Innenleben G10

  • Hallo Freunde im Forum,


    durch Arbeiten an einem original G02/G10, interessiere ich mich nun für die Innengestaltung / Beladung eines G10. War dieser gedeckte Güterwagen doch ein universell einzusetzender Wagon.


    Ich habe mir sagen lassen, daß durch die großen Klappen z. B. Getreide eingefüllt werden konnte. Ösen für Tiere waren ja vorhanden (jeweils bei den senkrechten Verstärkungs-Blechen außen am Wagen). Und auch sonst müssen verschiedenste Nutzungen gegeben gewesen sein. Leider fehlt mir grad die Phantasie, da was rein zu gestalten.


    Was fällt Euch so ein, was Ihr so seht, wenn bei einem G10 das Tor aufgeschoben wird?


    LG und Danke für Eure Tips!


    Ciccio

  • Hallo Ciccio,

    Kisten, Säcke, Fässer, Meerschweinchen.


    Ich streich mal die Meerschweinchen - die sind jetzt grad eh aus - wer keine Hamster bekam hat die gekauft . . . :D


    Schau Dir mal die Resinteile von Skytrex an - die scheinen mir für dein Anliegen geeignet.
    https://www.ogauge.co.uk/48-accessories
    Das wäre vielleicht sowas SMRA13 oder SMRA14 oder SMRA15
    Ich habe diese Teile schon mehrfach verarbeitet (auch die Kabeltrommeln, und Drahtringe), ein niederländischer Händler (Name leider nicht parat) hatte die Produkte letztes Jahr in Giessen.


    Grüße dry

  • Hallo Ciccio,


    wenn ich mir vor dem geistigen Auge vorstelle, vor einem G10 zu stehen und die Schiebetür zu öffnen, dann kommen Erinnerungen an meine Berufszeiten hoch:


    Ich arbeitete auf einem kleinen Bahnhof, der jeden Morgen mit dem ersten Personenzug aus der nächsten Großstadt einen Expressgut-Kurswagen erhielt. Dieser Wagen wurde im nicht durchgehenden Hauptgleis beim Verkehrshalt des Personenzuges abgehängt, mit zwei Hemmschuhe gesichert und dann öffnete der Schalterbeamte der Expressgutabfertigung die Schiebetür. Das war damals meine Aufgabe und neben mir waren anfangs noch ein Ladearbeiter und zur Unterstützung der Bahnhofsarbeiter am Bahnsteig. Wir hatten unsere Elektrokarre und zwei Anhänger dabei und wussten, dass der Arbeitstag davon abhängt, wie viel Expressgut im Kurswagen zu finden war. Also wurde nach Öffnen der Schiebetür ein Blick reingeworfen und anschließend gejubelt oder geflucht. Es kam vor, dass der Wagen auf beiden Seiten der Tür bis zum Dach mit gestapelten Expressgütern gefüllt war, in der Weihnachtszeit war sogar der Raum zwischen den Türen voll. Aber es kam auch vor, dass nur in einer Ecke ein paar Pakete lagen und wir damit noch nicht einmal die Elektrokarre voll machen konnten. Dann wurde gejubelt...


    Also mein geistiges Auge zeigt dann immer Pakete, Fahrräder, Körbe, und das alles irgendwie durcheinander oder mehr oder weniger gestapelt.


    Ja, es war damals kein G10 mehr, sondern in der Regel ein UIC-Standardwagen, manchmal waren es aber auch zwei Wagen, was uns schon beim Einfahren des Personenzuges den Tag verhagelte...


    Soweit meine Erinnerungen aus der Berufszeit.


    Du hast auf die Zurrösen angespielt: Ja, Vieh konnte daran fixiert werden, aber bei Vieh und anderen Tieren war es immer ein Problem, ausreichende Lüftung sicher zu stellen. Dann wurden die Lüftungsklappen auf Lüftung gestellt und die Schiebetür vielleicht nicht ganz geschlossen - dazu hatte der Türhaken auch zwei Verriegelungsmöglichkeiten.


    An den Zurrösen konnte aber auch das Ladegut fixiert und somit gesichert werden - Zurrösen können schon vielseitig sein...


    Ein anderes Bild ist die Verladung von Kleinvieh - dafür gab es extra Holzgitter, die in den Türraum eingesetzt werden konnten. Dann blieb die Schiebetür geöffnet und die Tiere wurden durch das Gitter zurückgehalten. Dazu ein bisschen Stroh in den Ecken und einen Geräusch-Decoder mit Schweine-Quieken* eingebaut und die Illusion ist perfekt.


    Soweit meine Assoziationen zum Thema "Öffnen der Schiebetür"...



    Freundliche Grüße
    EsPe


    *: Genau das hatte die DB bei ihren Jubiläums-Paraden 1985 in Nürnberg auch gemacht: Ein Verschlagwagen lief in einem Güterzug mit und im Innern lief ein Tonband mit Schweinegeräuschen - eine perfekte Illusion! Seitdem träume ich davon, einen Geflügeltransporter in Spur 0 zu bauen, der einen Sound-Decoder mit Hühner-Gekrähe und einen kleinen Kompressor, der auf Tastendruck mit lautem Gegacker ein paar kleine Federn aus den Ritzen pustet, am besten bei einem harten Rangierstoß.... Träumereinen halt!

    Nur weil ich den einen oder anderen Fehler an manch einem Modell zwar bedauere und gelegentlich kritisiere, aber mich dennoch über perfekte Fahreigenschaften usw. und einen gelungenen Gesamteindruck freue, bin ich noch längst kein Spielbahner (was übrigens abwertend klingt).


    Und nicht jeder, der von sich selbst behauptet, ein ernsthafter Modellbahner zu sein, muss es deshalb auch wirklich sein.
    (frei nach Blaukäfer)

    Edited once, last by EsPe ().

  • Schau Dir mal die Resinteile von Skytrex an -
    Ich habe diese Teile schon mehrfach verarbeitet (auch die Kabeltrommeln, und Drahtringe), ein niederländischer Händler (Name leider nicht parat) hatte die Produkte letztes Jahr in Giessen.


    Hallo, das ist One2zmodelshop aus Hegelsom in der Nähe von Venlo. Das liegt nah zur deutschen Grenze, von Duisburg sind es etwa 60 km. https://www.one2zmodelshop.com/de/brands/skytrex/
    Bitte vorher anrufen, ob er die Teile da hat und wegen der Öffnungszeiten. Der Inhaber spricht sehr gut deutsch.


    Man kann jedoch auch direkt bei Skytrex in England bestellen. Hab ich schon mehrmals gemacht, klappt gut.


    Beste Grüße, Torsten

  • Hallo Freunde im Forum,


    vielen Dank für Eure Antworten. Auch wenn es mir bislang nicht gelungen ist, das Meerschweinchen in den G10 zu 'verfrachten' ... !


    Noch eine nachgeschobene Frage: in den Güterwagons wars doch immer dunkel wie in einem Bären-Ar....! Wie hat man da Licht reingebracht? Den Raum so beleuchtet, das man da was gesehen hat und drin unfallfrei arbeiten konnte?


    Danke für Eure Infos!


    LG Ciccio

  • Noch eine nachgeschobene Frage: in den Güterwagons wars doch immer dunkel wie in einem Bären-Ar....!


    Nun, das ist auch heute bei den meisten Güterwagen so üblich...
    Die Ladetür war ja offen, da kam schon Licht rein. Und wenn das nicht reichte, gab's Taschenlampen.


    Gruß, Freddy

    Ich mache gern Kompromisse. Aber nicht beim Maßstab.

  • Hey Freddy,


    also Deine Erklärung mit den Taschenlampen reicht mir so nicht - sorry. Vor allem wenn draußen die Sonne scheint, sieht man in dem Wagon drin auch mit Taschenlampe nix.


    Ich war schon in so manchem Wagon, und da ists mit einer Taschenlampe nur ein ganz klein weniger Stockdunkel - als ohne! Aber wirklich sehen tut man da nicht wirklich was.


    Vielleicht gibts da doch noch eine andere Erklärung?


    Ciao


    Ciccio

  • Hallo Ciccio,


    ich habe mal Anfang der 90er Jahre, 92 o. 93 für 4 Wochen in Nachtschicht von 2 Uhr bis 10.30 UHR in einer Spedition mit Umladehalle Bahn / Straße - Güterwagon auf LKW und umgekehrt, gearbeitet. (Das war wirklich kein Vergnügen..nach den 4 Wochen war ich wie ein Zombie unterwegs weil ich nie richtig schlafen konnte tagsüber... :wacko: )
    Die G Wagons (natürlich keine G 10 mehr) wurden auf den Ladegleisen in die Halle geschoben 3 - 4 hintereinander, aber in keinem Wagon war eine Innenbeleuchtung. Es wurde ja meist mit kleinen Staplern reingefahren, die hatten Scheinwerfer, oder wir als "Fußvolk" haben "Ameisen" mit Paletten zum Ausladen benutzt, wenn Ladegut ohne Palette drin stand. Etwas Licht fiel durch die Hallenbeleuchtung rein, aber es war - besonders in den Ecken und Enden alles Andere als hell drinnen. Ob jemand kleine "Taschen", bzw. Arbeitslampen benutzt hat ist mir nicht in mehr Erinnerung. Wäre aber nicht gänzlich auszuschließen.


    Soviel kann ich aus der Erinnerung noch sagen zu Deiner Frage.

  • Hallo Dirk,


    danke für Deine Erinnerungen. Stapler und Scheinwerfer - ja, das macht Sinn! Eben speziell auch im Paletten-Zeitalter.


    Jedoch, was war davor? Und/oder eben, was war mit dem gemeinen Fußvolk, das Be- oder Entladen mußte? Mit Sackkarre oder was weiß ich. In den historischen Wagen die ich so kenne, hab' ich noch nicht einmal eine Halterung für eine Lampe, geschweige denn ein Lampe entdecken können. Und mit Stirnlampen werden die Werker dort doch nicht tätig gewesen sein - oder?


    Sorry, daß ich hier so hartnäckig bin! Das Thema juckt mich halt schon recht lange. Ich meine, es ist wesentlich für unser Hobby, wie und ob ein Wagen am Ladegleis zu beleuchten ist.


    Ciao und Danke für Eure Ideen / Erfahrungen


    Ciccio

  • Hallo Ciccio,


    ich habe in meinen Erinnerungen gekramt. In den 60/70ger Jahren habe ich öfter am Güterbahnhof sperriges Material abgeholt. Es war nie Licht in den Wagen.
    Wie auch der Wagen stand alleine auf dem Gleis.
    War eine Schiebetür geöffnet reichte das Tageslicht aus um den Wagen zu entleeren. Vor der zweiten Schiebetür stand ja der LKW zum Beladen. Wichtigstes Werkzeug zum Entladen war ein Nageleisen um die genagelten Transportsicherungen aus dem Wagenboden zu endfernen.
    Erinnere mich auch daran, dass ich öfter zu hören bekam, die Ladungssicherung des Absenders war nicht ausreichend und der Absender wäre wieder mal aufgefordert worden die Ladung zu sichern und die DB käme nicht die Schäden auf.
    Erinnerungen, das waren noch Zeiten, Früh morgens am Expressschalter Pakete abholen die vielfach noch keine 24 Stunden unterwegs waren.


    Gruß
    Alfred, der "vonne" Ruhr

    Wir hören nicht auf zu spielen, weil wir alt werden.

    Wir werden alt, weil wir aufhören zu spielen.

    G. B. Shaw

  • Hallo,


    Als Kind bin ich oft mit Schulkameraden in meinem Heimatort im Güterboden gewesen, um beim Ausladen von gedeckten Güterwagen zu helfen. Wir Kinder haben uns oft über einen kleinen Geldbetrag gefreut. Wo ich gewohnt habe, war die Textilindustrie, hauptsächlich Bandweberei sehr weit verbreitet.
    Tagsüber reichte das einfallende Licht durch die offene Schiebetür aus. Wenn es dunkel war wurden Petroliumlampen aufgehangen. Einige Zeit später wurde mit Einer Kabeltrommel und einer Baulampe / Baustrahler der Wagon innen beleuchtet.
    Das sind meine Erinnerungen.

    Viele Grüße Robby

  • Bitte nicht festnageln, aber ich vermute, überhaupt keine Farbe, die war meines Wissens nur außen drauf.
    Die Böden sind ja von unten auch nicht gestrichen.


    KM1 zeigt bei den Bildern von seinem G10 einen holzfarbenen Fußbden und graue Innenwände, wobei ich vermute, dass die auch nur verwittertes Holz imitieren sollen.


    Und vor kurzem habe ich ein paar Fotos eines älteren O-Wagens der RhB in Holzausführung gesehen wie ihn Bemo jetzt bringt.
    Da war der Wagen auch nur außen lackiert, die Innenseite war komplett unlackiert bis auf die Metallprofile.


    Und bei Viehtransportwagen verbietet sich das sowieso, da ja früher die Farben nicht gerade gesundheitsförderlich waren und die Tiere immer daran rumleckten.
    Und da die G10 ja auch für Pferdetransporte genutzt wurden, wären unlackierte Innenwände die logische Schlussfolgerung.

  • Hallo Goose,


    leider irrst Du mit Deinen Ausführungen.


    Bitte nicht festnageln, aber ich vermute, überhaupt keine Farbe, die war meines Wissens nur außen drauf.
    Die Böden sind ja von unten auch nicht gestrichen.


    KM1 zeigt bei den Bildern von seinem G10 einen holzfarbenen Fußbden und graue Innenwände, wobei ich vermute, dass die auch nur verwittertes Holz imitieren sollen.


    Laut Diener "Anstrich und Bezeichnung von Güterwagen und Dienstwagen" wurden anfangs bei einem G-Wagen der Fußboden innen Rotbraun (RAL 8012) und die Seitenwände Eisengrau (RAL 7011) gestrichen. Ab 1962 hingegen wurden die Seitenwände von G-Wagen innen auch Rotbraun (RAL 8012) bemalt.



    Und bei Viehtransportwagen verbietet sich das sowieso, da ja früher die Farben nicht gerade gesundheitsförderlich waren und die Tiere immer daran rumleckten.
    Und da die G10 ja auch für Pferdetransporte genutzt wurden, wären unlackierte Innenwände die logische Schlussfolgerung.


    Das für G-Wagen geschriebene galt übrigens auch für Viehtransportwagen, also anfangs innen Eisengrau mit braunem Fußboden, später auch die Seitenwände innen Rotbraun.



    Freundliche Grüße
    EsPe

    Nur weil ich den einen oder anderen Fehler an manch einem Modell zwar bedauere und gelegentlich kritisiere, aber mich dennoch über perfekte Fahreigenschaften usw. und einen gelungenen Gesamteindruck freue, bin ich noch längst kein Spielbahner (was übrigens abwertend klingt).


    Und nicht jeder, der von sich selbst behauptet, ein ernsthafter Modellbahner zu sein, muss es deshalb auch wirklich sein.
    (frei nach Blaukäfer)

  • Hallo Freunde im Forum,


    das Grau der Wände und der Decke, und den nicht lackierten Wagenboden, kann ich für die älteren Wagons bestätigen! Meine Quelle ist ein originaler G02, der in vieler Hinsicht baugleich dem G10 ist.


    LG Ciccio

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