Kopfbahnhof eingleisige Bahnstrecke (im Spannungsfeld zwischen Spiel- und Vorbildbahner ;-))

  • Hallo Freunde der "wahren" KÖNIGSSPUR (sprich Spur 0 1f609.png),


    lange, lange hab ich überlegt, Ideen gesponnen + und wieder verworfen und mich zuletzt doch einfach auf das konzentriert, was mir wirklich (beim MoBa-Hobby) wichtig ist.


    Da ist zunächst einmal die späte Epoche III bis zur frühen Epoche 4 der DB. Und dann sind da die Fahrzeuge, welche mir durch "leibhaftige" Erfahrungen in meiner frühen Jugend sozusagen „ans Herz gewachsen“ sind. Dampfloks der Baureihen 50 und 23, Dieselloks von der Köf (II + III) über die V 60, V 90 und V 100 bis zur BR 218. Und dann waren da noch die Diesellok-Unikate/Exoten wie die V 80, V 65 oder V 160 LOLLO welche ich zwar nicht live erleben durfte, die aber schon immer eine Faszination auf mich ausgeübt haben.


    An Personenwagen waren es die "Brot + Butter-Wagen" der Gattungen 3yg, 4yg, alte Eilzugwagen und Silberlinge welche ich selbst noch "erfahren" durfte. Und obwohl ich diese ebenfalls leider nicht mehr persönlich im Einsatz erleben konnte, so war mir doch immer klar, dass Donnerbüchsen auch zum "Inventar" meines Fuhrparks dazugehören mussten.


    Entsprechend nahm langsam das "Pflichtenheft" für meine Spur-0-Welt nach und nach Gestalt an:

    • Es sollte ein Kopfbahnhof sein, an einer eingleisigen Bahnstrecke, mit einer "Option des Durchfahrens“ bei möglichen Segment / Modultreffen mit MoBa-Kollegen
    • Damit würde automatisch der unbedingte Wunsch nach viel Rangierverkehr erfüllt werden
    • Maximale Länge des eigentlichen Bahnhofsensembles sollte ca.6m sein (Vorgabe für einen "temporären" häuslichen Aufbau in der Tierarztpraxis meiner Frau)
    • Es sollte ein Haus- und ein Inselbahnsteig vorhanden sein (Zugbegegnungen von Eil- und Personenzügen)
    • Größte nutzbare Bahnsteiglänge sollte mindestens für einen Silberling-Drilling mit ner Wendezug-23er reichen
    • Ein Ein-, Ausfahrgleis nur für Güterzüge sollte ebenfalls drin sein
    • Ein Gleis mit Ladestrasse sowie Kopf- und Seitenrampe war auf jeden Fall ein „Muß“ ;-)
    • Eine kleine Lokstation mit Lokbehandlungsanlagen (Dampf-, Diesel) ist ebenfalls ein „must have“
    • Soviele zusätzliche Einsatzstellen (z.B. Güterschuppen, Privatanschlüsse etc.) wie möglich, ohne das Ganze zu sehr zu überladen (ich sag nur: rangieren, rangieren und nochmal rangieren :-))
    • Ein halber „Hosenträger“ sollte in der Gleisplanfigur der Bahnhofseinfahrt auch vorkommen (ich sag nur: CAMBACH v.d. Höhe ;-)), und das Ganze sollte sich an bereits vorhandenem Weichenmaterial (1xDoppelweiche, 2x DKW, eine Kreuzung, einige Einfachweichen) orientieren
    • Mindestradius sollte der Weichengegenbogen der LENZ-Weichen (1.649mm) sein, schließlich sollten die einzusetzenden Silberlinge sich nicht durch zu enge Radien „quälen“
    • Es sollte mindestens eine, besser 2 Umfahrungsmöglichen für Loks bzw. kurze Rangiereinheiten geben
    • Es sollte mindestens ein Lokabstellgleis existieren
    • Es sollten möglichst wenige, aber gleichzeitig nicht zu große und möglichst gleichlange Segmente entstehen

    So, das war dann schon einmal eine ganze Menge „Wünsche“, ..mal sehen, ob ich die alle „unter einen Hut“ bringen kann?!


    Und dann war da noch die Sache mit der „Vorbildnähe“. Ich geb ja zu, all die o.a. Wünsche sehen eigentlich mehr nach „Spielbahner“ aus (wozu ich übrigens unumwunden stehe ;-)), aber so „ein bischen“ Vorbildnähe wäre dann schon auch noch ganz schön.


    Was dabei rausgekommen ist, ja das seht ihr dann auf den Gleisplanskizzen in meinem nächsten Beitrag (Spannung ;-))!!


    Freundliche Grüße

    Thomas

  • Hallo "SpurNullGemeinde",


    hier nun noch ein paar Erläuterungen zu meinem geistigen Machwerk (sprich Gleisplan):


    die eingefügten Maßbänder sind Maßangaben in CM und stellen teilweise LüP (Länge über Puffer) von Fahrzeugen dar, die ich entweder bereits besitze oder beabsichtige in Zukunft zu besitzen oder sie stehen für Gesamtzuglängen ohne Triebfahrzeuge


    51 CM z.B. ist die LüP einer LENZ BR 50, 35,6 CM die LüP einer LENZ V 160 LOLLO, 14,3 CM die LüP einer LENZ Köf II, 17,8 CM die LüP einer LENZ V 20, 28,1 CM die LüP einer LENZ BR 94, 28,4 CM die LüP einer V 80 (from the company which must not be mentioned:P)


    60 CM ist die LüP eines einzelnen Silberlings (from the company which ...), 184 CM entspricht der Gesamt-LüP eines kurzgekuppelten Silberling-Drillings, 43,2 CM ist die LüP eines einzelnen 4yg von LENZ, 26,9 CM ist die LüP eines LENZ R10 Rungenwagens oder eines gedeckten Glt 23 Güterwagens (also so ungefähr die längsten 2.Achser "wo das gibt")


    220 CM (im Güterzug Ein,- Ausfahrgleis) ist die Maximal-Gesamt-LüP eines Güterzuges ohne Triebfahrzeug


    Damit konnte ich die "Tauglichkeit" der Nutzlängen der einzelnen Bahnhofsgleise besser ein, - bzw. abschätzen. Darüberhinaus wurde mir auch klar, welche de facto Gleislängen ich in meinem geplanten Fiddleyard am Streckengleisende (Punkt-zu-Punkt-Verkehr!) benötigen würde.


    Wie gesagt, so manches an Roll-Material ist bereits vorhanden (Köf, V 80, Lollo + BR 94 sowie Silberlinge und 3yg`s), so manch anderes soll auf jeden Fall noch kommen (BR 23, BR 50, 4yg´s etc.) "Man" will ja auf jeden Fall "vorbereitet" sein;):P.


    Was haltet ihr von meinem "Projekt"?! Tut euch keinen Zwang an, konstruktive Kritik kann ich vertragen + ansonsten mach ich ja doch was ich will (Zitat von der weltbesten aller Ehefrauen ;))


    Freundliche Grüße

    Thomas

  • Hallo Thomas,


    ich sehe das genauso wie Null-Problemo. Dein Kopfbahnhof ist ein Endpunkt einer Strecke, also brauchst Du hier keine Umsteigebeziehungen. Es wird immer nur ein Personenzug ankommen, "entladen", "einladen" und dann wieder abfahren.


    Mit freundlichen Grüßen

    Roland

  • Hallo Thomas, Null-Problemo und Roland,


    ich sehe das anders. Wie Thomas erklärte, will er einen Eilzug mit einem Nahverkehrszug kreuzen lassen. Ich kann mir schon vorstellen, dass der Eilzug hier endet und dass die Passagiere einen Nahverkehrszug besteigen, um die Bahnhöfe, in denen der Eilzug nicht gehalten hat, zu erreichen. Das kann manchmal sinnvoller sein als direkt einen Nahverkehrszug zu nehmen (wenn die Züge entsprechend aufeinander abgestimmt sind). Außerdem besteht noch die Möglichkeit, dass etwas außerhalb des Bahnhofs eine Nebenstrecke abzweigt, so dass eine Zugkreuzung auch hier Sinn macht (im Prinzip haben wir dann natürlich einen Spitzkehrbahnhof, der nur als solcher zunächst nicht erkennbar ist).

    Um Platz zu sparen und evtl. noch ein Aufstellgleis zu ermöglichen, könntest du, Thomas, auf den Hausbahnsteig verzichten und beide Züge vom Inselbahnsteig besteigen lassen. Das würde auch ein wenig mehr Aufmerksamkeit für die Reihenfolge der ein- und ausfahrenden Züge bedingen, damit die Passagiere, die Gleis 1 zum Inselbahnsteig oder zurück überqueren, nicht gefährdet werden.


    Tschüß

    Utz

    My Private Idaho - die Camas Prairie Railroad

  • Hallo,


    also ich würde keinesfalls auf 2 Bahnsteiggleise verzichten. Es könnte ja sein, das neben den Regelzügen auch mal Sonderzüge verkehren. Oder das der Endbahnhof nur quasi ein Endbahnhof darstellt (z.B. Bad Wildungen) und dann doch Zugkreuzungen möglich sind.


    Aber ein Aufstellgleis für Güterwagen ist schon extrem wichtig. Besser wäre ein Gütergleis für ankommende Wagen, und eines für abgehende Wagen. Je nach Güteraufkommen. Und es fehlt ein Ausziehgleis. Sonst musst Du immer in das Streckengleis ausziehen, was nicht wirklich schön ist.


    Gruß,

    Ian

  • Hallo SpurNullGemeinde,


    zunächst mal herzlichen Dank für euer Interesse und die :thumbup:´s. Null-Problemo , Rollo , UtzRK und isiko : First of all: Vielen Dank für eure Kommentare:thumbup:.

    Es sind ein paar interessante Aspekte bei all dem gesagten / geschriebenen dabei. Dinge, über die ich in der Tat mal nachdenken möchte. Ich denke, ich lass das mal wirken / setzen und dann werd ich mich dazu nochmal detailierter äussern.


    Zunächst mach ich (zur Abwechslung) aber mal was "Praktisches" indem ich demnächst einmal ein paar echte Schienen probeweise zusammenstecken und (auf dem Boden) auslegen werd:


    • Einmal die Bahnhofseinfahrtsituation mit dem halben Hosenträger und den DKWs um die optische Wirkung in natura zu testen
    • Zum anderen einige LENZ R10er Radien um ein paar Silberlinge darauf zu stellen und mir den optischen "Krümmungsfaktor" (Wagenüberhang über das Gleis, Winkel der gekuppelten Wagen zueinander) im Wagenverband anzuschauen.


    Davon wird´s hier dann auch ein paar Bildchen geben. In diesem Sinne bis demnächst + bleibt gesund.

    FG

    Thomas

  • Hallo Thomas,


    beim entwickeln eines Gleisplanes ist es von Vorteil, wenn man sich dazu mal einen geschichtlichen Rückblick schafft. Wie könnte der Bahnhof entstanden sein. Ich spinne jetzt mal.


    Wir schreiben das Jahr 1875. Ein Konsortium aus Gemeindevetretern anliegender Gemeinden und kleinen und größeren Fabrikanten setzen sich zusammen und beantragen beim Staat den Bau einer Eisenbahnlinie. Das benötigte Grundkapital ist wie immer recht knapp und der Staat soll natürlich was dazu geben.

    In der Hauptsache wird sich diese Stichbahn durch den Güterverkehr finanzieren, schließlich gibt es am Endbahnhof einen größeren Bahnanschließer. Der Personenverkehr wird einen kleineren Beitrag zur Finanzierung bringen.

    Bei der Planung des Bahnhofes muss auch der Grunderwerb mit in Betracht gezogen werden. Also, wird man so planen, dass genügend Gleise für den gewinnbringenden Güterverkehr vorgesehen werden. Womit eigentlich erst einmal der Hausbahnsteig für das Passagieraufkommen ausreichend ist.

    1885 ist es endlich geschafft. Der Bahnverkehr kann aufgenommen werden. Da es keine Wendemöglichkeit für die Dampflokomotiven gibt, wird der Betrieb mit Tenderlokomotiven aufgenommen. Dementsprechend klein wurde auch die Lokbehandlung gebaut. Es fahren nur Personenzüge, welche auf Forderung der an der Strecke liegenden Gemeinden an jedem Bahnhof anhalten. Die recht kurzen Güterzüge, welche im Endbahnhof abfahren, sammelten an den Unterwegsbahnhöfen weitere Güterwagen ein. Die Güterwagen werden mit der Zuglok verteilt und auch zu Zügen zusammen gestellt. Ein kleiner Lokschuppen für eine dreiachsige Lok ist vorhanden.

    Bis zur Übernahme der Strecke durch die DRG änderte sich am Betrieb nicht viel, lediglich der Fahrzeugpark wird moderner, etwas größere Tenderloks halten Einzug auf der Strecke (z.B. BR94). Die ersten Umbauten im Bahnhof betreffen dann die Lokbehandlung, sie muss den größeren Loks angepasst werden. Diesem Umbau könnte dann der Lokschuppen zum Opfer gefallen sein, denn eine ständige Stationierung einer Lok auf dem Bahnhof ersieht die DRG nicht als notwendig.

    In den 30er Jahren erhält der größere Anschließer einen Großauftrag der Wehrmacht, womit sich eine Vergrößerung des Betriebes erforderlich macht und neben dem Güterverkehr auch ein stärkerer Berufsverkehr nach deinem Endbahnhof entsteht. Ein Eilzugverkehr ist aber weiterhin nicht erforderlich, auch die Berufsverkehrszüge müssen an jedem Bahnhof der Strecke halten, sonst wären sie unwirtschaftlich. Die Anschaffung von Dieseltriebwagen wäre hier die beste Alternative.

    Mit dem verstärkten Güterverkehr entschließt sich die DRG dann Ende der 30er Jahre zur Stationierung einer Köf, welche die Güterwagen zu den einzelnen Be- und Entladestellen rangieren muss, damit die Zuglokomotive schnell wieder in den Streckeneinsatz gelangen können. Für diese Köf muss ein kleiner Unterstand mit einer Versorgungsstation errichtet werden. Gleichzeitig kann die Bekohlung entfernt werden, da die jetzt eingesetzten Dampflokomotiven ausreichend Kohle für eine Hin- und Rückfahrt zur Hauptbahn haben. Lediglich die Versorgung mit Wasser muss aufrecht erhalten werden. Dazu werden dann Wasserkräne an den Enden der 3 Bahnhofsgleise aufgestellt. Die ehemalige Dampflokbehandlung wird für die Köf umgebaut und Platz für einen Unterstand der Köf ist dort dann auch vorhanden.

    Nach Kriegsende 1945 und Beseitigung eventueller Kriegsschäden geht der Güterverkehr erst einmal stark zurück, der Personenverkehr bleibt wie gehabt.

    Der in den den 30er Jahren beschaffte Dieseltriebwagen, welcher von der Wehrmacht in den letzten Kriegstagen noch beschlagnahmt wurde, ist verschollen.

    Also wurde der Bahnverkehr erst einmal mit noch verhandenen Fahrzeugen aufgenommen. Gelegentlich kommt jetzt auch eine der "neuen" 50er mit einem kurzen Güterzug, oder auch vor kurzen Personenzügen in Deinem Bahnhof an.

    Mitte der 50er Jahre entwickelt sich der Güterverkehr wieder besser, die "Wirtschaftswunderzeit" beginnt. Es wird jetzt jedes verfügbare Gleis für die Bereitstellung von Güterwagen benötigt.

    Die Berufstätigen geht es langsam finanziell besser, was sich auf den umliegenden Straßen bemerkbar macht. Der Versuch der DB durch den Einsatz von Eilzügen, welche nicht mehr an jedem Bahnhof halten, Fahrgäste anzulocken, scheitert kläglich. Die Züge fahren fast leer durch die Gegend, die Fahrgäste der jetzt ausgelassenen Bahnhöfe fahren mit den neu geschaffenen Bahnbussen oder eigenen Pkw zu ihrem Ziel. Sie werden nicht, wenn sie in die nächste Keistadt wollen, erst mit dem Personenzug zum Endbahnhof fahren, dann in den Eilzug umsteigen, um dann zurück in die Kreisstadt zu fahren. Also wird das Experiment Eilzug nach kurzer Zeit wieder eingestellt.

    In den 60er Jahren fahren nur noch 3 bis 4 Personenzugpaare am Tag. Die DB verhandelt mit dem Anschließer, ob er nicht auf sein Anschlussgleis verzichten will. Und weil er das nicht will, werden ihm höhere Unterhaltskosten in Aussicht gestellt. Irgendwann gibt er dann auf und die Straßen füllen sich auch noch mit Lkw. Aber das wirst Du nicht darstellen wollen.


    Mit freundlichen Grüßen

    Roland

  • Hallo Roland, deine Geschichte klingt irgendwie glaubhaft. Bei dem kleinen Bhf. war wahrscheinlich alles auf Sparen gestrickt und der Personenverkehr wird auch recht übersichtlich gewesen sein, also dürfte ein Hausbahnsteig vollkommen ausreichen.

    Gruß Micha :)

  • Hallo Freunde der "wahren" KÖNIGSSPUR (sprich Spur 0 1f609.png),


    Hallo Thomas,


    vor Jahren habe ich schon mal folgende Begriffslogik entwickelt:


    SPUR 1 wird ja klassischerweise als KÖNIGSSPUR bezeichnet.


    Da habe ich einen drauf gesattelt und die


    SPUR 0 als KAISERSPUR betitelt.


    Do you copy?

    Gruß
    bahnboss :thumbup:^^ :thumbsup:

    Edited 2 times, last by bahnboss ().

  • Hallo bahnboss,


    I do absolutely copy :thumbup:;):thumbup::!:


    Gruß

    Thomas

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