlechter verarbeiten, selbst wenn die nicht besonders lang sind. Bei hoher Luftfeuchtigkeit klappt das Begrasen auch schlechter. Aber so hätte ich mein Selbstbaugerät praktikabler machen können.


    Von RTS habe ich nichts gehört, ich hatte vor einiger Zeit da hingeschrieben.


    Grüße


    H3x

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    Mein Spur 0 Blog: 1durch45.de

  • Hallo H3x,


    ich habe nun auch deinen Bericht gelesen und auch gerechnet.

    Der kann tatsächlich nicht die 55 kV erreichen.


    Aber muss er ja auch gar nicht. Die meisten Modellbahner wollen ja ein gutes Ergebnis und keine hohen Voltzahlen.

    Warum die den allerdings damit bewerben(bezeichnen) ist auch fraglich.

    Dies ist scheinbar aber auch in der Branche üblich.


    Auch den Noch Grasmaster 2.0 musste ich für die 12 mm Fasern modifizieren damit das einigermaßen klappt und das auch nicht immer, Stichwort Feuchtigkeit in Luft und Fasern.

    Somit erreicht der bestimmt auch nicht die versprochene Volts...Ebenfalls an der Funkenstrecke erkennbar.



    Interessant scheint aber, das es bei einigen mit den gleichen Geräten besser und bei manchen schlechter zu klappen scheint.

    Ist aber auch nicht verwunderlich, so haben die verwendeten Elektrobauteile auch immer eine Toleranz im Prozentbereich.

    Diese machen sich bei einer Kaskadierung natürlich sehr stark bemerkbar.


    Was mich allerdings maßlos ärgert ist die riesige Mage der Geräte die auch so billigen Bauteilen zusammengesteckt werden.

    Hier wird der Modellbahner meiner Meinung nach gnadenlos über den Tisch gezogen.

    Wobei mich der Heißkleber gar nicht mal so sehr stört.


    Gruß Patrick

  • Bei allem Verständnis für das, was uns H3x verständlich machen wollte; ist das nicht ein bisschen zu dick aufgetragen, Patrick?

    Quote

    Hier wird der Modellbahner meiner Meinung nach gnadenlos über den Tisch gezogen.

    Veto! Das ist eine plumpe Unterstellung!


    Quote

    .....ist die riesige Mage der Geräte die aus so billigen Bauteilen zusammengesteckt werden....


    Wer sagt das die billig sind? Was meint billig in diesem Fall? Minderwertig? Wird nicht vergessen, dass jemand das auch zu einem Gerät zusammensetzen muss? Ist diese Arbeit nichts wert?


    Quote

    .....und auch gerechnet.

    Rechnen ist immer gut! Dann bitte auch mal komplett, ausgehend von der verbauten 9 V - Blockbatterie......

    Quote

    Interessant scheint aber, das es bei einigen mit den gleichen Geräten besser und bei manchen schlechter zu klappen scheint.


    Ich sag´s mal so: auch ein Hammer funktioniert nicht in jeder Hand gleich gut und trifft den Nagel auf den Kopf......;)




    Null-Problemo8)

  • Bei allem Verständnis für das, was uns H3x verständlich machen wollte; ist das nicht ein bisschen zu dick aufgetragen, Patrick?

    Veto! Das ist eine plumpe Unterstellung

    Hallo,


    mir wäre daran gelegen, dass die Unterhaltung friedlich bleibt. <3


    Ein wenig über den Tisch gezogen fühle ich mich auch, immerhin habe ich den Eindruck nur die halbe Portion zu bekommen.

    Null-Problemo, wenn du im Restaurant nur die halbe Pizza und ein halbes Getränk bekommst, sagst du dann auch, dass das Essen sehr gut schmeckt, das Gedeck und die Inneneinrichtung sehr schön sind ? ;)


    Ob die technische Ausführung den hohen Preis rechtfertigt? Nun, die Schaltung ist nichts außergewöhnliches, die mechanischen Komponenten sind in meinen Augen abgewandelte Sachen aus der Verpackungsindustrie und ein paar Stanzungen. Das tut sich mit dem Noch-Gerät für etwa 1/3 des Preises meiner Ansicht nach wenig.


    Ob das ganze sicher im Betrieb ist? Der verwendete Trafo ist sicher für normale 230V gebaut.


    Ein vergleichbares Gerät habe ich für unter 50€ gebaut. Der neue Grasmaster soll etwa 130€ kosten.


    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


    Mein Spur 0 Blog: 1durch45.de

    Edited once, last by H3x: Ergänzung ().

  • Alles gut.

    Ist doch noch alle friedlich hier.



    Mit billig meinte ich hier nicht minderwertig.

    Natürlich kann man die Bauteile alle zusammenrechnen und selber bauen und kommt vllt auf 20 Euro wenn man Großhandelspreise bei den Bauteilen zugrunde legt.

    Da ist ja nun wirklich nichts spezielles drin.


    Was dann fehlt ist Bau, Entwicklung, Wagnis und Gewinn.


    Nur stehen hier Material- und Entwicklungskosten meiner Meinung nach nicht mehr im Verhältnis zueinander.


    Wenn man denn so einen Preis aufruft würde ich auch erstmal erwarten das zu bekommen was draufsteht.


    Zum Trafo:

    Der wird hier eher zu Anfang der Kaskade verbaut sein und die erzeugte Wechselspannung schon mal auf einen dreistelligem Wert bringen. Erst danach beginnt die Kaskadierung.


    Die 55 kV wird der nicht lange mitmachen.

    Sieht aber immer schön aus wenn man es mal versucht.

    In der Lehre waren das gern gemachte Experimente....

    Gleiches auch bei Kondensatoren/Elkos.


    Aber ich kann die Aussage meines Vorredners nur unterstreichen.


    Das Ding muss nicht schlecht oder zusammengeschustert sein.


    Damit wird man wunderbar begrasen können aber deswegen kann man ja trotzdem mal hinter die Kulissen schauen.



    Macht man ja bei zwischen Apfel und Samsonium auch.

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