Lokräder aus unterschiedlichem Material

  • Hallo,

    in letzter Zeit waren/sind im ebay Schnellzuglokomotiven angeboten worden, bei welchen sich die Kuppelräder verzogen haben.


    Die meisten Loks in 0 haben ringisolierte Räder, deren Radstern aus Messing und die Radreifen aus Stahl sind. Messing und Stahl dehnen sich nun aber unterschiedlich aus. Bei den im ebay angebotenen Loks (zurzeit eine 03) handelte es sich bisher immer um großrädrige Loks, wo dieses Problem (bisher) auftrat. Und bei meinem ELNA-Bausatz war gleich bei Lieferung des Bausatzes ein Radreifen lose. Gibt es da nicht eine bessere Lösung?

    Vor 30 Jahren habe ich eine H0-Lilliput-62 geschenkt bekommen und diese dann frisiert. Unter anderem hat sie Teichmann-Räder bekommen, welche meines Wissens komplett aus Neusilber bestehen. Bei der H0-Lok habe ich dann die Nabenisolierung angewendet, welche auch nach 30 Jahren noch bombenfest ist. Aber, in H0 sind die Beanspruchungen geringer als in 0.


    Wäre es in 0 nicht machbar, Radstern und Radreifen aus Neusilber zu herzustellen? Beide würden sich dann gleich ausdehnen, lose Radreifen oder verzogene Radsterne gäbe es dann vermutlich nicht mehr.
    Ich mache mir deshalb Gedanken, weil auch meine E 18 solche Räder hat und sie in meinem Augen die schönste Ellok ist, welche jemals auf deutschen Gleisen rollte. Möchte also nicht irgendwann Probleme mit losen Radreifen haben.



    Was habt ihr für Langzeit-Erfahrungen?



    Mit nachdenklichen Grüßen
    Roland

  • Hallo Roland
    Zwar habe ich fast keine Erfahrung mit Lokomotiven in 0, doch finde ich es unglaublich was Du da schilderst.
    Natürlich ließen sich Radsterne und Radreifen aus Neusilber herstellen, haben wir seinerzeit bei der T0 in H0 so gemacht, ist auch praktikabel.
    Ein Edelstahlradreifen halte ich in 0 aber für verschleißfester, als einen solchen aus Neusilber.
    M.M. nach liegt es wohl eher an den Fertigungstoleranzen daß sich die Räder "verziehen".
    Wahrscheinlicher aber ist daß das Trennmaterial zwischen Radreifen - und Radstern entweder ungeeignet war oder die Verklebung den Anforderungen nicht gewachsen war.
    Grüße aus dem Bärliner RAW,
    Dirk

  • Moin Roland,


    das Phänomen der aufgequollenen Räder gab es meines Wissens nur bei einer Serie der Gebauer 03. Ursache hierfür soll die Zinkpest gewesen sein. Ich selbst hatte früher solch eine 03 und die Radsterne waren so stark gequollen, dass sie fast halbkugelförmig nach außen drängten und den Radreifen damit nach innen - das Spurmaß im Endzustand war dann die Rahmenbreite, die ein weiteres Verschieben nach innen verhinderte... :rolleyes:


    Von anderen Loks in Spur 0 habe ich so etwas noch nie gehört, mach Dir also keine Gedanken über Deine E 18.


    Grüße
    ECkhard

  • Hallo Roland,


    Eckhard hat Recht, traurig wenn man solche Loks sieht. Heller stellte damals Tauschradsätze für die Gebauer 03 her, aber das ist auch schon wieder Geschichte, ich würd die Finger von dem Teil lassen.


    Hier gleiches Modell, hat es noch schlimmer erwischt, stand bestimmt jahrelang im muffig feuchten Keller :


    https://www.ebay.de/itm/Dampfl…nc&_trksid=p2047675.l2557


    Gruss
    Olaf

    Der Mensch hat die Atombombe erfunden, keine Maus war je so dumm und baute eine Mausefalle !

  • Ich mache mir deshalb Gedanken, weil auch meine E 18 solche Räder hat und sie in meinem Augen die schönste Ellok ist, welche jemals auf deutschen Gleisen rollte. Möchte also nicht irgendwann Probleme mit losen Radreifen haben.


    Hallo Roland,
    ich hatte das Problem bei meiner BR 95 von Kiss, dort löste sich ein Radreifen nach einem guten Jahr, was mich an einen Materialfehler denken ließ. Mit "Uhu strong & safe" war wie hier beschrieben die Reparatur dann aber erfolgreich.

  • Hallo Eckhard,


    die alten Räder der BR 03 von Gebauer damals war keine Zinkpest sondern ein falsches Mischungverhältnis für den Guss der Radsterne.So hatte er es mir mal erklärt. Sie wurden daher ja auch teilweise, wer es machen wollte, ausgetauscht. Daher sind heute noch welche mit den alten Rädern im Umlauf.


    Gruß Günter

  • Moin,

    grundsätzlich sollten bei Lokrädern in 0 der Radstern aus Metall, am besten Messingguss oder Neusilber sein, die Radreifen dann auch Edelstahl. Daher wäre ich aus meiner H0-Erfahrung heraus auch skeptisch bei Radsternen aus dem 3D Drucker. hier gibt es wohl sicher noch keine Langzeiterfahrungen was die Schrumpfung durch Alterung und entweichen der Weichmacher angeht.

    Das Problem der Zinkpest hatten in den Jahrzehnten so einige Herstellerm Mäklin, Trix, auch Roco und Liliput. Das Zeug sollte doch eher ausscheiden, zumal die Gussqualitäten im Feinguss von Metallen doch heute weit fortgeschrittener sind als früher.

    Eine Ringisolierung ergibts sich als einzige Möglichkeit allein schon aus den Fahrzeuggewichten; m.E. würe hier die Verwendung von Isolierbuchsen auf den Achsen durch die Fahrzeuggewichte zu unrundem Lauf und taumelnden Rädern führen. Weshalb das auch kein Hersteller wohl macht ausser bei Wagenrädern.


    Gruss, Dirk

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