Britisch Spur 0: Hattons A4 Stromliniendampflok erste Fotos

  • Hallo,


    Der britische Händler Hattons aus Widnes bei Liverpool hat Wort gehalten und wieder super zuverlässig und schnell (Freitag mittag bestellt, Montag vormittag da) geliefert. Gestern habe ich die ersten Bilder von meiner neuen A4 gemacht. Die Lok passt zwar überhaupt nicht zu meinem British Railways Western Region der 50er-Nebenbahn-Thema, aber egal. Das war ein lang geplanter Genusskauf.



    Die Lok ist recht schwer, Hattons sagt fast 4 Kilogramm. Sie ist auf einem Brett mit Spurrillen von unten verschraubt und gut in einer schön gestalteten Schachtel mit passenden Schaumstoffeinsätzen verpackt. Der Maßstab ist wie bei allen britischen Modellen 1:43,5.



    Das typische Gesicht ist gut getroffen. Die wenige Beschriftung, Farbgebung und Zierlinien sind perfekt. Die Puffer glänzen auch beim Vorbild so.



    Sehr schöne Details, wie die Griffe an den Sandkastendeckeln über dem Umlauf. Am Führerhaus hat Hattons eine Griffstange vergessen, das wurde auch schon in anderen Foren kritisiert. Das Wappen sollte erhaben sein. Da hat wohl der Controller den Rotstift angesetzt. Man schauen, ob bei den üblichen Verdächtigen wie Fox Transfers, Modelmaster Jacksons, Railtec usw. etwas kommt.
    Das Namensschild, die Loknummer, die Buchstaben am Tender und der Trittbelag auf dem Umlauf aus Edelstahl sind natürlich umwerfend. Von der Steuerung ist nicht viel zu erspähen, aber was man sieht, ist sehr korrekt nachgebildet.



    Das Modell hat vorbildgerecht einen Korridortender. Durch diesen Übergang zum ersten Reisezugwagen konnte das Lokpersonal während der Fahrt bei voller Geschwindigkeit wechseln. Die Gresley A4 Loks waren für den prestigereichen Schnellverkehr auf der East Coast Mainline von London nach Edinburgh entworfen, siehe das Race to the North Die bekannteste Lok aus der Baureihe A4 Class ist die Weltrekordlok No. 4468 "Mallard". Auch diese ist aktuell als O gauge Modell von Hattons erhältlich.


    Unten ist eine abklappbare Buckeye-Kupplung, darüber eine die reguläre Schraubenkupplung (mit echten Links-rechts-Gewinde). Im Tender ist auch die Schnittstelle. Damit werde ich mich später befassen. Die Lok ist derzeit normale DC-Asuführung. Ich habe sie mal auf meine Anlage gesetzt. Weicher Lauf, fast geräuschlos. Das Modell ist für einem Mindestradius von 1028 mm gebaut.



    Der Führerstand ist komplett durchgestaltet. Das sieht man wohl besser, wenn der Tender ab ist. Zwischen Lok und Tender geht ein Kabel mit einem Mehrfachstecker. Die Führerstandstüren sind vorhanden, ich habe mich aber noch nicht getraut, sie wegzuklappen. Entweder gehen sie schwer oder sind fixiert. Eine Fallplatte für den Übergang Lok-Tender liegt mit bei, ebenso eine auswechselbare sehr hohe Kohlenladung. Die sieht aber nach "echt Plaste" aus, also nicht sehr nützlich. Lieber nur eine kleine Tenderfüllung, da sieht man die Details im Tenderinneren viel besser.
    Im Bild sind auch gut die erhabenen Ziffern zu erkennen. Eine wirklich tolle Zutat.



    Alles im allen, ich bin sehr zufrieden. Mein erstes richtig "großes" Lokmodell. Die Lok kommt schwer und massiv rüber. Man kann sie jedoch auch gut anfassen, weil die Stromlinienverkleidung glatt ist und keine Leitungen draußen dran sind. Aufgleisen ist ein kleines Geduldsspiel, bis alle Räder richtig auf den Schienen sind. In der Kurve sollte man es nicht machen, auf Weichen auch nicht. Und immer den Strom abschalten, sonst provoziert man einen Decoderschaden (wenn später ein Decoder drin ist).


    Danke für die Aufmerksamkeit, beste Grüße, Torsten

  • Ach Torsten,


    bisher konnte ich mich gerade so zurückhalten die "MALLARD" zu bestellen. Jetzt weiß ich nicht, ob ich standhaft bleiben kann.
    Auch bei mir passt sie eigentlich nicht ins Konzept, aber wie schreibst Du so passend, als "Genusskauf"...


    Beste Grüße
    Stefan

  • lieber Torsten,
    liebe Spur 0 Freunde,


    wirklich ein wunderschönes Modell. Und auch bei mir definitiv mein Gebiet. Aber das Vorbild - in meinem Fall die Mallard - reizt mich schon sehr. Habe mir ein wenig die Seite von Hattons angesehen.Da meine Muttersprache nicht englich ist leider nicht alles verstanden. Von daher sorry für die nun folgenden Fragen


    Bestellen scheint über den Link zu funktionieren, oder soll man eine Mail schreiben. Bezahlung lauft wie ab? Zudem - aus welchem Material besteht das Schmuckstück?


    Herzlichen Dank für die Hilfe


    Felix

  • Bestellen scheint über den Link zu funktionieren...


    Hallo Felix,


    ja, bestellen geht direkt vom Webshop heraus über den Link. Du wirst dann weiter durchgeleitet, kannst zwischen verschiedenen Royal Mail/DHL- oder DPD-Versandoptionen (also z.B. Normal- oder Expressversand) wählen. Bezahlung ist über Kreditkarte oder PayPal. Alles sehr easy und "Schwupps" - in wenigen Tagen hast du dein Modell! ^^

  • Ach, ich dachte mir, nachdem Torsten seine schöne Lok vorgestellt hat, kann ich meine ruhig auch noch zeigen, denn es ist eine Version mit zurückgebauter Verkleidung, sodass man hier die Steuerung in voller Gänze bestaunen kann. Es ist eine spätere Version der British-Railways, die Anfang der 1950er Jahre kurzzeitig auch mit blauer Lackierung ("Express Blue") experimentiert hatten. Später wurden dann alle A4s in "Brunswick Green" lackiert.




    Bei mir ist es genauso, wie bei Torsten und Stefan: Sie passt eigentlich nicht ins Konzept... :rolleyes:


    Und eigentlich hätte ich gar keine A4 class mehr gebraucht, denn ich hab schon eine Sunset A4 "Mallard" in "LNER Garter Blue"... Ich hatte die Lok 1981 im National Railway Museum in York im Original gesehen und war sofort hin und weg. Als Sunset 2008 ankündigte, dass sie auch europäische Loks machen und die Mallard herausbringen würden, stand der Entschluss sofort fest: Ich muss eine haben!


    Und nun musste es - zumal zu DEM Preis! - auch noch eine Version ohne "Valances" (Seitenverkleidungen) sein.
    Hier stehen sie beide einträchtig in meiner Vitrine:


  • Hallo,


    ich habe gesehen, dass es auch die "LNER A4 „Sir Nigel Gresley" gibt oder geben soll. Die werde ich mir bestellen. Auch wenn ich in Spur 0 nach deutschem Vorbild baue, so hat diese Lok für mich eine besondere Bedeutung. Während der Veranstaltung "Rocket 150" im Jahre 1980 in Rainhill durfte ich unter Mithilfe eines mir bekannten englischen Kameramann, Hugh MacCan, als deutscher Kameramann währende zweier Paraden zum einen auf eben dieser oben erwähnten Class A4 auf dem Führerstand mitfahren, die zweite Führerstandsmitfahrt war auf der "Evening Star". Unvergessliche Erlebnisse die meine Liebe zur englischen Eisenbahn weckten. Entschuldigt diesen sentimentalen Ausbruch von mir aber ich musste es einfach beim Anblick des Modells der A4 einfach mal loswerden.


    Gruß vom Bahnindianer

    Bau einer Anlage in Spur 0

  • Hallo.

    Konnte auch nicht widerstehen.

    Heute ist meine A 4 "Bittern" angekommen. Eine schöne Maschine. Die Buchstaben und Zahlen sind bei ihr aufgedruckt und nicht erhaben. Aufgleisen ist ein bisschen fummelig. Fahren tut sie gut. Gut Geölt ist sie auch. Eine prima Lok für den Preis. Bestellen war auch ganz einfach.

    Gruß Rainer

  • Moin Otto,


    ich glaube, es ist ist nicht sehr schwer, weil Heljan eine 21-polige Schnittstelle und auch Raum für einen Lautsprecher im Tender vorgesehen hat. Für die Schnittstelle empfiehlt Heljan einen ESU LokPilot oder LokSound L-Typen. Wenn dich das also nicht stört, dass der Sound aus dem Tender kommt, dann ist der Decodereinbau eine relativ einfache Geschichte (siehe unten).


    Etwas aufwändiger wird es, wenn du den Lautsprecher in der Lok unterbringen willst. Zwar hat Heljan da auch mitgedacht und einen Raum dafür unter dem Auspuff vorgesehen, aber die Auspufföffnungen sind leider zu und müssen aufgebohrt werden.


    Natürlich passt auf die 21-polige Schnittstelle auch ein entsprechender Zimo-Decoder. Ich werde mit Sicherheit Zimo einbauen, weil ich meine Decoder mit Britischem Sound meist bei YouChoos kaufe und die ausschließlich Zimo-Decoder anbieten. Aber auch bei DigiTrains habe ich schon bestellt (sie haben die Exklusivrechte für die sensationellen "Paul-Chetter-Sounds"). DigiTrains bietet die Sounds wahlweise mit ESU oder Zimo-Decodern an. Bei beiden habe ich bisher einen guten Service erlebt, was das Umprogrammieren der Funktionen anbetrifft. Sie folgen deinen Wünschen und konfigurieren den Decoder so, wie du es haben möchtest. Bei Nachfragen war DigiTrains aber eher schwerer zu erreichen, einmal haben sie auf meine Mails gar nicht reagiert, ein anderes Mal brauchte es 2 Erinnerungsmails, bis sie sich geregt haben... - bei YouChoos dagegen meldet sich John immer sofort, auch am Wochenende innerhalb von Stunden.


    Auf der YouChoos-Website gibt es Installationshinweise für den Einbau von Zimo-Decodern, auch für alle möglichen Spur-0-Loks. Leider ist Hattons' A4 noch nicht dabei. Da sie aber gleichzeitig mit der A3 konzipiert wurde, unterscheidet sich die Technik und der innere Aufbau nicht voneinander. Nur der obere Lokaufbau ist natürlich deutlich anders. Schau mal hier, da werden 2 Möglichkeiten des Soundeinbaus in eine A3 gezeigt:

    https://www.youchoos.co.uk/Ind…L1=Guides&Item=OHattonsA3


    Und hier mal der Ausschnitt zum Decodereinbau aus der Heljan-Betriebsanleitung:

    (für eine größere Darstellung aufs Bild klicken)


    A4_00g_sm.jpg


    Also: Klare Kaufempfehlung! Viel Spaß!!

  • Hallo,


    danke an Frank für die Hinweise zum Decoder- und Soundeinbau.


    Nun möchte ich die inneren Werte der Hattons A4 unter die Lupe nehmen. Es geht um Öffnen des Tenders und der Lok, was für eine Schnittstelle ist verbaut, wieviel Platz ist für Lautsprecher, was ist mit Sound.

    Als erstes werde ich den Tender behandeln, die Lok folgt im zweiten Beitrag.


    hp43-19c-3526.jpg


    Wichtig ist: Bedienungsanleitung lesen! Dann eine weiche Unterlage benutzen. Die Lok ist recht schwer und muß öfters gedreht oder auf den Rücken gelegt werden. Als erstes werden Lok und Tender getrennt. Dazu den elektrischen Verbindungsstecker Tender-Lok abziehen (grüner Kreis). Das ist ein einfacher 6-poliger Stecker ohne Verriegelung. Bitte markieren oder fotografieren, wie herum er drauf war.


    hp43-19d-64a1.jpg


    Dann die Deichsel zum Tender abschrauben (grüner Pfeil). Mit den drei Löchern im Blech kann übrigens der Abstand Lok-Tender eingestellt werden, je nach Kurvenradius auf der Anlage.


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    Hier ist das Gehäuse schon runter. Es ist mit zwei Schrauben befestigt, die diagonal im Boden sitzen. Die auf dem Bild links oben (gelbe Pfeile) ist relativ lang, über 2 cm. Die Schraube rechts unten (blaue Pfeile) ist normal kurz. Nach herausdrehen der Schrauben lässt sich das Tendergehäuse leicht nach oben abnehemen, es muß nichts weiter demontiert werden. So steht es auch in der Bedienungsanleitung.


    hp43-19f-53f2.jpg


    So sieht der Tender mit Schnittstelle aus. Die Schnittstelle ist eine für ESU L Decoder. Das Teil oben drauf ist der Blindstecker, nicht der Decoder.

    Wenn man Zimo-Decoder einbauen möchte, muß auch die Platine gewechselt werden, da bei L- und XL-Decodern es keine einheitliche Schnittstelle gibt und jeder Hersteller sein eigenes Süppchen kocht. Wenn man einen großen Zimo-Decoder kauft, ist jedoch die Adapterplatine mit dabei.


    hp43-19g-718d.jpg


    Hier ist der Blindstecker abgezogen, ein Blick auf die ESU-Platine.

    Links unten sind angelötet:

    ein orangener Draht - Motoranschluß rechts, geht zum 6-poligen Stecker

    ein grauer Draht - Motoranschluß links, geht zum 6-poligen Stecker

    zwei schwarze Drähte - Radschleifer links, einer geht zu den Tenderrädern, der andere über den 6-poligen Stecker zur Lok

    zwei rote Drähte - Radschleifer rechts, einer geht zu den Tenderrädern, der andere über den 6-poligen Stecker zur Lok


    Rechts sieht man:

    zwei braune Drähte an SP2+ und SP2- angelötet (brauner Pfeil) - gehen zum 6-poligen Stecker zur Lok, weiter durch das Lokchassis bis zur Rauchkammer. Dort wird dann der Lautsprecher unterm Schornstein angeschlossen, Bilder und Text dazu im zweiten Teil.

    zwei Lötpunkte, mit SP1+ und SP1- gekennzeichnet (lila Pfeil) - hier kann der Lautsprecher im Tender angeschlossen werden


    hp43-19i-8a09.jpg


    Wenn man die Platine abschraubt (zwei kleine Schrauben) kommt man zur Aufnahme für den Tender-Lautsprecher. Der Einbauraum ist 58x22x12 mm groß.

    Ich habe jedoch keinen Lautsprecher eingebaut, da ich vorerst nur einen Lautsprecher in der Lok unter dem Schornstein haben möchte.


    hp43-19j-b28d.jpg


    Hier habe ich einen Bassreflex-Lautsprecher mal probeweise eingesetzt, damit man sieht, wie es aussehen könnte. Die Schallöffnung sollte natürlich nach unten zeigen. Man kann jedoch auch andere Lautsprechertypen verwenden, die Ohmzahl des Lautsprechers hängt vom verwendeten Decoder ab.


    Wer einen ESU L Decoder verwendet und den Lautsprecher nur im Tender einbaut, der ist jetzt fertig mit der Arbeit, nur noch wieder zusammen bauen. Sounddateien für ESU L Decoder mit Gresley A4-Sound gibt es von Locoman Sounds https://locomansounds.com/esu-decoders-zimo und Southwest Digital https://www.southwestdigital.co.uk/British%20Sounds%20V4.htm


    Ich möchte jedoch Zimo Sound und den Lautsprecher in der Lok unter dem Schornstein. Das erfordert weitere Arbeiten. Mehr dazu im zweiten Teil.


    Zimo Deocder mit Gresley A4 Sound sind bei Youchoos (John Gymer) https://www.youchoos.co.uk/Ind…hp?L1=Project&Item=LNERA4 und Digitrains (Paul Chetter) in zwei Varianten, mit oder ohne Active-Drive https://www.digitrains.co.uk/s…activedrive-for-zimo.html erhältlich.


    Die Bemerkungen zu Youchoos und Digitrains kann ich voll bestätigen. Digitrains habe ich bisher meistens auf Messen in UK gekauft (Alexandra Palace, Telford, Kettering). Paul Chetter Sounds kann man im Prinzip "ungehört" kaufen.

    Von Youchoos hatte ich letzte Woche einen Zimo 21pin MTC Decoder, Icecube-Lautsprecher und und Powerpack mit Regler für eine Heljan Class 05 Dieselrangierlok bezogen. Alles bestens, der Service von John Gymer ist in der Tat außergewöhnlich und geht weit über das hinaus, was man sonst so kennt.

    Besonders auch die Einbauanleitungen auf der Webseite sind sehr hilfreich.


    Noch eine Bemerkung zu Zimo. Die Firma aus Wien plant, einen speziellen Decoder für die Spur 0 heraus zu bringen. Er wird MS950 heißen, nur 23 mm breit und etwa 56 mm lang sein und neben anderen vielfältigen Anschlüssen auch zwei Lautsprecheranschlüsse zu je 3 Watt haben. Von der Leistung her soll er zwischen den H0-Decodern ala MX644/645 und den Großbahndecodern wie MX696 liegen.

    Ich werde bei meiner A4 warten mit dem Soundeinbau, bis dieser Decoder MS950 bei Zimo erhätlich ist. Besonders die Möglichkeit zwei Lautsprecher anzuschließen (und sicher auch getrennt zu justieren) hört sich sehr interessant an.


    Danke für die Geduld bis hierher. Die Bilder für den zweiten Teil, Öffnen der Lok und Lautsprechereinbau unter den Schornstein, sind schon gemacht. Ich werde den zweiten Teil heute noch einstellen.


    Beste Grüße, Torsten

  • So, es geht weiter mit dem Öffnen und Lautsprechereinbau in der Lok.


    Wie bereits im ersten Teil beschrieben, wichtig ist ein gute weiche Unterlage, da die Lok auf den Kopf gestellt werden muss. Noch einmal die Beschreibung durchlesen. Ich habe es ein wenig anders als der Anleitung gemacht. Manche wichtige Punkte sind auch meiner Meinung nach in der Demontageanleitung nicht korrekt oder gar nicht beschrieben.


    Bitte beachten, es gibt nur eine Anleitung für beide Modelle, die Class A3 (Flying Scotsman usw.) und die Class A4 (Silverlink, Mallard, Sir Nigel Gresley etc.) Die Demontage des Tenders ist bei beiden Modellen gleich, die Lokdemontage jedoch unterschiedlich.


    Bild ist immer oben, der dazugehörige Text darunter.



    Lok und und Tender sind getrennt, siehe erster Teil. Als erstes das Vorlauf-Drehgestell abschrauben und weglegen. Das ist einfach, nur eine Schraube, mit dem blauen Pfeil gekennzeichnet.



    Dann das Kabel zum Speedometer (Geschwindigkeitsmesser) an der linken Seite der hinteren Treibachse abbauen. Die Stellung merken oder fotografieren, weil es ja späer wieder so ran sollte. Es ist eine sehr kleine Senkschraube mit Gewinde. Nach dem Lösen des Kabels die Schraube am besten wieder eindrehen, damit sie nicht verloren geht. Dieser Punkt mit dem Speedometer wird überhaupt nicht in der Anleitung erwähnt.



    Der nächste Schritt, die vordere Schraubenkupplung ausbauen (blauer Pfeil). Da ist ein kleiner Splint am Ende drin. Herausziehen, dann springt einem schon die Scheibe und Feder entgegen. Alles gut einsammeln und aufbewahren, wird ja wieder gebraucht.


    Die mit grünen Pfeil gekennzeichnete Schraube heraus drehen, sie ist relativ lang. Laut Anleitung soll auch die Schraube im roten Viereck heraus, ich habe sie drin gelassen. Ansonsten zerfällt der Antriebsblock in zwei Teile beim Herausnehmen. Der Antrieb besteht sozusagen aus einer Ober- und Unterschale. In der Oberschale ist der Motor mit Schwungmasse und Schnecke, in der Unterschale das Stufenradgetriebe zu den Radsätzen, die Stromannehmer, die Radsätze und die Steuerung. Beides ist mit Drähten verbunden. Man kriegt es auch wieder zusammen, aber meiner Meinung nach besser zusammen lassen. Wenn man das Fahrwerk draußen hat, sieht man sehr gut, wie es aufgebaut ist.




    Der Nachläufer (Cartazzi truck) kann dran bleiben. Laut Anleitung soll die Schraube im roten Viereck raus, ich habe sie ebenfalls drin gelassen. Gründe siehe wie beim vorhergehenden Bild oben. Anstelle dessen die beiden langen Schrauben links und rechts von Nachläufer (ziemlich weit unten) heraus drehen (mit grünen Pfeil gekennzeichnet, auf jeder Seite jeweils eine Schraube).


    Dann kann der Rahmen von Gehäuse getrennt werden. Die Lok steht dazu am besten auf dem Kopf. Den Außenrahmen des Nachläufers etwa 15 mm anheben, bis er frei aus den Führerhaus ist. Den Rahmen nach hinten ziehen, bis man mit den Zylindern an den Schürze über den Zylinder vorbei ist. Dabei auf den Speedometer-Anschluß, die Ausströmrohre unter den Zylindern und die Schwingensteuerung achten!

    In der Anleitung auf Seite 8 Punkt 7 steht geschrieben, dass die Halter für die Schwingen ("bracket holding for the expansion link") entfernt werden müssen. Für die A4´s mit geschlossenen Schürzen (Silver Link, Mallard Vorkriegsausführung, Dominion of Canada) trifft das nicht zu. Da ist die Schwingenhalterung fest mit dem Rahmen verbunden. Bei der Nachkriegsausführung mit offenen Schürzen (z.B. Bittern, Sir Nigel Gresley) mag das anders sein. Da ich jedoch diese Modelle nicht habe und die konkreten Verhältnisse nicht kenne, muss das jeder selber an seiner Lok prüfen, ob die Schwingenhalterung ab muss oder nicht.



    Nun kann man die Lokfahrwerk wieder auf die Räder stellen. Man sieht den schweren und kompakten Antriebsblock. Da sind keine weiteren Finessen dran, wie Innensteuerung und so. Nur die Nachbildung der Hebel zum mittleren Zylinder, die von den Außenzylindern weg gehen.

    Mit dem schwarzen Klebeband sind ab Werk die Drähte für den Lautsprecher befestigt. Sie kommen von der sechspoligen Lok-Tender-Kupplung. Der Platz für den Lautsprecher ist reichlich bemessen, etwa 70x30x20mm.



    Hier habe ich schon den Lautsprecher montiert, einen Bassreflex-Lautsprecher von DCC Supplies, 8 Ohm, Abmaße 58x22x9,3 mm. Mit der Impendanz muß man sich nach dem verwendeten Decoder richten. Der Lautsprecher ist mit doppelseitigen Klebepads befestigt, das Klebeband dient zu Fixierung der Drähte.



    Hier der Blick in das Gehäuse von innen. Die grünen Pfeile sind die Gegenstücke der drei Gehäuseschrauben, die heraus gedreht werden müssen, siehe Bilder oben. Unten dem grünen Pfeil links unten ist der Speedometer-Antrieb zu sehen. Die blauen Pfeile zeigen auf zwei Kunststoffstreifen, die seitlich in das Gehäuse eingeklebt sind. Diese behindern das Zusammenbauen, weil sie an der Kante der Motorhalterung hängen bleiben und das Vorwärtsschieben des Chassis-Blockes unter die Zylinderabdeckung erschweren. Beim Zusammenbau müssen diese mit einen schmalen Schraubendreher oder ähnliches vorsichtig ein wenig weg gedrückt werden, damit das Chassis weiter vorn gleiten kann. Gerade an den Zylindern ist der nicht viel Platz. Bitte wieder auf die Schwingenhalter, Ausströmrohre an den Zylindern und den Speedometer-Antrieb achten. Schrauben unter dem Führerhaus, Vorläufer, Frontkupplung, Speedometer-Antrieb usw. in umgekehrter Reihenfolge wieder einsetzen.


    Das Öffnen und wieder montieren der Lok ist ein wenig aufwendig und erfordert gewisse Erfahrung mit solchen Arbeiten. Als Erstlingswerk für einen, der noch nie eine O gauge Loco auseinander und zusammen gebaut hat, würde ich die A4 nicht empfehlen. Der Tender ist kein Problem, die Lok erfordert Ruhe und Gelassenheit.

    Auf der Webseite von youchoos ist eine Beschreibung für den Decoder-Einbau in eine Hattons/Heljan Class A3 zu finden. Die A4 ist ein wenig anders, jedoch kann man sich damit mit dem grundsätzlichen Konstruktionsprinzipien vertraut machen. Auch Hinweise zur Deocder- und Lautsprecherwahl werden gegeben: https://www.youchoos.co.uk/Ind…L1=Guides&Item=OHattonsA3


    Wie bei all meinen technischen Beiträgen sind die Tipps zum Öffnen und Zusammenbau der Lok und Tender auf eigene Verantwortung. Wer es sich nicht zutraut, sollte besser einen Fachmann zu Rate ziehen, bevor ein bleibender Schaden passiert.


    Danke für das Interesse, beste Grüße, Torsten

  • Vielen Dank für deine ausführliche Schilderung Torsten! Hast du denn probeweise einen Decoder angeschlossen oder nur erstmal den Lautsprecher verbaut? Und wenn du einen Decoder angeschlossen hast: Wie ist denn der Sound aus der Lok? YouChoos empfiehlt bei der A3, den Auspuff aufzubohren, damit der Schall dem Gehäuse entweichen kann. Trotzdem soll es etwas dumpf klingen. Aber das mag ja bei der A4 völlig anders sein, weil es sich um keinen geschlossenen Kessel handelt und das Gehäuse nach unten offen ist.

  • Nein, ich habe noch keinen Sound-Decoder verbaut und auch nicht getestet. Ich möchte erst einmal auf den Zimo MS950 warten, die Spezifikationen mit dem zweifachen Lautsprecherausgang hören sich interessant an. Ich habe das in meiner Pannier Tank Class 64xx mit Autocoach (Dampf-Wendezug mit Steuerwagen). Ein Decoder ist in der Lok, einer im Steuerwagen. Die Soundfunktionen sind von F1 bis F6 in der Lok, F7 bis F12 im Steuerwagen. Das ist echt ein gut wahrnehmnarer Effekt.


    Der runde Kessel der LNER Class A3 ist ja nun völlig anders als das verhältnismäßig voluminöse Stromliniengehäuse der Class A4.

    Ob ein Ausbohren des Schornsteins nötig ist, muß man sehen.


    Bei meinen zahlreichen Soundumbauten in Spur OO habe ich bemerkt, daß der Sound mit oder ohne Gehäuse durchaus verändert wird. Ich vermute, da spielen Eigenschwingungen eine Rolle, je nachdem wie dick der Kunststoff des Oberteiles ist und welche Form er hat.


    Beste Grüße, Torsten

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