Jagsttalbahn Lok V22 aus dem 3D Drucker

  • Hallo.
    Beim Stöbern in verschiedenen Modellbahn- Foren bin ich über für private Zwecke kostenlos zur Verfügung gestellte STL (3D Druck) Dateien im Buntbahn Forum gestolpert. Ich möchte dem Kollegen Hans- Jürgen auch auf diesem Weg noch einmal herzlich dafür danken, die STL Dateien zur Verfügung gestellt zu haben. Das ist alles andere als selbstverständlich.


    Aus den vorhandenen STL Dateien lässt sich unter anderem am heimischen 3D Drucker oder bei einem 3D Druck Dienstleister ein 1:22,5 Modell der V22 drucken, eben jener Diesellok, die seinerzeit von Märklin für die Minex Bahn vorbildwidrig zu einer 3- achsigen Lok umgemodelt wurde. Das Original hat bekanntermaßen aber nur 2 Achsen.


    Um mal ein wenig komplexere Aufgaben für meinen neuen Resin Drucker zu bekommen, habe ich mir vorgenommen, aus diesen Dateien eine Version in "meinem" Maßstab 1:45 herzustellen. Da 45 / 2 genau 22,5 ist, ist die Skalierung nicht so schwer, nämlich genau 50%. Sollte also leicht gehen, sollte. Tatsächlich ist die V 22 eine für Schmalspurbahn- Verhältnisse sehr große Lok. In den Original- Zeichnungen sind die Kupplungen fest am Rahmen angebaut. Dadurch wird der maximale Bauraum meines Elegoo Mars aber schon extrem beansprucht.



    Außerdem benötige ich die Kupplungen nicht und müsste sie später sowieso absägen. Der Druck des Rahmens würde so etwa 11 Stunden dauern. Freundlicherweise hat ein Kollege die Dateien entsprechend überarbeitet, so das die Kupplungen nicht mehr vorhanden sind.



    In dieser Variante dauert der Druck dann nur noch gut 3 Stunden. In diesem Stadium hat sich irgendwo ein Skalierungsfehler eingeschlichen. Mit unschönen Folgen:




    Man sieht natürlich genau, das der Rahmen deutlich zu klein ist. Der "Rest" stimmt von den Abmessungen her, auch wenn die V22 sehr groß aussieht. Sie ist eben so groß, ein echter Brocken für eine zweiachsige Schmalspur- Lok. Die MagicTrain Stainz ist doch sichtbar kleiner. Die Jung und die ohnehin nur in 1:48 gebaute Bachmann Porter sind vom Vorbild her ja eher Feldbahn Loks als Schmalspurbahn Loks, von daher "dürfen" sie deutlich kleiner sein. Durch angepasstes Skalieren ließ sich dieses Problem aber in den Griff bekommen, wie man auf dem zweiten Foto sehen kann.


    Generell ist die Lok so fein detailliert konstruiert worden, das viele Teile beim herunter Skalieren auf die halbe Größe und somit halbe Dicke einfach zu dünn und somit nicht mehr druckbar wurden.



    So ist das natürlich nicht zu gebrauchen.


    Insgesamt besteht die Lok aus 3 großen Teilen, Rahmen, Motorvorbau und Führerhaus, dem Fahrpult und einigen Kleinteilen wie Glocke, Horn oder Fenster -Scheiben und Rahmen.


    Ein anderer Kollege hat das Führerhaus aufgedickt, um es auch in 1:45 drucken zu können. Das hat auf Anhieb funktioniert. Also ist von den großen Teilen vorrangig der Motor- Vorbau übrig. Aus der vorhandenen Datei kann man kein 1:45 Exemplar drucken, es ist viel zu dünnwandig. Ein erstes Aufdicken wurde mit den Online Tools eines großen 3D Druck- Dienstleisters bewerkstelligt. Danach wurde zumindest mal der Kühlergrill heile gedruckt. Allerdings verzieht sich der Vorbau, spätestens beim Härten so, das man ihn trotzdem nicht gebrauchen kann:



    Härtet man das Objekt dann zu stark aus, so wird es echt skurril:



    Nach dem Drucken war dieser Versuch fast gerade, ähnlich wie der graue Vorbau weiter oben. Erst durch zu starkes Aushärten haben sich so extreme Spannungen gebildet, das es eher nach einem Picasso Kunstwerk aussieht denn nach einem Modell. Generell sind die Wände auch nach der Online- Aufdickung immer noch zu dünn, um wirklich einen maßhaltigen Druck zu ermöglichen. Es müssen zusätzliche Verstrebungen her.


    Hier musste ich mich mühsam einarbeiten."fertige" STL Dateien zu bearbeiten ist nicht so einfach, wie man vielleicht denken mag. Es gibt zwar einige Programme, mit denen man STL Dateien öffnen und vermeintlich auch bearbeiten kann. Da ich ohnehin Freecad installiert habe und Freecad eigentlich STL Dateien importieren können soll, habe ich es natürlich damit versucht. Allerdings ist die Datei wohl zu groß für Freecad. Der Versuch des Importierens wurde immer mit einem hängenden Programm, das man nur noch per Taskmanager beenden konnte, bestraft. Meshmixer und Meshlab können STL Dateien öffnen und verändern, kein Problem. Doch bei beiden Programmen ist es mir nicht gelungen, neue Objekte (Primitives, hier Quader) zum vorhandenen Mesh hinzuzufügen. Liegt vermutlich an mir, aber ich muss es ja letztendlich selber machen. Also hat es nicht funktioniert. Letztendlich habe ich dann Blender ausprobiert. Blender ist OpenSource, also frei verfügbar. Aber es ist eher für Game Designer oder Trickfilme gedacht als für 3D- CAD. Dementsprechend schwierig ist es, Objekte exakt zueinander auszurichten. Aber mit Fummelei habe ich es geschafft, eine Versteifung in den Motorvorbau einzubauen, so das er sich auch in 1:45 drucken lässt.


    Der Weg zu einem nutzbaren Gehäuse ist durchaus steinig gewesen. Meistens aber auf Grund meiner geringen Erfahrung mit dem für mich neuen Resin Drucker. Die Anordnung, das Stützmaterial und das Härten muss alles exakt aufeinander abgestimmt sein. Sonst passiert u.U. das:



    Durch die hinzugefügten Verstrebungen konnte sich der Vorbau nicht mehr so ohne weiteres verziehen. Da ich dieses Exemplar immer noch deutlich zu lange gehärtet habe, haben die dabei entstehenden Spannungen zu einem Riss geführt. Sonst wäre dieser Vorbau bereits voll brauchbar gewesen.


    Die Oberflächengüte ist für einen 3D Druck aber wirklich erstaunlich. Selbst in extremer Vergrößerung sieht die Oberfläche glatt aus.



    Das ist der Zustand so wie das Objekt aus dem Drucker kommt, noch gar nichts wurde nachgearbeitet.


    Und noch ein paar Fotos vom aktuellen Stand des Projekts:





    Es mag so rüber kommen, als würde ich an den STL Dateien herum meckern. Dem ist aber keinesfalls so. Ich verwende die Dateien ja in einer nicht vorgesehenen Art, eben um die Hälfte "zu klein". Das es dabei zu Problemen kommen muss, ist unvermeidlich und soll in keinster Weise die Arbeit von Hans- Jürgen kritisieren. Im Gegenteil, die Fahrzeuge sind hervorragend detailliert und absolut maßstabsgerecht in 1:22,5 konstruiert. Die Probleme, die bei mir aufgetreten sind, haben ausschließlich mit dem Verkleinern bzw mit meiner Unerfahrenheit zu tun.


    Woher ich ein passendes Fahrwerk mit passendem Achsstand bekomme, weiß ich auch schon. Allerdings klappt das wohl erst im nächsten Monat. Inzwischen werde ich die noch fehlenden Kleinteile drucken, lasern (Fensterrahmen) und fräsen (Fensterscheiben).


    Derweil ist hier die modifizierte STL Datei, die ich für den Vorbau verwendet habe:


    Vorbau mit Streben


    Fortsetzung folgt.

  • Hallo.
    Grade sind die Antriebe für die V 22 angekommen. Sie stammen ursprünglich von Hollywood Foundry aus Australien und waren eigentlich für die Märklin Minex V 22 vorgesehen. Der Radstand stimmt aber mit 54 mm genau. Jetzt muss ich noch passende Räder mit ca 17 - 19 mm Durchmesser für 2 mm Achsen auftreiben. Originalgetreu sind (umgerechnet) 17,5 - 18,8 mm zwischen völlig abgenutzt und ganz neu zulässig...



    Falls ich keine passenden Räder finde, nehme ich die 14,1 mm Räder von Hornby, die haben 2 mm Achsen. Unter dem tief herunter gezogenen Rahmen sieht man kaum etwas von den Rädern...



    Der Antrieb passt komplett unter den Rahmen, also kann ich meine Streben zur Versteifung des Motor-Vorbaus problemlos drin lassen. Und Platz für die RC Technik und jede Menge Ballast ist auch noch in Hülle und Fülle vorhanden.


    Der Motor erscheint mir aber etwas klein. Hoffentlich hat er genug Kraft, denn die V 22 ist eine der größeren Loks und dürfte auch mal etwas längere Züge an den Haken bekommen.



    Der Faulhaber Motor links, den ich ursprünglich mal geplant hatte, als ich noch nicht wusste, das ich günstige "fertige" Antriebe für meine V 22 bekommen kann, ist doch erheblich größer.


    Im gleichen Paket war auch noch eine Roco H0 Diesellok, die gelegentlich auch schon mal unter die Märklin Minex V 22 gebaut wurde.



    Allerdings hat diese Lok einen mit 63 mm deutlich zu großen Achsstand und viel zu kleine Räder. Aber das könnte vielleicht etwas für einen Triebwagen sein, mal sehen...


    Wenn ich weiß, was für Räder es werden, geht es weiter mit der Konstruktion der Fahrwerks- Halterung. Ohne die exakte Größe der Räder zu kennen, kann ich die exakte Höhe des Antriebs nicht festlegen. Die Halterung kommt dann entweder aus dem 3D Drucker oder dem Laser, je nachdem, was besser und einfacher zu realisieren ist...


    Fortsetzung folgt.

  • Hallo Claus,
    sehr schöner Baubericht, den Du da für uns geschrieben hast, danke.


    Mit meiner V100 habe ich ja ähnliche Erfahrungen gemacht, daher würde ich Dir folgendes empfehlen:


    1. Es ist natürlich toll, dass Hans-Jürgen die Dateien im STL-Format veröffentlicht hat. Wenn man nichts verändern möchte und gleich losdrucken will, ist das natürlich super! STL ist als sog. Austauschformat aber Mist, wenn man noch was verändern will. Ich würde Hans Jürgen mal bitten, STEP-Dateien zu veröffentlichen. Ich konstruiere ja schon viele Jahre mit allen möglichen Programmen CAD-Modelle von Lokomotiven, und jedesmal, wenn ich das Ergebnis meiner Bemühungen dann als STL-Datei auf dem Bildschirm sehe, frage ich mich immer:"Wer hat sich nur dieses Schei....format nur ausgedacht..." ;(
    Was eigentlich immer gut funktioniert zum Datenaustausch ist wie gesagt STEP oder das gute alte DXF. STEP ist natürlich ein "totes" Format, aber die glatten Innenflächen der Haube lassen sich auch mit einfachen Werkzeugen wie TurboCAD 16Pro bearbeiten, dafür gibt es dort den Befehl "Schnelles Ziehen", das dauert bei Motorhaube und Führerhaus jeweils 3 Minuten.
    2. Wandstärke 2mm.
    4. Schau doch mal in meinen Beitrag in diesem Baum über die V100, Bild 3, um genau zu sein. Bei diesem Vorbau habe ich ein Stützgerüst selbst hineinkonstruiert, mit dem CAD-Programm. Die Unterkannte liegt auf der Bauplattform.
    5. Nachhärten: Meiner Erfahrung nach eigentlich überflüssig. Wenn die gewählte Belichtungszeit passend zu Harz und Schichtdicke gewählt wurde, kommen die Teile gut ausgehärtet aus dem Drucker. Drucke doch einfach mal kleine flache Quadrate, die Du direkt auf die Bauplattform legst, am besten am Rand, um den Display nicht so zu stressen, mit sagen wir mal 6 Sekunden. Wenn's noch klebt, mit 8 Sekunden probieren, wenn's immernoch klebt mit 10 usw.. Wenn Du mit 0,025mm Schichtdicke druckst, sollte aber 6 Sekunden schon ganz gut passen.


    Falls Du Step-Dateien bekommst kannst Du mich gerne fragen, ob ich das für Dich frisieren kann...


    Schönes Restwochenende!


    Gruß
    Torsten Frieboese




  • Hallo,


    bei Halling gibt ein Fahrwerk mit 54 mm. Man müsste noch die Räder tauschen.
    Art.-Nr.: 2001008-A



    https://shop.ferro-train.com/hallingShop/Article/ANT-54-H0


    Beste Grüße
    Ronny

  • Hallo.
    Inzwischen habe ich auch passende Räder gefunden und bestellt. Die Räder des Magic Train Diesels passen recht genau. 16,9 mm LKDM, 2 mm Achse und dank der Modellbahn- typisch zu großen Spurkränze werden die fehlenden 0,6 mm beim Durchmesser zu 100% kaschiert. Dazu waren sie leicht zu finden und sind mit 1,40€ pro Paar Radscheiben (also für eine Achse) auch noch günstig. Die Bestellung ist raus, mal sehen, wann sie ankommen..

  • Hallo Claus60,


    ich verfolge diesen Beitrag mit großem Interesse, drucke ich doch seit Jahren mit einem "Würstchenleger-Drucker" und mich interessieren alle 3D-Druck-Themen (Vielleicht sollte man dafür eine eigene Rubrik einrichten?).


    Da ich mir vorstelle, dass meine Frage von Interesse sein könnte, stelle ich sie öffentlich: Woher hast Du die Räder der MT-Diesellok bezogen? Kannst Du die Quelle nennen?


    Freundliche Grüße
    EsPe

    Nur weil ich den einen oder anderen Fehler an manch einem Modell zwar bedauere und gelegentlich kritisiere, aber mich dennoch über perfekte Fahreigenschaften usw. und einen gelungenen Gesamteindruck freue, bin ich noch längst kein Spielbahner (was übrigens abwertend klingt).


    Und nicht jeder, der von sich selbst behauptet, ein ernsthafter Modellbahner zu sein, muss es deshalb auch wirklich sein.
    (frei nach Blaukäfer)

  • Hallo.

    Sonntag habe ich die Räder bestellt. Montag wurden sie verschickt und heute sind sie angekommen. Alles gut gelaufen. Und die Räder sind wirklich Passend. Auch wenn ich das schon hätte machen können, muss ich mir jetzt doch erst mal eine Radsatzlehre drucken, damit die Räder dann auch grade auf den Achsen sitzen. Frei Schnauzte ist das doch nicht ganz so präzise. Es gibt eine Lehre auf Thingiverse zum selber drucken... Danach kann ich mit dem Einbau des Antriebs in den Rahmen weiter machen. Das wollte ich erledigen, bevor ich anfange zu lackieren.

  • Hallo.

    Da ich bereits mehrere Anfragen bekommen habe, hier ist der genaue Link zu der Radsatz- Lehre auf Thingiverse:



    https://www.thingiverse.com/thing:4340721



    Zugegeben, ist nicht leicht zu finden, wenn man den Namen nicht genau kennt. Ich bin da auch nur zufällig drüber gestolpert, weil ich "H0" als Suchbegriff eingegeben habe. Unter Verzicht auf die Kreisform des Schraubenlochs kann man daraus sicher auch Lehren für 0m oder 0f skalieren.



    Außerdem sollte man zumindest beim ersten Mal mehrere der Lehren drucken mit ganz leicht unterschiedlicher Skalierung, da die meisten 3D Drucker nicht wirklich auf 1/10 mm genau sind. Ich habe meine noch nicht nachgemessen, aber gedruckt habe ich sie mit 98%, 99% 100%, 101% 102% und 103% und hoffe, ich habe eine genau passende mit 14,4 mm Dicke dabei...

  • Moinsen!


    Also das hätte ich gerne mal näher erklärt: Du nutzt einen Drucker der Schichtstärken von einem hundertstel Millimeter drucken kann, behauptest aber dass die meisten 3D-Drucker nicht auf ein Zehntel genau arbeiten? Was führt dich denn zu dieser Annahme?


    Ist es nicht eher so, dass die Schrumpfung des Resin beim aushärten bedacht werden sollte?



    Thomas


    Betriebsleitung der Werkelburger-Industriebahn



    _____________________________________________________________________________________________________________________________________________


    Die Kritik an anderen hat noch keinem die eigene Leistung erspart. (Noël Coward)

  • Also das hätte ich gerne mal näher erklärt: Du nutzt einen Drucker der Schichtstärken von einem hundertstel Millimeter drucken kann, behauptest aber dass die meisten 3D-Drucker nicht auf ein Zehntel genau arbeiten? Was führt dich denn zu dieser Annahme?

    Hallo.

    Die mögliche Schichtdicke oder die Auflösung des Displays hat erst mal nichts mit den absoluten Größen zu tun. Davon hängt es ab, bis zu welchem Grad sich Feinheiten noch auflösen lassen, also erkennbar sein können.


    Im Gegensatz dazu ist die Schrumpfung des Resins ganz sicher ein Faktor, der die tatsächlichen Abmessungen des gedruckten Objekts beeinflusst, aber nicht der einzige.

    3D Drucker werden (meist) mit Stepper- Motoren mechanisch bewegt. Diese machen pro Steuer- Impuls so und so viel Bewegung. Gehen wir einfach mal von einem fiktiven Sollwert von 0,01 mm (also einem Hundertstel mm) aus. Wenn eben bei jedem Schritt statt 0,0100000 mm nur 0,00990000 mm gedruckt werden, dann ist das bestimmt noch im Rahmen der erlaubten Toleranzen bei einem 50 Cent (Herstellungskosten, nicht Marktwert) Motor. Aber dadurch wird das Objekt entsprechend 1 % zu klein gedruckt. Oder auch 1 % zu groß, wenn eben statt 0,00100000 mm 0,00101000 mm gedruckt wird. Da wir hier von günstigen Hobby- Maschinen mit in Massen produzierten Stepper Motoren und Lagern ausgehen, sind Toleranzen im 1/10000 Bereich sicher nicht unmöglich.


    Man kann diese Toleranzen durch entsprechende Kalibrierung zum größten Teil ausgleichen. Doch das ist mühsam und auch teuer, da man immer wieder Testobjekte drucken muss. Die wenigsten Hobby Drucker dürften derartig präzise kalibriert sein. Vor allem, das man das ja für jede Sorte Harz wieder aufs neue machen muss. In aller Regel ist so eine Genauigkeit auch gar nicht zwingend erforderlich. Ob meine Lok nun 105,4 mm oder 105,6 mm lang ist, ist völlig Wurscht. Aber wenn die Räder der Lok ein Innenmaß von 14,5 statt 14,4 mm haben, dann kann das halt schnell zu Entgleisungen und ähnlichen Problemen führen... Deswegen sollte man bei solchen Objekten wie eben einer Radsatzlehre schon mal etwas genauer hin schauen...


    Selbst die teuersten Profi- Maschinen haben gewisse Toleranzen. Allerdings kann man davon ausgehen, das ein Profi- Dienstleister, der für so ein Objekt 10€ verlangt, was mich mit meinem billigen Hobby Drucker keine 10 Cent kostet, seine Maschinen kalibriert hat und diese Toleranzen in der Software weitestgehend ausgleicht. Bei einem Hobby Gerät für Zu Hause kann man davon aber in der Regel nicht ausgehen...

  • Hallo Claus, hallo Spur-0-Fans,

    die thermische Ausdehnung der Mechanik ist natürlich auch noch zu berücksichtigen....;).


    Nach meiner Einschätzung haben die Toleranzen der Mechanik kaum messbaren Einfluß auf die Abmessungen eines 3D-Drucks. Dass die Mechanik steif ist und kein Spiel hat ist da bestimmt wesentlicher. Ausserdem wirkt sich das nur in der Z-Achse aus.

    Nach meinen bisherigen Erfahrungen beeinflussen hauptsächlich Wandstärke und Stützgerüst die Qualität des Druckergebnisses, und dann habe ich noch etwas beobachtet bei meiner V100. Ich habe mir für die eingesetzten Führerhausverglasungen Füllstücke gedruckt, zum lackieren, und um mit diesen Schablonen die Verglasungen aus Makrolon 0,5 mm zuzuschneiden. Die ersten Füllstücke haben nicht gepasst, sie waren zu groß. Ich mußte die Aussenabmessungen um ca. 2/10mm reduzieren, dann sassen sie gut und fest in den Fensteröffnungen. Offenbar werden die Teile in der Druckebene grundsätzlich ewas zu breit.


    Ich kann mir das nur so erklären, dass bei den hier besprochenen Druckern auch eine seitliche Ausstrahlung des UV-Lichts beim Belichten stattfindet. Sollte das tatsächlich so sein, hat dann auch die Belichtungsdauere einen Einfluß. Gleiche Teile haben bei unterschiedlichen Belichtungszeiten unterschiedliche Breiten in der Druckebene (X-Y-Ebene), was sich mmer stärker auswirkt, je länger belichtet wird. Dabei spielt die gewählte Schichtdicke dann auch noch eine Rolle.

    Man kann also ein Teil nur exakt reproduzieren, wenn man das Druckfiles unverändert lässt, also die Belichtungszeit beibehält, die Schichtdicke und wahrscheinlich muß man auch identisches Harz verwenden. Und wenn 3D-Druckteile stramm ineinandergefügt werden sollen, muß man einen Spalt reinkonstruieren. Da hilft nur ausprobieren.


    Gruß

    Torsten Frieboese

  • Hi.

    Inzwischen habe ich meine Lehren ausgemessen. Die mit 101% gedruckte Lehre hat exakt 14,4 mm Breite, passt also perfekt (im Rahmen der Messgenauigkeit meiner Schieblehre natürlich). Die Schmalste hat 14,1 mm die Breiteste 14,6 mm. Deswegen meine ich ja, man kann die Lehre sicher auch für 0m oder 0f passend skalieren...


    Ich muss aber noch einen Ausschnitt für die Zahnräder einfräsen. Sonst kann ich die Lehre nicht richtig auf der Achse platzieren. Falls ich sie dabei beschädige, auch kein Problem. Ich weiß ja jetzt, wie groß ich sie drucken muss... Da ich ja auch noch die Kleinteile für die V 22 drucken muss, kann ich leicht noch 1 oder 2 Lehren mit auf dem Druckbett platzieren...

  • Hallo am Thema Interessierte,


    ich habe mal einen Bierkasten und Flaschen dazu gedruckt. Der Kasten hatte Fächer von 1,6 mm x 1,6 mm, die Flaschen einen Durchmesser von 1,5 mm.


    Beide Modelle wurden normal mit einem Resindrucker gedruckt und die Flasche passte nicht in das Fach des Kastens. Also habe ich die Flasche mit einem Durchmesser von 1,4 mm gedruckt, sie passte wieder nicht. Erst als ich den Durchmesser auf 1,3 mm reduziert hatte, konnte ich sie in den Kasten stellen.


    Bei meinem "Würstchenleger" habe ich festgestellt, dass der lichte Raum bei Löchern oder Ausschnitten immer etwas kleiner als konstruiert gedruckt werden. Das hängt wohl damit zusammen, dass ich mit einer 0,4mm-Düse eine Z-Auflösung von 0,06 mm drucke und das Filament dann etwas neben der Düse hervorquillt. Die Abweichung liegt pro Rand bei knapp 0,1 mm.


    Soweit meine Erfahrungen zum Thema.


    Freundlicher Gruß

    EsPe

    Nur weil ich den einen oder anderen Fehler an manch einem Modell zwar bedauere und gelegentlich kritisiere, aber mich dennoch über perfekte Fahreigenschaften usw. und einen gelungenen Gesamteindruck freue, bin ich noch längst kein Spielbahner (was übrigens abwertend klingt).


    Und nicht jeder, der von sich selbst behauptet, ein ernsthafter Modellbahner zu sein, muss es deshalb auch wirklich sein.
    (frei nach Blaukäfer)

  • Moinsen!


    Mal abgesehen davon, dass die Erstellung von Lehren oder anderer Messzeugen per Hobby-Drucker sicher nicht die richtige Technologie darstellt, werden gerade Birnen mit Äpfeln verglichen.


    Claus60: Du redest bei deinem Beispiel von einer Abweichung im tausendstel Bereich und dazu noch von einem mechanischen System (Steppermotor mit Spindel). Dieses gibt es bei dem Drucker aber nur an der z-Achse und durch Verwendung einer spielfreien Spindelmutter (ja, die ist auch beim Elegoo Mars verbaut) ist dieses Spiel zu vernachlässigen (so wie Torsten auch bereits geschrieben hat). Abweichungen in der z-Achse bei gedruckten Objekten sind meist in falsch eingestellten Parametern zu suchen.


    Dass Maße in x- oder y-Richtung beim drucken abweichen hat auch etwas mit den eingestellten Parametern zu tun bzw. kann auch an der Auflösung des Displays liegen.


    So wie Torsten es geschrieben hat, sehe ich es auch: Üben, üben, üben ...


    Thomas


    Betriebsleitung der Werkelburger-Industriebahn



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    Die Kritik an anderen hat noch keinem die eigene Leistung erspart. (Noël Coward)

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