Vakuumplatte für Fräsmaschine selbst bauen

  • Hallo,


    für meine Fräsmaschine suchte ich nach einer einfachen Möglichkeit Plattenmaterial einfach aufspannen zu können.

    Eine verbreitete Möglichkeit ist das Spannen mit Vakuum. Da die professionellen Vakuumplatten recht teuer sind und ich vor dem Kauf Erfahrungen sammeln wollte habe ich mir eine solche Platte zum Probieren selbst gebaut.


    So sieht sie aus:


    Vakuumtisch_06.jpeg


    Das CAD-Modell habe ich auf meine Seite gestellt:

    Vakuumtisch_01.png


    Die Datei und die ganze Geschichte gibt es hier zu lesen: https://www.1durch45.de/2020/0…kuumplatte-fur-die-frase/


    Viel Spaß beim Nachbau 8)


    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


    Mein Spur 0 Blog: 1durch45.de

  • Hallo H3x,


    was mich mal bei dieser Vakuum-Methode interessieren würde, wie halten kleine Teile von z.B. 2,3 x 2,0 mm? Ohne das sie durch den Raum fliegen? Oder der Halter für die Tritte an der Pufferbohle für z.B. die BR 94.5? Die Stege haben eine Stärke von 0,3 mm. Dazu kommt ja noch, dass man ja immer etwas tiefer fräst als die Materialstärke ist. Irgendwann ist die Oberfläche der Vakuum-Platte nicht mehr ganz "dicht". Für große Teile mag es ja eine gute Möglichkeit sein.


    Gruß Alfred


  • Alfred,


    das so eine Frage von Dir kommt - wundert mich!


    Die Platte funktioniert - nur für Deinen Wunsch, die

    Teile aus dem Vollen "auszufräsen" klappt es natürlich nicht. Also, was kannst

    Du bei der Konstruktion beachten wenn Du kleine Teile

    herstellen möchtest - genau, arbeite mit (mehreren) Stegen.

    Alles hat seine Grenzen ... .


    Gruss

    Andreas

  • Hallo Alfred,


    kleine Teile kann man mit Vakuum nicht festhalten, die Auflagefläche ist im Vergleich zur Schnittkraft des Fräsers einfach zu klein.

    Die geringste Größe hängt etwas vom Material und dem Vakuum ab, bei mir ist es bei Polystyrol z.B. 25x25 mm^2. Ich fräse dann die Durchbrüche ganz zum Schluss und lasse mindestens einen Steg stehen.


    Hier sind die Hintergründe erklärt (ist zwar für einen Sauggreifer, die Physik ist aber gleich)

    https://www.schmalz.com/de/vak…kraft-eines-sauggreifers/


    Durchfräsen ist kein Problem: Erstens habe ich meine Vakuumplatte auf der Maschine plan gefräst und die Höhe im CAM gespeichert, so habe ich eine Referenzhöhe. Zweitens kommt eine Lochgummimatte oder ein poröses Spannvlies dazuwischen, das erhöht die Haftreibung, dichtet ab und dient als Schutz, falls man mal 1/10 zu tief fräst. https://www.sorotec.de/shop/Vakuumtechnik/Lochgummimatten/


    Ich hoffe, dass die Erklärungen helfen - ich würde an deiner Stelle die Platte einfach nachbauen, und mal probieren. Die CAD-Dateien liegen auf der Seite.


    Viel Spaß und Grüße


    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


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  • Hallo Ihr beiden, danke für die Antworten.


    @ Andreas,


    Wolfgang (DT1) benutzt ja auch diese Unterdruckplatte von Sorotec. Stege vermeide wo es geht. Zuviel Nacharbeit. Ich benutze gerne eine 19 mm Spanplatte (die ich auch planfräse) und klebe meine M-Bleche mit einer hauch dünnen Folie von "Neschen"


    https://www.neschen.de/wp-cont…05000_201947_gudy_870.pdf


    @ H3x


    Diese Folie lässt sich mit dem Daumen gut wieder vom Untergrund abreiben. Zur Fixierung der Teile nehme ich zusätzlich noch Stifte, meistens an vier Ecken. Die Zeichnung ordne ich dann so an, dass sie genau in der Mitte des Rechteckes/Quadrates liegt, da ich sehr viele Fräsungen von der Vorder- sowie auf der Rückseite der M-Platten ausführe. Zum B. bei den Scharnieren oben, da wird der Scharnierstift mit den Führungen 0,3 mm (Petau lötet da einen 0,3 mm Stift auf z.B. Zylinderabdeckung BR 94.5) von oben gefräst und dann drehe ich die Platte, daher auch die beiden Bohrungen rechts und links und bohre dann die Zentrierung (Löcher) für den Nietstempel von unten an. Für solche Teile nehme ich auch gerne Reste (siehe Bild).


    Da würde mich interessieren wie du das auf deiner Vakuumplatte machst mit der Zentrierung, denn da kommt es auf den hundertstel Millimeter an.


    Gruß Alfred (der gerne noch dazu lernt)

  • Hallo Andreas, hallo Alfred,


    den Tisch von Wolfgang habe ich mir schon angesehen, er wohnt bei mir um die Ecke. Danach wollte ich auch so einen Tisch haben.


    Eigentlich haben alle Tische Bohrungen für 6 mm Passstifte, damit kann man zentrieren oder die als Anschläge nutzen.

    Das mache ich so ähnlich wie die Bauteile mit Überlänge.

    Erst zwei Löcher für die Passstifte fräsen, dann Oberseite fräsen, Teil umdrehen, Unterseite fräsen.

    Natürlich nicht so gut mit dem Versuchstisch aus MDF, da die Bohrungen ausleiern. Bei bisher zwei Teilen hat das trotzdem gut funktioniert, ich habe den Tisch nur zum Üben gebaut. Aber ein Tisch aus Alu ist in Planung.


    Zu Folie: Das habe ich auch mal mit einem Klebband von Letraset probiert, allerdings hatte ich immer wieder Probleme mit Klebstoff im Fräser bei Durchfräsungen. Besonders bei Holz oder Kunststoff-Einschneidern. Aber ich probiere mal diese Folie - wo kaufst du die?


    Schöen Grüße


    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


    Mein Spur 0 Blog: 1durch45.de

  • Moin zusammen,


    @ H3x: viele bauen sich einen Vacuum Tisch selbst, bei MDF ist ein wenig der Nachteil es ist Luft durchlässig verändert bei Hitze/Kälte/Luftfeuchtigkeit ein wenig die Oberfläche, was wiederum abplagen bedeutet. Ein weiterer Punkt den ich zwar getestet aber gleich wieder verworfen habe ist die gelochte Gummimatte, die taugt zwar zu duchfräsen, aber die Oberfläche ist nicht 100%ig eben und beim Durchfräsen wird sie schnell kaputt auch die Fräsbahnen.


    Ich selbst arbeite mit einer Aluplatte bei der ich die Ansauglöcher etwas vergrößert habe, denke 0,7mm, damit ich mehr Saugleistung an den Teilen habe. Zwischen Platte und Material liegt bei mir immer eine Lage Vilmill, die ist nur einmal zu gebrauchen und landet dann im Müll. Vilmill klebt von Haus aus nicht, wird aber durch den Fräsvorgang links und rechts des Fräsers "haftend", so dass mir das Material nicht wegfliegt. Kleinere Teile halten dadurch auch nur bedingt, kommt drauf an wie ich die Anfahrt und Ausfahr Geschwindigkeit einstelle. Ist die vc am Ende zu groß, hält auch das kleine Teil nicht, also besser am Ende abbremsen durch Verringerung der vc ;)


    Die Platte auf den Bildern ist noch recht neu und wurde vor meinem Urlaub getauscht, sie ist ausgelegt und ausgerichtet für 4mm Passstifte, die Bohrungen/Gewinde für spezielle Halterungen (Schraubstock, ...) muss ich erst wieder erstellen.




    Edit: Zu den oben genannten Unebenheiten mit dem MDF und der Gummimatte, da hätte ich ein Problem bei den oben zu sehenden Gravuren, die sind 0,05mm tief und wären dann unterschiedlich tief, was den Gravurstichel bei der hohen Geschwindigkeit belasten würde.

    Grüße,
    Wolfgang


    Nicht labern sondern schaffen

  • Hallo Ihr Vakuumspezialisten,


    wenn ich das alles so lese, dann bleibe ich bei meiner für mich seit gut 13 Jahren bewährten Methode mit Holzplatte planen und hauchdünne Klebefolie von der Fa. "Neschen". Bei den kleinen Teilen sowie z.B. den Scharnieren, lasse ich dann kleine Stege von 0,2 mm diagonal versetzt stehen.


    Gruß Alfred

  • Naja Alfred,


    ich plane recht selten, bei kleinen Teilen kommen auch schon mal Stege bzw. Anbindungen dran, da kommt man meist auch nicht drum rum. Da ich auch schon mal Alu oder Stahl fräse, brauche ich auch Kühlung und Schmierung, entweder durch Druckluft und/oder Schmiermittel, auch da ist MDF das komplett falsche Grundmaterial. Ansonsten Vilmil und Material drauf und los gehts ;)

    Grüße,
    Wolfgang


    Nicht labern sondern schaffen

  • Hallo Wolfgang, hallo Alfred,


    danke, dass ihr eure Erfahrungen und Einschätzungen teilt.

    Das ich MDF genommen habe lag nur daran, dass ich den Bau eines Tischs ausprobieren wollte und hier ein paar Reste lagen. Mir ist klar, dass das keine präzise Dauerlösung ist. Vilmill bestelle ich das nächste Mal beim Roy mit. Kann man das echt nur 1x gebrauchen?

    Ich habe außer der Gummimatte mir auch noch Spannvlies bestellt, das ist gegenüber Vilmill günstig. Funktionierte bei mir bisher besser als die Lochgummimatte, besonders bei Sperrholz und PS/PVC. Aber ich bin auch nicht so ein Hardcore-Fräsmeister wie ihr:whistling:


    Grüße


    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


    Mein Spur 0 Blog: 1durch45.de

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